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	<title>Sex | MEDIENWOCHE</title>
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	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 01 Jun 2021 19:18:27 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Dänische Reporterin berichtet aus dem Swingerclub – und macht selbst mit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/01/daenische-reporterin-berichtet-aus-dem-swingerclub-und-macht-selbst-mit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2021 19:18:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Im Grunde ist das ein Extrembeispiel für eine klassische Erlebnisreportage», meint ein Journalismus-Fachmann.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lassen sich mit Sex heute keine Zeitungen mehr verkaufen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/27/lassen-sich-mit-sex-heute-keine-zeitungen-mehr-verkaufen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 May 2021 18:31:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach über 40 Jahren stellt der «Blick» seine Sexualberatungs-Kolumne ein. Seit den 80er-Jahren wurden darin Fragen zu Beziehungen und Sex beantwortet – erst von Marta Emmenegger, zuletzt knapp zehn Jahren lang von Caroline Fux. Am 30. Juni erscheint «Fux über Sex» nun zum letzten Mal.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach über 40 Jahren stellt der «Blick» seine Sexualberatungs-Kolumne ein. Seit den 80er-Jahren wurden darin Fragen zu Beziehungen und Sex beantwortet – erst von Marta Emmenegger, zuletzt knapp zehn Jahren lang von Caroline Fux. Am 30. Juni erscheint «Fux über Sex» nun zum letzten Mal.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/27/lassen-sich-mit-sex-heute-keine-zeitungen-mehr-verkaufen/">Lassen sich mit Sex heute keine Zeitungen mehr verkaufen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Werbung für Sex ist grundsätzlich nicht verboten»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/30/werbung-fuer-sex-ist-grundsaetzlich-nicht-verboten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2019 10:26:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Steiger ist auf Recht im digitalen Raum spezialisiert. Der Jurist über Möglichkeiten und Grenzen der Gemeinde Ittenthal, sich gegen eine Verwendung der Domain ittenthal.ch für Sexangebote zu wehren, und weshalb er nicht glaubt, dass die Website dem «Brand» der Gemeinde schadet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Steiger ist auf Recht im digitalen Raum spezialisiert. Der Jurist über Möglichkeiten und Grenzen der Gemeinde Ittenthal, sich gegen eine Verwendung der Domain ittenthal.ch für Sexangebote zu wehren, und weshalb er nicht glaubt, dass die Website dem «Brand» der Gemeinde schadet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/30/werbung-fuer-sex-ist-grundsaetzlich-nicht-verboten/">«Werbung für Sex ist grundsätzlich nicht verboten»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Provokateur</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2014 06:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bahnerth]]></category>
		<category><![CDATA[Blocher-Medien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michael Bahnerth ist einer der umstrittensten Journalisten auf dem Medienplatz Basel. Seine oftmals schlüpfrigen Auslassungen über Sex, Feminismus und Veganertum sorgen in der Stadt regelmässig für Empörung. Dabei sind die Provokationen des BaZ-Autors oft simpel gestrickt und leicht durchschaubar. Wer seine Texte nicht mag, sollte ihm nicht den Gefallen tun, sie allzu ernst zu nehmen. <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Michael Bahnerth ist einer der umstrittensten Journalisten auf dem Medienplatz Basel. Seine oftmals schlüpfrigen Auslassungen über Sex, Feminismus und Veganertum sorgen in der Stadt regelmässig für Empörung. Dabei sind die Provokationen des BaZ-Autors oft simpel gestrickt und leicht durchschaubar. Wer seine Texte nicht mag, sollte ihm nicht den Gefallen tun, sie allzu ernst zu nehmen.</strong></p>
<div align="right">
<h2>«Ich Kleinbürger weiss, wovon ich spreche, wie sich das anfühlt, zumindest für den Moment eines Augenblickes Playboy zu sein.»</p>
