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	<title>SMD | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 07 Oct 2022 21:25:44 +0000</lastBuildDate>
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		<title>SMD, SRF, Ueli Maurer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2022 21:25:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ueli Maurer]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – SMD mit mehr Audio «Radio goes SMD» schreibt die Schweizer Mediendatenbank SMD und weist darauf hin, dass ihre Nutzer*innen neu «sekundengenau» Audiopassagen der drei Westschweizer Radios RJB, RTN und RFJ finden können, ausserdem von 24 SRF-Radiosendungen, darunter etwa das «Echo der Zeit» und die Regionaljournale. Mehr noch: Die gesprochenen Texte können mithilfe <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/07/smd-srf-ueli-maurer/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b.jpg" alt="" width="1456" height="486" class="aligncenter size-full wp-image-99969" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b-1024x342.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b-768x256.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – SMD mit mehr Audio</h3>
<p>«Radio goes SMD» schreibt die Schweizer Mediendatenbank SMD und weist darauf hin, dass ihre Nutzer*innen neu «sekundengenau» Audiopassagen der drei Westschweizer Radios RJB, RTN und RFJ finden können, ausserdem von 24 SRF-Radiosendungen, darunter etwa das «Echo der Zeit» und die Regionaljournale. Mehr noch: Die gesprochenen Texte können mithilfe einer automatischen Transkription auch gelesen werden.</p>
<p>Laut <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/29/wir-wollen-mehr-einnahmen-generieren-fuer-die-verlage/">Geschäftsführer Roberto Nespeca</a> hat die SMD 2019 damit begonnen, audiovisuelle Medien in die Datenbank aufzunehmen. Damals startete ein Pilotversuch mit Informationssendungen von Fernsehen RTS, später kamen Sendungen von Fernsehen SRF dazu – schliesslich ist die SRG eine der SMD-Aktionärinnen.</p>
<p>Videos sind viel einfacher zu erfassen als Audios: Da sie bereits die Sender untertiteln, kann dies SMD diesen Text übernehmen. Ein Klick auf den entsprechenden Zeitstempel im Text führt dann genau auf den entsprechenden Zeitpunkt im Video, das auf der Online-Seite des Anbieters verbleibt.</p>
<p>Schwieriger ist die Erfassung von Radiosendungen – insbesondere, wenn sie, wie etwa die Regionaljournale, in Schweizerdeutsch sind. Denn es fehlt die geschriebene Textvorlage. «Gemeinsam mit SRF und <a href="https://recapp.ch/" rel="noopener" target="_blank">recapp</a> entwickelten wir eine Speech-to-Text-Komponente, die gesprochenes Schweizerdeutsch automatisch in geschriebenes Hochdeutsch transkribiert», so Nespeca.</p>
<p>Zwar haben sich bei einer SMD-Umfrage Ende 2021 nur je knapp die Hälfte der antwortenden Nutzer*innen dafür ausgesprochen, dass die SMD die Inhalte von regionalen und lokalen Radios und TVs aufnehmen müsse. Aber, so Nespeca: «Wir sind überzeugt, das Ton- und Bewegtbild-Material eine gute Ergänzung zum bestehenden Print- und Online-Angebot darstellt.» Die SMD sei bereits in der Integrationsphase «bei gut einem halben Dutzend Partnern».<br />
</p>
<h3>The Bad – SRF mit schmelzender Eishockey-Expertise</h3>
<p>Jetzt auch noch Mario Rottaris. Der frühere Fribourg-Gottéron- und Nationalmannschafts-Spieler <a href="https://www.srf.ch/sport/mehr-sport/in-eigener-sache/in-eigener-sache-mario-rottaris-verlaesst-srf-expertenteam" rel="noopener" target="_blank">verlässt das Schweizer Fernsehen SRF</a>, wo er seit 2005 als Eishockey-Experte im Einsatz war – bei insgesamt 16 Hockey-WMs und hunderten Spielen der National-League. «Seine kontrollierten Aussagen, sein diskreter Sprachwitz und seine Fachkompetenz im Zusammenspiel mit Jann Billeter haben die SRF-Zuschauer seit der Weltmeisterschaft 2005 durch die Spiele der Schweizer Nati geschaukelt», <a href="https://www.blick.ch/sport/eishockey/nati/an-wm-einfach-ersetzt-wo-ist-srf-nati-experte-mario-rottaris-id17518448.html" rel="noopener" target="_blank">lobte ihn der «Blick»</a>. </p>
<p>Rottaris Co-Kommentator Billeter hat SRF Sport bereits im Sommer 2021 verlassen; er wechselte nach 24 Jahren SRF zu MySports. Im Herbst 2021 folgte Stefan Bürer; nach 28 Jahren bei SRF wurde er Kommunikationschef bei den SC Rapperswil-Jona Lakers. Und im Juni 2022 hat Eishockey-Fachfrau Daniela Milanese SRF Sport nach 23 Jahren verlassen. Sie kommentiert <a href="https://www.blick.ch/sport/eishockey/premiere-von-daniela-milanese-bei-mysports-bei-srf-wars-wie-in-einer-langjaehrigen-beziehung-id17927603.html" rel="noopener" target="_blank">seit dieser Woche bei «MySports»</a>.</p>
<p>Damit schmelzen bei SRF quasi Jahrzehnte von Eishockey-Expertise weg. Ein Grund dafür sind verlorene Senderechte: Nicht die SRG, sondern Sunrise UPC, zu der «MySports» gehört, hat sich 2021 die Rechte der Eishockey-National League für die kommenden fünf Saisons gesichert. Die SRG erhielt auch keine Sublizenz. Das Schweizer Fernsehen kann noch die Eishockey-WM, die Spiele der Nationalteams und den Spengler Cup zeigen, Live-Spiele der National League aber nicht mehr.</p>
<p>Auch für Mario Rottaris war dies ein Abgangsgrund – doch nicht der einzige. Seine «Passion», so wird er in der SRF-Mitteilung zitiert, sei es gewesen, die WMs als Co-Kommentator vor Ort und die Playoffs aus den Stadien zu begleiten. Die Playoffs dürfe SRF nun nicht mehr live übertragen, und «meine WM-Ära endete 2021». Denn für die WM 2022 im letzten Mai hat SRF Rottaris durch einen <a href="https://www.blick.ch/sport/eishockey/nati/an-wm-einfach-ersetzt-wo-ist-srf-nati-experte-mario-rottaris-id17518448.html" rel="noopener" target="_blank">anderen Live-Experten ersetzt</a>. Dieser Aspekt des Abgangs von Rottaris ist also SRF-hausgemacht.</p>
<h3>The Ugly – Maurer mit grossem Medien-Schwindel</h3>
<p>«Schaut die Zeitungen gar nicht erst an, werft sie weg», hatte Bundesrat Ueli Maurer <a href="https://www.edito.ch/klartext/2011/03/21/%C2%ABschaut-die-zeitungen-nicht-an-werft-sie-weg%C2%BB/" rel="noopener" target="_blank">2011 in einem Interview</a> gesagt. Später nannte er etwa einen <a href="https://www.suedostschweiz.ch/zeitung/aff-ist-der-satz-des-jahres" rel="noopener" target="_blank">SRF-Kameramann «Aff»</a>, warf den Medien eine «selbstverfügte Gleichschaltung» vor und reagierte unlängst auf Patti Basler, die ihn <a href="https://www.persoenlich.com/medien/ueli-maurer-beleidigt-srf-bei-deville" rel="noopener" target="_blank">für eine SRF-Umfrage ansprach</a>, mit «Die huere Frage vum Färnseh, vill tümmer chammer nid si als ihr sind». Und so weiter.</p>
<p>Wie er es in seiner politischen Karriere immer wieder getan hat, griff Maurer auch bei seiner Rücktritts-Medienkonferenz Medien und Medienschaffende an. Und diese? Auch wenn ihnen Maurer «Einheitsbrei» und Google-statt-Recherche vorwarf und einmal mehr behauptete, sie seien nach links gerutscht, blieben sie höflich. Dabei hatte gleichentags Maurers SVP im Parlament gezeigt, was man tun kann, wenn einem das Geschehen nicht passt: Die Fraktion stand auf und drehte dem Rednerpult den Rücken zu. Selbst <a href="https://youtu.be/eHfOqNqf3_Q" rel="noopener" target="_blank">«Kä Luscht»-Bundesrat</a> Maurer hätte gestaunt, hätten die Bundeshaus-Journalist*innen während seiner Rücktritts-Rede dasselbe getan.</p>
<p>Zumindest hätten die Bundeshaus-Journalist*innen und auch jene, die danach darüber berichteten, Maurers grossen Medien-Schwindel thematisieren können: Er kritisiert die Medien und ihre Inhalte – und erzählt gleichzeitig, er nutze ausser Teletext keine Medien. Woher weiss er denn, was die Medien berichten?</p>
<p>Politiker*innen, die Journalist*innen und Medien diffamieren, schaffen einen Boden für einen sich verbreitenden Medienhass, der auch in physischen Angriffen gipfelt. Auch in der Schweiz. Bundesrätin Simonetta Sommaruga lässt im Moment einen <a href="https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/elektronische-medien/medienpolitik/nationaleraktionsplan.html" rel="noopener" target="_blank">Nationalen Aktionsplan für die Sicherheit von Medienschaffenden</a> ausarbeiten. Sie hätte mit der Umsetzung im Bundeshaus beginnen sollen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/07/smd-srf-ueli-maurer/">SMD, SRF, Ueli Maurer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Hochparterre, SMD, Grünliberale</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/04/hochparterre-smd-gruenliberale/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2022 11:49:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Hochparterre]]></category>
