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	<title>Christoph Zimmer | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«Mir fiel die Entscheidung zu gehen, wirklich nicht einfach»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/07/19/mir-fiel-die-entscheidung-zu-gehen-wirklich-nicht-einfach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nora Dämpfle]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2018 22:04:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach zwölf Jahren als Leiter Kommunikation und Public Affairs hat Christoph Zimmer Tamedia verlassen. Ein Rückblick auf eine bewegte Zeit und ein kleiner Ausblick in die Zukunft. Zürich ist an diesem Sommermorgen eingehüllt in Nieselregen. Christoph Zimmer setzt sich an einen Fensterplatz in der Helvtibar, Rücken zum wenige Dutzende Meter entfernten Tamedia-Hauptsitz. «Einen Schwarztee, bitte». <a href="https://medienwoche.ch/2018/07/19/mir-fiel-die-entscheidung-zu-gehen-wirklich-nicht-einfach/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach zwölf Jahren als Leiter Kommunikation und Public Affairs hat Christoph Zimmer Tamedia verlassen. Ein Rückblick auf eine bewegte Zeit und ein kleiner Ausblick in die Zukunft.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Interview-Christoph-Zimmer_20180717.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-59514" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Interview-Christoph-Zimmer_20180717.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Interview-Christoph-Zimmer_20180717-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Interview-Christoph-Zimmer_20180717-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Interview-Christoph-Zimmer_20180717-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Interview-Christoph-Zimmer_20180717-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Zürich ist an diesem Sommermorgen eingehüllt in Nieselregen. Christoph Zimmer setzt sich an einen Fensterplatz in der Helvtibar, Rücken zum wenige Dutzende Meter entfernten Tamedia-Hauptsitz. «Einen Schwarztee, bitte». Wenn Sie dies lesen, wird Zimmer Tamedia auch im übertragenen Sinne den Rücken zugekehrt haben. Nach zwölf Jahren verliess er auf Ende Juni das Unternehmen, welches er auf dem Weg von Tagi-Tamedia zum grössten Medienhaus der Schweiz kommunikativ begleitet hat. Leicht fällt ihm diese Trennung nicht. «Die Menschen bei Tamedia werde ich vermissen. Die Journalisten, mein Team und die Zusammenarbeit mit Christoph Tonini und Pietro Supino, davor mit Martin Kall und noch früher mit Hans-Heinrich Coninx. Ich habe gerne mit diesen Menschen gearbeitet», sagt Zimmer schlicht. Die Offenheit, Dinge intensiv und direkt zu diskutieren, dann aber auch zügig zu entscheiden und umzusetzen, das habe er bei Tamedia geschätzt.</p>
<blockquote><p>Was seine nächste berufliche Station sein wird? Entweder werde er Kommunikation in einer anderen Branche machen oder «öpis anders i de Medie».</p></blockquote>
<p>«Mir fiel die Entscheidung zu gehen, wirklich nicht einfach», betont er. Dass es möglich wurde, mit der Familie ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen, hätte auch dazu beigetragen, diesen Schritt zu tun. «Das ist jetzt von der familiären Situation her wie die letzte Möglichkeit ein Sabbatical zu machen», erklärt der Vater von drei Töchtern. Barcelona soll es für die nächsten Monate sein – auch aus praktischen Gründen. «Wir suchten nach einer Stadt, von der aus Zürich gut zu erreichen ist. Meine Frau arbeitet in einem Bereich, in dem es nicht viele attraktive Stellen gibt. Für sie machte es also wenig Sinn, ihren Job aufzugeben. Zudem suchten wir eine deutschsprachige Schule, die Platz hat. Für ein halbes Jahr wollten wir unsere Töchter nicht in eine fremdsprachige Schule schicken», erklärt Zimmer. «Ich werde in dem halben Jahr zu Hause sein, mich um die Organisation kümmern und versuchen Spanisch zu lernen – obwohl es ja eigentlich Katalanisch sein müsste», ergänzt er und lacht.</p>
<p>Wie genau es 2019 beruflich weiter gehen soll, steht noch nicht fest. «Für die Zeit danach bin ich mit verschiedenen Unternehmen im Gespräch, aber eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Solange ich nichts unterschrieben habe, möchte ich mich dazu auch nicht äussern», sagt der Kommunikationsprofi. So viel weiss er aber schon: entweder werde er Kommunikation in einer anderen Branche machen oder «öpis anders i de Medie», dann aber nicht mehr in einer ähnlichen Funktion wie in den vergangenen Jahren.</p>
<p>Angefangen mit der Kommunikation hat Christoph Zimmer – nach einem kurzen Ausflug in die Biologie – mit einem Kommunikationsstudium in Winterthur. Anschliessend arbeitete er eineinhalb Jahre im Journalismus. Zuerst ein Praktikum bei «Facts» im Inland-Ressort, später bei Radio SRF in der Online-Redaktion. «Ich finde Journalismus eine interessante Arbeit. Was mir allerdings nicht so gefallen hat, ist, dass man häufig nur relativ kurz an einem Thema dran ist und dass man – mindestens war das damals so – meist alleine arbeitet. Das waren für mich Gründe, in die Kommunikation zu wechseln. Mir fehlte das Team und die Langfristigkeit», sagt er. Beides hätte er in seiner Arbeit bei Tamedia gefunden.</p>
<blockquote><p>«Die Journalistinnen und Journalisten sind ja immer mit kritischem Blick unterwegs, sie setzen nicht plötzlich die rosarote Brille auf und klammern die Kommunikation des eigenen Verlagshauses – oder gar die der Konkurrenz – aus. Ein anspruchsvolles Publikum.»</p></blockquote>
<p>«Meine Aufgabe blieb immer spannend – ein Stück weit ist das den Umwälzungen in der Branche geschuldet, ein Stück weit ist Kommunikation aber einfach per se hochspannend.» Die Wahrnehmungen von den unterschiedlichen Beteiligten auf eine und dieselbe Sache zu erleben und dafür ein Gefühl und Verständnis zu entwickeln, sei für ihn nicht nur interessant gewesen, sondern für sorgfältige Kommunikation grundlegend. «Beispielsweise ist die Sicht der Medien auf die Politik eine vollkommen andere, als die der Politik auf die Medien oder die der privaten Wirtschaft auf die Politik. Wenn man mit allen zu tun hat, lernt man diese Positionen besser zu verstehen und auch die möglichen Konflikte, die durch die unterschiedlichen Haltungen und Erwartungen entstehen könnten.» Kommunikation sei eben keine exakte Wissenschaft und lebe letztlich davon, wie die unterschiedlichen Adressaten das Kommunizierte wahrnehmen – und wie gut die ‹Sender› ihre Zielgruppen kennen. Immer sei darum ein Abwägen nötig und dabei könne man auch mal danebenliegen. «Jeder oder auch jede Gruppe hat Erwartungen, Weltanschauungen, Interessen, politische Prägungen, Ansichten aus denen heraus Nachrichten interpretiert werden. Das macht Unternehmenskommunikation so interessant aber auch herausfordernd», sagt Zimmer. Bei der Kommunikation für ein Medienhaus müsse man noch eine Schippe drauflegen: «Die Journalistinnen und Journalisten sind ja immer mit kritischem Blick unterwegs, sie setzen nicht plötzlich die rosarote Brille auf und klammern die Kommunikation des eigenen Verlagshauses – oder gar die der Konkurrenz – aus. Ein anspruchsvolles Publikum», sagt er, lächelt, kratzt sich an der Schläfe. </p>
<p>Noch weiter zurück als seine Begeisterung für die Kommunikation reicht bei Christoph Zimmer jene für Politik. Und zwischen beidem sieht er einige Gemeinsamkeiten. «Ich habe früh angefangen mich politisch zu engagieren und war viele Jahre für die SP aktiv.» Der Ausgangspunkt, wenn man sich politisch engagiert, sei natürlich ein anderer, als wenn man Kommunikation mache, das sicher. Politisch aktiv werde man aus einer inneren Überzeugung heraus, weil man an Ziele glaube. «Aber die beiden Bereiche haben doch einige Parallelen: «Bei beidem überlegt man sich: wie wirkt das, was ich tue oder sage. Positionen werden auch in der Politik darum oft nicht nur aus inhaltlichen, sondern auch aus taktischen Gründen eingenommen.» Wenn man für eine Organisation oder Partei einstehe, müsse man manchmal Positionen nach aussen vertreten, die sich nicht unbedingt mit den persönlichen decken. «Parteien funktionieren nur dann, wenn man sich auf gemeinsame Nenner einigen kann, auf eine Stossrichtung, die von allen mitgetragen wird. Die persönliche Meinung muss auch Mal in den Hintergrund rücken», hält Christoph Zimmer fest. In der Kommunikation sei das ähnlich, man vertrete eine gemeinsam gefasste Entscheidung, nicht zwangsläufig immer die eigene Meinung.</p>
<blockquote><p>«Auch wenn es der CEO oder der Verwaltungsratspräsident ist: Entscheidungen treffen sie selten alleine und auch nicht ‹aus dem Bauch heraus›.»</p></blockquote>
<p>Nicht immer waren die «News», die Christoph Zimmer in den vergangenen Jahren kommunizieren musste, schön oder populär. «Kommunikation fällt nicht immer gleich leicht, natürlich nicht. Die intensiven Diskussionen, welche aber oft vor der Kommunikation stattgefunden haben, und während derer ich meine Optik und Meinung einbringen konnte, halfen da sehr», erklärt er. Sich in den Entscheidungsprozess einzubringen, sei dann fruchtbar, wenn die anderen Beteiligten wissen, dass man am Ende die gemeinsame Position mittrage. Das wiederum mache man eben viel eher, wenn man davor an einem Prozess hätte teilhaben können und nicht einfach etwas «Entschiedenes» kommunizieren müsse. «Ich habe jeweils versucht, nicht nur die Risiken bei der Kommunikation einer Angelegenheit vor Augen zu führen, sondern auch zu vermitteln: wie wirkt etwas, wie kommt das bei den Empfängern an, wenn ich etwas so oder anders kommuniziere. «Dennoch ist es nicht einfach – gerade, wenn man sich in einer Diskussion wirklich engagiert hat – nachher vielleicht eine ganz andere Position nach Aussen tragen zu müssen und zu vertreten. Aber das ist ‹part of the game›!», sagt Zimmer, lächelt, bestellt einen zweiten Schwarztee und ergänzt: «Heutzutage wird – gerade auch in den Medien – gerne alles personalisiert. Das ist einerseits nichts Schlechtes, sondern einfach ein Weg Geschichten zu erzählen. Andererseits entsteht dadurch in Bezug auf einzelne Personen ein Eindruck von Allmacht, die diese gar nicht haben. Auch wenn es der CEO oder der Verwaltungsratspräsident ist: Entscheidungen treffen sie selten alleine und auch nicht ‹aus dem Bauch heraus›. Sie sind eingebunden in Entscheidungsprozesse, in gegebene Situationen und Anforderungen. Von aussen wird das oft anders wahrgenommen, eben auch durch diese Personalisierung. Solche Mechanismen muss man in der Kommunikation ebenfalls im Hinterkopf behalten.»</p>
<p>Wer sich jahrelang mit der Medienbranche auseinandergesetzt hat, darf auch einen Ausblick wagen: «Ich glaube, das Bedürfnis nach gutem Journalismus, nach Einordnung und nach valider Information verschwindet nicht und ich glaube auch, dass die Leute schliesslich bereit sind, für die Befriedigung dieses Bedürfnisses zu bezahlen», sagt Zimmer. In der Schweiz sei der unabhängige Journalismus nicht direkt durch die Politik gefährdet wie etwa in den USA oder Polen. Dort würde den Menschen nun viel deutlicher bewusst, wie wertvoll unabhängige Medien sind. Wohingegen bei uns eine gewisse Gefahr bestehe, dass man sich dieser Wichtigkeit nicht gar so bewusst sei. «Das darf man natürlich nicht so sagen, weil es falsch ist, aber angesichts dieser Tatsache müsste man sich für die Schweiz fast eine politische Krise wünschen, die den Menschen die Notwendigkeit von unabhängigem Journalismus bewusster macht…» sagt er, mit einem Augenzwinkern und ergänzt, jetzt wieder ganz ernst: «Ich finde, die Schweizer Medienbranche ist nach wie vor eine lebendige und sie wird bunt bleiben, neue spannende Produkte werden kommen.» </p>
