Thema mit 27 Beiträgen

Frankreich

Was Facebook mit den «Gelbwesten»-Unruhen in Frankreich zu tun hat

Die Proteste der so genannten Gelbwesten in Frankreich erreichten am Wochenende einen neuen, gewaltsamen Höhepunkt mit über 130 Verletzten in Paris. Der französische Medienwissenschaftler Frederic Filloux analysiert in seinem Blog «Monday Note», wie Facebook die gewaltsamen Ausschreitungen befördert. Facebook sei die «gefährlichste Waffen gegen Demokratie, die jemals erfunden wurde», so Filloux.

Wer besitzt wen à la française?

Im längst eingestellten Fachmagazin Media Trend Journal lag einmal im Jahr ein Poster bei, das die Besitzverhältnisse der Schweizer Medien grafisch darstellte. Diese äusserst verdienstvolle Visualisierung hat seither niemand weitergeführt. Anders in Frankreich. Seit 2016 publiziert Le Monde Diplomatique eine regelmässig aktualisierte Grafik zu den Besitzverhältnissen der französischen Medien.

Frankreichs Öffentlich-Rechtliche vor einem Big Bang

Fernsehkanäle schliessen, Online-Plattformen gründen: Die öffentlich-rechtlichen Sender Frankreichs stehen vor einem Grossumbau. Wie Jürg Altwegg in der FAZ berichtet, geht es dabei nicht in erster Linie ums Sparen, sondern um eine Weiterentwicklung des Angebots an die Erfordernisse der Zeit. Nicht zuletzt soll auch der Einfuss der «mehr als fünfzigjährigen weissen Männer» beschnitten werden. Zu lange hätten sie den Ton angegeben, finden die für die Medien zuständige Kulturministerin und die Senderchefin von France Télévisons. Das alles sehe nach einem Big Bang aus und erscheine «zum Teil als durchaus sinnvoll», urteilt Altwegg. «Die öffentlichen Sender leiden an einer exzessiven Hierarchisierung und Bürokratisierung, die der Produktivität hinderlich sind und enorm viel kosten.»

Die neue Lust an der Zeitung in Frankreich

Gute Nachrichten aus der Grande Nation: Die grossen Tageszeitungen, wie «Le Monde» oder «Le Figaro», haben in der digitalen Medienwelt Fuss gefasst und sind auch geschäftlich gut unterwegs – ganz im Gegensatz etwa zu Wochenmagazinen, die sich mit dem Erfolg schwerer tun. Der Grund für das Aufblühen der Zeitung sieht Jürg Altwegg, Frankreich-Korrespondent der FAZ, in der «beschleunigten Digitalisierung». Grosse Teile der zahlenden Leserschaft nutzen nur noch das digitale Angebot. «Le Monde» schreibt sogar wieder schwarze zahlen und kann die Redaktion ausbauen.

Ad Content

Wegen Erdoğan-Cover: Schlagzeilenaushang unter Polizeischutz

Die aktuelle Titelgeschichte des französischen Nachrichtenmagazins «Le Point» erzürnt einen Teil der türkischen Gemeinde Frankreichs. Auf dem Cover prangt das Antlitz von Recep Tayyip Erdoğan unter der Schlagzeile «Der Diktator». In einem Vorort von Avignon zwangen Erdoğan-Sympathisanten einen Kioskmitarbeiter den Aushang zu entfernen. Auf Geheiss des lokalen Bürgermeisters sorgten Polizeikräfte dafür, dass die Werbung für das Heft wieder an seinen Platz kam.

Frankreich: Kritik an Gesetz gegen Fake News

Bis Ende Jahr will der französische Präsident Emmanuel Macron ein Gesetz gegen Fake News in Kraft setzen. Richter sollen mit Sonderkompetenzen ausgestattet werden, um bestimmte Inhalte schnell zu löschen oder blockieren. Des weiteren solle das Gesetz Transparenz über die Finanzierungsquellen von Medien schaffen und so Beeinflussungsversuche aus dem Ausland unterbinden. Ein Passus der sich deutlich und direkt gegen die – jüngst ausgebauten – russischen Medienaktivitäten in Frankreich richtet. Kritiker sehen ein Problem darin, dass nicht klar ist, was in diesem Kontext als Fake News gilt und wer das bestimmt. Viele französische Medien stellen sich – gerade mit Blick auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Deutschland – auf den Standpunkt, dass nicht Regulierung das richtige Mittel gegen Fake News sei, sondern mehr Medienkompetenz.