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	<title>Schaffhauser Nachrichten | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 15 Sep 2017 10:48:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Digitale Medienexperimente in Schaffhausen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/09/13/digitale-medienexperimente-in-schaffhausen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2017 10:06:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lokalzeitungen stehen zwar noch solider auf ihrem Papierfundament als die Blätter in den Grossagglomerationen. Doch in den nächsten Jahren steigt der Digitalisierungsdruck auch in den Regionen. Was tun? Oft fehlen Ressourcen und Fachwissen. Anders bei den Schaffhauser Nachrichten. Mit Janosch Tröhler verfügt die kleine Tageszeitung über einen umtriebigen und versierten Online-Produzenten. Am Multimedia-Tag der Journalistenschule <a href="https://medium.com/@janoschtroehler/tipps-aus-dem-alltag-f%C3%BCr-kleine-redaktionen-5adb5a478d57">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lokalzeitungen stehen zwar noch solider auf ihrem Papierfundament als die Blätter in den Grossagglomerationen. Doch in den nächsten Jahren steigt der Digitalisierungsdruck auch in den Regionen. Was tun? Oft fehlen Ressourcen und Fachwissen. Anders bei den Schaffhauser Nachrichten. Mit Janosch Tröhler verfügt die kleine Tageszeitung über einen umtriebigen und versierten Online-Produzenten. Am Multimedia-Tag der Journalistenschule MAZ bot Tröhler einen Einblick ins Digitallabor der Schaffhauser Nachrichten. Ein Leitsatz lautet: Experimente sind Trumpf. Das Risiko lasse sich zudem minimieren, weil die kleine Redaktion praktisch nur mit kostenlosen oder sehr günstigen Tools arbeitet. Im Handout zum MAZ-Vortrag findet sich ausführliches Anschauungsmaterial, sowie eine Liste der verwendeten Tool.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/13/digitale-medienexperimente-in-schaffhausen/">Digitale Medienexperimente in Schaffhausen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mut, Geschick und soziale Fantasie: zum Tod von Norbert Neininger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/06/01/mut-geschick-und-soziale-fantasie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2015 13:35:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Journalist war Norbert Neininger ein Vorbild, als Unternehmer gab er unserem Medienhaus Zuversicht und Halt. Persönliche Erinnerungen an einen Menschen, der viele Fragen, feste Überzeugungen und ein offenes Herz hatte.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Journalist war Norbert Neininger ein Vorbild, als Unternehmer gab er unserem Medienhaus Zuversicht und Halt. Persönliche Erinnerungen an einen Menschen, der viele Fragen, feste Überzeugungen und ein offenes Herz hatte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/01/mut-geschick-und-soziale-fantasie/">Mut, Geschick und soziale Fantasie: zum Tod von Norbert Neininger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sie sind klein und sie sind überall</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 09:48:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bündner Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Politblog]]></category>
		<category><![CDATA[politik.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<category><![CDATA[Blocher-Medien 2014]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Christoph Blocher und der SVP wird öfter unterstellt, dass sie ein eigenes Medienimperium aufbauen wollen. In der Realität ist man davon weit entfernt: Die Präsenz im Fernsehen, im Internet und bei den Lokalmedien ist weiterhin schwach. Allerdings gibt es auch in diesen Bereichen Medien, die Verbindungen zu Blocher aufweisen. Aber welche? «Das ist eben meine <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Christoph Blocher und der SVP wird öfter unterstellt, dass sie ein eigenes Medienimperium aufbauen wollen. In der Realität ist man davon weit entfernt: Die Präsenz im Fernsehen, im Internet und bei den Lokalmedien ist weiterhin schwach.  Allerdings gibt es auch in diesen Bereichen Medien, die Verbindungen zu Blocher aufweisen. Aber welche?</p>
<p><span id="more-22171"></span></p>
<div>
<h2>«Das ist eben meine Vorstellung von Medienvielfalt: In jeder Region soll es mehr als eine Zeitung geben.»</p>
<p>Christoph Blocher</h2>
</div>
<p>Seitdem mit Christoph Blocher verbandelte Kreise 2010 bei der Basler Zeitung einstiegen, sind sich seine Kritiker sicher, dass die SVP ein eigenes Medienimperium aufzubauen versucht. Das Ziel Blochers und der SVP, so wird spekuliert, ist <a href="http://www.infosperber.ch/Medien/SVP-Der-zahe-stetige-Kampf-um-die-Medienmacht" target="_blank">«ein möglichst eigenes Mediennetz»</a>, ein Verbund linientreuer Medien, die auf allen Kanälen ungefiltert die frohe Botschaft aus Herrliberg verbreiten können. Die Idee klingt plausibel, klagen doch SVP-Vertreter bei jeder Gelegenheit über den angeblichen linken Einheitsbrei der Massenmedien.</p>
<p>De facto ist das Blocher-treue Medienimperium allerdings bisher auf wenige Sparten beschränkt. Das Herzstück der «Blocher-Medien» ist mit der Basler Zeitung eine Tageszeitung. Mit der Weltwoche ist eine einflussreiche Wochenzeitung auf dem Markt, die klare inhaltliche Überschneidungen mit Positionen der SVP aufweist. Dazu kommt noch <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/23/morgeli-sunneli-herrliberg/" target="_blank">die wöchentliche Internet-Sendung «Tele Blocher»</a> und, vor wichtigen Abstimmungen, <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/" target="_blank">das propagandistische «Extrablatt»</a>. Im Fernsehen, im Internet und bei den Lokalmedien haben Blocher und seine Vertrauten dagegen verhältnismässig wenig Einfluss. Doch auch in diesen Sparten gibt es Medien mit politischen oder personellen Verbindungen zu Blocher und der SVP. Was für Verbindungen sind das? Eine Untersuchung.</p>
