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	<title>Martin Kall | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 04 Jul 2017 09:33:32 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Baustellen und Brennpunkte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 15:57:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die alten Baustellen sind die neuen Baustellen. Wobei auch 2013 mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen sein wird. Ganz ohne prophetische Gabe lassen sich für das laufende Jahre bereits etliche Brennpunkte benennen, wo sich die Schweizer Medien – je nach Standpunkt – vorwärts oder rückwärts bewegen werden. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt. Medienabgabe: <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/03/baustellen-und-brennpunkte-der-schweizer-medien-2013/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die alten Baustellen sind die neuen Baustellen. Wobei auch 2013 mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen sein wird. Ganz ohne prophetische Gabe lassen sich für das laufende Jahre bereits etliche Brennpunkte benennen, wo sich die Schweizer Medien – je nach Standpunkt –  vorwärts oder rückwärts bewegen werden. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt.<br />
<span id="more-31150"></span></p>
<ol>
<li><a href="#SRG">Medienabgabe: Ist Service public systemrelevant?</a></li>
<li><a href="#presse">Presseförderung: weiterhin 50 Millionen aus der Giesskanne</a>?</li>
<li><a href="#leser">Erlösstruktur: Weniger Werbung, mehr Geld vom Leser</a></li>
<li><a href="#mobil">Mobile Werbung: Prinzip Hoffnung</a></li>
<li><a href="#LSR">Urheberrecht: Verleger auf dem Holzweg</a></li>
<li><a href="#GAV">Sozialpartnerschaft: Medien ohne Gesamtarbeitsvertrag</a></li>
<li><a href="#NZZ">NZZ-Paywall: Stunde der Wahrheit</a></li>
<li><a href="#tagi">Tages-Anzeiger: Umbau führt zu Abbau</a></li>
<li><a href="#baz">Blochers BaZ: Die nackte Zeitung naht</a></li>
<li><a href="#azm">AZ Medien: ohne CEO, mit Regionalfernsehen</a></li>
</ol>
<p><a name="SRG"></a><strong>Medienabgabe: Ist Service public systemrelevant?</strong><br />
Deutschland hat den <a href="http://www.rundfunkbeitrag.de/" target="_blank">Systemwechsel</a> mit der Jahreswende vollzogen. In der Schweiz werden erst in diesem Jahr die <a href="http://www.bakom.admin.ch/empfangsgebuehren/03812/03817/index.html?lang=de" target="_blank">Grundlagen dafür geschaffen</a>: Eine allgemeine Medienabgabe soll die bisherige Radio- und Fernsehgebühr ablösen. Was auf den ersten Blick als technischer Vorgang und sinnvolle Modernisierung in einem veränderten Medienumfeld erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein Vorhaben mit viel weitreichenderen Konsequenzen, als dies in der bisherigen Diskussion thematisiert wurde. Die neue Medienabgabe fungiere als <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/10/400-franken-fuer-die-demokratie/" target="_self">Beitrag der Bürger für die Demokratie</a>, lautet die Begründung in Deutschland und der Schweiz. Im erläuternden Bericht zur geplanten Gesetzesrevision steht dazu: «Die direkte Demokratie in der Schweiz ist heute auf Radio und Fernsehen angewiesen und wäre ohne diese Medien kaum mehr funktionsfähig.» Wegen dieser ausserordentlichen Leistung für das Gemeinwesen müssten künftig alle Haushalte und Unternehmen für Radio- und Fernsehen bezahlen und nicht mehr nur jene, die über eine Empfangsmöglichkeit verfügen. Damit wird nichts weniger als die Systemrelevanz von SRG und gebührenfinanzierten Lokalsendern gesetzlich festgeschrieben. Ein so weitreichender Bedeutungswandel des öffentlichen Rundfunks bedarf einer soliden Legitimierung. Im bisher bekannten Drehbuch ist keine Volksabstimmung über den Systemwechsel von der Empfangsgebühr zur Medienabgabe vorgesehen. Das kann die Politik noch ändern. Vielleicht sogar schon in diesem Jahr.</p>
<p><a name="presse"></a><strong>Presseförderung: weiterhin 50 Millionen aus der Giesskanne?</strong><br />
50 Millionen Franken sind ein schönes Weihnachtsgeschenk. Über den grossen Batzen der <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/04073/04075/index.html?lang=de" target="_blank">Presseförderung</a> durften sich unlängst 1222 Schweizer Publikationen freuen. Vom Geldsegen in Form vergünstigter Posttarife profitieren Lokal- und Regionalzeitungen sowie Mitteilungsorgane von Verbänden und Vereinen. Die Liste der geförderten Titel reicht vom Allschwiler Wochenblatt bis zum Zorzi Turner. Doch was genau wird damit gefördert? Das weiss niemand so richtig. «Es fehlen klare Ziele in der Presseförderung», hält denn auch ein <a href="https://docs.google.com/viewer?a=v&amp;q=cache:R16ceMMtjaYJ:www.bakom.admin.ch/dokumentation/gesetzgebung/00909/03627/index.html%3Flang%3Dde%26download%3DNHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeoB,fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--+&amp;hl=de&amp;gl=ch&amp;pid=bl&amp;srcid=ADGEESj3GiOkBVxgh11fQBFmk-u9wlirhr__OB-88029w9zvBfrtDDbdtf4N5Vzi5__z3Af3eaF_ZPinzFkvAFYWBlt5DML91CY0B_RfYToNfDc-RuhPbDN8LnadKgSnqoigBKz8DZAU&amp;sig=AHIEtbRib3QCNLBffO7tsyvpEPIBP7zfIw" target="_blank">Bericht zur Evaluation</a> des aktuellen Fördermodells unmissverständlich fest. Wie es weitergeht, steht in diesem Jahr zur Diskussion. Zum einen hat das Parlament den Bundesrat beauftragt, ein Förderkonzept «zur Stärkung der staats- und demokratiepolitischen Bedeutung der Medien» zu erarbeiten. Zum anderen haben SP und Grüne das Thema Medienförderung mit je<a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/ergaenzungenzumheft/220632a1130977801.html" target="_blank"> eigenen Modellen</a> <a href="http://www.20min.ch/schweiz/news/story/30096312" target="_blank">aufs Tapet gebracht</a>, mit denen sie in diesem Jahr die Diskussion ankurbeln wollen.</p>
<p><a name="leser"></a><strong>Erlösstruktur Print: Weniger Werbung, mehr Geld vom Leser</strong><br />
In verdienstvoller Kleinarbeit hat der Medienjournalist Markus Knöpfli für die Werbewoche bei schweizerischen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen nachgefragt, zu welchem Preis sie ihre Produkte 2013 verkaufen. Der Trend ist klar: Es geht rauf mit den Preisen. Den grössten Sprung mutet Finanz &amp; Wirtschaft ihren Lesern zu. Mit 382 Franken kostet das Börsenblatt 50 Franken mehr als im vergangenen Jahr. Bei den Tageszeitungen hält die NZZ an ihrer Hochpreisstrategie fest. Neu verlangt die Zürcher Zeitung für das Jahresabonnement 628 Franken. Der Grund für die teils massiven Sprünge ist klar: Die wegbrechenden kommerziellen Erlöse sollen Mehreinnahmen aus dem Lesermarkt kompensieren. Galt in der Vergangenheit die Faustregel 70/30, wonach eine Zeitung zu 70 Prozent durch Werbung und zu 30 von den Lesern finanziert wird, streben Verlage heute ein Verhältnis von 50/50 an.</p>
<p><a name="mobil"></a><strong>Mobile Werbung: Prinzip Hoffnung</strong><br />
Die Werbung geht dorthin, wo die Menschen sind. Also auf Smartphones und Tablets. Wirklich? Wenn die Gleichung so einfach wäre, hätten viele Verlage ein Problem weniger. Zwar lesen immer mehr Leute Nachrichten auf mobilen Geräten. Das heisst aber noch lange nicht, dass ihnen auch die Werbung dorthin gefolgt wäre. Der Erfolg im Lesermarkt steht noch in starkem Kontrast zu einer bescheidenen kommerziellen Ausbeute aus dem Mobilgeschäft. Es ist davon auszugehen, dass dieses Missverhältnis auch 2013 bestehen bleibt. Denn einfache Lösungen für Werbung auf dem kleinen Smartphonebildschirm gibt es keine. Das wissen auch erfahrene Medienmanager. Martin Kall, bis Ende Jahr CEO von Tamedia, rät zu Mut und Experimenten. Das klingt nicht gerade nach einem klaren Plan.</p>
