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	<title>Tamedia | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 06 Dec 2022 12:41:58 +0000</lastBuildDate>
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		<title>«Basler Zeitung» stellt Grossauflage ein</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/06/basler-zeitung-stellt-grossauflage-ein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2022 12:41:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Grossauflage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>194 Zustellerinnen und Zusteller der Post sind von Arbeitszeitreduktionen betroffen. Ein Konsultationsverfahren ist eingeleitet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>194 Zustellerinnen und Zusteller der Post sind von Arbeitszeitreduktionen betroffen. Ein Konsultationsverfahren ist eingeleitet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/06/basler-zeitung-stellt-grossauflage-ein/">«Basler Zeitung» stellt Grossauflage ein</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Monopolzeitung, Medienmacht und Meinungsbildung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2022 16:29:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine SP-Politikerin beschwert sich bei den fusionierten Berner Tamedia-Zeitungen BZ/Bund über die einseitige Berichterstattung und fordert einen Gastbeitrag. Die Redaktion gewährt ihr ein Interview. Zeigt sich hier das schlechte Gewissen einer Monopolzeitung oder nur der Courant normal im Lokaljournalismus? Dass sich Politikerinnen bei den Medien beschweren, wenn ihnen die Berichterstattung missfällt, gehört zum journalistischen Alltag. <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine SP-Politikerin beschwert sich bei den fusionierten Berner Tamedia-Zeitungen BZ/Bund über die einseitige Berichterstattung und fordert einen Gastbeitrag. Die Redaktion gewährt ihr ein Interview. Zeigt sich hier das schlechte Gewissen einer Monopolzeitung oder nur der Courant normal im Lokaljournalismus?</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-100976 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Dass sich Politikerinnen bei den Medien beschweren, wenn ihnen die Berichterstattung missfällt, gehört zum journalistischen Alltag. Dass eine Zeitung einer Politikerin, die sich beschwert, ohne Umschweife eine Plattform bietet, geschieht eher selten; so zum Beispiel kürzlich in Bern.<br />
</p>
<p>Am 12. November kritisierte die gemeinsame Redaktion der Tamedia-Zeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» zum wiederholten Mal das Budget der Stadt Bern fürs kommende Jahr. In einem Leitartikel empfahl der zuständige Ressortleiter unter dem Titel <a href="https://www.bernerzeitung.ch/nein-zur-schuldenwirtschaft-der-stadt-bern-862651120292" target="_blank" rel="noopener">«Nein zur Schuldenwirtschaft der Stadt Bern»</a> die Vorlage in der kommenden Abstimmung abzulehnen. Geschnürt haben das Budget der SP-Finanzdirektor und die rot-grüne Mehrheit im Parlament. Das zweistellige Millionendefizit hält die politische Linke selbstredend für keinen Sündenfall, wie das die Zeitung schon mehrfach dargestellt hat.</p>
<blockquote><p>Früher schrieben die beiden Blätter immer wieder in unterschiedliche Richtungen, auch um sich von der Konkurrenz abzuheben und ihr eigenes politisches Profil zu schärfen.</p></blockquote>
<p>Nach der Abstimmungsempfehlung griff Lena Allenspach, Co-Präsidentin der lokalen SP, zum Telefon und rief den Autor des Leitartikels an. «Mein Problem sind nicht Meinungskommentare, die sich nicht mit meiner eigenen Ansicht decken», erklärt Allenspach auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Sie störe aber die einseitige Berichterstattung, dass die Argumente der befürwortenden Seite nicht oder zu wenig vorkamen und explizit zu einer Abstimmungsparole aufgerufen wurde. «Die Zeitungen tragen eine besondere Verantwortung für die Meinungsbildung», findet die Politikerin; umso mehr nach dem Zusammenschluss der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» vor gut einem Jahr. Vorher schrieben die beiden Blätter immer wieder in unterschiedliche Richtungen, auch um sich von der Konkurrenz abzuheben und ihr eigenes politisches Profil zu schärfen.</p>
<p>Den Vorwurf der Einseitigkeit oder gar des Missbrauchs der Monopolstellung hört die Redaktion von «Bund»/BZ natürlich nicht gerne. Chefredaktor Simon Bärtschi betont gegenüber der MEDIENWOCHE, man achte auf eine ausgewogene Berichterstattung. «Das gilt auch für die Abstimmung über das Budget der Stadt Bern.» Trotzdem bot die Redaktion im vorliegenden Fall der Kritikerin eine Plattform. SP-Politikerin Allenspach forderte einen Gastkommentar, in dem sie ihre Sicht als Budget-Befürworterin darlegen könnte. «Im Interesse der Ausgewogenheit haben wir aber mit Frau Allenspach <a href="https://www.bernerzeitung.ch/das-defizit-der-stadt-bern-ist-verkraftbar-366796015890" target="_blank" rel="noopener">ein kritisches Interview geführt</a>», erklärt der Chefredaktor. Eine weitere Erklärung für das gewährte Gespräch fand sich in einem Textkasten zum Interview. Dort steht: «Im Sinne einer optimalen Meinungsbildung darf sie hier die Position der SP zur rot-grünen Finanzpolitik verteidigen.» Die beiden Erklärungen lassen sich auch als Eingeständnis lesen, dass die Berichterstattung zur Berner Budget-Abstimmung doch nicht ganz so ausgewogen gewesen wäre ohne das Interview mit der SP-Politikerin.</p>
<blockquote><p>Mit der Kritik von links und rechts sieht sich die Redaktion in ihrem Vorgehen bestätigt.</p></blockquote>
<p>Bei der Deklaration der Entstehungsgeschichte stand die Redaktion vor einem Dilemma. Hätte sie das Making-of verschwiegen, wäre der Vorgang wahrscheinlich irgendwann als Gerücht in Umlauf und die Redaktion dadurch in Verruf geraten. Die nun geschaffene Transparenz erweckt wiederum den Eindruck, dass man sich nur laut genug über die Berichterstattung beschweren muss und dann ein Interview «geschenkt» erhält. Ein lokaler FDP-Politiker schrieb denn auch prompt <a href="https://twitter.com/TomCBerger/status/1593868598413590529" rel="noopener" target="_blank">auf Twitter</a>: «Eine Woche vor der Abstimmung zum #Schuldenbudget2023 erhält das Ja-Lager die grosse Bühne.» Wobei das Nein-Lager zuvor die noch grössere Bühne erhalten hatte von Berner Tamedia-Blättern.</p>
<p>Mit der Kritik von links und rechts sieht sich die Redaktion in ihrem Vorgehen bestätigt. «Das ist aus publizistischer Sicht stets ein gutes Zeichen», folgert Bärtschi. Zwar bemüht sich der Chefredaktor das auf Druck hin gewährte Interview als Courant normal im Lokaljournalismus darzustellen. Man kann die Vorgänge aber auch kritischer beurteilen. Ist es die Aufgabe einer Monopolzeitung eine Abstimmungsparole auszugeben, nachdem bereits zuvor zwei Kommentare mit der gleichen inhaltlichen Stossrichtung erschienen waren und die Berichterstattung sich insgesamt kritisch mit dem Gegenstand befasst hatte? Wenn die Redaktion zwei Wochen vor dem Abstimmungstermin den publizistischen Vorschlaghammer auspackt, überrascht es nicht, wenn die kritisierte Seite eine angemessene Präsenz fordert.</p>
<blockquote><p>Medien und Politik müssen sich zusammenraufen und sich ihrer gesellschaftlichen Rolle entsprechend verhalten.</p></blockquote>
