DOSSIER mit 203 Beiträgen

Tamedia

Tamedia: Die «freiwilligen» Abgänge häufen sich

Die Personalstrategie der Tamedia zeitigt die absehbaren Folgen: Nach und nach verlassen Redaktorinnen und Redaktoren «freiwlillig» die zusammengesparten Tageszeitungen. Sie tun das, bevor der Konzern das überflüssig gewordene Personal infolge der grossflächigen Redaktionszusammenlegung entlassen wird. Der Kleinreport berichtet von sechs solchen Abgängen beim «Bund». Wie freiwillig das geschieht, erklärt Marc Lettau, der nach fast 30 Jahren die Berner Tageszeitung verlässt: «Es ist primär die durch TA-Vorgaben erwirkte Verzwergung der Lokalredaktion und die sich daraus ergebende neue Enge, die mir nicht mehr erträglich schien. Der ‹Bund› an sich wäre mir keineswegs verleidet – und schon gar nicht das Team, das dort strampelt und kämpft.» Auch bei Tages-Anzeiger und «Berner Zeitung» sind in den letzten Tagen Abgänge bekannt geworden von langjährigen Journalistinnen und Journalisten.

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Tamedia-Experiment: digitale Abozeitung am Abend funktioniert nicht

Grégoire Nappey, Chefredaktor «Le Matin», gibt es unumwunden zu: «Wir haben unser Publikum nicht gefunden». Nach knapp eineinhalb Jahren stellt Tamedia in der Westschweiz den Versuch mit einer kostenpflichtigen, digitalen Abendzeitung wieder ein. Seit Ende Oktober publizierte die Tageszeitung «Le Matin» wochentags um 17 Uhr die Online-Ausgabe «Le Matin du Soir». Das für die mobile Nutzung optimierte Angebot mit wischbaren Kacheln, kam inhaltlich gegenüber seiner Mutter magaziniger daher und fokussierte auf leichtere Stoffe. Sechs Franken kostete das Angebot pro Monat oder 70 im Jahr; offenbar zu viel, um in kurzer Frist eine nachhaltige Nutzerbasis aufzubauen.

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