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	<title>SF | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Ein Lob auf den «Literaturclub»</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lothar Struck]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Oct 2012 08:56:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie gehören zum Inventar öffentlich-rechtlicher Fernsehprogramme, die Literatursendungen. Im Vergleich mit seinen deutschen Pendants fällt dabei der «Literaturclub» des Schweizer Fernsehens SF seit je her positiv auf. Anstatt dem Feuilleton-Mainstream hinterherzulaufen, nehmen sich die «Club»-Kritiker regelmässig auch sperrige Stoffe vor. Mit Stefan Zweifel als neuem Gastgeber setzt SF auf Kontinuität. Vier Menschen reden 75 Minuten <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/23/ein-lob-auf-den-literaturclub/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie gehören zum Inventar öffentlich-rechtlicher Fernsehprogramme, die Literatursendungen. Im Vergleich mit seinen deutschen Pendants fällt dabei der «Literaturclub» des Schweizer Fernsehens SF seit je her positiv auf. Anstatt dem Feuilleton-Mainstream hinterherzulaufen, nehmen sich die «Club»-Kritiker regelmässig auch sperrige Stoffe vor. Mit Stefan Zweifel als neuem Gastgeber setzt SF auf Kontinuität.<br />
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Vier Menschen reden 75 Minuten über vier, fünf zumeist neu erschienene Bücher: 1990 wurde innerhalb der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Club_(Fernsehsendung)" target="_blank">«Club»-Sendungsreihe</a> der «Literaturclub» im Schweizer Fernsehen eingerichtet. Nicht nur von Ferne grüsste das «Literarische Quartett» vom ZDF das gegen jede Erwartung zu einem Erfolg (was zumeist bedeutet: Quotenerfolg) wurde, was insbesondere durch den polternden Marcel Reich-Ranicki erklärbar war.</p>
<p>Im Gegensatz zum Quartett, in dem zunächst alle vier, später dann drei Mitglieder einen Stamm bildeten (hinzu kam dann ein Gast), hatte sich das Schweizer Fernsehen für ein rollierendes System von fünf, sechs Kritikern unter einem festen Moderator entschieden. Später ging man dann dazu über, einen Gast zu integrieren. Es gab zwar einen Moderator, aber keinen Zirkusdirektor wie Reich-Ranicki; die zuweilen klamaukhaften Szenen des Quartetts unterblieben glücklicherweise. Dies führte dazu, dass die Gespräche zumeist Substantieller und stärker am jeweiligen Buch orientiert geführt wurden (Lyrik und dramatische Texte wurden höchstens in den «Tips» berücksichtigt; Besprechungen über Sachbücher blieben die Ausnahme).</p>
<p>Die Literaturkritik im Fernsehen schien in den 1990er Jahren in der Annäherung an das Talkshow-Wesen ihre neue Form gefunden zu haben. Vorher fanden zumeist nur lange dialogische Gespräche mit Autoren statt. Das Kathederhafte des Zeitungsfeuilletons war eh nie die Sache des Fernsehens. Jetzt sass man in einer Runde und diskutierte und dies unter Umständen auch kontrovers. Unterschiede gab es nur dahingehend ob gegebenenfalls mit (wie weiland Martin Lüdke in «Literatur im Foyer») oder ohne Autoren («Quartett»). Eine kreative Ausnahme bildete zwischen 1998 und 2002 eine 60minütige Sendung, die sich an der <a href="http://www.swr.de/bestenliste" target="_blank">«Bestenliste» des Südwestrundfunks</a> orientierte. Hier vergeben Kritiker allmonatlich Bewertungspunkte für neu erschienene Bücher. So entsteht eine Liste, die neben aktuellen Romanen und Erzählungen auch Lyrik, Sach- und Tagebücher, aber auch Neueditionen und Neuübersetzungen von Klassikern enthalten kann. In jeder Sendung wurden vom Moderator (Hubert Winkels) einige dieser Bücher vollkommen unprätentiös und in unterschiedlicher Form vorgestellt, sei es als Autorengespräch, kurzer Lesung, Kritikergespräch, engagierter Pro- und Contra-Rede oder einfach nur einem einführenden Film. So wurden die Bücher entsprechend ihrer Charakteristik präsentiert, wobei auch literaturkritische Wertungen vorgenommen werden konnten und wurden. Die Sendung war jedoch leider aufgrund des Sendetermins (entweder spät in der Nacht oder &#8211; auf 3sat &#8211; sonntags gegen 11 Uhr) dem schleichenden Untergang geweiht (dass sie sich vier Jahre gehalten hatte, muss als Erfolg gelten). Sie besteht als Diskussionsrunde noch im Radio fort.</p>
<p>Als das ZDF-Quartett auf dem Höhepunkt stand, wurde der «Literaturclub» zunächst von Elke Heidenreich und vor allem zwischen 1995 und 2003 von Daniel Cohn-Bendit moderiert (bis auf ein kleines Intermezzo 1999 von Jürg Acklin). Das Kritikerteam bestand u. a. aus Andreas Isenschmid, Hardy Ruoss, Iso Camartin, Peter Hamm, Gunhild Kübler und Gabriele von Arnim &#8211; durchgängig arrivierte und bekannte Kritiker. Die Moderation von Cohn-Bendit, der als Politiker keine direkten Berührungspunkte mit Literatur hatte, tat der Sendung gut. Die Gegensätze zwischen dem apodiktischen Quartett und dem eher offenen Literaturclub mit seinem suchenden Moderator, der sich zuweilen heillos verirrte und von seinen Kritikerfreunden «eingefangen» wurde, hätten nicht grösser sein können. So mutete Cohn-Bendit dem Team u. a. auch die Lektüre von <a href="http://www.welt.de/print-welt/article392070/Der-Literaturpapst.html" target="_blank">Susanna Tamaros «Geh, wohin dein Herz dich trägt»</a> zu oder organisierte nach dem Gewinn der Fussball-Weltmeisterschaft durch das französische Team einen Spezial-Literaturclub über Fussball und Frankreich.</p>
<p>Auf Cohn-Bendit folgte Roger Willemsen, der auf gediegenes Mobiliar nebst Stehlampen setzte und zu häufig durch intellektuell brillante aber schwer verständliche Monologe auffiel. Knapp zwei Jahre später übernahm Iris Radisch, Literaturkritikerin der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit» und eine Mitstreiterin aus dem zwischenzeitlich eingestellten ZDF-Quartett, die Sendung. Das Team veränderte und verjüngte sich fast unmerklich. Stefan Zweifel, Corinna Caduff und Urs Steiner rückten nach, Isenschmid und Ruoss hörten auf. 2010 versuchte man aufgrund sinkender Zuschauerzahlen noch einmal so etwas wie einen Befreiungsschlag. Das bedeutete jedoch nicht, den jahrelang gepflegten 3sat-Ausstrahlungstermin sonntags vormittags (es beginnt meist zwischen 10.00 und 10.45 Uhr) zu verändern. Bloss nicht attraktiv werden! Man wechselte den Ort der Ausstrahlung, bastelte am Interieur, redete jetzt im Stehen und verjüngte sich nochmals mit Traudl Bünger und Juri Steiner, die sich mit Stefan Zweifel, Barbara Villiger Heilig und Altmeister Peter Hamm abwechselten. Die Bücher wurden nicht mehr von einem Diskutanten vorgestellt, sondern es gab Einführungsfilme und ab und an eine kurze Lesung aus einem Buch. Leider sank gelegentlich die Qualität der Kritik, was Iris Radisch trotz grossen Einsatzes nicht immer verbergen konnte. So mag es zur Promotion in Germanistik inzwischen nicht mehr zwingend notwendig sein, Heinrich von Kleist gelesen zu haben, ob dies jedoch im Rahmen eines Kritikerteams als Petitesse abgetan werden kann, darf man bezweifeln. Der Club drohte in das Fahrwasser allzu oberflächlicher Rezeption zu verfallen, da man in vorauseilendem Gehorsam dem potentiellen Fernsehzuschauer möglichst wenig zumuten wollte – ohne ihn hierzu überhaupt befragt zu haben. Statt literarischer Kritik wurden zunehmend Geschmacksurteile abgegeben.</p>
<p>Den Rücktritt Radischs im Sommer dieses Jahres (nach fast sechs Jahren) verband man mit erneuten, sanften Veränderungen. Moderator ist nun Stefan Zweifel, der mit einem festen Team (Hildegard E. Keller, dem durch das abgesetzte «Philosophische Quartett» freigewordenen Rüdiger Safranski und Elke Heidenreich) diskutieren soll. Zweifels Nervosität bei <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=fa32f650-8a17-442f-a76b-8c4068a9993ctarget=">seiner Premiere am 18. September</a> war spürbar und die Achillesverse der neuen Besetzung zeigte sich unfreiwillig bereits bei der Vorstellung von Elke Heidenreich, die er mit einer gewissen Ehrfurcht und «ein bisschen ängstlich» als ehemalige Moderatorin des «Literaturclubs» («habe ich immer geguckt»), die inzwischen «viele Abenteuer hinter sich gebracht» habe, vorstellte.</p>
<p>Heidenreich hatte 2003 im ZDF eine halbstündige Sendung mit dem apodiktischen Titel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lesen!target=">«Lesen!»</a> begonnen. Die Sendung bestritt sie alleine, lediglich gegen Ende durfte ein Prominenter ebenfalls ein Buch vorstellen. Heidenreichs persönliche Sympathien wurden zum alleinigen Massstab. Ästhetische Kriterien wurden, wenn überhaupt, nur noch als gesinnungsästhetische Urteile herangezogen, d. h. das jeweilige Buch wird im Zusammenhang mit der Person und der Moral des Autors bewertet und in Übereinstimmung mit dem eigenen Weltbild gebracht. Da Heidenreich sich als Lese-Missionarin verstand (und versteht), wurde fast ausschliesslich gelobt. Die Superlative dröhnten. Als die Sendung infolge eines vermeintlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elke_Heidenreich#Kontroverse_um_Programmqualit.C3.A4t_und_Absetzung_von_.E2.80.9ELesen.21.E2.80.9C target=">illoyalen Verhaltens Heidenreichs dem ZDF gegenüber 2008</a> eingestellt wurde, <a href="http://www.zeit.de/2008/45/Glosse-Littarget=">bemerkte Christof Siemes süffisant, «Lesen!» sei zur «kostenlosen Werbesendung» für die Verlage geworden</a>. Heidenreich führte das Format noch einige Monate im Internet weiter, gab dann jedoch nach stetig sinkendem Zuschauerzuspruch auf; das Fernsehpublikum war nicht auf die Internetplattform umzustellen gewesen.</p>
<p>Zwar wurde Zweifels rhetorische Ergebenheitsadresse mit einem schnodderigen «Ach was» weggewischt, aber die beiden bisherigen Sendungen lassen deutlich erkennen, dass der forsch vorgetragene «Brigitte»-Feuilletonismus Heidenreichs, der jegliche ernsthafte Aussprache über Literatur niederwalzt, zum Problem werden wird. Denn von der Rolle der alles bestimmenden Literaturbelehrerin hat sie sich nicht verabschiedet. Als in der Diskussion um Richard Fords «Kanada» Stefan Zweifel anmerkte, dass das englischsprachige Original wesentlich umfangreicher sei als die deutsche Übersetzung und bei einer Überprüfung grosse Auslassungen und sogar Fehler feststellte, fiel Heidenreich nichts anderes als ein «aber es liest sich gut» ein und schuhriegelte den Moderator mit dem Wortspiel «Sie Zweifler, Sie». Nun ist Stefan Zweifel selbst ein renommierter und sehr erfahrener Übersetzer (de Sade; Boris Vian) und weiss, wovon er redet. Daher hätte ich hierzu gerne Genaueres über die ausgelassenen Stellen und die übertriebene Eile, mit der Verlage Übersetzungen in Auftrag geben, erfahren.</p>
<p>Diese Szene zeigt exemplarisch das Problem einer solchen Sendung: Der Hang einer Person zur übertriebenen Selbstdarstellung, die sich jenseits dessen bewegt, worum es eigentlich geht, also das gerade zu besprechende Buch. Hinzu kommt das zumeist mit Superlativen versetzte Vokabular Heidenreichs. Dahinter steckt womöglich eine signifikante Geringschätzung des Publikums, welches nur auf Schlagworte dressiert werden soll. Da ist etwas «sensationell gut», gefällt «wahnsinnig» oder jemand schreibt «besser als Joyce». Albert Cohens Buch «Die Schöne des Herren» wird dann das «schönste Buch, das ich jemals gelesen habe». Die Figur in Emmanuel Carrères Buch «Limonow» bezeichnet Heidenreich als «Kotzbrocken» und «Arschloch», findet dann doch ein gewisses Vergnügen daran «wie der das hinkriegt», um dann den Hinweis anzubringen, dass im Buch ein «Kleinkrimineller hochgeschrieben» wird und mahnt mit einem mütterlichen «Vorsicht Jungs» vor einer «gefährlichen Lektüre». Immer wieder verallgemeinert sie ihre Eindrücke, in dem sie mit einem «wir» ungefragt für die anderen Teilnehmer spricht. Bisweilen wird sie zur Moderatorin, «verzeiht» Rainer Moritz seinen Buchvorschlag und mahnt Stefan Zweifel, endlich damit «aufzuhören» französische Bücher im Original zu lesen. Beide Herangehensweisen &#8211; der schnell zum stumpfen Messer werdende, permanent gesetzte Superlativ einerseits und die subjektiv-moralisierende Lesart von Literatur, die am Ende nur noch einem festgefügten Weltbild verpflichtet ist &#8211; ist nicht sehr weit entfernt von dem, was man salopp formuliert als den Kitsch eines Kritikers nennen könnte.</p>
