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	<title>Blick | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 06 Oct 2022 21:57:42 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Zehn Jahre nach Ankündigung: blick.ch ab 2023 mit Paywall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Sep 2022 15:29:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ab dem nächsten Frühjahr wird blick.ch einen Teil seiner Beiträge kostenpflichtig anbieten. Derzeit sucht Ringier nach Personal für ein «Service-Team», das die Premium-Inhalte produzieren soll. Andere grosse News-Portale wie Watson, 20min.ch oder nau.ch setzen weiterhin auf Reichweite und Werbung als Geschäftsmodell. Im Dezember 2012 sagte Ringier-Chef Marc Walder in einem Interview mit der «Sonntagszeitung»: «Wir <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/30/zehn-jahre-nach-ankuendigung-blick-ch-ab-2023-mit-paywall/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ab dem nächsten Frühjahr wird blick.ch einen Teil seiner Beiträge kostenpflichtig anbieten. Derzeit sucht Ringier nach Personal für ein «Service-Team», das die Premium-Inhalte produzieren soll. Andere grosse News-Portale wie Watson, 20min.ch oder nau.ch setzen weiterhin auf Reichweite und Werbung als Geschäftsmodell.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Paywall-Blick-20220930.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Paywall-Blick-20220930.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-99802" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Paywall-Blick-20220930.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Paywall-Blick-20220930-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Paywall-Blick-20220930-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Paywall-Blick-20220930-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Paywall-Blick-20220930-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Im Dezember 2012 sagte Ringier-Chef Marc Walder in einem <a href="https://archive.ph/dLtiR" rel="noopener" target="_blank">Interview mit der «Sonntagszeitung»</a>: «Wir werden beim ‹Blick› die Paywall spätestens im Herbst 2013 einführen.» Die Zeit ist verstrichen und die Artikel sind bis heute kostenfrei zugänglich. Das soll sich ändern. Läuft in den nächsten Monaten alles nach Plan, zieht blick.ch am 23. März 2023 eine Paywall hoch.<br />
</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE bestätigt Daniel Riedel, Sprecher der «Blick»-Gruppe, dass blick.ch ab dem kommenden Frühjahr einen Teil seines Angebots kostenpflichtig anbieten werde. Dabei handele es sich in erster Linie um Beiträge mit Service-Charakter und einem hohen Nutzwert für das Publikum. Derzeit sucht Ringier Journalistinnen und Journalisten für ein neues «Service-Team». Aufgebaut und geleitet wird die neue Einheit von Benno Tuchschmid, dem aktuellen Co-Leiter Gesellschaft der «Blick»-Gruppe. Gemäss <a href="https://archive.ph/SBv0D" rel="noopener" target="_blank">aktuellen Stelleninseraten</a> gehe es darum, den «Userinnen und User in qualitativ-hochstehenden Artikeln mit hohem Nutzwert die drängendsten Fragen des täglichen Lebens» zu beantworten, beispielsweise aus den Bereichen Gesundheit oder Reisen, wo der Informationsbedarf in den letzten Jahren wegen Corona gestiegen ist.</p>
<blockquote><p>Der Grossteil der Artikel soll aber weiterhin kostenlos zugänglich bleiben. Eine konkrete Zahl will das Unternehmen nicht nennen.</p></blockquote>
<p>Die Service-Beiträge bilden den Kern der Premium-Sektion, die «Blick Plus» heissen soll. Die Redaktion kann aber auch andere Texte kostenpflichtig anbieten, von denen sie ausgeht, dass das Publikum darin einen publizistischen Mehrwert erkennt, der das Preisschild rechtfertigt. Der Grossteil der Artikel soll aber weiterhin kostenlos zugänglich bleiben. Eine konkrete Zahl will das Unternehmen nicht nennen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass auf blick.ch 80 bis 90 Prozent des gesamten Angebots ohne Bezahlschranke erreichbar sein werden. Ein Wert, den Walder so auch im Interview vor zehn Jahren genannt hatte.</p>
<p>Dass es fast zehn Jahre gedauert hat, von der Ankündigung des CEO bis zur Umsetzung, die nun tatsächlich erfolgen soll, liege daran, dass Blick entschieden habe, zunächst Reichweite aufzubauen. Danach sei der strategische Fokus auf der publizistischen Vertiefung gelegen. «Heute ist blick.ch deutlich breiter, umfassender und service-orientierter als noch vor einigen Jahren ausgerichtet», führt Daniel Riedel gegenüber der MEDIENWOCHE aus. «Damit ist nun die Voraussetzung für die Einführung eines Abo-Modells gegeben.»</p>
<p>Über die Preisstruktur der Abos schweigt sich Ringier offiziell noch aus. Nur so viel erfährt man: Nicht allzu teuer sollen sie sein. Was man als Hinweis darauf verstehen könnte, dass ein blick.ch-Abo weniger kosten soll als die Angebote der direkten Konkurrenz von Tamedia oder CH Media.</p>
<blockquote><p>Eine Paywall, sagte Ringier-Chef Marc Walder schon 2012, sei «ein eminent wichtiger Schritt weg von der ‹Alles ist gratis›-Kultur».</p></blockquote>
<p>Die weiterhin kostenfrei zugänglichen Teile von blick.ch sollen wie bisher dank grosser Reichweite für reichlich Werbeerlös sorgen, während die Premium-Inhalte als zusätzliche Erlösquelle dienen sollen. Abgesehen vom finanziellen Nutzen, gibt es auch grundsätzliche Überlegungen, die für diesen Schritt sprechen. Eine Paywall, sagte Ringier-Chef Marc Walder schon 2012, sei «ein eminent wichtiger Schritt weg von der ‹Alles ist gratis›-Kultur».</p>
<p>Tatsächlich kann man den Schritt, den die «Blick»-Gruppe nun mit einiger Verzögerung vollziehen will, als Teil eines Kulturwandels der letzten Jahre sehen. Unter der Leitung von Christian Dorer (Redaktion) und Ladina Heimgartner (Verlag) bewegt sich das ehemalige Boulevard-Medium zunehmend weg vom klickgetriebenem Journalismus hin zu mehr Qualität und Relevanz.</p>
<blockquote><p>«Wir sind der Meinung, dass der Zugang zu Information so hürdenlos wie möglich zu halten ist.»<br />
<small>Maurice Thiriet, Chefredaktor Watson</small></p></blockquote>
<p>Blick.ch wird vorläufig die erste und einzige der grossen werbefinanzierten News- und Unterhaltungsplattformen im Schweizer Markt bleiben, die auch Abos verkaufen will. «Watson» spielt nicht einmal mit dem Gedanken, eine Paywall zu installieren. «Wir sind der Meinung, dass der Zugang zu Information so hürdenlos wie möglich zu halten ist», teilt Chefredaktor Maurice Thiriet auf Anfrage mit. Auch bei «Nau.ch» gibt es keinerlei Pläne für Bezahlinhalte. «Bei uns ist das langfristig kein Thema», schreibt Simon Klopfenstein, Mitglied der Geschäftsleitung von nau.ch auf Anfrage. «Wir glauben zu fest an neue, zielgenaue Werbeprodukte, welche die User nicht stören.»</p>
<p>Nicht ganz so apodiktisch wie «Watson» und nau.ch sieht man die Sache bei 20min.ch. Im Vergangenen Jahr suchten drei Studentinnen der Hamburg Media School im Auftrag der Gratisplattform <a href="https://archive.ph/8fra2" rel="noopener" target="_blank">nach «geeigneten Subscription-Modellen»</a>. Heraus kam dabei eine Skizze für «eine allumfassende Premiumwelt, die Mehrwerte mit journalistischen Inhalten verknüpft und auf die Zielgruppe abgestimmt ist.» Die Geschäftsleitung setzte sich mit dem Modell auseinander. Aber «aktuell verfolgen wir diese nicht weiter», teilt Eliane Loum-Gräser, Kommunikationsleiterin «20 Minuten» mit und ergänzt, dass man aber «laufend verschiedene Optionen prüfe, um das Unternehmen neben dem rein werbefinanzierten Reichweitenmodell breiter abzustützen.» Der Verlag von 20min.ch kann nun die Entwicklung des Bezahlexperiments von blick.ch beobachten, bevor er selbst entscheiden, ob er diesen Weg auch gehen will.</p>
