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	<title>Annabelle | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«Annabelle»: Neuer Verlag, neues Glück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Kohler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2021 15:43:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor eineinhalb Jahren übernahm der Aargauer Verlag Medienart das Frauenmagazin «Annabelle» von Tamedia. Jacqueline Krause-Blouin ist Chefredaktorin des Traditionstitels. Was treibt sie an und wie führt sie die «Annabelle» in die Zukunft? Die Gegenwart sieht rosig aus, so rosig, wie der Schriftzug, der im Zentrum der neuen Redaktionsräume im Zürcher «Viadukt» hängt. Als der Verlag <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/22/annabelle-neuer-verlag-neues-glueck/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor eineinhalb Jahren übernahm der Aargauer Verlag Medienart das Frauenmagazin «Annabelle» von Tamedia. Jacqueline Krause-Blouin ist Chefredaktorin des Traditionstitels. Was treibt sie an und wie führt sie die «Annabelle» in die Zukunft?</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-jacqueline-blouin-annabelle-20210422b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-87938" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-jacqueline-blouin-annabelle-20210422b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-jacqueline-blouin-annabelle-20210422b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-jacqueline-blouin-annabelle-20210422b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-jacqueline-blouin-annabelle-20210422b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-jacqueline-blouin-annabelle-20210422b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Die Gegenwart sieht rosig aus, so rosig, wie der Schriftzug, der im Zentrum der neuen Redaktionsräume im Zürcher «Viadukt» hängt. Als der Verlag <a href="https://www.medienart.ch/" rel="noopener" target="_blank">Medienart</a> die <a href="https://www.annabelle.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Annabelle»</a> gekauft hat, suchte man eine neue Bleibe und wurde fündig im trendigen Züri West. Neue Location, neue Arbeitsmodelle. Jeder sucht sich einen Platz, es gibt keine Stammtische. Auch die Chefin, Jacqueline Krause-Blouin, ist da keine Ausnahme. «Ich liebe Redaktionsalltag und würde völlig vereinsamen in einem Einzelbüro.» Wenn sie ein Telefonat führen muss, das nicht für alle Ohren bestimmt ist, verzieht sie sich in eine schalldichte Gesprächsbox, die sehr stylisch mitten im Raum angesiedelt ist.<br />
</p>
<p>Die «Annabelle» beschäftigt 26 Mitarbeitende, jede Altersklasse ist vertreten, auch Männer sind dabei. Das macht Sinn, will man mit dem Magazin doch eine vielfältige Zielgruppe ansprechen. Am liebsten hätte es Jacqueline Krause-Blouin, wenn die Tochter mit der Mutter und der Grossmutter über die Inhalte der «Annabelle» diskutieren würde. Und natürlich auch der Mann in der Runde sich die «Annabelle» noch schnappen würde. Die Chefredaktorin sagt stolz:</p>
<blockquote><p>«Übrigens sind ein Viertel unserer Leser männlich. Und das sind nur die, die es zugeben.»</p></blockquote>
<p>Aber was heisst das?  Krause-Blouin erklärt es so: «Der Schlüssel ist, dass wir nicht parteipolitisch arbeiten, es geht um alles, was uns Frauen bewegt, da treffen sich viele Generationen.» Themen wie Gleichstellung, Diversität und Feminismus werden genauso auf allen Kanälen besprochen wie Popkultur, Mode und Lifestyle. Abgerundet mit Reportagen und neuen Rubriken wie Bodybuilding. Wie bitte? Die Chefin lacht. Was nach Muskelaufbau klingt, ist eine Rubrik, in der Frauen über die Beziehung zu ihrem Körper sprechen. Da sieht man Narben, Hängebrüste, Fettpolster. Die Gesichter sieht man nicht, gewährt man den Frauen so doch eine gewisse Anonymität.</p>
<p>Zeitgleich mit dem Relaunch kam eine Studie heraus, in der die «Annabelle» in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Sotomo 6000 Schweizer Frauen fragte, wie es ihnen geht. Dabei stellte sich heraus, dass viele Frauen noch recht bürgerlich denken und sich in den traditionellen Rollenmodellen wohlfühlen. Das hat Jacqueline Krause-Blouin erstaunt und sie möchte in ihrem Magazin diese Rollenmodelle zur Diskussion stellen. Herausgekommen ist aber auch, dass gerade junge Frauen sich als Feministinnen bezeichnen, ein Begriff, der lange negativ besetzt war. Der Weg zu einer Ausgeglichenheit zwischen den Geschlechtern ist in vollem Gang und immer mehr Unternehmen schreiben sich die Gleichstellung auf die Fahnen. Hoffentlich nicht nur zur Show, sondern wirklich mit dem Willen, Lohngleichheit, Diversität und gleiche Karrierechancen im Unternehmen zu leben.</p>
<blockquote><p>Jacqueline Krause-Blouin arbeitet Vollzeit, hat eine kleine Tochter und einen Mann an der Seite.</p></blockquote>
<p>Wie gestaltet sich der Alltag, wie sieht es aus mit der Gleichstellung in der Realität? «Ich habe oft Tage, wo ich nicht losgehen will, mir bricht das Herz, wenn meine Tochter an meinem Bein hängt und sagt, nicht gehen, Mama. Jeden Tag frage ich mich, stimmt dieses Modell für mich noch?» Der Mann ist zu Hause, er ist Schauspieler und dadurch flexibler in den Arbeitszeiten. «Aber wenn er, wie neulich, wochenlang dreht, dann stürzen wir als Familie ins Chaos, wenn meine Mutter dann nicht wäre, ginge das Modell nicht auf.» Das führt Jaqueline zu einer Überzeugung, die sie auch im Magazin thematisieren will. «Familie ist in der Schweiz immer noch Privatsache, das finde ich falsch.» Soll heissen? «Ohne Frauen wie meine Mutter würde das ganze System nicht funktionieren, sie hilft, wenn wir sie brauchen. Das System Familie sollte nicht Privatangelegenheit sein. Das ist meine Überzeugung. Unser System in der Schweiz ist darauf ausgelegt, dass wir Kinder bekommen, auch damit sie unsere Renten mitfinanzieren. Aber wenn die Kinder dann da sind, muss man selber klarkommen. Oder aber man fällt ins alte Rollensystem zurück und bleibt zu Hause als Mutter. Das kann es nicht sein. Im Alter hat die Frau dann schlechte Karten mit vielen Lücken im Rentensystem, da müssen wir strukturell noch viel verändern.»</p>
<p>Als Chefin muss sie aufpassen, nicht nur noch zu managen, sondern sich immer wieder Momente zu schaffen, in denen sie selber kreativ wird. Denn: Sie vermisst das Schreiben, bei den Menschen zu sein, Fragen zu stellen, Porträts zu verfassen. Wie sieht der Alltag in der Redaktion aus? Mit Covid sei alles anders, den Relaunch habe man komplett aus dem Homeoffice gemeistert, erzählt sie. Im Normalfall hätten die Onliner jeden Morgen Sitzung. Einmal die Woche publizistische Sitzung, da gehe es um den Mix, um Themenvielfalt, Synergien schaffen, crossmedial denken. Dann die Ressortsitzungen von Reportage, Mode und Lifestyle. Sie selbst versuche, bei allen dabeizusein. «Ich habe aber auch viele Termine mit Kunden, sie zeigen mir Neuheiten und wir schauen, wo man Geschichten realisieren könnte.» Reisen sei ihr auch wichtig, gerade zu Fashionshows, zu Festivals, aber das gehe ja momentan nicht. Leider, wie sie noch anfügt.</p>
