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Digitalradio

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Ein Abgesang auf DAB+

Roger Schawinski hat eine klare Meinung, was die Radiozukunft angeht: Der Digitalradiostandard DAB+, der schon in wenigen Jahren UKW komplett ablösen soll in der Schweiz, sei der falsche Weg, findet der Radiopionier, «denn das formidable UKW hätte wohl zur Zufriedenheit aller ausgereicht, bis das laufende verbesserte IP auch den Radiobereich voll abdecken wird.» Ausserdem zeige das Beispiel Norwegen, wo die nationalen Sender nur noch digital zu empfangen sind, dass dann mit einem beträchtlichen Hörerverlust zu rechnen sei. DAB und später DAB+ sind für Schawinski aus heutiger Sicht untaugliche und unnötige Übergangslösungen, die es so gar nie gebraucht hätte. Doch habe man den Mut nicht gehabt, die Übung abzubrechen, «als die ersten Millionen verlocht waren».

Norwegen hadert mit der Radiozukunft

Als erstes Land der Welt hat Norwegen seine nationale Radioverbreitung von UKW auf DAB-Digitalradio umgestellt. Nun zeigt sich, dass der Schritt beim Publikum schlecht ankommt. Die Hörerzahlen sind so stark eingebrochen, dass sich die negative Entwicklung nur auf die neue Verbreitungstechnologie zurückführen lässt. Daher erschallt aus der Politik nun auch der Ruf: «Nehmt das UKW-Netz wieder in Betrieb.» Norwegen steht mit seinem Vorpreschen in Sachen Digitalradio allein auf weiter Flur. Nur die Schweiz hat einen ähnlich ambitionierten Plan und will sich 2021 von UKW verabschieden.

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Ade UKW!

Das analoge UKW-Radio verschwindet in den nächsten Jahren vollständig. Sie brauchen neue Geräte. Der PCtipp verrät alles Wichtige zum Digitalradio «DAB+».

Ein Sinnbild für den Medienwandel

Sechzig Jahre lang stand ein 122 Meter hoher Sendemast auf der Jurahöhe La Barillette über dem Genfersee und versorgte den Grossraum Genf mit Radioprogrammen. Gestern Abend wurde das Stahlmonster gesprengt. Innert Sekunden lag es am Boden. Der Sendestandort bleibt erhalten, aber die Anlagen werden insgesamt kleiner. Swisscom Broadcast, die Betreiberin der Anlage, schreibt dazu: «Während die Leistung moderner Sendetechnologien immer grösser wird, kommen die Sendeanlagen mit immer weniger Platz und Energie aus.»

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Norwegen doch kein Vorbild bei der Radiodigitalisierung?

Norwegen gilt in Fachkreisen als Musterbeispiel für eine gelungene Migration von UKW zu DAB+. Ende 2017 wurde die analoge Radiotechnologie für die landesweit verbreiteten Programme durch Digitalradio ersetzt. Im Lokalen bleibt UKW vorderhand noch erhalten. Inzwischen zeigt sich aber, dass die Migration ganz so reibungslos nicht läuft, wie das die Verantwortlichen gerne darstellen. «Alle Umfragen haben ergeben, dass 50-70% der Norweger gegen die UKW-Abschaltung sind», schreibt Christer Hederström im Fachmagazin Radioszene. Und zwar aufgrund konkreter Hörerfahrungen mit DAB+. «Bei Verlust des DAB+-Signals beim Autofahren gibt es kein automatisches UKW-Backup-Signal wie in anderen Ländern mit dualen Systemen wie Grossbritannien – es bleibt nur Stille.» Die Probleme mit dem Digitalradio führen dazu, dass das Publikum vermehrt Internet-Radio hört. Ausserdem geht Hederström davon aus, dass UKW überleben wird: «UKW wird überleben, weil die Menschen es als einen alten, zuverlässigen Freund ins Herz geschlossen haben.»