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AfD

Sollen Journalisten gegen die AfD demonstrieren?

Wie vertragen sich politisches Engagement und Journalismus? Können zum Beispiel Medienschaffende gegen die AfD protestieren und danach noch glaubwürdig über die Rechtspartei berichten? Martin Machowecz, Leiter des «Zeit»-Büros in Leipzig, bezweifelt dies, wie er in einem Tweet anlässlich der Anti-AfD-Demonstration vom letzten Sonntag in Berlin schrieb. In einem Interview mit der taz führt Machowecz seine Skepsis aus. Wenn Journalisten öffentlich ihre Abneigung gegen die AfD kundtun, entstehe «der problematische Eindruck, wir Journalisten seien alle einhellig gegen die Partei. Und wir wüssten genau, was gut und böse ist. Das erschwert es, mit deren Wählern in Kontakt zu bleiben.»

AfD läuft mit Pressedebatte im Bundestag auf

Die Alternative für Deutschland AfD forderte mit einem Antrag im Bundestag die Regierung dazu auf, Zeitungsartikel des eben erst aus türkischer Haft freigelassenen Denzi Yücel zu missbilligen. Eigentlich ein unmögliches Unterfangen. Steht es doch der Exekutive nicht zu, über den Inhalt von Medien zu urteilen. «Etwas Rechtswidriges, etwas Verfassungswidriges», verlange die AfD von der Bundesregierung, sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki. In Rage redete sich dann der Grüne Cem Özdemir. In einer Brandrede geisselte er die AfD als «Rassisten». Wie zu erwarten war, bliebt der Antrag der AfD chancenlos, die Debatte ein einziges Theater, in dem, so «Welt»-Autor Matthias Kamann, die anderen Parteien die AfD haben «blass aussehen» lassen.

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Was junge Rechte lesen

«Arcadi» heisst ein Magazin, das sich an ein junges, politisch rechts orientiertes Publikum in Deutschland wendet, etwa den Nachwuchs der AfD. Was von einem solchen Blatt politisch zu erwarten ist, liegt auf der Hand: Es geht um Flüchtlinge und national(istisch)e Politik. Spannender wird es dagegen im Lifestyle-Bereich, den «Arcadi» auch abdeckt. Hier wird etwa vor der Schädlichkeit der Onanie gewarnt: «Wer jeden oder jeden zweiten Tag masturbiert, wird nie besonders männlich sein.» Den in linken und Hipster-Kreisen beliebte Mate-Tee wird versucht einzudeutschen mit dem Hinweis auf Mate-Konsum in der Weimarer Republik. Mate könne deshalb «sehr gut als Getränk einer modernen deutschen Jugend dienen».

Deutsche Medien im AfD-Dilemma

Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag tobt unter deutschen Journalisten eine Kontroverse: Haben die Medien mitgeholfen, die Partei groß zu machen? Wurden Gauland und Weidel zu häufig in Talkshows eingeladen? Anstelle von Schuldzuweisungen sollten Journalisten deutlicher aufzeigen, wer die AfD ist, was sie will und welche Folgen das hat. Dazu müssen sie genauer Weiterlesen …