Wird Satire kopflos?
Die Kopf-ab-Solidaritäts-Satire sollte keine Schule machen. Weil es die Satiriker schwach zeigt und schwach macht.
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Die Lesetipps dieses Themenbereichs werden kuratiert von Nick Lüthi, redaktion@medienwoche.ch.
Die Kopf-ab-Solidaritäts-Satire sollte keine Schule machen. Weil es die Satiriker schwach zeigt und schwach macht.
Auf unserem Twitteraccount veröffentlichten wir vergangenen Sonntag ein Meme, das hohe Wellen schlug. Es bezog sich auf die Verwendung verschiedener Hinrichtungsmetaphern durch die Tamedia-Journalistin Michèle Binswanger. Der Medienkonzern Tamedia kündigte daraufhin eine Strafanzeige gegen uns an. Im Folgenden unsere Stellungnahme zu den Ereignissen.
Dominic Deville habe mit seiner Satire im Vorfeld der Konzernverantwortungsinitiative keine politische Propaganda betrieben, begründet die Beschwerdeinstanz UBI.
Was darf öffentlich-rechtliche Satire? Markus Somm, Chefredaktor der bürgerlichen Satire-Zeitschrift Nebelspalter, fordert Ausgewogenheit – und weiss um ihre Grenzen. Anlass für das Gespräch war die Behandlung einer UBI-Beschwerde gegen de «Deville»-Sendung über die Konzernverantwortungs-Initiative.
Heute läuft die letzte Ausgabe des «ZDF Magazin Royale» vor der Sommerpause. Zeit für eine Zwischenbilanz: Nach dem mauen Auftakt hat Jan Böhmermann Fahrt aufgenommen – weil seine Show Unterhaltung und Relevanz verbindet.
Mit einem eigenen Yellow-Press-Magazin legt sich ZDF-Entertainer Jan Böhmermann mit deutschen Klatschblätter-Verlagen an. Im 500’000-mal gedruckten «Freizeit Magazin Royal» dreht er den Spiess um. Er liefert grellgiftige Schlagzeilen über Hubert Burda & Co. Es ist ein genialer Coup.
Humor ist das Hauptmerkmal der Zeitschrift «Nebelspalter». Mit Satire gegenüber Religion ist der neue Chefredaktor Markus Somm aber vorsichtig: «Gläubige Menschen meistern das Leben oft besser als wir Lauwarmen.»
Das älteste Satiremagazin der Welt geht online – und bleibt überraschend ernst. Chefredaktor Markus Somm erklärt, warum.