<p>Michael Bahnerth in der Basler Zeitung vom 8. August 2014.</h2>
</div>
<p></p>
<p><em>Schwungvollen Schrittes kommt Michael Bahnerth die Treppe herauf. Trotz seiner fünfzig Jahre ist das sonnengebräunte Gesicht jugendlich geblieben, das aufgeknüpfte Hemd gibt den Blick auf die behaarte Brust frei. Bahnerths Lächeln ist selbstbewusst: ein echter Kerl, einer, der weiss, was er will. Ein Playboy, der Frauen wie Männer für sich einnehmen kann.</em></p>
<p>So oder ähnlich würde Michael Bahnerth wohl ein Porträt über Michael Bahnerth beginnen. Bahnerths Sprache ist salopp, manchmal derb, seine Themenwahl kontrovers. Seine Texte handeln von «Strassennutten» und vom «Flatrateficken», von besoffenen Hinterwäldlern im Wallis und von Martina Hingis’ «verruchtem Mund». Besonders in Erinnerung geblieben ist ein <a href="http://bazonline.ch/basel/stadt/Eva-Herzog--Annaeherung-an-eine-Unnahbare/story/21799182">Porträt der Basler Regierungsrätin Eva Herzog</a>, das ihm 2012 einen veritablen Shitstorm einbrachte.</p>
<p>Kein Wunder, dass Bahnerth die Leserschaft der Basler Zeitung polarisiert. Kein Wunder auch, dass er in meinem – selbstverständlich linksliberalen – Basler Bekanntenkreis nicht gerade Begeisterungsstürme entfacht. Wer die BaZ noch liest, hat über Bahnerth wenig Gutes zu berichten. Für meine Freunde ist Bahnerth ein «Hassprediger», «betreibt Schlammschlacht-Journalismus», «schreibt auf Schülerzeitungsniveau». «Sprachlich gut, inhaltlich primitiv» ist noch das positivste Urteil, das ich zu hören bekomme.</p>
<p>Eigentlich wollte ich mit Bahnerth ja vegan essen gehen, den militanten Karnivoren mit seiner Horrorvorstellung einer rein pflanzlichen Ernährung konfrontieren. Dann kam die Absage: Er esse abends nicht vegan, liess Bahnerth wissen. So sitzen wir nun halt bei einer Flasche Rotwein auf der Terrasse des «Don Camillo» in der ehemaligen Basler Warteck-Brauerei und warten auf das gebratene Lammrückenfilet mit Ofengemüse und Kartoffeln, das Bahnerth hier immer bestellt.</p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br /> <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Offen gestanden finde ich viele von Michael Bahnerths Artikeln etwas, na ja, doof. Zu repetitiv seine Themen (Sex, Veganer, Frauen, das Mannsein, Sex), zu offensichtlich seine Provokationen (Sex! Sex! Sex!), zu simpel das Weltbild, welches er vertritt (geniesserische Playboys vs. lustfeindliche Emanzen-Veganer). Trotzdem, einen gewissen Unterhaltungswert haben Bahnerths boulevardeske Elaborate manchmal schon, gerade dadurch, dass sie sich eigentlich vorwiegend um seine eigenen Neurosen drehen. Und ab und zu veröffentlicht Bahnerth auch ein differenziertes Porträt, zum Beispiel jene über <a href="http://tablet.baz.ch/artikel/?objectid=A7F1C5F6-0063-6082-F4C42BEFF04940DC">Ralph Grosse-Bley</a> oder Niklaus Meienberg. Der arrogante Boulevard-König und der spöttische Querulant: zwei Charaktere, für die Bahnerth offenbar viel Verständnis aufbringt.</p>
<p>Auf jeden Fall war ich im Vorfeld des Treffens überzeugt, dass ein Abendessen mit Bahnerth unterhaltsam sein dürfte. Und tatsächlich: Bahnerth ist witzig, jovial, spricht viel und flüssig, hört sich selbst gerne sprechen. Und kann sich durchaus auch einmal in Rage reden, wenn es um seine Dauerbrenner-Themen geht: missionarische Veganer, Gender Studies («Bullshit!») und die Bevormundung der mündigen Bürger durch staatliche Überreglementierung. Die Rolle des Mannes (sprich: Michael Bahnerths) nach der Emanzipation der Frau ist auch so ein Thema – das scheint ihn, warum auch immer, ernsthaft zu beschäftigen.</p>
<p>Hätte ich aber gehofft, dass Bahnerth im Gespräch eine haarsträubende Aussage nach der anderen bringt (und ein bisschen habe ich das natürlich schon gehofft), ich wäre enttäuscht worden. Vieles, was er in seinen Artikeln völlig überspitzt formuliert («Die Geschichte der Emanzipation ist eine Tragödie. Und zwar für alle Beteiligten.»), klingt im Gespräch viel moderater («Selbstverständlich war die Emanzipation der Frau keine negative Entwicklung. Aber nun müssen auch wir Männer uns neu definieren.»). Man kann ihm dann zwar immer noch widersprechen, ihn zu etwas mehr Gelassenheit aufrufen. Aber als der reaktionäre Berserker, als den ihn manche sehen, gibt sich Bahnerth nicht. Offensichtlich ist er hier, bei Lammfilet und Rotwein auf der gemütlichen Terrasse, nicht im Provokationsmodus.</p>
