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	<title>Schweizer Monat | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 May 2022 06:32:41 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Unter linksurbanen Hypochondern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/24/unter-linksurbanen-hypochondern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2022 06:32:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als freiheitlich gesinnter Journalist ist man einsam geworden und sieht sich in einer Branche umgeben von Staatstreuen, Übervorsichtigen, Hyperkorrekten. Bin nun ich im richtigen Beruf oder sind sie es?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/24/unter-linksurbanen-hypochondern/">Unter linksurbanen Hypochondern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als freiheitlich gesinnter Journalist ist man einsam geworden und sieht sich in einer Branche umgeben von Staatstreuen, Übervorsichtigen, Hyperkorrekten. Bin nun ich im richtigen Beruf oder sind sie es?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/24/unter-linksurbanen-hypochondern/">Unter linksurbanen Hypochondern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2021 07:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Blick Romandie]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein «Diversity &#038; Inclusion Board» ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-87574" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb</h3>
<p>Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein <a href="https://www.ringier.ch/de/medienmitteilungen/vielfalt-als-chance-ringier-setzt-diversity-inclusion-board-ein" rel="noopener" target="_blank">«Diversity &#038; Inclusion Board»</a> ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche vorgestellten <a href="https://storytelling.blick.ch/storytelling/2021/team_romandie/index.html" rel="noopener" target="_blank">Redaktion von «Blick Romandie»</a>: Von den 20 Personen sind zehn Männer und zehn Frauen. Sie sprechen Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Russisch, Spanisch, Arabisch und Serbisch und sie fanden aus allen Ecken der Westschweizer Medien zum «Blick».</p>
<p>Dass alle verhältnismässig jung sind und es – ausser dem graubärtigen Chefredaktor – keine älteren Semester in die Redaktion geschafft haben, kann man Ringier nicht wirklich vorwerfen. Nur wer die Jugend erreicht, hat eine Zukunft. Ein Selbstläufer wird «Blick Romandie» aber nicht, selbst mit einer ideal aufgestellten Equipe, denn die Romandie ist umkämpftes Territorium: Nach <a href="https://www.watson.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«Watson»</a> und einem aufgerüsteten <a href="https://www.20min.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«20&nbsp;Minutes»</a> betritt die «Blick»-Equipe am 1. Juni 2021 das Feld. </p>
<h3>The Bad – Ein nicht so diskretes Tamedia-Fotoshooting</h3>
<p>Heikle Unternehmensentscheide werden in der Regel bis im letzten Moment geheim gehalten, um sie am Tag&nbsp;X zum Zeitpunkt&nbsp;Y gezielt dem betroffenen Personal und der Öffentlichkeit mitzuteilen. So plante das auch Tamedia mit ihrer Kommunikation zur <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/berner-zeitung-und-der-bund-hohe-journalistische-kompetenz-in-einer-redaktion" rel="noopener" target="_blank">Fusion der Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund»</a>. Damit ja alles Material für die Medienmitteilung vorbereitet ist, musste noch ein Bild her mit der neuen Redaktionsleitung. Als Kulisse für das Foto-Shooting diente eine breite öffentliche Treppe nahe des Berner Tamedia-Sitzes.</p>
