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	<title>Berner Modell | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 08 Nov 2022 11:03:26 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Isabelle Jacobi: «Niemand weiss, wie es den Bezahlmedien in zehn Jahren geht»</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2022 11:03:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Isabelle Jacobi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Isabelle Jacobi hat die Tageszeitung Der Bund erstmals eine Chefredaktorin. Wie viel Bund will und kann sie ein Jahr nach der Fusion mit der Berner Zeitung erhalten?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/08/isabelle-jacobi-niemand-weiss-wie-es-den-bezahlmedien-in-zehn-jahren-geht/">Isabelle Jacobi: «Niemand weiss, wie es den Bezahlmedien in zehn Jahren geht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Isabelle Jacobi hat die Tageszeitung Der Bund erstmals eine Chefredaktorin. Wie viel Bund will und kann sie ein Jahr nach der Fusion mit der Berner Zeitung erhalten?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/08/isabelle-jacobi-niemand-weiss-wie-es-den-bezahlmedien-in-zehn-jahren-geht/">Isabelle Jacobi: «Niemand weiss, wie es den Bezahlmedien in zehn Jahren geht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 20:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut. Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-95858 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte Tamedia die Lokalredaktionen seiner Berner Tageszeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">zusammengelegt</a>. Die übrigen Inhalte stammten bereits davor aus der gleichen Küche. Kritische Stimmen sprachen von «Einheitsbrei», der nun serviert würde.</p>
<blockquote><p>Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert.</p></blockquote>
<p>Seit bald einem halben Jahr lässt sich tagtäglich auf Papier und Minute für Minute online beurteilen, wie das neue lokale Medienangebot aus dem Hause Tamedia schmeckt. Um es vorweg zu nehmen: Einheitsbrei ist es nicht. Man könnte von einer grossen Produktionsküche sprechen, die zwei unterschiedlich positionierte, aber beides gutbürgerliche Restaurants im gleichen Preissegment beliefert. Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert. Um den Schein der Unabhängigkeit zu wahren, steht den beiden Etablissements je ein Wirt, respektive eine Wirtin vor.</p>
<p>Genauso läuft es bei «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Wer die gedruckten Ausgaben der beiden Zeitungen nebeneinander legt, sieht in der Regel zwei grundverschiedene Titelseiten, die sich an der DNA der beiden Blätter orientieren. «Das Lokale zuerst» gilt bei der BZ, internationales und nationales Geschehen dominiert die Front beim «Bund». Auch das Blattinnere unterscheidet sich entlang dieser Maximen – zumindest auf den ersten Blick. Der zweite Blick zeigt dann aber die grosse Anzahl identischer Artikel, der Unterschied liegt vor allem in der Anordnung.</p>
<p>Als Abonnent von einem der beiden Titel kriegt man davon nichts mit. Das Leibblatt kommt weitgehend unverändert daher, seit Tamedia am 20. Oktober 2021 die Redaktionen zusammengelegt hat. Das war auch das Ziel der Sparmassnahme: Der Abbau sollte möglichst unsichtbar erfolgen. Entsprechend zurückhaltend informierte der Verlag. Nur keine unnötige Aufregung. Natürlich gibt es keinen Abbau ohne Verlust. Den bemerken aber nur die Doppelleser:innen, von denen es sowieso fast keine mehr gibt, weil «Bund» und BZ schon bisher über weite Strecken das Gleiche angeboten und sich nur noch in der Lokalberichterstattung unterschieden hatten.</p>
<blockquote><p>«Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen.»<br />
<small>Simon Bärtschi, Chefredaktor BZ/«Bund»</small></p></blockquote>
<p>Damit die bisherigen Leserschaften der beiden Zeitungen bei der Stange gehalten und neue Abonnent:innen gewonnen werden können, investiert die neue Einheitsredaktion viel in die Pflege der beiden Medienmarken. «Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen», sagt Chefredaktor Simon Bärtschi im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.<br />
</p>
<p>Neben der unterschiedlichen Priorisierung und Positionierung identischer Artikel platziert die Redaktion weiterhin exklusive Inhalte in den beiden Titeln. So führt die BZ ein Ressort für den Regionalsport, das nur bei ihr erscheint. Der «Bund» seinerseits greift in der Auslandberichterstattung regelmässig auf Artikel aus der «Süddeutschen Zeitung» zurück, die nicht in der BZ zu lesen sind. Auch ihre Kolumnen führen die Zeitungen weiterhin je separat. Ausserdem schreibt Chefredaktor Simon Bärtschi, der vor der Fusion bereits die BZ geleitet hatte, weiterhin exklusiv für die BZ. Und wenn im Sommer Isabelle Jacobi, die jetzt noch für Radio SRF aus den USA berichtet, die Stelle als <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/isabelle-jacobi-wird-chefredaktorin-von-der-bund" target="_blank" rel="noopener">«Bund»-Chefredaktorin</a> antritt, wird auch sie ausschliesslich für ihr Blatt schreiben.</p>
<blockquote><p>Auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p></blockquote>
<p>Das Bemühen, trotz Einheitsredaktion die Identität der beiden Titel zu erhalten, zahlt sich aus. Die Qualität der Berichterstattung hat nicht gelitten. Im Gegenteil. BZ-Abonnent:innen können nun auch ehemalige «Bund»-Autor:innen lesen – und umgekehrt. «Bund»-Abonnent:innen profitieren zudem von der regional breiteren Berichterstattung der früheren BZ-Ressorts, die nun auch für das ehemalige Konkurrenzblatt berichten. Selbst kritischen Beobachter:innen fällt auf Anhieb nichts Negatives ein zur neuen Tamedia-Formel auf dem Platz Bern. Und auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p>
<p>Defizite sieht Bärtschi bei der Abdeckung gewisser Gemeinden in der weiteren Agglomeration Bern. «Da müssen wir noch stärker werden, weil das auch von uns erwartet wird», sagt der Chefredaktor von «Bund» und BZ. Die Herausforderung für die Redaktion besteht darin, weiterhin möglichst viele Gemeinden in der Berichterstattung zu berücksichtigen, auch wenn Gemeindeversammlungen und Ladeneröffnungen allein keinen unmittelbaren Anlass für einen Artikel geben. «Unser Ansatz ist es, beispielhaft über Vorgänge zu berichten, die nicht nur eine einzelne Gemeinde betreffen», erklärt Bärtschi.</p>
<p>Dieses Prinzip gilt generell für die lokale und regionale Berichterstattung von «Bund» und BZ. Für manche Redaktor:innen bedeutet das eine Umstellung. Sie müssen sich zuerst an das langsamere Tempo gewöhnen. Sie können nicht mehr jede News «raushauen», die sie gerade aufgeschnappt haben.</p>
<p>Diese Annäherung an den Magazinjournalismus bietet auch den Vorteil, dass die Redaktion vermehrt eigene Schwerpunkte setzen kann, weil sie nicht mehr Termine aus der Agenda abarbeiten muss. «Wir schaffen es, auch kurzfristig Ressourcen freizuspielen für etwas aufwändigere Recherchen», weiss Chefredaktor Bärtschi. So wie kürzlich, als bekannt wurde, dass die bernischen Behörden die Wohnung eines in der EU sanktionieren russischen Oligarchen blockierten. Da schickte die Redaktion einen Reporter ins Berner Oberland, der dann vor Ort einen Tag lang dem Thema nachgehen konnte.</p>
<blockquote><p>Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p></blockquote>
<p>In der Zürcher Tamedia-Zentrale zeigt man sich angetan vom neuen Berner Modell. Co-Chef Marco Boselli sagte dazu anlässlich der <a href="https://youtu.be/pDjSDSIPaoE" target="_blank" rel="noopener">Bilanzmedienkonferenz</a> vom 10. März 2022: «Gerade in Bern zeigen wir, dass wir eben auch mit einer einheitlichen Redaktion die journalistische Schlagkraft erhöhen konnten.» Der Preis, den die Öffentlichkeit dafür zahlt, erwähnte Boselli natürlich nicht. Die neue «Schlagkraft» gibt es nur auf Kosten der Meinungsvielfalt, mit der die vormals getrennten Lokalredaktionen von «Bund» und BZ (<a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">«Berner Modell»</a>) die politische Diskussion in der Bundesstadt bereichert hatten. Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p>

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            [rml_read_more]
<p>Geschäftlich scheint die Rechnung aufzugehen. «Wir wachsen digital und ich gehe davon aus, dass die Abos aus allen Ecken des Kantons stammen», sagt Simon Bärtschi. «Beim Print können wir auf eine treue Leserschaft zählen, die wir möglichst zu halten versuchen.» Für das vergangene Jahr vermeldet Tamedia einen deutlichen Anstieg auf inzwischen 147&#8217;000 Digitalabos. Das seien alles «neue Kunden, nicht irgendwelche Print-Abonnenten», betonte Tamedia-Co-Chef Marco Boselli an der Bilanzmedienkonferenz. Die Zahlen von «Bund» und BZ veröffentlicht Tamedia nicht.</p>
<p>Wie lange sich die neue Einheitsredaktion in ihrer gegenwärtigen Struktur halten kann, weiss niemand. Mit 50 Vollzeitstellen, verteilt auf 70 Personen, besteht auch für die Zukunft Abbaupotenzial. Zum aktuellen Tamedia-Sparprogramm habe Bern mit der Redaktionsfusion seinen Teil beigetragen. Obwohl erst 40 Prozent der angestrebten 70 Millionen Franken eingespart wurden, blieben «Bund» und BZ von weiteren Eingriffen verschont, versicherten die Verantwortlichen kürzlich dem Personal.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 22:57:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptstadt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=93037</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn die grossen Verlage beim Lokaljournalismus sparen, öffnen sie Raum für neue Projekte. Doch gross und klein bleiben sich verbunden und sehen sich oft ähnlicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Beobachtungen aus Bern. «Bald nur noch eine grosse Zeitung in Bern?», lautete der Veranstaltungstitel des 1. Berner Medientags vom November 1991. Was <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn die grossen Verlage beim Lokaljournalismus sparen, öffnen sie Raum für neue Projekte. Doch gross und klein bleiben sich verbunden und sehen sich oft ähnlicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Beobachtungen aus Bern.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-93038" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Bald nur noch eine grosse Zeitung in Bern?», lautete der Veranstaltungstitel des 1. Berner Medientags vom November 1991. Was das Organisationskomitee damals als Frage formuliert hatte, ist 30 Jahre später eine Tatsache. Seit dem 20. Oktober 2021 arbeitet nur noch eine einzige Lokalredaktion für «Bund» und «Berner Zeitung», der Rest kommt eh schon längst aus Zürich.<br />
</p>
<p>Der Medientag, obwohl auch schon mal totgesagt, findet statt wie eh und je, Jahr für Jahr, <a href="https://bernermedientag.ch/2021/30-berner-medientag-abbruch-oder-aufbruch/" rel="noopener" target="_blank">kürzlich zum 30. Mal</a> – allerdings weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Branche bleibt unter sich. Was es mit dem Abbruch oder Aufbruch und dem Umbruch auf dem Berner Medienplatz auf sich hat, erfahren jene nicht, die als zahlendes und lesendes Publikum massgeblich mitentscheiden, wer die grösseren Überlebenschancen hat.</p>
<blockquote><p>Tamedia will kein grosses Aufheben machen um den Abbau, der ihre Berner Zeitungen zur Redaktionsfusion gezwungen hatte.</p></blockquote>
<p>Die Tamedia-Zeitungen berichten schon länger nicht mehr über den Anlass, obwohl (oder weil?) es immer wieder um sie selbst geht. Das war auch in diesem Jahr nicht anders. Keine Zeile, wo es früher schon mal das ganze Paket gab mit Vorschau und Veranstaltungsbericht. Man will kein grosses Aufheben machen um den Abbau, der die Berner Tamedia-Zeitungen zur Redaktionsfusion gezwungen hatte. Gegen aussen wollen Redaktion und Verlag den Schein der Vielfalt wahren.</p>
<p>Dazu passt auch die Mitteilung von letzter Woche, wonach «Der Bund» mit Isabelle Jacobi eine <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/isabelle-jacobi-wird-chefredaktorin-von-der-bund" rel="noopener" target="_blank">neue Chefredaktorin</a> gefunden habe. Courant normal. Dass die Chefredaktorin keine eigene Redaktion führen wird, stand nirgends im Klartext.</p>