<p>Wie alles begann: Jacqueline Krause-Blouin heuert nach dem Musikstudium beim «Rolling Stone» an, dem renommierten Musikmagazin in Berlin. Aber nicht als Musikjournalistin, dafür wollte man sie so ganz ohne Erfahrung nicht, sondern als Assistentin der Geschäftsleitung. Ein strategisch kluger Zug. «Ich musste so Sachen wie Döner und Nasenspray kaufen.» Sie muss lachen. «Aber ganz unauffällig habe ich dann mal einen meiner Artikel dem Chefredaktor gezeigt und bäm, das hat geklappt. Er wurde publiziert und ich habe mein Wunschpraktikum dann bekommen.»</p>
<p>Als die Verantwortlichen der «Annabelle» Kontakt zu Jacqueline Krause-Blouin aufnehmen, arbeitet sie beim Magazin «Spex». Sie betreut dort Mode und Popkultur. «‹Annabelle› wollte einen meiner Artikel zweitabdrucken», erzählt sie. «Dann wurde eine Stelle frei als Lifestyle-Redaktorin und sie fragten mich, ob ich mir vorstellen könnte, in die Schweiz zu ziehen. Da meine Familie hier lebt, war das natürlich easy. Nach zwei Monaten wurde ich dann stellvertretende Chefredaktorin.» </p>
<p>Nach dem Abstossen der «Annabelle» durch die Tamedia entstand ein Vakuum, jetzt sind sie beim Verlag Medienart angedockt. «Wir fühlen uns gewollt und gut aufgehoben.» Auch die Chefredaktion ist neu aufgestellt, drei Frauen und ein Mann, alle Ressorts sind vertreten. Es geht manchmal hoch her, aber das ist genau, wie es die Chefin liebt. Mit 26 Mitarbeitenden ist die Redaktion gut bestückt, frau hat noch viel vor.</p>
<p>Bild: Chris Reist</p>
<p><small>Dieses Porträt wurde zuerst in der Ausgabe 4/2021 von m&#038;k – Das Magazin für Marketing und Kommunikation veröffentlicht. Wir danken Verlag und Chefredaktion für die Möglichkeit zur Zweitveröffentlichung </small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/22/annabelle-neuer-verlag-neues-glueck/">«Annabelle»: Neuer Verlag, neues Glück</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Annabelle steht zum Verkauf</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/11/annabelle-steht-zum-verkauf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2019 07:53:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tage der Zeitschrift Annabelle unter dem Dach von Tamedia dürften gezählt sein. Das Medienhaus prüft einen Verkauf der Zeitschrift, die seit 1982 zum Portfolio gehört. Der Konzern will sich künftig auf das Kerngeschäft mit hauptsächlich aus Abo-Einnahmen finanzierten Titeln konzentrieren.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tage der Zeitschrift Annabelle unter dem Dach von Tamedia dürften gezählt sein. Das Medienhaus prüft einen Verkauf der Zeitschrift, die seit 1982 zum Portfolio gehört. Der Konzern will sich künftig auf das Kerngeschäft mit hauptsächlich aus Abo-Einnahmen finanzierten Titeln konzentrieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/11/annabelle-steht-zum-verkauf/">Annabelle steht zum Verkauf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Wunderwelt der Schweizerin – seit 1938 im einzig wahren Frauenheftli</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/05/22/die-wunderwelt-der-schweizerin-seit-1938-im-einzig-wahren-frauenheftli/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2019 17:41:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lasst euch mitnehmen. Auf eine kleine Lektürereise durch ein Stück Schweizer Medien- und Frauengeschichte. Willkommen in der «Annabelle»! Und in der Zeit unserer Grossmütter und Urgrossmütter.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lasst euch mitnehmen. Auf eine kleine Lektürereise durch ein Stück Schweizer Medien- und Frauengeschichte. Willkommen in der «Annabelle»! Und in der Zeit unserer Grossmütter und Urgrossmütter.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/22/die-wunderwelt-der-schweizerin-seit-1938-im-einzig-wahren-frauenheftli/">Die Wunderwelt der Schweizerin – seit 1938 im einzig wahren Frauenheftli</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Frustriert sein über die Umstände und darin verharren, ist nicht mein Ding»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/03/28/frustriert-sein-ueber-die-umstaende-und-darin-verharren-ist-nicht-mein-ding/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tuğba Ayaz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2019 16:40:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit zwanzig Jahren ist die Journalistin Silvia Binggeli (46) bei der Frauenzeitschrift «Annabelle», bis zum Sommer noch als Chefredaktorin. Nach einem Sparbeschluss von Tamedia entschied sich Binggeli, das Magazin zu verlassen. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt sie, was die «Annabelle» einzigartig macht und warum sie das künftige Konzept zwar noch mitentwickelt, aber nicht mehr <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/28/frustriert-sein-ueber-die-umstaende-und-darin-verharren-ist-nicht-mein-ding/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit zwanzig Jahren ist die Journalistin Silvia Binggeli (46) bei der Frauenzeitschrift <a href="https://www.annabelle.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Annabelle»</a>, bis zum Sommer noch als Chefredaktorin. Nach einem Sparbeschluss von Tamedia entschied sich Binggeli, das Magazin zu verlassen. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt sie, was die «Annabelle» einzigartig macht und warum sie das künftige Konzept zwar noch mitentwickelt, aber nicht mehr verantworten mag.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-67659" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/Foto-Silvia-Binggeli-1.jpeg" alt="" width="1280" height="855" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/Foto-Silvia-Binggeli-1.jpeg 1280w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/Foto-Silvia-Binggeli-1-300x200.jpeg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/Foto-Silvia-Binggeli-1-768x513.jpeg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/Foto-Silvia-Binggeli-1-1024x684.jpeg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/Foto-Silvia-Binggeli-1-470x315.jpeg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/Foto-Silvia-Binggeli-1-728x485.jpeg 728w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /><br />