<p>Bahnerth, der nie studiert hat, ist gebürtiger Basler, hat aber viele Jahre in Berlin gelebt und als Reisejournalist für die «Zeit» gearbeitet. 2011 ist er, wie so viele Heimwehbasler, nach Basel zurückgekehrt. Und beklagt sich nun, wie so viele Basler, über die Provinzialität seiner «furchtbar kleinen» Heimatstadt, die sich selbst viel zu wichtig nimmt und die ihm, dem kosmopolitischen Lebemann, durch Rauchverbote und «Veloisierung» das Leben schwer macht.</p>
<p>Dafür ist Bahnerth voll des Lobes für seinen Chefredaktor Markus Somm: «Soviel Freiheit hatte ich noch nie. Ich kann schreiben, was ich will.» Wobei diese Narrenfreiheit nicht wahnsinnig erstaunt – teilt der Freiheitsapostel Bahnerth doch viele von Somms konservativ-libertären Ansichten. Dass er aber für Somm eine politische Agenda mitträgt, dass er zuständig ist für die Verteidigung eines konservativen Gesellschaftsbilds, dass sein Chef ihn ganz bewusst als Agent Provocateur einsetzt: all dies bestreitet Bahnerth. «Ich bin weder rechts noch links, sondern ein Freund des gesunden Menschenverstands. Aber ein funktionierender Liberalismus ist nun mal eher rechts der Mitte zu finden.»</p>
<p>Überhaupt schreibe er lieber über das, was die Menschen beschäftigt, als über die «Schattengefechte» der Politik. Bahnerth, der – natürlich – auf Hemingway und Hunter S. Thompson steht, hat denn auch gar kein Problem damit, als Boulevard-Journalist bezeichnet zu werden: «Das Schonungslose des Boulevards finde ich spannend, das Berichten über the dirty side of life.» Die Suche nach dieser dirty side im beschaulichen Basel führt Bahnerth auch öfter zu ziemlich grotesken Unternehmungen. Etwa wenn er Jahr für Jahr die Erotikmesse Extasia («diese Scheiss-Dildoveranstaltung») besucht und dort so gar nichts ekstatisches findet.</p>
<p>Bleibt eben die Provokation, ein journalistisches Mittel, welches Bahnerth routiniert beherrscht: hier ein etwas vulgärer Ausdruck, dort eine leicht sexistische Bemerkung, immer knapp an der Grenze des Unanständigen. Wobei das Provozieren laut Bahnerth nicht nur Selbstzweck ist: «dann könnte ich einfach einmal pro Artikel das Wort ‹Schwanz› verwenden» (gut, allzu weit ist er davon nicht entfernt). Vielmehr gehe es ihm darum, die Leute wachzurütteln, sie hinzuweisen beispielsweise auf die Verlogenheit einer Gesellschaft, in der Pornographie zwar allgegenwärtig sei, aber die Medien sich in Prüderie übten. Die Provokation sei ein schönes Mittel, Stellung zu beziehen, die Leute zum Nachdenken über Tabus zu bringen: «Es gibt nichts Schlimmeres für einen Journalisten, als die Leute zu langweilen.»</p>
<p>Damals, beim Herzog-Porträt, ging er damit wohl etwas zu weit. Aus Ärger über Herzogs mangelnde Kooperation füllte er den Artikel mit haltlosen Spekulationen und Andeutungen über ihr Privatleben («Hat sie mal im Bett mit einer lesbischen Freundin gekifft?»), dichtete ihr sogar eine Affäre mit ihrem Regierungsratskollegen Christoph Brutschin an. Statt über Herzogs Politik schwadronierte Bahnerth über ihre angeblichen Tanzkünste («sündiger Hüftschwung») und ihre Haarfarbe. Es war, da waren sich fast alle einig, ein ziemlich sexistischer Text.</p>
<p>Klar, das Porträt sei sehr grenzwertig gewesen, gibt Bahnerth heute zu. Aber er sei nun mal ein «Instinktschreiber», dem die Sätze «einfach rausflutschen». Immerhin habe er durch den Artikel seinen Bekanntheitsgrad gesteigert, werde auch nach fast zwei Jahren noch darauf angesprochen. Also doch Selbstvermarktung durch Provokation? Seine Kritiker machten es ihm damals aber auch etwas gar einfach in ihrer Empörung über sein «widerliches Machwerk», das er, wie Constantin Seibt mit fast schon bahnerthscher Schnoddrigkeit schrieb, <a href="https://twitter.com/ConstSeibt/status/281472820981161987">«quasi mit dem Pimmel gemalt»</a> habe.</p>