		<category><![CDATA[Grünliberale]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Eine Stiftung für die Zukunft Architekt:innen schaffen Räume für andere, die im schlechten Fall vor allem Denkmäler für sie selber sind. Man sagt der Berufsgruppe eine Tendenz zu unguter Selbstliebe nach. Umso wichtiger, gibt es kenntnisreichen Architekturjournalismus, der über das einzelne Gebäude hinausdenkt, wie ihn seit vielen Jahren die Zeitschrift «Hochparterre» betreibt. <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/04/hochparterre-smd-gruenliberale/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Good-Bad-Ugly-20220604b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-97683" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Good-Bad-Ugly-20220604b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Good-Bad-Ugly-20220604b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Good-Bad-Ugly-20220604b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Good-Bad-Ugly-20220604b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Good-Bad-Ugly-20220604b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Eine Stiftung für die Zukunft</h3>
<p>Architekt:innen schaffen Räume für andere, die im schlechten Fall vor allem Denkmäler für sie selber sind. Man sagt der Berufsgruppe eine Tendenz zu unguter Selbstliebe nach. Umso wichtiger, gibt es kenntnisreichen Architekturjournalismus, der über das einzelne Gebäude hinausdenkt, wie ihn seit vielen Jahren die <a href="https://www.hochparterre.ch/" target="_blank" rel="noopener">Zeitschrift «Hochparterre»</a> betreibt.</p>
<p>Diese Woche ist bekannt geworden, dass das unabhängige Verlagshaus nachhaltig weiter wirken kann: Mitgründer Köbi Gantenbein, bis 2020 Chefredaktor, zieht sich als Verwaltungsratspräsident zurück. Gantenbein hat seine Aktienmehrheit in eine Stiftung überführt, welche die «Liberté, Égalité et Solidarité» beim «Hochparterre» weiter garantiert, hält Gantenbein in seinem <a href="https://www.hochparterre.ch//nachrichten/jakobs-notizen/blog/post/detail/adieu-hochparterre/1653981236/" target="_blank" rel="noopener">letzten Beitrag</a> fest.</p>
<p>In etwas bürokratischeren Worten steht im Handelsregister, die <a href="https://www.fundraiso.ch/sponsor/stiftung-mezzanin" target="_blank" rel="noopener">Stiftung Mezzanin</a> solle die Hochparterre AG auf «solider Grundlage dauernd» erhalten und das partizipative Mitarbeiter:innenmodell fortführen. Weiter will sich die Stiftung, dort, wo die Pressefreiheit bedroht ist, für freien Journalismus einsetzen und die Forschung zu «klimagerechtem Bauen» und «sozial innovativen Wohn- und Lebensformen» unterstützen. Die «Hochparterris», wie sie sich intern nennen, machen nicht nur hervorragenden Journalismus über nachhaltiges Bauen, sondern haben ihren Journalismus auch unternehmerisch auf nachhaltige Basis gestellt.<br />
</p>
<h3>The Bad – Schweizer Mediendatenausfall</h3>
<p>Die <a href="https://www.smd.ch" target="_blank" rel="noopener">Schweizer Mediendatenbank SMD</a> ist ein unglaublich wertvolles Recherche-Instrument. 6000 Personen nutzen sie Tag für Tag. Mit der SMD lässt sich unkompliziert überprüfen, ob über vermeintlich neue Informationen bereits berichtet worden ist. Man stelle sich vor, wie mühselig es wäre, die Berichterstattung über ein Thema über einen längeren Zeitraum hinweg nachzuverfolgen – ein Alptraum aus Papier und Aktenordnern – so wie es früher einmal normal war.</p>
<p>Doch leider ist die Datenbank immer wieder nicht erreichbar. <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/29/wir-wollen-mehr-einnahmen-generieren-fuer-die-verlage/" target="_blank" rel="noopener">CEO Roberto Nespeca</a> erklärt auf Anfrage detailliert, was diese Woche bei der SMD vorgefallen ist: Bereits vergangenes Wochenende habe die «Datenbankgeschwindigkeit» abgenommen. «Am Montagmorgen, dem 30.05.2022, hat unsere Produktion gemeldet, dass sich das Problem verschärft hat», so Nespeca weiter. Die für die IT verantwortliche Partnerfirma sei sofort informiert worden, doch bis die Ursache des Problems gefunden und behoben worden sei, seien einige Stunden vergangen. Ab 17 Uhr sei die Datenbank «wieder in vollem Umfang zur Verfügung» gestanden. Nespeca sagt: «Wir bei der SMD bedauern die erfolgten Ausfälle im Verlauf dieser Woche sehr, können Ihnen aber versichern, dass es sich um einmalige Ereignisse gehandelt hat.» Allerdings: Schon «seit einigen Wochen» erhalten Nutzer:innen beim Login-Versuch immer wieder die Meldung «Seite ist nicht erreichbar». Dazu bietet die SMD einen Lösungshinweis auf der Startseite.</p>

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<h3>The Ugly – Wendehälse machen Medienpolitik</h3>
<p>Mit <a href="https://www.watson.ch/schweiz/mediengesetz/493798228-nationalrat-stoppt-neuen-anlauf-fuer-die-medienfoerderung" target="_blank" rel="noopener">92 zu 87 Stimmen</a> entschied sich der Nationalrat am Donnerstag gegen den <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=57086" target="_blank" rel="noopener">«Ausbau der bewährten Medienfördermassnahmen»</a>. Die parlamentarische Initiative der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen hätte die journalistische Ausbildung, sowie den regionalen Agenturjournalismus stärker unterstützt, ebenso Institutionen wie der Presserat. Und auch die Beiträge an private Lokalradios und Fernsehsender sollten erhöht werden. Alles Massnahmen, die aus dem von der Stimmbevölkerung abgelehnten Medienpaket bekannt sind. Im Winter hiess es immer wieder, diese Massnahmen seien unbestritten.</p>
<p>Die Zürcher Verlegerin und SP-Nationalrätin Min Li Marti, die sich im Februar für das Medienpaket stark gemacht hatte, fehlte bei der Abstimmung am Donnerstag. Doch ihre Anwesenheit hätte am Ergebnis auch nichts geändert. Die entscheidenden Nein-Stimmen kamen von den Grünliberalen. Die 13 anwesenden GLP-Nationalrät:innen stimmten alle dagegen.</p>
<p>In der Volksabstimmung war die GLP noch für das Medienpaket. Zwar waren die Meinungen in der Partei geteilt, manche sprachen sich dagegen aus. Doch in der Medienmitteilung zur Ja-Parole <a href="https://grunliberale.ch/aktuell/media/mediadetail~f5705fae-918d-4caa-a404-6e3f39406733~Gr%C3%BCnliberale_sagen_Ja_zum_Medienpaket_~" target="_blank" rel="noopener">teilte die Partei mit</a>, in der Diskussion sei es «unbestritten» gewesen, «dass die Grünliberalen im Grundsatz für die staatliche Unterstützung von staatspolitisch wichtigen journalistischen Leistungen einstehen». Weiter: «Medienvielfalt, Qualitätsjournalismus und regionale Medien» seien «zentral für eine direkte, föderale und mehrsprachige Demokratie».</p>
<p>Warum also stimmte die Partei nun im Parlament geschlossen gegen die Medienförderung? GLP-Nationalrätin und Fraktionspräsidentin Tiana Angelina Moser (Bild), die bei der Volksabstimmung eine präsente Befürworterin war, liess entsprechende Anfragen der MEDIENWOCHE unbeantwortet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/04/hochparterre-smd-gruenliberale/">Hochparterre, SMD, Grünliberale</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>SDA schliesst Hintertür und verursacht Kollateralschaden</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/07/sda-schliesst-hintertuer-und-verursacht-kollateralschaden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jan 2021 16:25:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
		<category><![CDATA[Keystone SDA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=84751</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit Anfang Jahr beliefert Keystone-SDA die Schweizerische Mediendatenbank SMD nicht mehr mit ihren Nachrichten. Damit will die Agentur verhindern, dass Verlage, die nicht mehr länger SDA-Kunden sind, via SMD weiterhin auf die aktuellen Meldungen zugreifen können. Die Massnahme zieht unschöne Konsequenzen nach sich. Wer in der Schweizerischen Mediendatenbank SMD nicht direkt seine Suchbegriffe in das <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/07/sda-schliesst-hintertuer-und-verursacht-kollateralschaden/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/07/sda-schliesst-hintertuer-und-verursacht-kollateralschaden/">SDA schliesst Hintertür und verursacht Kollateralschaden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Anfang Jahr beliefert Keystone-SDA die Schweizerische Mediendatenbank SMD nicht mehr mit ihren Nachrichten. Damit will die Agentur verhindern, dass Verlage, die nicht mehr länger SDA-Kunden sind, via SMD weiterhin auf die aktuellen Meldungen zugreifen können. Die Massnahme zieht unschöne Konsequenzen nach sich.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-84752" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Facepalm-SDA-SMD-20210107.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Facepalm-SDA-SMD-20210107.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Facepalm-SDA-SMD-20210107-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Facepalm-SDA-SMD-20210107-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Facepalm-SDA-SMD-20210107-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Facepalm-SDA-SMD-20210107-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Wer in der Schweizerischen Mediendatenbank SMD nicht direkt seine Suchbegriffe in das Eingabefeld tippt, sondern kurz auf die <a href="https://smd.ch/SMDView/log/index.jsp" target="_blank" rel="noopener">Hausmitteilungen</a> schielt, liest dort folgendes: «Ab 01.01.2021 wird Keystone-SDA die Anlieferung ihres Basisdienstes in die SMD bis auf Weiteres aussetzen. Wir informieren, wenn sich die Ausgangslage wieder ändert.»<br />