«‹Annabelle› mit neuem Redaktionsmodell», <a href="https://www.tamedia.ch/de/gruppe/newsroom/medienmitteilungen/annabelle-mit-neuem-redaktionsmodell" target="_blank" rel="noopener">teilte Tamedia Ende Januar mit</a>. Je innovativer eine Umstrukturierung angekündigt wird, desto drastischer wird die Sparübung. So steht denn auch weiter in der Medienmitteilung: «die wirtschaftlich notwendige Anpassung des Redaktionsmodells hat 14 Kündigungen zur Folge.» Natürlich unter Berücksichtigung – wie gesetzlich vorgeschrieben – der Vorschläge von Mitarbeitenden. Nach Anhörung aller Mitarbeitenden steht seit Anfang März fest: Zehn Mitarbeitenden wird gekündigt, vier Pensen werden reduziert. Für Chefredaktorin Silvia Binggeli und ihre Kolleginnen und Kollegen war die Anhörungsphase eine bewegte Zeit. Ich treffe Binggeli in einem Café unweit des Tamedia-Holzbaus, wo sich die «Annabelle»-Redaktion befindet. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Das Frühlingserwachen wirkt tröstend und nimmt dem Gespräch ein wenig die Schwere.</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du hast die Anhörung mit den Mitarbeitenden abgeschlossen. Wie geht es dir?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Die letzten Wochen waren sehr anstrengend und emotional, eine schwierige Zeit. Insgesamt geht es mir aber gut, ich stehe noch. Und ich freue mich auf den Frühling.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was war besonders anstrengend?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Die Zeitspanne von mehreren Wochen, in denen im Team grosse Unsicherheit herrschte. Die Mitarbeitenden wussten nicht, wer von einer Kündigung betroffen sein wird. Sie machten sich Gedanken über Lösungsvorschläge, um den Abbau zu vermeiden, hatten aber nicht in jedem Fall alle nötigen Informationen. Ich bot einmal die Woche ein Zeitfenster an, um Fragen zu stellen, persönliche Wünsche oder mögliche Profile für das neue Team zu platzieren, so dass wir diese nach Möglichkeit berücksichtigen konnten. Die Klarheit durch die Kündigungsgespräche war sicher erst mal eine Erleichterung. Nichtsdestotrotz ist die Stimmung auf der Redaktion nach wie vor angespannt. Wir müssen uns jetzt wieder darauf einstellen, nach vorne zu blicken.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Musstest du entscheiden, wem gekündigt wird?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Es war eine gemeinsame Entscheidung mit den Ressortleiterinnen und -leitern. Sie kennen die Profile in ihren Teams am besten. Von oben gab es keine Anweisungen. Als wir das neue Redaktionsmodell zeichneten, wurden erst die Profile definiert. Wir mussten eruieren, welche Kompetenzen es für die neue Kernaufgabe der Redaktion künftig braucht: weniger Eigenleistung, mehr Zukauf. Die Struktur des neuen Redaktionsmodells war im Grundsatz bereits definiert, bevor es kommuniziert wurde. Das Konzept war offen für Vorschläge der Mitarbeitenden, aber es hätte sich kaum grundlegend umstossen lassen. Wir konnten etwa auf den Vorschlag des Jobsharing eingehen. Es haben sich während der Anhörungsphase auch bereits andere Tamedia-Redaktionen und Externe gemeldet, die offene Stellen angeboten haben. Das hat mich berührt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wurde bei den Kündigungen Rücksicht darauf genommen, wie lange jemand für die «Annabelle» gearbeitet hat?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Nein, bei so einer massiven Umstellung sind die Profile für das neue Modell entscheidend. Natürlich werden bestimmte Kriterien berücksichtigt, etwa wenn jemand wichtige Kontakte in der Branche hat, grosse Erfahrung bei der Textarbeit oder Wissen für die Digitalisierung mitbringt. Im Entscheidungsprozess gab es aber keine unantastbaren Mitarbeitenden. Besonders hart ist ja auch, dass gute Leistungen nicht vor einer Kündigung bewahrt haben.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie entlässt man jemanden?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Man kann es nie richtig machen. Eine Kündigung ist eine Kündigung, da muss man sich nichts vormachen. Mir war es wichtig, mit allen ein Gespräch zu führen, den Betroffenen und denen, die bleiben. Ich wollte niemanden dem Druck aussetzen, dass man an einem besagten Tag aufgeboten wird und ahnt, dass man die Kündigung erhält. Jeder und jede hat einen Termin bekommen, um sich auf das Gespräch einstellen zu können. Bei den Gesprächen waren ich, die jeweiligen Ressortleiterinnen und -leiter und die Personalverantwortliche anwesend. Man versucht, schnell zum Punkt zu kommen. Man muss sich bewusst sein: Es geht um das Gegenüber und nicht um die eigenen Gefühle in diesem Moment. Man versucht es so empathisch wie möglich zu kommunizieren. Aber es bleibt eine beschissene Ansage, man kann es nicht anders sagen. Man muss erste Reaktionen abfangen: Wut, Verständnis, Verzweiflung. Warum ich? Warum in dieser Härte? Das alles ist gekommen, auch in meine Richtung. Das gehört dazu, man muss es aushalten.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Kreativität wird im neuen Modell der ‹Annabelle› nicht mehr in der selben Form mit Eigenleistungen möglich sein.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie sieht das künftige Redaktionsmodell der «Annabelle» aus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Wir halten am einzigartigen Konzept fest: Die Mischung aus Reportagen und Lifestyle. Bislang haben wir in einem grossen Team viel Eigenleistungen in jeder Rubrik erbracht, etwa aufwändige Reportagen umgesetzt, Kochrezepte selber ausprobiert und fotografiert, im eigenen Fotostudio Inszenierungen gemacht. Kreativität wird im neuen Modell nicht mehr in der selben Form mit Eigenleistungen möglich sein. In einem so viel kleineren Team wäre das gar nicht möglich. Mit dem neuen Redaktionsmodell wird das Team die Inhalte verwalten und planen, externe Beiträge dazukaufen und redigieren. Es wird ausserdem keine ausgeprägte Ressortaufteilung mehr geben wie bis anhin, sondern ein Pool von Redaktoren, die für Print- und Online-Beiträge verantwortlich sind – das war bis jetzt getrennt. Die Inhalte sollen dennoch Exklusivität bieten, keine Sammlung von Zweitabdrucken sein.</p>
</div></p>
<p></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Klingt trotz der Kündigungen tröstlich. Aber wie motivierst du im jetzigen Klima das Team, mitzuziehen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Die Frage kommt natürlich auch im Team immer wieder auf: Wie soll das funktionieren? Ernüchternde Momente gibt es und wird es geben, wenn neue Abläufe nicht sofort funktionieren. Wir können jetzt nur anpacken. Auch für die Stimmung in der Redaktion ist es besser, nicht weiterhin alles in Frage zu stellen, sondern vorwärts zu denken. Derzeit machen die Ressortleiter Workshops, bei denen alle Ideen einbringen können: Etwa dazu, wie wir Abläufe künftig effizienter machen, bei bestimmten Gefässen Zeit sparen können, inhaltliche Perlen definieren und auf anderes verzichten. Von den Gekündigten im Team kann man nicht den vollen Einsatz und die Motivation dafür erwarten. Ihnen muss man die Zeit und Unterstützung geben, sich auch auf ihre Zukunft konzentrieren zu können. Manche Kolleginnen und Kollegen werden uns im Mai verlassen, andere im August. Trotzdem sind sie noch Teil eines Teams, das immer zusammengehalten hat, und sollen sich und ihre Kompetenz einbringen.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Ich fordere auch meine Vorgesetzten mit kritischen Fragen heraus. Von manchen Ideen konnte ich sie überzeugen, von anderen nicht.