<p>Die interessante Frage für die kommenden Jahre sei doch die: Gelingt es den grossen Medienhäusern wie NZZ, Ringier, AZ, Tamedia ein so gutes digitales Angebot aufzubauen, das sie weiter vor Ort bei den Leserinnen und Lesern sein können und gleichzeitig einen umfassenden Blick auf das liefern, was auf der Welt geschehe. «In den letzten Jahren sind viele Angebote entstanden, die gut über ein einzelnes Thema berichten, z.B. bei nationalen News stark sind oder auf einem bestimmten Sachgebiet. Den gesamten Blick von regional über national bis international abdecken, das können, stand heute, aber nach wie vor nur die grösseren Häuser, die grossen Tageszeitungen. Die Menschen wollen sich nicht über x verschiedene Medien informieren, darin liegt eine Chance für die etablierten Medien», hält Zimmer fest. Der Gesellschaft sollte, der Demokratie zu Liebe, daran gelegen sein, dass ein solch breites Angebot weiter machbar bleibe, findet er. Dafür müssten einerseits die Medien noch digitaler werden, andererseits müsse aber auch die Bereitschaft bei den Lesern noch wachsen, für Inhalte eben auch online zu bezahlen. «Die kommenden fünf Jahre werden spannende fünf Jahre werden – und entscheidende, da bin ich mir sicher!»</p>
<p><small>Bild: Stevan Bukvic</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/07/19/mir-fiel-die-entscheidung-zu-gehen-wirklich-nicht-einfach/">«Mir fiel die Entscheidung zu gehen, wirklich nicht einfach»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Christoph Zimmer: «Mit 41 Jahren bin ich definitiv zu jung, um in dieser Funktion pensioniert zu werden»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/06/25/christoph-zimmer-mit-41-jahren-bin-ich-definitiv-zu-jung-um-in-dieser-funktion-pensioniert-zu-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2018 05:16:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ende Monat ist für den Kommunikationsverantwortlichen von Tamedia, Christoph Zimmer, Schluss: Der 41-Jährige verlässt nach zwölf Jahren die Mediengruppe, um sich zusammen mit seinen drei Töchtern und seiner Frau eine Auszeit zu nehmen. Für sein Sabbatical hat Zimmer Barcelona gewählt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Monat ist für den Kommunikationsverantwortlichen von Tamedia, Christoph Zimmer, Schluss: Der 41-Jährige verlässt nach zwölf Jahren die Mediengruppe, um sich zusammen mit seinen drei Töchtern und seiner Frau eine Auszeit zu nehmen. Für sein Sabbatical hat Zimmer Barcelona gewählt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/25/christoph-zimmer-mit-41-jahren-bin-ich-definitiv-zu-jung-um-in-dieser-funktion-pensioniert-zu-werden/">Christoph Zimmer: «Mit 41 Jahren bin ich definitiv zu jung, um in dieser Funktion pensioniert zu werden»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Christoph Zimmer: «Am schwierigsten ist der Abbau von Stellen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/04/christoph-zimmer-am-schwierigsten-ist-der-abbau-von-stellen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2018 14:32:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommunikationschef Christoph Zimmer blickt zurück auf zwölf Jahre Tamedia. In dieser Zeit habe sich nicht nur das Unternehmen radikal verändert, sondern auch die Art der internen und externen Kommunikation, sagt der 41-Jährige.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kommunikationschef Christoph Zimmer blickt zurück auf zwölf Jahre Tamedia. In dieser Zeit habe sich nicht nur das Unternehmen radikal verändert, sondern auch die Art der internen und externen Kommunikation, sagt der 41-Jährige.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/04/christoph-zimmer-am-schwierigsten-ist-der-abbau-von-stellen/">Christoph Zimmer: «Am schwierigsten ist der Abbau von Stellen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Verschlusssache Presseförderung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/14/verschlusssache-pressefoerderung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2014 11:09:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes Jahr zahlt der Bund 50 Millionen Franken für die Presseförderung. Mit dem Geld gewährt die Post zahlreichen Verlagen und Vereinen Vergünstigungen auf den Versand ihrer Zeitungen und Zeitschriften. Welche Medienunternehmen wie stark finanziell entlastet werden, bleibt geheim. Weder die Verlage selbst, noch die Post und das Bakom als Aufsichtsbehörde geben Auskunft. Die MEDIENWOCHE verlangt <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/14/verschlusssache-pressefoerderung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/14/verschlusssache-pressefoerderung/">Verschlusssache Presseförderung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Jahr zahlt der Bund 50 Millionen Franken für die Presseförderung. Mit dem Geld gewährt die Post zahlreichen Verlagen und Vereinen Vergünstigungen auf den Versand ihrer Zeitungen und Zeitschriften. Welche Medienunternehmen wie stark finanziell entlastet werden, bleibt geheim. Weder die Verlage selbst, noch die Post und das Bakom als Aufsichtsbehörde geben Auskunft. Die MEDIENWOCHE verlangt nun Einsicht in die entsprechenden amtlichen Dokumente auf Grundlage des Öffentlichkeitsgesetzes.<br />
<span id="more-22028"></span><br />
Darauf gründen Selbstverständnis und Stolz einer ganzen Branche: Die Unabhängigkeit der Medien ist ihr höchstes Gut, der Staat soll sich darum möglichst fernhalten. Das liberale Credo taugt indes oft nur als Sonntagspredigt. Geht es ums profane Geschäft nimmt man gerne, <a href="http://www.efv.admin.ch/d/dokumentation/finanzpolitik_grundlagen/sub_db/detail08.php?recordID=175" target="_blank">was der Staat bereithält</a>. So erhalten <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/04073/04075/index.html?lang=de&amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfH99e2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--" target="_self">Lokal- und Regionalzeitungen</a> pro Jahr 30 Millionen Franken <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/04073/04075/index.html?lang=de" target="_blank">Ermässigung auf dem regulären Zustelltarif</a>. Mit weiteren 20 Millionen werden in gleicher Weise <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/04073/04075/index.html?lang=de&amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfH99fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--" target="_self">Vereinspublikationen</a> unterstützt.</p>
<p>Diese Beträge sind nicht in Stein gemeisselt. So variierte der Betrag in den letzten Jahren zwischen 100 und 30 Millionen. Seit Jahren steht die Presseförderung zudem in der Kritik. Auch jetzt wieder. Die Eidgenössische Medienkommission Emek stellt in ihrem Bericht die <a href="http://www.emek.admin.ch/de/themen/medienfoerderung/index.html" target="_blank">Wirksamkeit des aktuellen Fördermodells in Frage</a>. Bis heute bleibt – <a href="http://www.idheap.ch/idheap.nsf/0/326c1e22c058fe94c1256ce20036bc55/$FILE/texte%20cahier%20205.pdf" target="_self">wissenschaftlich</a> – umstritten, ob das Giesskannenprinzip der richtige Weg sei, die Presse- und Meinungsvielfalt zu erhalten und zu stärken. Der Verband Schweizer Medien <a href="http://www.schweizermedien.ch/fileadmin/schweizermedien/publikationen/medienmitteilungen/140905_MM_Bericht_EMEK.pdf" target="_self">warnt derweil eindringlich davor</a>, die indirekte Presseförderung einzustellen. Zeitungen würden durch einen solchen Schritt «existenziell bedroht». Das mag für den einen oder anderen Kleinverlag zutreffen. Aber kaum für eine hochprofitable Tamedia.</p>
<p>Denn von der indirekten Presseförderung profitieren nicht nur darbende Dorfverlage, sondern auch die gut situierten Grossen der Branche. Welche Beträge Tamedia, NZZ Gruppe, Ringier, AZ Medien und Somedia erhalten, bleibt indes Verschlusssache. Weder die Verlage selbst, noch die Post, die ihnen die Vergünstigung gutschreibt, noch das Bundesamt für Kommunikation Bakom, das die Presseförderung beaufsichtigt, wollen aufschlüsseln, wer wieviel Geld kriegt.</p>
<p>Bei Tamedia heisst es, man veröffentliche grundsätzlich keine Detailzahlen zu einzelnen Aufwand- oder Ertragspositionen. Nur so viel: Das Unternehmen zahle jährlich rund 60 Millionen Franken für Post- und Frühzustellung. «Die indirekte Presseförderung spielt deshalb für die Mediengruppe als Ganzes keine entscheidende Rolle», teilt Unternehmenssprecher Christoph Zimmer auf Anfrage mit. Auch Somedia, Herausgeberin der «Südostschweiz», kommuniziere keine internen Zahlen, schreibt CEO Andrea Masüger. AZ Medien und NZZ Gruppe teilen mit, ihre Zeitungen würden nicht unterstützt – was aber so nicht stimmt. Beide Unternehmen führen Regionalzeitungen oder sind an Titel beteiligt, die von der Presseförderung profitieren.</p>
<p>Als zuständige Behörde müsste das Bakom die Zahlen kennen. Doch gefehlt: «Das Bakom kennt diese Zahlen nicht», teilt die zuständige Sektionsleiterin mit. Und überhaupt: «Die Versandzahlen von einzelnen Postkunden unterstehen grundsätzlich dem Postgeheimnis und dürften von der Post selber nicht kommuniziert werden.» Vom Postgeheimnis weiss die Post wiederum nichts.</p>
<p>In einer ersten Stellungnahme spricht sich die Post zwar nicht grundsätzlich gegen eine Einsichtnahme aus. Aber nicht sie, sondern das Bakom sei dafür zuständig. Auf den Hinweis, man sei ja eben von dort her hierhin gelangt, nimmt die Post doch noch ausführlicher Stellung. Eine Sprecherin formuliert den abschlägigen Bescheid so: «Der Umfang der gewährten Preisermässigungen je Titel sind Bestandteil der individuellen Vertragsbeziehungen zwischen der Post und ihren Verlegerkunden.»</p>
<p>Auf erneute Anfrage beim Bakom ist immerhin soviel zu erfahren, dass das Amt sehr wohl die Zahlen kennt. Alles andere würde überraschen. Schliesslich muss das Bakom die <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/04073/index.html?lang=de" target="_blank">Aufsichtspflicht über die Presseförderung</a> wahrnehmen können. Und das geht schlecht ohne Zahlen. Nur errechnet das Bakom offenbar nicht die gewährte Ermässigung pro Titel und/oder Verlag.</p>
<p>Wer mit journalistischen Anfragen bei Behörden ins Leere läuft, kann den «Dienstweg» einschlagen. Gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz BGÖ verlangt die MEDIENWOCHE (namentlich der Autor) <a href="http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00898/index.html?lang=de" target="_blank">Zugang zu den amtlichen Dokumenten</a>, die zeigen, welche Zeitungen und Verlage seit 2000 in welchem Mass von der indirekten Presseförderung profitiert haben. Post und Bakom haben nun 20 Tage Zeit, Stellung zu nehmen. Verweigern sie die Einsichtnahme, kann der Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte ein <a href="http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00899/index.html?lang=de" target="_blank">Schlichtungsverfahren</a> einleiten.</p>