<h3>Der reaktionäre Klassiker: Schweizerzeit</h3>
<p>Mit der <a href="http://www.schweizerzeit.ch/" target="_blank">Schweizerzeit</a> gibt es ein Printmedium, dessen SVP-Treue jene von BaZ und Weltwoche weit übersteigt. Die «bürgerlich-konservative Zeitung für Unabhängigkeit, Föderalismus und Freiheit» erscheint seit 1979, zur Zeit zweiwöchentlich in einer verkauften Auflage von 16 445 Exemplaren. Herausgeber und Chefredaktor ist der 2007 und 2011 abgewählte frühere SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer, laut Roger Köppel «einer der meistunterschätzten Schweizer Politiker». Wie Schlüer auf Anfrage erklärt, ist die Schweizerzeit nicht institutionell in die SVP eingebunden, sondern wird von einer unabhängigen AG mit 300 Aktionären («darunter selbstverständlich einige Mitglieder der SVP») getragen und durch Abonnements finanziert.</p>
<p>Inhaltlich fährt die Schweizerzeit einen strammen, völlig SVP-kompatiblen Rechtskurs und steht insbesondere der AUNS nahe: Zu den regelmässigen Mitarbeitern gehören die SVP-Nationalräte Luzi Stamm und Thomas Fuchs sowie der durch die Hildebrand-Affäre bekannt gewordene Thurgauer Anwalt Hermann Lei. Häufig werden Christoph Blochers Reden abgedruckt. Die Artikel stehen von den Themen und Positionen her denen in der SVP-Parteipresse nahe, sind aber im Tonfall noch etwas polemischer und hysterischer. Typische Titel in den letzten Ausgaben sind etwa folgende: «Über Sozialismus aufklären? Verboten!»; «Dumm, dümmer, JUSO»; «Fanatische Islamisten»; «Grüne Liebe: Unter Pädo- und Nekrophilen». Nebst der Zeitung produziert Schlüer ein monatliches Internet-TV-Magazin – mit relativ geringer Verbreitung: <a href="http://www.youtube.com/user/schweizerzeitmag/videos" target="_blank">Auf Youtube</a> werden die 50-minütigen Videos jeweils zwischen 200 und 2500 mal angesehen. Thematisch sind die Sendungen mit der Zeitung abgestimmt: In den letzten Ausgaben verteidigte Schlüer etwa sein aktuelles Steckenpferd, die Gold-Initiative.</p>
<p>Wie die <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2014_45/schweiz/672515/%C2%ABSchweizerzeit%C2%BB-f%C3%BCr-eine-neue-SVP-Generation.htm" target="_blank">Tageswoche kürzlich berichtete</a>, könnte es bei der Schweizerzeit nun zu einem Generationswechsel kommen. Seit Mai ist Olivier Kessler, ehemaliger Sekretär der Schwyzer SVP und Anti-Billag-Kämpfer, zum stellvertretenden Chefredaktor der Zeitung aufgestiegen. Kessler vertritt neoliberale und äusserst islamkritische Positionen und zitiert in seinen Artikel gerne umstrittene deutsche Islamkritiker wie Hans-Peter Raddatz und Hartmut Krauss, auf die sich etwa auch Politically Incorrect immer wieder beruft. Bedenkt man, dass bei der «Schweizerzeit» auch die <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/SVPPolitiker-liebaeugelt-mit-Verschwoerungstheorien/story/26893031" target="_blank">für Verschwörungstheorien empfänglichen Jung-SVPler</a> Anian Liebrand (redaktioneller Mitarbeiter) und Lukas Reimann (Verwaltungsrat) involviert sind, so erscheint es durchaus plausibel, dass die Schweizerzeit in nächster Zeit vermehrt als Organ des rechten, libertären, stark islamophoben und leicht paranoiden SVP-Flügels auftreten wird.</p>
<h3>Die Unabhängige: Schaffhauser Nachrichten</h3>
<p>Norbert Neininger von den <a href="http://www.shn.ch/" target="_blank">Schaffhauser Nachrichten</a> (Auflage: 20509 Exemplare), gilt als einer der wenigen unabhängigen Verleger in der Schweiz. Wir wollen nicht daran zweifeln, doch Neininger, der auch als Chefredaktor wirkt, ist der Erfinder von Tele Blocher, einem doch eher unkritischen Propagandaformat, und <a href="http://www.teleblocher.ch/archives/3092" target="_blank">vertrat</a> diesen September den erkrankten Matthias Ackeret auch dreimal als Moderator der Sendung. In Europafragen war Neininger schon 1992 auf der Linie von Blocher, das allgemeine Programm seiner Zeitung beschrieb er 2011 <a href="http://www.klartext.ch/?p=12049" target="_blank">wie folgt</a>: «Wir stehen dem liberalen Gedankengut nahe, sind dabei für die soziale und nicht für ungezügelte Marktwirtschaft, für die direkte Demokratie und für den Föderalismus.»</p>
<h3>Nicht nur für rechte Intellektuelle: Schweizer Monat</h3>
<p>Der <a href="http://www.schweizermonat.ch/" target="_blank">Schweizer Monat</a> (Auflage: 5500 Exemplare) ist laut Chefredaktor und Verleger René Scheu eine «Autoren- und Debattenzeitschrift mit freiheitlicher Grundhaltung». Die <a href="http://www.woz.ch/1113/medien/der-schweizer-monat-reaktionaer-seit-1921" target="_blank">Behauptung der WOZ</a>, er sei ein Blocher-Bewunderer, weist Scheu zurück: Blocher, der auch schon Artikel im Schweizer Monat geschrieben hat, sei zwar eine «höchst interessante Persönlichkeit», würde aber genau gleich behandelt wie alle anderen Autoren.</p>
<p>Sich selbst bezeichnet Scheu als «klassischen Liberalen, wirtschaftlich wie gesellschaftlich». Zumindest die wirtschaftsliberale Einstellung teilt er mit mehreren Personen aus dem Umfeld der Blocherschen «MedienVielfalt Holding», die auch beim Schweizer Monat involviert sind. So beteiligt sich Holding-Verwaltungsrat Georges Bindschedler beim «Monat» als Autor und ist, neben Konrad Hummler, einer der wichtigsten Aktionäre; sein damaliger Mitstreiter Tito Tettamanti verfasst hochtrabende <a href="http://www.schweizermonat.ch/artikel/ueber-den-helvetischen-kompromiss" target="_blank">Kritiken des Schweizer «Neorealsozialismus»</a>. Auch der Anarchokapitalist und BaZ-Kolumnist David Dürr schreibt bisweilen für den «Monat». Personelle Verbindungen zu den «Blocher-Medien» sind also vorhanden – allerdings ist es Scheu wirklich ernst mit der Meinungsvielfalt: Im «Monat» schreiben beispielsweise auch Autoren wie SP-Linksaussen Cédric Wermuth oder Nicola Forster vom Thinktank Foraus.</p>
<h3>BaZ am Bildschirm: Basler Zeitung Standpunkte</h3>