<p><a name="LSR"></a><strong>Urheberrecht: Verleger auf dem Holzweg</strong><br />
Nach dem Vorbild ihrer deutschen Kollegen fordern nun auch Schweizer Verleger ein Leistungsschutzrecht. Der Verband Schweizer Medien hat diese Position <a href="http://schweizermedien.ch/fileadmin/schweizermedien/publikationen/medienmitteilungen/121207_MM_Leistungsschutzrecht.pdf" target="_blank">Anfang Dezember bekräftigt</a>. Im Kern geht es den Verlegern um eine <a href="http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/hassobjekt-google-1.17866884" target="_blank">«Lex Google»</a>. Suchmaschinen und andere News-Aggregatoren sollen zum Zahlen gezwungen werden, wenn sie Verlagsinhalte – auch nur auszugsweise – weiterverwenden. Abgesehen davon, dass die Forderung die Rolle von Suchmaschinen als wichtiger Traffic-Lieferant für die Medien ignoriert, wäre das neue Nebenrecht in der Systematik der schweizerischen Gesetzgebung ein Fremdkörper. Sowohl der Bundesrat als auch unabhängige Urheberrechtler halten die Forderung der Verleger für unbegründet und unnötig. Gegenwärtig versuchen die Verleger, ihr Anliegen in der <a href="http://www.ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/dokumentation/mi/2012/2012-08-09.html" target="_blank">Arbeitsgruppe Agur12</a> von Justizministerin Simonetta Sommaruga einzubringen. Bis Ende 2013 soll dieses Fachgremium «Möglichkeiten zur Anpassung des Urheberrechts an die technische Entwicklung» aufzeigen. Dass sich die Verleger bereits heute eines schweren Stands mit ihrer Forderung nach einem Leistungsschutzrecht bewusst sind, zeigt ein partielles Umschwenken weg vom Urheberrecht hin zum Wettbewerbsrecht. Laut Verbandspräsident Hanspeter Lebrument prüften die Verleger eine <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=237542" target="_blank">Klage gegen Google</a> wegen Verletzung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Das könnte tatsächlich der erfolgversprechendere Weg sein. Das findet auch der <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/12/angriff-auf-grundrechte-der-kommunikation/" target="_self">Urheberrechtsspezialist Willi Egloff</a>, selbst ein erklärter Gegner des Leistungsschutzrechts. «Wenn die Verlage der Meinung sind, dass die von ihnen vermittelten Inhalte in unlauterer Weise verwendet werden», schreibt Egloff, «so ist es ihr gutes Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Unsere Rechtsordnung kennt entsprechende Rechtsbehelfe, insbesondere im Gesetz über den unlauteren Wettbewerb.»</p>
<p><a name="GAV"></a><strong>Sozialpartnerschaft: Medien ohne Gesamtarbeitsvertrag</strong><br />
Nachdem Journalisten in der Deutschschweiz bereits seit acht Jahren ihr Anstellungsverhältnis ohne Gesamtarbeitsvertrag GAV regeln müssen, sind nun auch die anderen beiden noch gültigen Medien-GAV hinfällig geworden. Im Dezember <a href="http://www.syndicom.ch/de/newsaktivitaeten/news/news-detailansicht/news/viscom-bricht-gav-verhandlungen-ab-und-geht-definitiv-auf-konfrontationskurs.html" target="_blank">scheiterten die Verhandlungen</a> zwischen Druckpersonal und dem Arbeitgeberverband Viscom und in der Westschweiz haben die Verleger den Vertrag mit dem Journalistenverband impressum <a href="http://www.werbewoche.ch/impressum-westschweizer-verleger-weigern-sich-kuendigungen-zu-ueberdenken" target="_blank">aufgelöst</a>. Damit gibt es 2013 erstmals seit Langem keine verbindliche sozialpartnerschaftliche Regelungen mehr in der Medienbranche. Und das dürfte wohl auch so bleiben. Dass diese Prognose nicht allzu gewagt ist, zeigen die erfolglosen Bemühungen der Gewerkschaften um eine Wiederaufnahme von GAV-Verhandlungen mit den Verlegern in der Deutschschweiz. Wobei das auch etwas über das Selbstverständnis vieler Medienschaffenden aussagt. Im Ernstfall sind sie Einzelkämpfer und Egoisten, weil sie sich davon einen grösseren Vorteil erhoffen als von kollektiver Organisierung. Das wissen auch die Verleger und können sich daher die Gewerkschaften locker vom Leibe halten.</p>
<p><a name="NZZ"></a><strong>NZZ-Paywall: Stunde der Wahrheit</strong><br />
Gespannt wartet die Branche auf erste aussagekräftige Zahlen zur Paywall der NZZ. Bis jetzt war stets nur Summarisches zum gesamten Digitalgeschäft zu erfahren; und das läuft ganz gut. Schon vor Einführung der Paywall im letzten Oktober hatte die Neue Zürcher Zeitung 11&#8217;000 Digitalabos verkauft. In welchem Mass die Paywall einen zusätzlichen Kaufanreiz schafft, lässt sich heute nur schwer beurteilen. Sie ist nur einer von vielen Wegen, um den Gratisleser im Netz zum zahlenden Digitalkunden zu machen. Viele sehen die Paywall gar nie. Zwanzig Artikel pro Monat gibt es gratis, bevor sich die Bezahlschranke senkt. Für einen Gelegenheitsleser ist das eine beträchtliche Menge. Je nach Nutzungsverhalten gibt es noch viel mehr, da mit Social Media verlinkte NZZ-Artikel frei zugänglich bleiben. Und wenn dann die Paywall einmal auftaucht, ist man vor die Wahl gestellt, bis Monatsende auf weitere NZZ-Artikel zu verzichten oder 45 Franken zu zahlen für ein zehnwöchiges Probeabo, ein Jahresabo kostet 452 Franken. Gemessen am gebotenen Inhalt sind das gerechtfertigte Preise. Nur: Wenn es um die Ecke das Gleiche gratis gibt, senkt das die Zahlungsbereitschaft. So bietet die neue iPhone-App der NZZ weitgehend den gleichen Umfang wie die Website, und das kostenlos – vorübergehend zumindest. Solche Ungleichzeitigkeiten und Inkohärenzen lassen sich mit den von der NZZ gewählten Weg kaum vermeiden. Da bleibt nur der <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/05/wir-zaehlen-auf-ehrliche-leser/" target="_self">Appell an die Ehrlichkeit der Kundschaft</a>. Peter Hogenkamp, Digitalchef der NZZ, sagt es so: «Wir zählen darauf, dass es genügend aufrechte und ehrliche NZZ-Leser gibt, denen es zu doof ist, dauernd mit ihrem Browser rumzubasteln, um die Paywall auszuhebeln, und die deshalb bereit sind, ein Digitalabo zu zahlen.» Indes handelt auch ehrlich (aber nicht unbedingt aufrecht), wer gewollte Lücken im Digitalangebot nutzt, um kostenlos Artikel lesen zu können. Wie sich die Paywall bewährt, zeigen nur konkrete Zahlen. Bald wissen wir mehr.</p>
<p><a name="tagi"></a><strong>Tages-Anzeiger: Umbau führt zu Abbau</strong><br />
Die Wunderformel des modernen Medienmanagements hat noch lange nicht ausgedient: aus weniger mach mehr. Das ging vor zehn Jahren, das geht heute. Egal wie eine Redaktion verfasst ist, Sparvorgaben werden immer erfüllt. Und selbstverständlich liefern die Journalisten nach einem Stellenabbau ein noch besseres Produkt als zuvor. Nun ist der Tages-Anzeiger wieder an der Reihe mit Sparen. Nach der Massenentlassung vor vier Jahren mit dem Verlust von 50 Stellen stehen diesmal 14 Stellen auf der Streichliste.<br />