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<p>Bisher geht die Strategie auf. Das Publikum, die Abonnentinnen und Leser der beiden vormals unabhängigen Titel, scheint den Abbau nicht zu bemerken. «Wir haben es auch so gemacht, dass es möglichst keine Reaktionen gibt», gesteht Simon Bärtschi ohne Umschweife am Berner Medientag. Nun kann man das so sehen, dass Tamedia die Quadratur des Zirkels gelingt: Aus weniger mach mehr (oder zumindest gleich viel). Oder aber dem Publikum fehlen schlicht die Instrumente, um überhaupt beurteilen zu können, was es vielleicht auch noch interessieren könnte. Um beim aktuellen Beispiel zu bleiben: Woher soll jemand wissen, der sich nicht sonst schon mit dem Thema beschäftigt, dass eine hochkarätige Runde über den Zustand der lokalen Medien diskutiert? </p>
<p>Wenn die Grossen nicht berichten, dann vielleicht die Kleinen. Tatsächlich blieb der Berner Branchenanlass nicht komplett ohne Berichterstattung. Die Ausnahme von der Regel findet sich im Online-Magazin «Journal B». Dort kann man <a href="https://journal-b.ch/artikel/abbruch-oder-aufbruch-auf-dem-medienplatz-bern/" rel="noopener" target="_blank">nachlesen</a>, dass sich BZ/Bund-Gesamtleiter Simon Bärtschi «über den weitgehend störungsfreien Vollzug der Redaktionszusammenlegung» freut.</p>
<blockquote><p>Der Monopolist freut sich, wenn es rundherum ein bisschen spriesst. </p></blockquote>
<p>Was da nicht steht, was er aber auch sagte: Er freue sich über neue Medien auf dem Platz Bern. Eine nicht ganz uneigennützige Freude, wie Bärtschi freimütig zugibt. Erscheint doch seine fusionierte Tamedia-Redaktion etwas weniger als der böse Monopolist, wenn es rundherum ein bisschen spriesst. Das sagte er nicht zuletzt mit Blick auf das <a href="https://crowdfunding.hauptstadt.be/">Projekt «Hauptstadt»</a>, das nach erfolgreicher Geldsammelaktion im kommenden März mit einem neuen Berner Journalismus loslegen will.</p>
<p>Mehr als 3000 Leute haben mindestens 120 Franken gezahlt. Was sie dafür kriegen, erfahren sie in ein paar Monaten. Als Inspiration dienen der «Hauptstadt» vergleichbare Medien in anderen Schweizer Städten, beispielsweise <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Bajour»</a> aus Basel oder die <a href="https://www.republik.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Republik»</a> aus Zürich. So könnte ein Newsletter mit kuratierten Inhalten aus unterschiedlichen Quellen als «eine Art journalistisches Rückgrat» dienen, erklärte die ehemalige BZ-Redaktorin und «Hauptstadt»-Mitgründerin Marina Bolzli am Berner Medientag. Generell gelte es die beschränkten Ressourcen optimal einzusetzen. Darin gleichen sich das kleine Start-Up und die grosse Tamedia-Redaktion. Beide wollen (und können) nicht mehr den kleinteiligen, agendagetriebenen Journalismus liefern, sondern setzen auf eine exemplarische Darstellung mit einem breiteren Blick auf das lokale Geschehen. Eine einzelne Veranstaltung kann da schon mal durch die gröber gewordenen Maschen fallen. Im Idealfall folgt nun irgendwann eine exemplarische Darstellung von Ab- und Aufbruch auf dem Medienplatz Bern. Klar ist aber auch: Das Defizit, das entsteht, wenn die grossen Redaktionen nicht mehr überall hinschauen, können auch die neuen Mitbewerber nicht wettmachen. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abbruch oder Aufbruch auf dem Medienplatz Bern?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/23/abbruch-oder-aufbruch-auf-dem-medienplatz-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Nov 2021 23:43:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=92934</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit genau 30 Jahren, immer kurz vor dem Zibelemärit, treffen sich Journalistinnen und Journalisten aus Bern zu einem Berner Medientag. Angesichts der schwierigen Situation auf dem Medienplatz Bern gab es dort in den letzten Jahren wenig Erfreuliches zu hören. Diesmal sprach man im Titel immerhin wieder von «Aufbruch».</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/23/abbruch-oder-aufbruch-auf-dem-medienplatz-bern/">Abbruch oder Aufbruch auf dem Medienplatz Bern?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit genau 30 Jahren, immer kurz vor dem Zibelemärit, treffen sich Journalistinnen und Journalisten aus Bern zu einem Berner Medientag. Angesichts der schwierigen Situation auf dem Medienplatz Bern gab es dort in den letzten Jahren wenig Erfreuliches zu hören. Diesmal sprach man im Titel immerhin wieder von «Aufbruch».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/23/abbruch-oder-aufbruch-auf-dem-medienplatz-bern/">Abbruch oder Aufbruch auf dem Medienplatz Bern?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BZ und Bund arbeiten zusammen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/21/bz-und-bund-arbeiten-zusammen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:15:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die beiden Berner Titel bündeln ihre Kräfte. Die Zusammenarbeit startet ab dieser Woche schrittweise.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die beiden Berner Titel bündeln ihre Kräfte. Die Zusammenarbeit startet ab dieser Woche schrittweise.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/21/bz-und-bund-arbeiten-zusammen/">BZ und Bund arbeiten zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Bund»- und BZ-Personal legt Tamedia eigene Sparvorschläge vor</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/17/bund-und-bz-personal-legt-tamedia-eigene-sparvorschlaege-vor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2021 08:12:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schlankere Führungsstrukturen einführen und die Löhne deckeln: Die Belegschaft von «Bund» und «Berner Zeitung» findet, es gäbe Alternativen zu den geplanten Entlassungen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schlankere Führungsstrukturen einführen und die Löhne deckeln: Die Belegschaft von «Bund» und «Berner Zeitung» findet, es gäbe Alternativen zu den geplanten Entlassungen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/17/bund-und-bz-personal-legt-tamedia-eigene-sparvorschlaege-vor/">«Bund»- und BZ-Personal legt Tamedia eigene Sparvorschläge vor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Man unterschätzt völlig, was passiert, wenn die Konkurrenz von ‹Bund› und ‹Berner Zeitung› wegfällt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/04/man-unterschaetzt-voellig-was-passiert-wenn-die-konkurrenz-von-bund-und-berner-zeitung-wegfaellt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2021 18:13:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg Steiner]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=89109</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nur wenige blicken auf eine vergleichbar lange Zeit bei der «Berner Zeitung» zurück. 38 Jahre lang schrieb Jürg Steiner für die Tamedia-Tageszeitung. Doch der permanente Spardruck in den letzten 20 Jahren setzte ihm zu. Jetzt verlässt Steiner die BZ, aber nicht den Lokaljournalismus. Ein Gespräch über Abbau und Aufbau. Als Jürg Steiner seinen ersten Artikel <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/04/man-unterschaetzt-voellig-was-passiert-wenn-die-konkurrenz-von-bund-und-berner-zeitung-wegfaellt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nur wenige blicken auf eine vergleichbar lange Zeit bei der «Berner Zeitung» zurück. 38 Jahre lang schrieb Jürg Steiner für die Tamedia-Tageszeitung. Doch der permanente Spardruck in den letzten 20 Jahren setzte ihm zu. Jetzt verlässt Steiner die BZ, aber nicht den Lokaljournalismus. Ein Gespräch über Abbau und Aufbau.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-89111" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Interview-Juerg-Steiner-20210601b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Interview-Juerg-Steiner-20210601b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Interview-Juerg-Steiner-20210601b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Interview-Juerg-Steiner-20210601b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Interview-Juerg-Steiner-20210601b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Interview-Juerg-Steiner-20210601b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<em>Als Jürg Steiner seinen ersten Artikel in der «Berner Zeitung» veröffentlichte, war die BZ gerade mal vier Jahre alt. Das war 1983 und der 19-jährige Gymnasiast verdiente sich als freier Mitarbeiter im Sportressort mit Zeilenhonorar ein Taschengeld. Auch während des Geografie-Studiums und den sieben Jahren als Journalist und Redaktor im Tessin schrieb Steiner immer wieder für die BZ, bis ihn die Zeitung 2001 als Redaktor für das Hintergrund-Ressort «Zeitpunkt» zurück nach Bern holte.<br />
</em></p>
<p><em>Seit 2017 arbeitet Steiner im Stadt-Ressort, nachdem der «Zeitpunkt» abgeschafft wurde. Doch jetzt ist Schluss. Sein letzter Artikel ist am 17. Mai erschienen. Die anstehende <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Fusion</a> der Redaktionen der bisherigen lokalen Konkurrenzblätter «Berner Zeitung» und «Bund» mag der 57-jährige Journalist nicht mehr mitmachen und kündigte. Quasi als letzter Akt half er noch als Präsident der Personalkommission einen Sozialplan auszuhandeln.</em></p>
<p><em>Zusammen mit anderen ehemaligen BZ-Redaktorinnen und -Redaktoren wirkt Jürg Steiner nun in führender Rolle beim Projekt <a href="https://neuerjournalismus.be/" target="_blank" rel="noopener">«Neuer Berner Journalismus»</a>, das zumindest in Teilen die Lücken zu schliessen helfen soll, welche die Tamedia-Monopol-Redaktion öffnen wird.</em></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie ist dir zumute zwei Wochen nach deinem Austritt aus der BZ-Redaktion?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jürg Steiner:</h4> <p>
Schwierig zu sagen … Die Wehmut ist noch recht stark. Ich bin schon ein bisschen traurig, dass eine Zeit zu Ende gegangen ist, in der ich eigentlich immer sehr glücklich war, weil ich gerne als BZ-Redaktor gearbeitet habe.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du warst bis zuletzt auch Präsident der Personalkommission der «Berner Zeitung». Warum bist du nicht bis zum Ende des Fusionsprozesses geblieben, um deine Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Ich wollte meine Situation unabhängig vom ganzen Sparprozess klären, und der Frage, ob ein Sozialplan steht oder nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Bis zu deinem Austritt warst du Teil der Verhandlungsdelegation und hast versucht, möglichst gute Konditionen auszuhandeln mit Tamedia. Mit welchem Ergebnis?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Der Sozialplan steht noch nicht, obwohl das nach dem normalen Zeitplan eigentlich der Fall sein müsste. Die Personalkommission aller Tamedia-Redaktionen und die Geschäftsleitung sind sich nicht einig geworden, weshalb wir ein Gesuch um Einsetzung der eidgenössischen Einigungsstelle gestellt haben.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wo bestehen Differenzen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Diese Verhandlungen sind vertraulich. Aber ich kann so viel sagen, dass wir uns recht nah gekommen sind, aber eben zu wenig nah. Es ist nicht mehr ein riesiger Unterschied, aber beide Seiten sahen keinen Spielraum mehr, an ihren Positionen zu schrauben.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du kennst solche Verhandlungen von früheren Sparübungen. Was ist heute anders?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Mit Tamedia waren es die ersten Verhandlungen, bei denen ich dabei war. Früher bei Verhandlungen mit Espace Media war das Klima familiärer. Man ging zwar direkter und härter miteinander um. Aber dafür kam man recht schnell zu einem Resultat. Heute ist alles grösser, schwerfälliger und formaler. Es geht auch um grössere Summen. Ich habe die aktuellen Verhandlungen als sehr zäh wahrgenommen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ist es strukturell zäher geworden oder auch zwischenmenschlich?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Früher sah man die Leute, mit denen man verhandelte, jeden Tag im Büro, es war eine andere Beziehung als heute. Klar kenne ich Marco Boselli, aber der ist in Zürich. Ich habe ihn noch nie physisch getroffen, jetzt mit Corona sowieso nicht. Die laufenden Verhandlungen finden nur per Videokonferenz statt. Das macht auch etwas aus. Wie kommen Voten rüber, die man in die Kamera sagt? Die tönen manchmal salopper als es gemeint ist. Das hat es nicht einfacher gemacht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Es ist keine allzu gewagte Behauptung, dass du mit deinem Profil diesen Sparschnitt wohl überlebt hättest. Warum wolltest du nicht bleiben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Das wäre schon eine Möglichkeit gewesen. Ich habe mit mir gerungen, was ich machen soll. Dass ich gehe, war nicht ein Entscheid 100 zu 0, sondern eher 52 zu 48. Mein Alter und die Situation auf dem Arbeitsmarkt machten den Entscheid auch nicht einfacher. Was aber letztlich den Ausschlag gab, war die Tatsache, dass ich zwanzig Jahre lang eigentlich nur Abbau erlebt habe. Es waren zwar gute Zeiten, aber Sparen war als Thema immer präsent. Und es wird so weitergehen. Ich habe gemerkt, dass mir das je länger je weniger guttut. Wäre ich geblieben, hätte ich wahrscheinlich diesen Schnitt überlebt, aber dann kommt in zwei Jahren der nächste und dann bin ich 59.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was weiss man jetzt schon, wie die neue Berner Tamedia-Redaktion aussehen wird?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Ich weiss sehr wenig dazu, weil ich mich auch nicht mehr darum gekümmert habe, als klar war, dass ich gehen würde. Die Personalkommission kritisiert zu Recht, dass Mitarbeitende zu wenig wissen und immer nur tröpfchenweise und im Manager-Sprech informiert werden. Es müssen zwei Kulturen von zwei Redaktionen zusammengeführt werden, die bisher in einem Konkurrenzverhältnis zueinander gestanden haben. Das ist nicht so einfach.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>«Bund» und BZ sprechen unterschiedliche Publika an. Wie bringt man diese Profile unter einen Hut?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Ob der Unterschied wirklich so gross ist, wie immer erzählt wird mit zwei komplett verschiedenen Publika, weiss ich nicht. Die extremen Differenzen der beiden Zeitungen zu betonen, war in den letzten zehn Jahren auch immer eine taktische Botschaft an Tamedia in Zürich, um gegen Sparschnitte und die Fusion zu kämpfen, mit der schon lange gerechnet wurde.</p>
</div></p>