<p>Ein eigener Fernsehsender fehlt in Christoph Blochers Medien-Portfolio: Zwar wurde sein Name genannt, als TeleZüri 2011 zum Verkauf stand, doch dann zog sein Vertrauter Thomas Matter gegen AZ-Medien-Verleger Peter Wanner den Kürzeren. Durch die Basler Zeitung haben die «Blocher-Medien» aber wenigstens Zugang zu einem Sendeplatz im Staatsfernsehen: Einmal monatlich läuft auf SRF1 und SRFinfo die Diskussionssendung Basler Zeitung Standpunkte, die im Auftrag der BaZ von der Patrick Rohr Kommunikation GmbH produziert wird. Da die Basler Zeitung redaktionell verantwortlich ist, erstaunt es nicht, dass die Themen der vergangenen Sendungen des öfteren Chefredaktor Somms Schwerpunkten entsprachen. So wurden zum Beispiel folgende Themen diskutiert: «Wie viel Staat brauchen wir?» (November 2012); «Die Schweiz unter Druck» (Januar 2013); «Direkte Demokratie auf dem Prüfstand?» (Februar 2014). In anderen Sendungen ging es aber auch um die FIFA, den 1. Weltkrieg und den neuen Papst.</p>
<p>Neben Moderator Patrick Rohr ist Markus Somm fester Gast, die drei weiteren Gäste setzen sich häufig aus einem Experten und zwei PolitikerInnen (oft je eine/r von links und rechts) zusammen. Die Runde ist politisch meistens halbwegs ausgeglichen – in der Oktober-Ausgabe (Thema: <a href="http://www.srf.ch/player/tv/baz-standpunkte/video/zuwanderung-beschraenken-schweiz-staerken?id=bbb859d7-6896-44b6-ae0b-f1ececf2385a" target="_blank">«Zuwanderung beschränken – Schweiz stärken?»</a>) war sie allerdings auffällig rechtslastig: Neben Somm sassen da Thomas Minder, die Ecopop-Vizepräsidentin Cornelia Keller und die CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.</p>
<h3>Somm in Solothurn: SO aktuell</h3>
<p>Ein Lokalmedium, das Blocher und der SVP politisch nahe steht, ist das Internetportal <a href="http://www.soaktuell.ch/" target="_blank">SO aktuell</a>, betrieben von Roman Jäggi. Der heutige Präsident der SVP-Ortssektion Fulenbach (SO) war früher Kantonsrat und, von 2003 bis 2007, Pressesprecher der SVP Schweiz. SO aktuell ist laut Eigenbeschrieb eine «Internet-Zeitung für Aargau-Solothurn und die Schweiz», und tatsächlich sind viele der Artikel auf der Seite unpolitische Lokalmeldungen und Medienmitteilungen lokaler Behörden. In der Kommentarspalte finden sich jedoch, nebst Jäggis eigenen Meinungen, auch aus der Basler Zeitung übernommene Kommentare von <a href="http://soaktuell.ch/index.php?page=/news/leben-in-der-konservenbuechse_22602" target="_blank">Markus Somm</a> und<a href="http://soaktuell.ch/index.php?page=/news/ein-unhaltbarer-entscheid_22552" target="_blank">Beni Gafner</a> – natürlich klar auf SVP-Linie.</p>
<h3>Ein-Mann-Show in der Westschweiz: Les Observateurs</h3>
<p>In der Welschschweiz engagiert sich Tito Tettamantis und Georges Bindschedlers MedienVielfalt Holding <a href="http://www.kleinreport.ch/news/medienvielfalt-holding-ag-engagiert-sich-auch-ausserhalb-von-basel-68081/" target="_blank">mit «einer namhaften Beteiligung»</a> an der Internetplattform «Les Observateurs». Diese wurde im März 2012 durch den in Genf lehrenden Walliser Soziologieprofessor Uli Windisch als Gegenstück zum linken «Einheitsdenken» der welschen Medien gegründet; vor allem Meinungsartikel sollten publiziert werden. Ein Blick auf die Seite zeigt: Mit Ausnahme von Windisch und dem umstrittenen jurassischen SVP-Nationalrat Dominique Baettig sind die meisten Autoren eher unbekannt. Dafür vertreten sie teilweise erzkonservative Positionen. So preisen mehrere Artikel die ECOPOP-Initiative an, ein anderer denunziert Moscheen <a href="http://www.lesobservateurs.ch/2014/11/23/denoncer-les-temples-haine/" target="_blank">pauschal als «Tempel des Hasses»</a> und ein Kinderpsychiater beklagt die «homosexuelle Propaganda» in der «nationalsozialistischen Erziehung» und der <a href="http://www.lesobservateurs.ch/2014/11/18/ferjeux/" target="_blank">«sowjetisierten Schule der sozialistischen Republik»</a>.</p>
<h3>Gescheiterter Versuch: Politik.ch</h3>
<p>Im Internet fehlt es an bedeutenden Medien, die Christoph Blochers Politik unterstützen. <a href="http://bazonline.ch/" target="_blank">Bazonline.ch</a> hat nur drei Mitarbeiter und übernimmt viele Newsnet-Inhalte; auf <a href="http://www.weltwoche.ch/" target="_blank">Weltwoche.ch</a> sind die neuesten Artikel nur den Abonnenten zugänglich. Es gab aber in den letzten Jahren immerhin einen Versuch, ein Blocher-nahes Internet-Medium zu etablieren: die Website <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a>, die vom Blocher-Vertrauten und bekannten Twitter-Provokateur Claudio Zanetti (<a href="https://medienwoche.ch/2012/11/21/das-ist-provokation-nicht-kritik/" target="_blank">https://medienwoche.ch/2012/11/21/das-ist-provokation-nicht-kritik/</a>) zusammen mit Ex-Schweizerzeit-Redaktor Reinhard Wegelin und Radiojournalist Christoph Romer geleitet wurde. Zur Erinnerung: 2012 war <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Zuercher-SVPPolitiker-soll-zur-Basler-Zeitung/story/11532336" target="_blank">auf Bazonline.ch</a> zu lesen, dass der Zürcher SVP-Kantonsrat Zanetti die Leitung der Bundeshausredaktion übernehmen würde. Und zwei Wochen später, dass er <a href="http://bazonline.ch/zuerich/gemeinden/Claudio-Zanetti-ist-aufgetaucht--und-schweigt/story/17227516" target="_blank">aus «persönlichen Gründen»</a> nun doch Politiker bleibe – <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_19/basel/423065/" target="_blank">laut Tageswoche</a> hatten Filippo Leutenegger und Teile der Belegschaft protestiert.</p>