<p>Nun will es der Zufall, dass unsere Wohnung direkt an die Treppe angrenzt. Während der Tamedia-Fotosession sassen wir beim Mittagessen. Ich ahnte nicht, was sich direkt hinter meinem Rücken abspielt, bis meine Frau beim Blick nach draussen plötzlich Simon Bärtschi erkannte, den Chefredaktor der «Berner Zeitung» und designierter Leiter der neuen <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Monopolredaktion</a>.</p>
<p>Ich sprang vom Esstisch auf und ging auf die Terrasse mit Blick auf die Treppe. Schnell war mir klar, wer sich hier aufstellt. Und auch der <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/IMG_0969.jpg" rel="noopener" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">künftigen Leitung der Berner Tamedia-Redaktion</a> war klar, wer ihnen da gerade bei der Foto-Session zuschaut. Würde nun der Medienjournalist die neuen Personalien vorzeitig ausplaudern?</p>
<p>Ein sichtlich nervöser Simon Bärtschi, der zwar weiss, wo ich wohne, aber gehofft hatte, dass ich an dem Tag nicht zu Hause wäre, bat mich, nicht auszuplaudern, was bald eh publik würde. Doch mich brauchte es gar nicht. Das Unternehmen verplapperte sich schliesslich selbst. Die Hausmitteilung zur Totalfusion der Berner Tamedia-Zeitungen und zum Stellenabbau fand sich fixfertig vorbereitet im Redaktionssystem – und fand von dort aus bereits Stunden vor dem geplanten Kommunikationstermin <a href="https://twitter.com/EinheitsbreiB/status/1380067976389533697?s=20" rel="noopener" target="_blank">den Weg an die Öffentlichkeit</a>.</p>
<h3>The Ugly – Drauf liberal, drin reaktionär</h3>
<p>Auf manchen französischen Bahnhöfen steht ein <a href="https://www.google.com/search?q=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;tbm=isch&#038;ved=2ahUKEwj45qSAk_PvAhWHgc4BHb2uCtEQ2-cCegQIABAA&#038;oq=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;gs_lcp=CgNpbWcQAzIGCAAQCBAeOgQIABAeOgYIABAFEB46BggAEAcQHjoECCMQJzoECAAQEzoGCAAQHhATOggIABAFEB4QE1CCeliuoQFggqQBaAFwAHgAgAFHiAHhBZIBAjEymAEAoAEBqgELZ3dzLXdpei1pbWfAAQE&#038;sclient=img&#038;ei=9FJxYPicFoeDur4Pvd2qiA0&#038;bih=607&#038;biw=1280" rel="noopener" target="_blank">Warnschild</a> mit der Aufschrift: «Un train peut en cacher un autre», ein Zug kann einen anderen verdecken. Genauso verhält es sich mit allzu grellen Etiketten. «Liberal» ist so eine. Wo das draufsteht, kann auch das Gegenteil drinstecken. Ein Beispiel dafür bot unlängst der Chefredaktor des «Schweizer Monat». Ronnie Grob <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/schweizer-monat-ein-liberales-blatt-will-mehr-resonanz-aber-ohne-radau-ld.126546" rel="noopener" target="_blank">sagte der NZZ</a> einmal, liberal sei man oder sei man nicht. Für sich nimmt er selbstredend in Anspruch, dass er es ist.</p>
<p>Seine aktuelle <a href="https://archive.ph/QdU33" rel="noopener" target="_blank">Kolumne</a> auf dem News-Portal «Nau.ch» liest sich aber ziemlich anders. Da werden Männer und Frauen auf unverrückbare, quasi gottgegebene, Positionen gestellt, begründet mit unwissenschaftlichen Plattitüden aus dem Tierreich. Daraus abgeleitet folgt der pauschale Schluss, Frauen in Führungspositionen liebten die Sicherheit und stellten sich ergo gegen die Freiheit. Das ist eine <a href="https://franziskaschutzbach.wordpress.com/2021/04/06/frauen-werden-auf-ihre-platze-verwiesen/" rel="noopener" target="_blank">reaktionäre Sicht</a> auf die Gesellschaft. Liberal bedeutet in dem Fall lediglich, dass alle alles schreiben dürfen – und sei es noch so dünn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Role Models für die Zukunft, Nachruf auf die Literaturkritik, geschmackloses Beirut-Bild</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/08/15/role-models-fuer-die-zukunft-nachruf-auf-die-literaturkritik-geschmackloses-beirut-bild/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne-Sophie Scholl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Aug 2020 