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<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>«Bund» und BZ sind sich also ähnlicher als sie selbst sagen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Die BZ hat in der Stadt Bern mehr Leser als der «Bund», der immer als die «urbane Zeitung» beschrieben wird. Die BZ ist also nicht einfach die «konservative Landzeitung». Das stimmt auch im Selbstverständnis der BZ-Redaktion nicht. Aber als Narrativ, um zwei Titel zu positionieren, ist es natürlich super.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was geht verloren mit der Fusion der Redaktionen von «Bund» und BZ?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Vor allem ein journalistisches Selbstverständnis. Von all den Leuten, die jetzt für die beiden Zeitungen arbeiten, hat noch niemand erlebt, wie es ist, wenn man am Morgen aufsteht und nicht mehr schauen kann, was die Konkurrenz gemacht hat. Das muss man sich zuerst mal vorstellen. Wir haben uns bei der BZ fast immer überlegt, was wohl der «Bund» macht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die Konkurrenz als zentraler Antrieb?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Natürlich! Ich kenne nichts anderes. Man unterschätzt völlig, was passiert, wenn das wegfällt. Natürlich geht es irgendwie weiter. Aber eine wichtige Orientierungshilfe und Motivationshilfe fällt weg.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Im schlechteren Fall läuft das auf eine ambitionslose Monopolzeitung hinaus.</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Am Anfang wird man sehr viel unternehmen, dass dieser Eindruck nicht entsteht. Die Motivation wird auch noch da sein. Es werden weiterhin viele sehr gute Journalistinnen und Journalisten in der gemeinsamen Redaktion von «Bund» und BZ arbeiten. Ich sehe mehr die Gefahr, dass es sich in drei oder in fünf Jahren ausschleift und sich dann das Publikum auch nicht beklagt, wenn die Berichterstattung Lücken aufweist. Es wird ein schleichender Prozess sein, sowohl beim Publikum als auch bei den Leuten, die dort arbeiten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Öffentlich wird nun vor allem das Ende des «Bund» beklagt, aber auch die BZ wird es nicht mehr als eigenständige Zeitung geben. Was geht verloren?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Die kulturelle Leistung der BZ seit der Gründung 1979 war es, dass sie kapillare Lokalberichterstattung mit hohen journalistischen Ansprüchen verband. Es reichte nicht mehr, dass pensionierte Lehrer als Hobby noch Lokalmeldungen einsandten. In der Stadt Bern und in Arnisäge kamen dieselben journalistischen Kriterien zur Anwendung. Das ist ein hohes Gut für den Kanton Bern, in dem der Stadt-Land-Graben politisch eifrig bewirtschaftet wird. Mit ihren Lokalausgaben hat es die BZ geschafft, lokale Identitäten zu erhalten. Diese Verankerung wird nun preisgegeben. Die neue Redaktion soll einen Lokaljournalismus machen, der auch national funktioniert.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was geschieht mit den BZ-Redaktionen in Langenthal und Burgdorf?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Im Detail weiss ich nicht, was da genau geschieht. Oberaargau und Emmental sollen in ein grosses regionales Ressort integriert werden. Der Chefredaktor würde mir nun wohl widersprechen – aber die Aussenstellen verlieren ihre bisherige Eigenständigkeit. Die Büros bleiben zwar erhalten, aber ist noch eine Chefin dort? Nein, wahrscheinlich nicht. Die BZ wird nicht mit einem Knall aus Langenthal verschwinden. Es wird ein schleichender Rückzug aus den Regionen stattfinden. Wer dort arbeitet, wird dafür kämpfen müssen, dass der Lokaljournalismus mit seiner Nähe zu den Akteuren erhalten bleibt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du engagierst dich im Projekt «Neuer Berner Journalismus», das die Lücke füllen soll, welche die Fusion der beiden Berner Zeitungsredaktionen hinterlassen wird. Wo steht das Projekt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Wir stehen an einem schwierigen, aber hochspannenden Punkt. Unsere Gruppe aus rund 15 Leuten kennt eigentlich nur einen Journalismus, der möglichst alle bedienen soll. Ein Start-up im Medienbereich muss genau umgekehrt denken: Sich klar auf eine bestimmte Zielgruppe fokussieren. Wir müssen lernen, Dinge wegzulassen, damit wir nicht einfach eine Zeitung ins Internet kopieren.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Woher soll das Geld kommen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Natürlich ist es die grosse Frage, wie wir zu Geld kommen. Aber ich will jetzt nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Dass wir uns an «Republik» oder «Bajour» mit ihren Member-Modellen orientieren, liegt auf der Hand. Wir rechnen auch staatliche Medienförderung ein. Aus eigener Kraft, nur mit Abos oder Mitgliederbeiträgen, ist es wohl kaum zu schaffen. Wir haben einen ersten kleinen Unterstützungsbetrag von einer Stiftung erhalten. Damit können wir unsere Strukturen etwas professioneller aufstellen. Für die Entwicklung des Geschäftsmodells haben wir externe Experten beigezogen, die uns beraten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie wollt ihr euch zur neuen Tamedia-Redaktion positionieren?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Wir kämpfen nicht gegen Tamedia. Die Fusion wird aber eine Lücke öffnen, die wir mit einem neuen Angebot besetzen wollen, das die Berichterstattung der Tamedia-Redaktion ergänzt. Dabei geht es auch darum, dass sich die Menschen in Bern wohl fühlen mit unserem Medium. Ein Vergleich: Es gibt längstens genug Biermarken, aber lokales Bier findet man cool, obwohl eigentlich nichts dafür spricht, drei Franken mehr dafür zu zahlen. Eine Non-Profit-Plattform, die vor Ort mit Herzblut gemacht wird, von Bern für Bern, kann eine Kraft entwickeln, die die Leute überzeugt, dabei sein zu wollen. Sofern die Qualität stimmt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wo seht ihr euch im Vorteil gegenüber der übermächtigen Konkurrenz?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Ein Schwachpunkt traditioneller Medienmarken sind die starren Strukturen. Es ist schwierig, etwas zu bewegen. Wir hingegen müssen nichts tun, was man schon immer so gemacht hat. Mit diesem Ansatz können wir auch auf vorübergehende Bedürfnisse flexibel und schnell reagieren. Da hat eine Maschine wie Tamedia Schwierigkeiten. Sie ist schwerfällig. Ob dann unser Journalismus komplett anders ist, ist eine andere Frage.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Nun gibt es noch mindestens zwei andere Projekte für neue Lokalmedien in Bern. Was wisst ihr über diese Konkurrenz?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Wir finden es positiv, wenn sich so viele Köpfe für die Berner Medienzukunft engagieren. Wir hatten oder haben mit allen Exponenten Kontakt. Meines Wissens ist noch keines der Projekte ausfinanziert, deshalb ist es legitim, wenn unterschiedliche Ansätze entwickelt werden. Am Anfang dachten wir auch, man müsste doch alles zusammenbringen und gemeinsam vorgehen. Irgendwann wird man das sicher tun müssen. Aber jetzt ist ein gewisser Ideenwettbewerb gar nicht schlecht. Wir glauben an unser Projekt und treiben es mit aller Kraft voran. Sollten wir von einem besseren Projekt überflügelt werden, werden wir gratulieren. Selbst dann könnte unsere jetzige Arbeit von Nutzen sein, auch wenn es sicher weh täte, von einer eigenen Idee Abschied zu nehmen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mit dem Radiosender «Rabe» und dem «Journal B» gibt es bereits zwei alternative Medienplattformen in Bern. Warum etwas Neues erfinden und nicht Bestehendes stärken?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Mit «Rabe» haben wir noch nicht gesprochen, aber mit «Journal B» stehen wir in einem konstruktiven Austausch. Wenn ein neues Medium zu einer gehörten Stimme werden will, muss es deutlich grösser werden als «Journal B» heute ist. Mit etwas Neuem einfach an etwas Bestehendes anzudocken, ist zudem nicht wirklich eine Option.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Irgendwann braucht ihr einen Namen, eine Marke, die alle kennen. «Neuer Berner Journalismus» klingt etwas sperrig. Wie soll euer neues Berner Medium heissen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Wir haben schon an Namen herumgedacht und waren recht stolz auf unsere Shortlist. Kürzlich haben wir mit einem Markenexperten gesprochen und ihm diese vorgelegt. Was wir cool fanden, fand er unbrauchbar. Er brachte uns auf den Gedanken, dass der Arbeitstitel «Neuer Berner Journalismus» ziemlich gut auf den Punkt bringt, was wir machen wollen. Eine Art Labor für Lokaljournalismus, das einzelne Produkte und Projekte lanciert.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was könnte das konkret sein?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Zum Beispiel ein kuratierter Newsletter «Guten Morgen Bern». Wenn der läuft, kann er zur Marke werden. «Neuer Berner Journalismus» soll für hohe journalistische Qualität, aber auch für Beweglichkeit und Multimedia-Experimente stehen. «Bajour» in Basel geht ähnlich vor. Wir könnten noch stärker projektmässig arbeiten. Das wäre auch eine klare Alternative zu Tamedia mit den etablierten Marken «Bund» und BZ.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was würde das für die inhaltliche Ausrichtung bedeuten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Unser Ehrgeiz muss es sein, entweder den ersten oder den letzten Artikel zu einem Thema zu bringen. Wir können natürlich nie die Menge produzieren, wie sie Tamedia auch in Zukunft bieten wird. Dafür können wir schneller und präziser sein oder Themen aufgreifen, die nur in der Region interessieren. Ein Thema wie die Quartiermitsprache in der Stadt Bern werden «Bund» und BZ nicht mehr so stark verfolgen können wie heute noch. Für die Leute ist es aber relevant.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du bist bei der «Berner Zeitung» einen ungewöhnlichen Weg gegangen: vom Magazin-Journalisten im Hintergrund-Ressort zum Lokalredaktor im Stadt-Ressort.</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Freiwillig hätte ich das nie gemacht. Der «Zeitpunkt» wurde eingestellt, und ich stand vor der Wahl ins Inlandressort zu gehen, das kurz darauf das Zeitliche segnete, oder ins Lokale. Ich tat mich sehr schwer damit, noch schwerer als jetzt mit dem Kündigungsentscheid. Aber ich habe mich wirklich versöhnt damit und bin heute dankbar dafür. Es gelang mir, mich darauf einzulassen und Gas zu geben, und das gab mir auch die Energie, ein Buch über die rot-grüne Ära in der Stadt Bern zu schreiben. Und ich finde es eigentlich ganz gut, im persönlichen Reifestadium prestigemässig einen Schritt zurück machen zu können. Im Nachhinein war es eine Fügung, die mich glücklich machte.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In den zwanzig Jahren, die du bei der BZ gearbeitet hast, wandelte sich der Journalismus grundlegend. Alle Prozesse haben sich beschleunigt. Du hast dir aber immer wieder die Zeit genommen für langsamere Formate, hast ein Buch geschrieben. Was war deine Überlebensstrategie?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Ich habe mich immer getragen gefühlt von meinem Umfeld in der BZ. Das war auch sehr familiär. Ich fühlte mich immer sehr wohl und erlebte kaum Konflikte im Team. Das alles spielte eine grosse Rolle, dass ich nach aussen den Eindruck erwecken konnte, dass ich ruhig geblieben bin und auch die Themen ruhig angehen konnte.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was machst du nun beruflich?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Das ist recht offen. Das Herzensprojekt ist der «Neue Berner Journalismus», dafür investiere ich derzeit mindestens zwei Tage pro Woche unentgeltlich, das zeigt, wie fest ich daran glaube. Daneben arbeite ich als freier Journalist, ich habe ein paar Aufträge. Meine Frau arbeitet als selbständige Kommunikationsspezialistin, sie lanciert zudem ein Projekt, um Lebensgeschichten älterer Menschen aufzuschreiben. Daran werde ich mich beteiligen. Aber ich halte mir auch offen, mein Leben richtig umzukrempeln und Geld mit Gelegenheitsarbeiten ausserhalb des Journalismus zu verdienen, zum Beispiel als Velokurier.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie hältst du es mit PR und Kommunikation?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Da hätte ich nicht allzu grosse Berührungsängste. Dass ich – im Journalismus oder im PR-Bereich – eine Stelle finde, ist in meinem Alter jedoch praktisch ausgeschlossen. Dafür bin ich zu teuer. Das ist eine Realität, der man einfach in die Augen schauen muss. Ich finde das bedauerlich, dass die Unternehmungs- und Veränderungslust von älteren Berufsleuten oft schon zum Vornherein an den hohen Altersvorsorgekosten scheitert.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das Kapitel BZ ist für dich endgültig abgeschlossen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Ich gehe mit guten Gefühlen. Wenn mir der Chefredaktor anrufen würde mit einem Angebot, könnte ich schon weich werden. Wie gesagt: Ich bin offen für alles und hätte null Probleme, wieder für die BZ zu schreiben. Aber jetzt gebe ich alles für den «Neuen Berner Journalismus», denn die Gruppe, die sich da gefunden hat, macht mir schon jetzt sehr viel Freude. Ich lerne so viel wie selten zuvor.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was vermisst du schon heute am BZ-Redaktionsalltag?</p>
</div><div class="answer"><h4>Steiner:</h4> <p>Die Sicherheit, eine Idee schnell umsetzen zu können und eine Plattform zu haben mit Kolleginnen und Kollegen, die das unterstützen. Das ist das Tollste. Das war typisch BZ. Dass man eigene Ideen einbringen kann und nicht gebremst wird.</p>
</div></p>
<p>Bild: zVg/Nicole Philipp</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/04/man-unterschaetzt-voellig-was-passiert-wenn-die-konkurrenz-von-bund-und-berner-zeitung-wegfaellt/">«Man unterschätzt völlig, was passiert, wenn die Konkurrenz von ‹Bund› und ‹Berner Zeitung› wegfällt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Mir geht es gegen den Strich, wenn Qualität geopfert wird ohne Not.»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/27/mark-balsiger-mir-geht-es-gegen-den-strich-wenn-qualitaet-geopfert-wird-ohne-not/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Apr 2021 14:49:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Bern tut sich was. Seit der Ankündigung von Tamedia, die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» per 1. Oktober zusammenzulegen, grassiert das Gründungsfieber. Der Politikberater Mark Balsiger will mit der Bewegung Courage Civil ein Online-Magazin gründen und damit die Lücke füllen, welche die Fusion hinterlässt. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt Balsiger seine Motivation <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/27/mark-balsiger-mir-geht-es-gegen-den-strich-wenn-qualitaet-geopfert-wird-ohne-not/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Bern tut sich was. Seit der Ankündigung von Tamedia, die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» per 1. Oktober zusammenzulegen, grassiert das Gründungsfieber. Der Politikberater Mark Balsiger will mit der Bewegung Courage Civil ein Online-Magazin gründen und damit die Lücke füllen, welche die Fusion hinterlässt. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt Balsiger seine Motivation und warum er vorerst nicht mit anderen Projekten zusammenspannen will.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-88061" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Ein zweites Mal konnte der «Bund» nicht mehr gerettet werden. Schon <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">in ein paar Monaten</a> wird die traditionsreiche Tageszeitung nur noch als Hülle, als leere Marke weiterexistieren, abgefüllt von der gleichen Redaktion, die auch die langjährige Konkurrentin «Berner Zeitung» mit Beiträgen bestückt. Dass es irgendeinmal so weit kommen würde, daran zweifelte schon seit zwanzig Jahren niemand mehr. Bereits seit 14 Jahren ist klar, dass der Medienplatz Bern zu klein ist für zwei unabhängige Tageszeitungen. 2007 übernahm der damalige Verlag der «Berner Zeitung» die Geschäfte des Konkurrenzblatts «Der Bund». Die Redaktionen blieben vorerst voneinander unabhängig. Als ein Jahr später Tamedia das Zepter übernahm, plante der Zürcher Verlage den chronisch defizitären «Bund» einzustellen.</p>
<p>Dank dem Protest von 16’500 Personen kam es nicht so weit. Organisiert hatte die Kampagne zur Rettung des «Bund» der Politikberater und Kommunikationsspezialist Mark Balsiger. Er trommelte 2009 alles zusammen, was in Bern Rang und Namen hat, von Kuno Lauener bis Simonetta Sommaruga.</p>
<blockquote><p>Der öffentliche Druck führte schliesslich dazu, dass Tamedia den «Bund» als eigenständigen Titel weiterführte.</p></blockquote>
<p>Das Berner Blatt wurde an den «Tages-Anzeiger» angedockt und übernahm fortan einen Grossteil der Zeitung aus Zürich. Dieses kleine Wunder von Bern bleibt aber einmalig.</p>
<p>Im Vorfeld der nun beschlossenen Fusion der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» gab es ausser vereinzelten kritischen Wortmeldungen keinen breiten Protest. Doch Mark Balsiger ist wieder aktiv. Allerdings nicht mehr als Zeitungsretter, sondern als Mediengründer. Anstelle des Komitees <a href="https://rettet-den-bund.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Rettet den Bund»</a> tritt er diesmal mit der Bewegung <a href="https://www.courage-civil.ch/" rel="noopener" target="_blank">Courage Civil</a> an. Sie wollen die Lücke füllen, die der Zusammenschluss der Berner Lokalzeitungen hinterlässt. Aber sie sind nicht allein. Zwei weitere Projekte haben das Gleiche vor und wollen ebenfalls für Medienvielfalt auf dem Platz Bern sorgen. Mark Balsiger ist überzeugt, dass es am Ende nur Platz für ein neues Medium gibt, wie er im Gespräch mit der MEDIENWOCHE sagt. </p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was Sie vor zwölf Jahren mit Ihrer Kampagne «Rettet den Bund» zu verhindern halfen, wird jetzt umgesetzt: Tamedia legt die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Ist ihr erfolgreiches Engagement von damals im Rückblick ein Pyrrhussieg?</p>
</div><div class="answer"><h4>Mark Balsiger:</h4> <p>Unser Protest war mit ein Grund dafür, dass in den letzten zwölf Jahren ein qualitativ ansprechender «Bund» und eine «Berner Zeitung», die sich gemausert hat, herauskommen konnte. Allein deswegen hat sich unser Engagement gelohnt. Ausserdem konnten wir mit dem breit verankerten Protest, und das war «Rettet den Bund», einem machtbewussten Medienkonzern zeigen, dass er nicht einfach jede Stellschraube drehen kann, wie ihm beliebt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Nun treten Sie wieder auf den Plan. Diesmal mit der von Ihnen initiierten Bewegung Courage Civil. Warum haben Sie nicht das Komitee «Rettet den Bund» reaktiviert?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Vom harten Kern des damaligen OK bin nur noch ich übriggeblieben. Simonetta Sommaruga ist Bundesrätin und Christoph Stalder selig schaut uns von oben zu. Natürlich informierte ich die ehemaligen Mitglieder des Komitees «Rettet den Bund» schon vor Monaten. Dies weil ich ihnen 2009 versprochen hatte, mich zu melden, wenn sich wieder etwas Gravierendes tut auf dem Medienplatz Bern. Ein Teil von ihnen hat sich nun Courage Civil angeschlossen. Medienvielfalt ist ein Kernanliegen unserer Bewegung, die es seit 2018 gibt. Ihre DNA liegt im Abstimmungskampf gegen die «No Billag»-Initiative.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Courage Civil ist in der gesamten Deutschschweiz verankert und versteht sich als «Antwort auf Populismus und parteipolitisches Hickhack». Warum nun ein so starker Fokus auf die Mediensituation in Bern? Verstehen das die Zürcherinnen und Basler in Ihrer Organisation?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gab selbstverständlich kritische Rückmeldungen zu diesem Engagement. Uns im Vorstand ist klar, dass wir weiterhin das grosse Ganze im Auge behalten müssen, auch wenn wir nun ein Projekt für ein Online-Magazin im Grossraum Bern entwickeln.</p>
<blockquote>
<p>Wir beobachten eine Aufbruchstimmung. In den Ballungsräumen der Deutschschweiz sind in den letzten Jahren neue Online-Medien entstanden.</p>
</blockquote>
<p>Da werden weitere dazukommen. Was sie machen, ist frisch. Und sie besetzen eine wichtige Nische. Diese Kleinen müssen sich besser vernetzen. Und in dieser Kette fehlt tatsächlich der Grossraum Bern noch. Was wir tun, hat also auch eine nationale Komponente.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In Bern existiert seit 2012 das <a href="https://www.journal-b.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Journal B»</a>. Warum zählen Sie das nicht zu diesen Neugründungen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>«Journal B» war am Anfang ein hoffnungsvolles Projekt, musste aber bereits nach neun Monaten Betrieb die fünfköpfige Belegschaft wieder entlassen, weil das Geld ausgegangen war. Das bleibt haften. Nun einfach dort nochmals Geld und Substanz zu investieren, haben wir verworfen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Dieses Scheitern liegt acht Jahre zurück. Seither berichtet «Journal B» kontinuierlich und vielfältig. Das allein kann nicht der Grund sein, warum Sie das Projekt in Ihren Überlegungen ignorieren.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gibt tatsächlich einen zweiten Aspekt: «Journal B» war aus der rot-grünen Berner Bubble entstanden, aus einer Unzufriedenheit gegenüber der damaligen Berichterstattung von «Berner Zeitung» und «Bund», und es betrachtet Bern weiterhin aus linker Perspektive. Ein Beispiel: Letztes Jahr fanden in der Stadt Bern Wahlen statt. «Journal B» porträtierte neun Kandidierende, acht davon waren von rot-grünen Parteien.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das spiegelt doch einfach die Kräfteverhältnisse in Bern als linkste Stadt der Schweiz.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Okay, aber die Parteipresse ist tot. Aus unserer Umfrage zum Medienplatz Bern geht hervor, dass sich eine Mehrheit von 85 Prozent wünscht, alle Akteure mit derselben kritischen Distanz zu beobachten. Zwölf Prozent möchten das aus rot-grüner Perspektive, zwei Prozent aus bürgerlicher. Die Mehrheit der Teilnehmenden an der Umfrage verortet sich klar links oder links-liberal. Wir entwickeln unser Online-Magazin aus der Perspektive des Publikums.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ein linkes Medium für die linke Stadt Bern könnte so falsch nicht sein.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Wenn «Bund» und «Berner Zeitung» wirklich mit einer stramm bürgerlich redigierten und kommentierten Berichterstattung aufgefallen wären, dann hätte «Journal B» auch eher Erfolg gehabt. Aber das ist nicht der Fall. Die Realität ist die, dass die «Berner Zeitung» bis vor wenigen Jahren eine vor allem auf dem Land verankerte, bürgerliche Zeitung war. Aber das hat sich verändert. Auch in der BZ liest man linke Kommentare. Beim «Bund» ist alles möglich, von rechts der Mitte bis links der Mitte.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Woher rührt eigentlich Ihr Engagement für die Medienvielfalt in Bern?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Mir geht es gegen den Strich, wenn Qualität geopfert wird ohne Not. Das passiert nicht nur im Medienbereich, egal ob es um die Rettung des «Bund», des <a href="https://www.wahlkampfblog.ch/das-polit-forum-kaefigturm-ist-gerettet/" rel="noopener" target="_blank">Polit-Forums Käfigturm</a> in Bern oder um <a href="https://sendeschluss-nein.ch/" rel="noopener" target="_blank">«No Billag»</a> geht.</p>