<p>Bild: Unsplash/<a href="https://unsplash.com/@dikoles" rel="noopener" target="_blank">Dima Kolesnyk</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/30/zehn-jahre-nach-ankuendigung-blick-ch-ab-2023-mit-paywall/">Zehn Jahre nach Ankündigung: blick.ch ab 2023 mit Paywall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Christian Dorer: «Wir spielen vermutlich weniger auf den Mann als früher»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/29/christian-dorer-wir-spielen-vermutlich-weniger-auf-den-mann-als-frueher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2022 11:16:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Dorer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist Chef einer der wichtigsten Medienmarken der Schweiz, die längst über Print hinausgewachsen ist und sich als digitale Newsplattform sieht: Christian Dorer. Bereits seit 5 Jahren sitzt er fest im Sattel beim Blick – eine für diesen Verlag eher ungewohnt lange Verweildauer auf einem der Schleudersessel des Schweizer Journalismus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist Chef einer der wichtigsten Medienmarken der Schweiz, die längst über Print hinausgewachsen ist und sich als digitale Newsplattform sieht: Christian Dorer. Bereits seit 5 Jahren sitzt er fest im Sattel beim Blick – eine für diesen Verlag eher ungewohnt lange Verweildauer auf einem der Schleudersessel des Schweizer Journalismus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/29/christian-dorer-wir-spielen-vermutlich-weniger-auf-den-mann-als-frueher/">Christian Dorer: «Wir spielen vermutlich weniger auf den Mann als früher»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Legt Spiess-Hegglin der Boulevardpresse definitiv die Zügel an?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/01/legt-spiess-hegglin-der-boulevardpresse-definitiv-die-zuegel-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2022 18:56:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit acht Jahren dreht die Geschichte um die frühere Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin und die Ereignisse an der Landammann-Feier. Mit dem jüngsten Urteil gegen Ringier zur Herausgabe von Gewinnen aus Artikeln zeichne sich eine Zäsur ab, sagt SRF-Medienredaktor Salvador Atasoy.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/01/legt-spiess-hegglin-der-boulevardpresse-definitiv-die-zuegel-an/">Legt Spiess-Hegglin der Boulevardpresse definitiv die Zügel an?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit acht Jahren dreht die Geschichte um die frühere Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin und die Ereignisse an der Landammann-Feier. Mit dem jüngsten Urteil gegen Ringier zur Herausgabe von Gewinnen aus Artikeln zeichne sich eine Zäsur ab, sagt SRF-Medienredaktor Salvador Atasoy.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/01/legt-spiess-hegglin-der-boulevardpresse-definitiv-die-zuegel-an/">Legt Spiess-Hegglin der Boulevardpresse definitiv die Zügel an?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Durch die Hölle in ein neues Leben – der Fall Thomas Borer 20 Jahre danach</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/06/durch-die-hoelle-in-ein-neues-leben-der-fall-thomas-borer-20-jahre-danach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2022 15:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Borer]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Thomas Borer wurde eines der bekanntesten Schweizer «Medienopfer». 20 Jahre danach sagt der Ex-Botschafter: «Ich bin heute viel glücklicher als damals als Diplomat.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/06/durch-die-hoelle-in-ein-neues-leben-der-fall-thomas-borer-20-jahre-danach/">Durch die Hölle in ein neues Leben – der Fall Thomas Borer 20 Jahre danach</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Thomas Borer wurde eines der bekanntesten Schweizer «Medienopfer». 20 Jahre danach sagt der Ex-Botschafter: «Ich bin heute viel glücklicher als damals als Diplomat.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/06/durch-die-hoelle-in-ein-neues-leben-der-fall-thomas-borer-20-jahre-danach/">Durch die Hölle in ein neues Leben – der Fall Thomas Borer 20 Jahre danach</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ist es, wenn die Medienschaffenden nach einem tragischen Vorfall anrücken?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/10/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2022 09:38:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laura Bachofner (35) ist Präsidentin des Quartiervereins Ried und Vorstandsmitglied des Ortsverein Niederwangen. Sie lebt mit ihrer Familie im Ried-Quartier, wo das 8-jährige Mädchen lebte, das vergangene Woche tot aufgefunden wurde. Im folgenden Gastbeitrag schildert sie ihre persönlichen Erlebnisse, als das Medieninteresse begann.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/10/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/">Wie ist es, wenn die Medienschaffenden nach einem tragischen Vorfall anrücken?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laura Bachofner (35) ist Präsidentin des Quartiervereins Ried und Vorstandsmitglied des Ortsverein Niederwangen. Sie lebt mit ihrer Familie im Ried-Quartier, wo das 8-jährige Mädchen lebte, das vergangene Woche tot aufgefunden wurde. Im folgenden Gastbeitrag schildert sie ihre persönlichen Erlebnisse, als das Medieninteresse begann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/10/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/">Wie ist es, wenn die Medienschaffenden nach einem tragischen Vorfall anrücken?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tamedia, SRF&#160;Club, Blick</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/22/tamedia-srf-club-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jan 2022 09:48:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Megafon]]></category>
		<category><![CDATA[Temdia]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Club]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Nicht Sache der Justiz Artikel 259 des schweizerischen Strafgesetzbuchs trägt den Titel «Öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit». Nach diesem Paragrafen haben Schweizer Gerichte beispielsweise islamistische Hassprediger verurteilt. Der Tamedia-Verlag hingegen sah Artikel 259 auch als taugliches Instrument in einer zuvor auf publizistischem Wege ausgetragenen Fehde mit der Berner Alternativ-Zeitschrift «Megafon». <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/22/tamedia-srf-club-blick/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/22/tamedia-srf-club-blick/">Tamedia, SRF Club, Blick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220122b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220122b-300x101.jpg" alt="" width="300" height="101" class="alignnone size-medium wp-image-94217" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220122b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220122b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220122b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220122b.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>The Good – Nicht Sache der Justiz</h3>
<p><a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/54/757_781_799/de#book_2/tit_12/lvl_d4e711" rel="noopener" target="_blank">Artikel 259</a> des schweizerischen Strafgesetzbuchs trägt den Titel «Öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit». Nach diesem Paragrafen haben Schweizer Gerichte beispielsweise islamistische Hassprediger verurteilt. Der Tamedia-Verlag hingegen sah Artikel 259 auch als taugliches Instrument in einer zuvor auf publizistischem Wege ausgetragenen Fehde mit der Berner Alternativ-Zeitschrift «Megafon».</p>
<p>Anlass zur Strafanzeige bot ein satirisch gemeinter Text/Bild-Beitrag, ein sogenanntes Meme, auf Twitter. Die «Megafon»-Redaktion wollte die von Tamedia-Autorin Michèle Binswanger häufig in ihren Texten verwendeten Hinrichtungsmetaphern «gezielt überspitzen und verzerren». Bestandteil des Memes war eine Bildmontage mit einer historischen Hinrichtungsszene und einem hineinmontierten Porträtbild der Journalistin. Der Tamedia-Chefredaktor geisselte in einem Kommentar die unverantwortliche Gewaltfantasie und <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/das-ist-eine-grenzueberschreitung-998041872470" rel="noopener" target="_blank">kündigte eine Strafanzeige an</a>, die der Verlag dann auch tatsächlich erstattet hatte. Dass die «Megafon»-Redaktion nach der ersten Empörungswelle den Beitrag gelöscht und sich bei Binswanger entschuldigt hatte, spielte da schon keine Rolle mehr.</p>
<p>Wie diese Woche nun bekannt wurde, stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern <a href="https://twitter.com/Megafon_RS_Bern/status/1484221811961339907" rel="noopener" target="_blank">das Verfahren ein</a>. Ein richtiger Entscheid: Satire, und sei sie verunglückt, gehört nicht vor Gericht, erst recht nicht, wenn sie als solche erkennbar ist. Doch Tamedia wollte den satirischen Charakter offenbar gar nicht sehen und blendete <a href="https://twitter.com/Megafon_RS_Bern/status/1484221818894495753" rel="noopener" target="_blank">in der Strafanzeige</a> die «dem Meme beigefügten Textstellen, welche den satirischen Grundton unterstreichen, vollumfänglich aus».</p>
<h3>The Bad – Im Gorilla-Gehege</h3>
<p>«So bringt der «Medienclub» nichts»: Diese Zeile stand <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/24/so-bringt-der-medienclub-nichts/">vor sechs Jahren in der MEDIENWOCHE</a> und sie passt auch heute wieder. Im März 2016 entgleiste ein «Medienclub» des Schweizer Fernsehens SRF. Es ging um die Berichterstattung zur Flüchtlingssituation in Europa. «Eine völlig verunglückte Sendung mit einem Moderator, der dem Thema nicht gewachsen ist», kommentierte damals Christof Moser <a href="https://twitter.com/christof_moser/status/712399230363680769?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E712399230363680769%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&#038;ref_url=https%3A%2F%2Fmedienwoche.ch%2F2016%2F03%2F24%2Fso-bringt-der-medienclub-nichts%2F" rel="noopener" target="_blank">auf Twitter</a>. Der «Medienclub» liegt <a href="https://medien.srf.ch/-/-medienclub-franz-fischlin-gibt-moderation-ab" rel="noopener" target="_blank">seit Fischlins Abgang 2020</a> auf Eis. Medienthemen kommen nun im regulären «Club» zur Sprache.</p>