<p>Der Moderator wollte oder konnte der Phrasendreschmaschine («Männer haben Angst vor Lyrik») oft nicht ausreichend Paroli bieten; ein Weiterreden wie er und Rainer Moritz es <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=40dba006-9e0e-4920-be09-2dd86c6e1166target=">in der Oktober-Sendung</a> teilweise praktizieren, hilft nicht weiter. Vollkommen unterzugehen droht die eher bedächtige Hildegard Keller. Insofern vermisste man den wegen einer Stimmbanderkrankung in beiden Sendungen fehlenden Rüdiger Safranski, der nur im September krächzend <a href="http://www.glanzundelend.de/Artikel/abc/b/bohrer-granatsplitter.htmtarget=">Bohrers «Granatsplitter»</a> als Tip vorstellte. Er wurde zwar durch Rainer Moritz fachlich sehr gut vertreten, aber einen Komplizen zum Moderator braucht es unbedingt.</p>
<p>Nicht unwichtig für die Sendung ist auch die Auswahl der Bücher. Der «Literaturclub» zeichnete sich vor allem darin aus, dem üblichen Feuilleton-Mainstream nicht blind hinterherzulaufen. Zwar wurden durchaus die gängigen Amerikaner wie auch gelegentlich Walser und Grass und auch kontrovers diskutierte Bücher wie «Die Wohlgesinnten» oder das Harry-Potter-Phänomen diskutiert. Aber es gab auch immer Hinweise auf weitgehend Unbekanntes, neu zu Entdeckendes. Muss man wirklich das in nahezu jedem Feuilleton ausgiebig besprochene «Kanada» von Richard Ford oder, noch fragwürdiger (würdig zu fragen), das gehypte Buch von J. K. Rowling («Ein plötzlicher Todesfall») präsentieren? Ist dies notwendig, um auch denen, die die Radio- und Zeitungsfeuilletons nicht kennen, diese Bücher vorzustellen? Oder sollte man vielleicht weniger «Betrieb» wagen?</p>
<p>Die Sache ist durchaus Ernst. Auf anderen Kanälen geht man mehr und mehr dazu über, sich bei Autoren durch servil gestaltete Interviews in extraordinär gestalteter Dekoration wie beispielsweise auf <a href="http://dasblauesofa.zdf.de/target=">blauen Sofas</a> einzuschmeicheln. Vernebelt wird diese zuweilen turtelnde Distanzlosigkeit bei <a href="http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/index.htmltarget=">«Druckfrisch» mit Denis Scheck</a> lediglich in der sogenannten Besprechung der «Spiegel»-Beststellerliste, deren publikumswirksamer Effekt vor allem darin besteht, ob der Kritiker das Buch nach rund dreissigsekündigem Urteilsspruch nun auf einen Stapel legt («gutes» Buch) oder in hohem Bogen über ein Förderband in einen Mülleimer befördert («schlechtes» Buch). Mit sichtlichem Vergnügen würzt Scheck seine Ausführungen mit einer Prise bildungsbürgerlich-hochnäsigen Skeptizismus dem Massengeschmack gegenüber.</p>
<p>Abgesehen von gelegentlichen Kritikergesprächen in der 3sat-Sendung «Kulturzeit» ist der «Literaturclub» in puncto anspruchsvoller Literaturkritik im deutschsprachigen Fernsehen fast singulär. Mit Stefan Zweifel als Moderator hat man die Voraussetzungen geschaffen, das Niveau zu erhalten. Die Bewährung für die Runde steht noch aus, weil Rüdiger Safranski bisher noch nicht eingreifen konnte. Ich hoffe, dass es dann die notwendigen gruppendynamischen Prozesse geben wird. Es wäre schade, wenn mit dem «Literaturclub» die letzte Bastion anspruchsvoller Literaturkritik im Fernsehen verschwinden würde.</p>
<p><small>Vom Autor ist kürzlich erschienen: <a href="http://www.ilri.de/ilri-bibliothek-wissenschaft/lothar-struck-handke/" target="_blank">«Der mit seinem Jugoslawien»</a> über Peter Handke im Spannungsfeld zwischen Literatur, Medien und Politik.  Verlag Ille &amp; Riemer, Leipzig/Weissenfels 2012.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/23/ein-lob-auf-den-literaturclub/">Ein Lob auf den «Literaturclub»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Hüehnärhuut puur»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/17/hueehnaerhuut-puur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2012 09:35:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Schweizer Fernsehen überträgt an einem Samstag ab 7 Uhr morgens während sechs Stunden Kühe und Bauern, die vom Berg ins Tal laufen. Ein wahrlich gewagtes Experiment, das aber von den Zuschauern geradezu euphorisch aufgenommen wird. In weisser Schrift auf rotem Banner werden sie eingeblendet, die per SMS, E-Mail, Twitter und Facebook einlaufenden Zuschauerreaktionen: Immer <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/17/hueehnaerhuut-puur/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schweizer Fernsehen überträgt an einem Samstag ab 7 Uhr morgens während sechs Stunden Kühe und Bauern, die vom Berg ins Tal laufen. Ein wahrlich gewagtes Experiment, das aber von den Zuschauern geradezu euphorisch aufgenommen wird.<br />
<span id="more-30532"></span><br />
In weisser Schrift auf rotem Banner werden sie eingeblendet, die per SMS, E-Mail, Twitter und Facebook einlaufenden Zuschauerreaktionen: Immer wieder ist von zu Herzen gehenden Bildern ist die Rede, von Tränen, die damit ausgelöst werden. Es melden sich Zuschauer, die ihre eingespielten Samstagsrituale über den Haufen geworfen sehen, die nicht zum Kochen kommen oder zum Einkaufen, weil sie so fasziniert sind von der Sendung: «Hüehnärhuut puur diä Sändig. Wunderschöö!», so eine der Reaktionen.</p>
<p>Du meine Güte, sind die Beatles zurück? Nein, das Schweizer Fernsehen hat nur mal das übliche Samstagmorgenprogramm (Sternstunde Philosophie, Sternstunde Kunst, Horizonte) ausfallen lassen und als Ersatzprogramm sechs Stunden lang von der Alp ins Tal tschalpendes Vieh gezeigt. Und tatsächlich: Tiere, Kinder, Gesang, freie Luft, ausgefallene Mode, exzentrischer Ohrschmuck, es ist eine wahre Freude. Die <a href="http://www.lebendige-traditionen.ch/traditionen/00184/index.html?lang=de">Appenzeller Alpfahrt</a> ist auf der <a href="http://www.bak.admin.ch/kulturerbe/04335/04341/04342/index.html?lang=de">Liste</a> der lebendigen Traditionen in der Schweiz, im Frühling geht hoch auf die Alp (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alpaufzug">Alpaufzug</a>), und im Herbst wieder hinunter (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almabtrieb">Alpabzug</a>).</p>
<p><object data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/4f644ef1-a490-4fec-abfe-bb26196ab285" type="application/x-shockwave-flash" style="width:460px;height:277px"><param name="movie" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/4f644ef1-a490-4fec-abfe-bb26196ab285"/><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4f644ef1-a490-4fec-abfe-bb26196ab285" alt="zum Videoportal des Schweizer Fernsehens">Impressionen von der Alpabfahrt</a></object></p>
<p>Das Produktionsteam begleitet zwei Familien in der Nähe des Säntis im Appenzell, mit 21 Kameras, 40 Mikrofonen und insgesamt 6,5 Kilometer Kabel: Die <a href="http://www.sendungen.sf.tv/schweiz-aktuell/Nachrichten/Archiv/2012/09/03/Alpabfahrt-Urnaesch/Personenportraets-Alpabfahrt/Familie-Biser">Bisers</a> verlassen die <a href="http://www.sendungen.sf.tv/schweiz-aktuell/Nachrichten/Archiv/2012/09/03/Alpabfahrt-Urnaesch/Alpen/Alp-Fischegg">Alp Fischegg</a> und die <a href="http://www.sendungen.sf.tv/schweiz-aktuell/Nachrichten/Archiv/2012/09/03/Alpabfahrt-Urnaesch/Personenportraets-Alpabfahrt/Familie-Buff">Buffs</a> die <a href="http://www.sendungen.sf.tv/schweiz-aktuell/Nachrichten/Archiv/2012/09/03/Alpabfahrt-Urnaesch/Alpen/Alp-Langboden">Alp Langboden</a>. Ins Tal hinunter müssen auch die 21 Kühe von der <a href="http://www.sendungen.sf.tv/schweiz-aktuell/Nachrichten/Archiv/2012/09/03/Alpabfahrt-Urnaesch/Alpen/Potersalp">Potersalp</a>, die in der Verantwortung von Sennerin <a href="http://www.sendungen.sf.tv/schweiz-aktuell/Nachrichten/Archiv/2012/09/03/Alpabfahrt-Urnaesch/Personenportraets-Alpabfahrt/Sennerin-Rita-Stark">Rita Stark</a> stehen. Begleitet werden die Alpabzüge von Henriette Engbersen und Fabienne Frei. Und in Urnäsch ist das Team von «Schweiz Aktuell Extra» mit Sabine Dahinden als leitende Moderatorin und Interviewerin und Oliver Bono als Korrespondent vom Marktplatz und Kommentator des Säulirennens vertreten. Zu kritisieren an der Übertragung gibt es wenig; ein dringendes Lob, denn besonders einfach sind sie nicht, die Gespräche mit den wortkargen Appenzellern, die ganz TV-untypisch nur mit einem Satz antworten. «Was ist das für ein Moment, wenn man ins Dorf kommt?» &#8211; «Ein schöner Moment.» &#8211; «&#8230;».</p>
<p>Etwas schneller von­stat­ten­ge­hen könnten die Übergänge zwischen den Schaltungen. Die Pausen, die entstehen, weil Informationen dazu von der Regie über den Knopf im Ohr eingeflüstert werden, sind unnötig. Statt dem Zuschauer kompliziert zu erklären, was als nächstes kommt, wäre es besser, die Moderation ohne lange Worte abzuschliessen und weiterzugeben. Auch stellenweise unkommentierte Bilder sind bei einer sechsstündigen Übertragung weniger ein Unglück als vielmehr eine Erholung. Eines der Highlights der Übertragung war sicher der ehemalige Bundesrat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Rudolf_Merz">Hans-Rudolf Merz</a>, der seine Sammlung hölzerner Kühe und Bauern aus appenzellischer Schnitzkunst <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=46a7e5b8-48d5-4d0c-99b0-0d062b4215db">zeigte</a> und darauf mit ein paar Männern <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=7f0e2281-0412-4729-a06e-ef771a1a466d">«zäuerlete»</a>, natürlich mit den Händen im Hosensack.</p>
<p>Konrad Weber diente der Übertragung als Beobachter der Zuschauerreaktionen, rund 1500 SMS, 100 E-Mails und mehr als 1000 Tweets waren in den sechs Stunden eingegangen: «Dies überraschte und erfreute mich, unterstreicht aber auch die Emotionalität als Stärke des Live-Fernsehens und zeigt, wie und wohin sich dieses in Zukunft entwickeln kann.» Statt 3000 Zuschauer mit einem Marktanteil von 1,6 Prozent (Sternstunde Kunst am Samstag zuvor, am 8. September um 10 Uhr) sahen die «Alpabfahrt Urnäsch» ein Vielfaches. Im Schnitt über die ganze Sendezeit wurde ein Marktanteil von 36,9 Prozent erreicht (94.000 Zuschauer). Zur Spitzenzeit um 12:00 Uhr erreichte die Live-Übertragung mit einen Marktanteil von 48,6 Prozent (167.200 Zuschauer) fast jeden zweiten Zuschauer.</p>
<p>Das Schweizer Fernsehen täte gut daran, vermehrt auf Live-Übertragungen dieser Art zu setzen. Den Alltag im Land zu zeigen, so, wie man das auch schon aus der Langstrasse, dem Opernhaus und dem Flughafen in Zürich gemacht hat, ist nicht nur perfekter öffentlich-rechtlicher Service mit breitem Zuschauerinteresse, sondern stösst auch auf grosse Sympathie. Mein Tipp: Imagekampagnen in eigener Sache ersatzlos streichen und das eingesparte Geld für mindestens eine Live-Reportage pro Monat einsetzen. Es müssen ja nicht immer 24 Stunden sein, wie es der RBB mit <a href="http://www.rbb-online.de/themen/dossiers/24h_berlin/24h_berlin/24h_berlin.html">24 h Berlin</a> so grossartig vorgeführt hat, manchmal reicht auch die Hälfte oder, wie gezeigt, ein Viertel der Zeit.</p>
<p><small>Die <a href="http://www.sendungen.sf.tv/schweiz-aktuell/Nachrichten/Alpabfahrt-Urnaesch">Alpabfahrt Urnäsch</a> wurde am 15. September 2012 von 7 bis 13 Uhr live auf SF1 ausgestrahlt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/17/hueehnaerhuut-puur/">«Hüehnärhuut puur»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Just deal with it», sagt Arthur Honegger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/07/just-deal-with-it-sagt-arthur-honegger/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/09/07/just-deal-with-it-sagt-arthur-honegger/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2012 08:26:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SF-Korrespondent Arthur Honegger ist seit dreizehn Tagen unterwegs. Für die «Tagesschau» und «10vor10» produzierte er über zehn Beiträge und Live-Schaltungen, die von den Parteitagen in Tampa und Charlotte berichteten. Müde ist der 33-jährige Davoser nicht. Er nennt seine Tätigkeit «Traumberuf» und sich selbst «Politikjunkie». Wie ist es, an Parteitagen zu arbeiten? Man muss viel improvisieren. <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/07/just-deal-with-it-sagt-arthur-honegger/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>SF-Korrespondent Arthur Honegger ist seit dreizehn Tagen unterwegs. Für die «Tagesschau» und «10vor10» produzierte er über zehn Beiträge und Live-Schaltungen, die von den Parteitagen in Tampa und Charlotte berichteten. Müde ist der 33-jährige Davoser nicht. Er nennt seine Tätigkeit «Traumberuf» und sich selbst «Politikjunkie».<br />
<span id="more-30529"></span><br />
<strong>Wie ist es, an Parteitagen zu arbeiten?</strong><br />
Man muss viel improvisieren. Man weiss nie, was passiert. Heute nach Obamas Rede bleibe ich bis etwa ein Uhr morgens in der Arena und schaue, welche Inhalte ich für die Beiträge am Freitag generieren kann. Zu diesem Zeitpunkt weiss ich noch nicht, welche Zugänge mir offen stehen werden, wen ich interviewen kann. In diesem Job ist alles stets Gegenstand von rollender Planung. Typisch für das News-Business.</p>