<p>Sollte es dazu kommen, steht die Frage im Zentrum, was überwiegt: das öffentliche Interesse an einer sachdienlichen und zielführenden Verwendung von Bundessubventionen oder der Schutz des Geschäftsgeheimnisses der Verlage. Das Interesse der Öffentlichkeit ergibt sich aus der medienpolitischen Aktualität. Die von Parlament und Bundesrat angestossene Diskussion über neue Formen der Medienförderung kann nur geführt werden, wenn alle relevanten Zahlen bekannt sind. Dazu zählen auch die Beträge, mit denen der Staat heute die Rechnungen der Verlage entlastet.</p>
<p><a href="http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20022540/index.html#a7" target="_blank">Eine Ausnahme von der Offenlegung</a> sieht das BGÖ unter anderem dann vor, wenn «Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisse offenbart werden können».  Darauf gestützt eine Wettbewerbsverzerrung geltend zu machen, dürfte schon daran scheitern, dass die Verlage freiwillig den ermässigten Tarif beantragen. Wer von Bundesmitteln profitieren will, sollte auch bereit sein, der Öffentlichkeit und letztlich auch dem Steuerzahler, Rechenschaft ablegen. Wer diskret bleiben möchte, kann jederzeit auf staatliche Unterstützung verzichten. Erst recht, wenn die Presseförderung eh «keine entscheidende Rolle» spielt für das Unternehmen. So überlebensnotwendig, wie der Verlegerverband das darstellt, scheint die Presseförderung längst nicht für alle Medien zu sein. Be- oder widerlegen lässt sich das aber nur mit den konkreten Zahlen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/14/verschlusssache-pressefoerderung/">Verschlusssache Presseförderung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>SBB ziehen Glückslos mit Sonderbeilage</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/06/12/sbb-ziehen-glueckslos-mit-sonderbeilage/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2014 14:21:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie die SBB den Tages-Anzeiger dazu bringen, eine Sonderbeilage zur Eröffnung ihrer neuen Durchmesserlinie in Zürich zu realisieren und dafür nichts zahlen. Einblicke in eine sonderbare Partnerschaft. Dem Verlag war es offenbar ein Anliegen, die Fachwelt wissen zu lassen, was er da Tolles realisiert hatte. Es kommt schliesslich nicht alle Tage vor, dass man positive <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/12/sbb-ziehen-glueckslos-mit-sonderbeilage/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die SBB den Tages-Anzeiger dazu bringen, eine Sonderbeilage zur Eröffnung ihrer neuen Durchmesserlinie in Zürich zu realisieren und dafür nichts zahlen. Einblicke in eine sonderbare Partnerschaft.<br />
<span id="more-20224"></span><br />
Dem Verlag war es offenbar ein Anliegen, die Fachwelt wissen zu lassen, was er da Tolles realisiert hatte. Es kommt schliesslich nicht alle Tage vor, dass man positive Nachrichten von der Werbefront zu vermelden hat. Nicht ohne Stolz schrieb das Anzeigenmarketing des Tages-Anzeigers am letzten Donnerstag: «Bereits zum zweiten Mal setzt der Tages-Anzeiger eine Print-Beilage und eine Long-Form-Story kommerziell um.»</p>
<p>Beim ersten Mal handelte es sich um ein Werbeformat <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/extern/storytelling/globus/" target="_blank">für die Warenhauskette Globus</a>, an dessen verkaufsfördernder Intention kaum Zweifel aufkommen konnten. Beim zweiten Mal, am letzten Freitag, liegen die Dinge ein bisschen komplizierter. Diesmal handelt es sich um eine Sonderbeilage zur Eröffnung der SBB-Durchmesserlinie und des neuen unterirdischen Bahnhofs Löwenstrasse unter den bestehenden Gleisanlagen des Zürcher Hauptbahnhofs. Wer in der Beilage blättert oder im Web die nach den Regeln des <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/extern/storytelling/sbb/" target="_blank">trendigen Scrollytelling</a> aufbereiteten Artikel anschaut, versteht nicht, wieso es der Verlag war, der vorab informiert hat und nicht die Redaktion. Hier haben vor allem Journalisten ganze Arbeit geleistet und ein Jahrhundertbauwerk publizistisch umfassend gewürdigt. Die Artikel könnten genau so gut im Lokalteil der Zeitung stehen. Tun sie aber nicht und das aus gutem (oder je nach Sichtweise: schlechtem) Grund.</p>
<p>Bei der Sonderbeilage handelt es sich quasi um eine Auftragsarbeit für die Schweizerischen Bundesbahnen. Denn ohne die SBB gäbe es all die Artikel gar nicht in dieser Form. Es war ihre Idee, den Tages-Anzeiger für die publizistische Begleitung des Grossereignisses einzuspannen. «Wir sind mit der Idee für eine Sonderbeilage auf den Verlag zugegangen», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer.</p>
<p>Allein die Aussicht auf zusätzliche Werbefranken macht eine solche Anfrage heutzutage schier unwiderstehlich. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Redaktion unabhängig arbeiten könne. «Wäre dies nicht von Anfang an sichergestellt gewesen, hätte die Redaktion nicht mitgearbeitet», teilt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage mit. Lokalredaktor und Verkehrsspezialist Ruedi Baumann, der den Grossteil der Texte zur Beilage beisteuerte, schreibt, er habe «absolut frei, ohne eine einzige Weisung der SBB» arbeiten können. Das bestätigen auch andere Journalisten, die Artikel für die SBB-Beilage geliefert haben. Die Kooperation mit den SBB habe sich in keiner Weise auf ihre Arbeit ausgewirkt.</p>
<p>Ganz ohne Einfluss auf den Inhalt der Beilage sind die SBB aber nicht geblieben. Schliesslich haben die Bahnen Interesse an einer angemessenen Darstellung ihres Bauvorhabens. «Zwei Kollegen unseres Kommunikationsteams haben sich mit der Redaktion getroffen und Themenvorschläge eingebracht», sagt Lea Meyer. Wie bereits Journalist Baumann hält auch die SBB-Sprecherin fest, dass «der Entscheid über die schliesslich publizierten Beiträge voll und ganz bei der Redaktion» gelegen habe. Die Medienstelle der Bundesbahnen verlangten jedoch, jene Texte gegenzulesen, in denen SBB-Personal vorkommt. Man habe sich bei der Autorisierung darauf beschränkt, Faktenfehler<br />
zu korrigieren und nicht in die Wertung und inhaltliche Gewichtung der Journalisten einzugreifen, versichert Lea Meyer.</p>
<p>Auf den ersten Blick scheint die Rechnung für alle Beteiligten aufzugehen. Es sieht ganz nach einer Win-win-win-Situation aus:</p>
<ul>
<li>die Bahnen erhalten eine prominente publizistische Plattform für ihren Neubau</li>
<li>der Verlag kann in der Beilage zusätzliche Werbefläche zur Verfügung stellen und kassiert</li>
<li>die Redaktion kriegt zusätzliche Ressourcen und kann umfassender über ein lokales Grossereignis berichten, als sie das mit eigenen Mitteln hätte tun können.</li>
</ul>
<p>Auf den zweiten Blick gerät das Gleichgewicht aus der Balance. Den weitaus besten Deal machen die SBB: Es war ihre Idee, die der Tages-Anzeiger realisiert hat und sie müssen nicht einmal zahlen dafür. «Unser finanzieller Beitrag erfolgte indirekt über die Vermittlung von Inseraten unserer Baupartner», erklärt SBB-Sprecherin Meyer. Damit zogen die SBB das Glückslos. Sie zahlen nichts und kriegen die volle Aufmerksamkeit. Für die inserierenden Baufirmen ist es nicht die ideale Werbeplattform. Sie sind nicht im Endkundengeschäft tätig und erleiden mit Inseraten in einer Tageszeitung einen enormen Streuverlust.</p>
<p>Und was erfährt der Leser von dieser Partnerschaft? Zu wenig. Es ist davon auszugehen, dass er die Beilage als integralen Bestandteil des redaktionellen Angebots wahrnimmt, zumal sie sich im Layout nicht vom Rest der Zeitung unterscheidet, wie dies bei Publireportagen üblich ist. Zwar meint der Verlag, die Machart der Beilage sei ausreichend deklariert, wenn man sie nur mit «Sonderbeilage» kennzeichne. Im Web ist etwas ausführlicher von einer «Sonderpromotion in Zusammenarbeit mit der SBB» die Rede, was das Verständnis für die realen Abläufe aber auch nicht verbessern dürfte. Die so erfolgte Kennzeichnung mag den <a href="http://www.faire-werbung.ch/wordpress/wp-content/uploads/2013/09/Grundsaetze.pdf" target="_blank">Grundsätzen der Lauterkeitskommission</a> entsprechen. Für den Durchschnittsleser bleibt die zentrale Rolle unklar, welche die SBB spielten. Das liegt durchaus im Interesse beider Seiten: Die SBB sehen ihre Inhalte glaubwürdiger vermittelt, wenn nicht ein grosses Warnschild davor steht. Die Redaktion sähe ihre Arbeit herabgewürdigt, wenn ihre Artikel in die Nähe von Bahnwerbung gerückt würde.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/12/sbb-ziehen-glueckslos-mit-sonderbeilage/">SBB ziehen Glückslos mit Sonderbeilage</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Endgültig im Appseits</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/04/04/endgueltig-im-appseits/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2014 13:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Relaunch]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Web-App]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 6. April erscheint die «Sonntagszeitung» mit neuer Struktur und im frischen Kleid. Bereits umgesetzt ist die neue Web-App. Sie ersetzt die bisherige Website und dient auf dem iPad als Alternative zur nativen App, die immer wieder für Ärger sorgt – aber vom ansonsten umfassenden Relaunch ausgenommen blieb. Alles neu bei der «Sonntagszeitung»: Neue Blattarchitektur, <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/04/endgueltig-im-appseits/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 6. April erscheint die «Sonntagszeitung» mit neuer Struktur und im frischen Kleid. Bereits umgesetzt ist die neue Web-App. Sie ersetzt die bisherige Website und dient auf dem iPad als Alternative zur nativen App, die immer wieder für Ärger sorgt – aber vom ansonsten umfassenden Relaunch ausgenommen blieb.<br />
<span id="more-18977"></span><br />
Alles neu <a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2014/pressrelease/relaunch_der_sonntagszeitung_und_neues_digitalangebot/" target="_blank">bei der «Sonntagszeitung»</a>: Neue Blattarchitektur, neues Layout, neuer «Gesellschaft»-Bund, neue Web-App – was man halt so macht, sieben Jahre nach dem letzten Relaunch, mit einem neuen Chefredaktor und um einen Sparauftrag zu erfüllen.</p>
<p>Wirklich alles neu? Nicht ganz. Ausgerechnet die iPad-App bleibt vom Relaunch unberührt. Die bleibt unstabil wie eh und je. Ein letztes mageres Update gab es vor einem halben Jahr, die letzten substanziellen Neuerungen fanden im Sommer 2012 statt.</p>
<p>Warum ausgerechnet die iPad-App nicht in den Erneuerungsprozess einbezogen wurde, bleibt offen. Tamedia-Sprecher Christoph lässt aber durchblicken, dass dieser digitale Verbreitungskanal keine Priorität mehr geniesst. Man führe die «Sonntagszeitung»-App aber weiter, weil sie «eine treue Nutzerschaft» habe.</p>