<p>Die Intervention der SP-Politikerin zeigt aber noch etwas anderes: Unabhängig aller Möglichkeiten der modernen Kommunikation die Bürgerinnen und Wähler <a href="https://www.direkt-magazin.ch/" target="_blank" rel="noopener">direkt anzusprechen</a>, erfüllen redaktionelle Medien weiterhin eine unverzichtbare Aufgabe. «Wir sind gegenseitig aufeinander angewiesen», sagt Lena Allenspach. «Eine unabhängige Presse und eine gelebte Medienvielfalt sind unabdingbar für die Demokratie.» Auch wenn der Umgang miteinander nicht immer einfach und konfliktfrei verläuft, müssen sich die beiden Seiten zusammenraufen und sich ihrer gesellschaftlichen Rolle entsprechend verhalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/">Monopolzeitung, Medienmacht und Meinungsbildung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Isabelle Jacobi: «Niemand weiss, wie es den Bezahlmedien in zehn Jahren geht»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/08/isabelle-jacobi-niemand-weiss-wie-es-den-bezahlmedien-in-zehn-jahren-geht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2022 11:03:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Isabelle Jacobi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Isabelle Jacobi hat die Tageszeitung Der Bund erstmals eine Chefredaktorin. Wie viel Bund will und kann sie ein Jahr nach der Fusion mit der Berner Zeitung erhalten?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Isabelle Jacobi hat die Tageszeitung Der Bund erstmals eine Chefredaktorin. Wie viel Bund will und kann sie ein Jahr nach der Fusion mit der Berner Zeitung erhalten?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/08/isabelle-jacobi-niemand-weiss-wie-es-den-bezahlmedien-in-zehn-jahren-geht/">Isabelle Jacobi: «Niemand weiss, wie es den Bezahlmedien in zehn Jahren geht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Priska Amstutz: «Wir haben viele Massnahmen ergriffen, um die Sitzungskultur zu verbessern»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/05/priska-amstutz-wir-haben-viele-massnahmen-ergriffen-um-die-sitzungskultur-zu-verbessern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Nov 2022 09:17:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Priska Amstutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 2020 ist Priska Amstutz Co-Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers». Im ComSumCast spricht sie mit Reto Lipp über die Aufgabe einer Tageszeitung, Sexismus in der Redaktion und die Finanzierung von Journalismus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2020 ist Priska Amstutz Co-Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers». Im ComSumCast spricht sie mit Reto Lipp über die Aufgabe einer Tageszeitung, Sexismus in der Redaktion und die Finanzierung von Journalismus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/05/priska-amstutz-wir-haben-viele-massnahmen-ergriffen-um-die-sitzungskultur-zu-verbessern/">Priska Amstutz: «Wir haben viele Massnahmen ergriffen, um die Sitzungskultur zu verbessern»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Foto-Fail: Tamedia zahlt 8000 Euro für unerlaubte Bildveröffentlichung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/26/foto-fail-tamedia-zahlt-8000-euro-fuer-unerlaubte-bildveroeffentlichung/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/04/26/foto-fail-tamedia-zahlt-8000-euro-fuer-unerlaubte-bildveroeffentlichung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2022 12:45:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie sich ein freier Fotograf erfolgreich gegen Tamedia durchsetzt – und wie Abfülljournalismus richtig teuer werden kann. Ein halbes Jahr lang hat das Bild-Ressort der Tamedia-Redaktion einen Fotografen aus Dänemark ignoriert, dessen gefeierte Bilder die Redaktion zuvor ohne Einwilligung publiziert und an Dritte weitergegeben hatte. Doch diese Geschichte weist über den Einzelfall hinaus und zeigt, <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/26/foto-fail-tamedia-zahlt-8000-euro-fuer-unerlaubte-bildveroeffentlichung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sich ein freier Fotograf erfolgreich gegen Tamedia durchsetzt – und wie Abfülljournalismus richtig teuer werden kann.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-96742" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Ein halbes Jahr lang hat das Bild-Ressort der Tamedia-Redaktion einen Fotografen aus Dänemark ignoriert, dessen gefeierte Bilder die Redaktion zuvor ohne Einwilligung publiziert und an Dritte weitergegeben hatte. Doch diese Geschichte weist über den Einzelfall hinaus und zeigt, dass die Abfüllmentalität im Mantelmedien-Verbund nicht nur planlos passiert, sondern auch richtig teuer werden kann.<br />
</p>
<p>Am Anfang steht ein Artikel in der «Süddeutschen Zeitung»: Dort schrieb ein Gesellschaftsredaktor vergangenen Sommer darüber, dass «schwedische Jugendliche (…) schon mit 15 Auto fahren – aber nicht schneller als 30 km/h». Der Beitrag vom 31. Juli 2021 über das Phänomen dieser <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/EPA-Traktor" target="_blank" rel="noopener">«EPA Traktoren»</a> war launig geschrieben, aber unscheinbar: gut 5000 Zeichen lang, am unteren Ende von Seite 57, schlicht gestaltet, bebildert mit einem Stock-Foto.</p>
<blockquote><p>Nørskovs Fotos gelten als die besten Bilder zum Thema. In den letzten Jahren wurde sie in Museen in Schweden und an Festivals in Norwegen und Deutschland ausgestellt.</p></blockquote>
<p>Bekanntlich bringt Tamedia regelmässig SZ-Artikel in den zehn Mantel-Titeln, von «Thuner Tagblatt» bis «Der Landbote». Im Bild-Ressort erkannte man anscheinend Potenzial im Artikel der «Süddeutschen» zu den «EPA Traktoren». Bei Tamedia sollte er mit guten Fotos richtig zur Geltung kommen.</p>
<p><a href="https://benjaminnorskov.com/" target="_blank" rel="noopener">Benjamin Nørskovs</a> Porträtserie der «EPA»-Gefährte samt ihrer jugendlichen Besitzer:innen ist berühmt. Seit 2018 hatte Nørskov mehrere Jahre daran gearbeitet. Mittlerweile wurde sie in fünf Museen in Schweden und an Festivals in Norwegen und Deutschland ausgestellt. Nørskovs Fotos gelten als die besten Bilder zum Thema. Die Bilder gehören auch zu den ersten Resultaten, wenn man «EPA Traktor» <a href="https://www.google.com/search?q=%22EPA+Traktor%22&amp;sxsrf=APq-WBtngfrpmOoXQfM3J7nMtFCOmO91rg:1650976522183&amp;source=lnms&amp;tbm=isch&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjI6ovp3rH3AhVxh_0HHdW0CA4Q_AUoAXoECAIQAw&amp;biw=1277&amp;bih=664&amp;dpr=2" target="_blank" rel="noopener">ins Google-Suchfeld tippt</a>.</p>
<p>Erstmals schreibt ein Tamedia-Bildredaktor am ersten Freitag im August 2021 eine E-Mail an Benjamin Nørskov. Man sei interessiert, einige seiner tollen Bilder in der Sonntagsausgabe zu verwenden, heisst es darin auf Englisch. Der Redaktor fragt, was die Nutzung für Print und Online kosten würde. Man brauche die Fotos so schnell wie möglich.</p>
<blockquote><p>Für drei bis fünf Fotos in Print und Online wollte Tamedia 500 Franken zahlen.</p></blockquote>
<p>Nørskov antwortet innert Stunden. Damit seine Fotoserie wirke, müsste man mindestens zehn Bilder veröffentlichen: «Die Wiederholung der Porträts zeigt die unterschiedlichen Charaktere und die Kreativität in der EPA-Kultur.» Er macht ein Angebot: 4000 Euro plus Mehrwertsteuern für «um die 15 Bilder». Zur Ansicht schickt er einen WeTransfer-Link mit 50 Fotos zum Download und schreibt: «Lass mich wissen, was du denkst!» Drei Tage später antwortet der Bildredaktor: Danke, aber leider könne man die Bilder nicht verwenden. Eventuell werde man ihn in Zukunft kontaktieren, heisst es am Ende der Nachricht.</p>