<p><a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> war offenbar ein Versuch, so etwas wie eine helvetisch-harmlosere Version des deutschen Portals Politically Incorrect, das sich selbst als «islamophob – aber sexy!» anpreist, aufzubauen. Wie Politically Incorrect wollte auch <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> gegen den «journalistischen Mainstream» anschreiben. Das Themenspektrum war denn auch anti-islamisch und libertär ausgerichtet, mit Schlagworten wie Islamisierung, Christenverfolgung, Asylbetrug, Klimalüge oder Schuldensozialismus. Zudem produzierten Romer und Zanetti auch während zwei Jahren <a href="http://www.startv.ch/index.cfm?page=131817&amp;format_id=8" target="_blank">die Diskussionssendung CC Talk</a>, die auf Star TV lief und grösstenteils SVP-nahe Themen – Asylwesen, EU-Kritik, freie Wirtschaft – behandelte. Zu den Gästen gehörten Journalisten wie Markus Somm, Roger Köppel oder Florian Schwab und viele SVP-Politiker, so Lukas Reimann, Luzi Stamm oder Christoph Blocher. Hier eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8E21nYg2VJA" target="_blank">Projektpräsentation</a> aus dem September 2010:</p>
<p>Wie Claudio Zanetti telefonisch bestätigt, scheiterte <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a>, weil seine und Romers GmbH das Portal nicht mehr finanzieren konnte – und offenbar auch wegen eines Gebührenstreits mit dem Inhaber der Domain, Cyrill Wyss, dessen BfK Mediendienste in Wohlen <a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/dasmediennetzdersvp.html" target="_blank">gemäss Edito-online.ch</a> auch schon die Websites von Christoph Blocher, der AUNS und verschiedener SVP-Kantonalsektionen betreute. Wyss selbst reagierte äusserst gereizt auf die telefonische Anfrage der MEDIENWOCHE. Seine Firma habe seit drei Jahren nichts mehr mit Christoph Blocher zu tun und <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> sei ein unabhängiges Portal. Zudem sei es eine Frechheit, ihm Fragen zu den Besitzverhältnissen zu stellen, um damit seine Firma und seine Kunden in den Dreck zu ziehen.</p>
<p>Seit diesem Sommer ist <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> zurück, ohne Beteiligung Zanettis, in neuem Design und unter der Leitung des ansonsten recht unbekannten Bloggers Walter Ostermeier. Anstelle von Islamkritik gibt es nun internationale Politik sowie Artikel gegen die Grünen und die «roten Brüder» – <a href="http://politik.ch/wochenrueckblick-br-schneider-ammann-levrat-und-juso/" target="_blank">zum Teil in erstaunlich unbeholfenem Deutsch</a>: «Herr Levrat, als Kind von ihnen würde ich mich schämen, einen solchen Vater zu haben, der zehntausende von Menschen als Faschisten verurteilt. Ein Mensch mit einer solchen Aussage an Schweizerbürger muss krank sein sehr krank. Wo, dass überlasse ich ihrem Arzt heraus zu finden.»</p>
<h3>Ein Sonderfall: Bündner Tagblatt</h3>
<p>Eine Lokalzeitung hat sich Christoph Blocher schon Jahrzehnte vor seinem BaZ-Engagement gekauft. Seit 1986 hält er die Aktienmehrheit am Bündner Tagblatt (Verkaufte Auflage: 7989), das damals von der Schliessung bedroht war. Heute ist das «Tagblatt» operativ Teil der Somedia. Deren Verleger Hanspeter Lebrument sagte uns auf Anfrage, Blochers Ems-Chemie stelle zwar weiterhin den Verwaltungsratspräsidenten der Bündner Tagblatt Verlags AG, diese sei jedoch «stillgelegt» worden. Christoph Blocher selbst erklärte der MEDIENWOCHE dagegen telefonisch, die Ems-Chemie habe als Eigentümerin mit Herausgeber Lebrument einen Vertrag abgeschlossen, den sie jedoch jederzeit kündigen könne: «Die Ems-Chemie muss der Ernennung eines neuen Chefredaktors zustimmen; redaktionell ist die Zeitung aber von uns wie von der Somedia unabhängig.»</p>
<p>Larissa M. Bieler, die Chefredaktorin des «Tagblatts», bestätigt per E-Mail, weder Blocher – mit dem sie im Übrigen noch nie gesprochen habe – noch die Ems-Chemie nehme Einfluss auf ihre redaktionelle Linie: «Das Bündner Tagblatt ist parteipolitisch unabhängig, aber mit moderat bürgerlicher Grundhaltung.» Auch der Blick in ein paar Ausgaben des «Tagblatts» ergibt den Eindruck einer politisch neutralen Regionalzeitung. In rechten Blogs wird Bieler dagegen als männerfeindliche Vertreterin der <a href="http://schweizblog.ch/allgemeines/larissa-margot-bieler-mann-boese-frau-gut/" target="_blank">«notorisch links schreibenden Südostschweizpresse»</a> bezeichnet.</p>
<h3>Fazit</h3>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br />
<a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Die Verbindungen der hier besprochenen Medien zu Christoph Blocher oder zu seiner Basler Zeitung sind höchst unterschiedlich. Während die BaZ Standpunkte unter Markus Somms redaktioneller Verantwortung klar zu den von Blocher kontrollierten Medien gehört, sind <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a>, SO aktuell und die Schweizerzeit – die immerhin seit 35 Jahren mit ähnlichem Konzept arbeitet – wohl eher «Trittbrettfahrer-Medien», die von Vertretern der SVP-Basis initiiert wurden, ohne Teil eines Masterplans zu sein. Das Bündner Tagblatt gehört Blochers Ems-Chemie, ist aber redaktionell unabhängig. Unabhängig sind auch die Schaffhauser Nachrichten und der Schweizer Monat, bei denen personelle und ideologische Verbindungen zur SVP bestehen.</p>
<p>Kurz: Das oft herbeigeschriebene Blochersche Medienimperium ist bisher weder besonders ausgedehnt noch besonders gefestigt. Zu schwach ist die Präsenz im Fernsehen und im Internet, zu unbedeutend die Schweizerzeit und die Lokalmedien, die sich mit Blocher in Verbindung bringen lassen. Von der 2007 für den Fall von Blochers Abwahl angekündigten SVP-eigenen Tageszeitung hat man seither nichts mehr gehört. Klar ist aber, dass es in der Schweiz ein informelles Netzwerk von Medienschaffenden gibt, die mit Blocher und der SVP sympathisieren und die bei verschiedenen Medien zusammenarbeiten. Wer verstehen will, welche Medienstrategie die SVP verfolgt, sollte sich nicht nur auf BaZ und Weltwoche konzentrieren, sondern auch die kleineren Medien mit Verbindungen zur Partei im Auge behalten – und besonders Akteure wie Ulrich Schlüer, Claudio Zanetti, Georges Bindschedler und Norbert Neininger.</p>
<p><small><strong>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</strong><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Täter als Opfer und Moralapostel</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 10:18:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Copy-and-paste]]></category>
