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	<title>Ringier | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Medienqualität, EqualVoice, Tschugger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/17/medienqualitaet-equalvoice-tschugger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Sep 2022 06:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Equal Voice]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[MQR]]></category>
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		<category><![CDATA[Tschugger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Tut gut: Qualitätssteigerung der Schweizer Medien Good News aus der Forschung: «Die Schweizer Medien haben an Qualität gewonnen», sagte fög-Forschungsleiter Daniel Vogler anlässlich der Präsentation des Medienqualitätsratings 2022. Mit guten Nachrichten ging es weiter: Die meisten Nachrichtensendungen in Radio und Fernsehen konnten ihre Qualität steigern. Die meisten Tageszeitungen und Online-Medien haben sich <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/17/medienqualitaet-equalvoice-tschugger/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-99516" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Tut gut: Qualitätssteigerung der Schweizer Medien</h3>
<p>Good News aus der Forschung: «Die Schweizer Medien haben an Qualität gewonnen», sagte fög-Forschungsleiter Daniel Vogler <a href="https://vimeo.com/748549777" target="_blank" rel="noopener">anlässlich der Präsentation</a> des <a href="https://www.mqr-schweiz.ch/de/startseite.html" target="_blank" rel="noopener">Medienqualitätsratings 2022</a>. Mit guten Nachrichten ging es weiter: Die meisten Nachrichtensendungen in Radio und Fernsehen konnten ihre Qualität steigern. Die meisten Tageszeitungen und Online-Medien haben sich in drei von vier Qualitätsdimensionen verbessert. Alle Sonntagszeitungen und Magazine erzielten einen höheren Qualitäts-Gesamtscore als beim Rating 2020. Und alle Boulevard- und Pendlerzeitungen konnten ihre Berichterstattungsqualität in den vergangenen beiden Jahren steigern.</p>
<p>Grund zur Freude also. Natürlich kann man sich trotzdem Fragen stellen. Wird die Medienqualität jetzt wieder schlechter, weil die Fortschritte bei den Merkmalen «Relevanz» und «Einordnungsleistung» vor allem mit der Corona-Berichterstattung zu tun hatten? Könnte die Wissenschaft auch den Qualitätsverlust durch die Medienkonzentration ausweisen? Reicht es für eine qualifizierte Aussage aus, wenn bei der Publikumsbefragung auch diejenigen die Qualität eines Mediums bewerten, die es nur «ab und zu» nutzen? Müsste die Themenvielfalt nicht auch auf regionaler anstatt nur auf nationaler Ebene betrachtet werden? Und warum war an der MQR-Medienkonferenz niemand von der NZZ da, um den ersten Preis in der Kategorie «Tages- und Onlinezeitungen» abzuholen?</p>
<p>Was solls. Geniessen wir – zusammen mit der NZZ, den anderen Kategoriengewinnern WOZ, «Watson» und «Echo der Zeit» – für einmal die guten Nachrichten über Medien und Journalismus. Die nächsten Bad News kommen bestimmt.<br />
</p>
<h3>The Bad – Tut not: Ringiers EqualVoice ohne Sponsoring</h3>
<p>Gleichstellung ist wichtig. Und die <a href="https://www.equalvoice.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">EqualVoice-Initiative von Ringier</a> ist sicherlich eine gute Sache. Damit sollen Frauen in den Medien sichtbarer werden und häufiger in Texten vorkommen.</p>
<p>Man kann bei einem solche Anliegen aber auch stolpern. Oder sich verfahren. <a href="https://archive.ph/JnZSi" target="_blank" rel="noopener">Auf «blick.ch»</a>, «handelszeitung.ch» und in der «Handelszeitung» erschien kürzlich ein Artikel über die Architektin Tilla Theus. Er berichtete über Theus Arbeit und Erfolge, über Gleichstellung in der Architektur und passte gut zu EqualVoice. In einem Kasten wurde denn auch auf die Initiative verwiesen.</p>
<p>Bloss: Der Artikel war Sponsored Content für Land Rover, verfasst vom <a href="https://www.ringier-advertising.ch/brand-studio/" target="_blank" rel="noopener">Ringier Brand Studio</a>. Im Video zum «Blick»-Artikel sass Theus in einem Auto des Sponsors, ein Bild in der «Handelszeitung» zeigt den «neuen Range Rover» vor einem von Theus entworfenen Gebäude.</p>
<p>Ringier hat alle Gebote zum Sponsored Content eingehalten, hat alles klar ausgewiesen. Da gibt es nichts zu bemängeln. Ausser, dass die Kombination von «Wir setzen uns für Gleichstellung ein» und «Wir lassen uns dafür von einem Autohersteller bezahlen» einen Beigeschmack hat.</p>
<p>Ist es nicht heikel, sich bei EqualVoice-Aktivitäten sponsern zu lassen? «Nein», antwortet Daniel Riedel, Mediensprecher der «Blick»-Gruppe: «Denn wir stellen fest, dass sich immer mehr Kunden in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männer positionieren wollen und sich auch gezielt dafür einsetzen möchten.» Und: «Wir wählen unsere Partner nach diversen Gesichtspunkten sorgfältig aus und achten bei der Auswahl darauf, dass sie mit den Grundsätzen der EqualVoice-Initiative einhergehen.»</p>
<p>Der Beigeschmack bleibt trotzdem.</p>
<h3>The Ugly – Tut weh: länger warten auf «Tschugger 2»</h3>
<p>Er ist wieder da! Es gibt neue Geschichten über Bax, den coolsten Polizisten im Wallis – er hat immerhin einst Bernard Rappaz verhaftet! –, über «Smetterling», Pirmin, Valmira und die ganze Truppe. Seit Donnerstag läuft endlich die zweite Staffel «Tschugger» … <a href="https://show.sky.ch/de/serien/102507/tschugger" target="_blank" rel="noopener">auf dem Bezahlsender Sky Show</a>. Bei Fernsehen SRF hingegen wird <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/tschugger-2?id=268db462-bbbc-4f00-98f7-4dd60fa8e761" target="_blank" rel="noopener">«Tschugger 2» erst ab dem 18. Dezember</a> zu sehen sein, drei Monate nach der Première.</p>
<p>Warum? Es hat mit der Finanzierung zu tun: Die beiden Staffeln wurden laut Baptiste Planche, Leiter Fiktion bei SRF, mehrheitlich durch SRF finanziert, dazu kamen, Förderbeiträge, Eigenmittel der Produktionsfirma sowie eine Beteiligung von Sky: «Der Finanzierungsanteil von Sky bei Staffel zwei ist markant höher, als er bei Staffel eins war, was die dreimonatige Vorabexklusivität für Sky begründet», antwortet Baptiste Planche auf die entsprechende Frage der MEDIENWOCHE. Laut Planche kostete die Produktion der ersten Staffel rund 3 Millionen Franken, die der zweiten rund 3.4 Millionen. Wie der «markant höhere» Anteil von Sky aussah, wird nicht bekanntgegeben.</p>
<p>Die Wartezeit auf «Tschugger 2» überbrücken, indem man auf SRF nochmals «Tschugger 1» schaut, geht leider auch nicht. «Tschugger 1» ist weder bei Play SRF noch bei Play Suisse zu finden. «Beide Staffeln sind während der Vorabexklusivität exklusiv bei Sky zu sehen», heisst es bei SRF. Für Serafe-Gebühren-Zahler*innen bedeutet das bis Dezember: gar kein «Tschugger».</p>
<p>SRF hat für «Tschugger» erstmals mit einem kommerziellen Streamingdienst zusammengearbeitet. Für die nächsten Zusammenarbeits-Verhandlungen wünschen wir mehr Glück.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/17/medienqualitaet-equalvoice-tschugger/">Medienqualität, EqualVoice, Tschugger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2022 08:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaltage]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Schub für Klimajournalismus Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein Klimalabor und holt David Bauer für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die zunehmende Zahl jener Medien ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-99346" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Schub für Klimajournalismus</h3>
<p>Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein <a href="https://www.republik.ch/format/klimalabor" target="_blank" rel="noopener">Klimalabor</a> und holt <a href="https://www.davidbauer.ch/" target="_blank" rel="noopener">David Bauer</a> für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">zunehmende Zahl jener Medien</a> ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität auch eine Krise für den Journalismus», schreibt die «Republik». Für die Bewältigung dieser doppelten Krise will man zusammen mit dem Publikum die passenden publizistischen Produkte entwickeln; passend im Sinn von: «klar, verlässlich, brauchbar».</p>
<p>Wenn es jemanden gibt, der dieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen ist, dann David Bauer. Von seinen bisherigen beruflichen Stationen, etwa als Leiter Visuals der NZZ oder zuletzt beim <a href="https://refind.com/" target="_blank" rel="noopener">Start-Up Refind</a>, bringt der ausgebildete Journalist die besten Voraussetzungen mit für die Leitung des Klimalabors.</p>
<p>Zu einem Erfolg kann das neue Projekt insbesondere dann werden, wenn die «Republik» nicht nur jene erreicht, die sowieso schon ein grösseres Bewusstsein für das Ausmass der Krise haben. Ein Mangel, den <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/">Sara Schurmann</a>, Gründerin des <a href="https://klimajournalismus.de/" target="_blank" rel="noopener">Netzwerks Klimajournalismus</a>, in einer aktuellen <a href="https://uebermedien.de/76407/die-klimakrise-eskaliert-und-der-journalismus-kommt-nicht-hinterher/" target="_blank" rel="noopener">Bestandsaufnahme</a> beobachtet hat.<br />
</p>
<h3>The Bad – Katalogware für treue Kundschaft</h3>
<p>Als Abonnent, der einen anständigen Preis zahlt für eine (zumeist auch) anständig gemachte Zeitung, weiss man es grundsätzlich zu schätzen, wenn sich der Verlag dafür ab und zu erkenntlich zeigt. Allerdings kommt es darauf an, wie er das macht. Ein geschenktes Quartal nach zehn Jahren Abo-Dauer wäre zum Beispiel eine angemessene Treueprämie. Nicht so bei Tamedia.</p>
<p>Der Zürcher Zeitungsverlag bietet seiner treuen Kundschaft lieber vergünstigte Produkte aus einem Versandkatalog an. Vom «Brillenset mit auswechselbaren polarisierenden Brillengläsern» über die «Feuerkugel Erde RUSTY» für den Garten bis zur Skulptur «Einstein-Kopf mit goldener Zunge» findet man hier alles, was niemand braucht.</p>