<p>Die Zukunft beginnt bekanntlich in der Gegenwart: Zehn Tage später, am 19. August 2021 um 10.17 Uhr, schreibt Tamedia-Bildchef Olaf Hille persönlich eine neue Anfrage an Nørskov. Man werde einen Artikel über «EPA-Traktoren» veröffentlichen. Ob es möglich sei einige seiner Bilder zu kaufen? Hille hört in den nächsten Stunden nichts, aber die Zeitungsseite mit Nørskovs Bildern ist anscheinend schon eingeplant. Kurz vor 16 Uhr schreibt Hille jedenfalls eine zweite Mail. Zwischenzeitlich habe er erfahren, dass ihn bereits einmal sein Kollege angefragt hat. Für drei bis fünf Fotos in Print und Online würde Tamedia 500 Franken zahlen. Nørskov solle ihn wissen lassen, ob das möglich ist.</p>
<blockquote><p>Davon, dass Tamedia seine Bilder gebracht hat, erfährt Nørskov nur durch Zufall.</p></blockquote>
<p>Nørskov antwortet nicht – er hat ja bereits bei der ersten Anfrage klargemacht, dass er nur an der Publikation einer grösseren Serie interessiert wäre. Dies, so schildert er es der MEDIENWOCHE, auch aus Verpflichtungsgefühl gegenüber dem Vertrauen, das ihm die Porträtierten entgegengebracht haben. Doch Hille meldete sich ohnehin mit so kurzem Vorlauf, dass kaum Reaktionszeit geblieben wäre. Bereits um 11.25 Uhr, gerade mal 68 Minuten nach Hilles erster Anfrage, ist der «EPA»-Artikel aus der SZ auf allen Tamedia-Portalen in der Deutschschweiz online gegangen, schön aufgemacht mit sieben (!) Fotos aus Nørskovs Serie. Der Artikel landet auch auf dem News-Portal «msn.com» von Microsoft, das Beiträge von Tamedia übernimmt. Am selben Abend ist der Artikel für die Zeitungen in Druck gegangen – im «Bund» und «Tages-Anzeiger» des Folgetags ist der Artikel mit fünf Bildern von Nørskov erschienen, in der «Berner Zeitung» mit zwei. Die «Basler Zeitung» hat ihn ein paar Tage später mit einem einzigen Foto aus Nørskovs Serie gebracht. Um 16 Uhr, als Hille ein Preisangebot für «drei bis fünf» Bilder gemacht hat, war die Zeitungsseite wohl schon fix eingeplant.</p>
<p>Davon, dass Tamedia seine Bilder gebracht hat, erfährt Nørskov nur durch Zufall: Auf einer seiner ersten Reportagereisen zu den EPA-Traktoren 2018, hatte er einen Schweizer kennengelernt, mit dem er heute befreundet ist. Dieser hat einen der Tamedia-Artikel gesehen und ihn darauf aufmerksam gemacht. Der nächste Schock folgt für Nørskov, als er die Artikel mit seinen Fotos Ende August auf den Websites der Tamedia-Zeitungen und bei Diensten wie Pressreader findet: «Es waren meine Bilder – aber mein Name stand nicht darunter.» Nørskov macht Screenshots, die der MEDIENWOCHE vorliegen. Im Webarchiv entdeckt er, dass anfangs sein Name noch unter den Fotos stand. Anscheinend hat ihn jemand nach der Veröffentlichung entfernt. Eine zusätzliche Verletzung von Nørskovs Urheberrecht.</p>
<blockquote><p>Der Fotograf fordert den doppelten Preis seines Ursprungsangebots: 8000 Euro plus Steuern.</p></blockquote>
<p>Nørskov schreibt Tamedia sachliche, aber bestimmte Mails, mit Links und Anhängen zu den gesammelten Belegen für die Urheberrechtsverletzung. Er schickt sie an den Bildredaktor, der ihn ursprünglich kontaktiert hatte, an Bildchef Hille, an Hilles Chef. Es sei ja schön, dass Tamedia seine Bilder möge. «Doch ich lebe vom Fotografieren, und wenn meine Arbeit unrechtsmässig kopiert und verbreitet wird, senkt es meine Chance, sie zu verkaufen und mein künftiges Einkommen zu sichern. Zudem habe ich klargemacht, dass die Bilder in einer Serie von mindestens zehn erscheinen müssen.» Es sei eine Falschdarstellung seines Grundgedankens, wenn man nur wenige Bilder zeige. Seine Mails enden mit seiner finanziellen Forderung zur Abgeltung der Verletzung seiner Rechte. Nørskov fordert den doppelten Preis seines Ursprungsangebots, 8000 Euro plus Steuern. Zahlbar bis Mitte November 2021.</p>
<p>So dringend es Hille war, am 19. August mit Nørskov in Kontakt zu kommen, so wenig will Tamedia mit Nørskov in den Monaten danach zu tun haben. Auf seine vielen Mails erhält er keine Antwort. Etwa 30mal habe Nørskov bei der Tamedia-Bildredaktion angerufen. Einmal habe er Hille erreicht. «Das einzige Mal, als Olaf Hille meinen Anruf angenommen hat, hat er in Zweifel gestellt, dass sie meine Bilder überhaupt gebraucht haben. Dann brach er das Gespräch mitten im Satz ab.» Auch der dänische Journalist:innenverband versucht die Rechte seines Mitglieds gegenüber Tamedia durchzusetzen – erfolglos: Die Nachrichten der Anwältin bleiben unbeantwortet.</p>
<p>Irgendwann in diesen Monaten, in denen der Fotograf aus Skandinavien mit zunehmender Verzweiflung auf eine Reaktion aus Zürich wartet, entfernt bei Tamedia jemand online die namenlosen Fotos von Nørskovs Serie und bebildert den Artikel mit einem Stockfoto. Doch auf einer Seite wie <a href="https://archive.ph/YYchG" target="_blank" rel="noopener">«msn.com»</a> ist der Artikel bis jetzt mit Nørskovs Namen und den Originalfotos für alle einsehbar.</p>
<p>Als er sich Anfang April bei der MEDIENWOCHE meldet, sieht es Nørskov als «einzige und letzte Chance», seine unschöne Erfahrung öffentlich zu machen. Tamedia-Bildchef Olaf Hille beantwortete die Fragen der MEDIENWOCHE dann innert eines Tages. Er bestätigte dabei die Chronologie der Ereignisse:</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Anfang August 2021 kontaktierte Tamedia-Bildredaktor X. den Fotografen Benjamin Nørskov mit einem «Urgent» in der Betreffzeile wegen der Verwendung seiner Fotoserie «Epa Traktors». Nørskov bot Tamedia 15 Bilder seiner Serie für 4000 Euro plus Steuern an. Drei Tage später sagte Bildredaktor X. Nørskov ab. Am 19. August schrieben Sie um 10.17 Uhr persönlich Nørskov an, mit einer neuen Anfrage für die Verwendung seiner Bilder. Als Sie keine Antwort erhielten, schrieben Sie kurz vor 16 Uhr eine neuerliche Mail, in der Sie 500 Schweizer Franken für die Verwendung von 3 bis 5 Bildern angeboten haben. Die entsprechenden Mails liegen mir vor.</p>
</div><div class="answer"><h4>Olaf Hille:</h4> <p>Ja, das habe ich auch so in Erinnerung. Wir arbeiteten zur Zeit im Home-Office, manche Dinge laufen doppelt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gemäss <a href="https://web.archive.org/web/20210819103858/https:/www.tagesanzeiger.ch/die-jugend-faehrt-zeitlupe-664387654119" target="_blank" rel="noopener">archive.org</a> publizierte Tamedia den entsprechenden Beitrag mit Nørskovs Fotos bereits um 11.25. Wie kam es dazu, dass Sie eine Anfrage stellen für einen Beitrag, der bereits eine Stunde später online geht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hille:</h4> <p>Die Kollegen vom Online sind davon ausgegangen, dass die Veröffentlichung OK sei. Der Zeitpunkt der Onlinepublikation war mir nicht bekannt. Die Bilder sind, wenn überhaupt, nur für sehr kurze Zeit – Stunden – online gewesen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ist dieses Vorgehen üblich in der Bildredaktion von Tamedia?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hille:</h4> <p>Solange alles korrekt läuft, ja. Wir arbeiten oft just in time.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Seit ungefähr einem halben Jahr unternimmt Benjamin Nørskov regelmässig gut dokumentierte Versuche, eine Entschädigung für die von ihm beanstandete Urheberrechtsverletzung bei Ihnen einzufordern. Er bekommt dabei von Seiten Tamedia keine Antwort. Warum antworten Sie Nørskov nicht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hille:</h4> <p>Ich habe Nørskov heute geschrieben und wir werden uns einigen, denke ich.</p>
</div></p>
<p>Beinahe zeitgleich erhält Nørskov endlich eine Antwort von Hille. Wegen eines Missverständnisses seien die Fotos in den gedruckten Zeitungen gelandet. Online habe man sie bereits vor der Veröffentlichung entfernt. Hille siezt Nørskov in dieser Nachricht und bietet ihm 3000 Euro an. Doch der Fotograf will sich nicht damit abspeisen lassen: Für die Verletzung seiner Rechte will er das Doppelte von seinem ursprünglichen Angebot von 4000 Euro.</p>