<p>So widmete sich die Gesprächssendung am letzten Dienstag <a href="https://www.srf.ch/play/tv/club/video/mediengesetz---die-vierte-gewalt?urn=urn:srf:video:0c3f26cd-6984-469d-be5b-169e3173cbd6" rel="noopener" target="_blank">dem Medienpaket</a>, das am 13. Februar 2022 zur Abstimmung kommt. Und wieder zeigten sich die bekannten Probleme, wenn Branchenleute, die sich gut kennen, aber nicht sonderlich gut mögen, über das eigene Metier debattieren sollten: Man schweift ab, verheddert sich in Insider-Diskussionen, fällt einander ins Wort und verharrt schliesslich in den Schützengräben. Moderatorin Barbara Lüthi (Bild) versuchte ihr Bestes, blieb aber weitgehend erfolglos. Sie hätte, wie es ihr Kollege Fischlin sechs Jahre zuvor getan hatte, gleich ein paar Mal in die Runde rufen können: «Diese Diskussion bringt dem Publikum nichts!» </p>
<p>Nur: Dafür ist die «Club»-Redaktion selbst verantwortlich. Wer Markus Somm und Philipp Gut einlädt, der kriegt auch Somm und Gut. Und wenn die beiden wortstarken und vehementen Gegner einer ausgebauten Medienförderung dann noch auf einen ebenso überzeugten und seiner Sache sicheren Kontrahenten wie Hansi Voigt treffen, <a href="https://twitter.com/petarmarj/status/1483847180184133632" rel="noopener" target="_blank">dann geht es rund im Gorilla-Gehege</a>. Dass man sich auch leiser, konstruktiver und gesitteter streiten kann, zeigte zum Glück die gleiche Runde. Die beiden Frauen, Susanne Lebrument und Anja Sciarra, versuchten die Ruhe zu bewahren und argumentierten überzeugt und überzeugend für und gegen die Medienvorlage und verliehen dem sonst verunglückten «Club» eine gewisse Restrelevanz.</p>
<p>Wie man eine TV-Diskussion zum umstrittenen Medienpaket ohne Gebrüll und Gorilla-Gehabe erfolgreich über die Bühne bringt, konnte man nur wenige Tage nach dem «Club» <a href="https://www.blick.ch/people-tv/tv/srf-arena-verlaeuft-ohne-gebruell-brotz-hatte-gut-im-griff-id17168330.html" rel="noopener" target="_blank">in der «Arena» von SRF sehen</a>. Das ist verkehrte Welt: Galt doch bisher die «Arena» als das krawalligere Format und der «Club» als ruhige Runde.</p>
<h3>The Ugly – Manipulierter Nazi-Vergleich</h3>
<p>Das schleckt keine Geiss weg: Thomas Matter hat manipuliert. Seine <a href="https://youtu.be/nClyeKkjoeQ" rel="noopener" target="_blank">Breitseite gegen das Schweizer Fernsehen</a> und für die Halbierung der SRG-Gebühren konnte der SVP-Nationalrat nur deshalb abfeuern, weil er ein SRF-Video zusammengeschnitten und Entscheidendes weggelassen hat. Bei Matters Version sieht es nun so aus, als hätte Satiriker Patrick «Karpi» Karpicenzko in seinem <a href="https://www.srf.ch/play/tv/gesichter--geschichten/video/karpis-jahresrueckblick?urn=urn:srf:video:465b8d11-c48b-4349-a470-d45ccab520e4" rel="noopener" target="_blank">Jahresrückblick</a> für die SRF-Sendung «Gesichter &#038; Geschichten» einen plumpen SVP-Nazi-Vergleich platziert.</p>
<p>Man sieht eine kurze Videosequenz mit einem historischen Nazi-Aufmarsch, dazu sagen Stimmen im Off: «Und was sehen wir hier?» – «Einen Aufmarsch …» – «… der SVP». Bei Matter ist hier fertig. Und für ihn der Skandal perfekt. In der Realität geht es jetzt erst los. Der Aufmarsch, sagt Karpis Gast, der Schrifsteller Thomas Meyer, zeige die Alternative Liste. So links sei die dann auch nicht mehr, wenn Millionen von Deutschen und Holländer als Klimaflüchtlinge zu uns kämen, mutmasst Meyer mit Blick in die Zukunft. Die Pointe ist flach, zielt aber nicht auf die SVP. Empört zeigen ob des Nazi-Vergleichs dürfte sich wenn schon die <a href="https://al-zh.ch/" rel="noopener" target="_blank">Alternative Liste</a>.</p>
<p>Die plumpe Auslassung und Verdrehung in Matters Video <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/thomas-matter-manipuliert-srf-video-fuer-angriff-auf-srg-270514778240" rel="noopener" target="_blank">deckte der «Tages-Anzeiger» auf</a>. Matter auf den Leim gegangen ist <a href="https://www.blick.ch/people-tv/tv/umstrittene-szene-im-g-g-jahresrueckblick-svp-matter-schiesst-wegen-nazi-vergleich-gegen-srf-id17162111.html" rel="noopener" target="_blank">dagegen der «Blick»</a>, der zuerst das Narrativ des Politikers aufnahm, ohne den Kontext zu prüfen. Erst nachdem <a href="https://twitter.com/karpi/status/1484147573028007938" rel="noopener" target="_blank">Karpi interveniert hatte</a>, ergänzte «Blick» seinen Artikel und reichte ein Transkript der vollständigen Sequenz nach. Eine Stellungnahme der Alternativen Liste haben sie bisher nicht eingeholt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/22/tamedia-srf-club-blick/">Tamedia, SRF Club, Blick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Thomas Benkö: «Als Journalist musst du jeden Tag um deine Existenzberechtigung kämpfen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/30/als-journalist-musst-du-jeden-tag-um-deine-existenzberechtigung-kaempfen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Häusermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2021 13:08:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Benkö]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf Social Media sieht man ihn dauernd. Was Thomas Benkö (47) beruflich genau macht, bleibt dagegen weniger gut sichtbar. Nach 25 Jahren bei Ringier wirkt er inzwischen mehrheitlich hinter den Kulissen. Als stellvertretender Chefredaktor von Blick.ch sorgt er für die Klicks auf dem News-Portal. Das macht er kühl und analytisch. Seine grosse Leidenschaft gilt dem <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/30/als-journalist-musst-du-jeden-tag-um-deine-existenzberechtigung-kaempfen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf Social Media sieht man ihn dauernd. Was Thomas Benkö (47) beruflich genau macht, bleibt dagegen weniger gut sichtbar. Nach 25 Jahren bei Ringier wirkt er inzwischen mehrheitlich hinter den Kulissen. Als stellvertretender Chefredaktor von Blick.ch sorgt er für die Klicks auf dem News-Portal. Das macht er kühl und analytisch. Seine grosse Leidenschaft gilt dem Rennrad. Aber wer ist eigentlich «Bö»?</strong><br />
<img decoding="async" class="size-full wp-image-93214 alignnone" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4934n-scaled.jpg" alt="" width="1680" height="1227" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4934n-scaled.jpg 1680w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4934n-300x219.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4934n-1024x748.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4934n-768x561.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4934n-1536x1122.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /><br />
Das Ringier-Café «The Studio» ist an diesem Mittwochmorgen praktisch leer. Eine «Radio Energy»-Moderatorin, die nur durch eine Glasscheibe vom Gästebereich getrennt ist, sorgt für hit-lastige Hintergrundbeschallung. Hier treffe ich Thomas Benkö. Der Mann, der durch seine <a href="https://twitter.com/ThBenkoe" target="_blank" rel="noopener">intensive</a> <a href="https://www.instagram.com/velofluencer/" target="_blank" rel="noopener">Social-Media-Präsenz</a> für viele Medienschaffende omnipräsent zu sein scheint. Und doch weiss man eigentlich nicht viel über ihn. Ausser, dass er gerne Velo fährt, eine Familie hat, von beidem fleissig Bilder postet. Und da war doch mal was mit «Blick am Abend». Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist Benkö für den Ringier-Verlag tätig. «Ich bin schmerzfrei. Hauptsache der Name ist richtig geschrieben», winkt er ab, als ich ihm zum Start das Gegenlese-Prozedere schildere. Er lacht kurz, wirkt aber sofort wieder ernst und fokussiert. Als wolle er das hier schnell, aber sauber über die Bühne bringen. Die Arbeit und das Velo warten.<br />
</p>
<p>Thomas Benkö ist «Teamlead Digital» bei «Blick Online», wie die Ringier-Medienstelle schreibt. Er selbst nennt sich verständlicher stellvertretender Chefredaktor «Blick.ch». Das Newsportal wird täglich von 1,2 Millionen Nutzerinnen und Nutzern besucht und liegt damit punkto Reichweite nur knapp hinter dem Spitzenreiter «20 Minuten». «Ich schaue, dass auf der Website was läuft», fasst Benkö seinen Job zusammen. Wenn er die Tagesverantwortung hat, leitet er auch die Morgensitzung, an der sich Print und Online beteiligen. Die Ressortleiter:innen schlagen die aktuellen Artikel vor, man bespricht, auf welchen davon der Fokus liegt, wo nachgebohrt werden muss und was über welchen Kanal ausgespielt wird. «Am Schluss landet alles auf der Website, wenn auch manchmal mit einem Schlenker über Print», erklärt Benkö. Digitale Reichweite ist alles, «Print first» Vergangenheit. Es brauche jeden Tag eine «wahnsinnige Menge» an Stories, sagt der 47-Jährige. Am Mittwoch unseres Gesprächs platziert die «Blick»-Redaktion 131 Artikel auf der Website, vom Interview mit Star-Geiger André Rieu bis zur Kurzmeldung über einen Arbeitsunfall in Trimmis. «Klicks sind für uns neben Relevanz eine wichtige Währung. Darum ist es toll, wenn man den Lesern ein Thema präsentieren kann, das funktioniert.» Das ist insofern bemerkenswert, als dass heute kaum mehr jemand so freimütig zugeben würde, klickgetrieben zu sein.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-93212 alignnone" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4843n-scaled.jpg" alt="" width="1680" height="1120" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4843n-scaled.jpg 1680w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4843n-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4843n-1024x683.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4843n-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4843n-1536x1024.jpg 1536w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Thomas-Brenkoe-20211110-ZH-DSCF4843n-728x485.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /><br />