<blockquote>
<p>Wenn Medienvielfalt oder wichtige Institutionen zusammengeholzt werden sollen, werde ich zum Kämpfer.</p>
</blockquote>
<p>Im Grossraum Bern wird am 1. Oktober 2021 ein Medienmonopol installiert, eine Einheitsredaktion, auf der ein paar wenige Figuren entscheiden, was und wer Thema ist – und wer nicht. Ich finde das hochproblematisch, weil es an die Wurzeln der Demokratie geht. Dagegen anzutreten, das ist meine Bürgerpflicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Im Februar führte Courage Civil eine Umfrage durch, um herauszufinden, was für ein Angebot sich Mediennutzer:innen auf dem Platz Bern wünschen. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Die Auswertung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Eine zentrale Erkenntnis: Die Bereitschaft ist gross, für guten Online-Journalismus im Grossraum Bern zu bezahlen. 65 Prozent, die an der Umfrage teilgenommen haben, antworteten so. Die Umfrage geht in die Tiefe. Wer teilnahm, wendete dafür gegen 15 Minuten auf. Deswegen sind 3000 Teilnehmende ein guter Wert. Es gibt ein grosses Bedürfnis nach Einordnung von politischen und gesellschaftlichen Themen, das rangiert zuoberst. Auf Platz zwei folgt die Kulturberichterstattung. Beides können «Bund» und «Berner Zeitung» heute nur noch beschränkt leisten, weil Tamedia ihre Redaktionen zu stark dezimiert hat. Da gibt es also ein Bedürfnis nach einer starken Alternative.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aus diesen Ergebnissen hat Courage Civil bereits Schlüsse gezogen. «Das Konzept für ein Start-up liegt bereit», heisst es. Wie sieht dieses Konzept aus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Das Konzept dient dazu, mögliche Geldgeber zu überzeugen, also Mäzene, Stiftungen, Firmen und Einzelpersonen. Es analysiert die Ist-Situation des Medienplatzes Bern, fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus der Umfrage zusammen und zeigt auf, weshalb es eine komplementäre Stimme, einen Monopolbrecher braucht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Damit suchen Sie nun 4.5 Millionen Franken für ein Online-Magazin. Wie kommen Sie auf diesen Betrag?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Wir haben lange abgewogen und gerechnet. Das ist ein sehr bescheidenes Budget. Wir sprechen von eineinhalb Millionen Franken pro Jahr. Das ist das absolute Minimum. Damit bewegen wir uns auf derselben Flughöhe wie «Bajour» in Basel.</p>
<blockquote>
<p>Drei Jahre lang hat unser neues Online-Magazin Zeit, sich zu profilieren und beim Publikum zu etablieren.</p>
</blockquote>
<p>Ausserdem kann man mit diesem Zeithorizont signalisieren, dass Angestellte eine Perspektive für mindestens drei Jahre hätten. Das ist sehr wichtig. Nur mit Top-Leuten und hungrigen Talenten haben wir eine Chance.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Angesichts der Fusion von «Bund» und «Berner Zeitung» hegen auch Andere Pläne, ein neues Lokalmedium zu gründen. Der Schaffhauser Verleger <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Norbert Bernhard</a> sucht Geld für eine Gratis- Tageszeitung und der Verein <a href="https://neuerjournalismus.be/" rel="noopener" target="_blank">Neuer Berner Journalismus NBJ</a> plant etwas Ähnliches wie Courage Civil. Warum nicht die Kräfte bündeln gegen die grosse Tamedia?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gibt seit Monaten einen regelmässigen Austausch mit dem OK von NBJ. Mit Norbert Bernhard stehen wir per E-Mail in Kontakt. Wir von Courage Civil gehen schrittweise und pragmatisch vor. Zunächst machten wir diese Umfrage. Wir wurden komplett überrascht von der Resonanz, den Erwartungen, den Neueintritten. Darum stehen wir in der Pflicht, weiterhin eine aktive Rolle zu spielen. Was, wenn das Kollektiv Neuer Berner Journalismus auf der Strecke bleibt, weil es zu viel wollte? Was, wenn ein paar Schlüsselfiguren abspringen, weil sie andere Jobs antreten?</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie sehen das Risiko des Scheiterns nur bei den anderen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Das Risiko zu scheitern ist für alle hoch. Und deswegen ist es umso wichtiger, dass in der aktuellen Phase drei Projekte unabhängig voneinander unterwegs sind. Ich kann die Situation mit einem Bild verdeutlichen: Wir befinden uns auf einem langen anstrengenden Weg hinauf auf den Niesen. Ein Team startete in Frutigen, eines in Mülenen. Vielleicht gibt es weitere, die auf Ho-Chi-Minh-Pfaden unterwegs sind. Norbert Bernhard kommt mit dem Helikopter, weiss aber nicht, ob er landen kann. Wenn wir über der Baumgrenze angelangt sind und es erst recht anspruchsvoll wird, kommt vielleicht der Moment, wo wir uns vertieft austauschen müssen: Was sind eure Stärken, was sind unsere, wie verknüpfen wir sie? Spannen wir zusammen?</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was ist, wenn alle auf den Gipfel hochwollen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Dann zeigt sich die Weisheit der entscheidenden Köpfe. Denn davon bin ich nun wirklich überzeugt: Es hat nur Platz für ein neues Medium. Auch wenn mehrere Projekte ausfinanziert sein sollten, bringt es nichts, wenn zwei oder drei starten. Dann muss man sich finden. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist das verfrüht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Zwischen Courage Civil und dem Projekt NBJ gibt es gewisse Irritationen und Wahrnehmungsunterschiede. Wie nehmen Sie diese Spannungen wahr?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Lassen Sie mich das mit einem Bild erklären: Während der Pandemie haben sich ein junger Mann und eine junge Frau kennengelernt. Auf ihren Spaziergängen der Aare entlang fanden sie heraus, dass sie beide auf dem Landweg nach Nepal wollen – ein abenteuerlicher Roadtrip. Über die Route und was sie im Himalaya machen wollen, sind sie sich allerdings nicht einig. Er hätte sich eine Beziehung gewünscht, sie hingegen – Courage Civil – will frei bleiben und kann sich die Reise auch mit jemandem sonst vorstellen. Kommunikation ist eine Herausforderung für die beiden jungen Leute – gerade mit der Maske im Gesicht ist es schwierig, alles richtig zu verstehen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Bleibt es bei der Freundschaft oder wird daraus noch eine Beziehung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es ist alles offen. Viel wichtiger ist, dass ein neues, solid abgesichertes und überzeugendes Medienprojekt an den Start gehen kann.</p>
<blockquote>
<p>Wenn ein anderes Projekt besser ist als unseres, unterstützen wir es.</p>
</blockquote>
<p>Der Knackpunkt für alle ist die Finanzierung. Noch hat sich die Einsicht nicht durchgesetzt, dass Lokaljournalismus am Abgrund steht. Für die Medienkonzerne ist er zu teuer geworden, weil er sich nicht skalieren lässt. Da sollten Stiftungen einspringen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Nur Stiftungen oder auch der Staat?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>In meinem letzten Buch vertrat ich noch die Meinung, dass Medienförderung nicht zu den Kernaufgaben des Staats zählt. Wegen der dramatischen Erosion am Werbemarkt sehe ich das inzwischen anders. Das Medienförderungsgesetz, das bald vorliegt, macht einen tauglichen Eindruck. Es hätte allerdings stärker zugunsten der Kleinen ausgestaltet werden sollen, die Neues wagen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wenn es nach Ihren Vorstellungen geht, entsteht irgendwann ein neues Online-Magazin. Warum soll man das abonnieren? «Bund» und BZ werden ja nicht automatisch schlechter, nur weil sie fusionieren. Es steht dann einfach das Gleiche in beiden Blättern.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gibt eine Schicht sehr interessierter Menschen im Grossraum Bern, die unzufrieden ist mit dem Angebot von «Bund» und «Berner Zeitung». Unser Potenzial umfasst etwa 35&#8217;000 Personen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Und wofür sollen die genau zahlen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Wenn eine hoch motivierte Redaktion kritischen, aber fairen, faktenbasierten und nicht klickgetriebenen Journalismus bietet, findet das ein Publikum. Wenn ein kleines Team seine ganze Energie in gute Geschichten stecken kann, und diese gut erzählt, kann das neue Online-Magazin reüssieren. So wie die kleine Schweizer Redaktion der «Zeit», die seit Jahren Woche für Woche ausgezeichnete Stoffe liefert. Auf der Einheitsredaktion von Tamedia hingegen wird noch mehr koordiniert, noch mehr gesessen und noch mehr geschräubelt an knalligen Storys, damit sie möglichst viele Leute anklicken. Sie sind das Schmiermittel, um das Publikum zu den kommerziellen Angeboten zu lotsen – es geht primär um Klicks und Reichweite, nicht mehr um Information.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie rechnen auch damit, dass die künftigen Arbeitsbedingungen bei der Berner Tamedia-Redaktion negativ auf die Qualität abfärben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es ist zu befürchten. Die allermeisten Journalistinnen und Journalisten machen ihren Job solide. Aber die Extrameile gehen sie nur noch selten, weil die Stimmung schlecht ist. Viele wollen abspringen. Bei diesem gewaltigen Change-Prozess sollen die Angestellten mitwirken, obwohl viele noch nicht wissen, ob sie überhaupt bleiben können.</p>
<blockquote>
<p>Für die Medienmanager der Tamedia sind die Redaktorinnen und Redaktoren Nummern, Kostenfaktoren.</p>
</blockquote>
<p>Wir wollen genau das Gegenteil: Perspektiven, ein motiviertes Team, in dem sich die Mitglieder gegenseitig anstacheln und unterstützen. Wenn Routiniers und junge Talente zusammenkommen, die jeden Tag mit dem Anspruch antreten, die beste Geschichte der Woche zu machen, dann wird das etwas.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das klingt ein bisschen nach «Republik» im Lokalen.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Die «Republik» hilft als Wegmarke. Der einfachste Lösungsansatz wäre, wenn sie in Bern eine Lokalredaktion aufbauen würde. Die Marke ist schon etabliert und die technologische Infrastruktur wäre auch vorhanden. Einen Standort Bern regte ich schon vor vier Jahren an, beim Start der «Republik», aber die Verantwortlichen wollen das bis heute nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie arbeiten als Politik- und Kommunikationsberater. Welche Rolle wollen Sie längerfristig auf dem Medienplatz Bern spielen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Ich wäre glücklich, wenn dank Courage Civil etwas Neues entsteht, das kräftig ist und viele Leute im Grossraum Bern überzeugt. Solche Pro-Bono-Engagements brauchen viel Energie, aber es gibt mir eine grosse Genugtuung, wenn sie ins Ziel kommen. Ich würde mir aber nicht in den kühnsten Träumen ausmalen, in einer solchen Redaktion tätig zu sein. Dafür bin ich in allen Disziplinen zu schlecht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Und als Verleger?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>(lacht) Ich habe schon einmal einen Medien-Start-up mit 30 Personen geführt. Das war die spannendste Aufgabe in meinem Berufsleben, von der ich bis heute zehren kann. Ich kenne den Rausch und Kick des Neuen, aber ich weiss auch, wie erschöpfend ein solcher Job auf die Dauer ist.</p>
</div></p>
<p>Das Gespräch fand am 22. April in Bern statt.</p>
<p>Bild: zvg/Thomas Hodel</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/27/mark-balsiger-mir-geht-es-gegen-den-strich-wenn-qualitaet-geopfert-wird-ohne-not/">«Mir geht es gegen den Strich, wenn Qualität geopfert wird ohne Not.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ab- und Aufbruchstimmung auf dem Medienplatz Bern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/11/ab-und-aufbruchstimmung-auf-dem-medienplatz-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2021 22:02:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die «Berner Zeitung» und «Der Bund» werden fusioniert, dafür könnte es bald schon ein neues Online-Magazin und vielleicht sogar eine neue Gratiszeitung für Bern geben. Wer soll das lesen, und wer soll das bezahlen? Wir fragen nach &#8211; bei Beteiligten und Fachleuten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/11/ab-und-aufbruchstimmung-auf-dem-medienplatz-bern/">Ab- und Aufbruchstimmung auf dem Medienplatz Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die «Berner Zeitung» und «Der Bund» werden fusioniert, dafür könnte es bald schon ein neues Online-Magazin und vielleicht sogar eine neue Gratiszeitung für Bern geben. Wer soll das lesen, und wer soll das bezahlen? Wir fragen nach &#8211; bei Beteiligten und Fachleuten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/11/ab-und-aufbruchstimmung-auf-dem-medienplatz-bern/">Ab- und Aufbruchstimmung auf dem Medienplatz Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2021 07:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Blick Romandie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=87559</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein «Diversity &#038; Inclusion Board» ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-87574" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb</h3>
<p>Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein <a href="https://www.ringier.ch/de/medienmitteilungen/vielfalt-als-chance-ringier-setzt-diversity-inclusion-board-ein" rel="noopener" target="_blank">«Diversity &#038; Inclusion Board»</a> ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche vorgestellten <a href="https://storytelling.blick.ch/storytelling/2021/team_romandie/index.html" rel="noopener" target="_blank">Redaktion von «Blick Romandie»</a>: Von den 20 Personen sind zehn Männer und zehn Frauen. Sie sprechen Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Russisch, Spanisch, Arabisch und Serbisch und sie fanden aus allen Ecken der Westschweizer Medien zum «Blick».</p>
<p>Dass alle verhältnismässig jung sind und es – ausser dem graubärtigen Chefredaktor – keine älteren Semester in die Redaktion geschafft haben, kann man Ringier nicht wirklich vorwerfen. Nur wer die Jugend erreicht, hat eine Zukunft. Ein Selbstläufer wird «Blick Romandie» aber nicht, selbst mit einer ideal aufgestellten Equipe, denn die Romandie ist umkämpftes Territorium: Nach <a href="https://www.watson.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«Watson»</a> und einem aufgerüsteten <a href="https://www.20min.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«20&nbsp;Minutes»</a> betritt die «Blick»-Equipe am 1. Juni 2021 das Feld. </p>
<h3>The Bad – Ein nicht so diskretes Tamedia-Fotoshooting</h3>
<p>Heikle Unternehmensentscheide werden in der Regel bis im letzten Moment geheim gehalten, um sie am Tag&nbsp;X zum Zeitpunkt&nbsp;Y gezielt dem betroffenen Personal und der Öffentlichkeit mitzuteilen. So plante das auch Tamedia mit ihrer Kommunikation zur <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/berner-zeitung-und-der-bund-hohe-journalistische-kompetenz-in-einer-redaktion" rel="noopener" target="_blank">Fusion der Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund»</a>. Damit ja alles Material für die Medienmitteilung vorbereitet ist, musste noch ein Bild her mit der neuen Redaktionsleitung. Als Kulisse für das Foto-Shooting diente eine breite öffentliche Treppe nahe des Berner Tamedia-Sitzes.</p>
<p>Nun will es der Zufall, dass unsere Wohnung direkt an die Treppe angrenzt. Während der Tamedia-Fotosession sassen wir beim Mittagessen. Ich ahnte nicht, was sich direkt hinter meinem Rücken abspielt, bis meine Frau beim Blick nach draussen plötzlich Simon Bärtschi erkannte, den Chefredaktor der «Berner Zeitung» und designierter Leiter der neuen <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Monopolredaktion</a>.</p>
<p>Ich sprang vom Esstisch auf und ging auf die Terrasse mit Blick auf die Treppe. Schnell war mir klar, wer sich hier aufstellt. Und auch der <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/IMG_0969.jpg" rel="noopener" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">künftigen Leitung der Berner Tamedia-Redaktion</a> war klar, wer ihnen da gerade bei der Foto-Session zuschaut. Würde nun der Medienjournalist die neuen Personalien vorzeitig ausplaudern?</p>
<p>Ein sichtlich nervöser Simon Bärtschi, der zwar weiss, wo ich wohne, aber gehofft hatte, dass ich an dem Tag nicht zu Hause wäre, bat mich, nicht auszuplaudern, was bald eh publik würde. Doch mich brauchte es gar nicht. Das Unternehmen verplapperte sich schliesslich selbst. Die Hausmitteilung zur Totalfusion der Berner Tamedia-Zeitungen und zum Stellenabbau fand sich fixfertig vorbereitet im Redaktionssystem – und fand von dort aus bereits Stunden vor dem geplanten Kommunikationstermin <a href="https://twitter.com/EinheitsbreiB/status/1380067976389533697?s=20" rel="noopener" target="_blank">den Weg an die Öffentlichkeit</a>.</p>
<h3>The Ugly – Drauf liberal, drin reaktionär</h3>
<p>Auf manchen französischen Bahnhöfen steht ein <a href="https://www.google.com/search?q=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;tbm=isch&#038;ved=2ahUKEwj45qSAk_PvAhWHgc4BHb2uCtEQ2-cCegQIABAA&#038;oq=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;gs_lcp=CgNpbWcQAzIGCAAQCBAeOgQIABAeOgYIABAFEB46BggAEAcQHjoECCMQJzoECAAQEzoGCAAQHhATOggIABAFEB4QE1CCeliuoQFggqQBaAFwAHgAgAFHiAHhBZIBAjEymAEAoAEBqgELZ3dzLXdpei1pbWfAAQE&#038;sclient=img&#038;ei=9FJxYPicFoeDur4Pvd2qiA0&#038;bih=607&#038;biw=1280" rel="noopener" target="_blank">Warnschild</a> mit der Aufschrift: «Un train peut en cacher un autre», ein Zug kann einen anderen verdecken. Genauso verhält es sich mit allzu grellen Etiketten. «Liberal» ist so eine. Wo das draufsteht, kann auch das Gegenteil drinstecken. Ein Beispiel dafür bot unlängst der Chefredaktor des «Schweizer Monat». Ronnie Grob <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/schweizer-monat-ein-liberales-blatt-will-mehr-resonanz-aber-ohne-radau-ld.126546" rel="noopener" target="_blank">sagte der NZZ</a> einmal, liberal sei man oder sei man nicht. Für sich nimmt er selbstredend in Anspruch, dass er es ist.</p>
<p>Seine aktuelle <a href="https://archive.ph/QdU33" rel="noopener" target="_blank">Kolumne</a> auf dem News-Portal «Nau.ch» liest sich aber ziemlich anders. Da werden Männer und Frauen auf unverrückbare, quasi gottgegebene, Positionen gestellt, begründet mit unwissenschaftlichen Plattitüden aus dem Tierreich. Daraus abgeleitet folgt der pauschale Schluss, Frauen in Führungspositionen liebten die Sicherheit und stellten sich ergo gegen die Freiheit. Das ist eine <a href="https://franziskaschutzbach.wordpress.com/2021/04/06/frauen-werden-auf-ihre-platze-verwiesen/" rel="noopener" target="_blank">reaktionäre Sicht</a> auf die Gesellschaft. Liberal bedeutet in dem Fall lediglich, dass alle alles schreiben dürfen – und sei es noch so dünn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Seit Jahren befürchtet, jetzt eine Tatsache: Tamedia fusioniert Berner Lokalredaktionen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2021 06:03:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia vollzieht den letzten Schritt zur Vollfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» und legt auch die Lokalressorts zusammen. Die unterschiedlichen Publika der beiden Tageszeitungen kriegen fortan Einheitskost. Dank Scheinvielfalt soll sie etwas besser schmecken. Es ist das Ende einer Epoche und der Anfang einer neuen Zeitrechnung auf dem Medienplatz Bern. Gut vierzig Jahre hat es <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tamedia vollzieht den letzten Schritt zur Vollfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» und legt auch die Lokalressorts zusammen. Die unterschiedlichen Publika der beiden Tageszeitungen kriegen fortan Einheitskost. Dank Scheinvielfalt soll sie etwas besser schmecken.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-87528" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Es ist das Ende einer Epoche und der Anfang einer neuen Zeitrechnung auf dem Medienplatz Bern. Gut vierzig Jahre hat es gedauert, bis von vier Tageszeitungsredaktionen noch eine übrig bleibt. Am Donnerstagmorgen gab <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/berner-zeitung-und-der-bund-hohe-journalistische-kompetenz-in-einer-redaktion" rel="noopener" target="_blank">Tamedia</a> bekannt, die heute noch unabhängigen Lokalressorts von «Bund» und «Berner Zeitung» ab Oktober zu einer einzigen Berner Redaktion zu verschmelzen.<br />
</p>
<p>Der Schritt folgt der Ankündigung eines weiteren Sparpakets im letzten Sommer. Innert dreier Jahre will Tamedia <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/bezahlmedien-schreiben-im-ersten-halbjahr-verlust-354393246545" rel="noopener" target="_blank">70 Millionen Franken</a> Kosten sparen. Dafür müssen sich die abonnierten Tageszeitungen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Das ist schmerzhaft und geht nicht ohne Verluste.</p>
<p>&#8212;<br />
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px">18 Jahre «Berner Modell» </h3>
						<style>
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					<div class="wpsm_panel wpsm_panel-default">
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						  <h4 class="wpsm_panel-title">
							<a  class=""  data-toggle="collapse" data-parent="#wpsm_accordion_87529 " href="javascript:void(0)" data-target="#ac_87529_collapse1" onclick="do_resize()">
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								<span class="ac_title_class">
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									Welche Rolle die NZZ spielte und hätte spielen können								</span>
							</a>
						  </h4>
						</div>
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						  <div class="wpsm_panel-body">
							<p>Mit der Zusammenlegung der Lokalressorts von «Bund» und «Berner Zeitung» endet auch das sogenannte <a href="https://medienwoche.ch/tag/berner-modell/">«Berner Modell»</a>. 18 Jahre hielt die Formel: Zwei Zeitungen, die publizistisch im Wettbewerb zueinander stehen, erscheinen im gleichen Verlag. <strong>Begründet wurde das Modell am 25. Juli 2003.</strong> Damals gab die NZZ die Hälfte ihrer 80-Prozent-Beteiligung am «Bund» an die damalige Espace Media Groupe ab. Die Herausgeberin der «Berner Zeitung» übernahm gleichzeitig die verlegerische Verantwortung für das Konkurrenzblatt.</p>