11:52:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Wille]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Susanne Wille und Franz Fischlin Die Medien müssten in Fragen der Gleichstellung und des Sexismus Vorbildfunktion einnehmen. Sie müssten Leuchttürme sein. Sonst setzen sie sich dem Vorwurf aus, scheinheilig zu sein: Das sagte Susanne Wille vor einem Jahr in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Seit diesem Sommer leitet Wille bei SRF die <a href="https://medienwoche.ch/2020/08/15/role-models-fuer-die-zukunft-nachruf-auf-die-literaturkritik-geschmackloses-beirut-bild/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/08/15/role-models-fuer-die-zukunft-nachruf-auf-die-literaturkritik-geschmackloses-beirut-bild/">Role Models für die Zukunft, Nachruf auf die Literaturkritik, geschmackloses Beirut-Bild</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-80420" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/08/MW-Good-Bad-Ugly-Anne-Wille-20200815b.jpg" alt="" width="1456" height="428" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/08/MW-Good-Bad-Ugly-Anne-Wille-20200815b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/08/MW-Good-Bad-Ugly-Anne-Wille-20200815b-300x88.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/08/MW-Good-Bad-Ugly-Anne-Wille-20200815b-768x226.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/08/MW-Good-Bad-Ugly-Anne-Wille-20200815b-1024x301.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Susanne Wille und Franz Fischlin</h3>
<p>Die Medien müssten in Fragen der Gleichstellung und des Sexismus Vorbildfunktion einnehmen. Sie müssten Leuchttürme sein. Sonst setzen sie sich dem Vorwurf aus, scheinheilig zu sein: Das sagte Susanne Wille vor einem Jahr in einem <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/srg-frauenfoerderung-wird-zur-chefsache/story/24889874" target="_blank" rel="noopener">Interview mit den Tamedia-Zeitungen</a>. Seit diesem Sommer leitet Wille bei SRF die <a href="https://medien.srf.ch/-/susanne-wille-wird-abteilungsleiterin-kultur-bei-srf" target="_blank" rel="noopener">Abteilung Kultur</a>.</p>
<p>Viel Arbeit hinsichtlich Gleichstellung scheint in ihrer neuen Funktion nicht auf sie zu warten: SRF hat bereits lauter fähige Frauen gefunden. Neben Susanne Wille etwa Sandra Leis als Leiterin Kultur und Gesellschaft, Judith Hardegger als Leiterin «Sternstunde», Esther Schneider als Leiterin Literatur, Nicola Steiner als Leiterin «Literaturclub».</p>
<p>Bei den klassischen Zeitungshäusern hingegen herrscht nach wie vor Gleichstellungswüste: Alle nationalen Leitungsposten sind in fester Männerhand, auch das redaktionelle Fussvolk ist grossmehrheitlich männlich. Ich rede hier von der Kulturberichterstattung — für die sich beim Publikum bekanntermassen deutlich mehr Frauen als Männer interessieren.</p>
<p>Trotzdem: Wie ernst es Susanne Wille mit ihrer Aussage ist, führt sie auch im Privaten vor, zusammen mit ihrem Partner Franz Fischlin: Im Juli gab Fischlin den «Medienclub» ab, um, wie er sagte, mehr Zeit für die Familie zu haben. Im Klartext: Er trat kürzer, sie trat vor.</p>
<h3>The Bad – «Schweizer Monat»</h3>
<p>Nach der Sommerpause nimmt das Leben wieder Fahrt auf und die Schweiz ist um ein Literaturmagazin ärmer: Im Juli gab der «Literarische Monat» mit der letzten gedruckten Ausgabe <a href="http://www.kleinreport.ch/news/der-literarische-monat-wird-eingestellt-95067/" target="_blank" rel="noopener">sein Ende bekannt</a>. Der «Literarische Monat» erschien seit 2011 als Beilage des «Schweizer Monats». Das Magazin berichtete ausschliesslich über Schweizer Literatur, aus allen Landesteilen, war kritisch und hat immer wieder relevante Themenschwerpunkte gelegt. Ein Hintertürchen behalten sich die Macher offen: Vereinzelt sollen nun online Texte erscheinen.</p>