Benkö analysiert mit Leidenschaft die Nutzungsdaten der Blick-Leserschaft. «Am Schluss nützt es nichts, wenn man eine sogenannte relevante Geschichte hat, die niemand liest», sagt er. «Erst wenn sie gelesen wird, ist sie auch relevant.» Viele Journalisten und Medien definieren Relevanz anders. Benkö weiss das und grenzt sich bewusst ab. «Was die Leute interessiert, ist oft nicht das, worauf Journis fliegen. Weisch wani mein?» Der Zürich-Leimbacher zählt sich nicht zur «Journi-Bubble», wie er sie nennt. «Branchenveranstaltungen versuche ich zu meiden», sagt er. Auch privat verkehre er kaum mit Journalisten, etwas Abwechslung tue auch hier gut.</p>
<p>«Bö», alle nennen ihn mit seinem Autorenkürzel, gibt sich nicht nur volksnah, sondern ist «einer aus dem Volk», wie man so schön sagt. Im Gegensatz zu vielen seiner Berufskolleg:innen hat er weder studiert noch eine Journalistenschule besucht, sondern eine KV-Lehre absolviert. Aufgewachsen ist er in Adliswil im Kanton Zürich. Sein Vater ist ein Schreiner aus Österreich, seine Mutter arbeitete erst im Büro, dann als Hausfrau. Die vierköpfige Familie – Benkö hat eine Schwester – lebt in einer 4,5-Zimmer-Wohnung. «Kurz bevor ich auszog, zogen wir in eine 6,5-Zimmer-Wohnung», lacht er mit sarkastischem Unterton, «und danach zogen meine Eltern sogar in ein Einfamilienhaus.»</p>
<blockquote><p>Bereits während seiner Anstellung bei «Tele» fasziniert ihn der «Blick», weil es dort mehr knallte als anderswo.</p></blockquote>
<p>Was für ein Kind war er? «Gott, das sind Fragen &#8230;», seufzt Benkö und vermittelt den Eindruck, dass er lieber über die Arbeit als über sich selbst spricht. «Ich war gerne draussen», erzählt er schliesslich. «Mein Vater hat den Schwimmclub gegründet, daher musste ich auch in den Schwimmclub. Ein grosses Hobby – zwangshalber.» Den Pfadfindern – «Seepfadi, das ist wichtig!» – kommt im Leben des jungen Mannes eine zentrale und prägende Rolle zu. «Ich habe früh Verantwortung für andere Kinder übernommen. Ich musste sie bespassen, etwas liefern, das ankam – also ähnlich wie jetzt.» Vor allem aber zeichnet er für die Pfadizeitung verantwortlich und entdeckt so seine Leidenschaft fürs Schreiben.</p>

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<p>Was er nach der Sekundarschule machen will, weiss er dennoch nicht. Er legt ein zehntes Schuljahr ein – und kommt danach «auf den letzten Drücker» als KV-Stift bei Mövenpick unter. «KV ist einerseits langweilig, ein Beruf ohne Eigenschaften, andererseits kann man am Schluss doch ein paar Sachen machen.» Was genau, ist Benkö nach Abschluss seiner Lehre 1995 allerdings weiterhin unklar. Er bewirbt sich «bei der einen oder anderen» Bank. «Ich lief aber rückwärts wieder raus, weil es mir da zu stier war», erinnert er sich. Auch für die Hotelfachschule interessiert er sich. Seine Bewerbung wird angenommen, doch er entscheidet sich dagegen. Erst als er eine ausgeschriebene Redaktorenstelle bei der Fernsehzeitschrift «Tele» entdeckt, weiss er: Das passt. Benkö bezieht wenig später seinen Arbeitsplatz an der Dufourstrasse, seine Ringier-Zeit beginnt.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-93211 alignnone" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Brenkoe-Huerlimann-20211110-ZH-DSCF4923n-scaled.jpg" alt="" width="1680" height="1072" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Brenkoe-Huerlimann-20211110-ZH-DSCF4923n-scaled.jpg 1680w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Brenkoe-Huerlimann-20211110-ZH-DSCF4923n-300x191.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Brenkoe-Huerlimann-20211110-ZH-DSCF4923n-1024x653.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Brenkoe-Huerlimann-20211110-ZH-DSCF4923n-768x490.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Brenkoe-Huerlimann-20211110-ZH-DSCF4923n-1536x980.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /><br />
Bereits während seiner Anstellung bei «Tele» fasziniert ihn der kontroverse, im selben Haus beheimatete «Blick». «Ich hatte einen gewissen Respekt, weil man wusste: Dort knallts ein wenig mehr als anderswo.» Er habe schon als Teenager ab und zu die Boulevardzeitung am Kiosk gekauft, «immer wenn es eine coole Schlagzeile gab.» Als er im Jahr 2000 die Chance für den Wechsel erhält, überlegt er nicht zweimal und erklärt fortan als Tech-Journalist in der Rubrik «ClickBlick» der Leserschaft, was sie über die Mobiltelefonie und das immer stärker aufkommende Internet wissen muss. Nachdem er auch als News-Reporter Fuss gefasst hat, wird er Teil des Gründungsteams, das 2006 mit «heute» die erste Abendzeitung der Schweiz ins Leben ruft. Das Gratisblatt wird zwei Jahre später zu «Blick am Abend». Zusammen mit Chefredaktor Peter Röthlisberger prägt Benkö als stellvertretender Chefredaktor die Publikation. «Viel Herzblut» habe er reingesteckt, sagt er, der in der Abendzeitung regelmässig selbst in die Tasten gegriffen hatte. Benkö schrieb als Allrounder mit einem Flair für Multimedia und Telekom über iPhone und Swisscom, aber auch über Trump und Putin. Als Ringier den «Blick am Abend» 2018 einstellt, schmerzte ihn der Entscheid. «Schade» habe er es gefunden – mehr Emotionen sind ihm nicht zu entlocken.</p>
<blockquote><p>«Auch wenn ich Ringier sehr schätze: Mir ist es wichtig, eine kritische Distanz zu bewahren, das bringt wohl der Job mit sich.»</p></blockquote>
<p>25 Jahre nach seinem Einstieg bei «Tele» sitzt er immer noch an der Dufourstrasse bei Ringier. «Es hat sich einfach immer so ergeben, dass es interessant geblieben ist», erklärt er nach langem Überlegen. «Ich habe intern aber oft gewechselt, durfte mit ‹Heute› und ‹Blick am Abend› sogar zwei Zeitungen aufbauen.» Natürlich ergibt sich nach einer solchen Zeit eine starke Bindung. Trotzdem betont Bö: «Auch wenn ich Ringier sehr schätze: Mir ist es wichtig, eine kritische Distanz zu bewahren, das bringt wohl der Job mit sich.»</p>
<p>Hobbys und Familie sind Benkö mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als die Arbeit. Das wissen alle, die ihm in den sozialen Medien folgen. Auf Instagram postet er ständig Fotos von seinen Velotouren. Regelmässig organisiert er auch Touren mit Kollegen. Mit Christoph Vetter vom Zürcher Veloladen «Flamme Rouge» rief er die «Lange Velotour» ins Leben. Am längsten Tag des Jahres, dem 21. Juni, besammeln sich Eingeweihte um 6 Uhr morgens und strampeln 333 Kilometer ab. Die «wilde» Rundfahrt führt von Zürich aus in die Innerschweiz, über den Oberalppass und durchs Bündnerland zurück zum Sternengrill beim Bellevue und endet dort spätabends bei Bier und Bratwurst. Zwischenzeitlich, erzählt der treue Teilnehmer Dominik Allemann, sei der Anlass auf Social Media etwas zu stark promotet worden und zuletzt hätten sich frühmorgens 130 Menschen eingefunden. «Seither hält sich Bö auf Facebook zurück», lacht er. Auch am kürzesten Tag des Jahres hat Benkö eine Tour ins Leben gerufen. Sie ist kurz, findet im kleinsten, persönlichen Rahmen statt und endet bei ihm Zuhause, wo er Fondue auftischt. «Bö ist ein äusserst grosszügiger Mensch», sagt Allemann, der die PR-Agentur Bernet Relations führt. «Und er ist eine Saftwurzel, ein Haudegen, ein Macher. Er eckt vielleicht auch an bei manchen Leuten, mit seiner teils auch auch zynischen Art. Aber er hat eine überaus frische, witzige Art.»</p>
<blockquote><p>«Wenn ich erst um 14 Uhr mit der Arbeit anfangen muss, kann ich am Morgen noch eine Velotour machen oder auf einen Berg kraxeln.»</p></blockquote>
<p>Oft fährt Benkö auch alleine Velo. Kein Pass scheint vor ihm sicher. Man könnte von aussen fast den Eindruck bekommen, er sitze öfter auf dem Sattel als am Redaktionspult. Dem ist nicht so. Möglich macht es der Schichtbetrieb im Newsroom, von 6 bis 23 Uhr. «Schichtdienst klingt zwar stier und fabrikmässig, für mich ist er aber ideal», sagt er. Weil er entweder sehr früh oder sehr spät mit der Arbeit beginnt, kann er den Rest des Tages freier gestalten als es ein «Nine-to-Five»-Job zuliesse. «Wenn ich beispielsweise erst um 14 Uhr anfangen muss, kann ich am Morgen noch eine Velotour machen oder auf einen Berg kraxeln.» Das Wochenende gehöre dann der Familie, aber unter der Woche seien die Kinder ja in der Schule. Drei sind es, 15, 10 und 8 Jahre alt. Sie hätten «keines dieser hippen, neuen Familienmodelle» praktiziert, sagt er. «Ich bringe mich schon ein, aber es hat sich so ergeben, dass meine Frau weniger arbeitet, als die Kinder kamen, und ich meist 100 Prozent.» Etwas verpasst habe er nicht, findet er und präzisiert nüchtern: «Klar haben die Kinder eine andere Beziehung zum Elternteil, der mehr da ist.»<br />