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<p>Hilles Nachricht wirft Fragen auf: Wenn die Fotos nie im Netz gelandet sind – wie fanden sie dann mit «Tages-Anzeiger»-Logo den Weg auf «msn.com», wo sie bis heute stehen? Die MEDIENWOCHE ruft Hille an. Der nimmt ab, obwohl er an einem Kindergeburtstag ist: «Ich habe sofort reagiert. Von meiner Seite wurden die Bilder innert Stunden deaktiviert.» Falls im Raum stehe, dass sie länger im Netz waren, mache das die Lage nicht besser. Hille macht also widersprüchliche Aussagen. Zuvor hiess es von seiner Seite, die Bilder seien gar nie online gewesen. «Die Vorgänge sind kein Ruhmesblatt.» Im August hätten sie im Homeoffice gearbeitet und das habe «zum Missverständnis beigetragen». In einem Grossunternehmen seien solche Missverständnisse unumgänglich. «Zum Glück haben wir selten solche Fälle.»</p>
<blockquote><p>Die 8000 Euro sind noch nicht auf Nørskovs Konto. Er kann erst richtig aufatmen, wenn das Geld da ist.</p></blockquote>
<p>Auch der Fotograf aus Dänemark erhält bald eine Antwort von Olaf Hille auf seine erneuerte Forderung von 8000 Euro. Nachdem Tamedia Benjamin Nørskov mehr als ein halbes Jahr ignoriert hat, erhält der Fotograf die Antwort, auf die er gehofft hat, ausgerechnet am Karfreitag. Nørskov solle eine Rechnung stellen. Mehrwertsteuer dürfe er aber nicht fordern, weil die Schweiz nicht zur EU gehört.</p>
<p>Die 8000 Euro sind noch nicht auf Nørskovs Konto. Nach monatelangen Anrufversuchen wird er erst richtig aufatmen, wenn das Geld da ist. «Generell mache ich gute Erfahrungen mit Medienunternehmen, doch dieses Mal war es wirklich frustrierend.» Er habe fast die Hoffnung verloren. «Weil andere Tamedia-Angestellte und die allgemeine Fotoadresse mir ebenfalls nicht antworteten, hatte ich das Gefühl, dass mich nicht bloss Olaf Hille ignoriert, sondern das ganze Unternehmen.» Als auch die Versuche des dänischen Journalist:innenverbands erfolglos blieben, habe er keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als das Vorgefallene öffentlich zu machen. «Ich hoffe, Tamedia wird künftig Verantwortlichkeiten schneller anerkennen.»</p>
<blockquote><p>Benjamin Nørskovs Fall ist somit ein Exempel, dass man als Freelancer:in die eigene Arbeit gegenüber Missbrauch durch ein Grossunternehmen verteidigen kann.</p></blockquote>
<p>So wie es aussieht wird diese Geschichte gut enden. Doch zu diesem Ausgang kommt es nur deshalb, weil der Fotograf in Dänemark nicht eingeknickt ist. Freelancer:innen in der Schweiz, die auf regelmässige Zusammenarbeit mit Medienunternehmen wie Tamedia angewiesen sind, würden wohl schneller aufgeben. Benjamin Nørskovs Fall ist somit ein Exempel, dass man als Freelancer:in die eigene Arbeit gegenüber Missbrauch durch ein Grossunternehmen verteidigen kann.</p>
<p>Der Fall ist aber auch exemplarisch dafür, zu welchen Absurditäten Fehler im konzentrierten Schweizer Mediensystem führen: Ohne viel Aufwand wollte die Bildredaktion einen einfachen Artikel zur schönen Fotostory aufbrezeln. Ein «Missverständnis» in der Fotoredaktion des Tamedia-Mantels – und die Bilder sind nicht in einer, sondern in zig Zeitungen, auf «msn.com» und anderswo. Niemand hatte bei der viel zu knappen Anfrage im Hinterkopf, dass die Bilder Dritten zur Verfügung gestellt werden. Und hinterher macht sich niemand die Mühe, die Folgen des «Missverständnis» zu bereinigen.</p>
<p>Am Ende ist ein aufwandsfreier Artikel, den Tamedia von der «Süddeutschen Zeitung» zweitverwertet hat, zu einer der teureren Storys im Tamedia-Universum geworden.</p>
<p><small>Bild: zvg/Benjamin Nørskov</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/26/foto-fail-tamedia-zahlt-8000-euro-fuer-unerlaubte-bildveroeffentlichung/">Foto-Fail: Tamedia zahlt 8000 Euro für unerlaubte Bildveröffentlichung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 20:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95857</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut. Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignnone wp-image-95858 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte Tamedia die Lokalredaktionen seiner Berner Tageszeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">zusammengelegt</a>. Die übrigen Inhalte stammten bereits davor aus der gleichen Küche. Kritische Stimmen sprachen von «Einheitsbrei», der nun serviert würde.</p>
<blockquote><p>Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert.</p></blockquote>
<p>Seit bald einem halben Jahr lässt sich tagtäglich auf Papier und Minute für Minute online beurteilen, wie das neue lokale Medienangebot aus dem Hause Tamedia schmeckt. Um es vorweg zu nehmen: Einheitsbrei ist es nicht. Man könnte von einer grossen Produktionsküche sprechen, die zwei unterschiedlich positionierte, aber beides gutbürgerliche Restaurants im gleichen Preissegment beliefert. Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert. Um den Schein der Unabhängigkeit zu wahren, steht den beiden Etablissements je ein Wirt, respektive eine Wirtin vor.</p>
<p>Genauso läuft es bei «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Wer die gedruckten Ausgaben der beiden Zeitungen nebeneinander legt, sieht in der Regel zwei grundverschiedene Titelseiten, die sich an der DNA der beiden Blätter orientieren. «Das Lokale zuerst» gilt bei der BZ, internationales und nationales Geschehen dominiert die Front beim «Bund». Auch das Blattinnere unterscheidet sich entlang dieser Maximen – zumindest auf den ersten Blick. Der zweite Blick zeigt dann aber die grosse Anzahl identischer Artikel, der Unterschied liegt vor allem in der Anordnung.</p>
<p>Als Abonnent von einem der beiden Titel kriegt man davon nichts mit. Das Leibblatt kommt weitgehend unverändert daher, seit Tamedia am 20. Oktober 2021 die Redaktionen zusammengelegt hat. Das war auch das Ziel der Sparmassnahme: Der Abbau sollte möglichst unsichtbar erfolgen. Entsprechend zurückhaltend informierte der Verlag. Nur keine unnötige Aufregung. Natürlich gibt es keinen Abbau ohne Verlust. Den bemerken aber nur die Doppelleser:innen, von denen es sowieso fast keine mehr gibt, weil «Bund» und BZ schon bisher über weite Strecken das Gleiche angeboten und sich nur noch in der Lokalberichterstattung unterschieden hatten.</p>
<blockquote><p>«Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen.»<br />
<small>Simon Bärtschi, Chefredaktor BZ/«Bund»</small></p></blockquote>
<p>Damit die bisherigen Leserschaften der beiden Zeitungen bei der Stange gehalten und neue Abonnent:innen gewonnen werden können, investiert die neue Einheitsredaktion viel in die Pflege der beiden Medienmarken. «Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen», sagt Chefredaktor Simon Bärtschi im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.<br />
</p>
<p>Neben der unterschiedlichen Priorisierung und Positionierung identischer Artikel platziert die Redaktion weiterhin exklusive Inhalte in den beiden Titeln. So führt die BZ ein Ressort für den Regionalsport, das nur bei ihr erscheint. Der «Bund» seinerseits greift in der Auslandberichterstattung regelmässig auf Artikel aus der «Süddeutschen Zeitung» zurück, die nicht in der BZ zu lesen sind. Auch ihre Kolumnen führen die Zeitungen weiterhin je separat. Ausserdem schreibt Chefredaktor Simon Bärtschi, der vor der Fusion bereits die BZ geleitet hatte, weiterhin exklusiv für die BZ. Und wenn im Sommer Isabelle Jacobi, die jetzt noch für Radio SRF aus den USA berichtet, die Stelle als <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/isabelle-jacobi-wird-chefredaktorin-von-der-bund" target="_blank" rel="noopener">«Bund»-Chefredaktorin</a> antritt, wird auch sie ausschliesslich für ihr Blatt schreiben.</p>