<p><strong>Ein schwedischer Journalist sagte, Tampa war organisierter.</strong><br />
Was immer man antrifft, man muss damit arbeiten. Wenn ich nicht in ein Medienzentrum gelange, dann setze ich mich auf den Boden und arbeite von dort aus. Just deal with it.</p>
<p><strong>Die Parteitage sind Show und Message Design, Inhalte kommen kurz. Wie generierst du daraus deine Beiträge?</strong><br />
Es ist Show, ja. This is America. Show-Business ist immer «part of the deal». Sei das in der Wirtschaft oder in der Politik. So tickt das Land. Sie machen immer alles in extremis. Wenn sie eine Message rüberbringen wollen, dann bringen sie Videos, Konzerte, Stars und grosse Reden. Ich reproduziere diese Shows nicht. Ich mache die Analyse von dem, was gesagt wurde. Ich bin bestrebt, Kontext herzustellen, Motive und Beweggründe aufzuzeigen.</p>
<p><strong>Was sind dabei die Hürden?</strong><br />
Es muss schnell gehen. Das sind vielfach Ad-hoc-Analysen. Das kann schwierig sein, aber je länger man im Land lebt und den politischen Diskurs hier verfolgt, desto einfacher wird es.</p>
<p><strong>Welche Richtlinien kriegst du von Zürich?</strong><br />
Zürich sagt, was sie möchten. Wie es umgesetzt wird, ist in der Regel meine Sache. Live-Schaltungen sind ein gutes Beispiel: Da ist es zu hundert Prozent an mir, welche Antworten ich gebe. Wenn hinter mir gerade die Foo Fighters spielen, kann ich auch dazu etwas sagen.</p>
<p><strong>Und, hast du das?</strong><br />
Nein, obwohl ich die Musik ganz gern mag.</p>
<p><em>Vor Obamas Rede am Donnerstagabend boten die Demokraten eine Show: Mary J. Blige rappte, die Foo Fighters rockten, Kerry Washington und Scarlett Johansson legten jungen Amerikanern den Gang zur Urne nahe. Zehntausende hatten Akkreditierungen, um die wohl wichtigste Rede des Präsidenten live zu verfolgen. Aufgrund des Regens wurde der Ort gewechselt: anstatt im Football-Stadion der Carolina Panthers sprach der Präsident in der Arena, wo dieser Tage schon die First Lady und Bill Clinton auf der Bühne standen. Anstatt 60&#8217;000 Leute kamen nur 25&#8217;000 rein.</em></p>
<p><strong>Der «Blick» schrieb, dass du als New-York-Korrespondent ein «einsamer Wolf warst».</strong><br />
Ja, das stimmt. Das war ich sogar extrem, weil ich oft selber drehe, ohne Kameramann. Ich hatte meine Kamera und mein Notebook, fertig.</p>
<p><strong>Keinen Kameramann und Cutter?</strong><br />
Doch, Cutter praktisch immer, und punktuell natürlich auch Kameraleute. Aber in New York macht man als Korrespondent ja eher Reportagen und Hintergrundgeschichten, die News kommen mehr aus Washington. Darum habe ich selber viel gedreht und bin alleine gereist, was mir auch durchaus liegt.</p>
<p><strong>Was ist als Washington-Korrespondent heute anders?</strong><br />
Hier habe ich als Bürochef noch zusätzliche Aufgaben, was Infrastruktur und Team angeht. Total sind wir sechs Korrespondenten in DC: Je ein TV- und Radiokorrespondent aus der Romandie, aus dem Tessin und aus der Deutschschweiz. Fürs Fernsehen haben wir noch eine Produzentin, die uns administrativ und koordinativ unterstützt. Mit ihr arbeite ich vor allem bei Planung und Organisation eng zusammen.</p>
<p><em>Das Schweizer SRG-Team sitzt in einem Büro an der M Street in Washington D.C., wenige Gehminuten vom Weissen Haus entfernt. Auch hier ist für Arthur Honegger Effizienz eine Priorität. Die sechs Korrespondenten sprechen sich häufig ab, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden &#8211; in der Themenwahl sind jedoch alle Journalisten autonom.</em></p>
<p><strong>Wann geht es zurück in die Heimat?</strong><br />
Das weiss ich noch nicht. Es kommt darauf an, was privat läuft und wann sich welche Möglichkeiten beruflich auftun. Ich lege mich eigentlich nie fest. Das habe ich damals in New York auch nicht getan. Klar ist: Das Maximum für einen Korrespondenten sind sechs Jahre, und nach Washington D.C. gehe ich in die Schweiz zurück.</p>
<p><strong>Welcher journalistische Posten schwebt dir in der Schweiz vor?</strong><br />
Ich bin kein Planer.</p>
<p><strong>Ein Träumer?</strong><br />
Ich denke, dass ich beim Fernsehen bleiben werde. SF ist ein guter Arbeitgeber. Ich kann mich dort mit dem Journalismus und dem Service public identifizieren.</p>
<p><strong>Bist du mit dem Service public zufrieden?</strong><br />
Ja. Was ich bisher von SF gesehen habe, spricht dafür. Diversität und Fairness sind enorm wichtig. Der «Blick», wo ich zwei Jahre lang gearbeitet habe, hat ja die Tendenz, eine Position einzunehmen. Das ist für den Boulevard auch okay, für mich aber nicht die Art von Journalismus, die mir am meisten zusagt.</p>
<p><em>Arthur Honegger absolvierte 2001 die Ringier-Journalistenschule, war von 2002 bis 2004 Wirtschaftsredaktor beim «Blick» und durchlief danach beim Schweizer Fernsehen die Ausbildung zum Fernsehjournalisten. Danach arbeitete er in der Redaktion «Schweiz Aktuell», bevor er 2008 als Korrespondent für vier Jahre nach New York übersiedelte. Seit Januar 2012 ist er USA-Korrespondent in Washington, wo er mit seiner Ehefrau und der zweijährigen Tochter lebt.</em></p>
<p><strong>Welche Art von Journalismus möchtest du machen?</strong><br />
Alle Seiten mit ihren besten Argumenten zu Wort kommen lassen, damit die Zuschauer daheim das ganze Bild zu sehen bekommen. Beim Fernsehen haben wir dank der Gebührenfinanzierung ja auch mehr journalistische Unabhängigkeit als viele Privatmedien.</p>
<p><strong>Stimmt das wirklich?</strong><br />
Absolut. Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wer auf unserem Sender wann wo Werbung schaltet. Das war noch nie ein Thema. Im Printjournalismus ist das anders. Nehmen wir als Beispiel den «Kassensturz»: Da ist kein Unternehmen immun gegen Kritik, nur weil es sich um einen Werbekunden handelt. Das ist gut für den Journalismus. Das Schweizer Fernsehen ist so aufgestellt, dass die Unabhängigkeit gewährleistet ist.</p>
<p><strong>Was nimmst du von deiner Zeit in New York und Washington mit?</strong><br />
In New York habe ich als Journalist gelernt, völlig eigenständig zu arbeiten und als Einzeleinheit zu funktionieren. In Washington geht es auch um andere Sachen: Entscheidungen, Rechnungen, Infrastruktur. In New York habe ich in Queens gelebt, laut Statistik «the most diverse place on earth». Wenn man einen derart bunten Haufen mal erlebt hat, dann kommt man schon verändert raus. Mit einer anderen Perspektive halt.</p>
<p><strong>Was zeigt dir diese Perspektive?</strong><br />
Die Zeit in New York hat meinen Horizont erweitert. Und was will man mehr als das?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/07/just-deal-with-it-sagt-arthur-honegger/">«Just deal with it», sagt Arthur Honegger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Spitzengruppe schlägt Schnäppchen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/07/18/spitzengruppe-schlaegt-schnaeppchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 08:30:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Tour de France]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Jaggi]]></category>
		<category><![CDATA[Eurosport]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Zutt]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Jucker]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Claude Leclercq]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während sich ARD und ZDF von der Live-Berichterstattung über die Tour de France zurückgezogen haben, bleibt das Schweizer Öffentlich-rechtliche mit SF2 dabei. Die bessere Alternative ist aber Eurosport: ein Dreierteam mit dem von SF abgezogenen Experten Jean-Claude Leclercq bietet eine ansprechende Kommentatorenleistung. Die neuen Tour-Begleiter beim Schweizer Fernsehen haben das schwere Erbe der legendären Stimme <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/18/spitzengruppe-schlaegt-schnaeppchen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während sich ARD und ZDF von der Live-Berichterstattung über die Tour de France zurückgezogen haben, bleibt das Schweizer Öffentlich-rechtliche mit SF2 dabei. Die bessere Alternative ist aber Eurosport: ein Dreierteam mit dem von SF abgezogenen Experten Jean-Claude Leclercq bietet eine ansprechende Kommentatorenleistung.<br />
<span id="more-9296"></span><br />
Die neuen Tour-Begleiter beim Schweizer Fernsehen haben das schwere Erbe der legendären <a href="https://www.youtube.com/watch?v=5Y3dQJK1O4U">Stimme</a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Jucker_%28Moderator%29">Hans Jucker</a> angetreten. Er begleitete 25 Ausgaben der Tour de France, viele davon mit Jean-Claude Leclercq. <a href="http://www.20min.ch/sport/weitere/story/22942610">Auf 20min.ch</a> ist die letzte von den beiden moderierte Etappe 2010 zu sehen sowie einige der besten Szenen mit dem wenige Wochen nach seinem letzten Arbeitstag verstorbenen Jucker.</p>
<p>Bis zur 9. Etappe kommentierte Claude Jaggi, seit der 10. Etappe ist es Florian Zutt. Ein ziemlicher Bruch zu ihren deutsch gesprochenen Kommentaren sind die leider etwas undeutlich artikulierten Analysen in Dialekt von Ex-Radprofi <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Montgomery">Sven Montgomery</a>, der zwar viel beizusteuern weiss, aber auch manchmal den Faden verliert. Der erst 34-jährige Zutt macht sich ganz gut, selbst wenn ihm auch mal Stilblüten wie «damit schlägt er der Spitzengruppe ein Schnäppchen» unterlaufen. Unter <a href="https://www.facebook.com/sfsport">facebook.com/sfsport</a> und <a href="https://twitter.com/#!/search/%23sftdf">#sftdf</a> werden die Zuschauer dazu animiert, Fragen zu stellen. Die Fragen wirken unbeantwortet recht verloren, doch die eine oder andere wird während der Reportage beantwortet.</p>
<p>Details wie Informationen über die Tweets der Frauen von Bradley Wiggins (<a href="https://twitter.com/bradwiggins">@bradwiggins</a>, <a href="https://twitter.com/Cathwiggins1981">@Cathwiggins1981</a>) und Chris Froome (<a href="https://twitter.com/chrisfroome">@chrisfroome</a>, <a href="https://twitter.com/michellecound">@michellecound</a>) sind als Hintergrundinformationen informativ, noch besser wäre aber, wenn solche Details auch eingeblendet würden. Bemühungen solcher Art sind im Schweizer Fernsehen nicht zu sehen, der Live-Übertragung vorgeschaltet ist lediglich eine langweilige Anmoderation, man zeigt einfach die von der internationalen Produktion gesendeten Bilder. Zeitweise geht das Moderationsteam so wenig auf die gezeigten Bilder ein, dass das Gefühl einer Radioreportage aufkommt.</p>
<p>Wer den einlullenden Redestrom verlässt und auf Eurosport umschaltet, erwacht gleich etwas. Die Kommentare dort sind klarer, deutlicher, dynamischer, eindringlicher. Der Verzicht von ARD und ZDF auf die Live-Übertragung hat der Eurosport-Berichterstattung gut getan. Als hätte man nun selbst einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsauftrag#Beispiel_I:_Rundfunk_und_Fernsehen">Bildungsauftrag</a>, wurde das aus früheren Jahren bekannte wilde Durcheinanderreden, die Emotionen ohne Faktengrundlage und der manchmal ins Absurde abgleitende Klamauk heruntergefahren zugunsten von Hintergründen auch kultureller Art. Dieses Jahr kommentieren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karsten_Migels">Karsten Migels</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ron_Ringguth">Ron Ringguth</a> und der zuvor während fast zwei Jahrzehnten im Dienste von SRF stehende <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Claude_Leclercq">Jean-Claude Leclercq</a>. Nach den Etappen wird die Berichterstattung von weiteren Mitarbeitern übernommen, <a href="http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/andreas-schulz/">Andreas Schulz bloggt</a>, der <a href="https://www.facebook.com/radsportontour">Facebook-Kanal</a> wird schon seit Jahren genutzt.</p>
<p>Sind drei Kommentatoren nicht zu viel? Nicht wenn sie sich die Aufgaben gut aufteilen: Migels ist für die aktuellen Entwicklungen im Rennen zuständig, liefert Zwischenstände und redet dazwischen, wenn Aussergewöhnliches passiert. Ringguth wirft, manchmal angekündigt von einer Fahrradklingel, Hintergründe zu regionalen und kulturellen Höhepunkten an der Strecke ein und erzählt auch mal, was sich die Sport- und Boulevardzeitungen ausgedacht haben, um das Rennen spannender zu machen, als es eigentlich ist. Und Leclercq macht Feuilleton: Aus der Warte seines unfassbaren Detailwissens breitet er Hintergründe aus, denkt er über Entwicklungen im Einzelnen nach und erzählt Anekdoten. Ein absoluter Gewinn für Eurosport, auch wenn er sich bisweilen so ins Feuer redet, dass es besser wäre, er würde mal wieder für ein paar Minuten Ruhe geben.</p>
