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Zeitungskrise

MEDIEN

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Gründet ein, zwei, viele Zeitungsklubs!

Ein Ökonomieprofessor rennt offene Türen ein: Bruno S. Frey findet, es brauche «neue Ideen», um das Geschäft der Zeitungen zu sichern. Was er dann formuliert, ist so neu nicht. Frey schlägt vor, Klubs zu gründen für das Zeitungspublikum: «Die Klubmitglieder entrichten einen substanziellen jährlichen Beitrag. Dafür erhalten sie jedes Jahr eine unverkäufliche Aktie der Zeitung. Sie werden Mitbesitzer.» Klingt ganz nach dem Modell der «Republik». Aber die nennt Frey nicht. Auch den «Guardian» erwähnt er nicht, der schon länger ein Klubmodell eingeführt hat. Natürlich hat der Professor deswegen nicht unrecht mit seiner Idee. Aber seine Überlegungen wären wohl etwas fundierter ausgefallen, wenn er sich an der real existierenden Praxis orientiert und nicht nur frei drauflos formuliert hätte.

Von 300’000 auf Null: Musikmagazin NME macht dicht

Eine Ikone des Musikjournalismus verschwindet. Nach 65 Jahren stellt der New Musical Express, bekannt unter seinem Kürzel NME, das gedruckte Magazin ein. In seiner besten Zeit in den 1970er-Jahren verkaufte das Blatt wöchentlich um die 300’000 Exemplare. Den Anfang vom Ende markierte der Entscheid, ab 2015 das Heft gratis in Ladengeschäften auszulegen. Das rentiere sich jetzt nicht mehr, teilt der Verlag Time Inc. mit und will die Marke nun digital weiterführen.

Was die Zeitung wirklich leistet – ein Selbstversuch

Er sei froh gewesen, dass er sich über das jüngste Schulmassaker in Florida nicht mit Online-Medien informiert habe. Farhad Manjoo von der New York Times unterzog sich einem Selbstversuch: zwei Monate lang liest er nur Zeitungen um sich zu informieren; Ausnahmen sind Podcasts, E-Mail-Newsletters und lange Online-Formate. Seine Print-Diät bestand aus der New York Times, für die er selbst arbeitet, das Wall Street Journal, seine Lokalzeitung The San Francisco Chronicle, plus das Nachrichtenmagazin The Economist. Was man von den Zeitung kriegt? News. Richtige News. Das mag banal klingen. Manjoo meint das als Abgrenzung zu den Online-Medien, wo man einem endlosen Meinungsstrom ausgesetzt sei, «der mehr dazu beiträgt, Ihr Verständnis der Welt zu verzerren, als sie zu erhellen.»

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Deutsche Zeitungsverlage sorgen sich wegen gestiegenem Papierpreis

Auch das noch! Als sorgte der digitale Wandel nicht schon für genügend Ungemach bei den Zeitungsverlagen, steigt nun auch noch der Papierpreis. Eine Tonne Zeitungspapier kostet in Deutschland neu 485 Euro, bisher waren es 425. Ein Grund für den Anstieg sei die Nachfrage aus China und Indien, schreibt Gregory Lipinski in Meedia. Dorthin exportierten deutsche Hersteller inzwischen beträchtliche Mengen. Ausserdem wurden viele Fabriken geschlossen nach Jahren mit Überkapazitäten. Doch jetzt schlägt das Pendel zurück.