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Alle Printmedien kämpfen mit dem Rückgang der Einnahmen bei den Inserate. Jeder weiss aber, dass Tamedia jährlich Gewinne in Millionenhöhe erzielt, wovon sich die Teppichetage grosszügige Beträge auszahlt. Gewinne werden nicht in die Publizistik investiert. Wie hast du die Tamedia-Geschäftspolitik in deinen 20 Jahren bei der «Annabelle» erlebt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Die Medienbranche verändert sich derzeit tatsächlich sehr stark. Der Einbruch in der Werbebranche ist massiv und trifft Titel, die hauptsächlich durch Werbung finanziert werden, wie uns, sehr hart. Tamedia ist ein börsenkotiertes Unternehmen, das seine Titel nicht quer-subventioniert. Das Unternehmen strebt Gewinn an oder anders gesagt: will sich finanziell gesund halten, um sich für die Zukunft zu rüsten. Das kann man gut oder schlecht finden. Es ist Realität. Ich habe meine Aufgabe unter diesen Voraussetzungen immer so gesehen: Ich trage die Verantwortung und kämpfe für den Titel. Leidenschaftlich und engagiert. Ich fordere auch meine Vorgesetzten mit kritischen Fragen heraus. Von manchen Ideen konnte ich sie so überzeugen, von anderen nicht. Das ist anspruchsvoll und kann auch zwischendurch sehr frustrieren. Aber ich habe mich nie dem kompletten Frust über schwierige Voraussetzungen hingegeben, es hätte nichts an der Unternehmensstrategie geändert. Frustriert sein über die Umstände und darin verharren, ist nicht mein Ding.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Der Frust wäre mit der Umstrukturierung nun eingetreten, also gehst du?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Ich bin seit zwanzig Jahren bei der «Annabelle», das ist mein Baby, meine Herzensangelegenheit. Ich habe eine sehr reiche Geschichte mit diesem Blatt, durfte es mit allen Farben der Palette bemalen. Mit dieser Umstellung sah ich mich nicht mehr in der Leitung. Ich hätte mich immer an dem gemessen, was ich bis jetzt gemacht habe. Ich bin eine Überzeugungstäterin und funktioniere am besten, wenn ich mich in einer Sache zu hundert Prozent sehe. Für jemand, der die Position neu übernimmt, ist das anders. Sie oder er kann dem Titel eine eigene Handschrift verleihen und eine neues Kapitel schreiben.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mit welchen Erwartungen hast du 1999 nach Abschluss der Ringier Journalistenschule bei der «Annabelle» angefangen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Ich war einfach sehr neugierig. Ich habe damals nicht an Karriere gedacht, sondern war fasziniert von der Arbeit als Reporterin. Ich wollte: Menschen treffen, herumreisen, möglichst viel erfahren, erzählen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In deinen zwanzig Jahren bei der «Annabelle» hast du diverse Stationen durchlaufen: sechs Jahre im Ressort Reportagen, sieben Jahre Lifestyle-Ressort, dann sechs Jahre als Chefredaktorin. Du hast Porträts über Designer, Politikerinnen oder Künstlerinnen geschrieben. Reportagen aus fernen Ländern mitgebracht, etwa über junge <a href="https://www.annabelle.ch/node/3660" target="_blank" rel="noopener">Businessleute in Senegal</a> oder ein afghanisches Frauenunternehmen. Was hat dich davon am meisten geprägt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Die Aufregung. Sie ist bis heute geblieben. Recherchieren und schreiben bedeutet Aufregung. Menschen treffen, zuhören, nachfragen. Da ist Nervenkitzel und Spannung, man kämpft aber auch mit Zweifeln: Habe ich im Interview die richtigen Fragen gestellt, habe ich genug Material? Man hört die Tonaufnahmen ab und fragt sich, wie sich daraus eine gute Geschichte erzählen lässt. Geprägt hat mich auch ständig zu reflektieren, nicht mit vorgefassten Meinungen auf Gesprächspartner zuzugehen. Bei manchen gelang mir das nicht. Im Nachhinein merkte ich dann etwa, an der Stelle hätte ich nochmals nachfragen sollen. Kritisch sein und nachhaken ist wichtig, auch wenn man sein Gegenüber nervt. Mann kann nicht erwarten, dass sich das Gegenüber einfach so öffnet.</p>
</div></p>
<p>(Denkt nach)</p>
<div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Über all diese Jahre war der Job für mich eine bezahlte Weiterbildung. Das ist ein riesiges Privileg. Vielleicht klingt es pathetisch, aber ich meine es so. In der schwierigen Zeit der letzten Wochen befragte mich mein Lebenspartner einmal spontan zu meiner Zeit bei der «Annabelle», wie in einem Interview: Zu den Anfängen, den bedeutenden Geschichten, was oder wer mich in welchen Phasen bewegte und prägte, was mir gelang und was nicht. In einem langen Gespräch liessen wir die zwanzig Jahre Revue passieren, das tat gut. Mir wurde bewusst, wie gross mein Wissensschatz durch die «Annabelle» ist. Die Begegnungen mit Menschen, mein Team, haben mich bereichert. Die letzten zwanzig Jahre waren eine Riesenchance, auch dass ich den Posten der Chefredaktion sechs Jahre lang übernehmen durfte. Ich hatte inhaltlich komplette Freiheit, und ich bin sehr stolz darauf, was wir daraus gemacht haben. Mein Leben wäre nicht das, was es ist, wäre ich nicht so lange bei diesem Titel gewesen. (Hat Tränen in den Augen.) Entschuldige, das kann man nicht abstellen.</p>
</div>
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Überhaupt kein Problem.</p>
</div>
<p>(Wir schweigen kurz.)</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Und was kommt denn nach dieser grossartigen Zeit bei der «Annabelle»?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Ich habe mir leider noch nicht genügend Zeit genommen, mich darum zu kümmern. Ich habe Ideen, Möglichkeiten, die ich aber noch nicht konkretisiert habe. Ich will das bald angehen.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Ich habe noch immer grosse Lust, Geschichten zu erzählen. Ich habe mit diesem diesem Beruf nicht abgeschlossen.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Bleibst du im Journalismus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Ich habe noch immer grosse Lust, Geschichten zu erzählen. Ich habe mit diesem diesem Beruf nicht abgeschlossen. Natürlich weiss auch ich, dass sich der Beruf, die Branche verändert hat. Ich will nicht überstürzt alles hinwerfen, will aber auch nicht verbissen an Vergangenem festhalten, vielmehr weiterhin neugierig sein. Insofern:Journalismus, grundsätzlich ja, aber ich kann mir auch vorstellen, auf anderen Kanälen Geschichten zu erzählen, Hauptsache ich kann welche erzählen, mit Menschen zusammenarbeiten, entdecken und bewegen, beides liebe ich und beides will ich weiterhin machen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Als Chefredaktorin bist du in den letzten Jahren wohl wenig zum Schreiben gekommen ausser dem Editorial. Hat dich das vom Beruf entfernt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>In meinen ersten Jahren bei der «Annabelle» konnte ich als Reporterin unzählige Geschichten realisieren, ich habe das Handwerk damals richtig ausgeschöpft, deshalb habe ich nicht das Gefühl, in den letzten sechs Jahren etwas verpasst zu haben. Auch habe ich es nicht vermisst, denn ich habe auch als Chefredaktorin weiterhin Geschichten erzählen können, einfach in einer anderen Form, konzeptueller. Ich habe mit dem Team im letzten Jahr zum 80-jährigen Bestehen von «Annabelle» das Projekt «Schweizer Macherinnen» umgesetzt. Bei solchen Projekten muss man sich überlegen, wie man die Geschichte im Titel einbettet, welche Handschrift sie dem Titel gibt. Die «Annabelle» gab es Jahrzehnte vor mir, und es wird sie nach mir geben, dennoch habe ich mit dem Team den Titel geprägt, das ist für mich auch eine Art Geschichten zu erzählen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die Mischung aus Reportagen und Lifestyle, sagtest du, macht die «Annabelle» einzigartig. Trifft das nicht auf alle Frauentitel zu?