<p>Trotz, nein, gerade wegen der politischen Dimension seiner Texte sollte man Bahnerth also nicht den Gefallen tun, ihn allzu ernst zu nehmen. Er selber tut das wohl auch nicht. Wie könnte er auch? Schreibt er doch Sätze wie diese: «Es gibt einen Grund, warum zwei Drittel aller Männer Hausfrauen bevorzugen: weibliche Fürsorge als Lohn für den Kampf mit den andern Männern da draussen. Es ist wie mit Mama, nur mit Sex. Natürlich will die neue Frauengeneration dann männliche Fürsorge: also Papa, nur mit Sex.» Na ja. Man kann das kindisch finden. Man kann es obszön finden. Man kann es langweilig finden. Aber schadet Bahnerth wirklich dem Journalismus, <a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/ergaenzungenzumheft/bahnerthbazschadetdemjournalismus.html">wie Philipp Cueni einmal schrieb</a>?</p>
<p>Schlussendlich kommt es wohl darauf an, ob man in Michael Bahnerth den kalt berechnenden Propagandisten der Sommschen konservativen Revolution sieht – oder den flapsig-sympathischen Geniesser, dessen Sticheleien so unüberlegt wie harmlos daherkommen. Meine Vermutung ist, dass es, Bahnerths Beteuerungen zum Trotz, beide Bahnerths gibt. Und an diesem warmen Septemberabend ist es der nette, versöhnliche Michael Bahnerth, der ein letztes Mal unsere Gläser mit Wein füllt. Es ist längst dunkel geworden, das Gespräch ist beinahe zu Ende, die Kellnerin räumt die Teller weg. Bahnerth – und auch das war ja zu erwarten – hat nur das Fleisch gegessen.</p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Une femme de lettre»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/09/22/une-femme-de-lettre/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/09/22/une-femme-de-lettre/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Sep 2013 09:21:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Aline Graf]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg Ramspeck]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Niklaus Meienberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Niklaus Meienberg und Aline Graf führten von 1984 bis zu seinem Tod 1993 eine Beziehung, die vor allem aus Sex und Gesprächen bestand. Das Buch von 1998, «Der andere Niklaus Meienberg &#8211; Aufzeichnungen einer Geliebten», wieder gelesen. Die viereinhalb Jahre nach dem Selbstmord von Niklaus Meienberg erschienenen Aufzeichnungen von Aline Graf sind mit Vorsicht zu <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/22/une-femme-de-lettre/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Niklaus Meienberg und Aline Graf führten von 1984 bis zu seinem Tod 1993 eine Beziehung, die vor allem aus Sex und Gesprächen bestand. Das Buch von 1998, «Der andere Niklaus Meienberg &#8211; Aufzeichnungen einer Geliebten», wieder gelesen.<br />
<span id="more-15916"></span><br />
Die viereinhalb Jahre nach dem Selbstmord von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Niklaus_Meienberg">Niklaus Meienberg</a> erschienenen Aufzeichnungen von Aline Graf sind mit Vorsicht zu konsumieren, sie zeigen lediglich die eine Seite einer Beziehung auf. Doch sie wirken authentisch und lösen das Versprechen, einen «anderen Meienberg» zu zeigen, durchaus ein. Ein gieriger, brummliger, ernsthafter, egoistischer, bisweilen auch depressiver Meienberg. Was auch immer das Buch an nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Enthüllungen bereit hält, kleingeistig oder kleinmütig wirkt Meienberg dabei nie. Nie geht es ihm um den Schein, immer um die Sache.</p>
<p>Ein Telefongespräch auf Seite 117 bringt die Beziehung der beiden auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>Und weiter belehre ich ihn: «Moi je suis une femme de lettre, pour ça je ne peux pas te dire ce que je porte», M. lenkt sofort ein.</p></blockquote>
<p>Meienberg ruft Graf alle paar Tage, paar Wochen wieder an, auch mitten in der Nacht oder frühmorgens, fragt, was sie grade an habe und gibt dann bekannt, er komme in einer halben Stunde vorbei. Dann trinkt man und treibt es miteinander, öfters auch zweimal. Mehrfach zerreisst Meienberg dabei Grafs Unterwäsche, sie notiert ins Tagebuch, wie viel die Dessous jeweils gekostet haben &#8211; um sich wenige Seiten später über den Geiz Meienbergs auszulassen, der sie nie zum Essen einlädt und ihr nie etwas mitbringt. Sie konversieren auf Französisch oder Hochdeutsch, manchmal auch auf Englisch, ihm geht es um den Sex, ihr um die Gespräche, die Liebe, die Dichtkunst, das Leben und noch viel mehr, ein Drama zwischen zwei Menschen. Warum Meienberg sie immer wieder anruft? «Weil du so offen bist.» (S. 61).</p>