</p>
<p>Die Nachrichtenagentur hat ihren Vertrag mit der Mediendatenbank auf Ende 2020 gekündigt, wie ihr Sprecher Iso Rechsteiner gegenüber der MEDIENWOCHE bestätigt. Damit will Keystone-SDA verhindern, dass ehemalige Kunden durch die Hintertür weiterhin auf die aktuellen Agenturmeldungen zugreifen können. Bis Ende 2020 war der SDA-Basisdienst auch über die SMD abrufbar. Gemäss Eigenwerbung bietet der <a href="https://www.keystone-sda.ch/text" target="_blank" rel="noopener">Basisdienst</a> einen «konstanten Flow an verifizierten Meldungen (…) aus den Ressorts Inland, Ausland, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Vermischtes.» Für den SMD-Nutzer fallen dafür keine weiteren Kosten an. Genau das wurde nun zu einem Problem für die Nachrichtenagentur.</p>
<blockquote><p>Auch Redaktionen, die keine SDA-Dienstleistungen mehr beziehen, könnten via SMD auf die aktuellen Agenturmeldungen zugreifen.</p></blockquote>
<p>Auch wenn <a href="https://www.srf.ch/audio/medientalk/medientalk-20-minuten-verzichtet-auf-keystone-sda?id=11901671" target="_blank" rel="noopener">«20 Minuten»</a>, <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/hiobsbotschaft-von-ch-media-weiterer-sda-grosskunde-droht-teilweise-abzuspringen" target="_blank" rel="noopener">«CH Media»</a> oder der <a href="http://www.kleinreport.ch/news/walliser-bote-verlasst-keystone-sda-es-war-kein-finanzieller-entscheid-es-geht-um-qualitat-96097/" target="_blank" rel="noopener">«Walliser Bote»</a> (und bisher <a href="https://nzzas.nzz.ch/meinungen/wo-kommt-die-nachricht-her-ld.1594583" target="_blank" rel="noopener">unbestätigterweise</a> auch <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/Medienkritik-Wo-kommt-die-Nachricht-her-.png" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">die NZZ</a>) ihre Verträge mit der Nachrichtenagentur gekündigt haben, könnten sie über die Mediendatenbank weiterhin auf die Agenturmeldungen zugreifen. Sie dürften die Meldungen zwar nicht übernehmen, weil sie nicht dafür zahlen, aber zitieren und paraphrasieren wären <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/04/parasitaeres-paraphrasieren-als-problematische-praxis/">nicht verboten</a>.</p>
<p>Als unschöne Konsequenz dieser Notbremse hat die Redaktion von Keystone-SDA keinen Zugriff mehr auf die SMD – der Vertrag wurde ja gekündigt. «Zum einen erhält nun die SMD unsere Meldungen nicht mehr, und zum anderen dürfen wir die Datenbank nicht mehr nutzen», heisst es in einer internen Mitteilung ans Personal von Keystone-SDA. Bei der Redaktion kommt es natürlich überhaupt nicht gut an, dass eines der wichtigsten Rechercheinstrumente ausfällt.</p>
<blockquote><p>«Angedacht ist eine zeitlich verschobene Einlieferung in die Mediendatenbank.»<br />
<small>Iso Rechsteiner, Sprecher Keystone-SDA</small></p></blockquote>
<p>Das wissen auch die Verantwortlichen. Die Idee sei es, steht weiter in der Hausmitteilung, «so schnell wie möglich – aus der GL heisst es im Januar – eine für alle Seiten vernünftige Lösung mit der SMD zu finden.» Das sieht auch Sprecher Rechsteiner so: «Das kann kein Dauerzustand sein.» Man sei daran, eine Lösung zu suchen: «Angedacht ist eine zeitlich verschobene Einlieferung in die Mediendatenbank.» Mit einem neuen Vertrag könnte die Redaktion dann auch wieder die SMD nutzen.</p>
<p>Roberto Nespeca, <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/29/wir-wollen-mehr-einnahmen-generieren-fuer-die-verlage/">Geschäftsführer der SMD</a>, teilt auf Anfrage mit, man sei vom Entscheid der SDA etwas überrumpelt worden. «Aber ich verstehe die Situation und kann die schwierige Ausgangslage bei Keystone-SDA nachvollziehen. Entsprechend möchten wir auch Hand zu Lösungen bieten und werden mal ausloten, was alles möglich ist.» Verhandlungstermine seien schon in diesem Monat angesetzt.</p>
<blockquote><p>Das wirft grundsätzliche Fragen auf zu Form und Finanzierung einer nationalen Nachrichtenagentur.</p></blockquote>
<p>Die Episode zeigt, welchen Rattenschwanz die Kündigungen von immer mehr Verlagen nach sich zieht. Solange alle grossen Verlage zahlten für die Agenturdienstleistungen, waren die Meldungen von Keystone-SDA ein branchenöffentliches Gut. Jetzt muss man sie vor den Nicht-mehr-Kunden wegsperren. Das wirft grundsätzliche Fragen auf zu Form und Finanzierung einer nationalen Nachrichtenagentur; Fragen, auf die das Unternehmen und die Politik <a href="https://www.republik.ch/2020/05/20/lieber-staat-wir-waeren-jetzt-so-weit" target="_blank" rel="noopener">derzeit Antworten suchen</a>.</p>
<p><small>Update 20.1.2021: Bei der Lektüre des Artikels kann der Eindruck entstehen, dass die SDA-Redaktion auch technisch keinen Zugriff mehr auf die SMD hatte. Das stimmt nicht: «Der Zugang war von unserer Seite nie gesperrt», betont SMD-Geschäftsführer Roberto Nespeca.</small>  </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/07/sda-schliesst-hintertuer-und-verursacht-kollateralschaden/">SDA schliesst Hintertür und verursacht Kollateralschaden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>SMD-Chef Roberto Nespeca: «Wir wollen mehr Einnahmen generieren für die Verlage»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/29/wir-wollen-mehr-einnahmen-generieren-fuer-die-verlage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2019 12:44:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit einem Jahr führt Roberto Nespeca die Schweizer Mediendatenbank SMD. Sein vorrangiges Ziel ist es, den Bestand an verfügbaren Quellen zu vergrössern, denn die SMD weist signifikante Lücken auf: In der Datenbank finden sich kaum Medien aus der Westschweiz und aus dem Tessin. Dafür demnächst Titel aus Österreich und Deutschland. Um den Verlagen mehr Einnahmen <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/29/wir-wollen-mehr-einnahmen-generieren-fuer-die-verlage/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit einem Jahr führt Roberto Nespeca die Schweizer Mediendatenbank SMD. Sein vorrangiges Ziel ist es, den Bestand an verfügbaren Quellen zu vergrössern, denn die SMD weist signifikante Lücken auf: In der Datenbank finden sich kaum Medien aus der Westschweiz und aus dem Tessin. Dafür demnächst Titel aus Österreich und Deutschland. Um den Verlagen mehr Einnahmen zu bescheren, will Nespeca den Medienbeobachtungsdienst Swissdox ausbauen.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-73740" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-SMD-Roberto-Nespeca_20191029.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-SMD-Roberto-Nespeca_20191029.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-SMD-Roberto-Nespeca_20191029-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-SMD-Roberto-Nespeca_20191029-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-SMD-Roberto-Nespeca_20191029-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-SMD-Roberto-Nespeca_20191029-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie oft recherchieren Sie in der SMD?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Täglich. Ich habe verschiedene Themen, die mich privat interessieren. Und ich habe natürlich Suchaufträge gespeichert zur SMD selbst und ein paar Test-Sachen, die ich regelmässig anschaue. Natürlich interessiert mich auch das Tagesgeschehen. Da suche ich querbeet.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In dem Fall brauchen Sie wohl keine Zeitungen mehr zu abonnieren, wenn Sie direkt an der Quelle sind?