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Es gibt kaum Frauenzeitschriften in denen man eine Reportage über eine <a href="https://www.annabelle.ch/leben/politik-umwelt/gefangen-guantanamo-ber%C3%BCchtigtste-gef%C3%A4ngnis-welt-34092" target="_blank" rel="noopener">Gerichtszeichnerin in Guantánamo</a> lesen kann, die über Walfänger in Alaska berichten, oder die eine Spezialausgabe zum Thema Nacht machen; die Texte publizieren, die mit Preisen ausgezeichnet werden. Das sind keine Geschichten, die man von Frauenzeitschriften erwartet oder überhaupt noch oft in den Printmedien findet. Und diese gesellschaftspolitischen Beiträge sind uns genauso wichtig wie Lifestyle-Themen, Mode, Beauty, Kosmetik. Das schliesst sich nicht aus. In einem Frauentitel muss man sich nicht für das Eine oder Andere entscheiden. Ich musste in den Medien schon häufig erklären, ob Gesellschaftspolitik und Lifstyle-Themen zusammen gehen. Logisch geht das! Zu denken, dass Frauentitel nur für Wohlfühl-Themen und Lifestyle zuständig sind, ist überholt. Die Form von Hintergrundbeiträgen, wie wir sie haben, gibt es kaum in anderen Frauentiteln. Natürlich ist das nicht neutral, wenn ich das sage. Wir bekommen auch Komplimente aus unerwarteten Ecken. Etwa aus der Chefredaktion des SZ-Magazins, die in den Sozialen Medien einmal zu einem Cover der «Annabelle» geschrieben hat: «Das beste Frauenmagazin im deutschsprachigen Raum erscheint in der Schweiz.» Das machte mich sehr stolz, auch weil das Kompliment keines aus der Fan-Community ist, die «Annabelle» seit jeher von der Mutter oder Schwester oder Tochter kennt. Andere Frauentitel in Ehren, ich will nicht sagen, dass wir besser als die anderen sind. Wir sind einfach anders.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Ich hatte keinen Karriereplan. Ich machte meinen Beruf einfach sehr gerne.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Frauen müssen sich doppelt behaupten, um nach oben zu kommen, heisst es oft. Hast du bei einem Frauentitel, wo überwiegend Journalistinnen arbeiten, weniger Ellenbogen-Kämpfe erlebt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Ich habe keine geführt. Das mag kokett klingen, aber ich habe diese Position nicht anvisiert. Ich hatte keinen Karriereplan. Ich machte meinen Beruf einfach sehr gerne. Ich kam aber auch in einer Zeit in den Journalismus, als man sich noch langsam entwickeln konnte. Nachdem ich die Journalistenschule abgeschlossen hatte, war ziemlich klar, dass man einen Anstellung findet. Die Branche war nicht unter demselben Druck wie jetzt. Bei jungen Kolleginnen beobachte ich, wie sich die Voraussetzungen verändert haben, sie sind schwieriger geworden; die Kolleginnen sind ungeduldiger, wenn sich in wenigen Monaten in ihrer Karriere nichts bewegt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Dafür sind wir, ich zähle mich zu dieser Generation, frecher, trauen uns mehr zu, fordern mehr – wie mir ein Redaktor über 50 einmal beschied. Erlebst du die jungen Kolleginnen und Kollegen auch so?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Ja, dem stimme ich zu, obwohl ich mich mit Pauschalurteilen schwer tue. Und ich fühle mich auch alt, wenn ich über die Jungen urteile. Junge Kolleginnen erlebe ich tatsächlich als selbstbewusster als ich es damals war. Auch wollen sie einen guten Ausgleich zwischen Arbeiten und Leben, stehen nicht über Jahre loyal zu einem Unternehmen. Das Fordernde mag meine Generation überrumpeln, doch es zwingt uns auch, uns auf Forderungen einzulassen, Dinge zu hinterfragen und Stellung zu beziehen. Dass Frauen fordern, den Mund aufmachen, das wollten wir ja, jetzt muss man damit umgehen und sich darüber freuen. Ich finde es gut, dass jüngere Kolleginnen trotz Medienkrise fordernd sind.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Meine Mutter und meine Grossmutter haben mir Stärke und Durchsetzungsvermögen vorgelebt. Beide packten an und lehrten mich, dass es gar keine Frage ist, ob mir etwas wegen meiner Herkunft oder als Frau offensteht.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du bist in einer Familie mit starken Frauen aufgewachsen. Deine Mutter war alleinerziehend, deine Grossmutter Mitte fünfzig verwitwet. Was gaben dir diese Frauen für deine Laufbahn als Journalistin mit?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Beide waren wichtige Figuren für mich. Durch das Band gab es in meiner Familie starke Frauen. Weder meine Grossmutter noch meine Mutter oder Tanten waren aktiv in der Frauenbewegung. Zuhause lagen keine Bücher von Simone De Beauvoir herum oder es gab keine politische Debatten über Frauenfragen am Küchentisch. Sie haben mir aber Stärke und Durchsetzungsvermögen vorgelebt. Beide packten an und lehrten mich, dass es gar keine Frage ist, ob mir etwas wegen meiner Herkunft oder als Frau offensteht. Es war logisch, dass man alles machen kann, solange man sich dafür einsetzt. Diese Selbstverständlichkeit habe ich mitgenommen und sie hat mich in entscheidenden Momenten bestärkt; etwa als es darum ging, beruflich wichtige Aufgaben zu übernehmen, oder bei meiner Bewerbung um die Chefredaktion – das war ein langer Bewerbungsprozess mit einigen Mitstreiterinnen. Ich konnte für mich einstehen und sagen: Ja, ich will das, ich kann das. Genauso im Umgang mit einer von Männern dominierten Teppichetage.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Hat dich eine Figur im Journalismus besonders geprägt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Silvia Binggeli:</h4> <p>Margrit Sprecher habe ich früh bewundert, für ihre Schreibe, ihre spitze Feder. Ich lernte sie bei einem Besuch an der Journalistenschule kennen. Mich überraschte ihr bescheidenes, zurückhaltendes Wesen im Gespräch. Hat sie aber ihr Material zusammen, ist sie scharf in der Analyse, in der Schreibe, ohne Aggression, sondern entschlossen und klar. Das hat mich beeindruckt. Das wollte ich auch umsetzen. Es entspricht auch dem, was mir meine Mutter und Grossmutter vorlebten: Man geht offen an eine Sache heran, analysiert, entwickelt seine Haltung, die sehr kritisch sein kann – wie eine Journalistin oder ein Journalist eben.</p>
</div></p>