<p>Der «Literarische Monat» ist nicht die einzige Plattform für Literatur, die verschwindet. Die NZZ publiziert heute vor allem Essays, die Kulturredaktion von Tamedia ist in einem neuen Ressort «Leben» aufgegangen, der langjährige Literaturredaktor ist seit diesem Monat pensioniert. Ob er ersetzt wird, ist unklar. Und die «NZZ am Sonntag»-Beilage «Bücher am Sonntag» präsentiert sich seit Corona merklich dünner.</p>
<p>Dabei sind Bücher durchaus beliebt. Zum Start des zusammengelegten Ressorts «Leben» machte Tamedia eine nicht repräsentative Umfrage bei ihrem Publikum. Diese ergab: 90 Prozent der Teilnehmenden lesen, 50 Prozent lesen mehr als zehn Bücher pro Jahr. Blogs füllen wichtige Lücken. Ein Ersatz für einen professionellen Diskurs in der Öffentlichkeit über Schweizer Kulturschaffen sind sie nicht. Die reiche Schweiz leistet es sich, einen solchen schleichend austrocknen zu lassen. Gegensteuer will <a href="https://www.persoenlich.com/medien/wir-gehen-zuruck-zu-den-ursprungswurzeln" target="_blank" rel="noopener">ausgerechnet die Weltwoche</a> geben. Diese Woche ist sie neu gestartet mit einem Ausbau des Kulturteils unter dem ehemaligen «NZZ Folio»-Chef Daniel Weber als «Herausgeber». Sie verspricht «mindestens 12 Seiten» pro Woche und einen «möglichst breiten Kulturbegriff», zählen soll vor allem eine brillante Schreibe. Wir sind gespannt.</p>
<h3>The Ugly – «Blick»</h3>
<p>«Vielleicht etwas geschmacklos» reisst der «Blick» diese Woche <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/08/Bild_Blick.jpg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">ein grosses Bild</a> auf der Frontseite an. Auf dem Foto posiert eine Frau supersexy vor den Ruinen in Beirut. Verkaufen tut sich das sicher gut. Nebenbei kann man noch ein bisschen Frauen bashen. Lieber «Blick»: Das ist sehr geschmacklos.</p>
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px"> </h3>
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									Über diese Kolumne:								</span>
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							<p>Die Medienwelt ist zu aufgewühlt, um mit Reflexionen und Recherchen abzuwarten, bis sie Stoff für einen längeren Text bieten. Die Medienwelt ist zu aufgewühlt, um ihr nur mit nüchternen Branchen-News zu begegnen. Darum gibt es diese Kolumne.</p>

<p>«The Good, the Bad and the Ugly» ist das neue Kurzformat der Medienwoche: Ab sofort werden Woche für Woche eine besonders positive, eine besonders negative und eine bizarre News aus der Schweizer Medien- und Werbewelt präsentiert und kurz eingeordnet. Die Autor*innen sind nicht um Ausgeglichenheit bemüht, sondern schreiben so subjektiv, wie sie ihre Themen wählen.</p>

<p>Im «The Good, the Bad and the Ugly»-Redaktions-Chat finden sich von Anfang an ein Vielfaches mehr schlechte und bizarre Nachrichten als Good News. Ein Zeichen, dass es gut ist, dass «The Good» eine Regel ist. Im Wechsel schreiben Medienwoche-Redaktor Nick Lüthi, die langjährigen freien Mitarbeitenden Miriam Suter (u.a. Videokolumne), Benjamin von Wyl (u.a. «So schreibe ich») und – neu bei der Medienwoche – die freie Kulturjournalistin Anne-Sophie Scholl.</p>

<p>Niemand von ihnen ist Fan von Italo-Western.</p>						  </div>