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Das Smartphone liegt während des Gesprächs stets griffbereit. Ab und zu ein prüfender Blick, immer wieder leuchten Push-Nachrichten auf. «Ich bin ein always-on-Typ, auch zuhause», sagt Benkö. «Ich mache fast alles übers Smartphone, es deckt vieles ab. Ich habe keine andere Bildschirmzeit, auch privat nicht.» Die längste Zeit ohne Handy seien neun Tage auf einem Tauchboot in Thailand gewesen. 2004 notabene, als man mit dem Gerät lediglich telefonieren und SMS schreiben konnte – «so gesehen habe ich nichts vermisst.» Von Bestrebungen, den digitalen Konsum zu reduzieren, hält er nichts. «Digital Detox, was soll das heissen? Es gehört nun mal zum Leben, da kann man noch lange diskutieren, ob`s gut oder schlecht ist.» Noch weniger kann er Menschen abgewinnen, die ihre halbjährigen Twitter-Pausen lautstark ankündigen. «Das sind dieselben, die früher gesagt haben: ‹Ich schaue nicht fern. Oder nur Arte.› Dann macht’s doch einfach, ist ja gut.»</p>
<p>Benkös Liebe zum Handy, dem «perfekten Gerät», hört auf, wenn es um die Kinder geht. Er erzählt von Problemen, die es an der Schule seiner Sprösslinge gegeben habe. Kinder seien etwa gezwungen worden, unangemessene Dinge zu schauen. «Früher mussten wir an die Altpapiersammlung, um an die ersten Sexheftli zu kommen. Heute kann jeder alles auf dem Handy abrufen.» Ein Problem seien auch die falschen Vorbilder auf Instagram, an denen sich die Mädchen orientierten und sich so unter einen riesigen Druck setzten. «Ich bin echt froh, hat’s das bei uns früher nicht gegeben. Wenn wir einen Seich machten – wir waren oft im Niederdorf im Ausgang und es floss viel Alkohol – haben das vielleicht deine zwei, drei Kollegen erfahren. Heute verbreiten sich Videos flächenartig mit teilweise verheerenden Folgen für die Betroffenen.»</p>
<blockquote><p>«Der Journalismus ist härter geworden. Heute hat man nicht nur mit Spardruck zu kämpfen, sondern seit Trump und seiner Fake-News-Bewegung auch mit ständigen Anfeindungen.»</p></blockquote>
<p>Das Gespräch neigt sich dem Ende zu, bald ist zwölf Uhr, der Hunger meldet sich. Zeit für die grossen Fragen. Würde er rückblickend als junger Mann nochmals alles gleich machen und auf den Journalismus setzen? Benkö überlegt lange, klar scheint die Antwort nicht zu sein.</p>
<p>«Journalismus hat viel Glamour verloren», sagt er nachdenklich. «Der Beruf hat sich verändert, ist härter geworden. Heute hat man nicht nur mit Spardruck zu kämpfen, sondern seit Trump und seiner Fake-News-Bewegung auch mit ständigen Anfeindungen.» Benkö überlegt und fährt selbstkritisch fort: «Man kann vieles kritisieren am ‹Blick›. Auch uns passieren mal Fehler.» Die neuen Newsroom-Richtlinien sollen das verhindern. Ein guter Schritt, findet der Ringier-Routinier: «Ich kann voll dahinterstehen. Es heisst nichts anderes als: ‹Schaff suuber›.» Das sei auch deshalb nötig, weil die Kritik heute viel direkter und pointierter erfolge als früher. «Damals hat vielleicht einmal ein Leser angerufen, aber oft hat die Redaktion davon gar nichts mitbekommen.» Heute kann Kritik über Social Media breit gestreut werden und Organisationen wie FairMedia schalten sich ein, wenn sie unfaire Berichterstattung wahrnehmen. Solcher Kritik stellt sich Benkö gerne. Mit Gegenwind anderer Art bekundet er dagegen mehr Mühe: «Es gibt eine Gruppe von Leuten, die abgekoppelt scheinen von der Realität, die fern von jeder gerechtfertigten Kritik operieren. Wenn es dich selber betrifft und die dann hier vor dem Haus stehen – das ist schon etwas mühsam.» Er erzählt von Menschen, die hinter allem eine Verschwörung witterten, an gelenkte Medien mit einer Agenda glaubten. «Ich wäre ja froh, wenn mir jeden Tag jemand sagen würde, was ich schreiben muss – dann wäre mein Job einfacher», lacht er trocken. Und fasst den Zeitgeist in Bö-Manier zusammen: «Früher gab’s in jedem Dorf einen Löli. Heute vereinigen die sich in Facebook- und Telegram-Gruppen und befeuern sich selbst. Gesellschaftlich werden sie so leider immer relevanter.»</p>
<blockquote><p>«Wenn du als Journalist Sachen machst, die niemanden interessieren, machst du dich früher oder später überflüssig.»</p></blockquote>
<p>Also würde er den Weg nicht mehr einschlagen? «Ich weiss es nicht. Es gibt so viele Lebenswege. Du kannst beispielsweise ein Handwerk lernen und dieses auf der ganzen Welt ausüben. Eine Mauer kannst du überall mauern, während wir hier eher an unseren Sprachraum gebunden sind.» Auch wenn er ihn seit 25 Jahren praktiziert – kompromisslos an den Journalismus gebunden scheint Thomas Benkö nicht zu sein. Man wisse nie, was die Zukunft noch bringe, sagt er, und fügt an: «Die Medienwelt ist schnelllebig, es gibt keine Sicherheit auf Jahrzehnte hinaus. Das macht sie aber auch spannend: Du musst jeden Tag ein wenig um deine Existenzberechtigung kämpfen. Wenn du Sachen machst, die niemanden interessieren, machst du dich früher oder später überflüssig.»</p>
<p>Bilder: Marco Leisi</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/30/als-journalist-musst-du-jeden-tag-um-deine-existenzberechtigung-kaempfen/">Thomas Benkö: «Als Journalist musst du jeden Tag um deine Existenzberechtigung kämpfen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sandro Inguscio ist dort, wo er hinwollte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/07/sandro-inguscio-ist-dort-wo-er-hinwollte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2021 08:13:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Sandro Inguscio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sein Karriere beim «Blick» kennt nur eine Richtung: steil nach oben. Sandro Inguscio musste dafür aber viel tun.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sein Karriere beim «Blick» kennt nur eine Richtung: steil nach oben. Sandro Inguscio musste dafür aber viel tun.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/07/sandro-inguscio-ist-dort-wo-er-hinwollte/">Sandro Inguscio ist dort, wo er hinwollte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tages-Anzeiger, 20&#160;Minuten, Blick</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/25/tages-anzeiger-20-minuten-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Häusermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Sep 2021 09:44:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Würdevoller Nachruf Die Tat sorgt weit über die Grenzen Zürichs hinaus für Entsetzen. Im Kreis 9, in Albisrieden, wurde am frühen Sonntagmorgen ein Obdachloser ermordet. Von einem 20-Jährigen, der die Tat filmte und auf Snapchat stellte. Es fehlen einem schlichtweg die Worte. Der Autor Kevin Brühlmann findet sie dennoch. Mit seinem im <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/25/tages-anzeiger-20-minuten-blick/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-91344" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Würdevoller Nachruf</h3>
<p>Die Tat sorgt weit über die Grenzen Zürichs hinaus für Entsetzen. Im Kreis 9, in Albisrieden, wurde am frühen Sonntagmorgen ein Obdachloser ermordet. Von einem 20-Jährigen, der die Tat filmte und auf Snapchat stellte. Es fehlen einem schlichtweg die Worte. Der Autor Kevin Brühlmann findet sie dennoch. Mit seinem im Tages-Anzeiger veröffentlichten <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/ruedis-brutaler-tod-607679593851" target="_blank" rel="noopener">«Nachruf auf einen Obdachlosen»</a> ist ihm ein ergreifendes Porträt gelungen.</p>
<p>Brühlmann erzählt unaufgeregt die Geschichte von Ruedi, der einst Jura studiert, dann auf einer Bank gearbeitet hatte und schliesslich auf einer Bank schlief. Ruedi lebte nur vermeintlich am Rande der Gesellschaft. Für viele Mitmenschen war er ein wichtiger Pfeiler im Alltag. Eine Konstante, die immer da war, stets ein offenes Ohr hatte. Und am Ende von Brühlmanns exzellentem Werk wird klar, dass Ruedi überhaupt nicht zu den Schwächsten der Gesellschaft gehörte. Ruedi war stark. Er hatte es nicht nötig, sich über andere Menschen zu stellen. Er war bescheiden und gütig. Übernahm Verantwortung für sich und sein Leben. Und behielt dabei stets seine Würde.</p>
<h3>The Bad – Clickbaiting in gedruckter Form</h3>
