Thema mit 7 Beiträgen

Anonymität

Informantenschutz: Wie anonym ist anonym?

Vor einer Woche haben mehrere deutschsprachige Medien über den massiven Steuerbetrug mittels sogenannter Cum-Ex-Geschäfte berichtet. Darunter auch das ARD-Magazin «Panorama». Das Magazin zeigte in seinem Beitrag auch einen Insider, den sie anonymisiert vor die Kamera brachten. «Mit Schminke, Silikonmaske und Brille soll ihn niemand wiedererkennen. Seine Stimme wird verzerrt», schreibt Peter Welchering, langjähriger Journalist und Spezialist für Informantenschutz, in einem Gastbeitrag für das Medienblog Übermedien. Nur: Solche Verfremdung bietet keinen vollständigen Schutz, weiss Welchering. «Journalisten, die ihre Informanten umfassend schützen wollen, dürfen ihre Aussagen vor der Kamera nur noch von Schauspielern nachstellen lassen.» Denn jede Tonaufnahme, und sei sie verzerrt, enthält einen «Fingerabdruck», der sich mittels Netzfrequenzanalyse identifizieren lasse. So nutzen etwa Geheimdienste diese Methode. Die «Panorama»-Macher rechtfertigen ihr als fahrlässig kritisiertes Vorgehen damit, dass es sich beim gezeigten Insider nicht um einen Informanten handele und es daher keine vollständige Anonymisierung brauche, weil er auch als Kronzeuge namentlich auftreten werde.

Transparenz ohne Wert

Und wieder ist ein Meisterstück des investigativen Journalismus gelungen. Das Geheimnis, wer sich hinter dem Pseudonym der italienischen Bestsellerautorin Elena Ferrante verbirgt, ist gelüftet. Über eine Recherche als Selbstzweck und ohne Erkenntnisgewinn.

Ad Content

Hunde, wollt ihr ewig chatten

Im World Wide Web herrscht Zwiespältigkeit: Während sich die einen hinter kreierten Identitäten verstecken, fordern andere die Klarnamenpflicht. «Zwei Identitäten zu besitzen, ist ein Beispiel von mangelnder Integrität,» liess Mark Zuckerberg einst verlauten. Eine kritische Auseinandersetzung mit Multiple User Domains, geforderter Authentizität und der Gefahr der Anonymität.

Warum haten wir so viel im Netz? [Video]

Boah, bist du hässlich! Geh sterben, du Schlampe! Das Internet ist voller Beschimpfungen, Beleidigungen – und sogar Drohungen. Reporter Michael Bartlewski geht dem Phänomen auf die Spur und fragt nach: «Warum haten wir so viel im Netz?».

Ad Content

«Ich war Bobby California»

Fünf Jahre lang sorgte er mit seinen scharfen Kommentaren in Online-Diskussionen zur Medienzukunft für rote Köpfe. Mit Zähnen und Klauen verteidigte ein unbekannter Journalist die Ehre seines Berufsstandes – und nervte damit einen Teil der Mitdiskutanten gehörig. Jetzt zeigt Bobby California sein Gesicht. Es gehört Andreas Gossweiler. Die MEDIENWOCHE hat ihn getroffen. Weshalb diese Aufregung? Weiterlesen …

Wenn der Leser ausrastet

Es ist ein Teufelskreis: Redaktionen provozieren mit Zuspitzung und Reizthemen das Publikum zu pointierten Kommentaren und wundern sich dann, wenn die Diskussion ins Unterirdische abgleitet. Unter den Kommentatoren wiederum sind es die Provokateure und Brüllaffen, die den Ton angeben und die Debatte reglmässig auf Stammtischniveau absenken. Was tun? Den Medien bieten sich zwei Wege an: Weiterlesen …