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Im Gegenteil. Ich habe gerne eine Zeitung in der Hand. Privat habe ich ein paar Fachzeitschriften, Tageszeitungen und eine Wochenzeitung abonniert.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Für die Medienschaffenden in der Schweiz ist die SMD ein wichtiges Arbeitsinstrument. Sehen Sie, wonach Journalistinnen und Journalisten gerade suchen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Was Sie genau suchen, werten wir nicht aus. Rein technisch wäre das möglich, aber wir machen es nicht. Wir führen nur eine quantitative Statistik. Seit dem Relaunch 2015 zählen wir im Schnitt 2,5 Millionen Aktivitäten pro Jahr auf der SMD-Plattform. Das ergibt alle 13 Sekunden ein Suchvorgang, ein Artikelversand oder eine andere Aktion.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gibt es Funktionen, die wenig genutzt werden?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Interessanterweise wird die Ticker-Funktion kaum genutzt. Seit wir vermehrt Online-Medien in die SMD aufnehmen, präsentieren wir die aktuellen Artikel in chronologischer Reihenfolge als Ticker. Wir hatten das Gefühl, dass das ein Bedürfnis sein könnte. In den letzten vier Jahren wurde das Angebot aber nur gerade 19’000 Mal aufgerufen. Er wird also sozusagen nicht genutzt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die SMD nimmt laufend neue Medien in ihren Bestand auf. Gehen Sie auf die Verlage zu und fragen, ob sie ihre Artikel in der SMD bereitstellen wollen oder kommt man auf Sie zu?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Es gibt schon Anfragen, aber meistens sind wir es, die auf die Verlage zugehen. Wir reagieren damit auch auf Anregungen unserer Nutzer, die eine Quelle vermissen bei der Recherche.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Haben Sie inhaltliche Kriterien für die Aufnahme von Medien in den SMD-Bestand? Es gibt ja immer mehr Unternehmenspublikationen, die journalistisch daherkommen. Nehmt ihr die auch auf?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Es ist nicht so, dass wir das Angebot im Bereich Corporate Publishing gross ausbauen möchten. Grundsätzlich ist aber alles, was zur Meinungsbildung beiträgt, interessant für uns. Wir haben ja schon lange die Gewerbezeitung im Angebot oder das Migros-Magazin. Ist das nun Corporate Publishing? Die Grenzen sind fliessend. Aber Publikationen, die irgendwelche Produkte ins Rampenlicht stellen, würden wir sicher nicht aufnehmen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wo sehen Sie die grössten Lücken im Bestand?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Wir möchten mehr Titel aus den Regionen. Aber das Interesse ist nicht sehr gross. Die Regionalzeitungen haben anderes zu tun, als mit der SMD zu reden. Hat eine Zusammenarbeit für den Verlag keine Priorität, können wir nichts machen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was können Sie den Verlagen anbieten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Die Redaktion erhält den Zugriff auf 900 Medienquellen. Und wenn ihre Inhalte von anderen Redaktionen abgerufen werden, entlastet das ihre Kosten. Zudem bieten wir die Möglichkeit, dass sie ihre Inhalte auch über die Plattform Swissdox einem Publikum verkaufen können ausserhalb des Medienbereichs. Einnahmen können wir aber keine garantieren. Wenn sich niemand für die Inhalte interessiert, dann kommt auch kein Geld. In der Westschweiz habe ich einige Kontakte geknüpft, weil ich finde, wir haben noch zu wenig französischsprachige Publikationen. Auch aus dem Tessin haben wir zu wenig, praktisch nichts.</p>
</div></p>
<p></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Woran liegt das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Es hat niemand auf die SMD gewartet. Ich führe regelmässig Gespräche mit Verlagen, aber da geht es dann schnell einmal um die Kosten. Da hilft es auch nicht, wenn ich die Vorzüge anpreise, die sie haben, wenn ihre Medien in der SMD auffindbar sind und von bis zu 7000 Journalisten gefunden werden können. Dann heisst es oft: Was bringt mir das? Der Kostendruck ist enorm. Und gratis ist auch die SMD nicht. Sogar bei grösseren Verlagen heisst es heute: Unser Budget ist so und so gross und mehr können wir nicht ausgeben. Man fragt uns dann: Was können wir einsparen, wenn wir die SMD nutzen? Einsparen kann man eigentlich nichts oder nur wenig. Dafür haben die Journalisten ein wichtiges Arbeitsinstrument, mit dem sie Fakten prüfen können in kurzer Zeit. Das bietet einen publizistischen Mehrwert, der sich nicht unmittelbar monetarisieren lässt. Dafür gibt es wenig Verständnis bei manchen Medienunternehmen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie haben auf der Website angekündigt, dass ab dem vierten Quartal 2019, also jetzt, auch ausländische Quellen in der SMD verfügbar sein sollen. Welche sind das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Wir werden rund ein Dutzend Titel, die meisten davon Tageszeitungen, aus Österreich reinnehmen können. Den Vertrag dazu haben wir mit der Nachrichtenagentur APA abgeschlossen und unterzeichnet. Jetzt ist es noch eine Frage der technischen Abstimmung, bis die Artikel über die SMD-Suche verfügbar sein werden. Wir können ihre Artikel zudem über Swissdox vermarkten und sie können im Gegenzug unsere Inhalte in Österreich vermarkten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Kommen noch andere ausländische Quellen in die SMD?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Mit dem Verlag der «Süddeutschen Zeitung» werden wir einen Test durchführen und dessen Inhalte drei Monate lang aufschalten. Neben der «Süddeutschen Zeitung» sind da auch noch ein paar Regionalzeitungen dabei. Ob das zum Laufen kommt, hängt davon ab, ob die Übernahme technisch funktioniert. Wir sind zudem mit der «Frankfurter Allgemeinen» im Gespräch. Weiter schauen wir uns in Grossbritannien um nach möglichen Titeln, die wir reinnehmen könnten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Welche strategischen und finanziellen Überlegungen stecken hinter dieser geografischen Ausweitung des Geschäftsfeldes?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Es geht zuerst einmal um ein besseres Angebot für unsere Nutzer. Für die Verlage ist es finanziell interessant, weil sie nicht mehr zusätzlich zahlen müssen, wenn ihre Journalisten in kostenpflichtigen Datenbanken recherchieren müssen. Ausserdem können wir die Artikel der ausländischen Medien via Swissdox in der Schweiz vermarkten. Das generiert im besten Fall für beide Seiten neue Einnahmen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die SMD wird zu je einem Drittel von der SRG, Tamedia und Ringier getragen. Warum nur die drei und nicht noch weitere Verlage?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Das Aktionariat besteht so seit der Gründung der SMD 1996. Es ist ein eingespieltes Trio. In der Vergangenheit gab es Gespräche mit weiteren potenziellen Aktionären aus dem Verlagsbereich. Die sind aber an der Bewertung des Unternehmens gescheitert. Im Moment ist die Situation mit den drei Aktionären stabil.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die Aktionäre der SMD sind gleichzeitig auch ihre grössten Kunden. Eine solche Struktur kann zu Problemen führen, wie das Beispiel Keystone-SDA zeigt, wo die Eigentümer, wenn sie als Kunden auftreten, die Preise drücken. Kommt das auch bei der SMD vor?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Auch bei uns gibt es Diskussionen über die Preisgestaltung. Aber grundsätzlich ist das Verständnis des Aktionariats vorhanden. Sie können unsere Preisstruktur realistisch einschätzen. Der Vergleich mit der SDA hinkt insofern, als dass wir ein sehr kleiner Betrieb sind mit weniger als zehn Vollzeitstellen. Und auch die Kosten für unsere Dienstleistungen lassen sich nicht mit jenen für ein SDA-Abonnement vergleichen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was erwarten die Aktionäre von Ihnen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Mein Vorgänger Jürg Mumprecht hat ein Unternehmen aufgebaut, das sehr stabil funktioniert. Die Strategie war es, mit der SMD einen Nutzen für die Journalisten zu schaffen und mit Swissdox einen Deckungsbeitrag zu erwirtschaften. Grundsätzlich müssen beide Unternehmen selbsttragend sein. Wir müssen uns aus dem operativen Geschäft finanzieren. Aus Swissdox wollen wir aber mehr machen. Das ist ein strategischer Entscheid von mir als Geschäftsführer und keine direkte Forderung des Aktionariats. Wir müssen offensiver am Markt auftreten. Ich sehe ein Potenzial, das brachliegt. Für die Verlage soll es sich lohnen, bei der SMD mitzumachen. Im Kern geht es darum, dass wir unseren Partnern ein attraktiveres Angebot für die Kommerzialisierung ihrer Bestände machen können. Wir wollen mehr Einnahmen generieren für die Verlage.