Der Abbau ist eine direkte Folge des Umbaus: Die beiden Redaktionen von Tages-Anzeiger und tagesanzeiger.ch <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Res-Strehle-uebernimmt-Gesamtleitung-der-konvergenten-TagesAnzeigerRedaktion/story/26200826" target="_blank">werden zusammengelegt</a>. Dabei, so die Ansicht des Managements, könnten Überkapazitäten entstehen. «Es könnte ja auch sein, dass wir mit der Zusammenführung von zwei Redaktionen nachher zu viele Ressourcen haben.» Ueli Eckstein, Zeitungschef von Tamedia, <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/31/wenn-wir-das-wuessten/" target="_self">der das sagte</a>, nannte auch konkret, wie und wo gespart wird: Funktionen, die es heute sowohl bei der Zeitungs-, als auch der Online-Redaktion gibt, werden zusammengelegt. Während die Zahl der zu streichenden Stellen feststeht, scheint sonst noch sehr wenig klar zu sein. Das führt zu Missstimmung. Die Tagi-Belegschaft fühlt sich mit ihren Anliegen nicht ernst genommen. Sie erwartet von Chefredaktion und Verlag Antworten auf grundsätzliche Fragen: Was für eine Zeitung wird künftig produziert werden? Wie lautet die genaue publizistische Strategie?<br />
Nach den Turbulenzen vor vier Jahren konnte der Tages-Anzeiger dank einer klugen publizistischen Strategie und einer klaren Rollenteilung zwischen Print und Online vorübergehend in ruhigere Gewässer steuern. Gut möglich, dass das auch nach der gegenwärtigen Unruhe gelingt. Mit den Reibungsverlusten, die das gestörte Klima zwischen Personal und Führung bereits heute produziert, sind die Startbedingungen für einen konvergenten Tagi sicher nicht optimal.</p>
<p><a name="baz"></a><strong>Blochers BaZ: Die nackte Zeitung naht</strong><br />
Christoph Blocher kommt seinem Ziel immer näher. Wenn auch noch die Druckerei abgewickelt oder verkauft ist, dann hat er seine BaZ bald als jene «nackte Zeitung», die er sich gewünscht hat. «Das Ziel ist eine &#8218;Basler Zeitung nackt&#8216;, nur mit Redaktion und unabhängigem Verlag», sagte Blocher <a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/31237700" target="_blank">Ende Oktober der «Sonntagszeitung»</a>. Behilflich bei der Umsetzung ist die Zürcher Tamedia, die mit der Basler Zeitung seit Jahren mehrfach geschäftlich verhandelt ist. Deshalb gilt es auch als wahrscheinlich, dass die Basler Zeitung künftig von Tamedia gedruckt wird. Martin Kall, bis Ende 2012 CEO von Tamedia, <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/" target="_self">sagte dazu vieldeutig</a>: «Wir hoffen natürlich, dass wir der leistungsfähige Partner sind. Das war immer unsere Stärke in der Zusammenarbeit mit den Baslern, deshalb hat sich diese Zusammenarbeit unter verschiedensten Eigentümern über Jahre gehalten. Das hat uns wahrscheinlich unterschieden von allen anderen, die immer nur das Ziel hatten, alles besitzen zu wollen.» Die Kooperation rechnet sich für beide Seiten. Tamedia setzt sich nicht weiter dem Vorwurf des Monopolgebarens aus, sondern kann sich im Gegenteil dafür rühmen, die Unabhängigkeit einer Regionalzeitungen wahren zu helfen. Für die BaZ und ihre Eigentümer bietet Tamedia jene Dienstleistungen, die man aus Kostengründen nicht mehr selber erbringen kann und will. 2013 wird die Achse Zürich-Basel weiter gestärkt, wobei sich Tamedia den Vorwurf gefallen lassen muss, als Erfüllungsgehilfe von Blochers Zeitungsprojekt zu agieren.</p>
<p><a name="azm"></a><strong>AZ Medien: ohne CEO, mit Regionalfernsehen</strong><br />
Dass er irgendwann gehen würde, stand nie in Zweifel. Wer mit 39 Jahren eine Stelle als CEO antritt, bleibt selten bis zum Pensionsalter. Doch der Zeitpunkt von Christoph Bauers Abgang als CEO der AZ Medien hat weitherum überrascht – zumal Bauer s<a href="http://www.klartext.ch/?p=9883" target="_blank">elbst von mindestens fünf Jahren sprach</a>, die er im Aargau bleiben wolle; weniger sei verantwortungslos. Geblieben ist er drei. Auch wenn Bauer und die AZ Medien den kurzfristig angekündigten Abgang per Ende Jahr als <a href="http://azmedien.ch/news/2012/2012-12-20_christoph_bauer_verlaesst_az_medien.php" target="_blank">normalen Vorgang zu verkaufen</a> versuchten, kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass der CEO ein Unternehmen mitten im Umbruch verlässt. Die Expansion mit den Zeitungen nach Basel, die Konvergenz von Print und Online, der Zukauf von TeleZüri und TeleBärn sind alles andere als verdaut. 2013 wird für die AZ Medien ein Jahr der Konsolidierung. Von den beiden neuen Regionalsendern erhofft man sich Synergieeffekte mit dem hauseigenen Tele M1. Das Potenzial dürfte sich indes in Grenzen halten. «Eine Cashcow wird das Regionalfernsehen nicht», sagte Christoph Bauer als er noch CEO der AZ Medien war. Auch die beiden anderen Baustellen, der Ausbau der digitalen Plattformen und die Arrondierung der Zeitungsgeschäfts unter der neuen Dachmarke Nordwestschweiz, sind zwei harte Brocken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/03/baustellen-und-brennpunkte-der-schweizer-medien-2013/">Baustellen und Brennpunkte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Es gibt keine Alternative»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Dec 2012 08:51:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[CEO]]></category>
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		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Per Ende Jahr tritt Martin Kall als CEO von Tamedia zurück. Nach zehn Jahren an der Spitze der Unternehmensleitung wechselt er in den Verwaltungsrat des Zürcher Medienunternehmens. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE blickt Kall zurück auf die Entwicklung Tamedias von einem «bedeutenden KMU» zum gesamtschweizerischen Medienhaus, die er mit Akquisitionen und Kooperationen massgeblich vorangetrieben hat. <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/">«Es gibt keine Alternative»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Per Ende Jahr tritt Martin Kall als CEO von Tamedia zurück. Nach zehn Jahren an der Spitze der Unternehmensleitung wechselt er in den Verwaltungsrat des Zürcher Medienunternehmens. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE blickt Kall zurück auf die Entwicklung Tamedias von einem «bedeutenden KMU» zum gesamtschweizerischen Medienhaus, die er mit Akquisitionen und Kooperationen massgeblich vorangetrieben hat. Für die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre, die Kommerzialisierung der mobilen Mediennutzung, kennt Kall kein Rezept. Er weiss nur, dass daran kein Weg vorbeiführt.<br />
<span id="more-30572"></span><br />
<strong>MEDIENWOCHE: Derzeit wird wieder einmal heftig und teils aufgeregt über die Zukunft der Zeitung und der Medien überhaupt debattiert. Gibt es irgendetwas, was dazu noch nicht gesagt wurde?</strong><br />
Martin Kall: Was mir auffällt, ist ein viel zu grosser Pessimismus in der Branche. Dabei wäre doch eigentlich Optimismus nötig. Gerade wenn man einmal zurückliegt in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Ausserdem sollte man nicht von Einzelfällen, wie nun der Einstellung der Financial Times Deutschland oder der Insolvenz der Frankfurter Rundschau, aufs Ganze schliessen.</p>
<p><strong>Wie erklären Sie sich diese notorisch pessimistische Haltung in weiten Kreisen der Branche?</strong><br />
Wir leben davon, dass wir viele Menschen beschäftigen, die sehr sensibel auf Veränderungen reagieren, die Themen aufspüren, bevor sie überhaupt allgemein wahrgenommen werden. Das gehört zum Journalismus, wie auch ein ausgeprägtes Interesse an Dingen, die schlecht laufen. Ich bin aber überzeugt, dass das Thema Zeitungskrise in ein paar Wochen wieder vom Tisch ist.</p>
