DOSSIER mit 42 Beiträgen

Republik

JOURNALISMUS

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Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Die Weko ist keine Garantin der Medienvielfalt

Medienjournalist Dennis Bühler gibt seinen Einstand bei der «Republik» mit einem Stück zur Rolle der Wettbewerbskommission Weko angesichts der zunehmenden Konzentration in der Branche. Eine ungute Entwicklung, wie Bühler findet: «Wenn schweizweit nur noch vier, fünf Mantelredaktionen über Innenpolitik berichten, kann von einem funktionierenden publizistischen Wettbewerb, von einer starken vierten Gewalt keine Rede mehr sein.» Was aber tut die Weko? Sie winkt Deal um Deal durch. Etwas anderes sei auch beim anstehenden Entscheid zur Übernahme der «Basler Zeitung» durch Tamedia nicht zu erwarten. Doch das ist so gewollt: Die Weko prüft nur die wirtschaftlichen Auswirkungen im engeren Sinn, wie es das Kartellgesetz seit 1995 fordert. Kritiker, etwa Journalistenverbände, welche die Medienvielfalt in Gefahr sehen, halten die Weko für auf einem Auge blind und wollen das mittels Gesetzesvorschlägen ändern.

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Der langen Rede kurzer Sinn

Was einen zur «Republik» als Erstes einfällt? Lange Texte. Meist schwingt dabei Kritik mit. So lang, dass man sie gar nicht erst zu lesen beginnt. Dieses Dilemma ist der Redaktion bekannt, ein Gefäss für die Kurzform wäre auch seit dem Start bereitgestanden, aber niemand hat es genutzt. Jetzt wurde das Konzept überarbeitet und Constantin Seibt erklärt gewohnt wortreich (und alles andere als kurz), wie es dazu kam, dass nun wöchentlich mindestens drei «Ameisen», so der Jargon für das Kurzformat, publiziert würden.

Keine Klage gegen die «Republik»

Als das Online-Magazin «Republik» die langjährige Existenz eines Baukartells im Kanton Graubünden offensiv und umfassende thematisierte, stand insbesondere Andreas Felix, Geschäftsführer des Bündner Baumeisterverbands und BDP-Kandidat für den Regierungsrat, im Zentrum der Kritik. Seine politischen Ambitionen gab er auf, die BDP schrammte in den Wahlen an einer Kanterniederlage vorbei. Felix sah sich zu unrecht kritisiert und geisselte die «Lügengeschichten» der «Republik». Klagen dagegen will er indes nicht, er wolle jetzt nach vorne schauen. Das ist vielleicht besser so. Denn eine gerichtliche Klärung der Vorwürfe hätte auch zu seinen Ungunsten ausfallen können.

Die «Republik» und die Kritik

Vor einem halben Jahr hat sich die «Republik» aufgemacht, zu zeigen, was Demokratie-relevanter Journalismus leisten kann. Den Anspruch löste das Online-Magazin mit einer Serie über das Bündner Baukartell ein: die politische Landschaft Graubündens geriet kurz in Bewegung. Doch wer kontrolliert die Kontrolleure? Kritischen Fragen zur Machart der wunderbaren Whistleblower-Saga aus den Bergen des Südostens begegnet Weiterlesen …

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Making-of der Baukartell-Recherche

Anja Conzett, Co-Autorin der grossen «Republik»-Recherche zum Bündner Baukartell, bietet im Gespräch mit Miriam Suter in der «Fabrikzeitung» einen Einblick in ihre Arbeit an dieser Riesengeschichte. Neben viel Fleiss und solidem Handwerk zusammen mit Co-Autor Gion-Mattias Durband – «Wir arbeiteten bis zu 14 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche» – kam bei der Terminierung der Publikation und den politischen Folgen, welche die Recherche auslöste, «sehr viel Glück» dazu. Die darauf folgende Kritik, die auf Conzetts Person abzielte, ignoriere sie einfach. Sie beschäftige sich nur mit Vorwürfen, die ihre journalistische Arbeit betreffe. «Dort bin ich ab­­gesichert und kann sagen: Schau, die Sorgfaltspflicht ist überall erfüllt, was willst du?»

Die «Republik» mischt den Bündner Wahlkampf auf

Mancherorts liegen die Nerven blank, nachdem das Online-Magazin «Republik» im Vorfeld der Regierungs- und Grossratswahlen im Kanton Graubünden detailliert beschrieben hatte, wie sich das lokale Baugewerbe mit illegalen Absprachen öffentliche Aufträge zugeschanzt hatte und die zuständigen Politiker beide Augen zudrückten. Das Baukartell dominierte den Wahlkampf und auch den Ausgang der Wahl. Dass die betroffenen SVP- und BDP-Magistraten nicht besonders gut auf die «Republik» zu sprechen sind, ist darum nachvollziehbar. In seiner Reportage vom Wahlsonntag dokumentiert die «Republik» das teils haarsträubende Verständnis der Politiker von der Rolle der Medien.