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Bundeshaus

Lobbyismus: Wer zieht im Bundeshaus die Fäden?

Pascal Krauthammer ist Lobbyist. Wobei er findet, «Politikberater» umschreibe seinen Beruf besser. Wie arbeitet ein Lobbyist – und wie viel Macht haben die professionellen Interessenvertreterinnen im Bundeshaus? Einfach Politik heftet sich an die Fersen von Krauthammer.

Die einflussreichen Lobbyisten sitzen im Parlament

Seldwyla im Bundeshaus: Der Ständerat schlage nur deshalb eine strengere Regelung für die Zulassung und den Zutritt von Lobbyisten zum Bundeshaus vor, weil er sich damit Konkurrenz vom Hals halten will, schreibt Sylke Gruhnwald in der «Republik». Denn «die einflussreichen Lobbyisten sitzen selber im Parlament. Immer mehr von ihnen sind hauptberuflich Parlamentarier und Parteimitglieder – und bessern sich ihr Einkommen auf. Mit Aufträgen von Unternehmen sowie bezahlten Vorstandsmandaten bei Wirtschaftsverbänden und Organisationen der Zivilgesellschaft.»

Planlose Somedia

Um das Medienhaus Somedia in Chur steht es nicht zum Besten. Ein grelles Licht auf die Lage in Chur wirft der gestern bekannt gewordene Schritt, die Bundeshausredaktion der Tageszeitung «Südostschweiz» aufzulösen und zwei profilierte Journalisten zu entlassen. Den Partner AZ Medien, mit dem man sich das Personal in Bern teilte, hatte Somedia offenbar «vergessen» zu informieren. Die Sparmassnahme ist eine direkte Folge davon, die beiden Somedia-Titel Bündner Tagblatt und «Südostschweiz» mit getrennten Redaktionen weiterzuführen und nicht – wie ursprünglich geplant – zu fusionieren. Als Folge davon wird nun bei der überregionalen Berichterstattung massiv gespart. Die Mantelseiten will Somedia fortan nur noch mit Agenturmeldungen bestücken.

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SRG: Das Mammut im Bundeshaus

Regelmässig beklagen private Medien die überdimensionierte Präsenz der SRG im Bundeshaus. Die Kritik gipfelt jeweils in Zahlen, wie den 236 SRG-Mitarbeitenden anlässlich der letzten Bundesratswahl. Bernard Wuthrich, langjähriger Bundeshauskorrespondent von Le Temps, schaut sich das «Mammut» im Bundeshaus und im angrenzenden Bundesmedienhaus etwas genauer an und wirft ein kritisches Licht auf die Vorzugsbehandlung bei Interviews mit Magistraten und Amtspersonen, wo immer noch das öffentliche Radio- und TV Vorrang geniessen, weil sie ja schnell auf Sendung gehen müssen. Wuthrich erinnert daran, dass auch die Zeitungsleute heute multimedial arbeiten und diese Hackordnung darum vermehrt in Frage stellen.