<p>Was der untreue gewordene Teil der Nutzerschaft von der App hält, kann man <a href="https://itunes.apple.com/ch/app/sonntagszeitung/id386115817?mt=8" target="_blank">im iTunes-Store nachlesen</a>. Oder <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/05/jeden-sonntag-das-gleiche-theater/" target="_self">am Sonntagmorgen auf Twitter</a>. Man verwünscht und verflucht die fehleranfällige Digitalausgabe. Daran hat sich über die Jahre nicht viel geändert – und wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern. Erst recht nicht, weil die iPad-Nutzer nun zwischen der neuen Web-Ausgabe und der alten App wählen können. Diese Wahl dürfte nicht allzu schwer fallen. Gegenüber der <a href="https://twitter.com/peter_brun/status/450155142449729536" target="_blank">Katastrophen-App</a> wirkt selbst die nicht nur nutzerfreundliche <a href="http://webapp.sonntagszeitung.ch/" target="_blank">Web-App</a> als perfekte Alternative.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/04/endgueltig-im-appseits/">Endgültig im Appseits</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wer schwächelt, wird fit getrimmt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/27/wer-schwaechelt-wird-fit-getrimmt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 12:29:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Le Matin]]></category>
		<category><![CDATA[24 Heures]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Tribune de Genève]]></category>
		<category><![CDATA[Romandie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den nächsten drei Jahren will das Zürcher Medienhaus Tamedia 34 Millionen Franken an Kosten einsparen. Geprüft würden «alle Optionen». Besonders bei den Zeitungen in der Westschweiz sorgt das neuerliche Sparpaket für rote Köpfe. Als am vergangenen Donnerstag Tamedia die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr bekannt gab, liess sich bereits erahnen, dass bald ein nächstes <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/27/wer-schwaechelt-wird-fit-getrimmt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den nächsten drei Jahren will das Zürcher Medienhaus Tamedia 34 Millionen Franken an Kosten einsparen. Geprüft würden «alle Optionen». Besonders bei den Zeitungen in der Westschweiz sorgt das neuerliche Sparpaket für rote Köpfe.<br />
<span id="more-13327"></span><br />
Als am vergangenen Donnerstag Tamedia die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/" target="_self">bekannt gab</a>, liess sich bereits erahnen, dass bald ein nächstes Sparprogramm folgen würde; von «negativer Entwicklung», «Umsatzrückgang» und – ausblickend – «Kostensenkungsmassnahmen» war die Rede. Konkrete Zahlen nannten aber Tamedia-Präsident Pietro Supino und CEO Christoph Tonini keine. Inzwischen ist die Summe bekannt: Eine Sparkur <a href="https://www.dropbox.com/s/mpccsf07g0bsjx1/20130326-interne-mitteilung.pdf" target="_blank">im Umfang von 34 Millionen Franken</a>, verteilt über die nächsten drei Jahre, steht dem Unternehmen bevor. Hauptbetroffene sind die kostenpflichtigen Zeitungen. Diese erbringen zwar weiterhin mehr als die Hälfte des Betriebsertrags, verlieren aber unwiederbringlich an Ertragskraft. 18 Millionen sollen deshalb <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/24_heures" target="_blank">die vier</a> <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/tribune_de_geneve" target="_blank">Tageszeitungen</a> <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/le_matin" target="_blank">in der</a> <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/le_temps" target="_blank">Westschweiz</a> einsparen, 16 die Deutschschweizer Titel.</p>
<p>Seit diese Zahlen und insbesondere die Verteilung zwischen den Sprachregionen intern bekannt wurden, ist bei den Redaktionen in Lausanne und Genf Feuer im Dach. Über das <a href="http://www.rts.ch/info/economie/4770020-le-groupe-de-presse-tamedia-veut-economiser-34-millions-de-francs.html" target="_blank">Westschweizer Radio und Fernsehen</a> schlugen sie Alarm: Bis zu 100 Redaktionsstellen seien in Gefahr, «Le Matin» drohe gar die Einstellung. Politikerinnen und <a href="http://www.rts.ch/video/info/journal-19h30/4770190-tamedia-le-groupe-de-presse-zurichois-tamedia-a-l-intention-d-economiser-34-millions-de-francs.html" target="_blank">Politiker</a>, <a href="http://www.syndicom.ch/de/newsaktivitaeten/news/news-detailansicht/news/unverantwortliches-und-skandaloeses-sparprogramm-bei-tamedia.html" target="_blank">sowie die</a> <a href="http://www.impressum.ch/web/impressum-de/service/Presse/Tamedia-Publications-romandes.html" target="_blank">Berufsverbände</a> protestieren gegen die Ankündigung und bekunden bereits ihre Solidarität und versprachen den Zeitungen ihre Unterstützung im Bemühen darum, eine vielfältige Presselandschaft in der Westschweiz zu erhalten.</p>
<p>Die Chefredaktoren sahen sich vor den Kopf gestossen und vermuteten hinter den für sie überraschenden Sparmassnahmen eine Machtdemonstration der Konzernzentrale in Zürich. Dort hält man die Aufregung für «nicht berechtigt» und versucht die Wogen zu glätten. Ausser dem Umfang des Sparpakets sei noch gar nichts beschlossen. Man habe bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Sparmassnahmen ergriffen, viele davon ohne direkte Folgen für das Medienangebot, zeigt sich Unternehmenssprecher Christoph Zimmer zuversichtlich.</p>
<p>Die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass Tamedia wenig Federlesen macht, wenn das Ziel einmal feststeht: Wer schwächelt, wird ohne Rücksicht auf Verluste fit getrimmt. Die unternehmensweit angestrebte Ergebnismarge von 15 Prozent ist der Massstab, an dem sich alle Produkte messen lassen müssen. <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/bei-tamedia-sind-keine-geldgierigen-verleger-am-werk-305312#.UVLkDFtYT3E" target="_blank">Nicht Geldgier</a>, sondern das Ziel langfristig handlungsfähig zu bleiben, rechtfertigten diesen Wert. «Wir wollen weiter in neue Geschäftsfelder investieren», sagt Unternehmenssprecher Zimmer. In den letzten zwölf Jahren habe Tamedia bereits rund 1.5 Milliarden Franken investiert. Dies sei ohne gute Ergebnisse nicht möglich.</p>
<p>Dass es beim aktuellen Sparpaket die Westschweiz stärker treffen soll als die Deutschschweiz, erklärt man bei Tamedia mit den grösseren strukturellen Schwierigkeiten der französischsprachigen Zeitungen und den geringeren Aussichten auf Besserung. Insbesondere der Boulevard-Titel «Le Matin» bereitet dem Unternehmen Sorge. Im letzten Jahr, so steht es im Kurzbericht zum Geschäftsjahr 2012, konnte die überregionale Tageszeitung «die gesetzten Ziele nicht erreichen». Trotz Kostensenkung sei es nicht gelungen, die seit Jahren bestehenden Verluste abzubauen.</p>
<p>Es soll aber nicht nur gespart. Auch neue Einnahmequellen will Tamedia erschliessen. So hat «Le Matin» mit dem Ringier-Blatt «Blick» zusammengespannt, um mit Glücksspielangeboten für die Leser Geld zu verdienen. Aber auch mit neuen publizistischen Projekten versucht Tamedia die Ertragslage verbessern, etwa mit dem <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/media/encore" target="_blank">Lifestyle-Magazin «Encore»</a>, das «Le Matin Dimanche» und Sonntagszeitung beigelegt wird.</p>
<p>Auch wenn der Fokus nun auf der Westschweiz liegt, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Zeitungen in der Deutschschweiz von den Sparmassnahmen betroffen sein werden. Konkrete Massnahmen seien aber auch hier noch keine beschlossen, heisst es bei Tamedia. Ein mögliches Sparprojekt, von dem in den letzten Monaten intern verschiedentlich die Rede war, ist eine engere Kooperation der Deutschschweizer Regionalzeitungen. So könnte die Berner Zeitung auch den Mantel für die Zürcher Landzeitungen liefern. Ein solcher Schritt wäre mit dem Abbau von Journalistenstellen verbunden. Bis jetzt gab es von Tamedia kein Bekenntnis dazu, bei den kommenden Sparmassnahmen das historische Kerngeschäft, den Journalismus, möglichst unangetastet zu lassen. Gut ist für das Unternehmen, was rentiert. Der Journalismus, zumal jener in gedruckten Zeitungen, hat dabei immer schlechtere Karten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/27/wer-schwaechelt-wird-fit-getrimmt/">Wer schwächelt, wird fit getrimmt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Pressespiegel, der keiner ist</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/12/14/ein-pressespiegel-der-keiner-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Dec 2012 09:37:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[TopComments]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Edwin van der Geest]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Kellermüller]]></category>
		<category><![CDATA[Pressepiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bis Ende November bot TopComments «relevante Hintergrundberichte zum Weltgeschehen» im Abonnement an. Die Textübernahme aus 25 internationalen Medien erfolgte jedoch in einer urheberrechtlichen Grauzone. Auf Druck der Verlage hat TopComments nun entschieden, den Betrieb in seiner bisherigen Form einzustellen. Im Frühling will man als «Wissenszirkel» weitermachen. Neun Monate nach dem Start hat TopComments bereits den <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/ein-pressespiegel-der-keiner-ist/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis Ende November bot TopComments «relevante Hintergrundberichte zum Weltgeschehen» im Abonnement an. Die Textübernahme aus 25 internationalen Medien erfolgte jedoch in einer urheberrechtlichen Grauzone. Auf Druck der Verlage hat TopComments nun entschieden, den Betrieb in seiner bisherigen Form einzustellen. Im Frühling will man als «Wissenszirkel» weitermachen.<br />
<span id="more-30573"></span><br />
Neun Monate <a href="http://www.finews.ch/news/hintergrund/8236-topcomments-news-informationen-ghost-reader" target="_blank">nach dem Start</a> hat TopComments bereits den <a href="http://www.topcomments.ch/" target="_blank">Stecker gezogen</a>, zumindest vorübergehend. Seit Ende November ruht der Infoservice. Die Abonnenten erhalten keine wöchentlichen Analysen und Hintergrundartikel mehr aus nationalen und internationalen Medien. Eine illustre Truppe aus ehemaligen Chefredaktoren (Andreas Durisch, Christoph Grenacher), Journalisten (Markus Schär) und Unternehmern (Edwin van der Geest, Robert Naville) und IT-Spezialisten (Caspar Steiner) lancierte den Dienst für Ihresgleichen: gestresste Informationsjunkies, die locker 200 Franken jährlich zahlen können für das Portionieren und Vorkäuen der üppigen Nachrichtenkost – oder «Ghostreading», wie TopComments seine Dienstleistung bezeichnet.</p>
<p>Obwohl vonseiten der Verlage bereits vor dem Start kritische Töne zu vernehmen waren bezüglich der Legalität des Angebots, liess sich TopComments nicht beirren. <a href="http://www.dynamicsgroup.ch/de/team.html#/edwin_van_der_geest_" target="_blank">Edwin von der Geest</a>, einer der beiden Gründer, sagt heute, er haben frühzeitig den Kontakt zu den Verlagen gesucht. Als Exponent der <a href="http://www.freundedernzz.ch/kontakt.html" target="_blank">«IG Freunde der NZZ»</a> steht er einem der potenziellen Partner sogar sehr nahe. «Das Projekt ist ja hundert Prozent &#8218;pro Medien&#8216;, das Herausfiltern der weltweit besten Analysen soll Lust auf mehr machen». Aber das half nichts: «Wir haben den Verlagen gezeigt, was wir machen, aber nichts von ihnen gehört.»</p>