<p>Was damals am Deal bestechend erschien: Ein notorisch defizitäres Blatt, das der «Bund» damals schon seit mehr als zehn Jahren war, konnte auf Kurs gebracht werden, ohne die redaktionelle Substanz anzutasten. <strong>Einsparungen brachten die Synergien mit der «Berner Zeitung»</strong> bei Inserateverkauf, Druck und Administration. Bei der NZZ zeigte man sich damals mit der gefundenen Lösung sehr zufrieden: «Wir sind hocherfreut, dass mit dem ‹Bund› eine zweite publizistische Stimme im Raum Bern erhalten bleibt.»</p>

<p>Im Rückblick beutet die Rettung damals auch den Anfang vom Ende von zwei unabhängigen Zeitungen in der Bundesstadt. Schon unter Espace Media folgte ein erster Eingriff in die Unabhängigkeit der beiden Blätter als der «Bund» 2006 als Sparmassnahme das Sportressort der «Berner Zeitung» übernahm. Nachdem sich Espace Media 2007 mit Tamedia zusammengeschlossen hatte, bekannte sich die Unternehmensleitung zwar zum «Berner Modell», aber immer unter der Voraussetzung, dass die beiden Zeitungen rentieren. <strong>Unter diesem Druck musste der «Bund» ab 2009 den Mantel vom «Tages-Anzeiger» übernehmen</strong> und verlor damit in weiten Teilen seine publizistische Selbständigkeit. Die «Berner Zeitung» konnte bis 2018 ihre Komplettredaktion halten.</p>