<p>Ein weiterer Anbieter auf dem Markt ist übrigens der Veranstalter selbst. Für <a href="http://eurovision.digotel.com/aso/index.html">9.99 Euro (Tour Pass) oder 2.39 Euro (Stage Pass)</a> kann man sich die Tour mit englischem Kommentar im Netz oder auf dem Handy ansehen.</p>
<p>Was die Zuschauerzahlen betrifft, kann sich die Tour auf SF2 vergleichsweise gut behaupten. Die Etappe zwischen Limoux und Foix am Sonntagnachmittag um 15 Uhr hatte mit 110.000 Zuschauern nur 2000 Zuschauer weniger als der Saisonstart in der Superleague mit dem Live-Fussballspiel zwischen St. Gallen und Bern (und einen höheren Marktanteil, 17,4 vs. 14,6 Prozent). Nicht ganz so gut sieht es aus, wenn man einen Vergleich mit einem Sonntagnachmittag von 2003 anstellt. Die 8. Etappe von Sallanches auf die Alpe d´Huez zog damals noch 326.000 Zuschauer an (Marktanteil: 47,5 Prozent).</p>
<p>Die sinkende Aufmerksamkeit hat aber auch mit dem nach wie vor ungelösten Dopingproblem im Radsport zu tun. Die 99. Tour wird bisher vom Team <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sky_ProCycling">Sky ProCycling</a> überlegen dominiert. Hauptsponsor dort ist British Sky Broadcasting (kurz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BSkyB">BSkyB</a>), mit über <a href="http://corporate.sky.com/about_sky/key_facts_and_figures">10 Millionen Kunden</a> der grösste Anbieter von Pay-TV in Grossbritannien und Irland. Und jetzt raten Sie mal, wer die Tour dort überträgt. Nein, nicht BSkyB. Eurosport und ITV4 sind gezwungen, jeden Tag ausführlich die Konkurrenz zu erwähnen.</p>
<p><small>Am Mittwoch und am Donnerstag finden bei der Tour de France die beiden letzten grossen Bergetappen statt. Eurosport berichtet live ab 11 und 12.45 Uhr, SF2 jeweils ab 13.35 Uhr.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/18/spitzengruppe-schlaegt-schnaeppchen/">Spitzengruppe schlägt Schnäppchen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Solider Einstand</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/07/06/solider-einstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 07:20:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Pelda]]></category>
		<category><![CDATA[Sandro Brotz]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Sonja Hasler]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals moderiert Sandro Brotz die «Rundschau», die politjournalistische Leitkuh des Schweizer Fernsehens. Das gelungene Moderationsdebüt kommt einher mit Beiträgen von sehr unterschiedlicher Qualität. Wir haben sie einzeln angeschaut. «Feuer in der Kurve» (Video, 8:03 Minuten) Ein ausgewogener Beitrag, der es sich aber etwas leicht macht, in dem er alle Lösungen zur Pyrofrage kritisiert &#8211; ausser <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/06/solider-einstand/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erstmals moderiert Sandro Brotz die «Rundschau», die politjournalistische Leitkuh des Schweizer Fernsehens. Das gelungene Moderationsdebüt kommt einher mit Beiträgen von sehr unterschiedlicher Qualität. Wir haben sie einzeln angeschaut.<br />
<span id="more-30506"></span><br />
<strong><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=3013ff82-0904-4050-a4f2-5ce5691e1a5e">«Feuer in der Kurve»</a></strong> (Video, 8:03 Minuten)<br />
Ein ausgewogener Beitrag, der es sich aber etwas leicht macht, in dem er alle Lösungen zur Pyrofrage kritisiert &#8211; ausser der Repression, die ja bekanntlich auch nicht richtig funktioniert. Gut, dass man nach Wien gefahren ist, um herauszufinden, dass dort die nun angestrebte Lösung der kontrollierten Pyrozündung nicht zufriedenstellend funktioniert. Doch warum wird nur ein Clubvertreter, warum werden keine österreichischen Fans befragt?</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=1a03de25-f9ad-4563-ba83-6bc7ad3646b1"><strong>«Attacke auf Fristenlösung»</strong></a>  (Video, 10:35 Minuten)<br />
Als «christlich und radikal» wird der Zürcher SVP-Gemeinderat Daniel Regli vorgestellt, weil er für ein Verbot der Fristenlösung einsteht. Und der Song «Kei Chance» von Rapper Sent alias Stefan Fischer habe eine «radikale Grundhaltung» (<a href="http://www.nassilia.ch/wp-content/uploads/8_Kei-Chance.pdf">Songtext als PDF-Datei</a>). Abtreibungsgegner als «radikal» zu bezeichnen, ist sicher nicht falsch, so müssten dann aber konsequenterweise auch Gegner der Atomkraft bezeichnet werden. Und alle anderen, die sich nur eine Lösung vorstellen können.</p>
<p>«Ich fand den Bericht grundsätzlich gut», sagt der im Bericht zu Wort kommende Stefan Fischer auf Anfrage. Dass Leute aus der freikirchlichen Szene als «radikal» bezeichnet würden, sei ja nichts Neues, das Schweizer Fernsehen schliesse sich so «erstaunlich kritiklos der Mainstream-Meinung» an. «Sie haben zwar beide Seiten gezeigt, doch durch die Rhetorik zu verstehen gegeben, auf welcher Seite sie eher stehen.»</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b4d2beab-b85a-42c8-af0a-5290b23eeb26"><strong>«Stuhl: Peter Föhn»</strong></a> (Video, 7:05 Minuten)<br />
Das Moderationsdebüt von Sandro Brotz darf man als gelungen bezeichnen, auch wenn er noch sichtlich nervös war. Er schreibt uns auf Anfrage: «Der Anspruch an mich selbst war, eine solide erste Livesendung mit einem attraktiven Studiogespräch bieten zu können. Die vielen positiven Rückmeldungen bestärken mich darin, dass dies gelungen ist &#8211; dazu hat die gesamte Redaktion beigetragen.»</p>
<p>Zum Glück tanzt er nicht wie Hannes Britschgi in den 1990er-Jahren um seine Gäste herum (<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=db5e769d-1eb4-4476-8155-099364f16927">Video, ab Minute 9</a>), aber der Konfrontationskurs mit dem Gast auf dem Stuhl ist noch der Gleiche. Diesmal ist es SVP-Ständerat Peter Föhn, dem Brotz vorwirft, er habe sich nicht «für die Frau eingesetzt». Und warum? Er habe die Mutterschaftsversicherung für Erwerbstätige und das <a href="http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20073102">SP-Postulat</a> «Krippen und Tagesschulen bezahlbar machen» abgelehnt. Auch wenn bewusst eine konfrontative Fragenstrategie gewählt wird, ist es doch bedenklich, wenn höhere Staatsausgaben als einzige Lösung, wie man sich «für die Frau» einsetzen kann, dargestellt werden. Erfolgreich demaskiert dagegen wird die Absicht der Abtreibungsgegner, ihr Anliegen mit der <a href="http://privatsache.ch/">Volksinitiative</a> zur Kostenfinanzierung in die Medien zu bringen &#8211; wobei, Ironie der Geschichte, die «Rundschau» tatkräftig mithilft. Die Streichung der Abtreibung aus der Grundversicherung würde nämlich nur eine minimale Auswirkung auf die gesamten Gesundheitskosten haben.</p>
<p>Zum Schluss des Interviews wendet sich Brotz an die Zuschauer und sagt:</p>
<blockquote><p>«Was halten Sie von der neuen Abtreibungsdiskussion? Sagen Sie uns Ihre Meinung. Wir haben für Sie ein Internetforum eingerichtet, diskutieren Sie mit anderen Zuschauern. Oder: Folgen Sie meiner Kollegin Sonja Hasler und mir auf Twitter. Die Informationen dazu finden Sie auf rundschau.sf.tv.»</p></blockquote>
<p>Was bitte soll das einem abtreibungsdiskussionsinteressierten Zuschauer bringen, wenn er Sonja Hasler auf Twitter folgt? Er erfährt dort doch nur, dass Hasler <a href="https://twitter.com/SonjaHasler/status/218682227779846144">«jetzt auch modern»</a> ist, dass sie <a href="https://twitter.com/SonjaHasler/status/219515412990263297">«demnächst einen spanisch-schweizerischen Gotte-Bub»</a> kriegt und dass sie glaubt, sie könne nun <a href="https://twitter.com/SonjaHasler/status/220602766039588864">«getrost in Pension, äh in die Ferien gehen»</a>. Auch im Twitter-Konto von Sandro Brotz findet sich kein Mehrwert zur Abtreibungsdiskussion.</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c3a14e79-4a7e-4138-9a79-0a6adbf99c87"><strong>«Alle gegen Angela»</strong></a> (Video, 7:08 Minuten)<br />
Was macht man, wenn man wirklich gar keine Ideen hat? Man geht vor den Berliner Reichstag und befragt deutsche Touristen, was sie zum Kurs von Angela Merkel denken. Und man geht in den Reichstag und fragt deutsche Politiker das Gleiche. Heraus kommen Statements, die zwar fesch klingen, aber völlig nichtssagend bleiben. Etwas Fussball dazu und Bilder von Angela Merkel, deren Farbe zu einem schwarzweissen Bild erstarrt. «Untermauert» wird diese Gemengelage mit Aussagen von Bestseller-Autor Richard David Precht, der als Philosoph und von «Bild»-Kolumnist Hugo Müller-Vogg, der als Merkel-Biograf verkauft wird (gemeint ist wohl <a href="http://www.hoffmann-und-campe.de/go/f45264e9-508b-af43-915dadd9db4633b5">dieses</a>, <a href="https://www.taz.de/1/archiv/archiv-start/?ressort=in&#038;dig=2004%2F01%2F13%2Fa0104&#038;cHash=fd3a6d7899">hier</a> von der taz rezensierte Interview-Buch). Am Schluss steht ein Beitrag mit vielen Stimmungen und sehr wenigen Informationen, der den Zuschauer nicht ein Stück klüger macht. Eine regelrechte Arbeitsverweigerung, wie sie im journalistischen Flaggschiff des Schweizer Fernsehens nicht mal gelegentlich vorkommen sollte.</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c3a14e79-4a7e-4138-9a79-0a6adbf99c87"><strong>«Als Frau auf Stimmenfang»</strong></a> (Video, 8:14 Minuten)<br />
Kann es ausreichend Berichte geben über mutige Frauen in muslimischen Ländern? Die Antwort lautet wohl Nein, selbst wenn gefühlt jeder zehnte westliche, nicht aktualitätsbezogene, auslandsjournalistische Beitrag von dieser Geschichte handelt. Wenn auch in Libyen so kurz nach dem Krieg noch längst nicht alles in Ordnung sein kann, zeigt Journalist Kurt Pelda so schöne Bilder aus Tripolis, dass man sofort hinfahren möchte. Und auch die klugen und freundlichen Menschen schaffen einen wohltuenden Kontrapunkt zu den letzten Bildern, die sich aus Libyen eingebrannt haben: Der Hinrichtung von Muammar al-Gaddafi durch den Mob.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/06/solider-einstand/">Solider Einstand</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der grosse Neid der Kleingeister</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 May 2012 09:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Felix]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen Sie Spass?]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Roderer]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=8438</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die grossen Namen werden in der Schweiz beargwöhnt. Wer die gemeinen Pfade verlässt, mit Fleiss und Können etwas wagt oder bewegt, gar Erfolg hat, muss mit Neid und Häme rechnen. Unter den Journalisten herrscht Angst vor dem Ausbruch aus der Konformität. Als Samstagabendshow war «Verstehen Sie Spass?» nur sieben Jahre im Programm der ARD, in <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die grossen Namen werden in der Schweiz beargwöhnt. Wer die gemeinen Pfade verlässt, mit Fleiss und Können etwas wagt oder bewegt, gar Erfolg hat, muss mit Neid und Häme rechnen. Unter den Journalisten herrscht Angst vor dem Ausbruch aus der Konformität.<br />
<span id="more-30486"></span><br />
Als Samstagabendshow war «Verstehen Sie Spass?» nur sieben Jahre im Programm der ARD, in den goldenen Jahren dieses Formats, von 1983 bis 1990. 22 Jahre nach dem Abschied wird die Meldung vom Tod von Kurt Felix zum <a href="http://www.presseverein.ch/2012/05/abschied-von-kurt-felix/">Aufmacher</a> gleich dreier grosser deutscher Boulevardzeitungen: B.Z., Berliner Kurier und Express.</p>
<p>Und in der Schweiz? Wird der Fall ordnungsgemäss mit einem Artikel oder zwei abgehandelt, nur die Ringier-Presse liefert etwas mehr. Ein Blick zurück zeigt, dass es nie anders war. Über Kurt Felix und «Verstehen Sie Spass?» berichteten in den 1980er-Jahren fast ausschliesslich die Blick-Titel, Tele und Heftli wie die Glückspost und die Schweizer Woche. Von den Zeitungen kam kaum etwas und wenn, dann ein Daumen nach unten. Ein Artikel der Luzerner Neusten Nachrichten beispielsweise sammelte 1985 unter dem Titel «Biederes, saftloses Geplausche» folgendes: Kurt Felix «stört nur», «ist zu steif», ist «steif wie ein frisch gebügelter Hemdkragen» und geht «je länger, desto mehr mit seinen prominenten Opfern zu weit». Dem St. Galler Tagblatt war 1987 für Felix nur sein bestes Personal gut genug, ihm wurde <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/583/versprochener-sex-mit-paola-und-andere-erinnerungen-an-kurt-felix/">ein 21-jähriger Volontär</a> namens Constantin Seibt vorbeigeschickt. Wie sich Kurt W. Zimmermann <a href="http://www.weltwoche.ch/index.php?id=544953">erinnert</a>, war damals ein Lob für Kurt Felix «so etwas wie ein journalistischer Kami­kaze».</p>