<p>Trotz dieser Unsicherheit ging TopComments an den Start. Ohne gross dafür zu werben, fand das Angebot sein Publikum. Edwin van der Geest, einer der beiden Gründer, spricht von einigen Hundert Abonnenten, die man habe gewinnen können. Als Ziel fürs erste Jahr nannte er 3-4000 Kunden. «Offensichtlich besteht ein Bedürfnis nach einer solchen Dienstleitung», sagt van der Geest, ehemaliger Investmentbanker und Mitgründer des Beratungsunternehmens Dynamics Group.</p>
<p>Van der Geest und seine Mitstreiter stellen sich auf den Standpunkt, TopComments sei eine Art Pressespiegel. Gemäss einem <a href="http://www.kleinreport.ch/news/elektronische-pressespiegel-brauchen-keine-bewilligung-der-verlage-15794.html" target="_blank">Urteil des Bundesgerichts</a> von 2007 brauchen elektronische Pressespiegel keine Bewilligung der Verlage für die Übernahme der Artikel. Die Urheberrechte können über die Verwertungsgesellschaft Pro Litteris abgegolten werden. Dank diesem höchstrichterlichen Entscheid wähnte man sich auf der sicheren Seite. Doch TopComments hatte die Rechnung ohne die Verlage gemacht. Selbst die Aussicht, über pro Litteris einen Drittel der Einnahmen abgeführt zu erhalten, taugte nicht als Kulanzofferte. Beim Urheberrecht ist heute mit den Verlagen nicht zu spassen.</p>
<p>«Bei TopComments handelt es sich ganz klar nicht um einen Pressespiegel», betont Hanspeter Kellermüller, Generalsekretär der NZZ. «Bei einem Pressespiegel», erklärt der Jurist, «gibt der Kunde einen konkreten Suchauftrag und der Dienstleister sucht die entsprechenden Artikel.» Unter diese Definition fallen professionelle Medienbeobachtungsdienste, wie etwas der Argus der Presse. Nur weil der TopComments-Kunde zwischen verschiedenen Themengebieten auswählen konnte, sei das Kriterium des aktiven Suchauftrags nicht erfüllt. Kellermüllers Einschätzung teilen auch andere Schweizer Verlage, deren Texte übernommen wurden. Deshalb haben NZZ, Basler Zeitung, Weltwoche, Handelszeitung und Tages-Anzeiger gemeinsam reagiert. «Eine kostenpflichtige Weiterverbreitung vollständiger Artikel ohne die notwendigen Urheber- und Nutzungsrechte ist ein klarer Rechtsverstoss», teilt Christoph Zimmer, Leiter Unternehmenskommunikation von Tamedia, auf Anfrage mit. In einem Schreiben haben die Verlage TopComments nun aufgefordert, mit ihnen Nutzungsverträge für die Textübernahme abzuschliessen. TopComments wurde es zu brenzlig und reagierte: «Da wir keine rechtliche Auseinandersetzung riskieren wollen, nehmen wir eine Auszeit, um diese Fragen umfassend zu regeln», teilte Edwin van der Geest am 25. November den Abonnenten per Mail mit.</p>
<p>Für Edwin van der Geest sind Nutzungsverträge aber kein gangbarer Weg: «Das wäre viel zu aufwändig für unser kleines Start-Up-Unternehmen.» Damit meint der TopComments-Gründer weniger die möglichen Verhandlungen mit Schweizer Verlagen, sondern jene mit ausländischen Medienunternehmen, auch solche in Indien und China. Darum herum käme er aber nicht, denn «wir müssten schliesslich alle Partner gleich behandeln.» Wie auch immer – TopComments will weitermachen: «Das Marktbedürfnis für einen Ghostreader ist erwiesenermassen da». Wie der Neustart genau gelingen soll, kann van der Geest heute noch nicht sagen. Klar ist erst so viel: Der Dienst soll nur noch einem geschlossenen Nutzerkreis zugänglich sein, in den man per Einladung aufgenommen wird. «Wir machen nun Pause und regeln die offenen Fragen.» Dabei wolle man zusammen mit den Verlagen eine Lösung finden, die einen urheberrechtlich einwandfreien Betrieb von TopComments ermöglicht.</p>
<p>Die Verlage sehen indes wenig Spielraum. NZZ-Jurist Kellermüller sagt klipp und klar: TopComments kann Artikel der NZZ nur mit einem Nutzungsvertrag kommerziell weiterverbreiten. «Ein geschlossener Nutzerkreis ändert nichts daran», sagt Kellermüller im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Edwin van der Geest hofft nun, die kompromisslose Haltung der Verlage im Dialog ändern zu können: «Es muss schliesslich im Interesse der Medien liegen, dass ihre Topleistungen auf verschiedenen Kanälen zum Nutzer kommen – natürlich gegen Entschädigung.» Er hält seinen Dienst weiterhin für einen Pressespiegel und würde am liebsten mit der praktischen Pauschallösung weiterfahren. In anderen Zeiten wäre vielleicht ein Entgegenkommen der Verlage möglich gewesen. Nicht aber heute, wo die Zeitungshäuser ihre Felle davonschwimmen sehen. Da kennen sie bei Urheberrechtsverstössen und dem Verdacht auf solche kein Pardon.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/ein-pressespiegel-der-keiner-ist/">Ein Pressespiegel, der keiner ist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Konvergenz: Der Anfang vom Ende von Newsnet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/10/konvergenz-der-anfang-vom-ende-von-newsnet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Sep 2012 05:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wälty]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Newsnet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia merkt, dass die Marke doch unteilbar ist. Und verordnet dem Tages-Anzeiger eine Chefredaktion für alle Kanäle. Doch was bedeutet das für das Vehikel, das gegründet wurde, um online Geld zu verdienen, Newsnet? Hat es das Zeitliche gesegnet? Tamedia dementiert: Newsnet werde auch auf längere Frist nicht eingestellt. Am Donnerstag wurde den Redaktionen von Tages-Anzeiger <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/10/konvergenz-der-anfang-vom-ende-von-newsnet/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia merkt, dass die Marke doch unteilbar ist. Und verordnet dem Tages-Anzeiger eine Chefredaktion für alle Kanäle. Doch was bedeutet das für das Vehikel, das gegründet wurde, um online Geld zu verdienen, Newsnet? Hat es das Zeitliche gesegnet? Tamedia dementiert: Newsnet werde auch auf längere Frist nicht eingestellt.<br />
<span id="more-30530"></span><br />
Am Donnerstag wurde den Redaktionen von Tages-Anzeiger und Newsnet <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=103720">mitgeteilt</a>, dass sie in Zukunft für den gleichen Tages-Anzeiger arbeiten werden und dass es folglich auch nur eine Chefredaktion geben wird. Ob diese mit einer, zwei oder noch mehr Personen besetzt wird, ist noch nicht entschieden. Auch Einsparungen wurden angekündigt, die unter anderem mit Frühpensionierungen, nicht ersetzten Abgängen und Kündigungen erreicht werden sollen.</p>
<p>Für jene, die nicht mit den Verhältnissen zwischen Print und Online beim Tages-Anzeiger vertraut sind, mag sich diese Massnahme der Zusammenlegung wie ein Gemeinplatz anhören. Wer aber weiss, wie spinnefeind sich einige Redaktoren zwischen Print und Online sind und wer weiss, wie unterschiedlich die beiden Redaktionen arbeiten (was leicht an ihren Produkten erkennbar ist), kann sich vorstellen, wie schwierig das Projekt Konvergenz beim Tages-Anzeiger werden könnte. Wiederum: Von den bisherigen Zusammenführungen bei der NZZ wurden weder abgetrennte Gliedmassen noch auf dem Schlachtfeld zurückgebliebene Opfer gemeldet. Vielleicht geht es ja doch, Journalismus mit Qualitätsanspruch und ohne trägerideologische Muster zu betreiben.</p>
<p>Wenn nun der Tages-Anzeiger zur Vernunft zurückkehrt und eine Chefredaktion einrichtet, stellt sich nicht nur die Frage, wer diese besetzt wird, sondern, was das für Newsnet bedeutet. Aktueller Chefredaktor von Newsnet ist Peter Wälty, er verantwortet de facto grosse Teile der Online-Auftritte einer Reihe völlig unterschiedlich ausgerichteter Zeitungen wie der Basler Zeitung, dem Bund oder der Berner Zeitung. Publizistisch ist es ein Tohuwabohu der Marken: Artikel aus der Berner Zeitung können auf derbund.ch gelesen werden, Artikel aus der Basler Zeitung erscheinen auf tagesanzeiger.ch, Artikel aus den Zentralredaktionen erscheinen wahllos auf den verschiedenen Websites. Gefüttert werden die unterschiedlichen Medienmarken (gemäss <a href="http://newsnet.ch/">Newsnet.ch</a> «die unabhängigen Internet-Auftritte») mit einheitlichem Futter («schneller und hochwertiger Journalismus») aus den zwei Newsnet-Zentralredaktionen in Zürich und Lausanne und den sechs unterschiedlich grossen und unterschiedlich organisierten Lokalredaktionen in Zürich, Bern, Basel, Lausanne und Genf.</p>
<p>Problematisch ist die Situation vor allem für die Basler Zeitung der Medienvielfalt Holding AG, die sich online ironischer- und einfältigerweise mit Meldungen aus dem Newsnet-Einheitsbrei präsentiert, was immer wieder zu <a href="http://www.presseverein.ch/2010/11/basler-zeitung-meldet-eigene-entmachtung/">peinlichen</a> <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/003177.html">Fremdmeldungen</a> «in eigener Sache» führt. Man mag sich freuen, Werbeeinkünfte zu kassieren, für die fast kein Finger gekrümmt werden muss. Gefragt werden muss aber, weshalb die eigene Marke online nicht stattfindet, bzw. verwässert wird.</p>
<p>Der Tages-Anzeiger wird Testmodell sein für die frühestens ab Sommer 2013 eingeführte Bezahlschranke. Wenn man sich nun dort darauf besinnt, die Kontrolle über die eigene Marke zurückzugewinnen, folgen unweigerlich weitere Fragen: Erobern sich auch die anderen Titel die publizistische Hoheit über ihre Website zurück? Wird Newsnet zu einer Episode in der Geschichte? Andere fragen, woher dann überhaupt die Storys kommen:</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p>Was geschieht mit Newsnet-Verbund, wenn Mantelred. konvergent wird und hinter Paywall verschwindet. Politik und Wirtschaft nur noch ab SDA?</p>
<p>&mdash; Lukas Mäder (@lukasmaeder) <a href="https://twitter.com/lukasmaeder/status/244353430930485248" data-datetime="2012-09-08T08:36:12+00:00">September 8, 2012</a></p></blockquote>
<p>Christoph Zimmer, der Unternehmenssprecher der Tamedia, teilt mit, dass Newsnet in der jetzigen Form weitergeführt und auch auf längere Frist nicht eingestellt werde: «Der Verbund ist erfolgreich und wird weitergeführt. Mit dem Einbezug von 24heures.ch, lematin.ch und tdg.ch hat Newsnet im letzten Jahr nochmals einen grossen Sprung gemacht.»</p>
<p>Solange man mit Zeitungen recht verdiente, vernachlässigten die Zeitungsverlage die publizistische Seite online. Das hat zur Gründung von Newsnet geführt, einem Vehikel, das querbeet Klicks sammelte und sich so zu einer für die Werbewirtschaft relevanten Grösse aufplusterte. Christoph Zimmer schreibt: «Newsnet ist in erster Linie die gemeinsame Marke gegenüber den Werbekundinnen und Werbekunden. Gegenüber den Leserinnen und Leser treten die Partner unter den Medienmarken baz.ch, bernerzeitung.ch, derbund.ch, tagesanzeiger.ch sowie 24heures.ch, lematin.ch und tdg.ch auf.»</p>