<p><small>Das Gespräch fand am 20. März in Zürich statt.</small></p>
<p><small>Bild: zVg/Tamedia</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/28/frustriert-sein-ueber-die-umstaende-und-darin-verharren-ist-nicht-mein-ding/">«Frustriert sein über die Umstände und darin verharren, ist nicht mein Ding»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Annabelle»: Der Anfang vom Ende</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/02/14/annabelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2019 11:52:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine abtretende Chefredaktorin und vierzehn Entlassungen – bei der renommierten Frauenzeitschrift «Annabelle» wird massiv gespart. Mit welchen Folgen?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine abtretende Chefredaktorin und vierzehn Entlassungen – bei der renommierten Frauenzeitschrift «Annabelle» wird massiv gespart. Mit welchen Folgen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/14/annabelle/">«Annabelle»: Der Anfang vom Ende</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Annabelle»-Chefredaktorin Binggeli: «Die Marke hat sich immer wieder neu erfunden»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/01/29/annabelle-chefredaktorin-binggeli-die-marke-hat-sich-immer-wieder-neu-erfunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jan 2019 08:53:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Dienstag hat Tamedia publik gemacht, dass bei der «Annabelle» eine Entlassungswelle ansteht. Die Noch-Chefredaktorin spricht im Interview über den Kündigungsprozess, die neue Ausrichtung der Zeitschrift und verrät, was sie sich von ihrer Nachfolge wünscht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/01/29/annabelle-chefredaktorin-binggeli-die-marke-hat-sich-immer-wieder-neu-erfunden/">«Annabelle»-Chefredaktorin Binggeli: «Die Marke hat sich immer wieder neu erfunden»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag hat Tamedia publik gemacht, dass bei der «Annabelle» eine Entlassungswelle ansteht. Die Noch-Chefredaktorin spricht im Interview über den Kündigungsprozess, die neue Ausrichtung der Zeitschrift und verrät, was sie sich von ihrer Nachfolge wünscht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/01/29/annabelle-chefredaktorin-binggeli-die-marke-hat-sich-immer-wieder-neu-erfunden/">«Annabelle»-Chefredaktorin Binggeli: «Die Marke hat sich immer wieder neu erfunden»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Tamedia spart bei Ausbildung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/09/12/tamedia-spart-bei-ausbildung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2013 14:03:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
		<category><![CDATA[Silvia Binggeli]]></category>
		<category><![CDATA[Sparmassnahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Volontariat]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Effizienz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Umsatz- und Effizienzsteigerungsprogramm von Tamedia hinterlässt erste Spuren. Das Frauenmagazin «Annabelle» kann ihren Volontärinnen die Diplomausbildung an der Journalistenschule MAZ nicht mehr bezahlen. Aus Kostengründen, wie es heisst. Die Ausschreibung für ein Volontariat bei der «Annabelle» liest sich wie eh und je: 18 Monate Ausbildung auf der Redaktion, daneben die Möglichkeit, «am MAZ, der <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/12/tamedia-spart-bei-ausbildung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Umsatz- und Effizienzsteigerungsprogramm von Tamedia hinterlässt erste Spuren. Das Frauenmagazin «Annabelle» kann ihren Volontärinnen die Diplomausbildung an der Journalistenschule MAZ nicht mehr bezahlen. Aus Kostengründen, wie es heisst.<br />
<span id="more-15849"></span><br />
Die <a href="https://docs.google.com/file/d/0B-Zv5IS6RhDqZzhOR19qclBKam8/edit" target="_blank">Ausschreibung für ein Volontariat</a> bei der «Annabelle» liest sich wie eh und je: 18 Monate Ausbildung auf der Redaktion, daneben die Möglichkeit, «am MAZ, der Schweizer Journalistenschule in Luzern, Einzelkurse zu besuchen oder allenfalls auch die <a href="http://kurse.maz.ch/de/journalismus/kurse.htm?egruppeid=48&amp;detailid=64352" target="_blank">Diplomausbildung Journalismus</a> zu absolvieren.» Besonders der letzte Punkt klingt verlockend, zumal der Lehrgang in Luzern mit 25&#8217;000 Franken nicht ganz billig ist.</p>
<p>Eigentlich kann sich diese Ausbildung nur leisten, wer sie von einer Redaktion bezahlt erhält. Das ist denn auch gängige Praxis, wie eine aktuelle Umfrage unter MAZ-Studierenden zeigt: Der überwiegende Teil braucht nicht das eigene Konto zu plündern oder Eltern und Freunde anzupumpen. Meist verpflichten sich die Auszubildenden als Gegenleistung für die Kostenübernahme, eine bestimmte Zeit auf der Ausbildungsredaktion weiterzuarbeiten. Eine fairer Handel, von dem beide Seiten profitieren und auf dem letztlich der Erfolg des in der Branche als beste Praxisausbildung geschätzten Diplomlehrgangs basiert.</p>
<p>Nun droht dieses Modell Risse zu kriegen. Ausgerechnet Tamedia stellt den bewährten Ausbildungsdeal infrage. Wer sich für das Volontariat bei der «Annabelle» interessiert und die Diplomausbildung absolvieren möchte, wie dies im Stelleninserat steht, erhält negativen Bescheid: «Aus Kostengründen kann am MAZ keine Ausbildung gemacht werden.» Wie alle anderen Tamedia-Titel ist auch die «Annabelle» angehalten, im Rahmen <a href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/tamedia-will-nochmals-34-millionen-sparen" target="_blank">eines aktuellen Sparprogramms</a> das Blatt auf Effizienz zu trimmen. Welche Summe das Magazin einsparen muss, gibt das Unternehmen nicht bekannt.</p>
<p>Auf schriftliche Nachfrage erklärt «Annabelle»-Chefredaktorin Silvia Binggeli, dass noch nichts beschlossen sei. «Noch stecken wir mitten in der Budgetplanung». Man habe einfach nichts versprechen wollen, das später allenfalls nicht mehr eingelöst werden könne. Binggeli weiter: «Wir sind aber überzeugt, dass wir der künftigen Volontärin oder dem Volontär eine fundierte Ausbildung in der Redaktion mitgeben können.» Einzelne Kurse am MAZ lägen schon noch drin. Mehr aber offenbar nicht. Von der Diplomausbildung ist keine Rede mehr. 25&#8217;000 Franken sind eine beträchtliche Summe für eine Redaktion, die unter finanziellem Druck steht. Da ist die Verlockung gross, mit einem Strich dem Sparziel einen grossen Schritt näher zu rücken.</p>
<p>Auch wenn man bei Tamedia <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/swissmediaforum-pietro-supino-rechtfertigt-renditeziel-von-15-prozent-306653#.UjHIU2RJXok" target="_blank">nicht müde wird</a> <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Qualitaet-unserer-Presse/story/28385132" target="_blank">zu betonen</a>, dass die <a href="http://blog.dasmagazin.ch/2013/03/15/aus-dem-aktuellen-heft-3/?goslide=0" target="_blank">Qualität der Medien</a> unter dem Spar- und Effizienzdruck nicht leide, sondern – im Gegenteil – gar noch verbessert werden könne, zeigt das aktuelle Beispiel das Gegenteil: Weniger Mittel bedeuten einen Qualitätsabbau; im vorliegenden Fall zwar ohne direkte Auswirkung auf die Publizistik. Aber fehlende Investitionen in die Qualität der Arbeitskraft zahlen sich später irgendwann negativ aus. Das zu messen ist freilich schwierig bis unmöglich. Und darum ist es auch so einfach, heute eine Ausbildung zu streichen.</p>
