DOSSIER mit 169 Beiträgen

Radio/Audio

Smart Speaker: Google hat die Nase vorn

Bisher sah es danach aus, als hätte Amazon mit seinem «intelligenten» Lautsprechersystem Alexa die Nase vorn. Nun hat Google in diesem Frühjahr offenbar erstmals mehr seiner Sprachassistenten verkauft als die Konkurrenz. Das habe indes weniger mit der Qualität des Angebots zu tun: «Die Händler neigen dazu, den Google Lautsprechern gegenüber Amazon den Vorzug zu geben, weil Amazon ja ein direkter Konkurrent von ihnen ist», zitiert businessinsider.de den Branchenanlysten, der die aktuellen Zahlen erhoben hat.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Hören statt Sehen

Stehen wir vor einem weiteren Kulturbruch? Folgt auf den «Iconic Turn» der «Audible Turn»? Wird das neue Lagerfeuer ein Lautsprecher sein, der mit uns sprechen kann? Bedient von unserer Stimme, die zur neuen Fernbedienung wird? Hans Knobloch und Bernt von zur Mühlen arbeiten in ihrem Essay in der FAZ die evolutions- und kulturgeschichtlichen Differenzen zwischen Sehen und Hören heraus und kommen zum Schluss: Mit dem «Audible Turn» stehen wir vor einer Zäsur, welche «die Interessen und Bedürfnisse der Nutzer wieder stärker in den Vordergrund» rücken und «zu mehr sinnvoll verbrachter Zeit mit Medien (time well spent) führen» wird.

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Liebeseklärung an das Radio

«Als wäre etwas ganz selbstverständlich Anwesendes plötzlich dem Tod von der Schippe gesprungen» – solche Schreckmomente der Erleichterung wird es für das Radio noch ein paar geben. Die letzten beiden, die abgelehnte «No Billag»-Initiative in der Schweiz und das Fast-Blackout der UKW-Übertragung in Deutschland, nimmt Lisa Rüffer im «Freitag» zum Anlass für eine Liebeserklärung ans Radio. Rüffer liebt den Nachrichtensender Deutschlandfunk DLF. Was sie besonders schätzt, ist die Bereitschaft des Senders «nachzufragen, sich auseinanderzusetzen und unterschiedliche Meinungen auszuhalten.»

Grössere Glaubwürdigkeit dank guter Tonqualität

Ob medial vermittelte Aussagen für «richtig» gehalten werden, hänge zuallererst von einer professionellen Präsentation ab. Dabei spiele die Tonqualität eine wesentliche Rolle. Das haben Forscher der Australian National University mit zwei Experimenten herausgefunden. «Je schlechter die Tonqualität, desto stärker wird die unbewusste Ablehnung», schreibt Lars Fischer auf spektrum.de. Im einen Fall wurden wissenschaftliche Vorträge in unterschiedlicher Tonqualität vorgelegt, im zweiten Fall Interviews mit renommierten Forschenden. Beide Male schnitten beim Publikum die professioneller produzierten Beiträge besser ab.

Unbrauchbare Podcast-Hitliste

Um den Erfolg ihrer Podasts zu belegen, verweisen Audioproduzentinnen und Radiomacher gerne auf die Rangliste von Apple und seiner iTunes-Plattform. Wie die Platzierungen zustande kommen, war noch nie transparent, trotzdem galt die Liste als die einzige einigermassen verlässliche. Nun schreibt James Cridland, ein bekannter Radio-Futurologe, in seinem Blog, dass man Top-Platzierungen in den Podcast-Charts bei iTunes ganz einfach kaufen kann. Daraus folgert Cridland: Wir sollten Apples Charts nicht mehr als das einzig Wahre und Erstrebenswerte für Podcasts ansehen. Im Interview mit Marc Krüger von t-online.de erhebt Cridland darum die Forderung: «Wir brauchen unabhängige Podcast-Charts.»

So mischt Amazon im Podcast-Geschäft mit

Von einem Boom will Paul Huizing noch nicht sprechen. Der Audible-Chef erklärt im Gespräch mit Meedia-Redaktor Marvin Schade die Bedeutung des Podcast-Geschäfts für die Amazon-Tochter. Noch kein Boom zwar, aber «es tut sich etwas» und Audible will vorne mitmischen. Dabei profitiert Audible von der grossen Palette an Hörbüchern und Hörspielen, die sie seit Jahren schon anbieten. «Podcasts sind die logische Erweiterung und im Gegensatz zu Hörbüchern sind sie kürzer und seriell», sagt Huizing.

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«Man setzt sich hin und redet über was»

Was ähm ist eigentlich ein ähm Podcast? Diese Frage treibt den taz-Kolumnisten Michael Brake um – und nicht nur ihn. Ähnlich wie einst beim Aufkommen von Blogs, befindet sich das Audioformat Podcast in der Phase seiner Identitätsfindung. Brake nimmt das zum Anlass, in einem witzigen Selbstdialog im Stil eines Laber-Podcasts (das sind die ungeschnittenen mit vielen Ähm und Ehm) nach den Eigenheiten des gerade arg gehypten Formats zu suchen.

Podcast-Nutzer hören weniger Radio

Aktuelle Zahlen aus den USA zeigen: Von den Leuten, die sagen, dass sie in den letzten 24 Stunden einen Podcast gehört haben, machen Podcasts einen Drittel ihrer gesamten Audionutzung aus, Radio hingegen weniger als 30 Prozent. «Dies scheint zu zeigen, dass Podcasts einen negativen Einfluss auf den Radiokonsum haben», schliesst der australische Radiofuturologe James Cridland aus der aktuellen Share-of-Ear-Studie von Edison Research.