<p>Seit drei Jahren beliefert die Tamedia Redaktion beide Berner Titel mit der überregionalen Berichterstattung, <strong>nur noch die lokalen Ressorts unterscheiden sich</strong>. Und nun ist auch damit bald Schluss. Wie es heute scheint, auch mit Blick auf das globale Zeitungswesen, ein unvermeidbarer Weg.</p>

<p>Dennoch darf man sich heute fragen, was geschehen wäre, wenn 2003 die NZZ den «Bund» nicht in die Obhut von Espace Media gegeben und stattdessen <strong>mit dem Aargauer Verleger Peter Wanner</strong> und seinem damaligen Netzwerk der Mittelland-Zeitung zusammengespannt hätte. Diese Option stand damals im Raum.</p> 

<p>Wanner wollte den «Bund» nie übernehmen, wie er später öffentlich versicherte. Er hatte damals nur eine Offerte eingereicht für die Lieferung des Mantelteils seiner «Aargauer Zeitung». <strong>Das kam aber für die NZZ nicht in Frage</strong>, weil sie erstens ihre Beteiligung am Sorgenkind «Bund» reduzieren wollte und zweitens hätte eine externe Mantellösung zu einem starken Personalabbau auf der «Bund»-Redaktion geführt, was auch nicht im Interesse der NZZ lag. So weit so nachvollziehbar aus der damaligen Perspektive.</p>

<p>Hätte sich die NZZ trotzdem für den AZ-Mantel und gegen das «Berner Modell» mit zwei Zeitungen im gleichen Verlag entschieden, <strong>sähe es heute in Bern vielleicht ähnlich aus wie in Basel</strong>. Am Rhein gibt es mit der «Basler Zeitung» von Tamedia und der BZ Basel von CH Media zwei Tageszeitungen aus zwei Verlagen.</p>

<p>Ein «Bund»-Deal zwischen NZZ und AZ Medien wäre seiner Zeit voraus gewesen. Später fanden die Zürcher und die Aargauer doch noch zueinander. 2018 legten sie ihre Regionalzeitungen im Joint Venture CH Media zusammen. <strong>Man wünschte sich, der «Bund» gehörte auch dazu.</strong> Doch der Konjunktiv schafft keine Medienvielfalt.</p>						  </div>
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					<!-- Inner panel End -->
					
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</script>	<br />
&#8212;</p>
<p>Als Folge der Redaktionsfusion von «Bund» und BZ wird Tamedia rund 20 Vollzeitstellen abbauen. Wie viele Journalistinnen und Journalisten ihre Stelle verlieren, wird erst nach einem Konsultationsverfahren in den nächsten Monaten feststehen. Der Abbau, schreibt Tamedia in einer Mitteilung, erfolge «soweit wie möglich über die natürliche Fluktuation». Geleitet wird die neue Redaktion von einer vierköpfigen Chefredaktion mit dem bisherigen BZ-Chefredaktor Simon Bärtschi an der Spitze.</p>
<blockquote><p>Auch wenn frühere Abbauschritte beide Zeitungen bereits deutlich geschwächt haben, markiert die finale Fusion doch eine Zäsur.</p></blockquote>
<p>Schauten bisher zwei voneinander unabhängige Redaktionen auf das Geschehen in Stadt, Region und Kanton Bern, so macht das künftig nur noch eine. Der Wettbewerb zwischen «Bund» und BZ um die besseren Geschichten, befeuert durch die starke Identifikation der Mitarbeitenden mit dem jeweiligen Blatt, ist Geschichte.</p>
<p>Mit den rund 70 Journalistinnen und Journalisten ist die neue Berner Tamedia-Redaktion zwar das mit Abstand grösste Lokalmedium im Kanton Bern. Aber schiere Grösse ersetzt nicht den fehlenden Wettbewerb. In schlechter Erinnerung bleibt die «Basler Zeitung», die auch aus einer Fusion entstanden war. «In Basel produziert die finanziell wohldotierte BaZ mit vielen guten Journalisten eine meist ehrgeizlos brave Zeitung», schrieb 2003 der «Tages-Anzeiger» mit Blick auf die schon damals erwartete Monopolsituation auf dem Platz Bern.</p>
<p>Gegen aussen versucht Tamedia den Eindruck des Monopols zu vermeiden, indem «Bund» und «Berner Zeitung» weiterhin als separate Titel erscheinen, sowohl gedruckt als auch im Web und als App. Dazu soll die Redaktion unterschiedliche Akzente setzen für die Publika der beiden Blätter. Der «Bund» soll mehr Kultur- und mehr Meinungsbeiträge bieten, die BZ dagegen soll, wie heute schon, verstärkt über ausgewählte Kantonsteile und Gemeinden berichten. Auch beim Sport soll die BZ eine weiterführende Berichterstattung anbieten als der «Bund». </p>
<p>Spielraum für eine unterschiedliche Positionierung bietet wie bisher der Mantelteil mit den überregionalen Ressorts. Hier kann sich die Berner Redaktion aus dem Pool der Tamedia-Redaktion bedienen, die wiederum Artikel der Süddeutschen Zeitung nutzen darf.</p>
<p>Die Abonnentinnen der BZ und die «Bund»-Abonnenten werden von der Fusion indes nicht allzuviel mitkriegen: Sie erhalten weiterhin ihr Leibblatt oder den Zugriff auf ihre Lieblings-App, vermutlich sogar mit einem umfassenderen Angebot als heute, weil die fusionierte Redaktion grösser ist als die bisher separaten Redaktionen der beiden Zeitungen.</p>
<p>Den «Einheitsbrei» sehen nur Doppelleserinnen und -leser, von denen es nur noch wenige gibt, weil «Bund» und BZ bereits in den letzten Jahren über weite Strecken identische Artikel brachten und zwei Abos darum nur noch wenig Mehrwert boten. Was auch heisst:</p>
<blockquote><p>Für Tamedia könnte die Rechnung aufgehen. Der Aufschrei von <a href="https://syndicom.ch/aktuell/artikel/kahlschlag-bei-bund-und-berner-zeitung/" rel="noopener" target="_blank">Gewerkschaften</a> und <a href="https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/ein-schwarzer-tag-fuer-den-medienplatz-bern" rel="noopener" target="_blank">Politik</a> wird verhallen, wie schon so mancher Protest gegen Tamedia-Sparübungen zuvor.</p></blockquote>
<p>Das einzige Mittel gegen die Monopolmisere wäre ein Medium, das die bisherige Wettbewerbssituation zwischen «Bund» und BZ wiederbeleben würde. Das hiesse aber auch, dass jemand viel Geld in die Hand nehmen müsste, um der fusionierten Grossredaktion auf Augenhöhe etwas entgegenhalten könnte.</p>
<p>Eine gewisse Hoffnung besteht, dass der Schaffhauser Verleger Norbert Bernhard mit seinem <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Gratiszeitungsprojekt</a> die nötigen 50 bis 60 Millionen zusammenkriegt, um ein publizistisches Gegengewicht zum Tamedia-Monopol aufzubauen. Wobei die starke Abhängigkeit von Banken und Werbung ein Fragezeichen hinter die Unabhängigkeit dieser Zeitung setzt. Bis Ende April will Bernhard entscheiden, ob er loslegt.</p>
<p>Etwas bescheidener unterwegs ist eine Gruppe Berner Journalistinnen und Journalisten. Nach dem Vorbild von <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">Bajour</a> in Basel versuchen sie eine Online-Plattform für Bern auf die Beine zu stellen. Viel mehr ist dazu noch nicht bekannt. Als Konkurrenz auf Augenhöhe zur neuen Tamedia-Redaktion sehen sie ihr Projekt aber nicht.</p>
<p>Weiter weibelt der Politikberater Mark Balsiger für ein neues Lokalmedium. Die von ihm initiierte NGO <a href="https://www.courage-civil.ch/die-zeit-ist-reif-fuer-ein-neues-online-magazin-im-grossraum-bern/" rel="noopener" target="_blank">Courage Civil</a> ruft dazu auf, «mit vereinten Kräften ein Online-Magazin zu lancieren». Der Aufruf folgt einer Umfrage, an der sich 3000 Personen beteiligt und ihre Medienbedürfnisse artikuliert haben. Ein Konzept für ein Start-up liege bereit, schreibt Balsiger. Nun brauche es 4,5 Millionen Franken, die durch Stiftungen, Firmen und private Spenden eingebracht werden sollen.</p>
<p>Der einzige Akteur, der die Kraft und sogar eine öffentliche Legitimation dazu hätte, als «Monopolbrecher» zu wirken, wäre die SRG. Deshalb fordert die lokale <a href="https://www.srgd.ch/media/cabinet/2021/04/MM_SRG_BE_FR_VS_8.4.21.pdf" rel="noopener" target="_blank">Trägerschaft der SRG</a>, dass Schweizer Radio und Fernsehen SRF in die Bresche springt, die Tamedia mit der Redaktionsfusion hinterlässt. Das ist leichter gesagt als getan. Die Regionalredaktionen von SRF richten ihre Online-Berichterstattung verstärkt auf die gesamt Deutschschweiz aus und berichten nicht mehr <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/">aus der Region und für die Region</a>.</p>
<blockquote><p>Damit steht das Feld ziemlich weit offen für Tamedia. Medienmonopole haben es so an sich, dass sie zwar niemand liebt, aber auch niemand um sie herum kommt.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Seit Jahren befürchtet, jetzt eine Tatsache: Tamedia fusioniert Berner Lokalredaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Aus der Region, für die Schweiz: Lücken im Lokaljournalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Mar 2021 10:35:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Feuz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionaljournal]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sowohl Tamedia als auch Schweizer Radio SRF setzen online auf die nationale Verwertbarkeit ihrer Regionalberichterstattung. Das hinterlässt Lücken im Lokaljournalismus. Die zu schliessen, ist nicht einfach. Die Tage der beiden unabhängigen Zeitungsredaktionen in der Bundesstadt sind gezählt. Ab April beginnt der finale Fusionsprozess von «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Am Ende, vermutlich bereits im Sommer, <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/">Aus der Region, für die Schweiz: Lücken im Lokaljournalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sowohl Tamedia als auch Schweizer Radio SRF setzen online auf die nationale Verwertbarkeit ihrer Regionalberichterstattung. Das hinterlässt Lücken im Lokaljournalismus. Die zu schliessen, ist nicht einfach.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-87178" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Die Tage der beiden unabhängigen Zeitungsredaktionen in der Bundesstadt sind gezählt. Ab April beginnt der finale Fusionsprozess von «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Am Ende, vermutlich bereits im Sommer, wird eine einzige Redaktion die beiden Blätter und ihre Online-Plattformen abfüllen. Dafür setzt Tamedia auf personelle Kontinuität. Die amtierenden Chefredaktoren Simon Bärtschi (BZ) und Patrick Feuz («Bund») sollen beide in leitender Position verbleiben; Bärtschi dem Vernehmen nach als Superchef der neuen Organisation und Feuz als Mitglied der Chefredaktion. Eine Tamedia-Sprecherin wollte auf Anfrage diese Personalien noch nicht bestätigen.<br />
</p>
<p>Die Aufgabe der neuen Berner Tamedia-Redaktion wird keine leichte sein. Dass «Bund» und BZ überhaupt so lange nebeneinander existieren konnten, hat massgeblich mit ihren sehr unterschiedlichen Publika zu tun. Die «Berner Zeitung» mit ihrer ländlichen DNA und der «Bund», der sich schon immer weltläufig sah, galten lange Zeit als unfusionierbar.</p>
<p>Exemplarisch zeigte sich das in den Befunden von – nicht ganz aktuellen – Leserbefragungen, die besonders das «Bund»-Personal gerne zückte, um die Unverträglichkeit mit der Konkurrenz zu untermauern: Während BZ-Lesende eine hohe Affinität für volkstümliche Musik zeigten, tendierte beim «Bund» dieser Wert gegen null – und bei der Oper war es vice versa. Was tun in Zukunft? Von beidem ein bisschen? Mal die einen langweilen und dann die anderen? Wohl kaum, denn:</p>
<blockquote><p>Die Antwort auf dieses Dilemma sieht Tamedia in einem digitalen Journalismus für ein jüngeres und breiteres Publikum: Netflix statt Oper, weg von Nischenthemen.</p></blockquote>
<p>In der Logik kommerzieller Online-Medien zählen vor allem «Total Engaged Minutes», also die Zeit, die das Publikum mit einem Beitrag verbringt; je länger desto besser.</p>
<p>Für den Lokaljournalismus ändert sich damit der Fokus: «Aus der Region für die Region» reicht in der Regel nicht mehr. Wenn lokale Stoffe so aufbereitet werden, dass sie auch ausserhalb des Einzugsgebiets eines Mediums auf Interesse stossen, generieren sie mehr Nutzungszeit. Als Beispiel nannten die Tamedia-Verantwortlichen bei der ersten Vorstellung des Fusionsprojekts von «Bund» und BZ den Umweltskandal rund um den Blausee. Die Vorgänge spielen sich zwar in einer Ecke im Berner Oberland ab, die beteiligen Akteure haben aber nationale Prominenz. Einen Fall Blausee gibt es natürlich nicht alle Tage. Aber er zeigt das Prinzip «Aus der Region, für die Schweiz» idealtypisch auf.</p>
<p>Schon länger berichten Tageszeitungen wie «Bund» oder BZ kaum noch aus der Gemeinde für die Gemeinde (oder aus dem Verein für den Verein). Früher machte solche akteursnahe Berichterstattung einen Grossteil des Lokalteils einer Zeitung aus.</p>
<blockquote><p>Heute versuchen die Redaktionen Phänomene von allgemeinem Interesse herauszudestillieren und so ein breiteres Publikum anzusprechen als nur die unmittelbar Betroffenen.</p></blockquote>
<p>Anstatt aus sieben Gemeindeversammlungen je eine Kurznachricht zu bringen zum Thema Kunstrasen auf dem Sportplatz, erklären sie mit einem einzigen grossen Hintergrundartikel, was es mit dem Trend zum Plastikbelag auf sich hat. Im Idealfall lässt sich so mit weniger Aufwand ein grösseres Publikum erreichen; der Traum jedes renditebewussten Medienunternehmens.</p>
<p>Nun dreht Tamedia weiter an der Schraube und will die Region vor allem aus einer nationalen Perspektive anschauen. Das wäre kein Problem, wenn es starke Akteure gäbe, die hier entgegenhalten und auch weiterhin aus der Region und für die Region berichten. Zum Beispiel die SRG. Die soll nach Meinung der Verleger das machen, was Private nicht (mehr) tun.</p>
<p>Mit den Regionaljournalen pflegt das Schweizer Radio SRF einen Journalismus aus der Region und für die Region.</p>
<blockquote><p>Doch in der Online-Berichterstattung schlägt SRF den gleichen Weg ein wie Tamedia.</p></blockquote>
<p>So schaffte SRF im letzten Herbst die regionalen Ressorts auf der Website srf.ch ab mit der Begründung, die Nutzung sei zu bescheiden. Stattdessen können die Regionalredaktionen nun vermehrt Meldungen auf der Hauptseite SRF News platzieren und so ein breiteres Publikum ansprechen. Das funktioniert aber nur mit Themen, die überregional interessieren.</p>
<p>Der Strategiewechsel stösst SRG-intern und bei der Politik auf <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/15/umstrittene-srf-strategie-rueckzug-aus-den-regionen-wegen-tiefer-klickzahlen/">Kritik</a>. Während eine Mehrheit der lokalen Trägerschaften im Vorfeld das Vorgehen von Schweizer Radio und Fernsehen SRF unterstützte, halten sie es inzwischen für problematisch. SRF müsse sich nicht nur nach nationalen Quoten, sondern auch nach regionaler Relevanz ausrichten, hielten die Programmkommissionen von fünf Deutschschweizer <a href="https://www.srgd.ch/de/regionen/srg-region-basel/aktuelles/2021/03/23/srf-online-berichterstattung-aus-den-regionen/" target="_blank" rel="noopener">SRG-Trägerschaften</a> kürzlich fest. Sie befürchten zudem eine weitere Marginalisierung der Regionalinformationen und regen darum an, «den Strategiewechsel zu überdenken». Ähnlich lautende Bedenken haben auch die Parlamente und Regierungen beider Basel bei zuständigen Stellen von SRF deponiert.</p>
<p>Bewirken wird diese Kritik wenig; genauso wenig, wie die ergebnislos verhallten Appelle, Tamedia möge doch die Redaktionen von «Bund» und BZ nicht zusammenlegen. Wer etwas an der Situation ändern will, muss das Heft schon selbst in die Hand nehmen.</p>
<p>&#8212;<br />
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px">«Keine Konkurrenz auf Augenhöhe» </h3>
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									Erster Einblick in neues Berner Medienprojekt								</span>
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						  </h4>
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						  <div class="wpsm_panel-body">
							<p><strong>Wenn etwas verschwindet, entsteht Raum für Neues. So sorgte auch die Ankündigung, dass Tamedia die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» BZ zusammengelegen werde, für eine gewisse Geschäftigkeit auf dem Medienplatz Bern.</strong></p>