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie soll das gehen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Wir haben zum Beispiel ein neues Angebot für Schulen und Bibliotheken. Sie können ihren Nutzern Zugriff auf die Swissdox-Bestände bieten. Das läuft ohne Nutzerkonten. Der Zugriff ist innerhalb des WLAN-Bereichs einer Schule möglich. So kann auch mit mehreren Geräten gleichzeitig auf die Daten zugegriffen werden – nicht wie früher, wo die Abfrage nur an einer Workstation möglich war. Das Ganze kostet 1.20 Franken pro Schüler und Jahr. Das Ziel ist es, Reichweite für unsere Partner zu generieren in einem Bereich, wo wir sie nicht konkurrenzieren. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, dass die nachwachsende Generation einen Bezug erhält zu den bekannten Medienmarken.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das allein wird aber kaum gross einschenken.</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Wir werden auch das bisherige Angebot von Swissdox neu auflegen. Wie bisher richtet es sich an Unternehmen, die ihre Medienbeobachtung selbst managen wollen. Das ist ein grosser Unterschied zu anderen Anbietern, die ein Push-Prinzip verfolgen. Der Kunde kommt bei ihnen vorbei und sagt, mach mir einen Medienspiegel. Das ist aber nicht unser Geschäft. Wir könnten das auch gar nicht stemmen mit unserem Personalbestand. Was wir anbieten, ist ein Pull-Prinzip. Wenn der Kunde ein Swissdox-Produkt kauft, ist er bereit, selber Zeit zu investieren in die Medienbeobachtung. Wir liefern das Instrument dazu und beraten den Kunden am Anfang. Danach ist er selbständig unterwegs.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Für die Medienbeobachtung via Swissdox, aber auch für die Recherche in der SMD, könnte es von Nutzen sein, auch nach Primärquellen suchen zu können, etwa nach Medienmitteilungen. Geht die Entwicklung in Richtung 360-Grad-Suche?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Der Bedarf aus Sicht der Journalisten und der Geschäftskunden ist unbestritten. Für unser Angebot wäre es aber höchstens eine Ergänzung. Wir wollen – und können – sicher nicht das Rad neu erfinden. Wenn es schon etwas in diese Richtung gibt und es sich bei uns sinnvoll integrieren lässt, dann würden wir uns das sicher genauer anschauen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Apropos Ausweitung des Angebots. Seit einer Weile kann man bei der SMD auch in den Videobeständen von SRF und RTS suchen. Wird die SMD multimedial?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Nicht in dem Sinn, dass wir nun auch Videos auf unseren Servern speichern würden. Die Suche in den Beiträgen von SRF und RTS erfolgt über das Transkript oder die Untertitel der Fernsehbeiträge und ist daher textbasiert. Für eine Automatisierung direkt ab Audio oder Video ohne Transkripte gibt es eine grosse Hürde. So fehlt bisher noch eine Lösung, die Schweizerdeutsch zuverlässig automatisch in Hochsprache übersetzt und verschriftlicht. Es laufen aber verschiedene Forschungsprojekte, an denen wir uns beteiligen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die SMD stand letzten April in den Schlagzeilen, weil Ringier 200 Artikel zum Fall Spiess-Hegglin löschen liess. Der Presserat warf Ihnen daraufhin vor, dass Sie ihre Verpflichtung als Archiv nicht wahrnehmen. Ist die SMD ein Archiv?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Wir sind eine privatrechtlich organisierte Online-Mediendatenbank und haben keinen Sammelauftrag, im Gegensatz zu Archiven, wo das gesetzlich geregelt ist. Soweit es in unserer Verantwortung liegt, halten wir es so, dass sich die Bestände nicht verändern sollten. In Ausnahmesituationen können aber einzelne Teile des Bestands unzugänglich gemacht werden. Grundsätzlich entscheidet der Rechteinhaber, wie mit seinen Inhalten verfahren wird. Wir erhalten die entsprechenden Anweisungen der Verlage und müssen die dann umsetzen. Die Artikel löschen wir zeitnah aus dem Index.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber der Nutzer sieht nicht, wenn Artikel aus dem Index entfernt wurden?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>Nein, wir liefern keine Information, wenn der Zugang gesperrt wurde. Es gibt aber auch andere Fälle, wo der Eingriff sichtbar ist. Etwa dann, wenn eine Gegendarstellung veröffentlicht wurde, dann verlinken wir diese mit dem betroffenen Artikel.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie waren vor Ihrer Tätigkeit bei der SMD in der Finanzbranche tätig und haben für eine Banken-Software-Firma gearbeitet. Wer ist besser für die Zukunft gerüstet, die Banken oder die Medien?</p>
</div><div class="answer"><h4>Roberto Nespeca:</h4> <p>(denkt lange nach) In der Medienbranche hat man viel früher einen zentralen Umbruch im eigenen Kerngeschäft erfahren. Man hat das Alleinstellungsmerkmal, die Gatekeeper-Rolle, verloren. Mit dem Technologiebruch folgte auch ein fundamentaler Wandel im Nutzungsverhalten, insbesondere der jüngeren Generation. Der Bankenwelt steht diese Disruption noch bevor.</p>
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		<title>Spiess-Hegglin gegen den «Blick»: Ringiers fragwürdige Löschaktion</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/20/spiess-hegglin-gegen-den-blick-ringiers-fragwuerdige-loeschaktion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2019 03:28:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=68465</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wegen einer Gerichtsklage entfernte Ringier freiwillig Zeitungsartikel aus dem Archiv und dem Internet. Das ist problematisch. Es fehlt eine Kultur der Korrektur.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/20/spiess-hegglin-gegen-den-blick-ringiers-fragwuerdige-loeschaktion/">Spiess-Hegglin gegen den «Blick»: Ringiers fragwürdige Löschaktion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wegen einer Gerichtsklage entfernte Ringier freiwillig Zeitungsartikel aus dem Archiv und dem Internet. Das ist problematisch. Es fehlt eine Kultur der Korrektur.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/20/spiess-hegglin-gegen-den-blick-ringiers-fragwuerdige-loeschaktion/">Spiess-Hegglin gegen den «Blick»: Ringiers fragwürdige Löschaktion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ringier darf eigene Artikel löschen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/18/keine-geschichtsklitterung-ringier-darf-eigene-artikel-loeschen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2019/04/18/keine-geschichtsklitterung-ringier-darf-eigene-artikel-loeschen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2019 11:28:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=68429</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Ringier-Verlag liess 200 Artikel aus der Schweizerischen Mediendatenbank SMD löschen. In den Texten geht es um den Gegenstand eines laufenden Rechtsfalls. Der Presserat kritisiert die Löschaktion und wirft Ringier Geschichtsklitterung vor. Eine kühne und falsche Behauptung. «Medienethik» ist das Geschäft des Presserats. Auf Beschwerde hin beurteilt der Presserat, ob Publikationen den Vorgaben des Pressekodex <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/18/keine-geschichtsklitterung-ringier-darf-eigene-artikel-loeschen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Ringier-Verlag liess 200 Artikel aus der Schweizerischen Mediendatenbank SMD löschen. In den Texten geht es um den Gegenstand eines laufenden Rechtsfalls. Der Presserat kritisiert die Löschaktion und wirft Ringier Geschichtsklitterung vor. Eine kühne und falsche Behauptung.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-68430" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/04/MW-Ringier-SMD_20190418.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/04/MW-Ringier-SMD_20190418.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/04/MW-Ringier-SMD_20190418-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/04/MW-Ringier-SMD_20190418-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/04/MW-Ringier-SMD_20190418-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/04/MW-Ringier-SMD_20190418-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Medienethik» ist das Geschäft des Presserats. Auf Beschwerde hin beurteilt der Presserat, ob Publikationen den Vorgaben des Pressekodex und der dazugehörigen Richtlinien entsprechen. Um sich ins Gespräch zu bringen, kommentieren die Medienethiker immer wieder ungefragt Vorgänge in den Medien.</p>