		<category><![CDATA[Monika Bütler]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger fordert mehr Anstand und Fairness im Internet, dabei liess gerade er diese Tugenden in letzter Zeit vermissen. In seiner Kolumne im «Sonntag» verliert er kein Wort über sein eigenes zweifelhaftes Verhalten. Wie sich ein Täter zum Opfer stilisiert. Wer die Kolumne im «Sonntag» liest (herunterscrollen), gewinnt den Eindruck, Neininger sei <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/neininger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger fordert mehr Anstand und Fairness im Internet, dabei liess gerade er diese Tugenden in letzter Zeit vermissen. In seiner Kolumne im «Sonntag» verliert er kein Wort über sein eigenes zweifelhaftes Verhalten. Wie sich ein Täter zum Opfer stilisiert.<br />
<span id="more-30437"></span><br />
Wer die Kolumne <a href="http://www.sonntagonline.ch/ressort/medien/2141/" target="_blank">im «Sonntag» liest</a> (herunterscrollen), gewinnt den Eindruck, Neininger sei unverschuldet Opfer eines zwar harmlosen, aber deshalb nicht minder eindrücklichen Shitstorms geworden. Wie er schreibt, wurde ihm zum ersten Mal das «Schädigungspotenzial einer konzertierten Twitter-Attacke offenbar». Das mag er so erlebt haben. Doch von nichts kommt nichts.</p>
<p>Kritik musste sich Neininger in letzter Zeit gefallen lassen, weil seine Zeitung einen Text aus dem Blog von HSG-Professorin Monika Bütler herauskopiert und als Debattenbeitrag veröffentlicht hatte – ohne die Autorin dafür <a href="http://www.batz.ch/2012/02/batz-ch-ungefragt-in-den-schaffhauser-nachrichten/" target="_blank">um Erlaubnis gebeten zu haben</a>. Wenn sich in die berechtigte Kritik auch Häme mischte, dann deshalb, weil sich der fehlbare Verleger in der Vergangenheit immer wieder für eine bessere Respektierung des Urheberrechts im Internet starkgemacht hatte.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund mutet es geradezu grotesk an, wenn Neininger die Parole ausgibt: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Natürlich ist es das nicht. Das gilt auch bei der Beschaffung von Gastbeiträgen für die Schaffhauser Nachrichten. Ausserdem war das Internet <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,632277,00.html" target="_blank">noch nie ein rechtsfreier Raum</a>. Hier gelten die gleichen Gesetze wie in der physischen Welt, ja die Regulierungsdichte dürfte sogar noch höher sein.</p>
<p>Auch die Forderung nach einem Verbot anonymer Twitter- und Facebook-Accounts liegt in diesem Zusammenhang völlig quer in der Landschaft. Ein Shitstorm würde deshalb nicht milder ausfallen. Gibt es berechtigten Anlass zur Kritik, sind viele bereit, mit offenem Visier anzutreten. Das zeigte sich auch in Neiningers Fall: Die schärfsten Kommentare kamen von Personen, die <a href="https://twitter.com/#!/bugsierer/status/167249204509552640" target="_blank">zu dem stehen, was sie schreiben</a>. Ausserdem gibt es kein Gesetz, das ein anonymes oder pseudonymes Auftreten im Internet verbieten würde.</p>
<p>Der selbstgefällige Auftritt hätte sich abmildern lassen, wenn die Redaktion des «Sonntag», die Neininger Gastrecht gewährt hat, als Vorspann zur Kolumne erklärt hätte, weshalb der Autor Zielscheibe der Kritik geworden war. Offenbar hat man das <a href="http://twitter.theinfo.org/170544843267903490#id171258009241141250" target="_blank">einfach vergessen</a>. Noch besser hätte es Neininger einfach bleibenlassen und gar nicht erst versucht, sich als Moralapostel aufzuspielen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/">Der Täter als Opfer und Moralapostel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Im Selbstbedienungsladen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 15:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[persoenlich.com]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
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		<category><![CDATA[Monika Bütler]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schaffhauser Nachrichten drucken einen Blogbeitrag ab, ohne dafür die Autorin um Erlaubnis gebeten zu haben. Skandal! schallt es durchs Netz, umso mehr, weil sich Verleger und Chefredaktor Norbert Neininger für den besseren Schutz des geistigen Eigentums von Journalisten und Verlagen starkmacht. Der «Skandal» wirft ein bezeichnendes Licht auf die weit verbreitete Selbstbedienungsmentalität im Internet. <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/copypaste_klein.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Die Schaffhauser Nachrichten drucken einen Blogbeitrag ab, ohne dafür die Autorin um Erlaubnis gebeten zu haben. Skandal! schallt es durchs Netz, umso mehr, weil sich Verleger und Chefredaktor Norbert Neininger für den besseren Schutz des geistigen Eigentums von Journalisten und Verlagen starkmacht. Der «Skandal» wirft ein bezeichnendes Licht auf die weit verbreitete Selbstbedienungsmentalität im Internet.<br />
<span id="more-30434"></span><br />
Manchmal muss es schnell gehen. Etwa dann, wenn der Redaktionsschluss bedrohlich näher rückt und auf den Zeitungsseiten noch Lücken klaffen. Wo finde ich das passende Bild, wenn die Fotoagentur das gesuchte Sujet nicht bereithält? Natürlich im Internet. Wie gegoogelt, so gefunden und ab ins Layout. Um die Herkunft zu verschleiern ein Fantasiekürzel darunter gesetzt – beispielsweise adi. – und die Seite ist druckreif. Das ist kein erfundenes Beispiel, sondern die jahrelange Praxis bei einer Schweizer Qualitätszeitung. Ältere Kollegen zeigten neuen Mitarbeitern stolz, was sich mit der Bildsuche bei Google alles finden lässt und mit einem Schmunzeln erklärten sie, dass adi als Abkürzung für «aus dem Internet» stehe. So weit, so schlecht.</p>