<p><strong>Was die Branche wohl noch eine Weile beschäftigen wird, ist die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Würden Sie sich für ein solches Gesetz ins Zeug legen?</strong><br />
Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass es viel grundlegendere Themen gibt im Bereich unserer zukünftigen digitalen Geschäftsmodelle als neue Gesetze. Überall, wo wir versuchen, den Staat zu Hilfe zu rufen, ist meine Erfahrung gewesen, dass es im Endeffekt erhebliche Nachteile mit sich bringt. Das Verhältnis zu Google müsste viel mehr unter dem Blickwinkel des Wettbewerbsrechts betrachtet werden und weniger des Urheberrechts. Missbraucht Google seine dominante Marktposition?</p>
<p><strong>Welches Verhältnis hat Tamedia zu Google?</strong><br />
Natürlich ist uns auch bewusst, dass Google eine Dienstleistung erbringt, die Menschen in aller Welt als unersetzlich anschauen. Aber gleichzeitig spüren wir gerade im Werbemarkt den enormen Druck, der für digitale Geschäftsmodelle von Google ausgeht. Das macht uns in Teilen auch grosse Sorgen.</p>
<p><strong>Wenn Sie Google des Monopols bezichtigen, so könnte man das in gewisser Weise ja auch von Tamedia behaupten mit seiner dominanten Stellung in der Schweiz.</strong><br />
Das lässt sich so natürlich nicht vergleichen. Wir haben uns sehr frühzeitig gefragt, was liegt im Interesse dieses Medienmarktes Schweiz. Die Wettbewerbskommission hat in all den Jahren, in denen ich hier war, in jedem einzelnen Fall das Dossier sehr genau geprüft. In einem Fall, als sich Espace Media an 20 Minuten beteiligen wollte, hat sie uns das untersagt. Wir sind dann bis zum Bundesgericht und haben dort mit einer einzigen Auflage die Genehmigung erhalten. Das Wettbewerbsrecht ist aber nur die eine Seite. In einem Land, das so dezentral ist und kulturell vielfältig, wie die Schweiz ist, wird derjenige, der stark ist, besonders genau beobachtet. Und das ist für uns mindestens genauso wichtig.</p>
<p><strong>Vor zehn Jahren haben Sie Tamedia als «bedeutendes KMU» beschrieben. Heute stehen sie einem Konzern vor. Was ist vom KMU geblieben?</strong><br />
Es geht um den Spirit. Wenn das Unternehmen so gross ist, dass es sich in einem Teilbereich von seinen Märkten, von seinen Mitarbeitenden entfernt, an Schnelligkeit verliert – das assoziiere ich mit dem Begriff Konzern. Das wollen wir vermeiden. Eine Riesenstärke von Tamedia ist die Familie, die das Unternehmen mehrheitlich besitzt. Ein Eigentümer, der tagtäglich selber im Unternehmen ist, unser Verwaltungsratspräsident Pietro Supino. Dadurch können wir schnell entscheiden.</p>
<p><strong>Ihr Vorgänger, Michel Favre, bezeichnete seine Amtsdauer als «eine Zeit, in der sich Tamedia grundlegend verändert hat». Von Ihren zehn Jahren kann man das erst recht sagen.</strong><br />
Ganz wichtige Dinge haben sich auch in meinen zehn Jahren nicht verändert. Denn wir bauen ja auch auf die Stärken unserer DNA.</p>
<p><strong>Was macht Tamedia im Kern aus?</strong><br />
Das ist zum Beispiel die Verankerung im politischen Journalismus mit traditionsreichen Medien, «24 Heures» hat in diesem Jahr den 250. Geburtstag gefeiert. Aus diesen Hauptmedien haben sich viele andere Aktivitäten entwickelt. Die Überzeugung, dass wir in diesem politischen System eine wichtige Rolle und Funktion wahrnehmen, zählt auch zu unserer DNA. Wie auch die Überzeugung, dass wir als privates Unternehmen diese Dienstleistung aus eigener Kraft und nicht mit Hilfe des Staates erbringen. Daran hat sich überhaupt nichts geändert in all den Jahren. Eine Veränderung, die ohne Rücksicht auf die Tradition erfolgt, ist immer gefährlich und sollten wir möglichst meiden.</p>
<p><strong>Sie sagten schon vor längerer Zeit, die Zeitungsbranche in der Schweiz sei keine Wachstumsbranche – um kurz darauf mit Espace Media und Edipresse zwei grosse Zeitungshäuser zu kaufen.</strong><br />
Auf den ersten Blick mag das als Widerspruch erscheinen. Auf den zweiten hoffentlich nicht. Schon Anfang der 1990er Jahre war klar, dass der Zeitungsmarkt nicht mehr wachsen wird. In einem solchen Markt gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder den Markt verlassen oder die eigene Marktposition stärken, um dem Druck zu begegnen, der in einem rückläufigen oder stagnierenden Umfeld automatisch entsteht. Das Zweite war unsere Antwort.</p>
<p><strong>Ist die Investition ins Zeitungsgeschäft nicht einfach die Akkumulation eines Klumpenrisikos?</strong><br />
Eine Strategie, mit der man Schwerpunkte setzt, führt automatisch zur Frage: Neigen wir vielleicht zu stark in eine Richtung? Aber ich glaube, Tamedia ist auf die strukturellen Veränderungen in diesem Markt gut vorbereitet. Die Hauptherausforderung in den nächsten Jahren wird das digitale Geschäft sein. Wird es uns gelingen, neben der Pflege des Printmediengeschäfts hier einen Bereich zu entwickeln, der substanziell zur Zukunft und Gesundheit von Tamedia beiträgt?</p>
<p><strong>Beim digitalen Geschäft hofft nun die Zeitungsbranche auf den Erfolg von Bezahlmodellen mittels Paywall. Weshalb erst jetzt?</strong><br />
Wir haben zwischen 2005 und 2011 erheblich in unsere kostenlosen Online-Angebote von Newsnet und 20min.ch investiert und jedes Jahr unsere durchaus ambitionierten Businesspläne übertroffen. Wir hatten sogar zweistellige Umsatzrenditen im Online-Bereich. Dann kam der durchschlagende Erfolg der Smartphones. Die Zahl der Desktop-Nutzer stagniert oder ist sogar leicht rückläufig und die mobilen Nutzer fangen an, die Desktop-Nutzer zu überholen. Mittelfristig heisst das, dass wir für die bezahlten Zeitungen digital eine zweite Erlösquelle finden müssen. Und die Paywall ist jetzt unser Weg dorthin.</p>
<p><strong>Aber «20 Minuten Online» bleibt gratis?</strong><br />
Ja, bei einem reichweitenstarken Medium wie «20 Minuten» besteht eine gute Chance, auch langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Bei den anderen Newsportalen steht der Erfolg beim Publikum im Kontrast zur kommerziellen Entwicklung.</p>
<p><strong>Woher soll das Geld kommen?</strong><br />
Das ist die entscheidende Frage. Wir haben noch kein funktionierendes Modell gefunden. Aber wir sind zuversichtlich. Beim Desktop haben wir auch lange von vielen in der Branche gehört, dass die Umsätze nicht kommen. Nun haben wir sie und erst noch in einem äusserst erfreulichen Rahmen. Mit Online-Anzeigen erreichen wir heute vergleichbare Umsätze wie mit Zeitungsinseraten. Bei der mobilen Nutzung sind wir aber noch um den Faktor zehn schlechter. Wir müssen nun eine gewisse Geduld aufbringen und den Werbekunden dieses Medium erklären.</p>
<p><strong>Sie erlebten in Ihrer Zeit an der Spitze von Tamedia fette Jahre und auch magere. 2003 war ganz schwach. Stimmt das Gerücht, dass sie nach dem schwachen Ergebnis auf den Lohn verzichtet hatten?</strong><br />
(lacht) Nicht auf den Lohn, so weit bin ich nicht gegangen. Der Verwaltungsrat und ich haben uns damals bewusst gesagt, wir müssen einen Beitrag leisten und haben unser Grundgehalt um zehn Prozent reduziert. Wir hätten diese Reduktion auch verlängert, wenn wir nicht schon 2004 wieder ein anständiges Ergebnis erzielt hätten.</p>
<p><strong>Sind Sie eine sparsame Person?</strong><br />