<p>Auf Anfrage zeigt sich Tamedia zufrieden mit dem <a href="https://www.t-store.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">T-Store</a>. «Die Umsätze entsprechen den Erwartungen», teilt Sprecher Philip Kuhn mit. Es gibt also tatsächlich Menschen, die dort einkaufen.</p>
<p>Für <a href="https://slicelysworld.wordpress.com/2022/09/07/stromkrise/" target="_blank" rel="noopener">Kopfschütteln</a> sorgte Tamedia diese Woche mit einem ganzseitigen <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/t-store-scaled.jpeg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Inserat im «Bund»</a> für allerlei Stromfresser aus dem Versandkatalog: ein Heizstrahler, ein Raumentfeuchter, ein Wasserkocher – was man gerade so braucht in einer sich anbahnenden Energiekrise. Tamedia will damit nichts zu tun haben. «Die angebotenen Produkte werden nicht von Tamedia sondern den beteiligten Handelsfirmen zusammengestellt», erklärt Sprecher Kuhn.</p>
<p>Wenn es schon etwas aus diesem Katalog sein müsste für die stromknappe Zeit, dann wenn schon die Solarlaterne und der Puzzle-Tisch.</p>
<h3>The Ugly – Plattform für angeschlagenes Unternehmen</h3>
<p>Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei <a href="https://www.rnd.de/politik/huawei-und-das-geleakte-memo-gruender-klagt-ueber-schlechte-aussichten-in-china-IZ54D4AJUZC3VGP7PU54P3CFYA.html" target="_blank" rel="noopener">steht unter Druck</a>. Sein Unternehmen kämpfe ums «Überleben», hielt CEO Ren Zhengfei kürzlich in einer internen Notiz fest. Als einen der Gründe nannte der 77-Jährige die «Blockade durch die USA». Neben den USA haben zahlreiche andere Staaten, von <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-huawei-101.html" target="_blank" rel="noopener">Kanada über Schweden bis Japan</a>, das chinesische Unternehmen vom Ausbau des Mobilfunkstandards 5G ausgeschlossen, aus Sorge vor chinesischer Spionage.</p>
<p>Auch in der Schweiz mehren sich <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223414" target="_blank" rel="noopener">Stimmen</a>, die einen restriktiveren Umgang mit Huawei fordern. Da kann es dem chinesischen Konzern nur gelegen kommen, wenn er sich auf einer prominenten Plattform im besten Licht darstellen kann. Als einer von vier Hauptpartnern (neben Google, APG und Ringier) der von <a href="https://digitalswitzerland.com/" target="_blank" rel="noopener">Digitalswitzerland</a> organisierten <a href="https://digitaltage.swiss/" target="_blank" rel="noopener">Digitaltage</a> erhält Huawei derzeit eine grosse Bühne. Im Magazin zur Veranstaltungsreihe, das Ringier verantwortet und mehreren seiner Publikationen beiliegt, kann sich der umstrittene Konzern in verschiedenen Formen artikulieren: Mit Inseraten für hippe Consumer-Produkte wie kabellose Kopfhörer, aber auch mit einem «Global Connectivity Index von Huawei» der in einem redaktionellen Beitrag als Quelle erscheint. Abgerundet wird der Auftritt mit einer fünfseitigen Publireportage, wo Huawei darlegen darf, wie das Unternehmen unser aller Leben besser machen will.</p>
<p>Auf die Frage der MEDIENWOCHE, ob es die Absicht von Ringier und Digitalswitzerland sei, einem Unternehmen den roten Teppich auszurollen, das politisch und wirtschaftlich stark unter Druck steht, antwortet eine Sprecherin dermassen nichtssagend, dass sich eine Wiedergabe des Statements erübrigt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jolanda Spiess-Hegglin: Ringier akzeptiert Urteil</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/09/jolanda-spiess-hegglin-ringier-akzeptiert-urteil/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2022 16:13:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinnherausgabe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der «Blick» muss dem Kantonsgericht Zug eine Reihe von Informationen aushändigen, die er eigentlich geheim halten wollte. Es geht um den Gewinn, den der Verlag Ringier mit der persönlichkeitsverletzenden Berichterstattung über Jolanda Spiess-Hegglin erzielt hat.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/09/jolanda-spiess-hegglin-ringier-akzeptiert-urteil/">Jolanda Spiess-Hegglin: Ringier akzeptiert Urteil</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der «Blick» muss dem Kantonsgericht Zug eine Reihe von Informationen aushändigen, die er eigentlich geheim halten wollte. Es geht um den Gewinn, den der Verlag Ringier mit der persönlichkeitsverletzenden Berichterstattung über Jolanda Spiess-Hegglin erzielt hat.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/09/jolanda-spiess-hegglin-ringier-akzeptiert-urteil/">Jolanda Spiess-Hegglin: Ringier akzeptiert Urteil</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NZZ, Bakom, Ringier</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Jul 2022 08:43:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Bakom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Das täglich Brot der Vierten Gewalt Der Newsletter «Der andere Blick» gilt vielen, die die NZZ bashen, als Ursprung des Übels. Es ist auf diesen Newsletter zurückzuführen, dass die NZZ in manchen rechten Kreisen in Deutschland als «Westfernsehen» bezeichnet wird. Nun ist es ein solcher Newsletter, mit dem ein Redaktor seinen kenntnisreichen <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="aligncenter size-full wp-image-98315" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Das täglich Brot der Vierten Gewalt</h3>
<p>Der Newsletter «Der andere Blick» gilt vielen, die die NZZ bashen, als Ursprung des Übels. Es ist auf diesen Newsletter zurückzuführen, dass die NZZ in manchen rechten Kreisen in Deutschland <a href="https://www.stern.de/politik/deutschland/hans-georg-maassen--das-steht-in-dem--westfernsehen--artikel-der-nzz-8793910.html" rel="noopener" target="_blank">als «Westfernsehen» bezeichnet</a> wird. Nun ist es ein solcher Newsletter, mit dem ein Redaktor seinen <a href="https://www.nzz.ch/meinung/ukraine-wer-um-putins-gas-bettelt-nimmt-kapitulation-in-kauf-ld.1691094" rel="noopener" target="_blank">kenntnisreichen Kommentar</a> lanciert, der einige Behauptungen von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher zerpflückt. Behauptungen, die die Unternehmerin Tage davor in einem unkritischen Interview mit der «NZZ» aufgestellt hat. Kommentare wie dieser sind nicht nur für die Öffentlichkeit wichtig, sondern zeigen auch, dass die interne Debatte bei der NZZ lebendig ist.</p>
<p>Zuletzt vermittelte die NZZ manchmal den Eindruck, sie konzentriere ihre Energien auf Texte über «Cancel Culture» und andere kalkulierte Empörungen. Diese Woche empörte sie endlich wieder einmal die Mächtigen: «Das war eine verdammte Frechheit», so die Reaktion von Bundesrat Ueli Maurer in der «SRF Tagesschau» auf einen Artikel von Mittwoch. Er sagte lächelnd, er sei schon «nahe dran, eine Ehrverletzungsklage einzureichen». Dabei bündelt der beanstandete Artikel einzig Aussagen von Maurers Finanzdepartement und solche von Viola Amherds Verteidigungsministerium. Ist sich Maurer einfach keine kritischen Einordnungen aus der NZZ mehr gewohnt?</p>
<p>Artikel wie dieser sind eben das täglich Brot der Vierten Gewalt – und die erklärten Demokratie-Retter:innen, die eher im Monats- als im Tagestakt publizieren, können diesen Journalismus nicht ersetzen. Hoffentlich wird <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/nzz-inlandredaktorin-gewinnt-zuercher-journalistenpreis-2022-ld.1690821" rel="noopener" target="_blank">NZZ-Redaktorin Angelika Hardegger</a>, die diese Woche den «Zürcher Journalistenpreis» erhielt, nach ihrem Wechsel zur «Republik» im Herbst nicht seltener schreiben.<br />
</p>
<h3>The Bad – Finanzkontrolle kritisiert das Bakom</h3>
<p>Die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK hat kontrolliert, wie das Bundesamt für Kommunikation Bakom die SRG kontrolliert. Das Bakom mache das nicht allzu gut: Es komme der Aufsichtspflicht über die Finanzen der SRG nur «sehr bedingt nach». Das Bakom beschränke sich darauf, «ein Gesamtbild über die Finanzlage der SRG zu haben». «Kaum umgesetzt» werde «die Aufsicht der bestimmungsgemässen und wirtschaftlichen Mittelverwendung, wie sie im RTVG vorgeschrieben ist». Dabei wäre eine engmaschigere Kontrolle, so die EFK, auch im Interesse der SRG selbst: «Schlussendlich ist auch die SRG einem wachsenden Druck in der öffentlichen Wahrnehmung ausgesetzt und wird ein Interesse daran haben, eine positive Bestätigung des Bakom zu erhalten.»</p>
<p>In seiner Stellungnahme dankt das Bakom der EFK für die Zusammenarbeit und betont, «dass die Aufsicht über Medien eine hohe Sensibilität für die Unabhängigkeit der Medien» bedinge. Die von der EFK geforderte jährliche Zusammenfassung über den «Erfüllungsgrad der Konzessionsvorgaben» sei angesichts der «verfassungsrechtlich garantierten Programmautonomie» nur mit der «gebotenen Zurückhaltung» umsetzbar.</p>
<p>Bei der Lektüre des <a href="https://www.efk.admin.ch/images/stories/efk_dokumente/publikationen/_sicherheit_und_umwelt/energie_und_kommunikation/21164/21164BE-Endgueltige-Fassung-V04.pdf" rel="noopener" target="_blank">aktuellen EFK-Berichts</a> sollte man wissen, dass die Finanzaufsicht durch das Bakom infrage gestellt ist. Der EFK-Direktor liess in den vergangenen Jahren <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/19/ende-einer-ewigen-kontroverse-politik-will-srg-finanzen-strenger-kontrollieren/">mehrmals durchblicken</a>, dass er nichts dagegen hätte, wenn die EFK selbst die SRG kontrollieren dürfte. Im Nationalrat ist ein Vorstoss hängig, der genau das fordert. Unterschrieben haben ihn Politiker:innen aller Parteien.</p>

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<h3>The Ugly – Einen Orden vom Pressefeind</h3>
<p>Marc Walder erhält die «Medal of Honour». Also nicht die «Medal of Honor», die höchste militärische Auszeichnung der USA, sondern die serbische Ehrenmedaille. «I feel humbled to receive the Medal of Honour from Serbia’s President Aleksandar Vučić», lässt sich der Ringier-CEO in einer <a href="https://www.ringier.com/ringier-ceo-marc-walder-receives-the-medal-of-honour-from-serbian-president-for-his-services-to-digitalisation/" rel="noopener" target="_blank">Medienmitteilung</a> zitieren. Der serbische Präsident ehrt Walder für seinen Einsatz in der Digitalisierung. Aber Ringier ist in Serbien auch journalistisch präsent, vor allem mit dem Wochenmagazin «NIN» und der Zeitung «Blic», die innerhalb der regierungstreuen Boulevardmedien zu den seriöseren gehört.</p>