<p>Der Faktor Zeit spielt bei mutwilligen Übertretungen rechtlicher und berufsethischer Schranken im Internet eine entscheidende Rolle. Pressierts, passierts. Weshalb mühselig abklären, ob und wie und zu welchen Bedingungen, wenn doch alles schon pfannenfertig bereitliegt? Gelegenheit macht Diebe. Genauso gilt aber auch: Wo kein Kläger, da kein Richter. Die meisten Klauereien bleiben unentdeckt. Das liegt auch in der Natur des Digitalen. Niemand vermisst sein Bild oder seinen Text, wenn sie anderenorts veröffentlicht werden. Wer aber die eigenen Werke ungefragt andernorts vorfindet, fühlt sich hintergangen und staunt ob dem dreisten Vorgehen der Kopisten.</p>
<p>So erging es auch Monika Bütler. Eine Leserin der Schaffhauser Nachrichten machte <a href="http://www.alexandria.unisg.ch/persons/Monika_Buetler/L-en" target="_blank">die St. Galler Professorin</a> darauf aufmerksam, dass die Zeitung einen <a href="http://www.batz.ch/2012/02/batz-ch-ungefragt-in-den-schaffhauser-nachrichten/" target="_blank">Text aus ihrem Blog veröffentlicht hat</a>. Bütler staunte nicht schlecht. Denn gefragt hat man sie nie. Die Zeitungsredaktion nutzte den Blog als Selbstbedienungsladen. Vermutlich musste es auch in diesem Fall schnell gehen. Und es geht ja auch schnell: Copy, paste und der Diskussionsbeitrag steht im Blatt.</p>
<p>Als Bütler den Fall publik und ihrem Unmut über das dreiste Vorgehen Luft macht, richtet sich die <a href="http://swiss-lupe.blogspot.com/2012/02/durfen-zeitungen-raubkopieren-am.html" target="_blank">öffentliche Empörung</a> umgehend gegen Norbert Neininger, den Verleger der Schaffhauser Nachrichten. Ausgerechnet seine Zeitung wird des Contentklaus überführt! Neininger, der sich als Mitglied im Präsidium des Verlegerverbands für einen besseren Schutz des geistigen Eigentums von Journalisten und Verlagen starkmacht. Eines seiner Steckenpferde ist das sogenannte <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/verlage_haben_anrecht_auf_besseren_schutz_1.7232236.html" target="_blank">Leistungsschutzrecht</a>, das er am liebsten schon heute in der Schweiz einführen möchte. Damit würde das Zitieren aus Zeitungen, wie es z.B. Google für seine News-Plattform tut, entschädigungspflichtig. Und nun übernimmt Neiningers Blatt gleich einen ganzen Artikel, ohne eine Entschädigung dafür vorzusehen. Erst nachdem die Autorin den Fall publik gemacht hatte und Geld für den Abdruck verlangte, bot Neininger magere, aber durchaus branchenübliche 80 Franken. Zu einer gewundenen Entschuldigung im eigenen Blatt konnte sich Neininger schliesslich auch noch durchringen.</p>
<p>Doch seine Krisenkommunikation glich einer mittleren Katastrophe. Anstatt schnell zu reagieren und öffentlich eine unmissverständliche Entschuldigung auszusprechen, blieb es zuerst einmal still. Schliesslich durfte Neininger bei <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=100064" target="_blank">persoenlich.com</a> und dem Tages-Anzeiger unter gütiger Mithilfe der befragenden Journalisten, seine Rechtfertigungsversuche ausbreiten. So sieht sich der Verleger und Chefredaktor nicht etwa als Täter, sondern als Opfer einer Kampagne gegen ihn. Die unautorisierte Textübernahme sei ein «Versehen». Weiter darf sich Neininger  unwidersprochen darüber beklagen, dass auf Twitter «unreflektiert Vorwürfe» verbreitet würden, «ohne dass der Betroffene zu Wort kommt». Nun: Twitter ist eine Dialogplattform, die Neininger <a href="https://twitter.com/nneininger" target="_blank">selbst intensiv nutzt</a>. Er hätte also vom ersten Moment an die Möglichkeit gehabt, zeitnah und ungefiltert Stellung zu nehmen und die Kritik zu kontern.</p>
<p>Ohne den Täter damit entlasten zu wollen: Neininger und seine Zeitung haben letztlich nur das getan, was viele andere auch tun – egal ob Zeitungen oder Blogger. Zu einem Skandal taugt der Fall also schlecht. Die Kritiker sitzen selbst im Glashaus. Wer reinen Gewissens versichern kann, nie im Netz geklaut zu haben, werfe den ersten Stein.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/fintanstravels/3954311940/in/photolist-72qTb5" target="_blank">Flickr/fintbo (CC BY-NC-ND 2.0)</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/">Im Selbstbedienungsladen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Einzige Überlebensstrategie»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 10:54:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://www.enterpriseirregulars.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/pay-wall.jpg" class="alignleft" width="120" />Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren Zeitungsinhalte im Web bereits heute nur gegen Geld zugänglich sind, sehen sich auf dem richtigen Weg. Branchenbeobachter halten eine Paywall gar für überlebensnotwendig.<br />
<span id="more-28949"></span><br />
<strong>Stephan Russ-Mohl</strong>, Medienwissenschaftler und Professor an der Università della Svizzera italiana </p>
<blockquote><p>Bei den Amerikanern gibt es den schönen Spruch: &#8218;You can&#8217;t have a cake and eat it.&#8216; Genau das aber versuchen New York Times uns jetzt demnächst auch die NZZ: Sich ihre Online-Reichweite zu erhalten und trotzdem sich zusätzliche Einkünfte von ihren treuesten Lesern zu verschaffen. Aus meiner Sicht ist das die einzige wegweisende Überlebensstrategie für Qualitätsjournalismus, der nun mal Geld kostet und den die Werbewirtschaft absehbar nicht mehr, wie bisher im Print-Zeitalter üppigst finanzieren wird. Es wird viel davon abhängen, wie die NZZ ihr Ansinnen kommuniziert. Aber journalistische Unabhängigkeit ist nur dort zu haben, wo Leser/Hörer/Zuschauer oder Nutzer für diesen Journalismus bereit sind, zu bezahlen.</p></blockquote>
<p><strong>Karl Lüönd</strong>, Journalist und Branchenkenner </p>
<blockquote><p>Die NZZ setzt mit diesem Beschluss ein willkommenes und nötiges Zeichen gegen die Gratismentalität. Kein Unternehmen kann sich leisten, auf die Dauer seine Produkte zu verschenken. Über das Inkassosystem, das die NZZ anwenden wird, weiss man noch zuwenig. Entscheidend wird sein, dass sie es ohne die gierigen «Mitesser» aus der Telekom- und der Kreditkartenbranche schaffen.</p></blockquote>