Das bin ich auf jeden Fall. Nicht dass ich mir das asketisch auferlegen müsste. Ich habe einfach mehr Freude daran, ein Buch zu lesen oder mit Freunden zusammen zu sein, Sport zu treiben, als einkaufen zu gehen. Wenn ich auf Geschäftsreisen bin, versuche ich sparsamer zu sein, als wenn ich privat unterwegs bin. Das sind wir als Angestellte auch denjenigen schuldig, für die wir arbeiten und mit deren Geld wir umgehen. In einer Branche, die so unter Druck steht wie die unsere, steht eine gewisse Sparsamkeit allen gut an. Das bewundere ich an der Schweiz, dass viele Führungskräfte in allen Bereichen der Gesellschaften, ja sogar Bundesräte äusserst bescheiden auftreten. Das ist nicht nur wirtschaftlich eine vernünftige, sondern auch eine sympathische Haltung.</p>
<p><strong>Sie sind ja nicht nur als Privatperson für Sparsamkeit bekannt, sondern auch als Tamedia-Chef. Gerade im redaktionellen Bereich haben sie einige Male im grossen Stil Stellen abgebaut.</strong><br />
Das ist eindeutig so, wir haben viele schmerzliche Schritte machen müssen, und zwar nicht nur in den Redaktionen, sondern viel stärker in Verlagen und Druckereien. Wir haben uns auch von Aktivitäten getrennt und dafür gute Lösungen gefunden. Zum Beispiel mit den neuen Eigentümern für unsere Radio- und Fernsehsender, die wir verkauft haben.</p>
<p><strong>Vielen Medienschaffenden in schlechter Erinnerung ist die Entlassung von 52 Journalisten beim Tages-Anzeiger im Mai 2009.</strong><br />
Für eine stolze Redaktion war das natürlich ein erheblicher Einschnitt. Und den durchzusetzen in einer solchen Institution ist immer sehr schwierig. Wir, auch ich hätten das zudem kommunikativ besser unterstützen können.</p>
<p><strong>Was viele Journalisten nicht verstehen, sind die hohen Renditeerwartungen in einem Geschäft, das eigentlich in erster Linie der Öffentlichkeit verpflichtet sein sollte.</strong><br />
Um unabhängig zu bleiben und nicht in die Fänge des Staats oder von Unternehmen mit anderen als publizistischen Interessen zu geraten, braucht es zuerst die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Die verlangt dann halt, dass man am Ende solche Entscheidungen trifft. Das ist manchmal notwendig, muss aber auf eine anständige Art erfolgen, beispielsweise mit einem Sozialplan. Aber was ich auch sagen muss: Tamedia hat heute immer noch die personell am besten dotierten Redaktionen der Schweizer Medien. Ich könnte das in jeder Kategorie belegen.</p>
<p><strong>Stossend ist doch vor allem, dass ein kerngesundes Unternehmen, das zweistellige Umsatzrenditen ausweist, massenweise Journalisten entlässt.</strong><br />
Das ist kein Widerspruch. Denn auch jemand der gesund ist, geht zur Vorsorge und handelt auch, bevor es zu spät ist.</p>
<p><strong>Es gibt aber kein Naturgesetz, das besagt eine zweistellige Profitmarge zu erzielen.</strong><br />
Wenn Sie Zweidrittel ihres Umsatzes auf dem Werbemarkt erwirtschaften und wenn es ein konjunktursensibles Geschäft ist, dann sind sie in einer Krise ganz schnell bei null. Man braucht ein gewisses Sicherheitspolster.</p>
<p><strong>Spielt die weitverzweigte Eigentümerfamilie eine Rolle als Profittreiber?</strong><br />
In keiner Weise. Auch andere Medienunternehmen, mit denen wir uns vergleichen, etwas Schibsted oder Axel Springer, erbringen diese Leistung. Das ist absolut notwendig.</p>
<p><strong>Im Mai 2011 kündigten sie an, in den nächsten zwei Jahren 200 neue Stellen schaffen zu wollen in den digitalen Medien, ein Grossteil davon in den Redaktionen. Dieses Ziel haben sie kürzlich nach unten korrigiert. Weshalb?</strong><br />
Wir haben die Investitionen wie geplant vorgenommen, aber weitere Ausbauschritte unterlassen, weil die Umsätze der News-Sites zu stagnieren begannen, obwohl unsere Nutzerzahlen weiter explosionsartig angestiegen sind. Bei den Display-Anzeigen ist es sogar so, dass die Umsätze genau so rückläufig sind wie bei der Print-Werbung. Wir sind hier mitten in einer Digitalrevolution. Wir erleben eine wiederholte Veränderung des Marktes. Eine hohe Agilität und die Bereitschaft zu sagen, jetzt ändern wir etwas, ist dabei wichtig.</p>
<p><strong>Das heisst aber auch: Wenn die Mobile-Werbung nicht anzieht, wird es wiederum zu schmerzhaften Einschnitten kommen.</strong><br />
Wichtig ist nun, dass wir uns bewusst werden, welche Veränderungen vor sich gehen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass unsere starken Medienmarken, die für Nachrichtenkompetenz und Hintergrund stehen, ein Leben im Digitalen haben. Wir spüren ja, dass die Nutzer das wollen! Es gibt keine Alternative dazu. Wir müssen einfach den Mut haben, zu experimentieren.</p>
<p><strong>Bei Tamedia scheint mir die Experimentierfreude aber nicht besonders ausgeprägt zu sein.</strong><br />
Wir überlegen uns die Dinge sehr, sehr genau, aber wir haben in den letzten Jahren sehr mutig investiert in Dinge, an die kein Mensch geglaubt hatte. Ob dies nun die Pendlerzeitung ist oder eine Investition in Doodle. Unser Mut war erheblich, aber auch die Bereitschaft zu sagen, das ist jetzt anders gelaufen und nicht so gut, wie wir uns das gedacht haben, das machen wir falsch. Dann korrigieren wir es.</p>
<p><strong>Übernehmen ist immer noch einfacher als selber erfinden. Wann ist die Basler Zeitung an der Reihe, wo ja mit Rolf Bollmann ein CEO an der Spitze steht, der immer noch für seinen alten Arbeitgeber Tamedia tätig ist?</strong><br />
Wir haben nie ein Interesse daran gehabt, die Basler Mediengruppe zu übernehmen und sie hat uns auch kein Kaufangebot unterbreitet. Seit drei, vier Jahren arbeiten wir ganz bewusst mit anderen Medienunternehmen zusammen, mit dem Ziel, dass sie selbständig bleiben. Ein Beispiel ist Basel, ein anderes das Bieler Tagblatt. Für das Bieler Tagblatt drucken wir die Zeitung und arbeiten auch redaktionell und bei den Stelleninseraten zusammen. Wir haben die Freiburger Nachrichten gestärkt, indem wir ihnen den Murtenbieter und den Anzeiger von Kerzers gegeben haben. Wir sind am Zürcher Oberländer beteiligt mit 37 Prozent. Wir hätten ein Leichtes tun und versuchen können, alle Aktien zu kaufen. Wir haben das ganz bewusst nicht getan.</p>
<p><strong>Mit welcher Strategie geht Tamedia in die Zukunft?</strong><br />
Die Medienlandschaft kann nur vielfältig bleiben, wenn man in Teilbereichen, die für das einzelne Unternehmen nicht von existenzieller Bedeutung sind, klug zusammenarbeitet. Viele mittelgrosse Schweizer Medienunternehmen machen den fatalen Fehler, immer noch Industriekapazitäten im Druck aufrechtzuerhalten. Diese Unternehmen sollten in ihre redaktionelle Kompetenz investieren, in die Werbevermarktung und das Lesermarketing. Alles andere sollten sie demjenigen Partner übertragen, der ihnen die beste Dienstleistung anbietet. Wenn die Basler Mediengruppe das beherzigt, hat sie eine langfristige Perspektive.</p>
<p><strong>Daraus höre ich: Der Druckauftrag der BaZ ist so gut wie bei Tamedia und die Druckerei in Basel kann abgewickelt oder veräussert werden.</strong><br />
Da müssen wir zuerst einmal sehen, was die Eigentümer mit der Druckerei machen wollen. Wir hoffen natürlich, dass wir der leistungsfähige Partner sind. Das war immer unsere Stärke in der Zusammenarbeit mit den Baslern, deshalb hat sich diese Zusammenarbeit unter verschiedensten Eigentümern über Jahre gehalten. Das hat uns wahrscheinlich unterschieden von allen anderen, die immer nur das Ziel hatten, alles besitzen zu wollen.</p>
<p><strong>Ein wichtiges Geschäftsfeld, bei dem Tamedia gleichsam zum Erfolg verdammt ist, ist der Stellenmarkt mit jobs.ch. Tamedia hat dafür zusammen mit Ringier 400 Millionen Franken ausgegeben. Ärgert es Sie, dass jobs.ch vor ein paar Jahren für einen Bruchteil des heutigen Kaufpreises erhältlich gewesen wäre?</strong><br />