<p>Nun aber verlieren Zeitungen merklich Werbeanteile, das Geschäft spielt sich mehr und mehr online ab. Die Entwicklung zwingt die Verlage dazu, sich erneut Gedanken zu machen, wie die einzelnen Produkte online platziert werden könnten. Und auf dem Kalender steht schon 2012. Wer konnte auch ahnen, dass sich dieses Internet durchsetzt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/10/konvergenz-der-anfang-vom-ende-von-newsnet/">Konvergenz: Der Anfang vom Ende von Newsnet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Nicht meine Zeitung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/12/08/nicht-meine-zeitung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 13:21:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Marius Hagger]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[My Newspaper]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[MyNewspaper]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizerische Post]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline Thoma]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Die Post]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Ende November kann man in Deutschschweizer Städten MyNewspaper abonnieren. Ein Jahr lang will die Schweizerische Post testen, ob es für eine personalisierbare Tageszeitung einen Markt gibt. Die MEDIENWOCHE hat MyNewspaper angeschaut und neben den Kinderkrankheiten vor allem grundlegende Mängel entdeckt. Was ist MyNewspaper eigentlich genau? Die Zeitung der Zukunft oder eine weitere Spielerei mit <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/08/nicht-meine-zeitung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/08/nicht-meine-zeitung/">Nicht meine Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Seit Ende November kann man in Deutschschweizer Städten MyNewspaper abonnieren. Ein Jahr lang will die Schweizerische Post testen, ob es für eine personalisierbare Tageszeitung einen Markt gibt. Die MEDIENWOCHE hat MyNewspaper angeschaut und neben den Kinderkrankheiten vor allem grundlegende Mängel entdeckt.</b></p>
<p>Was ist <a href="http://mynp.sso.post.ch/" target="_blank">MyNewspaper</a> eigentlich genau? Die Zeitung der Zukunft oder eine weitere Spielerei mit den technischen Möglichkeiten des modernen Nachrichtenwesens? Es sei ein «zusätzlicher Absatzkanal» für Verlage und ihre Zeitungen, sagt die schweizerische Post, unter deren Leitung das Projekt läuft. Von einem «Nischenangebot» spricht man bei Tamedia. Das Zürcher Medienhaus stellt sechs seiner Zeitungen für den individuellen Nachrichtenremix bereit. Mit dieser Einordnung dürfte Tamedia vermutlich richtig liegen. Darauf weisen auch die angestrebten Nutzerzahlen hin für den einjährigen Markttest von MyNewspaper. Die Post möchte 900 Leute erreichen mit dem neuen Angebot; wahrlich eine Nische.</p>
<p>Wie das Zielpublikum aussieht, lässt sich an den Eckwerten des Projekts ablesen: Ein Abonnement der gedruckten Ausgabe kostet je nach Blattumfang zwischen 720 und 1320 Franken im Jahr, nur als E-Paper gibt es MyNewspaper für rund einen Drittel des Printtarifs. Es muss also schon ein grosser Freund des heimischen Zeitungsschaffens sein, wer bereit ist, so tief in die Tasche zu greifen. Umso mehr, als dass sich die Titelauswahl bisher, abgesehen von ein paar Ausnahmen, auf Regionalzeitungen beschränkt. Das soll sich noch ändern. Mit weiteren Verlagen fänden derzeit Verhandlungen statt, sagt Post-Sprecher Mariano Masserini. Der «Blick» von Ringier komme demnächst dazu, bestätigt Caroline Thoma, Geschäftsführerin Blick-Gruppe.</p>
<p>Mit anderen musste gar nicht erst verhandelt werden, weil sie den Sinn des Projekts nicht sehen. So zeigt etwa die Neue Zürcher Zeitung keinerlei Interesse an MyNewspaper. Marius Hagger, Leiter Verlage NZZ, sagt es kurz und bündig: «Ich sehe weder ein Kundenbedürfnis noch ein erfolgreiches Geschäftsmodell hinter diesem Versuch.» Während sich diese Einschätzung erst noch bewahrheiten muss, nennt Hagger auch grundsätzliche Einwände gegen die personalisierbare Tageszeitung: «Wir erachten es aus Gründen der Positionierung und der Markenführung als wenig sinnvoll, unsere Premium-Brands unter dem Label &#8218;MyNewspaper&#8216; mit irgendwelchen anderen Marken und Inhalten zu vermengen.»</p>
<p>In der Tat: Wer durch eine Ausgabe von MyNewspaper blättert, verliert schnell den Überblick, welche Seite nun aus welcher Zeitung stammt. Zwar wird das Originallayout übernommen, aber es fehlt beispielsweise der Zeitungskopf, der als zentrales Identifikationsmerkmal der Marke dient. Stattdessen prangt der Schriftzug von Mynewspaper auf der Titelseite. Als Einbundzeitung verschwindet zudem die ursprüngliche Blattarchitektur; es bleibt der nackte Content.</p>
<p>Auch anderweitig vermag die Anmutung der Zeitung nicht zu überzeugen, wobei die Post die Probleme teilweise erkannt hat. Etwa bei der Druckqualität. Die ist zurzeit noch unbefriedigend. Mit einem bleichen Schleier überzogen, erscheinen die einzelnen Zeitungsseiten. Laut Post-Sprecher Masserini soll das Druckverfahren optimiert werden.</p>
<p>Keinen Spielraum gibt es dagegen bei der Zustellung. «Meine Zeitung» kommt erst mit der regulären Postzustellung im Laufe des Morgens. Eine Frühzustellung sei aus logistischen Gründen «fast nicht möglich», heisst es bei der Post und sei auch nicht vorgesehen. Ebenso gibt es keine Papierausgabe am Samstag. Ein Ärgernis. Ausgerechnet an einem Tag mit grossem Zeitbudget erscheint das Blatt nicht. Für diesen Fall verweist die Post auf das E-Paper, das im Abonnement inklusive angboten wird.</p>
<p>Allein die technische und logistische Fähigkeit, Zeitungen auseinanderzudröseln und neu zusammenzustellen, bedeutet noch lange nicht, dass diese Art der Nachrichtendarreichung auch sinnvoll ist. Ausserdem ist es mit der Personalisierung nicht weit her, weil sie in einem engen Korsett steckt. Die Post versucht die Möglichkeiten des Web zu imitieren, scheitert aber an den starren Rahmenbedingungen des Print. «Auf ihre Interessen zugeschnittenen Lesestoff» gibt es online schon lange, im Netz lesen die Leute ihre «Zeitung nach Mass», nicht mit einer Kopfgeburt wie MyNewspaper.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/08/nicht-meine-zeitung/">Nicht meine Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Unter dem Content-Diktator</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 14:47:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Res Strehle]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wälty]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Marti]]></category>
		<category><![CDATA[Newsnet]]></category>
		<category><![CDATA[Newsnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Tagi]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lieber arbeitslos als Redaktor beim Newsnetz: Das hört, wer mit Angestellten der Tamedia-Plattform für «Qualitätsjournalismus im Netz» spricht. Weil die Chefredaktion ihre Schreiberinnen und Schreiber durch den journalistischen Alltag peitscht, ist die Personalfluktuation rekordverdächtig hoch. Unter diesen Bedingungen bleibt die journalistische Qualität mitunter auf der Strecke. Solange die Zahlen stimmen, ist das für die Verantwortlichen <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">Unter dem Content-Diktator</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/logo_newsnetz.jpg" alt="" width="120" height="115" /> Lieber arbeitslos als Redaktor beim Newsnetz: Das hört, wer mit Angestellten der Tamedia-Plattform für «Qualitätsjournalismus im Netz» spricht. Weil die Chefredaktion ihre Schreiberinnen und Schreiber durch den journalistischen Alltag peitscht, ist die Personalfluktuation rekordverdächtig hoch. Unter diesen Bedingungen bleibt die journalistische Qualität mitunter auf der Strecke. Solange die Zahlen stimmen, ist das für die Verantwortlichen kein Thema.<br />
<span id="more-28951"></span><br />
Seit dem Start der Onlineplattform Newsnetz sind die Arbeitsbedingungen für Journalistinnen und Journalisten belastend. Stellenwechsel und Abgänge gehören zur Tagesordnung. «Arbeitslose Journalisten gehen lieber stempeln, als bei Newsnetz zu arbeiten», sagen Ehemalige übereinstimmend. Vergangene Woche hatte das Medienportal persoenlich.com die aktuellen Abgänge von einer Redaktorin und vier Redaktoren zum Anlass genommen Chefredaktor Peter Wälty <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=98738" target="_blank">nach den Gründen zu befragen</a>. Wältys Aussagen lösten auf der Redaktion von Tages-Anzeiger Online Kopfschütteln und Verärgerung aus. Man empfand sie – milde ausgedrückt – als beschönigend. «Das Interview ist ein Schlag ins Gesicht für jeden, der mal dort gearbeitet hat oder noch arbeitet», sagt ein Ehemaliger.</p>
<p>Wälty stellte im besagten Interview seine Redaktion als Talentschmiede dar, wo journalistisch unerfahrene Leute gefördert würden. Doch viele sind längst gestandene Berufsleute mit beachtlichem Leistungsausweis. Die Praktikantin wurde nicht aus Talentförderungsmotiven zur Lokalreporterin, sondern füllte lediglich eine freigewordene Lücke. Offenbar ist es nicht leicht, Leute für den Job zu finden. Laut mehreren übereinstimmenden Aussagen sei es in der Regel so, dass Leute nicht von der Konkurrenz abgeworben würden, sondern die erstbeste Gelegenheit packten, die Galeere Newsnetz zu verlassen. «Galeere» ist kein von der MEDIENWOCHE erfundenes Bild, sondern ein gängiges Synonym für die Arbeitsbedingungen beim Newsnetz.</p>
<p>Zwei Zahlenbeispiele für die hohe Personalfluktuation: Von den 40 Redaktorinnen und Redaktoren beim Start im August 2008, haben es lediglich zwölf Personen bis heute ausgehalten. Im Januar 2010, also vor dem Ausbau auf heute etwa 60 Redaktorinnen und Redaktoren (ohne Korrektorat, IT etc.), waren insgesamt 45 Leute auf der Redaktion. Von ihnen haben 25, also mehr als die Hälfte, das Boot verlassen. Und das trotz renommiertem Arbeitgeber Tamedia und schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt.</p>
<p>Was sind die Gründe? Chefredaktor Wälty will mit Verweis auf das persoenlich.com-Interview, in dem er bereits alles zum Thema gesagt habe, keine weiteren Auskünfte geben. Stellung nimmt Tamedia-Unternehmenssprecher Christoph Zimmer: «Die Anforderungen, die Peter Wälty an sich und seine engagierte Redaktion stellt, sind hoch.» Das Team sei jedoch sehr motiviert und das Arbeitsklima keineswegs schlecht.</p>
<p>Res Strehle, Co-Chefredaktor des Tages-Anzeigers und einstiger Projektleiter des Newsnetz, fühlt sich für eine Beurteilung nicht kompetent: «Ich sehe zuwenig in die Arbeitsbedingungen hinein.» Wälty bestätigt im Interview auf persoenlich.com den hohen Druck auf seine Leute. Das liege jedoch in der Natur des Onlinejournalismus mit mehr als einem Publikationstermin täglich. Doch der Chefredaktor und sein Stellvertreter und Jugendfreund aus Aargauer Tagen, Michael Marti, trieben es auf die Spitze, sagen Newsnetz-Redaktoren übereinstimmend.</p>
<p>Wältys Redaktion schleudert täglich bis zu 20 Storys mit unzähligen Updates auf die Newsnetz-Frontseite. Das beginnt mit der Morgenschicht im Newsressort, wo man spätestens ab 7 Uhr schon die neuesten Updates und Zusammenfassungen von Ereignissen des Vortages lesen kann. Die letzte Schicht endet um Mitternacht. Der Job am Newsdesk aber auch im Lokalressort ist besonders anstrengend. «Ich habe Leute erlebt, die bis zu 14 Tage am Stück durchgearbeitet haben», sagt ein Ehemaliger. «Man kommt am Morgen und klebt dann den Rest des Tages am Bildschirm und am Telefon.» Das hohe Arbeitstempo lasse keine Sekunde, um sich mit Arbeitskollegen auszutauschen, eine eigentliche «Arbeitsstimmung» sei deshalb inexistent. «Manchmal hatte ich das Gefühl, wir schreiben bloss für sich langweilende News-Junkies, die alle halbe Stunde die Tagi-Site mit der Refreshtaste neu laden», sagt ein weiterer ehemaliger Redaktor.</p>