<p>Serbien ist von russischem Gas abhängig und versucht seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, <a href="https://carnegieendowment.org/eurasiainsight/87303" rel="noopener" target="_blank">weder die EU noch Russland zu verärgern</a>. Nur drei Wochen vor Walders Ehrung wollte der russische Aussenminister Sergej Lawrow den serbischen Präsidenten Vučić besuchen – verhindert haben das jene Länder, die Lawrows Maschine den Luftraum sperrten.</p>
<p>Dass Walder diese Auszeichnung annimmt, ist aber losgelöst vom internationalen Geschehen bemerkenswert. Vučić, der in den 1990er-Jahren unter Slobodan Milošević Informationsminister war, gilt als Hinderer von unabhängigem Journalismus. Im <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/serbien" rel="noopener" target="_blank">Länderbericht von «Reporter ohne Grenzen ROG»</a> heisst es: «Seitdem Aleksandar Vučić seit 2014 die Politik Serbiens bestimmt, können Journalist*innen dort weder auf Sicherheit noch auf Schutz durch den Staat zählen.» Sogar aus Regierungskreisen werde gegen Medienschaffende gehetzt, heisst es bei ROG weiter. Im «sehr stark konzentrierten» Medienmarkt übe der Staat als «Geldgeber und Werbekunde erheblichen Einfluss auf die Berichterstattung aus».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/">NZZ, Bakom, Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gewinnherausgabe: Jolanda Spiess-Hegglin über den Teilsieg im Rechtsstreit mit Ringier</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/30/gewinnherausgabe-jolanda-spiess-hegglin-ueber-den-teilsieg-im-rechtsstreit-mit-ringier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 17:55:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinnherausgabe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Zuger Kantonsgericht hat entschieden, dass der Medienkonzern Ringier die genauen Klickzahlen zu den Artikeln über Jolanda Spiess-Hegglin preisgeben muss. Dieses Urteil ist für Spiess-Hegglin ein Meilenstein im jahrelangen Prozess.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/30/gewinnherausgabe-jolanda-spiess-hegglin-ueber-den-teilsieg-im-rechtsstreit-mit-ringier/">Gewinnherausgabe: Jolanda Spiess-Hegglin über den Teilsieg im Rechtsstreit mit Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Zuger Kantonsgericht hat entschieden, dass der Medienkonzern Ringier die genauen Klickzahlen zu den Artikeln über Jolanda Spiess-Hegglin preisgeben muss. Dieses Urteil ist für Spiess-Hegglin ein Meilenstein im jahrelangen Prozess.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/30/gewinnherausgabe-jolanda-spiess-hegglin-ueber-den-teilsieg-im-rechtsstreit-mit-ringier/">Gewinnherausgabe: Jolanda Spiess-Hegglin über den Teilsieg im Rechtsstreit mit Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Medien mit Millionengewinnen: Erfolg verpflichtet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/10/medien-mit-millionengewinnen-erfolg-verpflichtet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2022 20:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[TX Group]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftszahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2021 war finanziell ein gutes Medienjahr. Zuletzt präsentierte Ringier einen dreistelligen Millionengewinn. Erfolgreiche Medienunternehmen tragen eine Verantwortung – auch und besonders für den Journalismus. Nun auch Ringier. Wie zuvor schon die TX Group, CH Media und die NZZ Mediengruppe vermeldet das Zürcher Medienunternehmen für das vergangene Jahr einen ausgezeichneten Geschäftsgang. «Bestes Ergebnis seit über zehn <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/10/medien-mit-millionengewinnen-erfolg-verpflichtet/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2021 war finanziell ein gutes Medienjahr. Zuletzt präsentierte Ringier einen dreistelligen Millionengewinn. Erfolgreiche Medienunternehmen tragen eine Verantwortung – auch und besonders für den Journalismus.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-97095" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b.jpg" alt="" width="1456" height="975" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-768x514.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Nun auch Ringier. Wie zuvor schon die TX Group, CH Media und die NZZ Mediengruppe vermeldet das Zürcher Medienunternehmen für das vergangene Jahr einen ausgezeichneten Geschäftsgang. «Bestes Ergebnis seit über zehn Jahren», schreibt die Ringier-Zeitung «Blick» zu den <a href="https://www.ringier.com/de/die-ringier-gruppe-erzielt-ihr-bestes-operatives-ergebnis-seit-beginn-der-transformation/" target="_blank" rel="noopener">124 Millionen Franken Gewinn</a> (vor Steuern und Abgaben), die ihr Verlag 2021 erwirtschaftet hat. Aber auch kleinere Medienunternehmen darbten nicht. So schloss etwa die Meier &amp; Cie AG in Schaffhausen (u.a. «Schaffhauser Nachrichten») nach eigenen Angaben «das Geschäftsjahr 2021 solide ab». Oder «Radio Rhône» in Sion: Der Lokalsender konnte dank einem Anstieg der Werbeeinnahmen einen positiven Abschluss vorlegen.</p>
<blockquote><p>Diese Ergebnisse wollen so gar nicht zu dem Bild passen, das die gleichen Unternehmen vor noch nicht allzu langer Zeit gezeichnet hatten.</p></blockquote>
<p>Unter dem Strich geht es den Grössten am besten. Sowohl die <a href="https://reports.tx.group/de/2021" target="_blank" rel="noopener">TX Group</a> als auch Ringier weisen dreistellige Millionengewinne aus. Diese Ergebnisse wollen so gar nicht zu dem Bild passen, das die gleichen Unternehmen vor noch nicht allzu langer Zeit von sich selbst und der Medienbranche insgesamt gezeichnet hatten. Als im vergangenen Februar die Frage im Raum stand, ob der Staat mit einem Rettungspaket ebendiesen (und auch vielen anderen) Verlagen unter die Arme greifen sollte, konnte man den Eindruck gewinnen, dass es Matthäi am Letzten sei. Das Lobbying der Chefs von TX Group und Ringier für einen Ausbau der Medienförderung erwies sich als kontraproduktiv. Es war mit ein Grund, warum die Vorlage an der Urne scheiterte.<br />
</p>
<p>Die Millionengewinne zeigen eindrücklich, wie die Medienunternehmen die Herausforderungen des digitalen Wandels gemeistert haben. So macht bei Ringier das Digitalgeschäft mit den Online-Marktplätzen bereits über 70 Prozent des Gewinns aus, während dieser Anteil vor zehn Jahren noch inexistent war. Ein wichtiges Element im Digitalgeschäft von Ringier und TX Group ist die Zusammenführung der Online-Marktplätze der beiden Unternehmen in der <a href="https://swissmarketplace.group/" target="_blank" rel="noopener">Swiss Marketplace Group SMG</a>. Die Bedeutung dieses Joint Ventures sah man im Abschluss der TX Group für 2021. Aus der Wertsteigerung nach der Fusion resultierte für die SMG ein Buchgewinn von 779 Millionen Franken. Ringier wies den Wert nicht als Gewinn aus, hätte das buchhalterisch aber auch tun können.</p>
<blockquote><p>In Osteuropa trägt Ringier zudem mit seinem breiten Portfolio an Medientiteln eine spezielle Verantwortung.</p></blockquote>
<p>Dieser Erfolg verpflichtet. Mit ihrem (reichweiten-)starken Medienangebot tragen Ringier und TX Group zur freien Meinungsbildung und damit zum Funktionieren der Demokratie bei. Damit sie diese noble Aufgabe bestmöglich erfüllen können, müssen sie die dafür erforderlichen Ressourcen bereitstellen. Bei der TX Group und insbesondere ihren Tamedia-Zeitungen hatte man in den letzten Jahren nicht immer den Eindruck, dass dies ausreichend der Fall war. Ringier dagegen schuf in den letzten Jahren insbesondere bei «Blick TV» Dutzende neuer Journalismus-Stellen. In Osteuropa trägt Ringier zudem mit seinem breiten Portfolio an Medientiteln eine spezielle Verantwortung. In Ländern wie Serbien, Ungarn oder Polen mit einem durchzogenen demokratischen Leistungsausweis spielen unabhängige Medien eine ungleich wichtigere Rolle im öffentlichen Diskurs als in der Schweiz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/10/medien-mit-millionengewinnen-erfolg-verpflichtet/">Medien mit Millionengewinnen: Erfolg verpflichtet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Eins auf die Finger fürs Abschreiben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/20/eins-auf-die-finger-fuers-abschreiben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2022 06:56:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[abschreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Hotellrevue]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals hat ein Schweizer Gericht einen paraphrasierten Artikel als Urheberrechtsverletzung taxiert. Ringier musste einen Text löschen, den «Blick.ch» einer freien Journalistin abgeschrieben hatte. An der weit verbreiteten Abschreiberei dürfte das Urteil aber vorerst wenig ändern. Schneller und billiger kommen Redaktionen nicht zu attraktivem Content: Man sucht bei der Konkurrenz nach spannenden Artikeln, fasst sie zusammen <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/20/eins-auf-die-finger-fuers-abschreiben/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/20/eins-auf-die-finger-fuers-abschreiben/">Eins auf die Finger fürs Abschreiben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erstmals hat ein Schweizer Gericht einen paraphrasierten Artikel als Urheberrechtsverletzung taxiert. Ringier musste einen Text löschen, den «Blick.ch» einer freien Journalistin abgeschrieben hatte. An der weit verbreiteten Abschreiberei dürfte das Urteil aber vorerst wenig ändern.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-96600" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Schneller und billiger kommen Redaktionen nicht zu attraktivem Content: Man sucht bei der Konkurrenz nach spannenden Artikeln, fasst sie zusammen und gibt sie als Eigenleistung aus. Solches Ab- und Zusammenschreiben fremder Inhalte zählt insbesondere bei werbefinanzierten Online-Medien zum bewährten Repertoire. Ob «Blick.ch», «20 Minuten» oder «Nau.ch» – sie alle schreiben mehr oder weniger systematisch ab; voneinander, aber auch von allen möglichen anderen einheimischen und internationalen Medien.</p>