Wir wurden damals gefragt und hätten die Möglichkeit gehabt, zu kaufen. Aber wir hatten keinerlei positive Erfahrung mit Online-Märkten. Ausserdem waren wir mit der Akquisition von Espace Media beschäftigt. Und schliesslich sollte man nicht mit Dingen hadern, die hinter einem liegen, sondern daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen. Wir haben einmal unterschätzt, welches Potenzial jobs.ch hat. Beim zweiten Mal ergreifen wir deshalb die Möglichkeit.</p>
<p><strong>Sie bleiben der Tamedia als Verwaltungsrat erhalten. Droht ihnen da nicht langweilig zu werden nach einer so langen Zeit mit operativer Verantwortung?</strong><br />
Die Befürchtung gibt&#8217;s schon auch. Vor allem bei meiner Frau, die sich fragt: Was macht der nun mit all seiner Zeit und Energie. Ich versuche sie zu beruhigen. Wir werden dann sehen, ob mir das wirklich fehlt. Ich überlege auch, mich an ein, zwei Unternehmen selbst zu beteiligen, um auch die Freude am selber machen zu erleben.</p>
<p><strong>Was war eigentlich der Grund dafür, dass sie sich vor eineinhalb Jahren entschieden hatten, als CEO aufzuhören?</strong><br />
Ich kann ehrlich gesagt nicht begründen weshalb. Irgendwie habe ich mir das immer so vorgestellt, dass ich mit 50 aufhöre zu arbeiten, jetzt bin ich 51. Ausserdem kann man nicht als Führungsperson von seinen Mitarbeitern Flexibilität fordern und dann selbst ewig an seinem Stuhl kleben.</p>
<p><strong>Für Ihren Nachfolger, Christoph Tonini, wird es nicht ganz einfach, wenn sein Vorgänger im Verwaltungsrat sitzt und gewissermassen einer seiner Vorgesetzten ist. Haben Sie das Verhältnis zu ihm geklärt?</strong><br />
Ich habe sowohl den Verwaltungsrat als auch den Verleger wie auch meinen Nachfolger mehrmals gefragt, ob sie es wirklich für einen Gewinn halten, wenn ich in den Verwaltungsrat wechsle. Bisher gab es immer ein eindeutiges Votum, dass sie mich weiterhin an Bord haben wollen. Wenn es aber nicht funktioniert, werde ich das sofort korrigieren.</p>
<p><strong>Als Aussenstehender könnte man den Eindruck gewinnen, dass Sie in den zehn Jahren an der Spitze von Tamedia praktisch alles erreicht haben, was sie erreichen wollten. Welches war ihre grösste Niederlage?</strong><br />
Die Frage erinnert mich an diese schrecklichen Fernsehsendungen, wer ist der grösste Schweizer, wer ist der Sportler des Jahres. Ich habe mir angewöhnt, auf diese Frage nicht mehr zu antworten. Denn es wäre unnatürlich zu glauben, dass es für Niederlagen so etwas wie ein Ranking gibt.</p>
<p><strong>Es gibt aber bestimmt Momente, an die sie sich weniger gerne zurückerinnern.</strong><br />
Am schwersten waren für mich die Momente, in denen wir erhebliche Restrukturierungen durchführen mussten. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir den Zeitschriftenbereich halbierten und sehe noch die Gesichter der Mitarbeiter vor mir. Auch Tele Züri gehört dazu. Ich war viel mit Markus Gilli und Andreas Meili unterwegs, um für den Sender zu kämpfen. Wenn dann Regierungsräte und Stadträte Tele Top den Vorzug gaben, ohne dass sie den Sender je geschaut hatten, wie mir dies ein Politiker sagte, dann empfinde ich das für diejenigen als eine Ohrfeige, die sich über Jahre in einem schwierigen Geschäft gegen eine übermächtige Konkurrenz aus dem In- und Ausland erfolgreich gewehrt haben.</p>
<p><strong>Aber im Nachhinein hat es sich als Glücksfall herausgestellt, dass Tele Züri ohne Konzession senden kann.</strong><br />
Das stimmt. Aber das zeigt, wie wir das Beste aus einer Situation machen und immer nach vorn schauen. Es ärgert mich aber als jemand, der in diesem Land wohnt, dass ein demokratischer Prozess zu einem so absurden Ergebnis führen konnte.</p>
<p><strong>Das Geschäftsgebaren von Tamedia wäre durchaus geeignet, sich rundum Feinde zu schaffen. Es scheint aber das Gegenteil der Fall zu sein. Sie kommen mit praktisch allen der Branche gut aus, sind zum Teil sogar befreundet mit Konkurrenten und potenziellen Übernahmeopfern. Wie machen Sie das?</strong><br />
Das ist wie im Sport. Die Kunst ist es, im Wettbewerb mit Engagement, Entschlossenheit und Kreativität aufzutreten, aber dabei immer die Spielregeln einzuhalten. Nicht wenn der Schiedsrichter wegschaut, in die Beine treten. Wir teilen ja alle die gleiche Freude an diesem Spiel. Beim Sport macht es ja auch mehr Spass, wenn der Gegner auf eine tolle Leistung stolz ist. Es ist nicht lustig gegen jemanden anzutreten, der nichts zustande bringt. Diese Überzeugung ist wesentlich. Man sollte sich selbst ausserdem nicht so fürchterlich ernst nehmen. Viele Medienleute nehmen sich und das, was wir tun, viel zu ernst. Einen gewissen Spass dran zu haben und über sich selbst lachen zu können, ist entscheidend, tut gut – und das spürt dann auch der andere.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/">«Es gibt keine Alternative»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Forcierter Generationenwechsel</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/19/forcierter-generationenwechsel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 May 2011 08:35:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Spitzenleute von Medienunternehmen wegen Personalfragen von sich reden machen, dann meist im Zusammenhang mit Stellenabbau und Entlassungen. Anders vor einer Woche. Am Swiss Media Forum in Luzern kündigte Tamedia-Geschäftsführer Martin Kall an, innert zwei Jahren 200 neue Stellen in Online-Medien schaffen zu wollen. Die Hälfte davon in Redaktionen. In erster Linie würden die bestehenden <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/19/forcierter-generationenwechsel/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Spitzenleute von Medienunternehmen wegen Personalfragen von sich reden machen, dann meist im Zusammenhang mit Stellenabbau und Entlassungen. Anders vor einer Woche. Am Swiss Media Forum in Luzern kündigte Tamedia-Geschäftsführer Martin Kall an, innert zwei Jahren 200 neue Stellen in Online-Medien schaffen zu wollen. Die Hälfte davon in Redaktionen. In erster Linie würden die bestehenden Angebote von 20min.ch und tagesanzeiger.ch/Newsnetz ausgebaut. Das sind untrügliche Symptome eines forcierten Generationenwechsels. Zu den Verlierern gehören die in den letzten Jahren entlassenen Zeitungsjournalisten.<br />
<span id="more-28832"></span><br />
Ein Blick auf die letzten Jahre relativiert diese auf den ersten Blick so eindrückliche Zahl. Den rund hundert Journalistenstellen, die Tamedia neu zu schaffen angekündigt hat, stehen 180 Vollstellen gegenüber, die das Medienhaus in den letzten drei Jahren <a href="http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=en&amp;t=p&amp;msa=0&amp;msid=217793953349525497955.0004516abc6a554391714&amp;ll=46.781255,7.860718&amp;spn=2.016253,5.553589&amp;z=8" target="_blank">gestrichen hat</a>. Bleibt also immer noch ein negativer Saldo unter dem Strich. Der Vergleich zwischen den verschwundenen Arbeitsplätzen und den neu zu schaffenden ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Denn wir beobachten hier einen grundlegenden Umbau im Zuge des Medienwandels von Print zu online. Zeitungen stagnieren bestenfalls in der kommerziellen Entwicklung. Das Geschäft mit den Nachrichten im Internet dagegen floriert. Gemäss Aussagen von Tamedia schreiben 20min.ch und tagesanzeiger.ch schwarze Zahlen.</p>