<blockquote><p>Auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p></blockquote>
<p>Das Bemühen, trotz Einheitsredaktion die Identität der beiden Titel zu erhalten, zahlt sich aus. Die Qualität der Berichterstattung hat nicht gelitten. Im Gegenteil. BZ-Abonnent:innen können nun auch ehemalige «Bund»-Autor:innen lesen – und umgekehrt. «Bund»-Abonnent:innen profitieren zudem von der regional breiteren Berichterstattung der früheren BZ-Ressorts, die nun auch für das ehemalige Konkurrenzblatt berichten. Selbst kritischen Beobachter:innen fällt auf Anhieb nichts Negatives ein zur neuen Tamedia-Formel auf dem Platz Bern. Und auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p>
<p>Defizite sieht Bärtschi bei der Abdeckung gewisser Gemeinden in der weiteren Agglomeration Bern. «Da müssen wir noch stärker werden, weil das auch von uns erwartet wird», sagt der Chefredaktor von «Bund» und BZ. Die Herausforderung für die Redaktion besteht darin, weiterhin möglichst viele Gemeinden in der Berichterstattung zu berücksichtigen, auch wenn Gemeindeversammlungen und Ladeneröffnungen allein keinen unmittelbaren Anlass für einen Artikel geben. «Unser Ansatz ist es, beispielhaft über Vorgänge zu berichten, die nicht nur eine einzelne Gemeinde betreffen», erklärt Bärtschi.</p>
<p>Dieses Prinzip gilt generell für die lokale und regionale Berichterstattung von «Bund» und BZ. Für manche Redaktor:innen bedeutet das eine Umstellung. Sie müssen sich zuerst an das langsamere Tempo gewöhnen. Sie können nicht mehr jede News «raushauen», die sie gerade aufgeschnappt haben.</p>
<p>Diese Annäherung an den Magazinjournalismus bietet auch den Vorteil, dass die Redaktion vermehrt eigene Schwerpunkte setzen kann, weil sie nicht mehr Termine aus der Agenda abarbeiten muss. «Wir schaffen es, auch kurzfristig Ressourcen freizuspielen für etwas aufwändigere Recherchen», weiss Chefredaktor Bärtschi. So wie kürzlich, als bekannt wurde, dass die bernischen Behörden die Wohnung eines in der EU sanktionieren russischen Oligarchen blockierten. Da schickte die Redaktion einen Reporter ins Berner Oberland, der dann vor Ort einen Tag lang dem Thema nachgehen konnte.</p>
<blockquote><p>Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p></blockquote>
<p>In der Zürcher Tamedia-Zentrale zeigt man sich angetan vom neuen Berner Modell. Co-Chef Marco Boselli sagte dazu anlässlich der <a href="https://youtu.be/pDjSDSIPaoE" target="_blank" rel="noopener">Bilanzmedienkonferenz</a> vom 10. März 2022: «Gerade in Bern zeigen wir, dass wir eben auch mit einer einheitlichen Redaktion die journalistische Schlagkraft erhöhen konnten.» Der Preis, den die Öffentlichkeit dafür zahlt, erwähnte Boselli natürlich nicht. Die neue «Schlagkraft» gibt es nur auf Kosten der Meinungsvielfalt, mit der die vormals getrennten Lokalredaktionen von «Bund» und BZ (<a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">«Berner Modell»</a>) die politische Diskussion in der Bundesstadt bereichert hatten. Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p>

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<p>Geschäftlich scheint die Rechnung aufzugehen. «Wir wachsen digital und ich gehe davon aus, dass die Abos aus allen Ecken des Kantons stammen», sagt Simon Bärtschi. «Beim Print können wir auf eine treue Leserschaft zählen, die wir möglichst zu halten versuchen.» Für das vergangene Jahr vermeldet Tamedia einen deutlichen Anstieg auf inzwischen 147&#8217;000 Digitalabos. Das seien alles «neue Kunden, nicht irgendwelche Print-Abonnenten», betonte Tamedia-Co-Chef Marco Boselli an der Bilanzmedienkonferenz. Die Zahlen von «Bund» und BZ veröffentlicht Tamedia nicht.</p>
<p>Wie lange sich die neue Einheitsredaktion in ihrer gegenwärtigen Struktur halten kann, weiss niemand. Mit 50 Vollzeitstellen, verteilt auf 70 Personen, besteht auch für die Zukunft Abbaupotenzial. Zum aktuellen Tamedia-Sparprogramm habe Bern mit der Redaktionsfusion seinen Teil beigetragen. Obwohl erst 40 Prozent der angestrebten 70 Millionen Franken eingespart wurden, blieben «Bund» und BZ von weiteren Eingriffen verschont, versicherten die Verantwortlichen kürzlich dem Personal.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tamedia ohne Rückgrat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/26/tamedia-ohne-rueckgrat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Feb 2022 09:08:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95134</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tamedia entlässt einen Redaktor auf Geheiss von Verleger Pietro Supino. Die Methode hat System beim grössten Medienhaus der Schweiz: Gegen oben wird gebuckelt, gegen unten links getreten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/26/tamedia-ohne-rueckgrat/">Tamedia ohne Rückgrat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia entlässt einen Redaktor auf Geheiss von Verleger Pietro Supino. Die Methode hat System beim grössten Medienhaus der Schweiz: Gegen oben wird gebuckelt, gegen unten links getreten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/26/tamedia-ohne-rueckgrat/">Tamedia ohne Rückgrat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nun hat der «Tages-Anzeiger» ein grösseres Problem</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/19/nun-hat-der-tages-anzeiger-ein-groesseres-problem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 10:02:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Brühlmann]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94962</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Autor des misslungenen Porträts einer Zürcher Stadtratskandidatin wurde entlassen. Ein fragwürdiger Entscheid der Chefetage.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/nun-hat-der-tages-anzeiger-ein-groesseres-problem/">Nun hat der «Tages-Anzeiger» ein grösseres Problem</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Autor des misslungenen Porträts einer Zürcher Stadtratskandidatin wurde entlassen. Ein fragwürdiger Entscheid der Chefetage.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/nun-hat-der-tages-anzeiger-ein-groesseres-problem/">Nun hat der «Tages-Anzeiger» ein grösseres Problem</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aus politischen Gründen? «Tages-Anzeiger» entlässt Journalisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/19/aus-politischen-gruenden-tages-anzeiger-entlaesst-journalisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 10:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Brühlmann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94957</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Zürcher Reporter fällt bei Verleger Pietro Supino in Ungnade und verliert seine Stelle. Die Redaktion reagiert mit einem geharnischten Protestbrief.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/aus-politischen-gruenden-tages-anzeiger-entlaesst-journalisten/">Aus politischen Gründen? «Tages-Anzeiger» entlässt Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Zürcher Reporter fällt bei Verleger Pietro Supino in Ungnade und verliert seine Stelle. Die Redaktion reagiert mit einem geharnischten Protestbrief.