<p>«Die Story ist in Tat und Wahrheit gar keine. Sie ist Bullshit; hingekackt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.» Medienwissenschaftler <a href="https://www.20min.ch/story/wie-medien-die-corona-radikalisierung-vorantreiben-758961470731" target="_blank" rel="noopener">Marko Ković</a> kritisierte in seinem Gastartikel die Medien und insbesondere «20 Minuten» harsch. Der Vorwurf: Den Klicks und der Quote zuliebe würden die Medien die Deutungshoheit im Corona-Diskurs an eine kleine, extremistische Minderheit übergeben, weil solche Geschichten viel Aufmerksamkeit erregten. «Kein Protest zu klein, kein Telegram-Chat zu unbedeutend, um daraus nicht eine Story für die Frontseite zu basteln», schreibt er. In einer Replik nahm darauf hin Chefredaktor <a href="https://www.20min.ch/story/es-geht-nicht-an-dass-20-minuten-eine-minderheit-einfach-totschweigt-467093461162" target="_blank" rel="noopener">Gaudenz Looser</a> Stellung zu den Vorwürfen: «Herr Kovic, um die Klicks müssen wir uns keine Sorgen machen», entgegnet er unter anderem. Die Frontseite der gedruckten Ausgabe am Freitag zeigte denn auch, wieso.</p>
<p>«Ungeimpften droht in Quarantäne Lohnabzug», steht da in grossen Lettern <a href="https://epaper.20minuten.ch/#read/644/Region%20Z%C3%BCrich/2021-09-24/1" target="_blank" rel="noopener">auf der Frontseite</a>. Huch? Werden Ungeimpfte nun von den Arbeitgebern mit Lohnkürzungen bestraft? Bekanntlich lesen viele Menschen <a href="https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Sensation-schlaegt-Information-Die-Macht-der-Ueberschriften,extra19986.html" target="_blank" rel="noopener">nur noch die Titel</a>. Das ist schade, sonst würden sie erfahren, dass nicht von der Schweiz, sondern von Deutschland die Rede ist. Wer in Quarantäne muss, soll dort ab November keine staatlichen Ersatzleistungen mehr erhalten. In der Schweiz steht eine ähnliche Regelung aktuell nicht bevor. Viel Titel-Lärm um nichts also. Oder: Clickbaiting in Papierform.</p>
<h3>The Ugly – Anonymisieren für Anfänger</h3>
<p>Im aargauischen Brugg kommt ein Gewaltverbrechen gegen ein Kind vor Gericht. «Blick.ch» ruft die 2019 begangene Tat nochmals in Erinnerung: Der «Horror-Vater» habe seine damals vierjährige Tochter «brutal auf den Boden gedonnert». Die Folge: Schädelbruch. Für das heute sechsjährige Mädchen eine einzige Tragödie. Gut, ist zumindest seine Identität durch die <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/27/sauber-auf-dem-boulevard-anstandsregeln-fuer-den-blick/">«News-Richtlinien»</a> der «Blick»-Gruppe geschützt. Oder? «Punkt 4: Der Schutz der Opfer geniesst höchste Priorität. Wir anonymisieren so, dass niemand durch auf deren Identität schliessen kann.»</p>
<p>Der am 22. September 2021 publizierte Artikel anonymisierte beim Opfer indes nicht viel. Das Mädchen war auf mehreren Bildern unzensiert zu sehen – unter anderem, wie es mit Kopfverband im Spitalbett liegt. Der Artikel nennt zudem den richtigen, einen hierzulande seltenen Vornamen. Eine Testrecherche zeigt: Der mutmassliche Familienname lässt sich damit innert Sekunden ergoogeln.</p>
<p>Ein «Blick»-Sprecher rechtfertigt die Publikation gegenüber der MEDIENWOCHE damit, dass sowohl Mutter wie auch Grossmutter bereits nach dem Vorfall 2019 die Erlaubnis erteilt hätten, das Mädchen unverpixelt zu zeigen und ihren Namen zu nennen. Die Erlaubnis für die erneute Publikation im September 2021 habe man aber nicht eingeholt und deshalb nachträglich entschieden, Fotos und Namen wieder dem bereits veröffentlichten Artikel zu entfernen. Vielleicht wäre es im Sinne der Opfer, diese Überlegungen das nächste Mal bereits vor der Publikation anzustellen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/25/tages-anzeiger-20-minuten-blick/">Tages-Anzeiger, 20 Minuten, Blick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wichtige&#160;Recherche, endlose&#160;Geschichte, alter&#160;Boulevard</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/18/wichtige-recherche-endlose-geschichte-alter-boulevard/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/09/18/wichtige-recherche-endlose-geschichte-alter-boulevard/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Sep 2021 08:56:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Megafon]]></category>
		<category><![CDATA[Nadja Brenneisen]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Donghi]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Michèle Binswanger]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Das «Megafon» ist systemrelevant Die Zeitschrift «Megafon» tut, was bei der «NZZ» zu Augenrollen führt: recherchieren. Es seien «Sittenwächter der Berner Reitschule, die das weltweite Netz offenbar gezielt nach den Faux-pas von Massnahmengegnern scannen», schreibt die NZZ. In anderen Worten: Es sind Journalist:innen, die – wie es dem Berufsprofil entspricht – Informationen <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/18/wichtige-recherche-endlose-geschichte-alter-boulevard/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/18/wichtige-recherche-endlose-geschichte-alter-boulevard/">Wichtige Recherche, endlose Geschichte, alter Boulevard</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-91158" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210918d.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210918d.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210918d-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210918d-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210918d-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Das «Megafon» ist systemrelevant</h3>
<p>Die Zeitschrift «Megafon» tut, was bei der «NZZ» zu Augenrollen führt: recherchieren. Es seien «Sittenwächter der Berner Reitschule, die das weltweite Netz offenbar gezielt nach den Faux-pas von Massnahmengegnern scannen», <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/bundesrat-ueli-maurer-posiert-im-shirt-der-coronamassnahmen-gegner-ld.1645138" target="_blank" rel="noopener">schreibt die NZZ</a>. In anderen Worten: Es sind Journalist:innen, die – wie es dem Berufsprofil entspricht – Informationen publizieren, wenn diese öffentlich relevant sind. Beispielsweise letzten Sonntag, als ein Bundesrat im Tenü von radikalen Massnahmengegner:innen posierte und damit das Kollegialitätsprinzip ritzte.</p>
<p>Bei der «Weltwoche» herrschte dann Unverständnis, dass «Anarchisten» – gemeint sind die «Megafon»-Journalist:innen – auf das Kollegialitätsprinzip verweisen. Offenbar hat man bei der «Weltwoche» die journalistische Kompetenz der «Einordnung» vergessen: Wenn sie jemanden – etwa Bundesrat Ueli Maurer – an den Ansprüchen seines Amtes messen, ist das Weltbild der «Megafon»-Journalist:innen irrelevant. Diese Woche hatten die Kolleg:innen von «Megafon» einen Lauf: Am Dienstag <a href="https://twitter.com/Megafon_RS_Bern/status/1437843167995383815" target="_blank" rel="noopener">factcheckten</a> sie Übertreibungen des «Nebelspalter» zur Teilnehmer:innenzahl an einer Demo von Massnahmengegner:innen. Am Freitag erschien in der «Republik» eine aufschlussreiche Recherche über die Radikalisierung des «Mass-Voll»-Gründers, bei der ein «Megafon»-Redaktor <a href="https://www.republik.ch/2021/09/17/nicolas-a-rimoldi-gefaellt-das" target="_blank" rel="noopener">als Co-Autor</a> wirkte.</p>
<p>Man könnte nun jammern, wie es mit der Medienbranche bergab geht, dass so viel Relevantes nur dank dem «Megafon» an die Öffentlichkeit dringt. Viel angebrachter ist was Anderes, nämlich: Chapeau Kolleg:innen!</p>
<h3>The Bad – «Hört auf mit dem Scheiss!»</h3>
<p>Man kann der Ex-Journalistin Nadja Brenneisen, die diese Woche in einem Video Vorwürfe gegen Michèle Binswanger erhebt, in einem absolut zustimmen: «Hört auf mit dem Scheiss!» Ob Binswangers Buch erscheint, ist eine juristische Frage. Die (sozial)mediale Öffentlichkeit verspricht keine Lösung, sondern ewige Fehde.</p>
<p>Auf die Vorwürfe von Brenneisen reagierte Binswanger via Twitter prägnant mit: «Alles falsch.» Im Februar 2020 konfrontierte Binswanger Brenneisen in einer Mail; kürzlich kursierte es auf Twitter. Die Mail erweckt den Eindruck, Binswanger wolle in ihrem geplanten Buch Brenneisens Artikel ein Kapitel widmen. Da scheint die Verhältnismässigkeit durcheinander: Der fünf Jahre alte Artikel einer Ex-Journalistin, der nach Erscheinen gelöscht wurde und in einem Medium erschien, das in der Schweiz nicht mehr präsent ist, soll «ein Lehrbeispiel für die Scheinheiligkeit der Branche» sein?</p>
<p>Sie habe sich als Journalistin immer für ambivalente Geschichten interessiert, schrieb Binswanger in der «Sonntagszeitung»; «dieses Stück Mediengeschichte» sei eine solche. Doch aus dem <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/die-geschichte-eines-fast-verbotenen-buchs-215255613906" target="_blank" rel="noopener">«Essay»</a> geht eben gerade hervor, wie sehr sie persönlich betroffen, wie ihr Ambivalenz abhandengekommen ist.</p>
<p>Unabhängig davon, wie es juristisch ausgeht: In der (sozial)medialen Öffentlichkeit zehrt der Konflikt Energie bei allen, die ihn mitbekommen. Jenen, die sich als Journalist:innen verstehen, nimmt er Aufmerksamkeit für wichtige, andere, neue Themen. Während beide Seiten in ihren Gräben sitzen, dreht sich die Welt weiter: Es kommt zu Persönlichkeitsverletzungen, die unter dem Radar bleiben und Pressefreiheitsbeschränkungen, die relevant sind.</p>
