DOSSIER mit 6 Beiträgen

Auslandberichterstattung

JOURNALISMUS

Die Lesetipps dieses Themenbereichs werden kuratiert von Nick Lüthi. Haben Sie einen lesenswerten Beitrag entdeckt und möchten diesen hier empfehlen? Die Redaktion freut sich auf Ihren Linktipp: redaktion@medienwoche.ch

 

Fluchen hilft oder wie sich ein SRF-Korrespondent den Grenzübertritt verschafft

Was tun als Journalist, wenn einem finstere Krieger den Grenzübertritt verwehren? SRF-Russlandkorresponent David Nauer schildert einen Vorfall bei der Fahrt in die abtrünnigen Republiken der Ost-Ukraine. Die Bewilligung der Separatistenregierung scheint den bewaffneten Wachtposten nicht zu beeindrucken, er flucht und schimpft nur über seine Regierung. Als sich der Korrespondent sprachlich dem Krieger anpasst, kommt schliesslich Bewegung in die Sache und Nauer kann den Checkpoint passieren. Die kurze Episode ist im Stil einer düsteren Graphic Novel illustriert und animiert und ist ein Beitrag im Rahmen der «Korrespondentenwoche» von Radio SRF 1.

Keine Korrespondenten in Ostmitteleuropa

Die politische und wirtschaftliche Bedeutung Ostmitteleuropas nimmt fortlaufend zu. Auch für die Schweiz spielt die Region eine immer (ge)wichtigere Rolle. Doch hiesige Medien tragen dieser Entwicklung kaum Rechnung. Ihre Korrespondentennetze sind ausgedünnt. Einst waren Lajos Simicska und der gegenwärtige ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán enge politische Weggefährten. Der steinreiche Simicska war Schatzmeister der Fidesz-Partei Orbáns und galt Weiterlesen …

Auslandkorrespondenten sehen sich von ihren Redaktionen zunehmend allein gelassen

Der Tod ist ein ständiger Begleiter bei der Arbeit als Auslandkorrespondent und -korrespondentin in Kriegs- und Krisengebieten. Sei es, dass man selbst an Leib und Leben bedroht wird oder mit Opfern und Leichen konfrontiert ist. Am Mediengipfel in Lech (A) berichtete Inga Rogg, die für die Neue Zürcher Zeitung aus dem Nahen Osten berichtet, über bedrohliche Situationen in ihrem Berufsalltag. Sie habe die schwierigste Lage erlebt, «als die Truppen Assads in Syrien begannen, von der Luft aus Städte zu bombardieren», erzählte Rogg. «Vor Flugzeugen kann man nicht fliehen». Pascal Nufer, der für das Schweizer Fernsehen aus Bangkok berichtet, erlebte, wie ein japanischer Kameramann in unmittelbarer Nähe von ihm von einem Heckenschützen getötet wurde. Ein zunehmendes Problem sei es, dass Medienhäuser nicht mehr so wie früher bereit seien, für aufwändige Einsätze in Krisengebieten die Kosten zu übernehmen. Inga Rogg spricht dabei sogar von «einer unglaublichen Verrohung» in den Redaktionen, die leichtfertig sagten, man brauche die teuren Korrespondentenberichte gar nicht und dafür zu Dumpinghonoraren Beiträge von freien Journalisten einkauften.

Wenn Twitter schon 1989 existiert hätte – die langjährige AZ-Auslandschefin verabschiedet sich

35 Jahre Journalismus, davon 28 Jahre Auslandjournalismus: Nicht nur die Weltpolitik hat sich verändert. Eine politische – und persönliche – Bilanz. Mit diesem Artikel verabschiedet sich Dagmar Heuberger von den Leserinnen und Lesern der «Nordwestschweiz». Sie war seit 1989 Auslandredaktorin und seit 1999 Leiterin der Auslandredaktion. Ende des Monats geht sie vorzeitig in Pension.

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Der Auslandjournalismus darbt – trotz Krisen-Konjunktur

Die Ereignisse in der Ukraine, in Syrien oder die Ebola-Epidemie beschäftigen die Menschen. Sie fordern den Medien, die darüber berichten, viel ab. Doch der Auslandjournalismus ist seit längerem unter Druck: Oft fehlt das Geld für eine adäqute Berichterstattung.