<p>Ohne in die Dümmlichkeit abzugleiten, hat Felix Unterhaltung für die breite Masse gemacht. Doch das ist offenbar nichts, wofür man gelobt wird. Erfolgreiche Kulturschaffende, die sich nicht intellektuell geben, werden in beschriftete Schubladen gesteckt und vergessen: Volksschauspieler (Ruedi Walter), Blödler (Peach Weber), Geldmaschine (DJ Bobo) oder Buchhalter (Walter Roderer). Kulturschaffende dagegen, die sich intellektuell geben, werden von den Journalisten als grosse Geister hofiert und immer wieder hervorgeholt: Max Frisch, Adolf Muschg, Martin Walser. Auf den Inhalt kommt es nicht an: Wenn es ein Gedicht ist und von Günter Grass, dann kann es noch so dumm sein, um nicht breit verhandelt zu werden.</p>
<p>Der biedere Walter Roderer war wohlgelitten, aber als er 1992 in Lokalzeitungen Inserate gegen den EWR-Beitritt schaltete, konnte die Kulturelite plötzlich nicht mehr über ihn lachen. «Rechtsextremer Kabarettist und trauriger Spassmacher» wurde er von Niklaus Meienberg im «Spiegel» genannt. Der Sonntagsblick schrieb von «Rodis EWR-Hetze». Und Felix E. Müller sprach Roderer in der Weltwoche jegliche schauspielerische Fähigkeiten ab: «Walter Roderer ist, was er spielt, und seine Programme können nicht länger zur Hinterfragung, sondern bloss noch als Bestätigung dieser Schweizer Realität gelten.» Über die ausbleibenden Zuschauer seiner Tournee titelte der «Blick» am 19. Februar 1993 dann riesengross: «Roderer: Bitterer Abschied» («Hat ‹Rodi Ratlos› den richtigen Zeitpunkt für den Abgang verpasst?»).</p>
<p>Jeder, der publiziert, hat das zu erwartende Echo im Hinterkopf, gerade auch das der Kollegen. Wer keinen Ärger möchte, verbreitet keine neuen Ideen, sondern das, was die Vorgesetzten, die Mitarbeiter und die Leser von ihm erwarten. Das erzeugt einen «besorgniserregenden Hang zum Gleichklang» in den Medien, wie selbst ein Giovanni di Lorenzo <a href="http://www.zeit.de/2012/22/DOS-Interview-Schirrmacher/komplettansicht">erkennt</a>, «Zeit»-Chefredaktor und sowas wie ein Hohepriester der Mitte:</p>
<blockquote><p>«Das Merkwürdige dabei ist, dass der Konformitätsdruck nicht von bösen Regierungen oder finsteren Wirtschaftsmächten ausgeübt wird. Vielmehr kommt er aus unserer eigenen Mitte, er geht von den Journalisten, Lesern und Zuschauern aus.»</p></blockquote>
<p>Es herrscht das Prinzip der Gleichmacherei: Jene, die hinausragen, werden immer wieder auf das Mittelmass zurück gestutzt. Einerseits ist das heilsam, weil so keine kopflose Herde auf die Idee kommt, blind dem grossen Führer zu folgen (Schweizer Journalisten könnte sowas nur bei Roger Federer passieren). Andererseits ist es furchtbar kleingeistig, keine Grösse zuzulassen. Doch um kritisch beäugt zu werden, reicht es schon aus, im Kleinen vom gemeinhin begangenen Pfad abzuweichen: Als ich ankündigte, auf gut Glück nach Berlin zu ziehen, brach niemand in Begeisterung aus. Stattdessen wurde ich (korrektermassen) auf Fragen zu meiner Altersvorsorge aufmerksam gemacht.</p>
<p>Wenn Roger Köppel erzählt, er habe sich hoch verschuldet, um die Weltwoche zu kaufen, glaubt ihm das niemand. Stattdessen wird seine Unabhängigkeit in Frage gestellt.</p>
<p>Wenn Urs Gossweiler seine Mikrozeitungs-Pläne in Zürich zurückzieht, weil das Risiko zu gross ist, dann grinst man hämisch über diese Grossspurigkeit.</p>
<p>Wenn es Roger Schawinski nur jede zweite oder dritte Woche schafft, die wichtigste Person der Woche in seiner Sendung zu haben, dann machen sich die Twitterer gerne darüber lustig.</p>
<p>Wenn Peter Hogenkamp eine Firma gründet, die versucht, mit Blogs Geld zu verdienen, dann kommt gleich mal <a href="http://www.blogwerk.com/2006/08/20/mit-blogs-auf-die-grosse-kasse-hoffen-artikel-in-der-sonntagszeitung/">die Sonntagszeitung</a>, <a href="http://www.blogwerk.com/2006/08/20/peter-hogenkamp-hat-es-sich-nicht-wirklich-einfacher-vorgestellt/">um sich zur Lohnpolitik zu äussern</a>.</p>
<p>Wir leben in Zeiten eines grossen informationstechnischen, wirtschaftlichen und staatspolitischen Umbruchs. Wer bloss soll die Welt voranbringen, wenn nicht die Klügsten etwas wagen? Auch wenn es sich die Miesmacher nicht eingestehen wollen: es sind die Pioniere, die die Welt neu gestalten. Und nicht die konservative Mehrheit, die irgendwann nicht mehr anders kann, als die neue Realität zu akzeptieren und dann auch noch so tut, als hätte sie die Veränderung schon immer bejaht &#8211; siehe dazu den zeitlos glänzenden Text <a href="http://www.eurozine.com/articles/2009-12-01-passig-de.html">«Standardsituationen der Technologiekritik»</a> von Kathrin Passig.</p>
<p>Ob Schawinski, Köppel, Felix oder auch Blocher und Ziegler: Sie sterben als grosse Pioniere, Publizisten, Unterhalter und Politiker. Vor allem aber als Menschen, die selbst nachgedacht, eigenständig gehandelt und sich auch durch Kritik nicht vom Kurs abbringen liessen. Sogar die zu Lebzeiten vielgehassten Niklaus Meienberg und Peter Uebersax sind posthum zu Legenden geworden. An geistlose Miesmacher, die selbst nie etwas neu gedacht oder gar gewagt haben, wird sich dagegen zurecht niemand erinnern. Gegen Neid auf andere gibt es übrigens ein Allheilmittel: eigener, verdienter Erfolg.</p>
<p><small>Offenlegung: Als Medienkritiker ist Ronnie Grob seit 2006 ein Miesmacher. Und eine Firma hat er auch noch nie eine gegründet.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/">Der grosse Neid der Kleingeister</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Asylsuchende als Phantom</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/05/29/der-asylsuchende-als-phantom/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 May 2012 07:35:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Gieriet]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine kleine Gruppe aus den Appenzeller Dorfweilern Wienacht und Schwendi denkt darüber nach, eine Bürgerwehr zu gründen, weil sie sich von Asylsuchenden aus dem Asylzentrum Landegg bedroht fühlt. Die Sendung «Reporter» will der Sache nachgehen, filmt das Gebäude aber nur von aussen. Gleich drei Hauptakteure kommen nicht zu Wort: Die Asylbewerber, ihre Betreuer und die <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/29/der-asylsuchende-als-phantom/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine kleine Gruppe aus den Appenzeller Dorfweilern Wienacht und Schwendi denkt darüber nach, eine Bürgerwehr zu gründen, weil sie sich von Asylsuchenden aus dem Asylzentrum Landegg bedroht fühlt. Die Sendung «Reporter» will der Sache nachgehen, filmt das Gebäude aber nur von aussen. Gleich drei Hauptakteure kommen nicht zu Wort: Die Asylbewerber, ihre Betreuer und die Polizei.<br />
<span id="more-30484"></span><br />
Wenn man sich überlegt, wie eine potentiell konfliktreiche Situation erschafft werden könnte, dann kommt man vielleicht darauf, ein paar junge Männer zu nehmen, sie an einen Ort zu bringen, wo überhaupt nichts los ist und ihnen zu sagen, dass sie 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche nichts anstellen dürfen, ausser die ihnen auferlegten «Ämtli» auszuführen.</p>
<p>So haben es die Kantone St. Gallen und Appenzell-Ausserrhoden gemacht und in einem ehemaligen Hotel das Asylzentrum Landegg errichtet. Seit März 2010 werden hier über «bis zu 125 Asylsuchende» untergebracht, darunter natürlich nicht nur junge Männer, sondern auch Frauen und Kinder. Auf der Website des Kantons St. Gallen <a href="http://www.sg.ch/home/sicherheit/Asylwesen/zentren_fuer_asylsuchende0/zentrum_landegg.html">heisst es dazu</a>:</p>
<blockquote><p>Ziel ist es, die Asylsuchenden in dieser Zeit auf einen selbständigen, eigenverantwortlichen Aufenthalt in der Schweiz oder auf die Rückkehr ins Herkunftsland vorzubereiten. Sie werden in der deut­schen Sprache unterrichtet und mit den hier geltenden Regeln und Gepflogenheiten vertraut gemacht.</p></blockquote>
<p>Der «Reporter»-Beitrag beginnt mit dem Weg ins Säli des Restaurants Station. Eine Gruppe von zehn bis fünfzehn Personen erwägt, eine «Bürgerwehr» zu gründen, Details dazu werden keine bekannt. Einige von ihnen hatten bereits im Dezember 2011 <a href="http://www.weltwoche.ch/index.php?id=543353">der Weltwoche ihr Leid geklagt</a>.</p>
<p>Reporter Marc Gieriet bringt sich selbst in den Beitrag ein und hört erst mal zu (so hätte es ein Abgesandter des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssisches_Justiz-_und_Polizeidepartement">EJPD</a> auch gemacht). Tatsächlich nimmt man ihm ab, sich für die Belange der Bürger zu interessieren, doch am Ende des Beitrags ist sein Urteil klar und eindeutig: Hier wird etwas aufgebauscht, das keine reale Grundlage hat, eine Hysterie unter Dörflern. Es geht um Ängste, nicht um Fakten, was EJPD-Vorsteherin Simonetta Sommaruga im Schlusswort auf wundersame Weise bestätigt: «Ich nehme auch die diffusen Ängste ernst.»</p>
<p>Dieses Urteil ist zum Teil sicher korrekt, aber man hätte auch erwähnen können, dass bei einer Razzia im Juni 2011 fünf Personen <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=f4b2a77b-b1bc-46b7-9326-2ba99fdc5286">festgenommen</a> und später <a href="http://www.tagblatt.ch/nachrichten/polizeinews/Freiheitsstrafen-und-Ausschaffungshaft-fuer-Landegg-Diebe;art675,2701142">verurteilt</a> wurden. Dass die Betreuer <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Betreuer-in-Asylzentren-stossen-an-ihre-Grenzen/story/11366109">«am Rande des noch Bewältigbaren»</a> sind, nicht zuletzt, weil sie <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/ostschweiz/tb-os/art120094,2667995">bedroht werden</a>. Wer das St. Galler Tagblatt liest, stösst zwar durchaus darauf, dass das Bild des Asylzentrums <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/rorschach/tb-ot08/Bild-von-Asylzentrum-verzerrt;art2889,2639158">verzerrt dargestellt</a> werde, aber auch auf Berichte über <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/kantonstgallen/tb-sg/art122380,2770351">eine weitere Razzia</a> und über <a href="http://www.tagblatt.ch/nachrichten/polizeinews/Kokain-in-Asylzentrum-sichergestellt;art675,2860988">Kokainbesitz</a>, <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/rorschach/tb-ot08/Asylsuchender-taeuscht-Passanten;art2889,2599145">Täuschungen</a>, <a href="http://www.tagblatt.ch/nachrichten/polizeinews/Polizeihund-spuert-fluechtigen-19-Jaehrigen-auf;art675,2994584">Flüchtende</a>, <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/rheintal/rt-pi/Betrunkene-verzoegern-Abfahrt;art169,2773529">Trunkenheit</a>, <a href="http://www.tagblatt.ch/nachrichten/polizeinews/Schlaegerei-in-Asylunterkunft;art675,2619016">Schlägereien</a> und <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/rheintal/rt-pi/Aethiopier-greift-Polizisten-an;art169,2990894">Angriffe auf Polizisten</a>.</p>
<p>Die Patrouillentätigkeit um die Landegg sei <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/kantonappenzell/auszeitung/at-ap/art120091,2811654">«kantonsweit am intensivsten»</a>, bilanzierte der Sprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden das Jahr 2011:</p>
<blockquote><p>Nebst der täglichen, sichtbaren Präsenz hat die Kantonspolizei im Jahr 2011 über 60mal interveniert und dabei fehlbare Asylbewerber verhaftet, in Ausnüchterungshaft genommen oder strafrechtlich verzeigt.</p></blockquote>
<p>Doch die Polizei kommt in der Sendung so wenig zur Sprache wie die Mitarbeiter der Landegg und die Asylsuchenden, um die es ja eigentlich geht. Am Asylzentrum wird mit der Kamera vorbeigefahren, nicht angehalten, man verhält sich witzigerweise exakt wie die Aktion «Pro Wienacht», die das Gebäude auf ihrer <a href="http://www.aktion-pro-wienacht.ch/index.htm">Website</a> auch nur von aussen ablichtet. Wie die Kollegen von «Schweiz Aktuell» <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=f4b2a77b-b1bc-46b7-9326-2ba99fdc5286">beweisen</a>, ist das Gebäude zugänglich. Warum aus der Landegg in den gesamten 23 Minuten kein Bild gezeigt wird, bleibt das grösste Geheimnis des Beitrags. Zufällig gesichtet wird lediglich eine Gruppe von vier Männern am Bahnhof Schwendi, die dem Reporter erzählen, sie seien auf einem Frühlingsspaziergang (ab Minute 14:50).</p>