<p><small>Benjamin von Wyl kennt sowohl Nadja Brenneisen als auch Michèle Binswanger persönlich. Mit Brenneisen arbeitete er bei VICE Switzerland bis Juni 2015. Binswanger sah er zuletzt, als er sie im Frühjahr <a href="https://2013-2019.theaterneumarkt.ch/www.theaterneumarkt.ch/dam/jcr%253A2439ed15-87c6-4af3-863b-564caaec4d88/Normal_Publikation.pdf" target="_blank" rel="noopener">2016 interviewte</a>.</small></p>
<h3>The Ugly – Crime wie eh und je</h3>
<p>«Nicht mal die Angehörigen wissen, was passiert ist», titelte der «Blick» am Mittwoch, «Tote Geschwister von Frick AG: ‹Sie waren so fröhliche Menschen›», pries er am Donnerstag dann online ein Videointerview von Ralph Donghi mit einer Freundin der Verstorbenen an. Am Freitag noch die Schlagzeile «Eliza Z. († 26) erstach ihren Bruder!» Dass der «Blick» reisserisch über Kriminalfälle berichtet, verwundert nur, weil das Medium unlängst <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/27/sauber-auf-dem-boulevard-anstandsregeln-fuer-den-blick/" target="_blank" rel="noopener">«News-Richtlinien»</a> verabschiedete, die «brisante Themen ausserhalb von Crime» versprechen und in denen es heisst: «Wir recherchieren nicht weiter im Umfeld des Opfers, wenn (…) die nächsten Angehörigen nicht reden wollen.»</p>
<p>Das zweiminütige, unverpixelte Videointerview, das Ralph Donghi mit einer Freundin der Verstorbenen führte, wirkt wie ein Verstoss gegen die eigenen Richtlinien. Die Frau spricht darüber, wie tief der Schock sitze, über die Verstorbenen und darüber, wie sehr ihre Kinder diese mochten.</p>
<p>«Selbstverständlich berichtet Blick auch mit den neuen News-Richtlinien über Unglücke und Verbrechen», schreibt ein Ringier-Sprecher auf Anfrage. «Blick» trage dem «Informationsbedürfnis» Rechnung, das «bei so einem Fall verständlicherweise hoch» sei: «Würdig, sachlich – und nie gegen die Involvierten. Im Video sieht und hört man eine Frau, die aufrichtig um ihre Freunde trauert.»</p>
<p>Die Redaktionsrichtlinien erwähnen aber ohnehin «Ausnahmen der (…) Guidelines» über die die «News-Leitung» befinde. «In diesem Fall hat die News-Leitung entschieden», bestätigt der Sprecher.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/18/wichtige-recherche-endlose-geschichte-alter-boulevard/">Wichtige Recherche, endlose Geschichte, alter Boulevard</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Fussball-EM: Schweiz gewinnt – Ringier verliert</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/08/fussball-em-schweiz-gewinnt-ringier-verliert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2021 07:04:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball-EM]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90012</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit Jahren machen Ringier-Journalisten Kampagnen gegen Nati-Trainer Petković. Jetzt hat er ihnen auf dem Rasen das Maul gestopft.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/08/fussball-em-schweiz-gewinnt-ringier-verliert/">Fussball-EM: Schweiz gewinnt – Ringier verliert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren machen Ringier-Journalisten Kampagnen gegen Nati-Trainer Petković. Jetzt hat er ihnen auf dem Rasen das Maul gestopft.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/08/fussball-em-schweiz-gewinnt-ringier-verliert/">Fussball-EM: Schweiz gewinnt – Ringier verliert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Historischer Kniefall von Ringier und «Blick»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/07/historischer-kniefall-von-ringier-und-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2021 07:36:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Raiffeisenbank]]></category>
		<category><![CDATA[Guy Lachappelle]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90002</guid>

					<description><![CDATA[<p>Boulevard-Verlag löscht Story mit Breitseite gegen Raiffeisen-Kapitän Guy Lachappelle. Intern ging Rede von zweitem Fall Borer um.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/07/historischer-kniefall-von-ringier-und-blick/">Historischer Kniefall von Ringier und «Blick»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Boulevard-Verlag löscht Story mit Breitseite gegen Raiffeisen-Kapitän Guy Lachappelle. Intern ging Rede von zweitem Fall Borer um.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/07/historischer-kniefall-von-ringier-und-blick/">Historischer Kniefall von Ringier und «Blick»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blick, Gender Gap, RTS</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/03/blick-gender-gap-rts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 09:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[fög]]></category>
		<category><![CDATA[RTS]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Crittin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=89886</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – «Blick» verzichtet auf Erotik-Inserate Beim «Blick» gibts seit vergangener Woche noch weniger Sex: Nachdem die Sex-Ratgeber-Kolumne nach mehr als 40 Jahren eingestellt wurde, gab Ringier letzten Mittwoch bekannt, dass auch die Seite mit Erotik-Inseraten aus der Boulevardzeitung verschwinden wird – auf blick.ch sind schon länger keine derartigen Inserate mehr zu finden. Das <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/03/blick-gender-gap-rts/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/03/blick-gender-gap-rts/">Blick, Gender Gap, RTS</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-89890" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «Blick» verzichtet auf Erotik-Inserate</h3>
<p>Beim «Blick» gibts seit vergangener Woche noch weniger Sex: Nachdem die Sex-Ratgeber-Kolumne nach mehr als 40 Jahren eingestellt wurde, gab Ringier letzten Mittwoch bekannt, dass auch die Seite mit Erotik-Inseraten aus der Boulevardzeitung verschwinden wird – auf blick.ch sind schon länger keine derartigen Inserate mehr zu finden. Das habe mit der inhaltlichen Neuausrichtung des «Blick» zu tun, sagte Kommunikationschefin Johanna Walser gegenüber <a href="https://www.persoenlich.com/medien/blick-verzichtet-auf-erotik-inserate" rel="noopener" target="_blank">persoenlich.com</a>. Man wolle die Zielgruppe erweitern und vor allem vermehrt Frauen ansprechen. Und laut Katia Murmann, Mit-Initiantin des Projekts «Equal Voice» bei Ringer, passen solche Inserate einfach nicht mehr zum «Blick» im 2021. Way to go, Ringier! Ganz allgemein scheint sich der «Blick» im Wandel zu befinden: Es wird beispielsweise vermehrt über Femizide statt über «Familiendramen» berichtet. Nun gilt es, weiterhin ernst zu machen. Wäre schön, wenn man in Zukunft etwa von «sexualisierter Gewalt» statt von <a href="https://archive.ph/nxuiw" rel="noopener" target="_blank">«Sex-Verbrechen»</a> läse. Oder von «Die Villa, in der Vergewaltigungen stattfanden» statt von <a href="https://archive.ph/oz9jd" rel="noopener" target="_blank">«Sex-Zorro-Ranch»</a>. Man wird ja wohl noch hoffen dürfen.</p>
<h3>The Bad – Gender Gap in den Medien bleibt bestehen</h3>
<p>Nur jede vierte Person, über die Schweizer Medien berichten, ist eine Frau. Das zeigte eine <a href="https://www.foeg.uzh.ch/de/news/Frauen-in-Schweizer-Medien.html" rel="noopener" target="_blank">Studie</a>, die das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft fög der Universität Zürich letzte Woche veröffentlicht hat. Somit blieb der so genannte Gender Gap seit 2015 bis heute praktisch unverändert. Studienleiterin Lisa Schwaiger sagt, das könne auch an den Redaktionsstrukturen liegen – obwohl diese in der Studie nicht untersucht wurden. Es sei aber davon auszugehen, dass etwa ein höherer Frauenanteil in der Chefetage oder mehr Frauen im Hard-News-Bereich zu einer entsprechenden Sensibilisierung führen könnten. Sicher, eine diversere Branche würde zu diverserem Journalismus führen und es ist wichtig, dass nicht mehrheitlich Männer Geschichten erzählen. Bloss: Das mit der Diversität wird weiterhin schwierig bleiben. Denn spätestens seit dem grossen Frauenstreik 2019, an dem sich auch viele <a href="https://journalistinnen.ch/" rel="noopener" target="_blank">Journalist:innen beteiligt haben</a>, ist klar: Auch in unserer Branche herrscht Handlungsbedarf. Auf vielen Redaktionen herrscht noch immer ein patriarchales Klima. Wer langfristig weiter oder nach oben kommen will, hat sich anzupassen. Und noch immer hört man hinter vorgehaltener Hand von Fällen, in denen Schwangeren gekündigt wird. Von Chefs, die den Frauenstreik belächeln. Und ganz generell von massiven Anforderungen, die unmenschlich scheinen. Es ist kein Geheimnis, dass die Medienbranche krankt, das setzt selbst die <a href="https://www.jjs.ch/mental-health" rel="noopener" target="_blank">Jungen unter Druck</a> und drängt sie im schlimmsten Fall ganz aus dem Journalismus. Der Gender Gap ist ein schwerwiegendes, aber leider nicht das einzige Problem in unserer Branche.</p>
<h3>The Ugly – Neue Missbrauchsfälle bei RTS</h3>