<p>Zum einen versucht ein Schaffhauser Unternehmer 50 Millionen Franken zusammenzutrommeln für die <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Gründung einer Gratis-Tageszeitung</a>. Zum anderen macht sich eine bisher nicht näher bekannte Gruppe Gleichgesinnter Gedanken über die mögliche Gründung einer Online-Plattform. Prominenter Exponent ist <a href="https://jsteiner.ch/" rel="noopener" target="_blank">Jürg Steiner</a>.</p>

<p>Der langjährige BZ-Redaktor, der im Mai die Zeitung nach gut zwanzig Jahren verlassen wird (die MEDIENWOCHE <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/06/schweizer-journalistin-berner-zeitung-radio-srf-1/">berichtete</a>), bot am vergangenen Montag erstmals einen Einblick in den Stand der Diskussionen bei einer Online-Veranstaltung des <a href="https://bernermedientag.ch/2021/22-maerz-online-diskussion-berner-medien-platz-da/" rel="noopener" target="_blank">Berner Medientags</a>.</p>

<p>«Wir haben schon ein recht gutes Konzept mit einem kleinen Businessplan», sagte Steiner im Online-Talk. Er verriet aber keine Details. Auch zu Form und Inhalt der Publikation gab es nicht viel zu erfahren. «Wir sind noch nicht in der Phase, wo wir an ein konkretes Produkt denken.» Online sei klar und Lokaljournalismus.</p>

<p>Inspiration holt sich das Berner Projekt unter anderem bei <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Bajour»</a> und der <a href="https://www.republik.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Republik»</a>, jedoch nicht mit der Absicht, einen Ableger der Online-Magazine aus Basel und Zürich zu gründen. «Sie finden aber recht gut, was wir uns bisher überlegt haben, obwohl wir Anfänger sind», so Steiner.</p>

<p>Nun ist es nicht so, dass neben «Bund» und BZ in Bern Brachland herrscht. Zahlreiche kleinere und grössere Medien berichten seit Jahren mehr oder weniger kritisch über lokale Politik, Kultur und Wirtschaft. Man suche das Gespräch mit ihnen, heisst es. Etwa mit <a href="http://www.journal-b.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Journal B»</a>, das sich vor acht Jahren als linke Alternative zu den beiden bürgerlichen Blättern positionieren wollte und seither ein stabiles Nischendasein fristet. «Wir wollen sicher nicht auf Konfrontation gehen, sondern die Kräfte zusammennehmen», erklärt Jürg Steiner.</p>

<p>Aber warum braucht es ein weiteres Angebot? Die Antwort heisst Tamedia. Das neue Projekt entstand als unmittelbare Reaktion auf den absehbaren Verlust an Meinungsvielfalt, den die <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Zusammenlegung</a> der Redaktionen von «Bund» und BZ nach sich ziehen wird. «Wir sehen uns aber nicht als Konkurrenz auf Augenhöhe mit der künftigen Tamedia-Redaktion», relativiert Steiner die Ambitionen. Das mag eine realistische Einschätzung des eigenen Potenzials sein, ist aber zu klein gedacht.</p>

<p>Wenn schon bräuchte Bern eine Redaktion, die es publizistisch mit Tamedia aufnimmt und eine Alternative auf Augenhöhe bietet, damit sich das Publikum für das bessere Produkt entscheiden kann – so wie es bisher möglich war, «Bund» oder BZ zu abonnieren. Ergänzungs- und Nischenmedien gibt es genug.</p>

<p>Vielleicht wagt das Online-Projekt irgendwann doch noch grösser zu denken. «Wir nehmen Schritt für Schritt», sagt Jürg Steiner.</p>						  </div>
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					<!-- Inner panel End -->
					
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		<item>
		<title>Mehr Vielfalt für Bern?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/19/mehr-vielfalt-fuer-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2021 12:58:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einmal fürs Netz, einmal auf Papier: In der Hauptstadt sind gleich zwei neue Medienprojekte in Planung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Einmal fürs Netz, einmal auf Papier: In der Hauptstadt sind gleich zwei neue Medienprojekte in Planung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/19/mehr-vielfalt-fuer-bern/">Mehr Vielfalt für Bern?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein verschwiegener Einzelkämpfer will Bern die Zeitungsvielfalt zurückgeben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marlon Rusch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 20:08:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=86042</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit ihm hat niemand gerechnet. Norbert Bernhard, Herausgeber des Anleger-Magazins «Private» und leidenschaftlicher Tierschützer, will in Bern eine Gratiszeitung herausgeben. Er verfolge damit keine politische Agenda, es gehe ihm um die Medienvielfalt. Wer ist dieser Mann? Der Messias hat eine überraschend dünne Stimme. Man hatte einen entschlossenen Charismatiker erwartet, einen rechten Hardliner vielleicht, einen Getriebenen. <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Ein verschwiegener Einzelkämpfer will Bern die Zeitungsvielfalt zurückgeben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit ihm hat niemand gerechnet. Norbert Bernhard, Herausgeber des Anleger-Magazins «Private» und leidenschaftlicher Tierschützer, will in Bern eine Gratiszeitung herausgeben. Er verfolge damit keine politische Agenda, es gehe ihm um die Medienvielfalt. Wer ist dieser Mann?</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-86043" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Norbert-Bernhard-Neue-Berner-Zeitung-20210216.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Norbert-Bernhard-Neue-Berner-Zeitung-20210216.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Norbert-Bernhard-Neue-Berner-Zeitung-20210216-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Norbert-Bernhard-Neue-Berner-Zeitung-20210216-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Norbert-Bernhard-Neue-Berner-Zeitung-20210216-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Norbert-Bernhard-Neue-Berner-Zeitung-20210216-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der Messias hat eine überraschend dünne Stimme. Man hatte einen entschlossenen Charismatiker erwartet, einen rechten Hardliner vielleicht, einen Getriebenen. Doch Norbert Bernhard, der Mann, der die Medienvielfalt in der Bundesstadt retten will, scheint vielmehr Treibgut zu sein. Ein Philanthrop, den seine Träume herumspülen und der bis jetzt das Glück hatte, sanft zu stranden.<br />
</p>
<p>Ende Januar berichtete die <a href="https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/schaffhauser-verleger-will-gratiszeitung-fur-bern-lancieren" target="_blank" rel="noopener">«Handelszeitung»</a>, in Bern solle eine neue Gratiszeitung entstehen. Gehe alles nach Plan, werde ab Herbst eine Vollredaktion täglich Nachrichten aufbereiten, von Politik über Wirtschaft bis zu Sport und Kultur. Eine Zeitung für Bern, in Bern produziert. Ein Blatt mit einer Auflage von 70’000. Die Nachricht klang nach Aufbruch. Aber auch nach Übermut.</p>
<p>&#8212;</p>
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px">Bewegung auf dem Medienplatz Bern </h3>
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									Vage Pläne für Vielfalt nach der Vollfusion								</span>
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							<p>Ende Oktober 2020 kündigte Tamedia an, die Lokalredaktionen ihrer beiden Berner Tageszeitungen in absehbarer Zeit <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">zusammenschliessen</a> zu wollen. Grund dafür ist ein weiters Sparprogramm im Umfang von 70 Millionen Franken, das alle abonnierten Tageszeitungen von Tamedia, einem Unternehmen der TX Group, betrifft.</p>

<p>In Bern sollen zwar «Bund» und «Berner Zeitung» als Marken erhalten bleiben, aber für die Inhalte wäre nur noch eine einzige Redaktion verantwortlich. Nach der <a href="https://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/tamedia-schafft-mantelredaktionen/story/10292802" rel="noopener" target="_blank">Teilfusion 2018</a> mit einem weitgehend identischen Mantelteil für die beiden Blätter folgt nun also die Vollfusion.</p>

<p>Auch wenn Tamedia an der Oberfläche Vielfalt simulieren will, verliert Bern eine publizistische Stimme. Die Konkurrenz zwischen «Bund» und «Berner Zeitung» entfällt. Bis heute haben die zwei Titel dafür gesorgt, dass das lokale Geschehen in Politik, Gesellschaft und Kultur aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird.</p>

<p>Diese betrüblichen Aussichten rief zwei sehr unterschiedliche Projekte auf den Plan, die derzeit ihre Chancen für ein neues Medienangebot in der Bundesstadt sondieren. Zum einen handelt es sich um die geplante gratis Tageszeitung von Norbert Bernhard (siehe Haupttext), zum anderen klärt derzeit die zivilgesellschaftliche Bewegung <a href="https://www.courage-civil.ch/neues-medienprojekt/" rel="noopener" target="_blank">«Courage Civil»</a> mittels einer <a href="https://findmind.ch/c/7kdb-YR1D" rel="noopener" target="_blank">Umfrage</a> das Bedürfnis für eine Online-Newsplattform ab.</p>

<p>Ob eines der beiden Projekte dereinst als neues Berner Lokalmedium das Licht der Welt erblicken wird, ist alles andere als gewiss. Wer eine ernstzunehmende Konkurrenz zum künftigen Tamedia-Redaktionsmonopol aufbauen will, braucht Geld. Viel Geld. Norbert Bernhard rechnet für seine Zeitung mit Investitionen von 50 Millionen Franken über fünf Jahre. Branchenkenner gehen gar von 60 Millionen aus. Bernhard hofft auf die eine oder andere Bank, die dafür Geld locker machen könnte. Nach der Aufbauphase sollte sich die Tageszeitung allein mit Werbung tragen.</p>

<p>Das angedachte Online-Projekt würde auf eine Finanzierung durch das Publikum setzen und klärt darum in der laufenden Umfrage ab, wieviel jemand zu zahlen bereit wäre für «das Abo eines überzeugenden Online-Magazins, das auf das Geschehen im Grossraum Bern fokussiert». Die Antwortmöglichkeiten reichen von 40 bis über 100 Franken.</p>

<p>Die Bereitschaft, Geld in ein neues Projekt zu stecken, hängt nicht zuletzt von der Wahrnehmung der Medienvielfalt auf dem Platz Bern ab. Wird das absehbare Ende des «Berner Modells», zwei unabhängige (Lokal-)Redaktionen unter dem gleichen Verlagsdach, weitherum als Verlust wahrgenommen, den es zu kompensieren gilt? Und wenn ja, zu welchem Preis?</p>