<p>Es ist nicht schwierig, den abenteuerlichen Braunbär-Vergleich zu thematisieren, den Unternehmer Hans Thoma ab Minute 5 bringt («unsere Belästigung hat die gleiche Farbe»), aber viel näher als an einen Braunbär wagt sich offenbar auch Marc Gieriet nicht an die Asylsuchenden heran. Es ist fast etwas wie mit diesem <a href="http://www.presseverein.ch/2012/05/schwarze-katze-von-weitem/">angeblich existierenden Panther</a>: Irgendwo muss es ihn geben, es muss unbedingt darüber berichtet werden. Und tatsächlich findet sich: nichts. Kein Panther. Kein Asylbewerber. Keine Bürgerwehr.</p>
<p><small>Die Reporter-Sendung <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=0d28d867-3396-4623-8ca7-89b85cf9553f">«Wienacht im Frühling»</a> wurde am 27. Mai 2012, um 21.55 Uhr auf SF1 ausgestrahlt. Sie erreichte 314.000 Zuschauer und 21,2 Prozent Marktanteil.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/29/der-asylsuchende-als-phantom/">Der Asylsuchende als Phantom</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Chrüsimüsimagazin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/05/25/chruesimuesimagazin/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 May 2012 10:05:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Vorabend]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Box Office]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Sendung]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[SF zwei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anstelle seines traditionellen Film- und Kino-Magazins experimentiert das Schweizer Fernsehen mit freieren Formen. Das neue «Box Office» will vieles sein und ist nichts richtig. Die Sendung für bewegte Bilder wirkt beliebig und das Product-Placement nervt. Auf diesem Sendeplatz hält sich der Schaden in Grenzen, wenn nicht alles perfekt geschliffen daherkommt. Denn der Vorabend auf SF <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/25/chruesimuesimagazin/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/25/chruesimuesimagazin/">Chrüsimüsimagazin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/05/logo_boxoffice.jpg" alt="" width="120" height="97" />Anstelle seines traditionellen Film- und Kino-Magazins experimentiert das Schweizer Fernsehen mit freieren Formen. Das neue «Box Office» will vieles sein und ist nichts richtig. Die Sendung für bewegte Bilder wirkt beliebig und das Product-Placement nervt.<br />
<span id="more-8429"></span><br />
Auf diesem Sendeplatz hält sich der Schaden in Grenzen, wenn nicht alles perfekt geschliffen daherkommt. Denn der Vorabend auf SF zwei gehört zu den schwächsten Sendezeiten. Um sieben setzt oft die totale Flaute ein. Dann startet auch <a href="http://www.sendungen.sf.tv/box-office/Sendungen/Box-Office" target="_blank">«Box Office»</a>. Seit Ende Februar ist das nicht mehr die Kino-Sendung von SF, sondern «ein zeitgemässes Film- und Medienmagazin mit hohem Service-Charakter».</p>
<p>Mit dem Vorgängerformat gemeinsam hat die Sendung nur noch den Namen. Studioeinrichtung, Moderation und Inhalte sind neu, ebenso die Präsentationsformen. Das Ganze läuft als Experiment jeweils mittwochs und noch bis zum Start der Fussball-Euro in zwei Wochen. Wie es danach weitergeht wird, ist noch nicht entscheiden.</p>
<p>Das neue «Box Office» folgt nicht mehr allein den wöchentlichen Kinostarts und den Festivals. Den  gewonnenen Freiraum nutzt die Sendung für Beiträge zu bewegten Bildern jedweder Herkunft, vorzüglich aus dem Web. Im Prinzip ein spannender und gesellschaftlich relevanter Ansatz. Navigationshilfen druch die Informations- und Bilderflut sind stets willkommen. Doch die Probleme folgen bei Auswahl und Präsentation der Themen.</p>
<p>Oft erhält man den Eindruck, dass die Redaktion einfach noch über einen irgendwie originellen Clip auf Youtube gestolpert ist und den nun zeigen will. Das hat etwas Beliebiges. Zudem wirkt die Präsentation des Bildmaterials unnatürlich auf einem Tablet eines südkoreanischen Herstellers, das der Moderator in die Kamera hält. Zwar wird der Zuschauer vor diesem Product Placement gewarnt, aber ein Ärgernis bleibt es trotzdem.</p>
<p>Wer ist eigentlich das Zielpublikum der neuen Sendung? Sind es die Filmfreunde und langjährigen Zuschauer der früheren Kino-Sendungen von SF, die nun sanft an die neuen Bildwelten herangeführt werden sollen? Oder sind es auch junge, netzaffine Kinoabstinente, denen das Schweizer Fernsehen gerecht werden will? Es sind beide. Und das macht es nicht einfacher.</p>
<p>Dass der Spagat zwischen so unterschiedlichen Publika zur Zerreissprobe wird, zeigt sich etwa dann, wenn Moderator Lory Roebuck versucht, das Phänomen der Internet-Memes <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b1599b5b-a6a7-402e-9c3f-f669e601a306" target="_blank">zu erklären</a>. Er tut es am Beispiel zweckentfremdeter Bilder, die im Netz kursieren. Das führt aber in die Irre: denn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet-Ph%C3%A4nomen" target="_blank">Memes sind mehr</a>. Die gezeigte Bildmanipulation ist nur eine von zig Spielarten dieser Internet-Folklore. Wer damit vertraut ist, langweilt (oder ärgert) sich, wer davon keine Ahnung hat, versteht nur Bahnhof.</p>
<p>Für den kundigen Cinephilen ein regelrechtes Ärgernis darstellen müssen die Filmkritiken in der Rubik <a href="http://www.sendungen.sf.tv/box-office/Formulare/Box-Office-Club" target="_blank">«Box Office»-Club</a>. Zuschauer können sich bewerben und in lustigen Clips über einen neuen Streifen plaudern. Ihre Urteile gipfeln in Banalitäten, wie: «Wahrscheinlich würds z lang gah, zum ufzelle, was mir a dem Film alles gfalle hät. Ich han en würklich sehr sehr guet gfunde.»</p>
<p>Wie gesagt: «Box Office» ist ein Experiment. Da darf (ja: muss) nicht alls perfekt sein. Für einen Stammplatz im Programm von SF reicht die aktuelle Struktur der Sendung sicher nicht. Die Spielereien mit den Netzbildwelten wirken zu bemüht. Eine Fokussierung auf den Kinofilm, aber auch die überaus beliebten TV-Serien, würde der Sendung wieder jenes klare Profil verleihen, das die Vorgängersendungen schon ausgezeichnet hatte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/25/chruesimuesimagazin/">Chrüsimüsimagazin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Flaggschiff auf Kuschelkurs</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/05/18/flaggschiff-auf-kuschelkurs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 May 2012 09:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Moderatoren]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau]]></category>
		<category><![CDATA[Korrespondenten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Oft Sprachrohr der Behörden, häufig harmlos moderiert: Die Tagesschau bezieht ihre Inputs aus Pressekonferenzen und lässt Kritiker zu wenig zu Wort kommen. Und von schönen Bildern versteht sie mehr als von Wirtschaftsfakten. Wir haben uns während einer Woche die Hauptausgabe der Tagesschau auf SF1 angesehen. Wie Soaps erzeugt auch die Tagesschau ein Familienfeeling. Jeden Abend <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/18/flaggschiff-auf-kuschelkurs/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/18/flaggschiff-auf-kuschelkurs/">Flaggschiff auf Kuschelkurs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Oft Sprachrohr der Behörden, häufig harmlos moderiert: Die Tagesschau bezieht ihre Inputs aus Pressekonferenzen und lässt Kritiker zu wenig zu Wort kommen. Und von schönen Bildern versteht sie mehr als von Wirtschaftsfakten. Wir haben uns während einer Woche die Hauptausgabe der Tagesschau auf SF1 angesehen.<br />
<span id="more-30481"></span><br />
Wie Soaps erzeugt auch die Tagesschau ein Familienfeeling. Jeden Abend das Gleiche im vertrauten Setting, Fortsetzung garantiert. Bekannte und sympathische Figuren wechseln sich nicht nur in der Moderation ab, sondern auch bei den Korrespondenten. Dieser innerredaktionelle Austausch vorgefertigter Fragen und Antworten nennt sich Moderationsgespräch. Aus journalistischer Perspektive ist das viel, viel einfacher als harte Fragen an zugeschaltete, externe Gesprächspartner zu stellen. Viele andere Journalisten, im angelsächsischen Raum oder auch beim ZDF-Heute-Journal, machen vor, wie das geht: Sie haken, wenn eine Frage nicht beantwortet wird, auch mehrfach nach. In der SF-Tagesschau dagegen <del datetime="2012-05-17T11:31:28+00:00">flirten</del> plaudern die Moderatorinnen Katja Stauber, Beatrice Müller und Cornelia Boesch gutgelaunt mit den Korrespondenten Jonas Projer (Brüssel), Michael Gerber (Paris), Werner Van Gent (Athen), Stefan Reinhart (Berlin) und Hanspeter Forster (Bern). Und das jeden Abend wieder um die gleiche Zeit. Wie bei einer Daily Soap auch.</p>
<p>Es ist ja nicht so, als wären diese Gespräche nicht auch aufschlussreich, positiv hervorzuheben sind die Einschätzungen von Jonas Projer und Stefan Reinhart. Aber wenn man schon über ein Budget verfügt, von dem andere Medienunternehmen nur träumen können, dann sollte man das auch ausnützen. Warum steuern die über 20 Inlandkorrespondenten der Tagesschau nicht mehr zum Inhalt bei? Zum Vergleich: Ein VJ bei einem Regionalfernsehsender bringt jeden Tag eine Story nach Hause. Es ist wohl kein Zufall, dass wenn einmal ein Beitrag aus dem üblichen Rahmen fällt (<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=916a28d3-10c7-460e-8d9d-ef9fc9b6d0f9">«Gemüse leidet unter Bodenfrost»</a>), der Autor (Marcel Anderwert) ein ehemaliger Mitarbeiter von «Tele Züri» ist.</p>
<p>Was der Zuschauer hingegen zur Genüge sieht, sind Pressekonferenzen. In den vier Werktagen des Beobachtungszeitraums durften mindestens vier verschiedene Bundesräte ihre Positionen darlegen (Maurer, Leuthard, Sommaruga, Burkhalter). Statements werden zumeist unwidersprochen direkt in die heimischen Stuben ausgestrahlt. So wird das Schweizer Öffentlich-Rechtliche den Übernamen «Staatsfernsehen» nicht so schnell wieder los.</p>
<p>Und generell fragt man sich: Ist das eine «Tagesschau», wie der Name sagt &#8211; oder doch eher ein Magazin, das seine Themen selbst setzt? Bei der ARD-Tagesschau wird die 20-Uhr-Ausgabe nach wie vor zur Vermeldung der Tagesereignisse genutzt, von denen dann einzelne in den Tagesthemen vertieft werden. Vielleicht wäre dem öffentlich-rechtlichen Auftrag mit einer kürzeren, sich auf die Fakten konzentrierenden Sendung besser genüge getan als mit einer «seriös» daher kommen wollenden Kopie von «10 vor 10».</p>
<hr width="25%"></p>
<p><strong><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=9be73a0d-5078-42ab-bc81-6a1ee67bc6e8">Freitag, 11. Mai:</a></strong> Ein Verlust der US-Bank JPMorgan Chase wird sowohl von der Moderatorin als auch von der Off-Stimme als «peinlich» eingestuft. Der Verlust in der Höhe von 2 Milliarden US-Dollar sei «ein Beweis, dass es schärfere Kontrollen doch braucht. Damit ist der Ball wieder beim amerikanischen Kongress. An ihm wird es jetzt liegen, die Vorschriften eben doch zu verschärfen, um solches Geschäftsgebaren zu verhindern», sagt die Off-Stimme weiter. Mit Verlaub, aber Gesetze haben noch nie Verluste verhindert. Und werden das auch nie tun. Aus diesen Sätzen spricht ein absurdes Verständnis der Marktwirtschaft, bei der Too-Big-To-Fail-Diskussion geht es um etwas anderes. Hier wird auf die Wirtschaft geblickt wie auf ein kleines Kind, das wieder nicht brav war. Die Einbusse muss ausserdem in Relation zu anderen Kennwerten gesehen werden: 2011 betrug das Eigenkapital der Bank <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/fragen-ueber-fragen-zu-jp-morgan_1.16881286.html">gemäss NZZ</a> 184, der Reingewinn 19 Millarden US-Dollar.</p>
<p><strong><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=17374b89-ca46-455e-991a-a171d69bc4ec">Samstag, 12. Mai:</a></strong> Offenbar ist heute weltweit überhaupt rein gar nichts passiert, denn der Aufhänger der Sendung ist das 10-Jahres-Jubiläum der Expo 02; sie wird rückblickend zum Erfolg verklärt, ein «nicht eben billiger» halt. In einer Live-Schaltung aus Biel sagt der damalige Not-Präsident Franz Steinegger, viele Schweizer würden befriedigt auf diesen Supersommer 2002 zurückblicken &#8211; eine Einschätzung, die so wahr ist wie ihr Gegenteil. Kritiker der Expo, die im Anlass eher ein regionales Konjunkturprogramm sahen, von dem besonders ausgewählte Kunst- und Eventschaffende profitieren, kommen aber keine zu Wort.</p>