<p>Nachdem die SRG-Spitze bereits <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/">im April</a> über den aktuellen Stand der Aufklärung der Missbrauchsvorfälle bei RTS informiert hatte, folgte Ende letzte Woche der Abschlussbericht. So abschliessend liest sich der allerdings nicht: Die von RTS beauftragte Advokatur <a href="http://www.collectif-de-defense.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Collectif de Défense»</a> legte am Donnerstag eine Analyse von über 220 Zeug:innenaussagen vor, danach wurden neue Untersuchungen eröffnet, diesmal gegen zwei aktuelle RTS-Mitarbeiter. Des Weiteren schreibt das Kollektiv von unangebrachtem Verhalten von neun pensionierten oder ausgetretenen Mitarbeitern. Im April wurden die Ergebnisse noch öffentlich verkündet, beim Abschlussbericht hielt man sich bei der SRG zurück und präsentierte die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen nur intern an einer offenbar sehr emotional verlaufenen <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/rts-hat-ein-gravierendes-seximus-problem-540485307349" rel="noopener" target="_blank">Infoveranstaltung</a>. Derweil wird der Verwaltungsrat nicht müde, mit Floskeln um sich zu werfen: Einmal mehr verspricht er, sich für die viel beschworene «Null-Toleranz» einzusetzen. Der damalige RTS-Direktor Marchand bleibt aber weiterhin unangetastet: Zwar wurden mögliche Szenarien für dessen <a href="https://www.watson.ch/schweiz/medien/844586793-angriff-auf-gilles-marchand-der-srg-chef-stand-vor-der-absetzung" rel="noopener" target="_blank">Absetzung</a> geprüft, dann liess man es aber doch bleiben. Laut RTS-Direktor Crittin sei die SRG allenfalls bereit, weitere Abklärungen zu machen, wenn es «gesicherte Fakten» gebe, die dies verlangen würden. 220 Zeug:innenaussagen. Eine über mehrere Monate andauernde Analyse eines Anwaltskollektivs. Und zwei neu eröffnete Untersuchungen. Die Frage lautet: Wie viele gesicherte Fakten braucht es noch?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/03/blick-gender-gap-rts/">Blick, Gender Gap, RTS</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>EqualVoice, JJS, Blick&#160;Sport</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Häusermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jun 2021 08:19:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Journalisten Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=89538</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Datenbasiert zur Gleichstellung Frauen sind in den Schweizer Medien bei weitem nicht angemessen sichtbar: 75 Prozent der Berichte handeln laut dem Global Media Monitoring Project von Männern. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, misst Ringier seit 2019 die Geschlechterverteilung in der Berichterstattung seiner Medien im Rahmen der sogenannten Gleichstellungs-Initiative EqualVoice. Der eigens dafür entwickelte <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/">EqualVoice, JJS, Blick Sport</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-89552" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Datenbasiert zur Gleichstellung</h3>
<p>Frauen sind in den Schweizer Medien bei weitem nicht angemessen sichtbar: 75 Prozent der Berichte handeln laut dem <a href="https://egalite.ch/wp-content/uploads/2019/02/Rapport-GMMP.pdf" target="_blank" rel="noopener">Global Media Monitoring Project</a> von Männern. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, <a href="https://www.ringier.ch/de/press-releases/corporate/ringier-gruppe-lanciert-die-initiative-equalvoice-hohere-sichtbarkeit-von" target="_blank" rel="noopener">misst Ringier</a> seit 2019 die Geschlechterverteilung in der Berichterstattung seiner Medien im Rahmen der sogenannten Gleichstellungs-Initiative <a href="https://www.equalvoice.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">EqualVoice</a>.</p>
<p>Der eigens dafür entwickelte Algorithmus soll die Daten für eine faktenbasierte Diskussion liefern und damit das Bewusstsein der Redaktionen schärfen. Mit Erfolg: Die «Handelszeitung» etwa hat so den Frauen-Anteil in ihren Artikeln im vergangenen Jahr um immerhin sieben Prozent erhöht.</p>
<p>Wie Ringier mitteilt, stellt man EqualVoice nun auch anderen Unternehmen und Medienhäusern im In- und Ausland als Dienstleistung zur Verfügung. Eine Anfrage zum Preis lässt das Unternehmen unbeantwortet.</p>
<p>Besteht bei den Schweizer Medienhäusern überhaupt ein Interesse am Ringier-Tool? CH Media teilt gegenüber der MEDIENWOCHE mit, man plane keinen Einsatz von EqualVoice, sei aber «hinreichend sensibilisiert, dass relevante weibliche Stimmen zu Wort kommen und gleichwertig positioniert werden sollen». Die NZZ gibt an, man finde die faktenbasierte Diskussion «sehr wichtig» und nehme sich «dem Thema grundsätzlich an». EqualVoice stehe aber nicht zur Diskussion. Etwas konkreter noch Tamedia: Das Unternehmen erfasse die Geschlechterverteilung in Wort und Bild seit Anfang 2020 mit einem eigenen Analyse-Tool, behalte die Zahlen aber bis auf weiteres für sich.</p>
<p>Trotz dieser teils schwammingen Auskünfte: Die Problematik der ungleichen Berichterstattung scheint den Medienhäusern bewusst. Es bewegt sich etwas. Zwar träge, aber immerhin.</p>
<h3>The Bad – Junge Journalist*innen unter Stress</h3>
<p>«Wir wissen von mehreren Mitgliedern unseres Vereins, die ein Burnout erlitten. Ein Burnout mit unter 30.» Der Verein Junge Journalistinnen und Journalisten Schweiz JJS <a href="https://www.jjs.ch/blog/jjsmentalhealth" target="_blank" rel="noopener">schlägt Alarm</a>: Viele junge Medienschaffende würden unter Stress leiden und im Berufsalltag ihre psychische Gesundheit riskieren, heisst es in einem Blog-Beitrag über die Resultate einer Umfrage unter den Mitgliedern. Zeitdruck, Überstunden sowie die fehlende Trennung von Beruf und Privatleben führten dazu, dass der mediale Nachwuchs an seine mentalen Grenzen stosse.</p>
<p>«In den Newsrooms herrscht eine Kultur, die kaum Schwäche zulässt», schreibt der JJS. Das vielerorts herrschende Credo: Journalist*in sein ist ein Privileg – wer die harten Seiten nicht aushält, kann ja gehen.</p>
<p>Wie schwierig das Ansprechen der Thematik für Betroffene sein muss, lässt ein Blick auf Twitter erahnen. Nachdem der JJS die mentale Gesundheit der jungen Journalistinnen und Journalisten unter #jjsmentalhealth auf den Tisch gebracht hat, werfen etablierte Berufskolleg*innen Ausdrücke wie <a href="https://twitter.com/CorsinZander/status/1405634161189208066?s=20" target="_blank" rel="noopener">«Gejammer»</a> in die Runde. Watson-Chefredaktor <a href="https://twitter.com/DickMo/status/1405644776167329797?s=20" target="_blank" rel="noopener">Maurice Thiriet</a> wundert sich süffisant, worüber sich manche Leute «beschweren». «SonntagsZeitung»-Textchef <a href="https://twitter.com/rbandle/status/1405510965383340032?s=20" target="_blank" rel="noopener">Rico Bandle</a> kommentiert die JJS-Kampagne folgendermassen: «Befindlichkeit über alles. Man muss sich über die Zukunft unseres Berufsstands ernsthafte Sorgen machen.»</p>
<h3>The Ugly – An den Haaren herbeigezogen</h3>
<p>Sie darf scheinbar an keiner Fussball-Endrunde fehlen: Die von der Boulevard-Presse orchestrierte Empörung darüber, wie unschweizerisch sich Spieler der Schweizer Nati verhalten. Fielen die Fussballer in den vergangenen Jahren dadurch auf, dass sie die Nationalhymne nicht mitsangen, gegen gewisse Gegner demonstrativ nicht oder noch schlimmer falsch jubelten (Doppeladler!), so lieferten sie bei der diesjährigen EM gleich zwei Steine des Anstosses: Zuerst fuhren sie mit ihren Lamborghinis und Ferraris zum EM-Zusammenzug vor. Dann liessen einige vor dem Spiel gegen Italien ihren Stammcoiffeur einfliegen, um sich die Haare blond färben zu lassen.</p>
<p>«Diese Abgehobenheit, sie passt einfach nicht zur Schweiz», polterte der stellvertretende <a href="https://www.blick.ch/sport/fussball/nati/coiffeur-nach-rom-eingeflogen-das-ist-an-abgehobenheit-schwer-zu-uebertreffen-id16601247.html" target="_blank" rel="noopener">«Blick»-Sportchef Andreas Böni</a>. Für die chauvinistische Petarde gab’s Applaus, Likes und Klicks von einer Leserschaft, die ohnehin seit Jahren über mangelnde Identifikation mit Petkovics Multikulti-Truppe klagt. Im Kampf um Quoten sind Xhaka und Co. mit ihren Steilpässen abseits des Fussballplatzes dankbare Zielscheiben.</p>
<p>Relevante Themen böte eine Fussball-EM eigentlich mehr als genug – das Thema Fussball etwa. Trostpflaster: Wer sich genug über fliegende Coiffeure aufgeregt hat und sich sachlich fundiert mit den bislang bescheidenen Schweizer Auftritten auseinandersetzen möchte, findet nach jedem Spieltag Antworten im SRF-Podcast <a href="https://www.srf.ch/audio/sykora-gisler" target="_blank" rel="noopener">«Sykora Gisler»</a> oder im <a href="https://www.luzernerzeitung.ch/sport/em-talk-wie-gut-sind-die-srf-moderatoren-versagen-auf-der-ganzen-linie-beim-eriksen-zusammenbruch-waren-sie-stark-ld.2150968" target="_blank" rel="noopener">«EM-Talk»</a> des CH-Media-Überraschungsteams Patrik Müller / François Schmid-Bechtel.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/">EqualVoice, JJS, Blick Sport</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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