<p>Heute weiss niemand, nicht einmal Tamedia selbst, wie die Situation mit einer Einheitsredaktion von «Bund» und «Berner Zeitung» genau aussehen wird. Klar ist aber schon heute, dass Abonnentinnen und Abonnenten der beiden Titel unter dem Strich kein schlechteres Produkt erhalten werden als heute. Das könnte sich Tamedia auch gar nicht leisten. Schliesslich will das Unternehmen auch in Zukunft Abos verkaufen. Das gelingt nur mit einem Produkt, bei dem Preis und Leistung stimmen.</p>

<p>Die Mehrheit der Abonnentinnen und Abonnenten wird den Verlust an Vielfalt gar nicht wahrnehmen, weil sie sich schon bisher nur mit einer der beiden Zeitungen informiert haben. Eine fusionierte Lokalredaktion wird möglicherweise sogar grösser sein und umfassender berichten können, als dies heute die beiden getrennten Redaktionen je allein leisten können. Ein Effekt, der sich schon beobachten liess, als zuerst «Bund» und später auch die «Berner Zeitungen» die überregionalen Artikel vom Tages-Anzeiger, respektive der Tamedia-Zentralredaktion bezogen.</p>

<p>Ein weiterer Faktor, der die Etablierung eines neuen Nachrichtenmediums nicht eben begünstigt, sind die bestehenden Angebote. Neben den Tamedia-Zeitungen informieren in Bern bereits heute zahlreiche Medien über das lokale Geschehen. Das geht von den Quartieranzeigern und -zeitungen, über die Gratis-Wochenzeitung «Berner Bär» bis zum Regionaljournal von Radio SRF und dem Online-Magazin «Journal B», das vor acht Jahren mit einem ähnlichen Anspruch angetreten war wie das neue Online-Projekt. Und auch die nationalen Newsplattformen «20min.ch» und «Nau.ch» berichten über die Region Bern, «Nau.ch» oft mit Meldungen der Nachrichtenagentur SDA, die für Kontinuität und Qualität bürgt.</p>

<p>Mit dieser Aufzählung soll der absehbare Verlust einer publizistischen Stimme nicht kleingeredet werden. Der Wettbewerb, den sich «Bund» und «Berner Zeitung» heute liefern, sorgt für eine Vielfalt in der Berichterstattung, die es so in Zukunft nicht mehr geben wird. Nur schliesst sich diese Lücke nicht automatisch.</p>

<em>Nick Lüthi</em>						  </div>
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<p>&#8212;</p>
<p>Im Grunde ist Bernhards Projekt ein tollkühner Anachronismus. Den Zeitungen bricht in der Krise die Werbung bedrohlich weg, die Verlage bauen Leistung und Personal ab. Branchenkenner begannen zu rechnen und kamen zum Schluss, dass man für eine lokale Gratiszeitung rund 60 Millionen Franken in die Hand nehmen müsste. Ja, «ambitioniert», das sei wohl das richtige Wort, sagt Norbert Bernhard am Telefon und lächelt. «Doch wenn ich nicht daran glauben würde, hätte ich auch einfach ins Café sitzen können.»</p>
<p>Man muss wissen: Gerade stirbt in der Bundesstadt das sogenannten «Berner Modell». 2003 hatte die «Espace Media Groupe» des Berner Patriziers Charles von Graffenried, die bereits die «Berner Zeitung» herausgab, das Traditionsblatt «Der Bund» übernommen. Fortan hatte sie die lokale Konkurrenz im eigenen Haus. 2008 ging die «Espace Media Groupe» in der Zürcher «Tamedia» auf. Die beiden Berner Zeitungen behielten bis heute zumindest im Regionalteil ihre Eigenständigkeit. Im Oktober 2020 aber verkündete der mittlerweile in «TX Group» umbenannte Konzern, dass er die beiden Lokalredaktionen aus Spargründen zusammenlegen werde.</p>
<blockquote><p>In Bern tut sich eine Lücke auf. Und Norbert Bernhard ist fest entschlossen, sie zu schliessen.</p></blockquote>
<p>Nun hat die Vergangenheit gezeigt, dass hinter grossspurigen neuen Medienprojekten oft grosse Geldgeber stecken, die ebenso grosse Interessen verfolgen. Man denke etwa an SVP-Übervater Christoph Blocher oder den schwerreichen Unternehmer Tito Tettamanti – beide engagierten sich bei der «Basler Zeitung». Oder an die Financiers, die kürzlich zusammen mit Markus Somm den «Nebelspalter» kauften und die Satirezeitschrift in ein rechtsbürgerliches Politblatt verwandeln wollen.</p>
<p>Norbert Bernhard ist ein ganz anderes Kaliber. Der Exilberner führt ein anonymes Leben in der Schaffhauser Altstadt, wohin es ihn vor vielen Jahren verschlug, als er weg wollte vom Trubel des Zürcher Bankenplatzes, wo er sein Geld verdiente. Von öffentlichen Anlässen hält er wenig, über sein Privatleben schweigt er sich aus. Doch dass da Millionen auf irgendwelchen versteckten Konten schlummern, scheint ziemlich unwahrscheinlich. Einst hängte der frisch promovierte Bernhard eine Akademikerkarriere an den Nagel, weil sie ihm brotlos erschien.</p>
<p>Bernhard sagt, dass er keine stillen Teilhaber habe und für sein Zeitungsprojekt auf Investoren angewiesen sei. Er betont immer wieder: «Ich bin politisch neutral. Ich bin nur ein Bürger, der sich Sorgen macht um die Pressevielfalt. Ein solches Projekt hat nur eine Chance, wenn es sich politisch in der Mitte platziert.» Tippt man im Internet seinen Namen ein, kommen jedoch Zweifel auf.</p>
<p>1991 hatte Norbert Bernhard <a href="https://www.antifa.ch/vom-lasylexpertenr-zum-lauschwitz-leugnerr/" target="_blank" rel="noopener">in einem Rundbrief</a> der «Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz» Auns geschrieben, die Linke schüre mit ihrer «Strapazierung» des Flüchtlingsbegriffs den Fremdenhass. 1995 hatte er für die rechtsextremen «Schweizer Demokraten» für den Nationalrat kandidiert. Heute beschwichtigt er. Die Episode sei ihm unangenehm, er wolle nicht darüber reden. Und offenbar war es tatsächlich nur ein kurzer Abstecher. «Keine Ahnung, wie der zu uns gekommen und wohin er gegangen ist», sagt etwa Christoph Spiess, Schweizer Demokrat seit Urzeiten und Oberrichter in Zürich. Spiess sagt, Norbert Bernhard habe in der Partei keine Rolle gespielt.</p>
<blockquote><p>Es müssen sonderbare Strömungen gewesen sein, die ihn damals angeschwemmt haben am äusseren rechten Ufer.</p></blockquote>
<p>Nach seinem Ethnologie-Studium hatte er über Rassismus und Ethnozentrismus in der Literatur dissertiert und in der Doktorarbeit untersucht, wie Schriftsteller wie Karl May und Mark Twain in ihren Abenteuergeschichten ein Bild von blutrünstigen Wilden konstruierten. Bernhard erzählt, wie er mit den Schüleraufständen gegen die Apartheid in den südafrikanischen Townships politisiert worden sei. Kurz nach der Doktorarbeit trat er den «Schweizer Demokraten» bei.</p>
<p>Wieso er das tat? Kein Kommentar. Man könnte sich vorstellen, dass es frühe grüne Strömungen waren, die ihn verführten. Innerhalb der «Schweizer Demokraten» gab es Gruppierungen, die den Schutz der Umwelt propagierten, um damit den Kampf gegen eine angebliche Überbevölkerung durch Ausländer zu legitimieren.</p>
<p>Jedenfalls begann Bernhard kurz darauf, sich stark für den Tierschutz zu engagieren. Er sagt, er habe schon in der Schule WWF-Sticker auf seine Mappe geklebt: «Tierquälerei ist etwas vom Furchtbarsten, was es gibt auf der Welt.» Seit 20 Jahren isst er kein Fleisch, heute ist er Veganer. Vor zehn Jahren gründete er die Stiftung <a href="https://www.edi.admin.ch/edi/de/home/fachstellen/eidgenoessische-stiftungsaufsicht/stiftungsverzeichnis.exturl.html/aHR0cHM6Ly9lc3YuZGVpbW9zLmNoL0hvbWUvRm91bmRhdGlvbk/RldGFpbC8yMjc2MD9PcmRlckJ5PU5hbWUmT3JkZXI9QXNjZW5k/aW5nJkxhbmc9ZGUmS2V5d29yZD1CZXJuaGFyZCUyN3MlMjBBbm/ltYWxzJlBhZ2U9MA==.html" target="_blank" rel="noopener">«Bernhard’s Animals First &amp; Only Foundation»</a>, die sich gegen Tierversuche, Tiertransporte und die Jagd engagiert. Das Motto: «Wenn Sie lieber etwas für die Tiere tun wollen als für den Steuervogt: Spenden Sie für den Tierschutz.»</p>
<p>Steuern – ein weiteres Lieblingsthema. Bernhard, der sich als «politisch neutral» betrachtet, schreibt ab und an Leserbriefe und mokiert sich über die «Verschleuderung öffentlicher Gelder». Wenn man sehe, wie Bundesrat Berset mit dem Geld fremder Leute umgehe, werde es einem angst und bang.</p>
<p>Hauptberuflich gibt Bernhard seit zwanzig Jahren das <a href="https://www.private.ch/de/index.php" target="_blank" rel="noopener">Geld-Magazin «Private»</a> heraus. Daneben verleiht er einen mit total 50’000 Franken dotierten <a href="https://www.private.ch/de/private-medienpreis.php" target="_blank" rel="noopener">Medienpreis</a>, gemäss seiner in die Jahre gekommen Website «der bedeutendste internationale Medienpreis für Qualitätsjournalismus». Er habe an Pressekonferenzen gesehen, wie fleissig all die Journalisten seien, und wie wenig sie verdienten. Da habe er gedacht, vielleicht könne er ja etwas tun.</p>
<blockquote><p>Auch in den Finanzjournalismus hat es Bernhard zufällig gespült.</p></blockquote>
<p>Nach der Dissertation ging er als Praktikant zur Schweizerischen Bankgesellschaft, der heutigen UBS. Doch nach ein paar Jahren begann ein alter Traum, Gestalt anzunehmen: «Ich wollte immer schon ein Heftli machen, etwas, das man in die Hand nehmen kann.» Doch so ein Heftli müsse ja auch irgendwie finanziert sein. Und da er sich in der Bankenwelt bereits ausgekannt habe und es noch kein Geldmagazin gab in der Schweiz, habe er eben selber eines gegründet.</p>
<p>Bernhard erzählt mit kindlicher Naivität. Doch sein Plan ging auf. Mit einer Auflage von 30’000 Exemplaren, mit Inseraten, haufenweise Publireportagen und einer wohlwollenden Nähe zu den Finanzinstituten scheint er seither ganz gut über die Runden zu kommen. Dabei ist er selbst in dieser Nische weitgehend unbekannt. Fragt man Schweizer Finanzjournalisten, was sie von Bernhard halten, antworten sie kurz und knapp: «Norbert Bernhard? Kenn ich nicht.»</p>
<p>Das Projekt, mit dem er nun in Bern die Medienvielfalt erhalten will, verfolgt in groben Zügen dasselbe Konzept wie sein Geld-Magazin. In den vergangenen zwanzig Jahren, sagt Bernhard, habe es in der Schweiz zwei erfolgreiche Medien-Neugründungen gegeben: «20 Minuten» und sein «Private». Heute könne nur noch eine Gratis-Zeitung erfolgreich lanciert werden. Und auch auf das Printprodukt besteht er, da ist Bernhard alte Schule. Die Auflage müsse von Anfang an hoch sein, damit die neue Zeitung attraktiv sei für grosse Werbekunden wie Migros und Coop. Aber ja, er brauche natürlich auch Investoren, die nicht nur auf eine bestimmte Rendite bedacht seien – sondern auf ihr Image. Er setzt darauf, dass das Stichwort «Medienvielfalt» Türen öffnet. Es werde nicht reichen, zwei, drei Anrufe zu tätigen; aber in der Bankenwelt sei er ja durchaus vernetzt, sagt Norbert Bernhard.</p>
<p>Ganz abwegig klingt das alles nicht. Doch mit seinem Anleger-Magazin war Bernhard den Banken gut gesinnt. Die neue Zeitung aber soll den Anspruch haben, völlig unabhängig zu sein: «Wenn die Wirtschaftsredaktion eine Bank kritisieren will, dann ist das halt so», sagt der Verleger. Man darf bezweifeln, dass die Gelder dann immer noch so zuverlässig fliessen werden.</p>
<p>Und doch kann man sich irgendwie vorstellen, wie Bernhard in einigen Jahren mit derselben Naivität erzählt, er habe da in Bern so eine Zeitung gegründet und ein paar Banken angefragt und die hätten Geld gegeben für eine Redaktion. Die Sache laufe prima.</p>
<p>Die Öffentlichkeit hat Bernhard nicht gesucht, er will keine Medien treffen, er will sich nicht fotografieren lassen. Doch jetzt, als bekannt wurde, was er da in Bern plane, sei eine Lawine angerollt. Verlage, Vertriebsorganisationen und Journalistinnen hätten ihn kontaktiert. Sogar Druckereien aus Deutschland hätten Offerten geschickt. Er habe den Eindruck, dass alle auf das Projekt gewartet hätten.</p>
<p>Auch einen Namen hat er bereits: «Neue Berner Zeitung». Ein Name mit einer Geschichte. 1919 wurde eine <a href="https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/048329/2009-07-15/" target="_blank" rel="noopener">«Neue Berner Zeitung»</a> als Organ der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB gegründet, einem Vorläufer der SVP. Doch Bernhard winkt ab. Der Name sei keine Hommage. Der historische Zeitungstitel ist ein Vorgänger der «Berner Zeitung». Doch Tamedia hat es offenbar versäumt, die Marke «Neue Berner Zeitung» schützen zu lassen. Nun, sagt er schelmisch, habe er den Namen beim <a href="https://database.ipi.ch/database-client/register/detail/trademark/1206800464" target="_blank" rel="noopener">Institut für geistiges Eigentum</a> eintragen lassen. Er hege keinen Groll gegen den Zürcher Medienkonzern und wolle auch keinen Krieg führen.</p>
<p>Vielleicht spült es ihn aber gerade in einen hinein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Ein verschwiegener Einzelkämpfer will Bern die Zeitungsvielfalt zurückgeben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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