<p>Die Frontseite auf Tages-Anzeiger online wird so zum unübersichtlichen Durchlauferhitzer für Geschichten. Wie lange sie auf der Front bleiben, hängt einzig von den Zugriffszahlen ab. Mit zweifelhaften Folgen: Am Ende eines Wahltages etwa erfährt man auf der Newsnetz-Frontseite nicht mehr, wer eigentlich gewählt wurde. «Aus meiner Zeit als Chef von 20 Minuten Online weiss ich, dass die Nutzungsintensität zunimmt, wenn das Tempo hoch ist», sagte Wälty vor knapp dreieinhalb Jahren zum Start von Newsnetz. Doch das gilt heute offenbar nur noch begrenzt, denn es ist kein Naturgesetz, wonach eine hohe Publikationsfrequenz alleiniger Erfolgsgarant ist. Blick aber auch die NZZ operieren online mit deutlich weniger Geschichten und sind – je nach Messzahlen – nicht weniger erfolgreich.</p>
<p>Die Journalistinnen und Journalisten sehen sich in ein enges Zeitkorsett gezwängt. Die Schreibenden müssen an der 9-Uhr-Sitzung ihre Story samt Titel bereits fertig im Kopf haben, welche die Chefredaktion am liebsten schon bis zum Mittag hätte, und zwar in der exakt von ihr bewilligten Form und Stossrichtung. Meist wird es jedoch später. In der Regel bleibt aber zuwenig Zeit für Recherche, Interviews und das Schreiben. Das führt zu standardisierten, körperlosen Artikeln mit der Gefahr, dass regelmässig dieselben Auskunftspersonen zitiert werden.</p>
<p>Die Chefredaktion wird übereinstimmend für journalistische Argumente und Kritik als weitgehend taub geschildert. Der Führungsstil sei chaotisch und wenig transparent. Die journalistische Erfahrung der Schreibenden sei nicht gefragt und ihre Leistungen würden nicht geschätzt. Wälty sei zwar grundehrlich, habe aber von Journalismus wenig Ahnung, heisst es. Dafür ist sein Stellvertreter Michael Marti zuständig. Marti, einst bei Facts und bei der NZZ am Sonntag, gilt als Wältys «kongenialer» Partner und Journalist mit kreativen Ideen. Er setze jedoch die Redaktion laufend unter Druck, reite endlos auf kleinsten Fehlern seiner Leute herum und lasse Storys regelmässig wieder umschreiben, die nicht wie vereinbart abgeliefert würden. Durchschnittlich erwartet die Chefredaktion von jedem Mitarbeiter zwei Artikel pro Tag. Im News- bzw. Lokalressort oder bei den Webscouts, die Artikel aus anderen Medien «nachdichten» , ist die Frequenz höher. Das Wirtschaftsressort weigert sich jedoch, mehr als eine Story pro Redaktor täglich abzuliefern.</p>
<p>Wälty weiss aus langjähriger Erfahrung, wie eine Geschichte im Web performt. Da ist er in seinem Element, da macht ihm so schnell keiner was vor. In der Branche gilt er deshalb als der wohl Beste seines Fachs. Und das bereits seit seiner Zeit als Leiter von 20 Minuten Online, wo er zusammen mit Geschäftsführer Rolf Bollmann das Newsportal zum kommerziellen Erfolg führte.</p>
<p>Von 20 Minuten hat Wälty auch das Onlinesystem (CMS) übernommen und für Newsnet angepasst. Es heisst – Nomen est Omen – «Content Dictator». Wälty gilt als Maniac, ein von der Webstatistik Getriebener. Und die Zahlen geben ihm Recht. Einzig die Tatsache, dass die vergleichsweise verschlafene NZZ Online gemäss Net Metrix Audit Oktober 2011 dem Tages-Anzeiger Online nur um 10&#8217;000 Unique Clients (auf insgesamt 1,6 Mio. pro Monat) voraus ist, muss den Rechenkünstler zutiefst wurmen.</p>
<p>«Wir werden niemals in Versuchung geraten, einen Tages-Anzeiger zu trivialisieren», sagte Wälty 2008 beim Start. Die Journalistinnen und Journalisten sollten nicht ständig nach dem Webseismographen schielen, welche Story vom Publikum am meisten geklickt werde. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein und die Klickraten sind der treibende Motor. Beim rasanten Produzieren von Inhalten bleiben viele Geschichten an der Oberfläche oder auf dem Boulevard, wie etwa jüngst eine Strassenumfrage, ob der Grünliberale Martin Bäumle als Politiker noch tragbar sei, nachdem er eine Stripteasetänzerin aus der Ukraine geheiratet hatte. Das wirkt sich auch auf die Qualitätsmarke Tages-Anzeiger aus.</p>
<p>Tagi Co-Chefredaktor Strehle, der schon beim Start von Newsnetz die gegenseitige Befruchtung von Print und Online beschworen hatte, weist solches von sich. «Es gibt zwar ein paar Dinge, die mich stören, Umfragen müssten kontroverser und interessanter sein.» Doch die Onlinekultur tue dem Tagi gut. «Ich sehe keine Gefahr, dass dadurch die Marke Tages-Anzeiger beschädigt wird.» Anders sieht das etwa Markenexperte Thomas Ramseier von Brandpulse, der sich dazu in der MEDIENWOCHE bereits <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/19/tagi-auch-tagi-doch-nicht-tagi/" target="_blank">Mitte Juli geäussert hat</a>: «Der Tages-Anzeiger funktioniert eigentlich nicht mehr als Marke. Das Newsnetz (&#8230;) erzählt etwas anderes als die Zeitung.» Laut Strehle soll jedoch die Zusammenarbeit zwischen Print und Online schrittweise verstärkt werden. Allerdings bestehen ausser zwischen dem Online-Lokalressort und dem blauen Bund der Printausgabe keine Berührungspunkte, vielmehr herrscht Gleichgültigkeit. Auf Kaderebene gibt es sogar vereinzelte Feindseligkeiten. Ob der Befruchtungsfaktor steigt, wenn sich im neuen Tamedia-Gebäude an der Zürcher Werdstrasse die Print und Onlineredaktionen räumlich näher kommen, bleibt abzuwarten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">Unter dem Content-Diktator</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>«Einzige Überlebensstrategie»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 10:54:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Russ-Mohl]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline Thoma]]></category>
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		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas Joos]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">«Einzige Überlebensstrategie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://www.enterpriseirregulars.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/pay-wall.jpg" class="alignleft" width="120" />Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren Zeitungsinhalte im Web bereits heute nur gegen Geld zugänglich sind, sehen sich auf dem richtigen Weg. Branchenbeobachter halten eine Paywall gar für überlebensnotwendig.<br />
<span id="more-28949"></span><br />
<strong>Stephan Russ-Mohl</strong>, Medienwissenschaftler und Professor an der Università della Svizzera italiana </p>
<blockquote><p>Bei den Amerikanern gibt es den schönen Spruch: &#8218;You can&#8217;t have a cake and eat it.&#8216; Genau das aber versuchen New York Times uns jetzt demnächst auch die NZZ: Sich ihre Online-Reichweite zu erhalten und trotzdem sich zusätzliche Einkünfte von ihren treuesten Lesern zu verschaffen. Aus meiner Sicht ist das die einzige wegweisende Überlebensstrategie für Qualitätsjournalismus, der nun mal Geld kostet und den die Werbewirtschaft absehbar nicht mehr, wie bisher im Print-Zeitalter üppigst finanzieren wird. Es wird viel davon abhängen, wie die NZZ ihr Ansinnen kommuniziert. Aber journalistische Unabhängigkeit ist nur dort zu haben, wo Leser/Hörer/Zuschauer oder Nutzer für diesen Journalismus bereit sind, zu bezahlen.</p></blockquote>
<p><strong>Karl Lüönd</strong>, Journalist und Branchenkenner </p>
<blockquote><p>Die NZZ setzt mit diesem Beschluss ein willkommenes und nötiges Zeichen gegen die Gratismentalität. Kein Unternehmen kann sich leisten, auf die Dauer seine Produkte zu verschenken. Über das Inkassosystem, das die NZZ anwenden wird, weiss man noch zuwenig. Entscheidend wird sein, dass sie es ohne die gierigen «Mitesser» aus der Telekom- und der Kreditkartenbranche schaffen.</p></blockquote>
<p><strong>Christoph Zimmer</strong>, Leiter Unternehmenskommunikation Tamedia </p>
<blockquote><p>Die Medienbranche in der Schweiz kann nur gewinnen, wenn alle Medienhäuser neue Angebote und Strategien ausprobieren. Der Erfolg von Newsnet und das eindrückliche Wachstum von 20 Minuten Online zeigen, dass sich grosse Redaktionen auch über Werbung finanzieren lassen. Bei bezahlten Angeboten stehen wir als Branche hingegen immer noch am Anfang eines vermutlich längeren Weges. Die Paid-Content-Strategie der NZZ ist genauso wie die iPad-App des Tages-Anzeigers ein Schritt auf diesem Weg. Wir werden die neue Strategie der NZZ wie auch die Paid-Content-Angebote anderer regionaler und nationaler Medienhäuser deshalb mit Interesse verfolgen und wünschen den Kolleginnen und Kollegen an der Falkenstrasse viel Erfolg.</p></blockquote>
<p><strong>Caroline Thoma</strong>, Geschäftsführerin Blick-Gruppe </p>
<blockquote><p>Das Blick-Portal wie die Printausgaben sind Massenmedien. Eine komplett kostenpflichtige Paywall bei Blick einzuführen ist aktuell keine Option für uns. Wir können uns jedoch vorstellen, zukünftig spezifische Inhalte kostenpflichtig anzubieten</p></blockquote>
<p><strong>Norbert Neininger</strong>, Verleger und Chefredaktor Schaffhauser Nachrichten </p>
<blockquote><p>Bei uns ist die Onlineausgabe schon lange nur für Zeitungsabonnenten gratis, unsere Sonntagsausgabe auf dem iPad (SN am Sonntag) wird nach einer Einführungsphase auch kostenpflichtig sein. Ich habe nie verstanden, warum die Verleger (sei es im Print, sei es Online) ihre Wertvollstes, ihre Inhalte, verschenken. Mit dieser Haltung bin ich auf unzähligen Podien und in vielen Kommentaren in den Social Media- und anderen Onlinewelten jahrelang zum Banausen abgestempelt worden, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Nun dürfte sich diese Beurteilung, nachdem einer nach dem anderen auf den richtigen Weg einschwenkt, etwas mildern.</p></blockquote>
<p><strong>Lukas Joos</strong>, Leiter Unternehmensentwicklung der Südostschweiz Medien </p>
<blockquote><p>Für uns ist klar, dass unsere Inhalte im Internet kostenpflichtig sein müssen, deshalb sind die «wichtigsten» Inhalte seit bald 10 Jahren hinter einer Paywall. Eine solche hält auf der einen Seite User ab, bildet aber auf der anderen Seite einen Mehrwert für unsere Abonnenten. Viel Traffic auf der Seite und den Apps wünscht sich vermutlich jeder Verlag, aber immer wichtiger wird die Qualität respektive das Profil der User. Eine Paywall schafft Transparenz. Zudem gilt meiner Meinung nach immer noch, was etwas kostet, ist (zumindest meist) auch etwas wert oder dessen Umkehrschluss.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">«Einzige Überlebensstrategie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Nebensache Nebengeschäft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/16/nebensache-nebengeschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 17:35:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[piazza.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Soundshack]]></category>