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/aus-politischen-gruenden-tages-anzeiger-entlaesst-journalisten/">Aus politischen Gründen? «Tages-Anzeiger» entlässt Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tages-Anzeiger: Journalist Kevin Brühlmann entlassen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/19/tages-anzeiger-journalist-kevin-bruehlmann-entlassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 09:58:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Brühlmann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94955</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach der umstrittenen Berichterstattung über Sonja Rueff-Frenkel (FDP) hat die Tamedia dem verantwortlichen Journalisten nun gekündigt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/tages-anzeiger-journalist-kevin-bruehlmann-entlassen/">Tages-Anzeiger: Journalist Kevin Brühlmann entlassen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der umstrittenen Berichterstattung über Sonja Rueff-Frenkel (FDP) hat die Tamedia dem verantwortlichen Journalisten nun gekündigt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/tages-anzeiger-journalist-kevin-bruehlmann-entlassen/">Tages-Anzeiger: Journalist Kevin Brühlmann entlassen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vermischung von Bericht und Kommentar als Entlassungsgrund?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/18/tages-anzeiger-vermischung-von-bericht-und-kommentar-als-entlassungsgrund/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Feb 2022 10:22:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Rutishauser]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Stäuble]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94910</guid>

					<description><![CDATA[<p>Weiterhin bleibt unklar, warum Tamedia einen Reporter des «Tages-Anzeigers» entlassen hat. Auch ein Schreiben der Chefredaktion als Reaktion auf den internen Protest liefert keine plausiblen Erklärungen. Am vergangenen Dienstag wehrten sich grosse Teile der «Tages-Anzeiger»-Redaktion mit einem Protestschreiben an die Chefredaktion gegen die Entlassung eines Kollegen. Ende Januar veröffentlichte der junge Reporter das Porträt einer <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/18/tages-anzeiger-vermischung-von-bericht-und-kommentar-als-entlassungsgrund/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Weiterhin bleibt unklar, warum Tamedia einen Reporter des «Tages-Anzeigers» entlassen hat. Auch ein Schreiben der Chefredaktion als Reaktion auf den internen Protest liefert keine plausiblen Erklärungen.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" class="alignnone size-medium wp-image-94926" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Tagi-Entlassung-20220218.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Am vergangenen Dienstag wehrten sich grosse Teile der «Tages-Anzeiger»-Redaktion mit einem Protestschreiben an die Chefredaktion gegen die Entlassung eines Kollegen. Ende Januar veröffentlichte der junge Reporter das Porträt einer Stadtzürcher FDP-Politikerin, das sexistische und vor allem antisemitische Stereotypen enthielt. Nach Kritik der Porträtierten und empörten Reaktionen haben der Autor und die Chefredaktion öffentlich um Entschuldigung gebeten.</p>
<blockquote><p>Das antisemitische Porträt sei bloss Anlass für die Entlassung und nicht die Ursache gewesen.</p></blockquote>
<p>Doch nun, da die schweizweite Medienabstimmung und die Stadtzürcher Wahlen vorbei sind, hat man den Reporter trotzdem entlassen. Warum? Darüber herrscht bis heute keine Klarheit. Das antisemitische Porträt, das neben dem Autor auch vier weitere Mitglieder der Tagi-Redaktion gelesen und zur Publikation freigegeben haben, sei bloss Anlass für die Entlassung und nicht die Ursache gewesen: Vielmehr habe sich der Entlassene mit einem anderen Artikel beim Verleger persönlich unbeliebt gemacht, <a href="https://www.republik.ch/2022/02/16/aus-politischen-gruenden-tages-anzeiger-entlaesst-journalisten" target="_blank" rel="noopener">schrieb die «Republik»</a>. Der Verleger habe sich empört gezeigt über eine Recherche zur «Baugarten-Stiftung», einer reichen Institution, die in Zürich viel Hochkultur unterstützt. Falls das zutrifft, wäre nicht nur der Vorgang, dass der Verleger einen Journalisten entlässt, bemerkenswert. Sondern auch, dass nur der Lokalreporter gehen muss – und nicht auch seine Vorgesetzten, die genauso, ja sogar noch stärker, die Verantwortung dafür tragen, was veröffentlicht wird und was nicht.<br />
</p>
<p>Offiziell hörten alle Medien, die nach den Gründen für die Entlassung fragten, von Co-Chefredaktor Mario Stäuble und Superchefredaktor Arthur Rutishauser am 16. Februar, dass es «wiederholt unterschiedliche Auffassungen über Qualität im Journalismus» gegeben habe. Und weiter: «Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Personalfragen nicht weiter äussern können. Die Qualität unseres Journalismus ist für Tamedia von höchster Priorität. Die Grundlagen dazu sind im Handbuch ‹Qualität in den Medien› festgehalten und den Redaktionsmitgliedern über alle Stufen hinweg bestens bekannt. Wir werden die jüngsten Ereignisse zum Anlass nehmen, unsere internen Kontrollmechanismen weiter zu verbessern und die Kultur des Gegenlesens zu stärken, insbesondere im Hinblick auf sensible Sachthemen.» Der Entlassene, der in seiner kurzen Karriere bereits mehr Preise gewonnen hat als Chef Stäuble und ähnlich viele wie Superchef Rutishauser, soll schlampig arbeiten?</p>
<blockquote><p>Die Chefs geloben, dass man vorhabe, antisemitische Denkmuster kritisch zu reflektieren und zu überwinden.</p></blockquote>
<p>Was es genau auf sich hat mit der «unterschiedlichen Auffassungen über Qualität im Journalismus» ist inzwischen ein bisschen klarer geworden. Und es zeigt sich, dass der Artikel über die Baugarten-Stiftung tatsächlich eine Rolle spielt. Der MEDIENWOCHE liegt die Antwort von Stäuble und Rutishauser vor, mit der sie auf das Protestschreiben der «Tages-Anzeiger»-Redaktion reagieren. Die Chefs geloben, dass man vorhabe, antisemitische Denkmuster kritisch zu reflektieren und zu überwinden. Zum missratenen Porträt der Stadtzürcher Politikerin schreiben sie, es gehe «nebst gleich mehreren unbeabsichtigten antisemitischen Klischees auch um journalistisches Handwerk». «Mehrere Redaktoren» hätten den Text vor der Publikation gelesen, «ohne die Notbremse zu ziehen».</p>
<p>Aber ins Detail gehen sie zum Artikel über die «Baugarten-Stiftung». Die Stiftung sei als Thema für die Berichterstattung «interessant und relevant». Die Recherche dazu halte «in grossen Teilen unseren Ansprüchen stand». Doch anscheinend passt den Chefs der Ton nicht, den der nun entlassene Journalist angeschlagen hat. Der sei polemisch. Als Beleg nennen sie die Bezeichnung der Stiftung als «Perpetuum Mobile, das den Spass des Zürcher Bürgertums finanziert». Wobei diese Formulierung im Original mit einem Fragezeichen versehen ist. Der Autor fragt sich, ob man die Stiftung so bezeichnen dürfe.</p>
<blockquote><p>Derselbe Mario Stäuble, der heute den Artikel für unvollständig hält, hatte ihn einst abgesegnet und für publikationsreif befunden.</p></blockquote>
<p>Solche Polemik verletze die Trennung von «Sachberichterstattung» und Kommentar. Der Text hätte in der am 24. November 2021 publizierten Form nicht erscheinen dürfen, befinden Rutishauser und Stäuble. «Man hätte die fraglichen Stellen überarbeiten und die Recherche vervollständigen müssen – zum Beispiel mit einer Experten-Einschätzung zur Frage, welche Standards sich solche Stiftungen auferlegen, und ob die Baugarten diese erfüllt.» Doch derselbe Mario Stäuble, der heute den Artikel für unvollständig hält, hatte ihn einst abgesegnet und für publikationsreif befunden.</p>