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</script><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/08/15/role-models-fuer-die-zukunft-nachruf-auf-die-literaturkritik-geschmackloses-beirut-bild/">Role Models für die Zukunft, Nachruf auf die Literaturkritik, geschmackloses Beirut-Bild</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Literaturkritik muss sich wandeln, um nicht zu verschwinden</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/07/09/die-literaturkritik-muss-sich-wandeln-um-nicht-zu-verschwinden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2020 08:43:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=79980</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Magazin der «Literarische Monat» wird eingestellt. Auch andernorts verschwinden Buch-Besprechungen aus dem Print. Zeit, die Literaturkritik neu zu erfinden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/07/09/die-literaturkritik-muss-sich-wandeln-um-nicht-zu-verschwinden/">Die Literaturkritik muss sich wandeln, um nicht zu verschwinden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Magazin der «Literarische Monat» wird eingestellt. Auch andernorts verschwinden Buch-Besprechungen aus dem Print. Zeit, die Literaturkritik neu zu erfinden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/07/09/die-literaturkritik-muss-sich-wandeln-um-nicht-zu-verschwinden/">Die Literaturkritik muss sich wandeln, um nicht zu verschwinden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein liberales Blatt will mehr Resonanz, aber ohne Radau</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/11/05/ein-liberales-blatt-will-mehr-resonanz-aber-ohne-radau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der «Schweizer Monat» steht im Ruf, der Gralshüter der liberalen Polit-Lehre zu sein. Nun geht er in die Offensive: mit weniger Dogmatismus und mehr Analyse.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der «Schweizer Monat» steht im Ruf, der Gralshüter der liberalen Polit-Lehre zu sein. Nun geht er in die Offensive: mit weniger Dogmatismus und mehr Analyse.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/11/05/ein-liberales-blatt-will-mehr-resonanz-aber-ohne-radau/">Ein liberales Blatt will mehr Resonanz, aber ohne Radau</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Gespenst der Mainstream-Medien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/07/das-gespenst-der-mainstream-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2015 12:16:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mainstream]]></category>
		<category><![CDATA[MSM]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<category><![CDATA[Veit Dengler]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=6474</guid>

					<description><![CDATA[<p>Verschwörungstheorien, Gleichschaltungsverdacht, Thesenjournalismus: Was charakterisiert die alten Zeitungen in einer neuen Zeit? Eine Bestimmung unserer medialen Gegenwart.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Verschwörungstheorien, Gleichschaltungsverdacht, Thesenjournalismus:  Was charakterisiert die alten Zeitungen in einer neuen Zeit? Eine Bestimmung unserer medialen Gegenwart.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/07/das-gespenst-der-mainstream-medien/">Das Gespenst der Mainstream-Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klare Form im Korsett</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/06/29/klare-form-im-korsett/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/06/29/klare-form-im-korsett/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2015 13:19:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=25080</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nur Schimpfen über die SRG bringt nichts, findet unser Autor. Wenn schon, muss der Leistungsauftrag radikal gekürzt werden. Denn um den Service public zu ermöglichen, reicht eine werbefreie Berichterstattung über Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft völlig aus. Dafür aber auf allen Kanälen. Wir dokumentieren seinen Debattenbeitrag, den zuerst das Magazin «Schweizer Monat» veröffentlicht hat. An <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/29/klare-form-im-korsett/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nur Schimpfen über die SRG bringt nichts, findet unser Autor. Wenn schon, muss der Leistungsauftrag radikal gekürzt werden. Denn um den Service public zu ermöglichen, reicht eine werbefreie Berichterstattung über Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft völlig aus. Dafür aber auf allen Kanälen. Wir dokumentieren seinen Debattenbeitrag, den zuerst das Magazin <a href="http://www.schweizermonat.ch" target="_blank">«Schweizer Monat»</a> veröffentlicht hat.<br />