<p>«M.», wie sie ihn stets vielsagend nennt, will von ihr wissen, welche der Benennungen für den Geschlechtsverkehr sie am besten finden würde: «Bumsen, vögeln, ficken, nehmen etc.»; doch sie findet alle diese Ausdrücke «vulgär, abgegriffen, abgeschmackt und daneben» (S. 186). Aline Graf nutzt tatsächlich keine solchen Begriffe, sie schreibt von «frequentieren», «praktizieren», «Liebes-Angelegenheit», «Liebes-Gerangel» oder schreibt einfach nüchtern: «Nachdem die sexuelle Angelegenheit erledigt ist &#8230;» (S. 118).</p>
<p>Das Buch zeugt davon, wie zwei aneinander geraten können, und nicht wieder voneinander loskommen. Aus einer zufälligen Bekanntschaft in einem Nachtzug nach Paris wird für beide mehr, als sie sich selbst eingestehen wollen, eine Art gegenseitiges Suchtverhältnis. Graf über ihn (S. 403): «Mit gebrochener, abgrundtief depressiver Stimme fleht er mich an, ihn doch anzurufen &#8230;». Graf über sich (S. 97): «Ich beschliesse, zu einem Psychiater nach Rapperswil zu gehen, um von M. loszukommen». Ein halbes Jahr nach Erscheinen des Buchs <a href="http://lukesch.ch/Text98_28.htm">beklagt sie bitter</a>:</p>
<blockquote><p>Na wunderbar: Tote Männer sind also automatisch gute Männer. Nein, ich weigere mich, bei dieser ganzen verlogenen Tabuisierung von Tod und Selbstmord mitzumachen. Und ich halte auch nichts davon, aus Künstlern und Schriftstellern halbe Heilige zu machen, die Anrecht auf eine Sonderbehandlung haben. Meienberg war eine Person der Öffentlichkeit, und wenn eine solche Person moralisch verwerfliche Sachen macht und eine Frau acht Jahre lang in seiner Abhängigkeit hält, darf man das ja wohl schreiben.</p></blockquote>
<p>Waren die immer neuen Kontaktversuche von Meienberg moralisch verwerflich? Immerhin ist Graf auf diese stets aus freien Stücken eingegangen und hat auch selbst den Kontakt immer wieder aufgenommen. Während er ihr gegenüber bemerkenswert ehrlich war, hat sie ihn mit ihren heimlichen Notizen hintergangen und am Ende aus der Beziehung sogar künstlerisch und finanziell Kapital geschlagen. Ernsthafte Bemühungen, sich von ihm zu lösen, finden sich in den Aufzeichnungen erst 1991. Im Eintrag vom 13. Juni heisst es:</p>
<blockquote><p>Eigentlich ist mein Leben alles andere als abgeschlossen. Der Aufbruch findet erst statt. Meine Befreiung von M. ist das Grösste für mein Ich, wenn überhaupt etwas wichtig ist. Der bedeutendste Punkt in meinem Dasein.</p></blockquote>
<p>Ihrer Situation ist sie sich durchaus bewusst (S. 245/246):</p>
<blockquote><p>Er könnte mit tausend polnischen Krankenschwestern weggehen, ich hätte kein Recht, ihm etwas vorzuwerfen. Meine Eifersucht, die ich anderen immer vorhalte. Ich weiss, dass ich absolut kein Recht auf ihn habe. Trotzdem brennt sich dieses Gefühl wie ein Feuer-Schwert in mein Herz, in meine Eingeweide hinein, zerstört mich, zerstört mein Ich! Mein ganzes Selbstbewusstsein! Es macht mich schlechtweg «mad».</p></blockquote>
<p>Jedes Mal, wenn sie Konkurrentinnen wittert, gerät sie in eine Krise und reagiert unsouverän. Einer attestiert sie «zerbrechliche Geissen-Beinlein» (S. 167), über eine andere heisst es: «Sie ist so gross wie ich, aber das Unförmige sind bei ihr die Hüften, sie hat keine Hüften» (S. 146).</p>
<p>Um das Thema Selbstmord geht es öfters im Buch: «Ich bin stark suizidgefährdet», sagt Meienberg (S. 139). Und fragt sie (S. 211): «Was macht man gegen Depressionen?»:</p>
<blockquote><p>Ich frage M., wie sich diese Depressionen bei ihm auswirken würden, er gesteht, er sei dann gedanklich verwirrt, könne keinen klaren Gedanken fassen. Die letzten Tage hätte er als Ablenkung gelesen. Aber das gehe auch nicht endlos so weiter. Man könne nicht immer Zuflucht zum Lesen finden. Natürlich sei er dann zu gelähmt, um zu schreiben, sei zur Untätigkeit verdammt.</p></blockquote>