<p>Unter dem knackigen Titel <a href="https://presserat.ch/presserat-zu-smd/" target="_blank" rel="noopener">«Ringier verfälscht historische Wahrheit»</a> beschuldigt der Presserat das Medienunternehmen der Geschichtsfälschung. Anlass der presserätlichen Missfallensäusserung ist eine Löschaktion. Ringier hat rund 200 eigene Artikel aus dem Archiv der SMD (Schweizerische Mediendatenbank) <a href="https://www.persoenlich.com/medien/artikel-zu-spiess-hegglin-aus-smd-geloscht" target="_blank" rel="noopener">löschen lassen</a>. Die Artikel handeln im weitesten Sinne von der als <a href="https://medienwoche.ch/tag/zuger-sex-affaere/">«Zuger Sexaffäre»</a> bekannten Geschichte aus dem Jahre 2014 und ihren Folgen. Die zu löschen, ist für den Presserat ein «willkürlicher Eingriff in die Archivfreiheit». Das klingt nach Skandal. Bloss gibt es gar keine «Archivfreiheit», noch weniger ist das eine «Freiheit», über die der Presserat gemäss seinen Statuten zu wachen hätte. Die Löschung, fährt der Presserat fort, «verfälscht das Bild dessen, was Schweizer Medien» publiziert hätten. Auch hier irrt er: Was die Schweizer Medien publiziert haben, ist weiterhin überall dort auffindbar, wo es abgespeichert ist. Wer die Artikel für eine journalistische Recherche oder die historische Forschung sucht, der findet sie. Einfach nicht mehr in der SMD, wo sie einer sehr breiten Nutzerschaft zur Verfügung standen.</p>
<blockquote><p>Gestützt auf den Persönlichkeitsschutz haben die schweizerischen Gerichte in den letzten Jahren unzählige Artikel aus Medienarchiven verbannt.</p></blockquote>
<p>Ein Archiv sollte möglichst vollständig sein, meint der Presserat. Da irrt er. Längst sind die Gerichte der Meinung, dass Archive gerade nicht vollständig sein dürfen. Gestützt auf den Persönlichkeitsschutz, den grössten Feind der Medienfreiheit und der wahrheitsgemässen Information, haben die schweizerischen Gerichte in den letzten Jahren unzählige Artikel aus Medienarchiven verbannt – nicht nur, aber auch aus der SMD. Die Datenbank bildet längst nicht mehr vollständig ab, was jemals publiziert wurde. Offenbar hat der Presserat vergessen, dass es ein <a href="https://www.edoeb.admin.ch/edoeb/de/home/datenschutz/Internet_und_Computer/erlaeuterungen-zum-recht-auf-vergessen.html" target="_blank" rel="noopener">«Recht auf Vergessen»</a> gibt, das anders als die «Archivfreiheit» sogar in der Verfassung verankert ist.</p>
<p></p>
<p>Aber der Presserat geht noch weiter: Die SMD habe «die zentrale Aufgabe, die Gesamtheit der zu ihrem Sammelfeld gehörenden Objekte aufzubewahren». Nun, von dieser Aufgabe haben weder die Hauptbetroffene SMD noch ihre Aktionäre je gehört. Und keiner der Aktionäre hat die SMD bisher als Fundgrube für künftige Historiker betrachtet. Es ist sicher nicht Aufgabe der SMD, «zum wahrhaften historischen Gedächtnis» werden zu wollen. Dazu gibt es die Nationalbibliothek mit ihrem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sammelauftrag" target="_blank" rel="noopener">Sammelauftrag</a>. Die SMD ist lediglich ein Arbeitsinstrument von Journalisten, die am Bildschirm recherchieren, indem sie suchen, was andere früher geschrieben haben. Mit historischer Forschung hat das nichts zu tun.</p>
<blockquote><p>In der SMD findet nicht erst seit gestern ein «Unterdrücken von Artikeln» statt, sondern schon lange.</p></blockquote>
<p>Es soll, meint der Presserat, «nur im absoluten Ausnahmefall» etwas gelöscht werden. Auch da würde man dem Presserat gerne zustimmen, aber der fromme Wunsch steht im Widerspruch zur brutalen Wirklichkeit: Die hält sich nicht an das, was die Medienethiker gerne hätten, sondern an ganz anderes. Dazu gehören Gerichtsurteile, die nicht nur «ausnahmsweise» ergehen, sondern mit schöner Regelmässigkeit. Und die sich nicht darum kümmern, was die Bedürfnisse der Journalisten, die Erwartungen an Archive oder die historische Wahrheit sind. Sie beurteilen publizierte Artikel unter dem Gesichtspunkt des Persönlichkeits- und Datenschutzes und kommen oft zur Auffassung, das Publizierte sei rechtswidrig und müsse beseitigt werden. In der SMD findet nicht erst seit gestern ein «Unterdrücken von Artikeln» statt, sondern schon lange. Bloss redet darüber niemand, weil es keiner merkt.</p>
<p>Im Falle der sogenannten «Zuger Sexaffäre» gibt es in der SMD noch genügend Material, bloss nicht mehr von Ringier. Ringier ist Eigentümer seiner Artikel und kann damit machen, was er will. Ringier ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung, sondern ein kommerzielles Unternehmen, gleich wie übrigens die SMD. Als Unternehmen steht man nicht nur im Wettbewerb, sondern man sieht sich auch Risiken ausgesetzt. Ein solches Risiko heisst <a href="https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/der-fall-spiess-hegglin-koennte-den-blick-eine-million-kosten-233643.html" target="_blank" rel="noopener">«Gewinnherausgabe»</a>.</p>
<p><a href="https://www.nzz.ch/newzzEVF69Z85-12-1.81268" target="_blank" rel="noopener">Ein Medienunternehmen kann verpflichtet werden</a>, den Gewinn aus rechtswidrigen Publikationen dem Verletzten herauszugeben. Gesetzgeber und Gerichtspraxis gehen davon aus, dass es möglich sei, mit der Verbreitung von Artikeln Geld zu verdienen – auch solchen, die man im Nachhinein als persönlichkeitsverletzend oder widerrechtlich erachtet. So ungefähr steht es auch seit 1985 im Gesetz.</p>
<blockquote><p>Kein Medienunternehmen ist für die Geschichtsschreibung zuständig. Bestenfalls für einen ersten Entwurf der Geschichte.</p></blockquote>
<p>Dazu kommt eine Gerichtspraxis, die plötzlich das Thema «Gewinnherausgabe» entdeckt hat. Ringier sieht sich der realen Gefahr ausgesetzt, eines Tages einen «Gewinn» an Jolanda Spiess-Hegglin auszahlen zu müssen, den die früher publizierten Artikel zur «Zuger Sexaffäre» eingebracht haben. Egal, ob es diesen Gewinn gibt oder nicht, egal, wie man ihn berechnet oder auch nur erfindet.</p>
<p>Statt Ringier zu beschimpfen und der Geschichtsfälschung zu bezichtigen, sollte der Presserat lieber kritisch darüber nachdenken, welche Folgen der ausufernde Persönlichkeitsschutz hat. Auch wirtschaftliche. Und je höher künftige Kläger den Ball werfen, desto eher werden sie bei den betroffenen Medienunternehmen Reaktionen auslösen. Denn kein Medienunternehmen ist für die Geschichtsschreibung zuständig. Bestenfalls für einen ersten Entwurf der Geschichte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/18/keine-geschichtsklitterung-ringier-darf-eigene-artikel-loeschen/">Ringier darf eigene Artikel löschen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Schweizer Mediendatenbank säubert Archiv vor Spiess-Hegglin-Prozess</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/10/schweizer-mediendatenbank-saeubert-archiv-vor-spiess-hegglin-prozess/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2019 10:05:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor dem Prozess von Jolanda Spiess-Hegglin gegen den Medienkonzern Ringier hat die Schweizer Mediendatenbank (SMD) einmal gründlich durch das Archiv gewischt. Mehr als 200 Artikel der Blick-Gruppe, die ab Dezember 2014 erschienen waren, sind plötzlich nicht mehr auffindbar.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/10/schweizer-mediendatenbank-saeubert-archiv-vor-spiess-hegglin-prozess/">Schweizer Mediendatenbank säubert Archiv vor Spiess-Hegglin-Prozess</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor dem Prozess von Jolanda Spiess-Hegglin gegen den Medienkonzern Ringier hat die Schweizer Mediendatenbank (SMD) einmal gründlich durch das Archiv gewischt. Mehr als 200 Artikel der Blick-Gruppe, die ab Dezember 2014 erschienen waren, sind plötzlich nicht mehr auffindbar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/10/schweizer-mediendatenbank-saeubert-archiv-vor-spiess-hegglin-prozess/">Schweizer Mediendatenbank säubert Archiv vor Spiess-Hegglin-Prozess</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Medienseuche Ebola</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/20/medienseuche-ebola-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2014 14:43:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Fieber]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ebola]]></category>