<span id="more-25080"></span><br />
An der Vernissage des <a href="http://www.nzz-libro.ch/weniger-staat-mehr-fernsehen-service-sans-public-srg-tv-radio.html" target="_blank">Buchs «Weniger Staat, mehr Fernsehen»</a> stiessen am 23. April 2015 im Zürcher Hotel «Savoy Baur en Ville» zwei Welten aufeinander. Der Saal war voller kämpferischer und reformwilliger Liberaler, die – zusehends emotionaler werdend – begehrten, die zum Ungetüm ausgewachsene SRG endlich zu bändigen. Doch ihr Vertreter auf dem Podium, SRG-Generaldirektor Roger de Weck, blieb so stoisch wie ein alter Beamter, der schon viele junge Reformwillige hat anrennen lassen. Er wiederholte jene Sätze, die er immer sagt: Die SRG ist dazu verpflichtet, ihren Leistungsauftrag zu erfüllen. Mehr tut die SRG nicht. Wo genau liegt das Problem?</p>
<p>De Wecks Trick ist so einfach wie genial. Er definiert den «Service public», wie es ihm gefällt – und unterstellt, dabei würde er bloss dem Leistungsauftrag folgen. Und was für ein «Service public» gefällt dem mit Vorliebe elitär auftretenden Bankierssohn? Einer, der so mächtig ist, dass eine private Konkurrenz daneben entweder gar nicht erst aufkommen kann oder bedeutungslos bleiben muss. Ein «Service public», der auch noch in den hintersten und kleinsten Bereich des Lebens eingreift. Ein «Service public», der von oben bestimmt, was unten ankommt. Nicht nur jede Sprache und jede Region soll doppelt und dreifach abgebildet werden, die Inhalte sollen auch jedes Medium, das existiert und neu aufkommt, besetzen und dominieren. Und weshalb? Weil es ihm in seiner Funktion ins Konzept passt. In den 1990er Jahren, als er noch Chefredaktor von «Zeit» und «Tages-Anzeiger» war und gerne zum <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/als-roger-de-weck-noch-gegen-die-srg-antrat-129045802" target="_blank">Chefredaktor von «RTL Schweiz»</a> geworden wäre, hätte de Weck vermutlich anders argumentiert. Aber als SRG-Generaldirektor baut er seine Machtgebiete aus. «Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt», <a href="http://www.mlwerke.de/me/me13/me13_007.htm" target="_blank">hat Karl Marx mal dazu geschrieben</a>.</p>
<p><strong>Definition des Auftrags</strong><br />
Irgendwann wird es einigen im Saal gedämmert haben, dass das Fluchen über die SRG nichts bringt. Wer diese jährlich 1,2 Milliarden Franken Gebührengelder verbrennende Medienmaschine drosseln will, muss ihr schon die politischen Grundlagen entziehen. Also ihre Aufgaben beschneiden und enger fassen. Was es braucht, ist eine glasklare Definition des Leistungsauftrags der SRG.</p>
<p>Ein solch eng gefasster Auftrag entspräche idealerweise etwa dem, was das Deutschlandradio innerhalb der Medienlandschaft Deutschlands macht. Auf drei Radiosendern senden Deutschlandfunk (Schwerpunkt Information) und DRadio Wissen (Schwerpunkt Bildung) aus Köln, Deutschlandradio Kultur (Schwerpunkt Kultur) aus Berlin, jeweils ergänzt mit Textbeiträgen im Internet. Das Programm dreht sich vornehmlich um Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Aber auch wenn es um Sport, Religion, gesellschaftliche Themen oder Konsumfragen geht, bleibt die Berichterstattung seriös und die Qualität hoch. Werbung gibt es keine, das Programm wird lediglich von Nachrichten unterbrochen. Wer in Deutschland kompetent informiert