<p>Die Redaktionen stellen sich dabei auf den Standpunkt, die Textübernahme sei durch das Zitatrecht gedeckt. Und weil bisher niemand erfolgreich juristisch dagegen vorgegangen war, gab es auch keinen Grund, von der zweifelhaften Praxis abzurücken. Ausserdem hält sich in Fachkreisen die Meinung, dass diese Form des Abschreibens zwar unschön, aber urheberrechtlich einwandfrei sei.<br />
</p>
<p>Seit dem vergangenen 25. Januar sieht das anders aus. Das Handelsgericht Zürich qualifizierte in einem <a href="https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/HG210105-O5.pdf" target="_blank" rel="noopener">Urteil</a> einen Artikel als Urheberrechtsverletzung, den «Blick.ch» von der Fachzeitung «htr hotel revue» abgeschrieben hatte. Eine Premiere. Noch nie zuvor hatte ein Schweizer Gericht eine journalistische Paraphrase sanktioniert.</p>
<p>Geklagt hatte Natalia Godglück. Die freie Journalistin hatte in der «htr Hotelrevue» vom 11. März 2021 eine umfassende Recherche zu den Auswirkungen von Corona auf die Schweizer Hotellerie veröffentlicht. «500 Hotels suchen Käufer», stand über dem Aufmachertext auf der Titelseite. Im Blattinneren folgte eine breite Auslegeordnung auf einer ganzen Zeitungsseite.</p>
<blockquote><p>Für die erfahrene Journalistin war klar: So geht das nicht. Schliesslich lebt sie auch davon, dass sie ihre Artikel weiterverkaufen kann.</p></blockquote>
<p>Das Thema interessierte offensichtlich auch «Blick.ch». «Nachdem ich meine Recherche auf Facebook angekündigt hatte, wie ich das immer mache», erinnert sich Natalia Godglück, «meldeten sich Freunde bei mir, sie hätten meinen Text bereits auf ‹Blick.ch› gelesen.» Zuerst habe sie gedacht, das sei ein Witz. Schliesslich hatte sie ihre Recherche nur der «htr hotel revue» verkauft. Als sie dann selbst «Blick.ch» aufsuchte, staunte sie nicht schlecht. Sie fand tatsächlich eine Zusammenfassung ihrer Recherche, mit teils identischen Sätzen. Unter dem Artikel stand das Kürzel eines «Blick»-Journalisten.</p>
<p>Für die erfahrene Journalistin war klar: So geht das nicht. Schliesslich lebt sie auch davon, dass sie ihre Artikel nach der Erstpublikation weiterverkaufen kann. Wenn aber «Blick.ch» mit seiner grossen Reichweite ihren Artikel abschreibt, wird kein anderer Verlag mehr für eine Zweitverwertung des Originals zahlen wollen.</p>
<blockquote><p>Ringier dachte nicht im Geringsten daran, auf die Forderung einzugehen. Eine Verletzung des Urheberrechts sei ausgeschlossen.</p></blockquote>
<p>Zuerst meldete sie sich telefonisch beim Redaktor, der ihren Artikel paraphrasiert hatte, und erkundigte sich nach einer Entschädigung. Der zeigte kein Verständnis für ihre Forderung. «Er fand vielmehr, das sei doch gute Werbung für die ‹hotel revue›», erinnert sich Godglück. Selbst wenn das zuträfe, brächte ihr diese Werbung keinen zusätzlichen Rappen aufs Konto.</p>
<p>Da Telefonieren nichts brachte – die «Blick»-Online-Chefin kriegte sie gar nicht erst an den Apparat –, entschloss sich die Journalistin, die unerlaubte Übernahme ihres Artikels in Rechnung zu stellen. Als geforderten Schadenersatz setzte sie den doppelten Betrag des Honorars ein, den ihr die «htr hotel revue» gezahlt hatte; 2800 Franken und die Sache wäre erledigt gewesen. Doch Ringier dachte nicht im Geringsten daran, auf die Forderung einzugehen. In einem dürren Antwortschreiben beschied ihr ein «Head Operations» der «Blick»-Gruppe, allein aufgrund des geringeren Umfangs des abgeschriebenen Artikels sei eine Verletzung des Urheberrechts der Autorin ausgeschlossen.</p>
<blockquote><p>«Wir strebten auch darum ein Urteil an, weil es bisher nichts Vergleichbares in der Schweiz gab.»<br />
<small>Rechtsanwalt Christoph Gasser</small></p></blockquote>
<p>Das liess Natalia Godglück nicht auf sich sitzen und doppelte nach. Unterstützung holte sie sich bei Christoph Gasser, einem der versiertesten Anwälte für Fragen des Urheber- und übrigen Immaterialgüterrechts in der Schweiz. Gasser wiederholte die Forderung, blieb aber damit ebenso erfolglos wie seine Mandantin zuvor. Deshalb reichte er beim Handelsgericht Zürich am 18. Mai 2021 Klage gegen Ringier ein und forderte den Verlag insbesondere auf, die urheberrechtswidrige Zusammenfassung des Artikels auf «Blick.ch» zu entfernen.</p>
<p>Mit der Klage seiner Mandantin betrat Rechtsanwalt Christoph Gasser Neuland. «Wir strebten auch darum ein Urteil an, weil es bisher nichts Vergleichbares in der Schweiz gab», sagt Gasser im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Zur Hauptverhandlung vom 25. Januar kam es schliesslich, nachdem eine Vergleichsverhandlung ohne Ergebnis geblieben war.</p>
<p>Im Zentrum der Hauptverhandlung stand die Frage, ob «Blick.ch», respektive Ringier als Verlag, mit seinem Verhalten das Urheberrecht der Autorin an ihren Text verletzt hatte, wie das die Klägerin und ihr Anwalt monierten. Die Gegenseite, vor Gericht vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Schwaibold, hielt derweil dezidiert dagegen, der «Blick.ch»-Artikel sei «weder eine Änderung noch eine Bearbeitung» des Artikels der Klägerin. Folglich liege auch keine Urheberrechtsverletzung vor.</p>
<blockquote><p>Mit ihrer Arbeit schuf die Autorin ein individuelles Werk, das Urheberrechtsschutz geniesst.</p></blockquote>
<p>In einem ersten Schritt prüfte das Gericht, ob der Artikel von Natalia Godglück überhaupt Urheberrechtsschutz geniesst. Wäre dies nämlich nicht der Fall, könnte gar keine Urheberrechtsverletzung vorliegen. Eine Nachricht, etwa in Form einer kurzen Agenturmeldung, ist urheberrechtlich nicht geschützt. Eine aufwändige Recherche zum Zustand der Schweizer Hotellerie nach einem Jahr Pandemie hingegen schon. Mit ihrer Arbeit schuf die Autorin ein individuelles Werk, dem folglich Urheberrechtsschutz zukommt, was auch das Gericht so sah.</p>
<p>In einem zweiten Schritt verglich das Gericht die beiden Texte Aussage für Aussage, Satz für Satz. Dabei zeigte sich, dass der «Blick»-Journalist 15 Sätze aus dem Text von Natalia Godglück in der «htr hotel revue» entweder paraphrasiert, also sinngleich oder sinnähnlich umformuliert, oder gar wortwörtlich übernommen hatte. Für das Gericht ergab sich daraus, dass es sich beim «Blick.ch»-Artikel um «keine eigenständige Neugestaltung» handelt. Eine solche Neugestaltung wäre dann zulässig, wenn der Artikel, der abgeschrieben wurde, im neuen Text nicht mehr erkennbar sei, also quasi «verblasse». Das war hier aber klar nicht der Fall.</p>
<blockquote><p>Das Gericht gelangte zum Fazit, die Paraphrase von «Blick.ch» stelle eine Urheberrechtsverletzung dar.</p></blockquote>
<p>Als erlaubtes Zitat geht die Paraphrase auch nicht durch. Dazu hielt das Gericht fest, ein Zitat dürfe nie «eine blosse Rechtfertigung dafür» sein, «dass ein Text oder Textteile einfach übernommen werden». Genauso handelte aber der «Blick.ch»-Journalist. Er nannte zwar die «htr hotel revue» als Quelle in seinem Zusammenschrieb. Damit liess er aber die Lesenden im Unklaren, dass er nicht nur die als Zitat ausgewiesenen Stellen aus einem anderen Artikel übernommen hatte, sondern mehr oder weniger den ganzen Text. Zudem wurde die Urheberin des Textes, also Natalia Godglück, bei «Blick.ch» gar nicht erst genannt.</p>
<p>So gelangte das Gericht zum Fazit, die Paraphrase von «Blick.ch» stelle eine Urheberrechtsverletzung dar. Damit liegt nun erstmals ein rechtskräftiges Urteil vor, das einen paraphrasierten Artikel als Urheberrechtsverletzung taxiert.</p>
<p>Mit drei zu zwei Stimmen fiel der Entscheid allerdings knapp aus. Die beiden unterlegenen Richter:innen erkannten im Abschrieb durchaus eigenständige Züge sowohl bei Aufbau, Inhalt, Sprache als auch dem Informationsgehalt. Die Übereinstimmung zwischen den beiden Artikeln erschöpfe sich «in gebräuchlichen Formulierungen und Aussagen», die den neuen Text nicht prägten. Mit dieser Meinung blieben sie zwar am Gericht in der <a href="https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/HG210105-O6_01.pdf" target="_blank" rel="noopener">Minderheit</a>. In der Rechtswissenschaft gibt es aber prominente Exponenten, die sich auf den Standpunkt stellen, dass es sich bei einer Paraphrase nicht um eine Urheberrechtsverletzung handeln könne.</p>
<blockquote><p>Trotz des knappen Entscheids des Gerichts wollte Ringier das Urteil nicht bis vor Bundesgericht weiterziehen.</p></blockquote>
<p>Sehr deutlich tut dies etwa <a href="https://www.ius.uzh.ch/de/staff/professorships/alphabetical/thouvenin/florent-thouvenin.html" target="_blank" rel="noopener">Florent Thouvenin</a>. Der Professor für Informations- und Kommunikationsrecht an der Universität Zürich hält das Ergebnis des Entscheids des Handelsgerichts schlicht für «falsch», wie er auf Anfrage der MEDIENWOCHE schreibt. «Natürlich sind die beiden Texte recht nahe, und offenbar ist der zweite in Kenntnis des ersten verfasst worden. Das mag unschön sein.» Aber mehr nicht. Thouvenin sieht ein grundsätzliches Problem: Wenn man eine Paraphrasierung als Urheberrechtsverletzung qualifiziere, bestehe «eine nicht geringe Gefahr», dass Autor:innen eines ersten Beitrags spätere Artikel in anderen Medien zum selben Thema mit ähnlichen Aussagen verbieten können. «Das kann und soll nicht Sinn und Zweck des Urheberrechts sein», hält der Rechtsgelehrte fest. Christoph Gasser hält diese Befürchtung für unbegründet, da es mit vertretbarem Aufwand problemlos möglich sei, einen journalistischen Text zu verfassen, ohne damit Urheberrechte zu verletzen.</p>
<p>Simon Canonica, Rechtsanwalt und Redaktor des Fachmagazins «Medialex», spricht von einem «guten und vor allem hilfreichen Urteil». Nun habe mal ein Gericht festgehalten, wo eine Grenze überschritten wurde. «Wenn man einen Artikel gegenüber dem Original so wenig verändert, dann bin ich auch der Meinung, dass sich das die Autorin nicht gefallen lassen muss.» Canonica, der 20 Jahre im Rechtsdienst von Tamedia gearbeitet hatte, sagt im Gespräch mit der MEDIENWOCHE weiter, dass er die Redaktionen immer davor gewarnt hatte: «Passt auf, wenn ihr euch bei anderen bedient! Es ist unseriös, als eigene Leistung auszugeben, was nicht auf dem eigenen Mist gewachsen ist.»</p>