<p><strong><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=174e5762-14d8-4a4a-9b2c-db1c9ce702a2">Sonntag, 13. Mai:</a></strong> Der Beitrag über die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen beginnt mit einer Panne. Die Grafik der ZDF-Hochrechnung wird zunächst nicht eingeblendet. Viel schlimmer aber ist, dass man zwei Zahlen vertauscht, also falsch abgeschrieben hat: Nicht die FDP hat über sechs Prozent zugelegt, sondern die Piratenpartei. <a href="http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/Wahlen/12838122/6862078/ca2f6b/Wahl-in-Nordrhein-Westfalen-2012.html">ZDF-Endergebnis</a>: FDP 8,6% (+ 1,9%), Piratenpartei 7,8% (+ 6,3%).</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/05/screenshot-sf.tv_.jpg" alt="Screenshot sf.tv" title="Screenshot sf.tv" width="460" height="250" class="alignnone size-full wp-image-8296" /></p>
<p>Eine Entschuldigung oder eine nachträgliche Korrektur dieses den Zuschauer irreführenden faktischen Fehlers gibt es keine, weder in der Sendung, noch in der (übrigens durchaus unterhaltsamen) <a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Dienste/Korrekt">«Korrekt»-Spalte</a> auf der Website. Als Gegensatz dazu: Die «New York Times» hat kürzlich <a href="http://www.poynter.org/latest-news/regret-the-error/173510/new-york-times-corrects-error-made-in-1935/">einen im Jahr 1935 gemachten Fehler korrigiert</a>.</p>
<p><strong><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b3b249b3-c3db-4903-9a4e-96ac78f822c9">Dienstag, 15. Mai:</a></strong> Die Schweizer Konjunkturpakte werden rückblickend betrachtet, Anlass für den Bericht ist eine Pressekonferenz des Seco. Der Beitrag dazu hätte auch gleich von der Pressestelle produziert werden können. Immerhin gibt es noch einen Folgebeitrag mit Reaktionen zweier Verbände, deren Mitglieder direkt oder indirekt von solchen Paketen unterstützt werden: Der Gewerkschaftsbund hält den Umfang der Konjunkturpakete für zu klein und die Economiesuisse für angemessen gross. Kritik daran, die es natürlich gibt, wird keine gesendet. Der Zuschauer muss nach so einem Beitrag fast zur Meinung kommen, dass Konjunkturpakete gut und richtig sind &#8211; dass sie mit dazu führen, ganze Staaten in den Bankrott zu ziehen, wird nicht erwähnt.</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=0c42151c-7577-464f-8a44-81b2703407ba"><strong>Donnerstag, 17. Mai:</strong></a> Die Tagesschau ist dabei, als Peter Bichsel (77) und Giovanni Orelli (83) mit dem mit 30.000 Franken dotierten Grossen Schillerpreis ausgezeichnet werden und sich für die zufällig anwesenden Kameras begrüssen und unterhalten.</p>
<p>Gute Fernsehbilder liefern natürlich auch Ausstellungen von Jeff Koons (Sonntag), Kris Martin (Freitag) sowie die Sammlung von Hubert Looser (Donnerstag). Gleiches gilt für das geplante Chaplin-Museum (Montag), den Tod von Carlos Fuentes (Mittwoch) oder die Kunstmarkt-Rekordpreise (Samstag). Der Gedanke, dass nicht das, was relevant ist, in die Tagesschau kommt, sondern das, was sich gut zeigen lässt, liegt nahe.</p>
<p><small><strong>Die Sendungen zum Nachschauen:</strong><br />
<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c8d967fe-d61f-495e-bcdb-3c090c20c6a7">Freitag, 11.5.2012</a>: 424.000 Zuschauer, 44,7 Prozent Marktanteil<br />
<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=96c84a9e-f8cc-4aa5-b39a-1ac43759ceac">Samstag, 12.5.2012:</a> 576.000 Zuschauer, 43,3 Prozent Marktanteil<br />
<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=842213cd-4b9d-418f-b7cc-cd854e9d764a">Sonntag, 13.5.2012:</a> 629.000 Zuschauer, 40,0 Prozent Marktanteil<br />
<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=7a2248de-526b-4f34-b350-e9e5fd4765a0">Montag, 14.5. 2012:</a> 660.000 Zuschauer, 50,8 Prozent Marktanteil<br />
<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=5205c53f-3463-4bb3-97ac-421300ab2ae8">Dienstag, 15.5.2012:</a> 432.000 Zuschauer, 45,1 Prozent Marktanteil<br />
<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=98160da8-71fa-41a3-9aca-67cabf29d5fa">Mittwoch, 16.5.2012:</a> 635.000 Zuschauer, 48,3 Prozent Marktanteil<br />
<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=a5b91ec5-e23e-449a-92e4-4bd1c349c6dc">Donnerstag, 17.5.2012:</a> 674.000 Zuschauer, 51,9 Prozent Marktanteil</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/18/flaggschiff-auf-kuschelkurs/">Flaggschiff auf Kuschelkurs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«In der Primetime unangefochten»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/03/27/in-der-primetime-unangefochten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 09:53:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ruedi Matter]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SRF-Direktor Ruedi Matter blickt anlässlich der Jahresmedienkonferenz von Schweizer Radio und Fernsehen zurück auf das Programm des vergangenen Jahres und schaut voraus auf Schwerpunkte im 2012. Ausserdem nimmt Matter Stellung zur schwächelnden TV-Quote und verteidigt die Einführung der umstrittenen Radio-Logos.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>SRF-Direktor Ruedi Matter blickt anlässlich der Jahresmedienkonferenz von Schweizer Radio und Fernsehen zurück auf das Programm des vergangenen Jahres und schaut voraus auf Schwerpunkte im 2012. Ausserdem nimmt Matter Stellung zur schwächelnden TV-Quote und verteidigt die Einführung der <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/27/laengst-faelliger-und-logischer-schritt/">umstrittenen Radio-Logos</a>.</p>
<p><object style="width: 400px; height: 241px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100" height="100" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/26aef485-8636-422b-8aa1-ebfdbcb315dd" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/26aef485-8636-422b-8aa1-ebfdbcb315dd" /><embed style="width: 400px; height: 241px;" type="application/x-shockwave-flash" width="100" height="100" src="https://www.sf.tv/videoplayer/embed/26aef485-8636-422b-8aa1-ebfdbcb315dd" allowfullscreen="true" quality="high" data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/26aef485-8636-422b-8aa1-ebfdbcb315dd"></embed></object></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/27/in-der-primetime-unangefochten/">«In der Primetime unangefochten»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Distanzlos gegen Fangewalt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Claude]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 08:07:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Empörungsbewirtschaftung]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Fangewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[GC]]></category>
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		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyro]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Bürki]]></category>
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		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Wille]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgewogenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Leuthard]]></category>
		<category><![CDATA[joiz]]></category>
		<category><![CDATA[Daniela Lager]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Empörung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle. <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/fussball.jpg" alt="" width="120" height="116" />«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle.<br />
<span id="more-28937"></span><br />
Wenn aus randalierenden oder Feuerwerk zündenden Fans «Fussball-Chaoten» (AZ) und «Hooligan-Idioten» (Blick) werden und aus Schweizer Stadien «Kriegsschauplätze» (SF Sportpanorama), geht mit dem Fussball auch die Sachlichkeit schweren Zeiten entgegen.</p>
<p>Jüngstes Opfer einer medial-emotionalen Eskalation ist GC-Torhüter Roman Bürki, der es mit einer <a href="http://www.joiz.ch/videos/watch?bclid=1213687687001&amp;bctid=1251579065001" target="_blank">saloppen Aussage im Jugend-TV-Sender Joiz</a> am 1. November auf den schwarz-gelben Blick-Aushang geschafft hat: <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/grasshopper-club-zuerich/unglaubliche-provokation-von-gc-goalie-buerki-185809" target="_blank">«Schleglä gehört zum Fussball!»</a> Bürki hatte im Interview gesagt, Pyro in geordnetem Rahmen störe ihn nicht und zu den Schlägerein unter Fans käme es wohl, weil die sich emotional so stark mit dem Klub verbunden fühlten. Das gehöre für ihn zum Fussball, solange keine Unbeteiligten zu Schaden kommen.</p>
<p>Der 20-jährige Fussballer musste sich noch am selben Tag für seine «unglaubliche Provokation» (Blick) <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/gc-buerki-sagt-sorry-185860" target="_blank">entschuldigen</a> und nahm auf der GC-Homepage all seine Aussagen zurück – was ihm postwendend zum Vorwurf gemacht wurde: «Bürki sorgt für Kopfschütteln. Zuerst verherrlicht er Pyros und Schlägereien, nun sagt er sorry.» (<a href="http://www.20min.ch/sport/fussball/story/GC-Goalie-Buerki-krebst-im-Pyro-Fall-zurueck-12046568" target="_blank">20min.ch</a>). Dass der GC-Torhüter nichts verherrlicht, sondern in seiner Naivität vielmehr die Mechanismen in der Fanszene beschreibt, wird den Journalisten dann in den Kommentarspalten erklärt.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Fan-Gewalt, und dazu wird in praktisch allen Medien auch das blosse Abbrennen von Feuerwerk gezählt, kommt als neues journalistisches Gebot die Empörung hinzu: Empörung über die Vorfälle, Empörung über das Versagen der Sicherheitskonzepte, Empörung über das Zögern der Verantwortlichen, Empörung über jede Art der Relativierung. Daniela Lager <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=684cdefc-f0bb-47c4-8150-2b96a11f4ecd" target="_blank">attackierte in 10vor10 vom 3. Oktober ihren Studiogast</a>, den Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes Alex Miescher, als gehöre sie selber einem Fan-Lager an, jenem der schwer Betroffenen. An selber Stelle hatte Susanne Wille ein Jahr zuvor behauptet, Schweizer Fussballfans würden «ganze Lokomotiven zertrümmern». Womit, blieb leider unerwähnt.</p>
<p>Geschichten über Fussballfans steigen seit rund zehn Jahren im Agenda-Setting der Medien immer höher, und sie fallen dabei in aller Regel negativ aus. Die zunehmende Bewirtschaftung des Themas geht einher mit einer Sensationalisierung der Berichterstattung, für die es verschiedene Gründe gibt. Einer der wichtigsten ist die Verfügbarkeit: Wenn es auch selten zu gravierenden Vorfällen kommt, so liefern diese doch jedes Mal spektakuläres Bildmaterial, komponiert aus den Skandalfaktoren Menschenmassen, Feuerwerk, Vermummung und physische Gewalt.</p>
<p>Berichte über Ausschreitungen werden heute meist mit denselben wenigen Archivaufnahmen aus den Jahren 2006, 2008 und neu 2011 (FCZ-FCB vom 11. Mai, GC-FCZ vom 2. Oktober) illustriert. Sie reichen aus, um den Eindruck einer zunehmenden Bedrohung friedliebender Fussballfans durch Horden junger Gewalttäter aufrecht zu erhalten. Nüchterne Zahlen, die das Gegenteil beweisen und die <a href="http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/18676/" target="_blank">der Beobachter am 26. Oktober 2011 veröffentlicht hat</a>, werden nur in Fan-Foren, nicht aber in Leitartikeln diskutiert.</p>
<p>Die Bilder verbreiten Angst und Schrecken und ermöglichen Abgrenzung. Das macht die Fans zum medialen Dauerthema und verleitet nicht nur Blick oder 20 Minuten, sondern auch die auf Ausgewogenheit und Neutralität verpflichteten SRG-Programme <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4d7d5f56-5ff3-4055-a13b-40905b56f1e0" target="_blank">Sportpanorama</a>, <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=debd5427-9548-4ae3-8b99-517f290a5ac5" target="_blank">Rundschau</a> und 10vor10 zu hysterischer Rhetorik: Widerspruch ist nicht zu befürchten, Gewalt und Chaos finden alle schlimm. Fans haben keine Lobby, und so gefallen sich Journalisten in der Rolle der Botschafter gegen Pyro und Gewalt, statt ihrer Arbeit nachzugehen.</p>
<p>«Rund 50 FCZ-Hooligans, die Pyro-Fackeln zündeten», habe die Münchner Polizei beim Spiel Bayern-FCZ direkt aus dem Block heraus verhaftet, behauptete etwa 10vor10 am 3. Oktober. An der Aussage ist nichts wahr: weder waren es Hooligans, noch waren es rund 50, noch wurde auch nur einer der Zündenden erwischt.</p>
