DOSSIER mit 109 Beiträgen

Zeitungskrise

MEDIEN

Die Lesetipps dieses Themenbereich werden kuratiert von Nick Lüthi. Haben Sie einen lesenswerten Beitrag entdeckt und möchten diesen hier empfehlen? Die Redaktion freut sich auf Ihren Linktipp: redaktion@medienwoche.ch

Wer hat Angst vor dem grossen Mantel?

Die schweizerische Wettbewerbskommission Weko hat eben grünes Licht gegeben für den Zusammenschluss der Regionalzeitungen von AZ Medien und NZZ Mediengruppe. Diese Blätter werden fortan unter einem gemeinsamen Mantel erscheinen. Sprich: Ein Grossteil ihrer Inhalte wird identisch sein. Kritiker erkennen darin – naheliegenderweise – einen Verlust an Meinungsvielfalt. Die Verlage selbst sehen in der Bündelung der Kräfte gerade das Gegenteil, nämlich ein Stärkung der Vielfalt. Das sagt auch Lars Haider, Chefredaktor des «Hamburger Abendblatt», das seine Berichterstattung aus Berlin mit anderen Zeitungen der Funke-Mediengruppe teilt. Früher hätten zwar alle diese Zeitungen ihre eigenen Korrespondenten in der Hauptstadt beschäftigt, doch seien die gar nicht an die Politiker herangekommen und begnügten sich daher oft mit der Verarbeitung von Agenturmeldungen. «Wenn es auf einmal fünf, sechs, sieben grössere Zentralredaktionen gibt, ist das schon eine Verbesserung», sagt Haider gegenüber dem Medienamgazin ZAPP des NDR. Für ihn sei die neue Situation mit dem gemeinsamen Mantel «auf jeden Fall mehr Vielfalt als es früher war».

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AnzeigenleiterIn (80%)

Sie sind alleine verantwortlich für die Akquisition von Inseraten und weiteren Angeboten für unser Mitgliedermagazin. Sie betreuen unsere bestehenden Inserentinnen und Inserenten und gewinnen neue hinzu. Ebenfalls zu Ihren Aufgaben gehören das Redigieren der Texte für die Rubrik Mitgliederangebote, die umfassende Inserate-Administration, die Koordination mit der Druckerei, das Layouten der Inserateseiten sowie…

Schweizer Medien spüren die brutalen Spätfolgen der «goldenen Jahre»

Jahrzehntelang schwammen Zeitungsverlage und Redaktionen im Geld. Eine ganze Generation Medienschaffender brauchte sich nicht für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu interessieren. Brutale Restrukturierungen, wie sie nun bei Tamedia oder CH Media stattfinden, sind auch die Spätfolgen des sorglosen Umgangs mit finanziellen und personellen Ressourcen in den – vermeintlich – «goldenen Jahren». Das Problem begann, unbemerkt, in den Weiterlesen …

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Zwei Westschweizer Redaktionen besuchen sich gegenseitig

Hier die kleine Linksaussen-Tageszeitung «Le Courrier» in Genf, dort das liberale Referenzblatt «Le Temps» in Lausanne. Politisch-publizistisch könnten die beiden Blätter nicht weiter von einander entfernt liegen. Doch zwei Sachen verbinden sie: Beide Titel stehen an je ihrem Pol für die Medienvielfalt der Westschweizer Presse. Und in der Krise sind sich die beiden auch ähnlicher geworden. Oder wie ein «Temps»-Redaktor gegenüber einem «Courrier»-Kollegen gesteht: «Ich habe ‹Le Courrier› immer als eine Zeitung in Schwierigkeiten betrachtet. Jetzt sind wir wie ihr.» Nach dem Vorbild der französischen Zeitungen «Le Figaro» und «Libération» hat je ein Journalist der beiden Westschweizer Redaktionen über die jeweils andere Zeitung berichtet. Die Ergebnisse sind einerseits geprägt von gegenseitigem Respekt, aber auch die Klischees wollen gepflegt sein. Etwa dann, wenn die «Le Temps»-Journalistin über das äussere Erscheinungsbild der «Courrier»-Redaktion schreibt: «Meine Kollegen haben keine Mühe gescheut, sich so anzuziehen, dass sie wie Freiwillige des Evangelischen Sozialzentrums aussehen.»