<blockquote><p>Redaktionen und Verlage haben keinen Freipass mehr zum Abschreiben und müssen mit einer Verurteilung rechnen.</p></blockquote>
<p>Trotz des knappen Entscheids des Gerichts wollte Ringier das Urteil nicht bis vor Bundesgericht weiterziehen. «Wir haben Chancen, Risiken und Kosten eines gerichtlichen Weiterzugs abgewogen und uns gegen den enormen Aufwand entschieden», begründet Ringier auf Anfrage den Verzicht auf eine Weiterzug. Es könnte aber auch sein, dass Ringier darauf verzichtet hat, die nächste Instanz anzurufen, weil das Bundesgericht den Entscheid des Handelsgerichts hätte bestätigen können, und ein höchstrichterliches Urteil hätte «mehr Kraft», sagt Rechtsanwalt Christoph Gasser. Erst recht, wenn das Bundesgericht Leitlinien zum Thema veröffentlichen würde, die über den einzelnen Fall hinausreichen.</p>
<p>Doch auch das Urteil das Handelsgerichts wird eine gewisse Wirkung entfalten. Rechtsanwalt Gasser findet es «auf jeden Fall hilfreich, dass man nun das vorliegende Urteil einem potenziellen Verletzer zeigen kann». Redaktionen und Verlage haben keinen Freipass mehr zum Abschreiben und müssen mit einer Verurteilung rechnen.</p>
<blockquote><p>Ob sich die «Blick.ch»-Redaktion nun zurückhält mit Paraphrasieren, wird sich erst noch weisen müssen.</p></blockquote>
<p>Auch wenn Gerichte weiterhin jeden Fall einzeln beurteilen, dient das Urteil, das Natalia Godglück gegen Ringier erwirken konnte, in gewisser Weise als Präzedenzfall. Potenziell geschädigte Medienschaffende, die erwägen, ihren Fall zur Anzeige bringen, können vorab schon mal vergleichend auf die sanktionierte «Blick.ch»-Paraphrase schauen und beurteilen, ob bei ihnen mehr oder weniger abgeschrieben wurde.</p>
<p>Ob sich die «Blick.ch»-Redaktion nun zurückhält mit Paraphrasieren, wird sich erst noch weisen müssen. Die Ringier-Medienstelle erklärt auf Anfrage der MEDIENWOCHE, es gebe eine «interne Richtlinie zum Zitieren aus Fremdmedien», die der Chefredaktion zur Freigabe vorliege. Welche Bestimmungen diese Richtlinie genau enthält, nannte Ringier aber nicht.</p>
<p>Dass das Urteil der <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/04/parasitaeres-paraphrasieren-als-problematische-praxis/">weit verbreiteten Abschreiberei</a> den Riegel schiebt, ist eher unwahrscheinlich. Wenn alle von allen abschreiben, überwiegt für die Beteiligten eines solchen «Abschreib-Kartells» der Nutzen in Form der schnellen und billigen Content-Beschaffung. Und klagt irgendwann doch jemand, geht es um vergleichsweise bescheidene Summen. Die paar tausend Franken, um die es geht, berappen die Grossverlage aus der Portokasse. Ausserdem führt nicht jede Klage zu einem Urteil, wenn sich die Parteien in einem Vergleich finden.</p>
<blockquote><p>«Wenn jemand meine Recherche vertieft und weiterdreht, freut mich das. Aber einfach abschreiben geht gar nicht.»<br />
<small>Natalia Godglück, freie Journalistin</small></p></blockquote>
<p>Gleichzeitig ist es ein Armutszeugnis für jedes Medienunternehmen, das sich auf zweifelhafte bis rechtswidrige Weise bei anderen bedient und nicht bereit ist, einen minimalen Aufwand zu leisten, um einen eigenständigen journalistischen Beitrag zu erstellen. Wie das geht, zeigte im vorliegenden Fall «FM1Today». Während «Blick.ch» nur von der «htr hotel revue» abgeschrieben hatte, suchte das Ostschweizer News-Portal nach einem <a href="https://www.fm1today.ch/ostschweiz/vom-puff-bis-zum-luxushotel-diese-hotels-kannst-du-kaufen-141302428" target="_blank" rel="noopener">eigenständigen Ansatz</a>, um die Recherche von Natalia Godglück näher ans eigene Publikum zu bringen. Und siehe da: «FM1Today» fand heraus, dass sich die coronabedingte Situation der Hotellerie in der Ostschweiz entspannter präsentiert als gesamtschweizerisch. «Wenn jemand meine Recherche vertieft und weiterdreht, freut mich das», sagt Natalia Godglück. «Aber einfach abschreiben geht gar nicht.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/20/eins-auf-die-finger-fuers-abschreiben/">Eins auf die Finger fürs Abschreiben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Durch die Hölle in ein neues Leben – der Fall Thomas Borer 20 Jahre danach</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/06/durch-die-hoelle-in-ein-neues-leben-der-fall-thomas-borer-20-jahre-danach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2022 15:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Borer]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Thomas Borer wurde eines der bekanntesten Schweizer «Medienopfer». 20 Jahre danach sagt der Ex-Botschafter: «Ich bin heute viel glücklicher als damals als Diplomat.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/06/durch-die-hoelle-in-ein-neues-leben-der-fall-thomas-borer-20-jahre-danach/">Durch die Hölle in ein neues Leben – der Fall Thomas Borer 20 Jahre danach</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Thomas Borer wurde eines der bekanntesten Schweizer «Medienopfer». 20 Jahre danach sagt der Ex-Botschafter: «Ich bin heute viel glücklicher als damals als Diplomat.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/06/durch-die-hoelle-in-ein-neues-leben-der-fall-thomas-borer-20-jahre-danach/">Durch die Hölle in ein neues Leben – der Fall Thomas Borer 20 Jahre danach</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sport im Stream: Kamera-Boom am Spielfeldrand</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/23/sport-im-stream-kamera-boom-am-spielfeldrand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2022 14:27:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streaming]]></category>
		<category><![CDATA[Annette Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Asport]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95054</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Swisscom-Tochter Asport dominiert in der Schweiz den Markt mit intelligenten Kamerasystemen für Live-Streams von Sportveranstaltungen. Im Handball und Eishockey setzen zwei Profi-Ligen auf die automatisierte Übertragungstechnik von Asport. Ab dem Sommer will auch Ringier in diesem Boom-Geschäft mitmischen und startet mit dem Streaming der Spiele von zwei Fussball-Ligen. Die «TV-Revolution», wie sie der «Blick» <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/23/sport-im-stream-kamera-boom-am-spielfeldrand/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/23/sport-im-stream-kamera-boom-am-spielfeldrand/">Sport im Stream: Kamera-Boom am Spielfeldrand</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Swisscom-Tochter Asport dominiert in der Schweiz den Markt mit intelligenten Kamerasystemen für Live-Streams von Sportveranstaltungen. Im Handball und Eishockey setzen zwei Profi-Ligen auf die automatisierte Übertragungstechnik von Asport. Ab dem Sommer will auch Ringier in diesem Boom-Geschäft mitmischen und startet mit dem Streaming der Spiele von zwei Fussball-Ligen.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" class="alignnone size-medium wp-image-95061" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-1024x682.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Die «TV-Revolution», wie sie der «Blick» vor sechs Jahren für den «Provinz-Fussball» <a href="https://www.blick.ch/sport/fussball/tv-revolution-im-provinz-fussball-bald-gibts-die-fcb-talente-servette-und-co-live-id4879715.html" rel="noopener" target="_blank">ausgerufen hatte</a>, kam ziemlich handgestrickt daher. Oben auf einem Baucontainer am Spielfeldrand sassen zwei Jungs auf Plastikstühlen unter einem Werbesonnenschirm. Mit einem iPhone auf einem einfachen Stativ verfolgten sie das Spielgeschehen, schwenkten das Mobiltelefon hin und her, die Linse möglichst auf den Ball gerichtet. Was die Hobby-Kameramänner filmten, gelangte als Live-Stream ins Internet. Wer sich für Schweizer Erstliga-Fussball interessierte, konnte fortan die Spiele seiner Lieblingsmannschaft in Echtzeit online verfolgen. Mehr als eine Notlösung war das aber nicht. Der handgefilmte Stream war schlicht zu schlecht, als dass irgendjemand 90 Minuten drangeblieben wäre. Selbst wer sich nachträglich nur die Schlüsselszenen ansehen wollte, konnte den genauen Ablauf der Spielsequenzen kaum erkennen. Drei Jahre lang ging das so, ohne dass die «TV-Revolution im Provinz-Fussball» die Massen zu mobilisieren vermochte. Dann war Schluss.<br />
</p>
<p>Im kommenden Sommer soll es wieder losgehen. Aber anders und besser. Diesmal spuckte der «Blick» keine grossen Töne, von «Revolution» ist keine Rede mehr – vielleicht auch deshalb, weil man selbst mitdrinsteckt. Vor einer Woche <a href="https://www.ringier.com/de/ringier-sports-lanciert-neue-sport-streaming-plattform-mit-fokus-auf-den-amateursport/" rel="noopener" target="_blank">kündigte Ringier an</a>, zusammen mit der «Blick»-Gruppe und der eigenen Werbeabteilung ins Geschäft mit dem Live-Streaming von Sportanlässen einsteigen zu wollen. Wie vor sechs Jahren sollen ab dem kommenden die Spiele der 1. Liga Classic und der 1. Liga Promotion der schweizerischen Fussballmeisterschaft übertragen werden. Allerdings braucht nun niemand mehr auf einen Container zu kraxeln und dort sein iPhone zu schwenken. Die Kamera erledigt das autonom und automatisch. Einmal an einem Flutlichtmast oder auf dem Tribünendach montiert, folgt die bewegliche Linse dem Spielgeschehen ganz von selbst. Möglich macht das künstliche Intelligenz, dank der die Kamera «weiss», was ein Ball ist und wie der sich auf dem Feld (oder in der Halle) erfahrungsgemäss verhalten kann. Die aufgezeichneten Bilder gelangen via Mobilfunknetz auf eine Online-Platform. Zuschauerinnen und Zuschauer können dort den Stream mit ihren Endgeräten abrufen.</p>
<blockquote><p>«Wir betrachten das kostenlose Live-Streaming als Werbung für den Besuch von Handball-Spielen vor Ort.»<br />
<small>Patrice Hitz, Präsident Quickline Handball League</small></p></blockquote>