<p>Das Problem der Beziehung ist das Gefälle. Er, der immer berühmter werdende Schriftsteller und Journalist, sie, die 17 Jahre jüngere, vor der Öffentlichkeit versteckte, literarisch erfolglose. Meienberg gibt sich tatsächlich Mühe (oder behauptet das zumindest ihr gegenüber), ihre dichterische Arbeit mit seinen Kontakten zu fördern, doch die Redaktionen und Verlage reagieren nur immer mit höflichen Absagen und Ausweichmanövern. Selbst nach den verheerenden Reaktionen auf die Veröffentlichung und einem desaströsen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=y9yWFS02VSU">Interview mit Roger Schawinski</a> gibt sich Graf <a href="http://www.lukesch.ch/Text98_28.htm">zuversichtlich</a>: «Das war mein erstes, noch relativ harmloses Buch. Aber die Öffentlichkeit wird mit mir rechnen müssen &#8211; da kommt noch einiges.» Selbst vom Literaturnobelpreis träumt sie öffentlich.</p>
<p><iframe width="460" height="345" src="//www.youtube.com/embed/y9yWFS02VSU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Veröffentlicht wurde seither nichts mehr, Graf lebt zurückgezogen, zuletzt bekannt wurde <a href="http://www.meienberg.ch/aktuell/ueberbleibsel/archiv-ueberbleibsel/was-macht-eigentlich-aline-graf/index.html">2005</a>, dass sie als Übersetzerin arbeitet. In der Rezension des «Spiegel» (<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7892347.html">«Die Affäre der Einsamen»</a>) ist zu lesen, sie sei «bildungshungrig, prominentengeil und schutzbedürftig». Graf sieht diesen Text <a href="http://www.lukesch.ch/Text98_28.htm">so</a>:</p>
<blockquote><p>Vergessen Sie nicht: Sogar der «Spiegel» hat mein Buch wohlwollend besprochen. Das ganze war für mich eine hochinteressante Erfahrung, die mir viel über den Zustand der Schweiz offenbart hat.</p></blockquote>
<p>Das Ungleichgewicht zwischen Meienberg und ihr, aber auch zwischen den eigenen Vorstellungen und der Realität, muss verarbeitet werden. So entsteht das 800-seitige, handschriftliche Manuskript. Es landet bei Jürg Ramspeck, der es auf die Hälfte kürzt und dabei vor allem die erotischen Stellen kürzt, was erstaunt, strotzt das Tagebuch doch nur so von pikanten Passagen.</p>
<p>Ramspeck befindet sich bei der «Weltwoche» nach 14 Jahren in der Chefredaktion in bereits gekündigtem Zustand und muss noch ein paar Monate absitzen. Also kommt man auf die Idee, dass er das Buch als Lektor betreut. In drei Monaten tippt er das Manuskript druckfertig in den Computer ab und nimmt so auch am Schicksal von Graf teil: «Ich hatte nie das Gefühl, dass sie Meienberg niedermacht. Sie hat ihre Erlebnisse verarbeitet beim Niederschreiben.» Ramspeck betreute Meienberg als Redaktor bei der Weltwoche: «Er wollte ernstgenommen werden als Autor und Historiker und nicht angehimmelt werden von Leuten, die in ihm den Bürgerschreck sahen. Er wollte immer Gegenwind, er wollte jemand, der ihn kritisch liest und ihm auch kritische Rückmeldungen gibt.»</p>
<p>Die Ablehnung des Buchs durch die Medien ist so einhellig (Ausnahme: Yvonne-Denise Köchli in der «Weltwoche») und hämisch nicht gerechtfertigt. Sie entstammt grösstenteils dem Neid auf das eigensinnige Leben Meienbergs einerseits und der Schadenfreude über die «Rache» seiner heimlichen Geliebten andererseits. Oder ging es um echte Solidarität ihm gegenüber, der zur Veröffentlichung nichts mehr sagen konnte? Dann hätte man das Buch nicht herausgeben und diskutieren dürfen. Es scheint fast, als hätten sich damals einige daran ergötzt, des grossen Meienbergs privates Leben so aufgedeckt zu sehen.</p>
<p>Ob das eigenwillig aufgeschriebene und inhaltlich einzigartige Werk literarischen oder dokumentarischen Gehalt hat, ist fraglich. Doch die Literaturwissenschaft täte gut daran, Aline Grafs originale Aufzeichnungen einer Analyse zu unterziehen, sie sind vielleicht wertvoller, als viele glauben. Dem «Tages-Anzeiger» sagte sie 1999:</p>
<blockquote><p> Das Buch hat bei vielen Wut erzeugt. Der ganze Volkskörper Schweiz hat sich auf mich geworfen. Ein Minimum an Menschlichkeit wäre schön gewesen. Es ist doch gemein, dass Spiesser, die selbst nicht den Mut haben, persönliche Dinge zu nennen, so auf einen losgehen. Der Öffentlichkeit und den Medien fehlen einfach die emotionale Intelligenz, um meinen Fall zu begreifen.</p></blockquote>