<p>Weshalb aber, könnte man sich nun fragen, weshalb hat der Zürcher Medienkonzern anstatt 180 Stellen in den Zeitungen zu streichen und den Grossteil des Personals zu entlassen oder in die Frühpensionierung zu schicken, nicht einfach den ehemaligen Zeitungsjournalisten eine Arbeit in den Online-Redaktionen angeboten? Immerhin gut die Hälfte der Entlassenen hätte so weiterbeschäftigt werden können. Eine Antwort darauf liefert ein Blick auf die Liste mit den <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95298" target="_blank">jüngsten Neuzugängen</a> bei tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Nur die wenigsten der angehenden Online-Redaktoren bringen eine Vergangenheit als Zeitungsjournalisten mit sich. Ein Teil kommt direkt von der Fachhochschule, andere bringen einschlägige Erfahrungen in elektronischen Medien mit sich oder haben bereits für Online-Medien gearbeitet. Unabhängig davon, was man vom real existierenden Online-Journalismus hält, unterscheidet er sich von der Arbeit für ein Druckerzeugnis. Der Aktualitätsdruck ist grösser, die Konkurrenzsituation härter, im Netz befinden sich die Nachrichtenangebote immer nur einen Klick von Unterhaltung und Zerstreuung entfernt. Es liegt auf der Hand, dafür Personal anzuheuern, das sich in diesem Umfeld bereits auskennt.</p>
<p>Tamedia hat diesen Generationenwechsel mit einem harten und für die Betroffenen schmerzhaften Schnitt vollzogen. Alte raus, Junge rein. Bei dieser Form des forcierten Übergangs von Print zu online droht auf der Strecke zu bleiben, was für den Journalismus letztlich unverzichtbar ist: Dossierkenntnis, Fachwissen und Expertise in den Sachgebieten der Berichterstattung. Jene Lücke, die die 180 entlassenen Journalisten und diejenigen, die freiwillig in PR und Kommunikation wechseln, hinterlassen haben, zeigt sich immer wieder dann, wenn in 20min.ch und tagesanzeiger.ch überhastet und oberflächlich berichtet wird.<br />
<script src="https://storify.com/medienwoche_ch/twitterkommentare-zu-forcierter-generationen.js"></script><noscript>[<a href="http://storify.com/medienwoche_ch/twitterkommentare-zu-forcierter-generationen" target="blank">View the story &#8222;Twitter-Kommentare zu «Forcierter Generationenwechsel»&#8220; on Storify]</a></noscript></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/19/forcierter-generationenwechsel/">Forcierter Generationenwechsel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Osterlektüre: Tablets, Tamedia &#038; Teufel</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2-2/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 20:42:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie erfindet sich die Presse neu? Die Frage stellt das Nachrichtenmagazin L&#8217;Hébdo in seiner aktuellen Ausgabe. Chefredaktor Alain Jeannet eröffnet das Mediendossier mit einer Breitseite gegen SRG und Wissenschaft: Die Bakom-Studien zur Medienzukunft bezeichnet er als einen «Skandal, 700 Seiten voller Fehler und Unwahrheiten». Der SRG wirft Jeannet widerrechtliches Handeln vor, das bekämpft werden müsse. <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2-2/">Osterlektüre: Tablets, Tamedia & Teufel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/hebdo.jpg" alt="" width="170" height="230" /> Wie erfindet sich die Presse neu? Die Frage stellt das Nachrichtenmagazin <a href="http://www.hebdo.ch/" target="_blank">L&#8217;Hébdo</a> in seiner aktuellen Ausgabe. Chefredaktor <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Alain_Jeannet" target="_blank">Alain Jeannet</a> eröffnet das Mediendossier mit einer <a href="http://www.hebdo.ch/pas_de_journaux_sans_journalistes_99303_.html" target="_blank">Breitseite gegen SRG und Wissenschaft</a>: Die <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/03479/index.html?lang=de" target="_blank">Bakom-Studien</a> zur Medienzukunft bezeichnet er als einen «Skandal, 700 Seiten voller Fehler und Unwahrheiten». Der SRG wirft Jeannet widerrechtliches Handeln vor, das bekämpft werden müsse. Nicht ganz so harsch geht es im weiteren Verlauf des Schwerpunkts weiter.</p>
<p><span id="more-24930"></span></p>
<p>Tablets, Tamedia und Teufel – drei T ein Thema: Wie weiter mit der Presse in der Schweiz? Der Hébdo liefert natürlich keine endgültigen Antworten, sondern zeigt Spannungsfelder auf und präsentiert zwei Medienmacher der Stunde.</p>
<p>Im Grundsatzartikel, <a href="http://www.hebdo.ch/comment_les_journaux_un_futur_99351_.html" target="_blank">«Comment les journaux s’inventent un futur.»</a>, wie sich die Zeitungen eine Zukunft erfinden, erteilen Luc Debraine, Christophe Schenk dem Tablet-Computer eine Absage und fragen ketzerisch: «Et si l’avenir des journaux et des magazines reposait aussi sur le bon vieux papier?» Und wenn die Zukunft von Zeitungen und Magazinen im guten alten Papier zu finden ist? Als Beleg für die Retro-These bringen sie Die Zeit und nrc.next in Stellung.</p>
<p>Die Gegenthese zur iPad-Absage liefert Tamedia-CEO Martin Kall im Gespräch mit Tasha Rumley. Kall, der Zahlenmann, vermag sich vor allem wegen der unbegrenzten Geschäftsmöglichkeiten für das Tablet zu begeistern: «Les modèles sont infinis.»</p>
<p>Und schliesslich tritt noch der Leibhaftige in Erscheinung. «Hersant, un diable sur la muraille?» Hersant, der Teufel an der Wand? Ein in der Deutschschweiz wenig bekanntes Kapitel <a href="http://www.hebdo.ch/hersant_un_diable_sur_la_muraille_99383_.html" target="_blank">heimischer Mediengeschichte</a>. Philippe Hersant, der äusserst diskret auftretende Sohn von «Papivore» <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Hersant" target="_blank">Robert Hersant</a>. Auch der Junior macht der Titulierung als Zeitungsfresser alle Ehre. Von Nyon bis La Chaux-de-Fonds, von Sion bis Delémont reicht das Schweizer Hersant-Reich bereits. Und der Hunger ist nicht gestillt. Auf der Speisekarte stehen zuoberst zwei der letzten unabhängigen Zeitungen in der Romandie: La Liberté (Freiburg), und Le Quotidien Jurassien (Delsberg).</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2-2/">Osterlektüre: Tablets, Tamedia & Teufel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Osterlektüre: Tablets, Tamedia &#038; Teufel</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 20:42:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie erfindet sich die Presse neu? Die Frage stellt das Nachrichtenmagazin L&#8217;Hébdo in seiner aktuellen Ausgabe. Chefredaktor Alain Jeannet eröffnet das Mediendossier mit einer Breitseite gegen SRG und Wissenschaft: Die Bakom-Studien zur Medienzukunft bezeichnet er als einen «Skandal, 700 Seiten voller Fehler und Unwahrheiten». Der SRG wirft Jeannet widerrechtliches Handeln vor, das bekämpft werden müsse. <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/hebdo.jpg" alt="" width="170" height="230" /> Wie erfindet sich die Presse neu? Die Frage stellt das Nachrichtenmagazin <a href="http://www.hebdo.ch/" target="_blank">L&#8217;Hébdo</a> in seiner aktuellen Ausgabe. Chefredaktor <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Alain_Jeannet" target="_blank">Alain Jeannet</a> eröffnet das Mediendossier mit einer <a href="http://www.hebdo.ch/pas_de_journaux_sans_journalistes_99303_.html" target="_blank">Breitseite gegen SRG und Wissenschaft</a>: Die <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/03479/index.html?lang=de" target="_blank">Bakom-Studien</a> zur Medienzukunft bezeichnet er als einen «Skandal, 700 Seiten voller Fehler und Unwahrheiten». Der SRG wirft Jeannet widerrechtliches Handeln vor, das bekämpft werden müsse. Nicht ganz so harsch geht es im weiteren Verlauf des Schwerpunkts weiter.</p>