<p>Während bei Ringier das Live-Streaming mit intelligenter Kameratechnik erst in den Startblöcken steht, setzt sie Swisscom schon seit gut zwei Jahren ein. Das <a href="https://asport.tv/" rel="noopener" target="_blank">Tochterunternehmen Asport</a> bietet heute eine pfannenfertige Lösung an für einzelne Vereine und ganze Ligen. Einen Pionierrolle spielt dabei die höchste Handball-Liga der Schweiz, die Quickline Handball League QHL. Seit dem Start der laufenden Saison im letzten September übertragen alle zehn Klubs ihre Spiele mithilfe von Asport auf der Online-Plattform <a href="https://arena.asport.tv/league/1/quickline-handball-league" rel="noopener" target="_blank">handball.asport.tv</a>. Einzelne Partien zeigen zudem der Fernsehsender «Sport1» und die TV-Kanäle der SRG.</p>
<p>Nach einem halben Jahr zieht Patrice Hitz, Präsident der QHL, eine positive Bilanz dieser Form der Medienpräsenz. «Mit unserer Streamingplattform erreichen wir vor allem ein jüngeres Publikum und die ‹Handball-Familie›. Über das klassische Fernsehen sprechen wir das breitere Sportpublikum an», sagt Hitz im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Als Rekordwert nennt er 8000 Zugriffe auf den Live-Stream bei einem Spitzenspiel. Im Durchschnitt lägen die Zahlen im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich. Das Angebot ist kostenlos und soll es auch bleiben, erklärt Ligapräsident Hitz. «Wir betrachten das Angebot als Werbung für den Besuch von Handball-Spielen vor Ort. Schliesslich ist das Live-Erlebnis in der Arena immer noch viel eindrücklicher als via Stream zuzuschauen.»</p>
<blockquote><p>Die Eishockey-Fans sollen mit dem Kauf einer Saisonkarte Zugang zur Streaming-Platform mit allen Spielen der Swiss League erhalten.</p></blockquote>
<p>Kosten werden dagegen die Spiele der zweithöchsten Eishockey-Liga der Schweiz. Mitte Januar entschied sich die inzwischen als selbständige Körperschaft konstituierte Swiss League, ab der kommenden Saison ihre Spiele auch mithilfe von Asport live zu zeigen. Wie die Liga <a href="https://www.ehc-visp.ch/de/news/ab-saison-2022-23-alle-swiss-league-spiele-live-635" rel="noopener" target="_blank">Mitte Januar mitteilte</a>, sei vorgesehen, «dass die Fans mit dem Kauf des Saisonabonnements Zugang zur Plattform und allen Spielen erlangen sollen».</p>
<p>Der Eishockey-Kenner und «Watson»-Journalist Klaus Zaugg sieht in einer Liga, «die ihre TV-Bilder selbst produziert und vermarktet» gar ein <a href="https://www.watson.ch/sport/eismeister%20zaugg/396171114-die-neue-swiss-league-ein-modell-fuer-ein-neues-tv-zeitalter" rel="noopener" target="_blank">«Zukunftsmodell»</a>, weil sie die Rechte nicht mehr an ein TV-Unternehmen verkauft. Die entfallenden Einnahmen könnten dank der neuen Gestaltungsfreiheit «bei weitem kompensiert» werden, glaubt Zaugg. Umso mehr, weil die aktuellen Erträge der Swiss-League-Vereine aus dem Verkauf der TV-Rechte an MySports sehr bescheiden seien.</p>
<p>Dass in der Schweiz immer mehr Sportvereine, sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich, die Bildproduktion und -verbreitung selbst in die Hand nehmen, liegt vor allem an der <a href="https://staige.com/" rel="noopener" target="_blank">Firma Staige</a> aus Essen, Deutschland. Sie hat das Kamerasystem entwickelt, das die Swisscom-Tochter Asport verwendet.</p>
<blockquote><p>Seit dem ersten Live-Stream eines Fussballspiels auf soccerwatch.tv vor fünf Jahren verbessert sich die automatisierte und intelligente Kameratechnik fortlaufend.</p></blockquote>
<p>Wie jedes Unternehmen, das irgendetwas im Internet macht, kommt auch Staige nicht ohne Gründungslegende aus. Einer der Mitgründer wollte seinem Sohn auch dann beim Fussball zuschauen können, wenn er keine Zeit hatte, den Kleinen zum Spiel zu begleiten. Was tun? Kamera montieren und streamen. «Für unseren Prototyp haben wir im Baumarkt eine Plastikbox gekauft, ein Loch reingeschnitten, eine Kamera eingesetzt und das Spiel bei YouTube hochgeladen», erzählten die Gründer 2017 der <a href="https://gruender.wiwo.de/soccerwatch-tv-wir-zeigen-die-anderen-99-prozent-fussball/" rel="noopener" target="_blank">«Wirtschaftswoche»</a>. Damals hiess ihr Unternehmen noch Soccerwatch.tv, weil es ursprünglich auf Fussball fokussierte. Bereits in einer frühen Phase beteiligte sich das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Adesso an dem Start-up. Es war dann auch Adesso, das die Kamera-Technologie Anfang 2020 <a href="https://www.itmagazine.ch/artikel/71600/Amateur-Fussball_im_Netzbrdank_adesso_und_Kuenstlicher_Intelligenz.html" rel="noopener" target="_blank">in die Schweiz brachte</a> und den <a href="https://staige.tv/verein/7619" rel="noopener" target="_blank">FC Agno im Tessin</a> die soccerwatch.tv-Technologie testen liess. Nach diesem Pilotbetrieb habe man eine schweizweite Partnerschaft mit Swisscom Broadcasting abgeschlossen, erklärt eine Sprecherin von Adesso Schweiz. Daraus ist Asport geworden.</p>

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            [rml_read_more]
<p>Seit dem ersten Live-Stream eines Fussballspiels in Deutschland vor fünf Jahren verbessert sich die automatisierte und intelligente Kameratechnik fortlaufend. Das nimmt auch Handball-Ligapräsident Fabrice Hitz wahr, der das System nun auch schon länger kennt. «In den Anfängen konnte es noch vorkommen, dass die Kamera einen schnellen Gegenstoss verpasst hat. Das geschieht jetzt nicht mehr», sagt Hitz. Das Kamerasystem werde von Spiel zu Spiel besser, weil es automatisch dazu lerne. Die Videoqualität sei inzwischen so gut, dass der Fernsehsender «Sport1» damit arbeiten könne bei seinen Übertragungen, nur ergänzt mit zwei eigenen Kameras. Ausserdem erkennt die Software Tore und andere Schlüsselszenen und markiert diese automatisch im Video, damit man die entsprechenden Stellen im Replay direkt ansteuern kann.</p>
<p>Profimannschaften können mit dem Live-Stream ein interessiertes Publikum zuhause und unterwegs vor den Bildschirmen erreichen. Ebenso wichtig, und zwar auch im Amateurbereich, ist die Bedeutung der Kameraaufzeichnung für die Selbstbeobachtung der Sportlerinnen und Sportler. «Das System von Asport nutzen die Vereine auch für die Analyse des Trainings», weiss Handballer Hitz, der selbst in einer Zweitliga-Mannschaft spielt. «Man hat freien Zugriff auf die Kameras und die Software und kann sie so nutzen, wie sie einem etwas bringen.» </p>
<p>Angesichts der Entwicklung in den letzten Jahren überrascht es nicht, dass nun auch weitere Unternehmen auf den Live-Streaming-Markt drängen. In der Schweiz gibt es um die 19&#8217;000 Sportvereine. Insbesondere Mannschaftssportarten bieten sich für das Geschäft mit den Videoaufzeichnungen an. Einmalige Installations- und jährliche Lizenzkosten von je ein paar tausend Franken können sich zwar nicht alle Vereine leisten, aber doch eine Anzahl, die es für weitere Akteure interessant macht, auch mitzumischen. Besonders attraktiv sind natürlich Verträge mit ganzen Ligen, wie das Asport nun bereits im Handball und Eishockey realisiert hat. Laut Fabian Häfliger, Chef Marketing und Verkauf der Swisscom-Tochter, steht Asport mit weiteren Ligen in Verhandlung.</p>
<p>Auch Ringier startet im Sommer mit dem Streaming von zwei halbprofessionellen Fussballigen, der 1. Liga Classic und der 1. Liga Promotion. Dazu wird Ringier aber kein eigenes Kamerasystem entwickeln, sondern eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Technologie-Anbietern eingehen, teilt eine Sprecherin mit. Ob man dazu mit Asport von Swisscom kooperieren werde, lässt Ringier offen. Fabian Häfliger von Asport sagt so viel: «Wir stehen allen Akteuren im Sportökosystem offen.» Namentlich nennt Häfliger auch Vermarkter «wie beispielsweise Ringier Sports». Gut möglich also, dass Asport dank Ringier seine Position im Schweizer Markt weiter stärken wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/23/sport-im-stream-kamera-boom-am-spielfeldrand/">Sport im Stream: Kamera-Boom am Spielfeldrand</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Streaming, Titelei, Scherbenhaus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 09:29:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94941</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Sport für alle Die Handballerinnen vom HC Malters haben es schon, die Fussballer vom FC Köniz kriegen es bald. Was bisher den Grossen im Sport vorbehalten war, hält vermehrt auch bei den Kleinen Einzug: Professionelles Streaming und gestochen scharfe Live-Bilder gibt es jetzt auch aus der Dorfturnhalle und aus dem Quartierstadion. Diese <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Streaming, Titelei, Scherbenhaus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-94943" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-300x101.jpg" alt="" width="300" height="101" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>The Good – Sport für alle</h3>
<p>Die Handballerinnen vom HC Malters haben es schon, die Fussballer vom FC Köniz kriegen es bald. Was bisher den Grossen im Sport vorbehalten war, hält vermehrt auch bei den Kleinen Einzug: Professionelles Streaming und gestochen scharfe Live-Bilder gibt es jetzt auch aus der Dorfturnhalle und aus dem Quartierstadion.</p>
<p>Diese Woche <a href="https://www.ringier.com/de/ringier-sports-lanciert-neue-sport-streaming-plattform-mit-fokus-auf-den-amateursport/" rel="noopener" target="_blank">kündigte Ringier an</a>, noch in diesem Jahr verstärkt in die mediale Sichtbarkeit des Amateursports zu investieren. Mit seiner <a href="https://www.projectred.ch/projectred/" rel="noopener" target="_blank">Streaming-Plattform RED</a> springt Ringier auf einen fahrenden Zug auf. Ab dem kommenden Sommer sollen hier sämtliche Spiele der dritt- und vierthöchsten Spielklasse des Schweizer Männerfussballs zu sehen sein.</p>
<p>Bereits aktiv in diesem Feld bewegt sich die Swisscom mit seiner Amateursport-Streamingplattform <a href="https://asport.tv/" rel="noopener" target="_blank">Asport.tv</a>. Zahlreiche Vereine aus unterschiedlichen Mannschaftssportarten, ob Hornussen oder Handball, haben ihre Spielstätten mit smarten Kameras ausgerüstet, die automatisch das Spielgeschehen verfolgen. Dass nun zwei Anbieter um die gleichen Clubs und Ligen buhlen, kann sich positiv auswirken, da kein Monopolist allein die Preise setzen kann.</p>