		<category><![CDATA[Hype]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Wochen beherrscht auch hierzulande die Angst vor der Fieberkrankheit Ebola die Schlagzeilen. Dafür gibt es gute Gründe. Unser Autor mag das Thema dennoch nicht mehr hören – weil das wahre Problem damit in den Hintergrund rückt. Ich war gerade gerade zwei Wochen in den Ferien und habe meinen Medienkonsum während dieser Zeit drastisch reduziert. <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/20/medienseuche-ebola-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/20/medienseuche-ebola-2/">Medienseuche Ebola</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Wochen beherrscht auch hierzulande die Angst vor der Fieberkrankheit Ebola die Schlagzeilen. Dafür gibt es gute Gründe. Unser Autor mag das Thema dennoch nicht mehr hören – weil das wahre Problem damit in den Hintergrund rückt.<br />
<span id="more-21694"></span><br />
Ich war gerade gerade zwei Wochen in den Ferien und habe meinen Medienkonsum während dieser Zeit drastisch reduziert. «Bund warnt vor Besuch von Verwandten aus Westafrika», lautete die letzte Schlagzeile, die ich las, bevor ich in das Flugzeug einstieg. Als ich nach zehn Tagen wieder einmal ein paar E-Paper auf mein iPad lud, hiess es: «Spitäler bereiten sich auf Ebola vor».  </p>
<p>Allein zwischen dem 1. und dem 18. Oktober wurden gemäss SMD 1317 Artikel über Ebola veröffentlicht, vermutlich ähnlich viele Beiträge flimmerten über die Bildschirme oder liefen am Radio. Wenn man den Suchkreis aufs letzte halbe Jahr erweitert, spuckt die SMD sogar fast 4000 Artikel aus. Auch ich habe über das Thema geschrieben, zum Beispiel am 6. August dieses Jahres. Titel: «Muss sich die Schweiz vor dem Fieber fürchten?» Die Fragestellung war keineswegs bahnbrechend, ich bediente mich bei der Recherche bei mehreren Artikeln, die zuvor mit dem praktisch gleichen Ansatz geschrieben wurden. Schon damals begleitete mich ein leises schlechtes Gewissen, den Lesern ja eigentlich gar nichts Neues zu liefern. Aber das Erklärungsstück passte inhaltlich gut zum ganzen Informationspaket.</p>
<p>Seither sind mehrere Monate vergangen, das Fieber ist immer noch nicht im Griff und es sind erste Fälle von Ebola-Erkrankungen in der westlichen Welt aufgetreten, wie es schon früh prognostiziert wurde. Das ist für die Betroffenen schlimm und die Behörden tun gut daran, die Sache ernstzunehmen &#8211;  was sie es in unseren Breitengraden in aller Regel auch tun. Wir können froh sein, dass unsere Spitäler entsprechende Vorkehrungen getroffen haben.   Auf den Online-Portalen werden Artikel über Ebola gut gelesen. Ökonomisch ist es entsprechend verständlich, auch in den gedruckten Zeitungen auf das Thema zu setzen. Nur wird damit eine diffuse Angst geschürt, die jeglicher rationaler Grundlage entbehrt.</p>
<p>Kaum jemand kommt in seinem Leben je in Kontakt mit einem Ebola-Patienten, geschweige denn mit dessen Ausscheidungen. Wer jedoch Angst hat, möchte so viel wie möglich über die Gefahr wissen &#8211; und liest entsprechend auch den tausendsten Artikel dazu. Den Vogel abgeschossen hat ausgerechnet eine amerikanische Journalismus-Schule: Sie lud einen Gastdozenten und Pulitzerpreisträger wieder aus, weil sich dieser für seine Fotoreportage über Ebola nach Liberia begeben hatte.</p>
<p>Persönlich bin ich des Themas je länger, je mehr überdrüssig. Sars, Vogel- und Schweinegrippe lassen grüssen &#8211; der Erkenntnisgewinn jedes weiteren Artikels hält sich in Grenzen. Vor allem aber droht in der Medienhysterie der westlichen Welt unterzugehen, dass das Fieber in den betroffenen Ländern katastrophale Auswirkungen hat – und nicht in Westeuropa.</p>
<p>Mit der irrationalen Angst einer Ansteckung vernebelt sich bei uns der Blick für das wahre Problem in den von Ebola gebeutelten Staaten. Wer sich selbst als potenzielles Opfer der Seuche sieht, ist weniger bereit, finanzielle und logistische Hilfe zu leisten. Dies zeigt sich beispielsweise in den Kommentarspalten zum geplanten (und sinnvollen) Einsatz der Schweizer Armee in Westafrika: Zahlreiche Schreibende halten aus Sorge um das Wohl unserer Militärangehörigen wenig bis nichts davon &#8211; obwohl das VBS alles Menschenmögliche unternehmen wird, damit sich diese nicht mit Ebola infizieren.  </p>
<p>Für einmal spricht mir deshalb ein satirischer Artikel aus dem Herzen: «Erste Schweizerin an Angst vor Ebola gestorben», titelte «Der Enthüller» von Watson diese Woche. Die 67-jährige Rosmarie M. aus Bern habe sich «mit grosser Wahrscheinlichkeit durch die derzeit grassierende mediale Berichterstattung infiziert», heisst es. Manchmal steckt in der Satire mehr als nur ein Funke Wahrheit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/20/medienseuche-ebola-2/">Medienseuche Ebola</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Den Flüchtlingsstrom gab es nur in den Medien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/01/14/die-fluechtlingswelle-aus-nordafrika/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Leuzinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jan 2014 08:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingswelle]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
		<category><![CDATA[Tsunami]]></category>
		<category><![CDATA[Was macht eigentlich]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer neuen Serie geht die MEDIENWOCHE Geschichten nach, die einst für Schlagzeilen gesorgt haben und danach in Vergessenheit gerieten. Wie beispielsweise die Flüchtlingswelle aus Nordafrika – die erst dann kam, als sich kein Journalist mehr dafür interessierte. Die Schlagzeile: «Flüchtlingswelle kommt in wenigen Wochen.» Februar 2011: Nordafrika befindet sich im Umbruch. Hunderttausende gehen auf <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/14/die-fluechtlingswelle-aus-nordafrika/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/14/die-fluechtlingswelle-aus-nordafrika/">Den Flüchtlingsstrom gab es nur in den Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer neuen Serie geht die MEDIENWOCHE Geschichten nach, die einst für Schlagzeilen gesorgt haben und danach in Vergessenheit gerieten. Wie beispielsweise die Flüchtlingswelle aus Nordafrika – die erst dann kam, als sich kein Journalist mehr dafür interessierte.<br />
<span id="more-17623"></span><br />
<strong>Die Schlagzeile: «Flüchtlingswelle kommt in wenigen Wochen.»</strong><br />
Februar 2011: Nordafrika befindet sich im Umbruch. Hunderttausende gehen auf die Strasse. In Ägypten, Tunesien und Libyen fallen die Autokraten wie Dominosteine. Und die Schweiz hat vor allem eine Sorge: die grosse Flüchtlingswelle aus Nordafrika.<br />
Wochenlang wird in den Medien über den bevorstehenden «Ansturm» diskutiert. Der Migrations-Sonderbotschafter des Bundes, Eduard Gnesa, spricht von «berechtigten Befürchtungen» vor einer Flüchtlingswelle. Für die Schweizer Medien ist die Sache klar: Die <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Fluechtlingswelle-kommt-in-einigen-Wochen/story/28442663" target="_blank">«Flüchtlingswelle kommt in einigen Wochen»</a>, titelt Newsnet (24.02.2011). <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/wie-gross-wird-die-fluechtlingswelle-105164586" target="_blank">«Wie gross wird die Flüchtlingswelle?»</a>, fragt die Aargauer Zeitung (26.02.2011). Und die Weltwoche konstatiert: <a href="http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=540724" target="_blank">«Die Schweiz ist nicht bereit»</a> (03.03.2011).</p>
<p>Die «Arena» vom Schweizer Fernsehen widmet <a href="http://www.srf.ch/player/tv/arena/video/arena-vom-25-02-2011?id=2eeac6f6-66c1-4611-8631-c8e234cdf8df" target="_blank">dem Thema eine Sendung</a>. Dort warnt FDP-Nationalrat Philipp Müller: «Das Dublin-Abkommen wird kaum funktionieren.» Sein Kollege Hans Fehr von der SVP schlägt gar vor, die Armee an der Grenze zu stationieren. Und Christoph Mörgeli befürchtet, dass sich die Schweiz auflösen werde «wie der Zucker im Tee» – alles wegen der Flüchtlingswelle aus Nordafrika.</p>
<p><strong>Was seither geschah: Tsunami statt tunesische Flüchtlinge</strong><br />
Von einer Welle war dann aber weit und breit keine Spur. Der allgemein erwartete Flüchtlingsstrom blieb weitgehend aus. Stattdessen beschäftigte bald eine ganz andere Welle die Schweiz: In Japan traf im März 2011 ein Tsunami auf die Küste, verwüstete mehrere Städte, löste im Atomkraftwerk Fukushima eine Kernschmelze aus und spülte die nordafrikanischen Flüchtlinge aus den Schlagzeilen der Schweizer Presse.</p>
<p>Für die ersten drei Monate 2011 liefert der Suchbegriff «Flüchtlingswelle» in der Schweizer Mediendatenbank SMD 302 Treffer. Im zweiten Quartal sind es mit 157 noch etwas mehr als halb so viele, im dritten Quartal sinkt die Zahl auf 35 und im vierten schliesslich auf 29.<br />