<p><small>«Der andere Niklaus Meienberg &#8211; Aufzeichnungen einer Geliebten» (Weltwoche ABC Verlag, 1998, 422 Seiten).</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/22/une-femme-de-lettre/">«Une femme de lettre»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Sex sells? Gemeindeschreiber sells!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/12/16/sex-sells-gemeindeschreiber-sells/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 09:33:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Glosse]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[These]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn sich die Realität nicht an die These halten will oder wie ein Gemeindeschreiber zum Star einer Reportage avanciert, weil der Sex nichts hergab. «Weisch», sagt der Gemeindeschreiber, «das sind Leute wie du und ich.» Er duzt mich und meint dann: «Du könntest auch dort arbeiten.» Er stellt sich als Karl vor und scheint mich <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/16/sex-sells-gemeindeschreiber-sells/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/12/pin-up-girl.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> Wenn sich die Realität nicht an die These halten will oder wie ein Gemeindeschreiber zum Star einer Reportage avanciert, weil der Sex nichts hergab.<br />
<span id="more-28957"></span><br />
«Weisch», sagt der Gemeindeschreiber, «das sind Leute wie du und ich.» Er duzt mich und meint dann: «Du könntest auch dort arbeiten.» Er stellt sich als Karl vor und scheint mich wie selbstverständlich den Huren zuzurechnen, die im Etablissement in seinem idyllischen Dorf im Zürcher Oberland arbeiten. Er ist klein und dick, 50-plus. Wir unterhalten uns über ungarische Prostituierte und meine geplante Reportage darüber, wie sich das horizontale Gewerbe mit dem Dorfleben verträgt. Der Besitzer des Tattooladens gleich nebenan ist ebenfalls Ungare. Er heisst auch Karl und hat nur ein «fucking bitches» für seine Landsfrauen übrig. </p>
<p>«Weisch», sagt der Gemeindeschreiber, «die sehen am Tag ganz normal aus wie du oder so. Nur nachts tragen die Federzeugs und Plateau-Stögis. Die sind voll und ganz integriert bei uns. Kein Thema.» Und er hört nicht mehr auf: «Also ich weiss nicht, was du hier journalistisch machen willst». Bitte? «Ja, eben. Wir haben keine Probleme im Dorf. Ich habe kein Problem mit den Ladys.» Er zieht dabei das a ganz lang und macht daraus Laaaaidis. «Und ich habe kein Problem mit den Jugos, die am Bahnhof rumhängen. Weisch, wegen denen müssen wir alles absperren, die machen alles kaputt!» Okay Karl, denke ich mir, du bist irgendwie massiv asozial und irgendwie massiv komisch. Und auf seinem Pult stehen zig Bilder von blonden, lächelnden Kindern. Vater ist der auch noch. Nennt er seine Frau auch Laaaiidiii? Ich will es gar nicht wissen.</p>
<p>Ich hatte das Konzept der Reportage klar vor Augen: Dorf und Sexclub beissen sich, Bordellbesitzer, Sprecherin des Elternvereins, Gemeindeschreiber und Prostituierte geben ein schillerndes Ensemble, eine Story, die sich gut verkauft. Sex sells halt. Doch diesmal läuft die Geschichte anders und ich muss eingestehen: Gemeindeschreiber sells. Man ist nie vor Überraschungen gefeit, drum liebe ich meinen Job.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/16/sex-sells-gemeindeschreiber-sells/">Sex sells? Gemeindeschreiber sells!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein Sommer voller Anti-Erotik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 06:48:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Übersax]]></category>