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<p>Stäuble schreibt über sich in der dritten Person: «Er trägt damit die Verantwortung dafür, dass der Text so publiziert worden ist. Zu diesem Fehler steht er.» Entlassen wurde aber der Reporter und nicht der Chef, der die finale Verantwortung trägt. Hingegen habe der nun Entlassene in mehreren Gesprächen antraben müssen, auch bei Res Strehle «als Verantwortlicher für Qualitätssicherung.»</p>
<blockquote><p>Dass die Formulierung «Spass fürs Zürcher Bürgertum» niemanden in seiner Ehre verletzt, wissen die Chefredaktoren.</p></blockquote>
<p>Der Text über die «Baugarten»-Stiftung enthielt in der Oberzeile das wertende Adjektiv «Geheimnisvoll» und ein Zwischentitel enthielt die rhetorische Frage «Klüngel?». Darüber hinaus bündelt der Artikel des Entlassenen eine Unmenge an Fakten über eine Stiftung, die vielen Leser:innen bisher unbekannt war.</p>
<p>Tamedia-Qualitätsbeauftragter Res Strehle, der auch schon spitz formuliert hat, Superchefredaktor Arthur Rutishauser, der 2021 die antisemitische «Brunnenvergifter»-Metapher verwendete und Chefredaktor Mario Stäuble, der den «Baugarten»-Artikel gelesen hat, wissen allesamt, dass Fakten aufbereitet und in eine lesenswerte Form gebracht werden müssen. Dass die Formulierung «Spass fürs Zürcher Bürgertum» niemanden in seiner Ehre verletzt, wissen sie auch. Schön, können sie die Verantwortung nach unten weiterreichen. Das Schreiben von Stäuble und Rutishauser endet «Mit kollegialen Grüssen».</p>
<p>P.S. Die MEDIENWOCHE hofft, dass die Leser:innen wertende Passagen von der Sachberichterstattung unterscheiden können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/18/tages-anzeiger-vermischung-von-bericht-und-kommentar-als-entlassungsgrund/">Vermischung von Bericht und Kommentar als Entlassungsgrund?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2021 08:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91972</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Bern gab es bislang zwei getrennte Redaktionen: Berner Zeitung und Bund. Am Mittwoch führt Tamedia die ungleichen Teams zusammen. Ane Hebeisen vom Bund und Mirjam Comtesse von der BZ haben sich in einer Arbeitsgruppe mit der DNA der beiden Titel befasst.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Bern gab es bislang zwei getrennte Redaktionen: Berner Zeitung und Bund. Am Mittwoch führt Tamedia die ungleichen Teams zusammen. Ane Hebeisen vom Bund und Mirjam Comtesse von der BZ haben sich in einer Arbeitsgruppe mit der DNA der beiden Titel befasst.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/">Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BZ und Bund arbeiten zusammen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/21/bz-und-bund-arbeiten-zusammen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:15:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91212</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die beiden Berner Titel bündeln ihre Kräfte. Die Zusammenarbeit startet ab dieser Woche schrittweise.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die beiden Berner Titel bündeln ihre Kräfte. Die Zusammenarbeit startet ab dieser Woche schrittweise.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/21/bz-und-bund-arbeiten-zusammen/">BZ und Bund arbeiten zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Berner Modell 2.0 oder eine Kompromisslinie über den «Gölä-Graben»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 14:20:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90870</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Bern versucht man sich an der Quadratur des Kreises: Tamedia führt die so ungleichen Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Das geht eigentlich nicht, muss nun aber trotzdem irgendwie funktionieren. Einblick in einen heiklen Transformationsprozess. Noch führt kein Weg über den «Gölä-Graben». Wenn der «Bund» über den Büezer-Barden schreibt, dann ist schon mal <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Bern versucht man sich an der Quadratur des Kreises: Tamedia führt die so ungleichen Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Das geht eigentlich nicht, muss nun aber trotzdem irgendwie funktionieren. Einblick in einen heiklen Transformationsprozess.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-90871" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Noch führt kein Weg über den «Gölä-Graben». Wenn der «Bund» über den Büezer-Barden schreibt, dann ist schon mal von einem «Machwerk» oder von einer «grobschlächtigen Gesinnung» die Rede. Die «Berner Zeitung» dagegen würdigt die Gesangskunst von Marco Pfeuti nüchtern und neutral mit Sätzen, wie: «Zu Göläs Grundhaltung passt die Idealisierung vermeintlich besserer Zeiten.»</p>
<p>Beide Zeitungen erfüllen mit ihrer Art, den Mundartsänger zu würdigen, die Erwartungen ihres Publikums. Und die liegen – nicht nur in diesem Punkt – weit auseinander. Wenn schon bald nur noch eine einzige Kulturredaktion für beide Publika berichtet, dann muss sie sich auf eine «Kompromisslinie» einigen. Man wolle darum erproben, «ob Klischees und Schärfen in kritischen Texten ev. dosierter eingesetzt werden können». Gleichzeitig solle aber kein «standardisierter verwässerter Journalismus entstehen». So steht es in einem umfassenden Dokument, das den Stand der Dinge zur anstehenden Redaktionsfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» festhält. Die MEDIENWOCHE hat Einblick in die 60 Seiten.<br />
</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/2019/04/15/ohne-geheimrezept-in-die-digitale-zukunft-simon-baertschi-zu-seinem-neuen-job-als-bz-chefredaktor/">Simon Bärtschi</a>, amtierender BZ-Chefredaktor und designierter Chef der neuen Einheitsredaktion, betont den «Bottom-Up»-Charakter des Fusionsprozesses. «Wir haben aus der Vergangenheit gelernt», sagt Bärtschi im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Als die überregionale Berichterstattung der «Berner Zeitung» vor rund vier Jahren innerhalb von Tamedia neu organisiert wurde, hätten sie Fehler gemacht, weil sie zu wenig miteinander gesprochen und die Entscheide nur «Top down» auf der Chefebene getroffen hatten. «Wir arbeiten jetzt enger zusammen, reden jetzt viel systematischer zusammen, etwa über Tonalität oder Arbeitsabläufe der neuen Redaktion», so Bärtschi.</p>
<blockquote><p>Man ist sich näher, als die gegenseitig gut gehegten Vorurteile all die Jahre glauben liessen.</p></blockquote>
<p>Überhaupt wird derzeit viel geredet im Berner Tamedia-Gebäude am Nordring. Schliesslich geht es um einiges. Das neue Berner Modell soll möglichst lange Bestand halten und Ruhe in den Betrieb bringen. Je erfolgreicher sich damit «Bund» und BZ verkaufen lassen, desto länger dauert es bis zum nächsten Abbauschritt. Unter diesen Vorzeichen mussten sich die beiden Redaktionen wohl oder übel zusammenraufen. Leute, die sich im Treppenhaus bisher nicht grüssten, sitzen nun gemeinsam in Arbeitsgruppen. Aus Konkurrentinnen werden Kolleginnen. Wie man auf beiden Seiten vernimmt, funktioniert das ganz gut. Einigermassen überrascht stellen manche BZ- und «Bund»-Journalisten fest: Man ist sich näher, als die gegenseitig gut gehegten Vorurteile all die Jahre glauben liessen.</p>