Umso interessanter sind diese Zahlen, wenn man sie der offiziellen Asylstatistik gegenüberstellt. Diese weist für das gesamte 2011 2574 Asylgesuche von Tunesiern aus – das sind etwas mehr als 10 Prozent aller Anträge in diesem Jahr. Die meisten Gesuche aus Tunesien – nämlich 879 – fielen in den letzten drei Monaten des Jahres an. Fazit: Zuerst berichteten die Schweizer Medien während Wochen über die bevorstehende Flüchtlingswelle. Doch als schliesslich so etwas Ähnliches wie eine Flüchtlingswelle kam, interessierte sich bereits niemand mehr dafür.</p>
<p>Für das dritte Quartal 2013 weist die Statistik des Bundes noch 251 Asylanträge aus Tunesien aus. Das ist der tiefste Wert seit dem Beginn des sogenannten arabischen Frühlings. Von den 4813 Tunesiern, die 2011 oder 2012 ein Asylgesuch stellten, befinden sich nach Auskunft des Bundesamts für Migration noch 417 in der Schweiz. (Allerdings sind 1660 weitere Personen unter der Kategorie «Unkontrollierte Ausreise» aufgeführt, d.h. es ist unklar, ob sie tatsächlich ausgereist oder in der Schweiz untergetaucht sind.)</p>
<p><strong>Wie es weiter geht: Journalismus vs. Realität</strong><br />
Ist heute von einer Flüchtlingswelle die Rede, dann im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien, der die Bewohner über die Grenzen in die anliegenden Länder treibt. Migration aus Nordafrika ist in dem Schweizer Medien vom Radar verschwunden. Selbst die Flüchtlingsinsel Lampedusa sorgt nur noch selten für Schlagzeilen.</p>
<p>Dass Medien zeitlich versetzt und inhaltlich verzerrt über Migrationsbewegungen berichten, ist kein schweizerisches Phänomen. So hat kürzlich der britische Guardian  zu diesem Thema fünf nationale Zeitungen auf die Kluft zwischen <a href="http://www.theguardian.com/news/reality-check/interactive/2014/jan/06/uk-migration-statistics-v-headlines" target="_blank">Berichterstattung und Realität</a> abgeklopft. Und siehe da: Während die Arbeitsmigration aus Bulgarien und Rumänien von 2005 bis 2006 um 35% anstieg, nahm die Berichterstattung dazu im gleichen Zeitraum um das Zehnfache zu (plus 325%).</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/14/die-fluechtlingswelle-aus-nordafrika/">Den Flüchtlingsstrom gab es nur in den Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>SMD-Chef Jürg Mumprecht: «Wert eines Archivs ist nicht allen bewusst»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/01/07/der-wert-eines-archivs-ist-nicht-allen-bewusst/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 08:48:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle nutzen sie, doch die wenigsten wissen, was genau dahinter steckt: Die Schweizer Mediendatenbank SMD gehört zu den unverzichtbaren Arbeitsinstrumenten der Journalisten. 16 Jahre nach der Gründung sind die meisten wichtigen Publikationen in der Datenbank erfasst. Mehr als 13 Millionen Dokumente haben sich so angesammelt. In letzter Zeit häufen sich die Begehren, archivierte Artikel nachträglich <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/07/der-wert-eines-archivs-ist-nicht-allen-bewusst/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/07/der-wert-eines-archivs-ist-nicht-allen-bewusst/">SMD-Chef Jürg Mumprecht: «Wert eines Archivs ist nicht allen bewusst»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alle nutzen sie, doch die wenigsten wissen, was genau dahinter steckt: Die Schweizer Mediendatenbank SMD gehört zu den unverzichtbaren Arbeitsinstrumenten der Journalisten. 16 Jahre nach der Gründung sind die meisten wichtigen Publikationen in der Datenbank erfasst. Mehr als 13 Millionen Dokumente haben sich so angesammelt. In letzter Zeit häufen sich die Begehren, archivierte Artikel nachträglich zu ändern.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2013/01/juerg-mumprecht.png" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2013/01/juerg-mumprecht.png" alt="" width="460" height="303" class="aligncenter size-full wp-image-97645" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2013/01/juerg-mumprecht.png 460w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2013/01/juerg-mumprecht-300x198.png 300w" sizes="auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px" /></a><br />
Journalisten kennen die Schweizer Mediendatenbank SMD vor allem wegen der Suchmaske, mit der sie einen Grossteil ihrer Recherchen beginnen. Rund 7000 Medienschaffende nutzen den Dienst. In die Datenbank aufgenommen werden Publikationen aus der Schweiz, die redaktionelle Eigenleistungen erbringen, zuletzt zum Beispiel «Le Nouvelliste» oder die «Medienwoche». Nach wie vor nicht vertreten sind Tessiner Publikationen, aber auch das «Bieler Tagblatt» und «Le Courrier» aus Genf.</p>
<p>Damit die kostenpflichtige und passwortgeschützte Datenbank funktioniert und aktuell bleibt, braucht es einiges an Personal: An der Badenerstrasse 119 in Zürich arbeitet ein gutes Dutzend Mitarbeiter in der Dokumentation, der Administration, als Techniker, als Scanner, in der Informatik und in der Auswertung ausländischer Titel. Hinzu kommt ein «Flick-Team» von 10 bis 15 Personen, hauptsächlich Studenten, die von zuhause arbeiten. Sie machen Texte maschinenlesbar, bessern Formatierungen aus und rücken Fehler gerade.</p>
<p>Vom Ideal, dass alle Informationen automatisch in die Datenbank einfliessen, ist die SMD noch ein gutes Stück entfernt. «Die Einspeisung der Zeitungsartikel kann nicht zu 100 Prozent automatisiert erfolgen», sagt Jürg Mumprecht, ein grosser Mann mit Schnauz und Brille, der sich als «Mädchen für alles» bezeichnet. Als Geschäftsführer steht er der SMD seit der Gründung im Mai 1996 vor, zuvor war er Leiter des Ringier Dokumentationszentrums RDZ.</p>
<p>Was der Titel eines Artikels, was eine Spitzmarke ist, muss man dem Computer erst mal begreifbar machen &#8211; und das braucht Handarbeit. Im Ringier-Verlag werden einige dieser Hilfsarbeiten seit fünf Jahren nach Indien ausgelagert, etwa das Umwandeln von PDF-Dateien ins XML-Format. Auch Tamedia hatte ein Outsourcing erwogen, kam aber zum Schluss, dass das Personal der SMD kostengünstiger arbeitet.</p>
<p>Was die missbräuchliche Nutzung der SMD angeht, sei man grundsätzlich sehr streng, sagt Mumprecht. Doch IP-Adressen der zugreifenden Computer würden nicht kontrolliert. Nur eine halbjährliche Zwangsaufforderung zum Ändern des Passworts wurde eingeführt &#8211; was viele Nutzer «aufregt», so Mumprecht. Die Nutzerdaten werden vielmehr dazu genutzt, um abzurechnen. Für das Abrufen von eigenen und fremden Dokumenten gibt es Belastungen und Gutschriften – ein kompliziertes Modell regelt, was der einzelne SMD-Kunde zahlt. Zugang erhalten nur Mitarbeiter von Verlagen, die selbst auch Inhalte liefern. Die Öffentlichkeit kann Artikel auf der Website <a href="http://www.swissdox.ch/">Swissdox.ch</a> kaufen.</p>
<p>In den letzten Jahren haben sich die Begehren gehäuft, nachträglich archivierte Artikel zu ändern oder löschen. Trotz aller einleuchtenden Gründen im Einzelfall betrachtet SMD-Geschäftsführer Mumprecht jeder nachträgliche Eingriff  als eine Umschreibung der Geschichte, ein Eingriff in die Pressefreiheit, respektive eine Art von Zensur. Keinesfalls sollte damit leichtfertig umgegangen werden. In den letzten Jahren habe die Zahl der Änderungswünsche zugenommen, weiss Mumprecht. 5 bis 10 sind es jeden Monat, meistens stehen Klagedrohungen dahinter. Änderungen an Inhalten nimmt die SMD aber «ausschliesslich auf Weisung des Chefredaktors» vor, in der Regel wird dann ein beanstandeter Artikel vollständig unzugänglich gemacht. Textänderungen werden kaum je gemacht, und wenn, dann werden meist Namen anonymisiert.</p>
<p>«Der Wert eines Archivs ist nicht allen bewusst», sagt Mumprecht, und tatsächlich scheint es einigen Publikationen geradezu recht zu sein, keine bleibenden Spuren zu hinterlassen. Auch wenn sie etwas moderner daherkommen könnte &#8211; für den Journalismus ist die SMD ein Glücksfall, denn sie funktioniert und man findet meist, was man sucht. Journalisten müssen in der Lage sein, Menschen mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren und auf frühere Recherchen zurückzugreifen.</p>
<p><small>Nick Lüthi und Ronnie Grob sprachen am 3. Dezember 2012 mit Jürg Mumprecht.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/07/der-wert-eines-archivs-ist-nicht-allen-bewusst/">SMD-Chef Jürg Mumprecht: «Wert eines Archivs ist nicht allen bewusst»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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