		<category><![CDATA[Prominente]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Denkt man an den «Blick», so kommen einem barbusige Frauen auf Seite 3 in den Sinn, Miezen, wie ihnen Ex-Chefredaktor Peter Übersax sagt, der in den 1980er-Jahren mit Bingo, Sex und Ausländerthemen die Auflage steigerte. Doch die Zeiten, in denen eine hübsche Frau in Unterwäsche oder weniger ausreichte, um die Leser zu erfreuen, sind offenbar <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/">Ein Sommer voller Anti-Erotik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Denkt man an den «Blick», so kommen einem barbusige Frauen auf Seite 3 in den Sinn, <a href="http://www.derbund.ch/kultur/diverses/Wir-hatten-Beziehungen-zu-Leuten-die-diese-Miezen-zuechteten/story/19528876">Miezen</a>, wie ihnen Ex-Chefredaktor Peter Übersax sagt, der in den 1980er-Jahren mit Bingo, Sex und Ausländerthemen die Auflage steigerte. Doch die Zeiten, in denen eine hübsche Frau in Unterwäsche oder weniger ausreichte, um die Leser zu erfreuen, sind offenbar vorbei. 2011 muss immer noch etwas dazu offeriert werden: Prominenz, Unglücke, Unfälle oder Häme.<br />
<span id="more-28926"></span><br />
Zuletzt ergötzte sich das Portal an einem weissen Faden, der neben dem Bein einer 18-jährigen Miss-Schweiz-Kandidatin zu sehen war, ein <a href="http://www.blick.ch/people/missschweiz/cleo-heuss-hat-schon-bessere-tage-erlebt-182712">&#8222;schlimmes Miss-Geschick&#8220;</a>, das <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/schweizer_trash-kultur_1.12806764.html">auch andere Medien</a> begierig aufgriffen. Sex oder auch einfach nur Sinnlichkeit geht bei «Blick Online» oft einher mit Peinlichkeit und Unglück. Als wäre es etwas, das keine Freude bereitet. Ein Blick zurück auf den Sommer 2011 mit Teasern, die laut «Klick mich» schreien.</p>
<p>20. April 2011:<br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4170" title="Blick 2011 04 20" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-04-20.png" alt="Blick 2011 04 20" width="450" height="160" /></p>
<p>3. Mai 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4171" title="Blick 2011 05 03" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-05-03.png" alt="Blick 2011 05 03" width="450" height="160" /></p>
<p>6. Mai 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4172" title="Blick 2011 05 06" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-05-06.png" alt="Blick 2011 05 06" width="450" height="157" /></p>
<p>16. Mai 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4173" title="Blick 2011 05 16" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-05-16.png" alt="Blick 2011 05 16" width="450" height="155" /></p>
<p>8. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4176" title="Blick 2011 06 08" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-08.png" alt="Blick 2011 06 08" width="450" height="160" /></p>
<p>9. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4177" title="Blick 2011 06 09" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-09.png" alt="Blick 2011 06 09" width="450" height="151" /></p>
<p>19. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4178" title="Blick 2011 06 19" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-19.png" alt="Blick 2011 06 19" width="450" height="156" /></p>
<p>20. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4179" title="Blick 2011 06 20" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-20.png" alt="Blick 2011 06 20" width="450" height="151" /></p>
<p>23. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4180" title="Blick 2011 06 23" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-23.png" alt="Blick 2011 06 23" width="450" height="151" /></p>
<p>27. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4182" title="Blick 2011 06 27" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-27.png" alt="Blick 2011 06 27" width="450" height="150" /></p>
<p>12. Juli 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4184" title="Blick 2011 07 12" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-07-12.png" alt="Blick 2011 07 12" width="450" height="153" /></p>
<p>20. Juli 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4186" title="Blick 2011 07 20" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-07-20.png" alt="Blick 2011 07 20" width="450" height="152" /></p>
<p><small>Alle Bilder: Screenshots blick.ch von April bis Juli 2011.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/">Ein Sommer voller Anti-Erotik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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