<p><strong>Christoph Zimmer</strong>, Leiter Unternehmenskommunikation Tamedia </p>
<blockquote><p>Die Medienbranche in der Schweiz kann nur gewinnen, wenn alle Medienhäuser neue Angebote und Strategien ausprobieren. Der Erfolg von Newsnet und das eindrückliche Wachstum von 20 Minuten Online zeigen, dass sich grosse Redaktionen auch über Werbung finanzieren lassen. Bei bezahlten Angeboten stehen wir als Branche hingegen immer noch am Anfang eines vermutlich längeren Weges. Die Paid-Content-Strategie der NZZ ist genauso wie die iPad-App des Tages-Anzeigers ein Schritt auf diesem Weg. Wir werden die neue Strategie der NZZ wie auch die Paid-Content-Angebote anderer regionaler und nationaler Medienhäuser deshalb mit Interesse verfolgen und wünschen den Kolleginnen und Kollegen an der Falkenstrasse viel Erfolg.</p></blockquote>
<p><strong>Caroline Thoma</strong>, Geschäftsführerin Blick-Gruppe </p>
<blockquote><p>Das Blick-Portal wie die Printausgaben sind Massenmedien. Eine komplett kostenpflichtige Paywall bei Blick einzuführen ist aktuell keine Option für uns. Wir können uns jedoch vorstellen, zukünftig spezifische Inhalte kostenpflichtig anzubieten</p></blockquote>
<p><strong>Norbert Neininger</strong>, Verleger und Chefredaktor Schaffhauser Nachrichten </p>
<blockquote><p>Bei uns ist die Onlineausgabe schon lange nur für Zeitungsabonnenten gratis, unsere Sonntagsausgabe auf dem iPad (SN am Sonntag) wird nach einer Einführungsphase auch kostenpflichtig sein. Ich habe nie verstanden, warum die Verleger (sei es im Print, sei es Online) ihre Wertvollstes, ihre Inhalte, verschenken. Mit dieser Haltung bin ich auf unzähligen Podien und in vielen Kommentaren in den Social Media- und anderen Onlinewelten jahrelang zum Banausen abgestempelt worden, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Nun dürfte sich diese Beurteilung, nachdem einer nach dem anderen auf den richtigen Weg einschwenkt, etwas mildern.</p></blockquote>
<p><strong>Lukas Joos</strong>, Leiter Unternehmensentwicklung der Südostschweiz Medien </p>
<blockquote><p>Für uns ist klar, dass unsere Inhalte im Internet kostenpflichtig sein müssen, deshalb sind die «wichtigsten» Inhalte seit bald 10 Jahren hinter einer Paywall. Eine solche hält auf der einen Seite User ab, bildet aber auf der anderen Seite einen Mehrwert für unsere Abonnenten. Viel Traffic auf der Seite und den Apps wünscht sich vermutlich jeder Verlag, aber immer wichtiger wird die Qualität respektive das Profil der User. Eine Paywall schafft Transparenz. Zudem gilt meiner Meinung nach immer noch, was etwas kostet, ist (zumindest meist) auch etwas wert oder dessen Umkehrschluss.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">«Einzige Überlebensstrategie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Publireportage – wirklich weg damit?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/25/publireportage-wirklich-weg-damit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2011 09:50:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Schleichwerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Bauer]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Euro RSCG]]></category>
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		<category><![CDATA[Publireportage]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>
		<category><![CDATA[ASW]]></category>
		<category><![CDATA[SPRI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE fordert die Abschaffung der Publireportage, weil sie das Trennungsgebot zwischen redaktionellen und kommerziellen Inhalten bewusst unterläuft. Irreführende Werbeformen haben in Medien mit Qualitätsanspruch nichts verloren. Mit unserer Forderung sind wir nicht alleine. Wir haben Prominenz aus Werbung, Medien und Wissenschaft um einen Positionsbezug gebeten – und Erstaunliches erfahren. Die Expertenumfrage der MEDIENWOCHE zeigt <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/25/publireportage-wirklich-weg-damit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE fordert die <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/02/publireportage-%E2%80%93-weg-damit/">Abschaffung der Publireportage</a>, weil sie das Trennungsgebot zwischen redaktionellen und kommerziellen Inhalten bewusst unterläuft. Irreführende Werbeformen haben in Medien mit Qualitätsanspruch nichts verloren. Mit unserer Forderung sind wir nicht alleine. Wir haben Prominenz aus Werbung, Medien und Wissenschaft um einen Positionsbezug gebeten – und Erstaunliches erfahren.<br />
<span id="more-28839"></span><br />
Die Expertenumfrage der MEDIENWOCHE zeigt das ganze Spektrum zwischen totaler Ablehnung und strikter Befürwortung der Publireportage. Verbreitet ist die gemässigte Position, welche die Publireportage als Werbeform gutheisst, solange transparent ist, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelt.</p>
<p><strong>Stephan Russ-Mohl</strong><br />
<em>Medienprofessor und Leiter Medienobservatorium der Universität Lugano</em></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/russ_mohl.jpg" alt="" width="120" height="121" /> «Die sogenannte Publireportage ist Werbung, die mehr oder minder als redaktionelles Angebot verschleiert wird – also Schleichwerbung. Und damit der sicherste Weg, das Kostbarste zu zerstören, was Redaktionen haben können bzw. sich erarbeiten sollten: Glaubwürdigkeit bei ihren Publika. Verleger, die sich auf Publireportagen einlassen, tragen zur Kannibalisierung des Journalismus bei – jedenfalls dann, wenn sie für ihre journalistischen Produkte von ihren Publika weiterhin Geld sehen wollen. Bei Medienprodukten, die sich zu 100 Prozent aus Werbung finanzieren, wird es allerdings kaum ohne solche versteckten Werbeformen gehen. «Alles gratis» funktioniert als Geschäftsmodell eben nur, wenn die Werbetreibenden voll und ganz den journalistischen Content finanzieren. Und wer zahlt, schafft eben auch an!»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Markus Berger</strong><br />