		<category><![CDATA[Tillate]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Nebengeschäft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kreditkarte, Handy-Abo, Musikstream und Co.: Bei 20 Minuten Online lässt man regelmässig neue Bezahlangebote spätestens nach einem Jahr wieder fallen. In letzter Zeit scheiterten beziehungsweise schlingern mindestens sieben Projekte. Was läuft hier schief? Die Gratiszeitung 20 Minuten (1,8 Mio. Leser)  ist zusammen mit seinem Onlineportal eine starke Marke. Nach der jüngsten Net-Metrix Erhebung ist 20 <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/16/nebensache-nebengeschaft/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/16/nebensache-nebengeschaft/">Nebensache Nebengeschäft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/20min_online_logo.jpg" alt="" width="120" height="103" /> Kreditkarte, Handy-Abo, Musikstream und Co.: Bei 20 Minuten Online lässt man regelmässig neue Bezahlangebote spätestens nach einem Jahr wieder fallen. In letzter Zeit scheiterten beziehungsweise schlingern mindestens sieben Projekte. Was läuft hier schief?<br />
<span id="more-28943"></span><br />
Die Gratiszeitung 20 Minuten (1,8 Mio. Leser)  ist zusammen mit seinem Onlineportal eine starke Marke. Nach der jüngsten Net-Metrix Erhebung ist 20 Minuten Online der führende Titel im Netz (345‘000 unique Users täglich) knapp vor blick.ch. Das wären eigentlich schlagende Argumente, um mit aller Art von Nebengeschäften und Brand-Extensions Kasse zu machen. Doch irgendwie steckt der Wurm drin.</p>
<p>Vor drei Jahren scheiterte der Versuch, eine eigene Kreditkarte auf den Markt zu bringen. Was bei Migros und Coop bestens funktioniert, kam beim 20 Minuten-Publikum nicht an. Gescheitert sind auch <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/20MinutenmitneuemMusicstreaming-DienstSoundshack.aspx" target="_blank">Soundshack</a>, ein kostenpflichtiges Angebot zum Streamen von Musik und <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/20%20Minuten%20und%20Sunrise%20lancieren%20Mobile-Angebot.aspx" target="_blank">das 20 Minuten-Handyangebot</a> im Verbund mit Sunrise. Beide wurden nach weniger als einem Jahr <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Musicstreaming-Dienst%20Soundshack%20wird%20nicht%20weitergef%C3%BChrt.aspx" target="_blank">eingestellt</a>.</p>
<p>Auch der Kleinanzeigenmarkt piazza.ch, welcher als «Marktplatz von 20 Minuten» an den Titel gebunden war, ist jetzt im Tamedia-Konzern <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/piazzach%20wird%20gemeinsam%20mit%20edicomch%20zur%20nationalen%20Kleinanzeigenplattform.aspx" target="_blank">anderweitig positioniert</a>. Weiter dümpelt das <a href="http://www.20min.ch/lokal/ch/start.tmpl" target="_blank">Lokalportal</a> vor sich hin, ein kluges und aufwändiges Angebot für Events lokaler Veranstalter, die sich auf einer interaktiven Schweizerkarte auf 20min.ch abrufen lassen.</p>
<p>Und last but not least ringt die zur 20 Minuten AG gehörende Partyplattform Tilllate mit einem weiteren Relaunch und der <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/seiten/tilllatecom%20wird%20teil%20des%20medienverbunds%2020%20minuten.aspx" target="_blank">Integration in 20 Minuten Online</a>. Diesmal will Tilllate zu den Bildern hiesiger Partymeilen auch journalistische Texte anliefern. Einzig die TV-App ist laut Hansi Voigt, Chefredaktor von 20 Minuten Online die «beliebteste bezahlte TV-App der letzten zwei Jahre im iPad-Bereich». Doch gemäss Tamedia-Insidern sei der Gewinn auch hier marginal und das Projekt unter dem Strich ein Nullsummenspiel.</p>
<p><strong>Medienwoche: Warum funktionieren trotz starker Marke viele Angebote nicht?</strong><br />
Hansi Voigt: Man kann nicht einfach etwas auf den Markt werfen und die Marke drüberstülpen. Bloss wegen dem Brand 20Minuten springen die Massen nicht auf. Nur die Produkte funktionieren, die auch absolut erstklassig sind. Das TV-Screenangebot als positives Beispiel läuft deshalb gut, weil es wirklich erstklassig ist.</p>
<p><strong>Aber es rentiert nicht, was in Zeiten von Zattoo, Wilmaa und Teleboy – alle gratis – nicht sonderlich erstaunt.</strong><br />
Wir nennen keine Zahlen, aber TV Screen ist erfolgreich. Wir arbeiten auch mit Zattoo zusammen. Es ist eine der umsatzstärksten TV-Apps im iPad-Bereich. Wir verdienen mit jedem User Geld. Ich habe keinen Grund mich zu beklagen, wir verdienten zuwenig.</p>
<p><strong>Warum hat zum Beispiel das 20Minuten-Handy nicht funktioniert? Bei Coop und Migros gehts doch auch?</strong><br />
Wir konnten tatsächlich die Kraft der Marke 20Minuten nicht auf den Boden bringen und ausserdem das Produkt nicht so massgeschneidert anbieten, wie wir das gewollt hätten. Der Handymarkt ist komplex. Doch das sind alles Dinge, die wir ausprobieren müssen, weil wir den Riesenvorteil haben, eine landesweite Onebrand-Strategie fahren zu können mit Auftritten in der Westschweiz und neuerdings auch im Tessin. Zum Ausprobieren gehört aber auch Scheitern. Wenn wir sehen, dass etwas nicht klappt wie zum Beispiel bei Soundshack, beenden wir es rasch. Die finanziellen Konsequenzen bleiben deshalb überschaubar und unser Kerngeschäft wird nicht tangiert.</p>
<p><strong>Versucht 20 Minuten Online sich zu einer Entertainment-Marke zu entwickeln? Die Projekte der letzten Zeit lassen das vermuten.</strong><br />
Nein, mit dieser Annahme liegen Sie falsch. Wir sind eine Zeitung und eine Newsplattform, das ist und bleibt unser Kerngeschäft. Die Branchenentwicklung verlangt aber von Medientiteln heute, sich auch in anderen Erlösmodellen und nicht nur in der klassischen Werbefinanzierung zu versuchen.</p>
<p>***</p>
<p>Gerüchte, wonach es bald zu einem Zusammenschluss der heute getrennten Redaktionen von 20 Minuten Print und Online unter einem einzigen Chefredaktor komme, dementiert Unternehmenssprecher Christoph Zimmer. Es bleibe bei der verstärkten Zusammenarbeit der Redaktionen im Bereich Unterhaltung, Weiteres sei nicht geplant.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/16/nebensache-nebengeschaft/">Nebensache Nebengeschäft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Tagi, auch Tagi, doch nicht Tagi</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/19/tagi-auch-tagi-doch-nicht-tagi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 16:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Newsnetz]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Marke]]></category>
		<category><![CDATA[iPhone]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach «Das Magazin» und der Sonntagszeitung kommt mit dem Tages-Anzeiger auch das Flaggschiff von Tamedia aufs iPad. Heute hat die Zeitung eine neue App veröffentlicht, die das bisher kostenlose Angebot auf dem Apple-Tablet ersetzen wird. Damit unternimmt Tamedia einen Schritt gegen die von Fachleuten als inkonsistent beurteilte Markenführung beim Tages-Anzeiger: Zeitung und App bieten künftig <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/19/tagi-auch-tagi-doch-nicht-tagi/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/19/tagi-auch-tagi-doch-nicht-tagi/">Tagi, auch Tagi, doch nicht Tagi</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/ipad_tagi-e1311090013434.jpg" alt="" width="98" height="92" /> Nach «Das Magazin» und der Sonntagszeitung kommt mit dem Tages-Anzeiger auch das Flaggschiff von Tamedia aufs iPad. Heute hat die Zeitung eine neue App veröffentlicht, die das  bisher kostenlose Angebot auf dem Apple-Tablet ersetzen wird. Damit unternimmt Tamedia einen Schritt gegen die von Fachleuten als inkonsistent beurteilte Markenführung beim Tages-Anzeiger: Zeitung und App bieten künftig identische Inhalte. Doch die Probleme liegen tiefer und sind noch lange nicht gelöst.<br />
<span id="more-28894"></span><br />
Leser Rudolf kann die Aufregung um <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Tages-Anzeiger%20ab%20sofort%20zweimal%20t%C3%A4glich%20auf%20dem%20iPad.aspx" target="_blank">die neue App</a> nicht verstehen: «Den Tagi gibts ja schon lange auf iPad. Ich weiss nun nicht, was da neu sein soll.» Leser Patrick versucht den irritierten Rudolf aufzuklären: «Diese App bringt Dir die Zeitung aufs iPad. Die bisherige App [mit den Inhalten des Newsnetz, Anm. d. Red] kann man als praktisch nicht recherchierte – und oftmals leider auch nicht korrigierte aktuelle Erweiterung sehen.» Ob Rudolf nun verstanden hat, wie sich die eine App von der anderen App unterscheidet, ist nicht überliefert.</p>
<p>Solche Verwirrung soll es in Zukunft nicht mehr geben. Denn die heute veröffentlichte und ab September kostenpflichtige iPad-App des Tages-Anzeigers wird das aktuelle Gratisangebot mit Newsnetz-Inhalten ablösen. Das sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer gegenüber der MEDIENWOCHE. Damit schafft Tamedia ein über weite Strecken identisches Nachrichtenangebot auf Papier und iPad. Das ist heute nicht so. Auf der aktuellen iPad-App, die von den Lesern zwar als Tages-Anzeiger wahrgenommen wird (siehe Rudolf), finden sich die Inhalte der Online-Redaktion vom Newsnetz. Nur vereinzelt finden sich auch Zeitungsartikel.</p>
<p>Für die Marke Tages-Anzeiger ist dieses Durcheinander alles andere als förderlich. Thomas Ramseier, Markenspezialist und Geschäftsführer bei Brandpulse, geht in der Beurteilung noch einen Schritt weiter. «Der Tages-Anzeiger funktioniert eigentlich nicht mehr als Marke. Eine starke Marke erzählt immer die gleiche Geschichte. Genau das macht aber der Tages-Anzeiger nicht: Das Newsnetz, das vom Publikum als Tages-Anzeiger wahrgenommen wird, erzählt etwas anderes als die Zeitung.» Ramseier weist aber auch auf die Schwierigkeiten hin vor denen Medienunternehmen stehen bei der Markenpflege: «Verlagsmarken hatten schon immer das Problem, dass sie sich jeden Tag neu erfinden müssen. Daher ist es ungleich schwieriger, eine konsistente Markenführung zu erreichen.»</p>
<p>Doch auch mit der neuen iPad-App, die den Inhalt des Tages-Anzeigers multimedial angereichert aufs Apple-Tablet bringt, ist das Markenproblem nur teilweise gelöst, denn die Zeitungslektüre auf dem iPad ist ein Minderheitenprogramm. Viel mehr Leute nutzen für die mobile Zeitungslektüre das iPhone. Wer aber meint, mit dem iPhone Tages-Anzeiger zu lesen, weil er den unverwechselbaren Schriftzug mit dem Zürcher Wappen auf dem Display sieht, liest in Tat und Wahrheit Newsnetz, das eine eigenständige, von der Zeitung getrennte Redaktion unterhält.</p>
<p>Wenn es Tamedia ein Anliegen wäre, mehr Konsistenz in die Markenführung seines Flaggschiffs zu bringen, hätte das Unternehmen beim iPhone angesetzt und nicht beim marginalen iPad. Tamedia-Sprecher Zimmer erklärt den Entscheid für eine neue iPad-App folgendermassen: «Obwohl es in der Schweiz wesentlich mehr iPhones als iPads gibt, haben wir uns dafür entschieden, die kostenpflichtige Tagi-App für das Tablet zu entwickeln, weil es für die Darstellung der Zeitungsinhalte die attraktivere Umgebung bietet als der kleine Bildschirm eines Smartphones.»</p>
<p>Damit wird auch klar, worum es sich bei der heute veröffentlichten iPad-App im Kern handelt: Um einen Versuchsballon, eine Testumgebung, ein Experimentierfeld. Geld verdienen kommt – wenn sich denn zahlende Leser finden – in einem zweiten oder dritten Schritt. Das bestätigt auch Christoph Zimmer: «Klar wollen wir mit der iPad-App Geld verdienen. Es geht aber auch darum auszuprobieren, was alles möglich ist, wie das Publikum das neue Angebot akzeptiert und was wir verbessern müssen, um langfristig Erfolg zu haben.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/19/tagi-auch-tagi-doch-nicht-tagi/">Tagi, auch Tagi, doch nicht Tagi</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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