<p><span id="more-28801"></span></p>
<p>Tablets, Tamedia und Teufel – drei T ein Thema: Wie weiter mit der Presse in der Schweiz? Der Hébdo liefert natürlich keine endgültigen Antworten, sondern zeigt Spannungsfelder auf und präsentiert zwei Medienmacher der Stunde.</p>
<p>Im Grundsatzartikel, <a href="http://www.hebdo.ch/comment_les_journaux_un_futur_99351_.html" target="_blank">«Comment les journaux s’inventent un futur.»</a>, wie sich die Zeitungen eine Zukunft erfinden, erteilen Luc Debraine, Christophe Schenk dem Tablet-Computer eine Absage und fragen ketzerisch: «Et si l’avenir des journaux et des magazines reposait aussi sur le bon vieux papier?» Und wenn die Zukunft von Zeitungen und Magazinen im guten alten Papier zu finden ist? Als Beleg für die Retro-These bringen sie Die Zeit und nrc.next in Stellung.</p>
<p>Die Gegenthese zur iPad-Absage liefert Tamedia-CEO Martin Kall im Gespräch mit Tasha Rumley. Kall, der Zahlenmann, vermag sich vor allem wegen der unbegrenzten Geschäftsmöglichkeiten für das Tablet zu begeistern: «Les modèles sont infinis.»</p>
<p>Und schliesslich tritt noch der Leibhaftige in Erscheinung. «Hersant, un diable sur la muraille?» Hersant, der Teufel an der Wand? Ein in der Deutschschweiz wenig bekanntes Kapitel <a href="http://www.hebdo.ch/hersant_un_diable_sur_la_muraille_99383_.html" target="_blank">heimischer Mediengeschichte</a>. Philippe Hersant, der äusserst diskret auftretende Sohn von «Papivore» <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Hersant" target="_blank">Robert Hersant</a>. Auch der Junior macht der Titulierung als Zeitungsfresser alle Ehre. Von Nyon bis La Chaux-de-Fonds, von Sion bis Delémont reicht das Schweizer Hersant-Reich bereits. Und der Hunger ist nicht gestillt. Auf der Speisekarte stehen zuoberst zwei der letzten unabhängigen Zeitungen in der Romandie: La Liberté (Freiburg), und Le Quotidien Jurassien (Delsberg).</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2/">Osterlektüre: Tablets, Tamedia & Teufel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Senderlos glücklich</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 22:01:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits im Februar die Rede. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten. Aufschlussreich ist <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits <a href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/ende-einer-television" target="_blank">im Februar die Rede</a>. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten.<br />
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Aufschlussreich ist nicht nur, was jemand sagt, sondern auch, was er verschweigt. Wie im Fall von Tamedia-Unternehmensleiter Martin Kall. In seinem <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/kall_2010.pdf" target="_blank">Kommentar zum vergangenen Geschäftsjahr</a> spricht Kall viel von Zeitungen und Onlinemedien. Radio und TV erwähnt er mit keinem Wort. Kein Wunder: Tamedia will seine vier <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Gemeinsame%20Unternehmensstrategie%20nach%20Zusammenschluss%20mit%20Edipresse%20Schweiz.aspx" target="_blank">Sender loswerden</a>, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Kall hat sich wohl schon beim Verfassen des Geschäftsberichts mental von Telezüri, Telebärn, Radio 24 und Capital FM getrennt.</p>
<p>Der Abschied von der Rundfunksparte erscheint im Licht der Geschäftspolitik von Tamedia der letzten Jahre nur folgerichtig. Eine auf Gewinnoptimierung getrimmte <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Tamedia%20waechst%202010%20dank%20Z%C3%BCrcher%20Regionalzeitungen%20und%20Onlinemedien.aspx" target="_blank">Geldmaschine</a> (Gewinn 2010: 110 Mio. Fr.) verträgt keine Unternehmensteile, deren kommerzielles Entwicklungspotenzial beschränkt ist. Mit Radio und TV lässt sich in der Schweiz nicht das grosse Geschäft machen. Das hat zum einen mit dem vergleichsweise kleinen Markt in der Deutschschweiz zu tun und der gesetzlichen Reglementierung, die den Unternehmen klare kommerzielle und publizistische Leitplanken setzt. Zum anderen kostet die Fernsehproduktion mit ihrer aufwendigen Technik eine ganze Stange Geld. Davon kann Tamedia ein Lied singen: Vor zehn Jahren setzte der Konzern mit TV3 <a href="http://www.blick.ch/news/mit-flop-tv-112-millionen-verpulvert-aid4119" target="_blank">über 100 Millionen Franken in den Sand</a> und warf 90 Millionen auf für den Kauf von Telezüri und Radio 24.  Die Verantwortung für diese Entscheide trug Michel Favre als Konzernleiter. Unter der Führung von Martin Kall handelt Tamedia schnell und konsequent, wenn es auf der Habenseite mal nicht mehr ganz so rosig aussieht, wie sich Aktionariat und Besitzerfamilie das vorstellen. Das zeigte der Konzern in der Vergangenheit mehrmals mit Massenentlassungen bei seinen Zeitungen.</p>
<p>Wenn Tamedia nun bekanntgibt, seine vier Sender verkaufen zu wollen, hat das Signalwirkung für die ganze Branche. Denn es ist nicht ganz unerheblich, wenn das grösste private schweizerische Medienunternehmen Radio und Fernsehen als strategisch bedeutungslose Geschäftsfelder sieht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein weiterer Grund, den Tamedia für seine Verkaufsabsichten nennt: Das Medienhaus will sich nicht ein weiteres Mal dem Konzessionsverfahren stellen, wenn die Sendebewilligungen für Schweizer Privatsender in acht Jahren neu vergeben werden. Seine Sender könnten dabei leer ausgehen, fürchtet Tamedia bereits heute.</p>
<p>Zumindest für Telezüri dürfte es kein Problem sein, einen Käufer zu finden. So hat Ringier das Interesse an einem eigenen TV-Sender angemeldet und Telezüri als potenziellen Kaufkandidaten genannt. Gut möglich, dass die beiden Unternehmen bereits hinter den Kulissen verhandeln. Schwieriger sieht es für die anderen drei Sender aus. Besonders für die beiden Berner Lokalmedien Telebärn und Radio Capital FM <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/TeleBaern-und-Capital-FM-hoffen-auf-einen-Kaeufer/story/29448093" target="_blank">dürfte es nicht einfach werden</a>, einen neuen Besitzer zu finden. Erst vor zwei Jahren wurden die Sender zusammen mit der Berner Zeitung BZ in das <a href="http://www.espacemedia.ch/em_de/aktuelles/meldungen/2008/2008_11_06_multimediahaus.php" target="_blank">neue Multimediahaus</a> in Bern integriert. Seither arbeiten die drei Medien eng zusammen, wobei Radio und Fernsehen vom journalistischen Know-how der BZ profitieren und die Zeitung Ton und Bild auf ihrer Website verwerten darf. Mit einem neuen Besitzer würden solche Kooperationen komplizierter, wenn nicht gar unmöglich. Ein Verkaufserfolg ist also alles andere als gewiss. Wenn Tamedia keine Käufer findet, müsste wohl mit der Schliessung des einen oder anderen Senders gerechnet werden.</p>
<p>Ob das ein Verlust für die Deutschschweizer Medien und die Meinungsvielfalt bedeuten würde, steht freilich auf einem anderen Blatt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Senderlos glücklich</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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