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<p>Lange Zeit galt es in Bern als schlicht unvorstellbar, dass die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» einmal <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">zusammenspannen</a> würden. Doch die wirtschaftliche Entwicklung des Zeitungsgeschäfts und die Geschäftspolitik Tamedias zwingen einen nun, sich das Unvorstellbare doch vorzustellen. Ab Oktober gibt es für die lokale und regionale Berichterstattung der beiden Berner Titel nur noch eine einzige Redaktion; alle anderen Inhalte kommen bereits heute aus der Tamedia-Zentralredaktion. Die Massnahme soll zum <a href="https://www.bernerzeitung.ch/bezahlmedien-schreiben-im-ersten-halbjahr-verlust-354393246545" target="_blank" rel="noopener">Sparziel von 70 Millionen Franken</a> beitragen, das Tamedia sämtlichen Unternehmensbereichen vor einem Jahr verordnet hat. Alternativen zu diesem drastischen Schritt boten sich unter den gegebenen Sparbedingungen nicht. Zwei separate Lokalredaktionen liessen sich nicht mehr vernünftig weiterbetreiben mit den noch vorhandenen Ressourcen.</p>
<blockquote><p>In der Regel muss jeder Text in beide Titel passen. Das gebieten schlicht die noch vorhandenen redaktionellen Ressourcen.</p></blockquote>
<p>Seit der Gründung der BZ 1979 steht die Zeitungen in direkter Konkurrenz mit dem 1850 gegründeten «Bund». Selbst als die Blätter 2007 unter das gleiche Verlagsdach rückten, blieben die beiden Redaktionen unabhängig («Berner Modell»). Bis zum letzten Tag vor dem Redaktionszusammenschluss im kommenden Oktober werden sich «Bund» und BZ einen Wettbewerb um die besten Geschichten liefern und sich in Abgrenzung zum Mitbewerber profilieren. Entsprechend unterschiedlich liest sich bis heute die regionale und lokale Berichterstattung der beiden Zeitungen. Und ebenso unterschiedlich sieht das Publikum aus. Während das Gros der «Bund»-Leserschaft in der Stadt Bern wohnt und entsprechend stärker links-urban geprägt ist, erreicht die BZ mit ihren Regionalausgaben die Fläche des gesamten Kantons Bern.</p>
<p>Zwar wird es auch in Zukunft möglich sein, einzelne Artikel exklusiv in der einen oder anderen Zeitung (respektive App oder Website) zu platzieren, die ja als Marken weiterbestehen. Aber in der Regel muss jeder Text in beide Titel passen. Das gebieten schlicht die noch vorhandenen redaktionellen Ressourcen.</p>
<p>Der «Bund» kann sein bisheriges Profil mit einem stärkeren Fokus auf Inland, Ausland, Gesellschaft und Kultur insofern weiter pflegen, als dass er wie bisher mehr Artikel bei der Tamedia-Zentralredaktion bezieht als die BZ. Diese bleibt ihrem Leitspruch «Immer die Region zuerst» treu und präsentiert ihre umfassendere Regionalberichterstattung prominenter.</p>
<blockquote><p>Der Kompromiss droht das politisch-publizistische Profil des «Bund» zu verwässern, der vom Publikum weiterhin als selbständiger Titel wahrgenommen werden möchte.</p></blockquote>
<p>Im laufenden Transformationsprozess muss die neue Einheitsredaktion, die da entsteht, eine gemeinsame Sprache finden. Wie sie den «Gölä-Graben» mit einer «Kompromisslinie» überwinden will, so sucht sie auch bei der Politik- und der Regionalberichterstattung nach Mittelwegen. Etwa bei der publizistischen Begleitung der dominanten rot-grünen Politik in der Stadt Bern. «Der Bund verfolgt die rot-grüne Mehrheitspolitik systematisch kritisch, obwohl sein Lesepublikum vor allem rot-grün tickt», hält die Arbeitsgruppe «Storytelling &amp; Sound» fest. Die BZ dagegen schreibe heute «eher situativ kritisch als systematisch kritisch» und hinterfrage die rot-grüne Mehrheit «nicht systematisch». Der naheliegende Kompromiss: «Die fusionierte Redaktion kritisiert nicht nur systematisch die rot-grüne Mehrheit, sondern auch die bürgerliche Opposition.» Das dürfte zwar jene linken «Bund»-Leserinnen und -Leser besänftigen, die sich bisher regelmässig ob der teils überkritischen Berichterstattung an Rot-Grün enervierten. Aber gleichzeitig droht dieser Kompromiss das politisch-publizistische Profil des «Bund» zu verwässern, der vom Publikum weiterhin als selbständiger Titel wahrgenommen werden möchte.</p>
<p>Als weitere Knacknuss erweist sich die regionale Berichterstattung. Auch hier verfolgten die beiden Berner Tamedia-Zeitungen bisher unterschiedliche Ansätze: Während die BZ bislang ausreichend Ressourcen und Personal hatte, um zumindest punktuell aus der «Nahperspektive» zu berichten, liefert der «Bund» sparbedingt schon heute nur noch Artikel aus der «Überfliegerperspektive». Dieser breitere Blickwinkel, der nicht allein das aktuelle Ereignis ins Zentrum der Berichterstattung stellt, sondern stets Kontext und Hintergrundinformation mitliefert, wird künftig die Norm sein. Um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, sollen die Geschichten «exemplarisch, emotional, personalisiert» erzählt werden.</p>
<p>Wenn der kommerzielle Erfolg davon abhängt, dass möglichst viele Artikel von möglichst vielen Leuten möglichst lange gelesen werden, dann hat die Ereignisberichterstattung von Gemeindeversammlungen oder Sportanlässen nur noch dann eine Berechtigung, wenn sie wesentlich mehr Leute anspricht als nur jene, die selbst an der Veranstaltung waren.</p>
<blockquote><p>Den Matchbericht vom Erstliga-Fussballspiel aus der Region liest man künftig nicht mehr in der «Berner Zeitung».</p></blockquote>
<p>Darum wird die neue «Bund»/BZ-Redaktion auch keinen Regionalsport in Form von Ereignisberichterstattung mehr bringen. Zwei Redaktoren hat Tamedia gekündigt, einer reduzierte sein Pensum freiwillig. Ihr Know-how ist nicht mehr gefragt. Vorschau und Matchbericht vom Erstliga-Fussballspiel aus der Region liest man künftig nicht mehr in der «Berner Zeitung». «Das heisst natürlich nicht, dass regionaler Sport künftig keine Rolle mehr spielt», sagt Simon Bärtschi. Aber auch beim Sport gilt die Vorgabe: Artikel müssen exemplarisch, emotional und personalisiert sein, damit sie ein breiteres Publikum finden, idealerweise auch ausserhalb der Region. Bärtschi nennt als gelungenes Beispiel das Porträt einer Bodybuilderin aus Lyss im Berner Seeland, das auch in allen Tamedia-Titeln der Deutschschweiz veröffentlicht und gut gelesen wurde.</p>
<p>In dieser breiteren Fokussierung der Regionalberichterstattung sieht Bärtschi einen «Wendepunkt des Journalismus». Ihm ist aber auch bewusst, dass es ein Teil der Protagonistinnen und Protagonisten als Verlust wahrnimmt, wenn weniger über sie berichtet wird. Auch darum machten sich Bärtschi und die Tamedia-Leitung seit dem Frühling auf eine Tour durch den Kanton Bern und erklärten Politikerinnen und Verbänden, was zu erwarten sei, wenn hinter «Bund» und BZ nur noch eine Redaktion steht. «Es wurde positiv wahrgenommen, dass wir so offen reden», erinnert sich Bärtschi. Ob der positive Eindruck bestehen bleibt, wenn ab Oktober die beiden Zeitungen neu aufgestellt sind, steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Auch wenn es gelingen sollte, die unterschiedlichen Profile der beiden Medienmarken zu erhalten, ja sogar die Qualität zu verbessern, bleibt unter dem Strich ein elementarer Verlust: Bern verliert schon bald eine von bisher zwei unabhängigen publizistischen Stimmen. Der Wettbewerb, den liberale Stimmen, als die sich «Bund» und BZ sehen, stets hochhalten, spielt nicht mehr. Umso wichtiger, dass neue, <a href="https://neuerjournalismus.be/" target="_blank" rel="noopener">unabhängige Projekte</a> versuchen in die Bresche zu springen, um das Defizit wettzumachen.</p>
<p>Bild: Keystone</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/">Berner Modell 2.0 oder eine Kompromisslinie über den «Gölä-Graben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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