<p>Noch besser wäre es aber, wenn die SRG im Sinne eines Service public eine solche Plattform betreiben würden, wie sie das im Musikbereich auch macht mit dem <a href="https://mx3.ch/" rel="noopener" target="_blank">MX3-Portal</a>. Die SRG hingegen träumt weiter davon, für teures Geld wieder die <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/sport/srf-wir-wollen-die-champions-league-wieder-ins-programm-nehmen-ld.2246148?reduced=true" rel="noopener" target="_blank">Fussball-Champions-League zu zeigen</a>.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Nick Lüthi</em></small></p>
<h3>The Bad – Exemplarisch am Titel gescheitert</h3>
<p>Journalismus lebt auch von Vereinfachung. Das geschieht zwar auf Kosten der Präzision, aber zum Nutzen des Publikums, das sich nicht durch ein Gestrüpp von Details schlagen muss, sondern einen direkten Weg entlang klarer Begriffe findet. Auf einfache und klare Begriffe setzte am Donnerstag auch die Berner Tamedia-Redaktion von «Bund»/«Berner Zeitung» mit der Titelzeile: <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/bundbzjugend.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">«Wie die Jugend zurück ins Leben will»</a>.</p>
<p>Nur: Drei (ehemalige) Gymnasiastinnen, die im Text porträtiert werden, sind nicht «Die Jugend» und «zurück ins Leben» kommt man höchstens nach einer Nahtoderfahrung. In der gedruckten Zeitung steht noch die Spitzmarke «Fertig Corona». Das entspricht wenn schon dem Wunschdenken der Redaktion und weniger dem gegenwärtigen Zustand der Pandemie.</p>
<p>Die missratene Titelei überrascht nicht. Zusammengesparte Redaktionen sind gezwungen, Geschichten vermehrt exemplarisch und grundsätzlich zu erzählen, nach dem Motto: Ein einzelner Artikel erklärt ein ganzes Phänomen und erreicht damit ein grösseres Publikum. Wenn aber nur der Titel diesem Anspruch genügt, bleiben enttäuschte und verärgerte Leser:innen zurück.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Nick Lüthi</em></small></p>
<h3>The Ugly – Das Scherbenhaus an der Werdstrasse</h3>
<p>Der Lokalreporter des «Tages-Anzeiger», der vor drei Wochen ein missglücktes Porträt voller antisemitischer Stereotypen produzierte, ist entlassen worden. Der Reporter bat öffentlich um Entschuldigung, die Chefredaktion ebenfalls. Öffentliche Reue ist selten im Journalismus. Das machte Hoffnung: Für ein Umdenken braucht es Einsicht. Doch nach der Entlassung steht der «Tages-Anzeiger» vor einem Scherbenhaufen. Fragen drängen sich auf:</p>
<p>• Wenn das Porträt ein entscheidender Faktor für die Entlassung war: Was sagt das über das <a href="https://www.tachles.ch/artikel/news/journalist-kevin-bruehlmann-entlassen" rel="noopener" target="_blank">Reflexionsniveau zu Antisemitismus in der Chefredaktion</a> aus?</p>
<p>• Hätte der junge Entlassene am Ende bleiben können, wenn er – getreu dem Macho-Journalismus der Älteren – jedes Verfehlen abgestritten hätte?</p>
<p>• Wenn die Entlassung <a href="https://www.republik.ch/2022/02/16/aus-politischen-gruenden-tages-anzeiger-entlaesst-journalisten?ref=refind" rel="noopener" target="_blank">auf Druck des Verlegers</a> infolge eines kritischen Artikels über eine reiche Zürcher Stiftung erfolgte, wie die «Republik» schreibt: Wie können Tamedia-Journalist:innen noch frei schreiben?</p>
<p>• Wenn die Entlassung wegen Formulierungen wie «Perpetuum Mobile, das den Spass des Zürcher Bürgertums finanziert» in Recherchen erfolgte, wie es im <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/18/tages-anzeiger-vermischung-von-bericht-und-kommentar-als-entlassungsgrund/">Antwortschreiben der «Tages-Anzeiger»-Chefredaktion</a> um Arthur Rutishauser und Mario Stäuble auf den internen Protest heisst: Welcher Stil ritzt für die Chefredaktion denn nicht die Tamedia-Qualitätsrichtlinien? Warum hat der Chefredaktor den Lokalreporter, der mit genau diesem Stil bekannt wurde, überhaupt zum «Tages-Anzeiger» geholt?</p>
<p>• Inwiefern übernimmt der Chefredaktor die Verantwortung für den vermeintlich fehlerhaften Text, wenn er bleibt und der Reporter gehen muss?</p>
<p style="text-align: left;">Solange diese Fragen das Redaktionsklima prägen, ist die intern geforderte und versprochene Selbstreflexion über Antisemitismus unmöglich.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Benjamin von Wyl</em></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Streaming, Titelei, Scherbenhaus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Showdown zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und Ringier</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/18/showdown-zwischen-jolanda-spiess-hegglin-und-ringier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 08:14:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie viel hat der «Blick» mit seiner Berichterstattung über die Zuger Landammannfeier und die damalige Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin verdient? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Mittwoch das Zuger Kantonsgericht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/18/showdown-zwischen-jolanda-spiess-hegglin-und-ringier/">Showdown zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie viel hat der «Blick» mit seiner Berichterstattung über die Zuger Landammannfeier und die damalige Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin verdient? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Mittwoch das Zuger Kantonsgericht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/18/showdown-zwischen-jolanda-spiess-hegglin-und-ringier/">Showdown zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>20 Minuten, Ringier, Nebelspalter</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Nov 2021 10:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Nebelspalter]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Warhol]]></category>
		<category><![CDATA[Interview Magazine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – «20 Minuten» goes English Ab sofort können auf «20min.ch» eingeloggte Nutzer:innen alle Artikel automatisiert übersetzt auf Englisch lesen. Das Promovideo gibt sich zwar wie der Trailer für eine Neuverfilmung des Watergate-Skandals, aber Journalismus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist allemal ein löbliches Vorhaben. Weitere Sprachen wie Portugiesisch, Albanisch, Serbisch, Kroatisch und <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92489" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «20 Minuten» goes English</h3>
<p>Ab sofort können auf «20min.ch» eingeloggte Nutzer:innen alle Artikel automatisiert übersetzt <a href="https://www.20min.ch/story/jetzt-kannst-du-20-minuten-auch-auf-englisch-lesen-356215711213" target="_blank" rel="noopener">auf Englisch lesen</a>. Das Promovideo gibt sich zwar wie der Trailer für eine Neuverfilmung des Watergate-Skandals, aber Journalismus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist allemal ein löbliches Vorhaben. Weitere Sprachen wie Portugiesisch, Albanisch, Serbisch, Kroatisch und Spanisch sollen folgen. Für die englische Version nutzt «20 Minuten» den Übersetzungsdienst Deepl, der mit künstlicher Intelligenz arbeitet: «Für den Service entrichten wir die üblichen, öffentlich publizierten Lizenzgebühren», so Mediensprecherin Eliane Loum-Gräser. Für die Übersetzung der weiteren geplanten Sprachen werde derjenige Übersetzungsdienst zum Einsatz kommen, «der in der jeweiligen Sprache die beste Qualität bietet».</p>
<p>Die <a href="https://neuemedienmacherinnen.ch/" target="_blank" rel="noopener">Neuen Medienmacher*innen</a> begrüssen diese Entwicklung grundsätzlich. «Aus unserer Sicht reicht es allerdings sicherlich nicht aus, die eigenen Inhalte einfach in die gängigsten Sprachen der migrantischen Bevölkerung zu übersetzen, was technisch ja keine grosse Sache ist, um sich dann das Label ‹Diversität› auf die Fahne schreiben zu können», schreibt Co-Präsidentin Anna Jikhareva auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Zwingend sei eine inhaltliche journalistische Auseinandersetzung mit der gelebten Realität in der Schweiz und eine antirassistische Berichterstattung.</p>
<h3>The Bad – Ringier ignoriert Warhol</h3>
<p>Am 12. November erscheint ein neues Printmagazin aus dem Hause Ringier. Darin interviewen mehrheitlich Promimänner andere Promimänner. In der Erstausgabe, die am Donnerstag in Zürich vorgestellt wurde, befragt Bundesrat Alain Berset den Sänger Stephan Eicher und Verleger Michael Ringier spricht mit Künstler Urs Fischer.</p>
<p>Diese Idee ist abgekupfert. Und zwar vom legendären <a href="https://www.interviewmagazine.com/" target="_blank" rel="noopener">«Interview»-Magazin</a>, 1969 gegründet vom Pop-Art-Künstler Andy Warhol, das bis heute erscheint. Von 2012 bis 2020 (?) gab es eine deutschsprachige Lizenzausgabe.</p>
<p><a href="https://www.ringier.ch/de/press-releases/ein-neues-magazin-fur-die-schweiz-interview-ringier" target="_blank" rel="noopener">«Interview by Ringier»</a> heisst nun das Interview-Magazin von Ringier. Die Chefredaktion teilen Werner De Schepper und Susanne Walder, beide ex-«Schweizer Illustrierte». Walder ist die Ehefrau von Ringier-CEO Marc Walder. Für die Gestaltung zuständig ist Beda Achermann. Dieser zeichnete 2017 für das Redesign der deutschsprachigen Ausgabe des <a href="https://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/relaunch-der-zeitschriften-marke-das-neue-interview-ist-rau-und-ungeschliffen-ld.147559" target="_blank" rel="noopener">Warhol-«Interview»</a> verantwortlich.</p>
<p>Konzept, Name und Grafik: Die Parallelen sind offensichtlich, aber Ringier erwähnt Andy Warhols «Interview» nirgends. Von Verleger und Kunstsammler Michael Ringier, für den das Magazin eine <a href="https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/ringier-lanciert-interview-exklusive-gespraeche-mit-aussergewoehnlichen-persoenlichkeiten-blaettern-statt-scrollen-wie-erfrischend-id16962203.html" target="_blank" rel="noopener">«Herzensangelegenheit»</a> ist, würde man so viel Warhol-Kenntnis erwarten.</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE sagt Ringier-Sprecherin Johanna Walser, das Magazin sei weder als Hommage und schon gar nicht als Kopie von Warhols Version zu verstehen, sondern als komplett eigenständiges Projekt – daher habe sich auch niemand zu den Parallelen geäussert.</p>