<p>Derweil betont Tamedia, dass es sich bei der Sparmassnahme von «Annabelle» um einen Einzelfall handle und das Verhältnis zum MAZ «ungebrochen gut» sei. Man werde weiterhin eng mit der Journalistenschule zusammenarbeiten und im kommenden Jahr beispielsweise erneut den Recherchetag unterstützen. Das sollte eigentliche eine Selbstverständlichkeit sein. Schliesslich hat Tamedia die hausinterne Aus- und Weiterbildung schon länger aufgegeben und <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/article9260F-1.295892" target="_blank">ans MAZ ausgelagert</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/12/tamedia-spart-bei-ausbildung/">Tamedia spart bei Ausbildung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chefredaktorin trägt Verbot mit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/06/chefredaktorin-traegt-verbot-mit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Mar 2013 13:21:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lisa Feldmann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zeitschrift Annabelle darf sich nicht mehr aktiv in die Politik einmischen. Chefredaktorin Lisa Feldmann trägt das von Tamedia-Verleger Pietro Supino auferlegte Verbot aktiv mit. Sie sieht darin keinen Verrat an ihren bisherigen politisch-publizistischen Idealen. Unter der Leitung von Lisa Feldmann mischte sich die Annabelle immer wieder aktiv in die Politik ein. Nicht nur mit <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/06/chefredaktorin-traegt-verbot-mit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift Annabelle darf sich nicht mehr aktiv in die Politik einmischen. Chefredaktorin Lisa Feldmann trägt das von Tamedia-Verleger Pietro Supino auferlegte Verbot aktiv mit. Sie sieht darin keinen Verrat an ihren bisherigen politisch-publizistischen Idealen.</p>
<p><span id="more-12999"></span></p>
<p>Unter der Leitung von Lisa Feldmann mischte sich die Annabelle immer wieder aktiv in die Politik ein. Nicht nur mit Artikeln, auch mit Aktionen. Zahlreiche Forderungen brachte die Redaktion mit Mitteln aufs Tapet, die über den Journalismus hinausgingen. Am besten in Erinnerung bleibt die Petition <a href="http://www.annabelle.ch/gesellschaft/politik/schusswaffen-von-der-annabelle-petition-bis-zur-volksinitiative-13721" target="_blank">«Keine Schusswaffen zu Hause»</a>, die in eine Volksinitiative mündete, die dann an der Urne <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Volksinitiative_%C2%ABF%C3%BCr_den_Schutz_vor_Waffengewalt%C2%BB" target="_blank">keine Mehrheit fand</a>.</p>
<p>Für den Verlag war das politische Engagement der Frauanzeitschrift lange Zeit kein Problem. So sagte Chefredaktorin Lisa Feldmann <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/wir-scheinen-ein-wespennest-gestochen-zu-haben-267004#.UTc86OtYRrR" target="_blank">im August 2006</a>: «Wir mussten niemanden um Erlaubnis bitten. Die Annabelle hat in den beinahe 70 Jahren ihres Bestehens traditionell immer wieder den Mund aufgemacht, wenn es etwas zu sagen gab.» Das ist nun Geschichte. Als die Annabelle im letzten Jahr ein weiteres Mal den Mund aufmachte und nach <a href="http://www.annabelle.ch/tags/frauenquote" target="_blank">Frauenquoten in den Führungsetagen</a> rief, sollte dies die letzte Kampagne dieser Art gewesen sein. Für die Frauenzeitschrift und auch für alle anderen Tamedia-Titel, gilt künftig ein Kampagnenverbot. Und Annabelle-Chefredaktorin Feldmann trägt diesen Entscheid aktiv mit.</p>
<p><a href="http://www.annabelle.ch/leben/karriere/eigener-sache-28060" target="_blank">In einer Hausmitteilung</a> hält sie gemeinsam mit Tamedia-Verleger Pietro Supino fest: «Kampagnen welcher Art auch immer hingegen passen nicht zu diesem klassischen Verständnis von Journalismus bei Tamedia. Denn es geht im Journalismus nicht darum, eigene politische Vorstellungen zu verfolgen und die Meinung des Publikums zu steuern, sondern das Ziel der redaktionellen Arbeit ist Information und Orientierung, damit die Leserinnen und Leser sich ihre eigene Meinung bilden können.»</p>
<p>Einen Verrat an ihrem bisherigen Engagement sieht Feldmann mit der Unterstützung des Kampagnenverbots nicht. So stehe sie bis heute zur Schusswaffen-Petition. «Aber ich respektiere die Entscheidung unseres Verlegers.» Überhaupt hält sie diese Kampagnen für überbewertet. Sie sei «schon ein wenig beleidigt» wenn ihre Zeit als Chefredaktorin der Annabelle auf die paar wenigen Aktionen reduziert würden. Ausserdem dürfe man dieses Verbot nicht überbewerten: «So richtig an die Substanz der Annabelle geht das nicht», schreibt Feldmann auf Anfrage der MEDIENWOCHE.</p>
<p>Gemäss <a href="http://webpaper.nzz.ch/2013/02/24/schweiz/K4N57/politverbot-fuer-annabelle?guest_pass=110dd13ffe:K4N57:94eb219adef56dea12174cddbfac38ef8376205b" target="_blank">Darstellung der NZZ am Sonntag</a> war es die letztjährige Annabelle-Kampagne für eine Frauenquote, die dem Tamedia-Verleger Anlass bot, seinen Medien Mässigung im politischen Auftritt aufzuerlegen. «Herr Supino hat unser Engagement für die Frauenquote nicht gerne gesehen», zitierte die NZZ am Sonntag Lisa Feldmann. Am liebsten hätte er die Kampagne, die in der Ausgabe von letzten Oktober erschien, ganz abgesagt. Daraufhin gab es offenbar eine Aussprache zwischen Feldmann und Supino. Mit dem Ergebnis, dass Feldmann nun die Position des Verlegers unterstützt und sie auch gegen aussen vertritt.</p>
<p>Im Artikel der NZZ am Sonntag wurde zudem die Kündigung Feldmanns als Annabelle-Chefredaktorin per Ende August dieses Jahres als Folge dieser Vorgänge dargestellt. Feldmann verneint einen Zusammenhang und nennt das attraktive Angebot, die Leitung der deutschsprachigen Ausgabe des <a href="http://www.kleinreport.ch/people/annabelle-chefredaktorin-lisa-feldmann-wechselt-zu-interview-73434.html" target="_blank">Magazins «Interview»</a> zu übernehmen, als Grund für ihren Abgang.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/06/chefredaktorin-traegt-verbot-mit/">Chefredaktorin trägt Verbot mit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Bloggerinnen@Annabelle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/08/05/bloggerinnenannabelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 05:23:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Annabelle]]></category>