<p>Zur Zuspitzung bei gleichzeitiger Unschärfe trägt bei, dass sich die organisierten Fans aus der Kurve seit Jahren den Medien verweigern: aus Prinzip, aber auch aus Frustration über unausgewogene Berichterstattung und Boulevard-Manieren. Ob das klug ist, sei dahingestellt. Ein Freipass für Medienschaffende, jegliche professionelle Distanz zu verlieren, ist es nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Distanzlos gegen Fangewalt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>SRF trainiert das Facebook-Einmaleins</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Edith Hollenstein]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 11:20:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SRF macht vorwärts bei Social Media. Seit ein paar Tagen ist das Nachrichtenmagazin 10vor10 mit eigenen Angeboten auf Facebook und Twitter vertreten. Ende Monat geht es mit der Ausbildung los für die neuen Kanäle. 40.680 Tweets und rund 3800 Follower: Dies sind die auf den ersten Blick eindrücklichen Eckwerte des bis anhin am weitesten ausgebauten <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/">SRF trainiert das Facebook-Einmaleins</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/srf_logo.jpg" alt="" width="99" height="64" /> SRF macht vorwärts bei Social Media. Seit ein paar Tagen ist das Nachrichtenmagazin 10vor10 mit eigenen Angeboten auf Facebook und Twitter vertreten. Ende Monat geht es mit der Ausbildung los für die neuen Kanäle.<br />
<span id="more-4011"></span><br />
40.680 Tweets und rund 3800 Follower: Dies sind die auf den ersten Blick eindrücklichen Eckwerte des bis anhin am weitesten ausgebauten Twitter-Accounts des Schweizer Fernsehens. Doch bei den Beiträgen auf <a href="http://twitter.com/sf_tagesschau" target="_blank">@sf_tagesschau</a>, dem Twitter-Kanal der Tagesschau, handelt es sich lediglich um Hinweise und Links auf Beiträge, die automatisiert eingespeist werden.</p>
<p>Als Kommunikations- und Diskussionskanal nutzt das Schweizer Fernsehen die Social-Media-Plattformen wie Twitter und Facebook erst spärlich. Die Aktivitäten auf dem Twitter-Kanal des Nachrichtenmagazin «10 vor 10» halten sich vorerst noch in bescheidenen Grenzen. <a href="http://twitter.com/10v10" target="_blank">@10v10</a> hat bis anhin 4 Tweets verfasst und folgt selber keinem anderen Twitterer. Doch das soll sich ändern. Vorgesehen ist, dass verschiedene Redaktionsmitglieder Zugang zum Account haben und über @10v10 Themen recherchieren und Feedback einholen können. Über die <a href="http://www.facebook.com/sf10vor10" target="_blank">10vor10-Fanpage auf Facebook</a> gibt es bereits mehr Zusatzmaterial zu besichtigen, aktuell Bilder von Dreharbeiten im Dolder Grandhotel zum Schwerpunktthema «Essen».</p>
<p>SRF will in Sachen Social Media keine Spezialisten anstellen, sondern setzt auf Schulung des Personals. Nicht nur beim Nachwuchs, wo Social-Media-Kompetenzen <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95986" target="_blank">Teil der neuen Stage-Ausbildung</a> sind. Nun trainiert das Unternehmen in speziellen Kursen auch die Routiniers im Facebook- und Twitter-Einmaleins &#8211; ähnlich <a href="http://www.slideshare.net/ThomNagy/twitterschulung-nzz" target="_blank">wie NZZ</a> und <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95857" target="_blank">bald auch Tamedia</a>.</p>
<p>«Im Kurs lernen die Journalisten welche Social-Software es gibt, was diese Software leistet und wie man vorgeht, wenn man ein Social‐Media‐Projekt aufgleisen möchte», sagt Michael Fröhlich, Ausbildungsleiter und Fachzuständiger Multimedia gegenüber der MEDIENWOCHE. Zusätzlich zu diesen Grundlagen-Kursen bietet SRF für konkrete Anwendungen einen Praxis‐Kurs an. «Dort werden vor allem die Basics des Webtextens im Social‐Media‐Bereich vermittelt», sagt Fröhlich.</p>
<p>Es ist also zu erwarten, dass SRF-Journalisten bald vermehrt auf Facebook‐, Twitter,‐ LinkedIn‐  eine Statusmeldung erstellen oder in Social-Media-Foren moderieren. Die Schulungen starten Ende Juli, eingeladen sind vorerst Redaktionsleiter, Produzenten und Webredaktoren. Zur Frequenz der Kurse sagt Fröhlich: «Die Schulungen dauern jeweils rund einen halben bis einen Tag. Die Dauer variiert je nach Vorwissen und Reaktionen der Teilnehmer. Die Anzahl hängt von der Nachfrage ab: Rund vier bis sechs Kurse pro Jahr sind denkbar.» Zu den Kosten will SRF keine genauen Zahlen nennen: «Die Kurse laufen im Rahmen des üblichen Ausbildungsbudgets.» Laut der Medienstelle ist Social-Media-Ausbildung eines unter vielen Angeboten, ähnlich wie Kurse in Storytelling, Beitragsanalyse, Duplex-Training für Korrespondenten, die Teil von total rund 250 Ausbildungsveranstaltungen pro Jahr sind.</p>
<p>Diese Bestrebungen hin zu mehr Facebook-Fitness gründen auf einer gemeinsamen Social-Media-Strategie für SR und SF DRS, welche 2010  im Rahmen der Fusion von SR DRS und SF entwickelt wurde. «Es geht darum, bei sämtlichen Projekten die Social-Media-Eignung zu prüfen und die Umsetzung zu professionalisieren», sagt Kommunikationschefin Andrea Hemmi.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/">SRF trainiert das Facebook-Einmaleins</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Disneyland sieht anders aus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 12:27:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
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		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Stadler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rainer Stadler übt in der NZZ harsche Kritik an der Nordkorea-Reportagereise vom Schweizer Fernsehen. Das Team um Reporterin Patrizia Laeri habe sich vom Regime «übertölpeln lassen», die fünfteilige Serie sei eine Verharmlosung der dramatischen Situation im abgeschottenen Land. SF habe ein «Disneyland des Kommunismus» gezeigt. Mitnichten. Laeri hat gezeigt, was andere Reporter auch gezeigt hätten. <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/06/Freundschaftspins-Schweiz-Nordkorea.jpg" alt="" width="120" height="96" /> Rainer Stadler übt in der NZZ harsche Kritik an der Nordkorea-Reportagereise vom Schweizer Fernsehen. Das Team um Reporterin Patrizia Laeri habe sich vom Regime «übertölpeln lassen», die fünfteilige Serie sei eine Verharmlosung der dramatischen Situation im abgeschottenen Land. SF habe ein «Disneyland des Kommunismus» gezeigt. Mitnichten. Laeri hat gezeigt, was andere Reporter auch gezeigt hätten. Die Alternative wäre keine Bilder aus dem Reich der bizarren Kim-Dynastie.<br />
<span id="more-28876"></span><br />
Wir haben offenbar nicht die gleichen Bilder gesehen. Während NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler in der <a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/International/In-Nordkorea" target="_blank">fünfteiligen Serie von SF</a> aus Nordkorea ein <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/sf_faellt_auf_nordkorea_herein_1.11081045.html" target="_blank">Machwerk mit Propagandacharakter</a> erkennen will, ist es durchaus möglich in den Beiträgen von Patrizia Laeri redliches journalistisches Handwerk zu sehen. Umso mehr, als dass die Reporterin die Gängelung durch die Zensurbehören maximal möglich offenlegt. Ausserdem bietet der Reiseleiter, den Laeri als Türöffner engagiert hatte, in einem längeren Text auf der Website von SF einen Einblick in das <a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/06/20/International/In-Nordkorea/Mission-Impossible" target="_blank">umständliche Prozedere</a> bis die Drehbewilligung erteilt wurde.</p>
<p>Klar wirkt die erzwungene Verneigung vor dem Denkmal Kim Il Sungs verstörend und entwürdigend für eine Journalistin. «Eine üble Szene», schreibt Rainer Stadler zurecht. Nur: Laeri hätte diesen Knicks nicht zeigen müssen. Sie hat es aber getan. So steht das Bild als Symbol für die Allmacht der Parteidiktatur.</p>
<p>Dem SF-Team einen Strick daraus zu drehen, wie Stadler das tut, weil es keine Hungernden oder gar Verhungerten gezeigt hat, ist zynisch. Wenn andernorts Kameras auf Hungerbäuche gehalten werden, sind als erste die Medienkritiker zur Stelle, die ein Bildverbot fordern. Wer genau hingeschaut hat, konnte den Hunger sehr wohl sehen: Wenn sich selbst eine Vorzeigebauernfamilie von gebratener Kartoffelstärke ernährt, ein grünlicher Glibber, der beim Zuschauer unmittelbar Übelkeit provoziert, dann wirken diese Bilder ungleich stärker als ausgemergelte Kreaturen. Ausserdem kann das Schweizer Fernsehen getrost davon aussgehen, dass der Grossteil seiner Zuschauer über die Eckdaten Nordkoreas Bescheid weiss und sich kaum von den zensurierten Bildern manipulieren lässt.</p>
<p>Auch wenn sich die Zensurbehörden nach Massen darum bemühten, nur die Glanzseiten der maroden Kim-Diktatur zu zeigen, wirkte alles wie gestellt. Potemkinsche Dörfer, schnell hochgezogen für das Kamerateam aus dem Westen. Disneyland – und selbst ein kommunistisches – sieht anders aus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/">Disneyland sieht anders aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Raus aus dem Programm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2011 17:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Betty Bossi]]></category>
		<category><![CDATA[Kochen]]></category>
		<category><![CDATA[Kochsendung]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Quoten]]></category>
		<category><![CDATA[Ab in die Küche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach fünf Mal war schon Schluss – und das trotz Quoten, von denen andere Sendungen nur träumen können. Auch 20 Prozent Marktanteil und eine Reichweite von über 300&#8217;000 Zuschauern konnten die Kochsendung «Ab in die Küche» nicht retten. SF, Ringier und Betty Bossi müssen sich wieder auf die Suche nach einer Nachfolge für das langlebige <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/18/raus-aus-dem-programm/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/18/raus-aus-dem-programm/">Raus aus dem Programm</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/logo_aik.jpg" class="alignleft" width="183" height="97" /> Nach fünf Mal war schon Schluss – und das trotz Quoten, von denen andere Sendungen nur träumen können. Auch 20 Prozent Marktanteil und eine Reichweite von über 300&#8217;000 Zuschauern konnten die Kochsendung «Ab in die Küche» nicht retten. SF, Ringier und Betty Bossi müssen sich wieder auf die Suche nach einer Nachfolge für das langlebige Erfolgsformat «Al Dente» machen.<br />
<span id="more-28830"></span><br />
Stimmt die Quote nicht, wird die Notbremse gezogen. Beim werbefinanzierten Privatfernsehen ist der vorzeitige Exitus eines schwächelnden Formats schlicht ein Akt betriebswirtschaftlicher Vernunft. Öffentliche und gebührenfinanzierte Sender mit Service-public-Auftrag können da geduldiger sein, da nicht allein die Quote, sondern auch der in der Konzession formulierte Leistungsauftrag über Sein oder Nichtsein einzelner Programme entscheidet.</p>
<p>Deshalb überrascht es umso mehr, wenn <a href="http://www.sendungen.sf.tv/ab-in-die-kueche/Nachrichten/Uebersicht" target="_blank">«Ab in die Küche»</a>, das neue Kochformat vom Schweizer Fernsehen nach nur fünf Folgen bereits wieder vom Bildschirm verschwindet. «Service public heisst eben auch, auf die Volksabstimmung mit der Fernbedienung Rücksicht zu nehmen», erklärt SF-Sprecher Martin Reichlin. Also doch die Quote. Nicht nur, relativiert Reichlin: «Auch die Rückmeldungen aus dem Publikum haben uns zu diesem Schritt bewogen.» Trotz Anpassungen nach den Pilotsendungen sei das finale Konzept bei den Zuschauern nicht auf die nötige Akzeptanz gestossen. Kommt dazu, dass sich «Ab in die Küche» auf dem Sendeplatz in der Primetime von SF1 am Montagabend mit einer Quizsendung wie <a href="http://www.sendungen.sf.tv/1-gegen-100/Nachrichten/Uebersicht" target="_blank">«1 gegen 100»</a> messen muss, die regelmässig einen Marktanteil von 30 Prozent erzielt.</p>
<p>Nach zehn Jahren <a href="http://www.sendungen.sf.tv/al-dente/Sendungen/al-dente" target="_blank">«Al Dente»</a> steht bei SF keine Kochsendung mehr im Programm. Das Erfolgsformat, das mit dem Koch-Duo Sibylle Sager und Andreas C. «Studi» Studer zwei TV-Promis geschaffen hat, legte die Latte hoch für ein Nachfolgeformat. Dessen ist man sich bei SF und den Partnern Ringier und Betty Bossi bewusst; hat nun aber ein Problem: «Da wir aber keinen Plan B in der Schublade haben, können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wann ein neues Format sendebereit ist.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/18/raus-aus-dem-programm/">Raus aus dem Programm</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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