<h3>The Ugly – Holocaust-Mahnmal beim Nebelspalter</h3>
<p>«Nebelspalter»-Autor Stefan Millius bebilderte einen Artikel über Betonblöcke, anlässlich der Abriegelung des Restaurants «Walliserkanne» in Zermatt, mit einem Foto des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Nach einem Shitstorm auf Twitter hat er das Foto auf der Webseite ausgewechselt.</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE schreibt Millius, es handle sich hier nicht um eine Fehlleistung des Nebelspalters, sondern um seine persönliche. Eine <a href="https://pixabay.com/images/search/betonbl%C3%B6cke/" target="_blank" rel="noopener">Bildsuche nach Betonblöcken</a> habe nur wenige brauchbare Treffer ergeben: «Ich habe unter Zeitdruck zu wenig auf Details geachtet und ohne Nachzudenken das Bild genommen, das fürs Auge am meisten hergab, ohne mir in dem Moment bewusst zu sein, was es zeigte». Natürlich kenne er das Mahnmal. Weil auf dem Foto aber nur ein Ausschnitt zu sehen ist, habe er den Zusammenhang nicht gemacht. Das Bild sei so nicht nur deplatziert, sondern habe von seiner Bedeutung her im Artikel auch nichts zu suchen – «und ich bedauere die Nachlässigkeit». Dass das Titelbild das Holocaust-Mahnmal zeigt, sei also vor den Hinweisen auf Twitter niemandem aufgefallen. Wer soll das glauben?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/">20 Minuten, Ringier, Nebelspalter</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Fussball-EM: Schweiz gewinnt – Ringier verliert</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/08/fussball-em-schweiz-gewinnt-ringier-verliert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2021 07:04:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball-EM]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90012</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit Jahren machen Ringier-Journalisten Kampagnen gegen Nati-Trainer Petković. Jetzt hat er ihnen auf dem Rasen das Maul gestopft.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/08/fussball-em-schweiz-gewinnt-ringier-verliert/">Fussball-EM: Schweiz gewinnt – Ringier verliert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren machen Ringier-Journalisten Kampagnen gegen Nati-Trainer Petković. Jetzt hat er ihnen auf dem Rasen das Maul gestopft.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/08/fussball-em-schweiz-gewinnt-ringier-verliert/">Fussball-EM: Schweiz gewinnt – Ringier verliert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EqualVoice, JJS, Blick&#160;Sport</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Häusermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jun 2021 08:19:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Journalisten Schweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=89538</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Datenbasiert zur Gleichstellung Frauen sind in den Schweizer Medien bei weitem nicht angemessen sichtbar: 75 Prozent der Berichte handeln laut dem Global Media Monitoring Project von Männern. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, misst Ringier seit 2019 die Geschlechterverteilung in der Berichterstattung seiner Medien im Rahmen der sogenannten Gleichstellungs-Initiative EqualVoice. Der eigens dafür entwickelte <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/">EqualVoice, JJS, Blick Sport</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-89552" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210619b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Datenbasiert zur Gleichstellung</h3>
<p>Frauen sind in den Schweizer Medien bei weitem nicht angemessen sichtbar: 75 Prozent der Berichte handeln laut dem <a href="https://egalite.ch/wp-content/uploads/2019/02/Rapport-GMMP.pdf" target="_blank" rel="noopener">Global Media Monitoring Project</a> von Männern. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, <a href="https://www.ringier.ch/de/press-releases/corporate/ringier-gruppe-lanciert-die-initiative-equalvoice-hohere-sichtbarkeit-von" target="_blank" rel="noopener">misst Ringier</a> seit 2019 die Geschlechterverteilung in der Berichterstattung seiner Medien im Rahmen der sogenannten Gleichstellungs-Initiative <a href="https://www.equalvoice.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">EqualVoice</a>.</p>
<p>Der eigens dafür entwickelte Algorithmus soll die Daten für eine faktenbasierte Diskussion liefern und damit das Bewusstsein der Redaktionen schärfen. Mit Erfolg: Die «Handelszeitung» etwa hat so den Frauen-Anteil in ihren Artikeln im vergangenen Jahr um immerhin sieben Prozent erhöht.</p>
<p>Wie Ringier mitteilt, stellt man EqualVoice nun auch anderen Unternehmen und Medienhäusern im In- und Ausland als Dienstleistung zur Verfügung. Eine Anfrage zum Preis lässt das Unternehmen unbeantwortet.</p>
<p>Besteht bei den Schweizer Medienhäusern überhaupt ein Interesse am Ringier-Tool? CH Media teilt gegenüber der MEDIENWOCHE mit, man plane keinen Einsatz von EqualVoice, sei aber «hinreichend sensibilisiert, dass relevante weibliche Stimmen zu Wort kommen und gleichwertig positioniert werden sollen». Die NZZ gibt an, man finde die faktenbasierte Diskussion «sehr wichtig» und nehme sich «dem Thema grundsätzlich an». EqualVoice stehe aber nicht zur Diskussion. Etwas konkreter noch Tamedia: Das Unternehmen erfasse die Geschlechterverteilung in Wort und Bild seit Anfang 2020 mit einem eigenen Analyse-Tool, behalte die Zahlen aber bis auf weiteres für sich.</p>
<p>Trotz dieser teils schwammingen Auskünfte: Die Problematik der ungleichen Berichterstattung scheint den Medienhäusern bewusst. Es bewegt sich etwas. Zwar träge, aber immerhin.</p>
<h3>The Bad – Junge Journalist*innen unter Stress</h3>
<p>«Wir wissen von mehreren Mitgliedern unseres Vereins, die ein Burnout erlitten. Ein Burnout mit unter 30.» Der Verein Junge Journalistinnen und Journalisten Schweiz JJS <a href="https://www.jjs.ch/blog/jjsmentalhealth" target="_blank" rel="noopener">schlägt Alarm</a>: Viele junge Medienschaffende würden unter Stress leiden und im Berufsalltag ihre psychische Gesundheit riskieren, heisst es in einem Blog-Beitrag über die Resultate einer Umfrage unter den Mitgliedern. Zeitdruck, Überstunden sowie die fehlende Trennung von Beruf und Privatleben führten dazu, dass der mediale Nachwuchs an seine mentalen Grenzen stosse.</p>
<p>«In den Newsrooms herrscht eine Kultur, die kaum Schwäche zulässt», schreibt der JJS. Das vielerorts herrschende Credo: Journalist*in sein ist ein Privileg – wer die harten Seiten nicht aushält, kann ja gehen.</p>
<p>Wie schwierig das Ansprechen der Thematik für Betroffene sein muss, lässt ein Blick auf Twitter erahnen. Nachdem der JJS die mentale Gesundheit der jungen Journalistinnen und Journalisten unter #jjsmentalhealth auf den Tisch gebracht hat, werfen etablierte Berufskolleg*innen Ausdrücke wie <a href="https://twitter.com/CorsinZander/status/1405634161189208066?s=20" target="_blank" rel="noopener">«Gejammer»</a> in die Runde. Watson-Chefredaktor <a href="https://twitter.com/DickMo/status/1405644776167329797?s=20" target="_blank" rel="noopener">Maurice Thiriet</a> wundert sich süffisant, worüber sich manche Leute «beschweren». «SonntagsZeitung»-Textchef <a href="https://twitter.com/rbandle/status/1405510965383340032?s=20" target="_blank" rel="noopener">Rico Bandle</a> kommentiert die JJS-Kampagne folgendermassen: «Befindlichkeit über alles. Man muss sich über die Zukunft unseres Berufsstands ernsthafte Sorgen machen.»</p>
<h3>The Ugly – An den Haaren herbeigezogen</h3>
<p>Sie darf scheinbar an keiner Fussball-Endrunde fehlen: Die von der Boulevard-Presse orchestrierte Empörung darüber, wie unschweizerisch sich Spieler der Schweizer Nati verhalten. Fielen die Fussballer in den vergangenen Jahren dadurch auf, dass sie die Nationalhymne nicht mitsangen, gegen gewisse Gegner demonstrativ nicht oder noch schlimmer falsch jubelten (Doppeladler!), so lieferten sie bei der diesjährigen EM gleich zwei Steine des Anstosses: Zuerst fuhren sie mit ihren Lamborghinis und Ferraris zum EM-Zusammenzug vor. Dann liessen einige vor dem Spiel gegen Italien ihren Stammcoiffeur einfliegen, um sich die Haare blond färben zu lassen.</p>
<p>«Diese Abgehobenheit, sie passt einfach nicht zur Schweiz», polterte der stellvertretende <a href="https://www.blick.ch/sport/fussball/nati/coiffeur-nach-rom-eingeflogen-das-ist-an-abgehobenheit-schwer-zu-uebertreffen-id16601247.html" target="_blank" rel="noopener">«Blick»-Sportchef Andreas Böni</a>. Für die chauvinistische Petarde gab’s Applaus, Likes und Klicks von einer Leserschaft, die ohnehin seit Jahren über mangelnde Identifikation mit Petkovics Multikulti-Truppe klagt. Im Kampf um Quoten sind Xhaka und Co. mit ihren Steilpässen abseits des Fussballplatzes dankbare Zielscheiben.</p>
<p>Relevante Themen böte eine Fussball-EM eigentlich mehr als genug – das Thema Fussball etwa. Trostpflaster: Wer sich genug über fliegende Coiffeure aufgeregt hat und sich sachlich fundiert mit den bislang bescheidenen Schweizer Auftritten auseinandersetzen möchte, findet nach jedem Spieltag Antworten im SRF-Podcast <a href="https://www.srf.ch/audio/sykora-gisler" target="_blank" rel="noopener">«Sykora Gisler»</a> oder im <a href="https://www.luzernerzeitung.ch/sport/em-talk-wie-gut-sind-die-srf-moderatoren-versagen-auf-der-ganzen-linie-beim-eriksen-zusammenbruch-waren-sie-stark-ld.2150968" target="_blank" rel="noopener">«EM-Talk»</a> des CH-Media-Überraschungsteams Patrik Müller / François Schmid-Bechtel.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/19/equalvoice-jjs-blick-sport/">EqualVoice, JJS, Blick Sport</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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