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Frankreich

Die neue Lust an der Zeitung in Frankreich

Gute Nachrichten aus der Grande Nation: Die grossen Tageszeitungen, wie «Le Monde» oder «Le Figaro», haben in der digitalen Medienwelt Fuss gefasst und sind auch geschäftlich gut unterwegs – ganz im Gegensatz etwa zu Wochenmagazinen, die sich mit dem Erfolg schwerer tun. Der Grund für das Aufblühen der Zeitung sieht Jürg Altwegg, Frankreich-Korrespondent der FAZ, in der «beschleunigten Digitalisierung». Grosse Teile der zahlenden Leserschaft nutzen nur noch das digitale Angebot. «Le Monde» schreibt sogar wieder schwarze zahlen und kann die Redaktion ausbauen.

Wegen Erdoğan-Cover: Schlagzeilenaushang unter Polizeischutz

Die aktuelle Titelgeschichte des französischen Nachrichtenmagazins «Le Point» erzürnt einen Teil der türkischen Gemeinde Frankreichs. Auf dem Cover prangt das Antlitz von Recep Tayyip Erdoğan unter der Schlagzeile «Der Diktator». In einem Vorort von Avignon zwangen Erdoğan-Sympathisanten einen Kioskmitarbeiter den Aushang zu entfernen. Auf Geheiss des lokalen Bürgermeisters sorgten Polizeikräfte dafür, dass die Werbung für das Heft wieder an seinen Platz kam.

Frankreich: Kritik an Gesetz gegen Fake News

Bis Ende Jahr will der französische Präsident Emmanuel Macron ein Gesetz gegen Fake News in Kraft setzen. Richter sollen mit Sonderkompetenzen ausgestattet werden, um bestimmte Inhalte schnell zu löschen oder blockieren. Des weiteren solle das Gesetz Transparenz über die Finanzierungsquellen von Medien schaffen und so Beeinflussungsversuche aus dem Ausland unterbinden. Ein Passus der sich deutlich und direkt gegen die – jüngst ausgebauten – russischen Medienaktivitäten in Frankreich richtet. Kritiker sehen ein Problem darin, dass nicht klar ist, was in diesem Kontext als Fake News gilt und wer das bestimmt. Viele französische Medien stellen sich – gerade mit Blick auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Deutschland – auf den Standpunkt, dass nicht Regulierung das richtige Mittel gegen Fake News sei, sondern mehr Medienkompetenz.

Von «Je suis Charlie» ist wenig geblieben

Vor drei Jahren haben mutmasslich islamistische Attentäter elf Mitarbeitende der Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» ermordet. Von der nachfolgenden Solidaritäts- und Spendenwelle spürt die Redaktion in Paris nicht mehr viel. «Je suis Charlie» wurde längst von anderen Instant-Bekanntnissen im Netz abgelöst. Das viele Geld ist zwar noch da, brachte aber mehr Zwietracht als eine (Über)lebensperspektive für «Charlie Hebdo». Jürg Altwegg beschreibt in der FAZ das inzwischen triste Dasein der unter Personenschutz arbeitenden Journalistinnen und Journalisten. «Die Spontaneität ist aus unserem Leben verschwunden», sagt Redaktor Fabrice Nicolino: «Es ist ein Leben wie in einer Konservendose.»

Radikale Umbaupläne für Frankreichs Service public

Das französische Kulturministerium plant offenbar die verschiedenen öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanbieter des Landes unter ein gemeinsames Holdingdach zu stellen. Ziel sei es, den audio-visuellen Sektor effizienter zu gestalten. Ein Arbeitspapier mit entsprechenden Plänen ist in den letzten Tagen an die Medien durchgesickert. Gewerkschaften kritisieren die bisherige Geheimhaltung des Vorhabens, das schon im kommenden Jahr umgesetzt Weiterlesen …

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Pressefreiheit in Frankreich: Journalistin von «Le Temps» während Recherche verhört

Die Journalistin Caroline Christinaz der Westschweizer Zeitung «Le Temps» recherchierte in den südlichen französischen Alpen zu neuen Fluchtrouten als die Polizei sie zusammen mit zwei anderen Journalisten und vier Flüchtlingen festhielt. In der Folge wurde Christinaz während zwei Stunden verhört, zu ihren Recherchen, aber auch zu den persönlichen Verhältnissen befragt. Ausserdem wurde sie gezwungen, ihr Weiterlesen …

In Frankreichs Klick-Klitschen

Die Monatszeitung «Le Monde Diplomatique» bietet einen Einblick in die Redaktionsarbeit von Klick-getriebenen Online-Portalen wie BuzzFeed, Melty oder Konbini in Frankreich. So viel vorweg: Mit unabhängigem Journalismus hat das alles nichts zu tun. Vielmehr bieten die Plattformen ihren Kunden ein ideales Werbeumfeld, indem sie die Namen der Marken und ihre Botschaften gezielt in die Artikel Weiterlesen …