		<category><![CDATA[Helene Aecherli]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Monti]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Näher am Thema dranbleiben und schreiben können, so viel man will: Ein Blog bietet Freiheiten, die es im Redaktionsalltag nicht gibt. Das wissen und geniessen auch Helene Aecherli und Martina Monti. Die beiden «Annabelle»-Redaktorinnen bloggen für das Frauenmagazin, Monti über den Alltag in einem Tierheim, Aecherli über die alltäglichen Sorgen mit dem lieben Sex. Was <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/05/bloggerinnenannabelle/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/05/bloggerinnenannabelle/">Bloggerinnen@Annabelle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Näher am Thema dranbleiben und schreiben können, so viel man will: Ein Blog bietet Freiheiten, die es im Redaktionsalltag nicht gibt. Das wissen und geniessen auch Helene Aecherli und Martina Monti. Die beiden «Annabelle»-Redaktorinnen bloggen für das Frauenmagazin, Monti <a href="http://hunde.annabelle.ch/">über den Alltag in einem Tierheim</a>, Aecherli <a href="http://blogs.annabelle.ch/sex-and-sensibility/">über die alltäglichen Sorgen mit dem lieben Sex</a>. Was sie antreibt, was sie umtreibt. Ein Besuch bei den beiden Bloggerinnen.<br />
<span id="more-28901"></span><br />
Ich treffe die beiden «Annabelle»-Bloggerinnen im Tamedia-Gebäude an der Werdstrasse, wir setzen uns an den Küchentisch in der Redaktion. Als sie im April (Aecherli) respektive vor zwei Jahren (Monti) mit dem Bloggen anfingen, war das für beide Neuland. Und auch wenn sie bis heute andere Blogs kaum wahrnehmen und, verständlich, nur wenig Lust auf Diskussionen haben, was denn nun ein Blog ist und was nicht, entdecken sie nach und nach den Charme des Bloggens. «Es ist ein unglaubliches schnelles und direktes Medium», sagt Helene Aecherli.</p>
<p>Der offizielle Aufwand beträgt rund ein Fünftel der Arbeitszeit, doch sie mussten beide merken, dass engagiertes Bloggen weit mehr Zeit beansprucht. Aecherli: «Ich habe herausgefunden, dass ich für Blogeinträge gleich lange brauche wie für meine Artikel sonst.» Nachteile haben die Blogs auch: «Man wird wird schnell mal auf das Expertentum reduziert. Die Leute wenden sich wegen Tier- und Datingproblemen an uns.» Die aktuellen Werbepartner der Blogs sind übrigens durchaus passend. Zum einen ein Online-Shop für Tierfutter, zum anderen eine Casual-Dating-Website. Wer hungrig geworden ist, kann mehr haben.</p>
<p>Ein Blick auf die beiden Blogs:</p>
<h3>Tierisch@Pfötli</h3>
<p>Die stellvertretende Chefredaktorin Martina Monti berichtet über den Alltag im <a href="http://www.tierrettungsdienst.ch/h/tierheim_pfOetli_8.php">Tierheim Pfötli</a> in der Gemeinde Winkel beim Zürcher Flughafen, wo sie seit vielen Jahren einen Tag in der Woche als Betreuerin arbeitet. Seit sie bloggt, geht sie anders ins Tierheim: «Es ist so etwas zwischen Lust und Verpflichtung. Ich sehe in Ereignissen plötzlich ein Thema.»</p>
<p>Es schlägt sich nieder in wöchentlich mehreren, manchmal sehr ausführlichen Beiträgen. Sie schreibt über <a href="http://hunde.annabelle.ch/bei-chungels-krabbelts/">frische Minimalstzwergkaninchen</a>, was passiert, <a href="http://hunde.annabelle.ch/burn-out-bei-den-maschinen-und-hackerangriff-auf-den-thunfisch/">wenn die Waschmaschine ausfällt</a> und <a href="http://hunde.annabelle.ch/evy-ist-jetzt-probehalber-urnerin/">wie sie zum Übernamen «Würstli-Frau» kam</a>. Besonders dramatisch bzw. unterhaltsam ist <a href="http://hunde.annabelle.ch/meise-trifft-murphy/">dieser Transport einer verletzten Meise</a>:</p>
<blockquote><p>Wird Vögeln eigentlich vom Autofahren schlecht? Atmete der hier überhaupt noch? Ich hielt den Karton ans Ohr. Nichts zu hören – ausser einem Kratzen von Krallen und Federn, die über Pappe schrappen: ich hatte die Schachtel voll schräg ans Ohr gehalten und meinen Patienten ans andere Ende der Box gekegelt.</p></blockquote>
<p>Ein guter Einstieg in das Blog ist <a href="http://hunde.annabelle.ch/der-t-d-o-t-impressionen-glucksmomente-highlights-und-zum-schluss-ein-wenig-himmelblau/">der mit Bildern und Videos begleitete Tag der offenen Tür</a> des Heims Ende Juni.</p>
<h3>Sex &#038; Sensibility</h3>
<p>«Bist Du jetzt die neue Martha?» werde sie öfters mal gefragt. Nein, natürlich nicht. Aber sie hat manchmal den Eindruck, dass Männer, die wissen, dass und was sie bloggt, sich ihr anders nähern. Es kommen auch einfach Leute auf sie zu und erzählen ihr ihre Liebesgeschichten. Das sei aber mehr ein Sich-Ausschütten, weniger die Lust auf den Ruhm, im Blog vorzukommen. Die Leute hätten, was Dating betrifft, ein grosses Mitteilungsbedürfnis.</p>
<p>In den Beiträgen geht es um die vielfältige Welt der persönlichen Empfindung: Zum Beispiel um <a href="http://blogs.annabelle.ch/sex-and-sensibility/das-geheimnis-des-funkens/">5 Situationen, in denen der Funke übersprang</a>. Um <a href="http://blogs.annabelle.ch/sex-and-sensibility/friedhof-der-kuscheltiere/">die Anziehungskraft von Männern mit Kuscheltieren</a>. Oder sie erzählt, <a href="http://blogs.annabelle.ch/sex-and-sensibility/%E2%80%9Edereinst-im-mai%E2%80%9C-oder-was-bisher-geschah/">wie sie es schaffte, dass ein Mann Angst vor ihr kriegte</a> (mit Messerwerfen).</p>
<p>Das kommentieren nicht nur Catherine und debi, sondern auch Uwe, gugi, janosch und Letten-Bär. Männer als Leser eines Blogs auf dem Portal einer Frauenzeitschrift? «Wir haben, auch bei der Zeitschrift, recht viele männliche Leser», sagt Helene Aecherli. Ärger machen die aber keinen: «Bisher gab es wenige problematische Kommentare, es war alles recht höflich.»</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Neben dem <a href="http://reisen.annabelle.ch/">Reiseblog von Stefanie Rigutto</a> sind die beiden vorgestellten Blogs die lesenswertesten im <a href="http://www.annabelle.ch/community">Annabelle-Blogangebot</a>.</p>
<p>Weshalb die Annabelle-Blogstrategie funktionieren könnte?</p>
<ul>
<li>weil sie offenbar langfristig ausgerichtet ist</li>
<li>weil den Autorinnen die volle Verantwortung überlassen wird</li>
<li>weil es den Autorinnen erlaubt ist, sich um ein Thema zu kümmern, das sie begeistert</li>
<li>weil die Autorinnen dabei sich selbst bleiben dürfen</li>
</ul>
<p>Andere Redaktionen dürfen sich durchaus vom Gezeigten inspirieren lassen.</p>
<p>Für einen dauerhaften Erfolg braucht es wohl noch ein paar Leser mehr. Dazu müsste man aber weniger abgeschottet vor sich hin schreiben, sondern auch mal auf andere Blogs verlinken, überhaupt mit anderen aus diesem Internet kommunizieren, sei es per Kommentar in anderen Blogs oder in Sozialen Netzwerken. Es sollte etwas nachdenklich stimmen, dass mich, täglicher Konsument von Schweizer Blogs, ausgerechnet eine Pressemitteilung! auf die neuen Blogs aufmerksam machte. Ein neues, gutes Blog, das sich ordentlich vernetzt, braucht sowas nicht.</p>
<p><small>Das Gespräch fand am 6. Juni 2011 in Zürich statt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/05/bloggerinnenannabelle/">Bloggerinnen@Annabelle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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