<em>Direktor und Studienleiter SPRI</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/markus_berger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Publireportage – weg damit?  Auf keinen Fall! Vielleicht ist der Name tatsächlich ein Unding, das es zu beseitigen oder zu optimieren gilt. Meinetwegen mit dem ganz einfachen, auch gebräuchlichen «Anzeige». Aber das Gefäss brauchts weiterhin. Denn es gibt Marketingkommunikationsbotschaften, die kann und will man nicht nur mit schönen Bildern und Slogans vermitteln, sondern braucht dazu mehr Platz, mehr Hintergrund. Dazu eignet sich die «Publireportage» – ohne «pseudo-objektives» Zutun einer Redaktion. Und mit Glaubwürdigkeitsgewinn für Medium und Auftraggeber, wenn die (inhaltliche) Qualität stimmt und die Herkunft klar deklariert ist.<br />
Eine bedauerliche Entwicklung gibts diesbezüglich allerdings zu beobachten: immer mehr Auftraggeber finden in den Redaktionen keine ausreichend qualifizierten Journalisten mehr, die kritisch-kompetent über Produkte und Dienstleistungen berichten können. Darum wird, gerade auch in Fachpublikationen, vermehrt auf das Mittel dieser «Publireportage» gesetzt. Und das wirft nun tatsächlich kein gutes Licht auf die Medienlandschaft&#8230;»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Norbert Neininger</strong><br />
<em>Chefredaktor und CEO Schaffhauser Nachrichten</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/norbert_neininger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Ob sie nun Publireportagen oder Advertorials heissen: Entscheidend ist, dass dem Leser genügend deutlich klargemacht wird, dass es sich um Werbung und nicht um unbeeinflusste redaktionelle Beiträge handelt. Ihre Anfrage ist Anlass, um unsere diesbezügliche Praxis wieder einmal zu überprüfen.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Karl Lüönd</strong><br />
<em>Publizist und Buchautor</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/kari_lüönd.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Es ist wie mit dem Beton: Es kommt drauf an, was man draus macht! Transparenz löst 90 % aller medienethischen Probleme, deshalb finde ich Publi-Reportagen (oder Advertorials) unbedenklich, wenn sie klar als solche gekennzeichnet sind und/oder eine klare Absender-Adresse tragen. Auch der Inserent hat Freiheiten, zum Beispiel die Freiheit, komplexe Zusammenhänge differenziert zu erläutern, ab und zu halt mit journalistischen Mitteln. Solange Ross und Reiter kenntlich sind, bleibe ich tolerant.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Christoph Bauer</strong><br />
<em>CEO AZ-Medien</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/christoph_bauer.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Publireportagen haben sich als Werbeform etabliert. Es gibt keinen Grund sie abzuschaffen, wenn die Richtlinien der klaren Trennung zwischen redaktionellem und werblichem Text, der «Code of Conduct», durch differenzierte Schrift und Layout eingehalten werden. Leser sind mündig, kennen den Unterschied zwischen Werbung und redaktionellem Teil, werten diesen und entscheiden selber, was sie lesen wollen.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Josefa Haas</strong><br />
<em>Leiterin Medieninstitut</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/josefa_haas.jpg" alt="" width="120" height="120" /><br />
«Transparenz ist gefordert. Qualitätsmedien achten im eigenen Interesse darauf, dass klar erkennbar ist, wo es sich um eigene redaktionelle Leistungen und wo es sich um kommerzielle Kommunikation handelt.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Frank Bodin</strong><br />
<em>CEO Euro RSCG</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/frank_bodin.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Schon das Wort Publireportage ist eine Mogelpackung: Es gibt vor, eine Reportage für das Publikum zu sein, also Journalismus. Journalistische und werbliche Inhalte gehören getrennt. Ich wäre darum für eine Änderung des Hinweises &#8218;Publireportage&#8216;. Analog der englischen Bezeichnung &#8218;Advertorial&#8216; wäre &#8218;Werbe-Editorial&#8216; klarer oder einfach &#8218;Werbung&#8216; – denn Publireportagen sind eigentlich nichts anderes als schlecht gestaltete Werbung.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Hanspeter Lebrument</strong><br />
<em>Verleger Südostschweiz und Präsident Verband Schweizer Medien</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/hanspeter_lebrument.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Die Publireportage soll beibehalten werden. Es ist eine journalistische Form, die nicht unabhängig erfolgt, sondern zusammen mit dem Auftraggeber. Sie muss klar bezeichnet und in den Tarifen müssen die Bedingungen und die Preise klar angegeben werden.<br />
Ein grosser Teil des publizistischen Schaffens hat einen Publireportage-Charakter. Allerdings wird dafür nichts bezahlt. Im Kulturbereich, im Sport und in den Gesellschaftsrubriken fehlt vielfach das kritische redaktionelle Element. Es wird den beschriebenen Anlässen und Akteuren viel Liebes zu erkannt und wenig Kritisches vermerkt. Und das alles erst noch gratis.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Peter Grob</strong><br />
<em>Geschäftsführer Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/peter_grob.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Grundsätzlich wäre ich für eine Abschaffung von Publireportagen. Sollten sie aber weiterhin beibehalten werden, muss unbdingt klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Publireportage handelt. Der &#8218;Code of Conduct – Werbung in Medien&#8216; fordert dies von den Verlagen. Sobald ich sehe, dass es sich um eine Publireportage handelt, kann ich selber entscheiden, ob ich bereit bin, den Text zu lesen oder nicht. Gewisse Fachorgane brauchen diese Reportagen, sonst müssten sie eingehen.»</p>
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