werden möchte, braucht den Fernseher nicht einzuschalten, denn die von Deutschlandradio gelieferten Leistungen reichen problemlos aus. Internetzugriff haben heute fast alle und auch ein Radiogerät ist erschwinglich. Der Clou: 2013 verbrauchte das Deutschlandradio gerade mal 197 der 7681 Millionen Euro, die insgesamt im Namen des Öffentlich-Rechtlichen ausgegeben wurden, <a href="http://www.rundfunkbeitrag.de/e175/e814/Geschaeftsbericht_2013.pdf" target="_blank">also lediglich 2,5 Prozent</a>. Der öffentlich-rechtliche Auftrag in Deutschland lässt sich also für ein Vierzigstel der aktuellen Gesamtkosten bereits mehr als ausreichend erfüllen.</p>
<p>Zwar ist die Situation in der viersprachigen Schweiz etwas komplizierter. Doch der eigentliche Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender, eine ernsthafte und umfassende Information zu relevanten Themen, die Private nicht mit voller Sicherheit auch liefern würden, lässt sich, grosszügig ausgelegt, mit wenigen Prozent der heutigen Gebühreneinnahmen problemlos erfüllen, und zwar in allen Landessprachen und ohne Werbeeinnahmen.</p>
<p><strong>Streichungsvorschläge</strong><br />
Wie liesse sich die SRG auf einen enger gefassten Auftrag verpflichten? Mit einer radikalen Zusammenstreichung des in Artikel 2 der SRG-Konzession definierten Programmauftrags. Punkt 1 kann auf die Verbreitung in den Amtssprachen begrenzt werden. Die Punkte 2 und 3 können ersatzlos gestrichen werden. In Punkt 4 kann der Auftrag auf das, was derzeit in Abschnitt a) definiert wird, beschränkt werden. Ein Satz wie «Die SRG trägt bei zur […] freien Meinungsbildung des Publikums durch sachgerechte und akkurate Informationen insbesondere über politische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge» reicht völlig aus. Wer findet, dass auch Bildung und Kultur zum öffentlich-rechtlichen Auftrag gehören, sollte sich für eine (gestraffte) Beibehaltung der Abschnitte b) und c) stark machen. Die unter d) formulierte Unterhaltung gehört gestrichen, denn niemand muss den Bürgern unter Zwang Geld wegnehmen, um sie dann damit zu unterhalten. Es ist auch der in Verfassung und Konzession verankerte Unterhaltungsartikel, der Roger de Weck dazu verführt, den US-Serien- und Filmanbieter Net-flix als direkten SRG-Konkurrenten wahrzunehmen, ganz so, als wäre der Generaldirektor ein Medienunternehmer.</p>
<p>Eine Reduktion des Auftrags macht viele Artikel der Konzession entbehrlich. Deshalb muss die Konzession auch abseits von Artikel 2 radikal gekürzt werden. Manche Artikel sind allerdings heute schon überflüssig. So fordert Artikel 3, Punkt 2 zur Programmqualität gleichzeitig Quote und Qualität: «Die SRG strebt eine hohe Akzeptanz bei den verschiedenen Zielpublika an», heisst es da, unmittelbar gefolgt von: «Sie bemisst die Akzeptanz nicht in erster Linie in Marktanteilen.» Der Versuch, zwei divergierende Ziele zu erreichen, ist nicht nur unmöglich, sondern führt auch dazu, dass Roger de Weck so ziemlich alles als Erfolg verkaufen kann. «Beim Service public bemisst sich der Erfolg an der Qualität wie an der Quote», sagte er letztes Jahr <a href="http://webpaper.nzz.ch/2014/11/09/schweiz/LO728/ohne-gebuehren-gibt-es-keine-konkurrenzfaehige-produktion?guest_pass=1b44c057bc%3ALO728%3Af70f8bc24cda54703a6b148a61930b40e1f31d0d" target="_blank">der «NZZ am Sonntag»</a>. Aktuell ist die SRG also tatsächlich konzessioniert, stets auf der Gewinnerseite zu stehen.</p>
<p>Um diese Streichungen in der bis zum 31. Dezember 2017 gültigen Konzession durchführen zu können, müsste jedoch zuerst die Bundesverfassung, Art. 93, Abschnitt 2 geändert werden. Eine schlanke Lösung könnte so lauten: «Mit einer sachgerechten und akkuraten Darstellung der Ereignisse tragen die öffentlich-rechtlichen Medien zur freien Meinungsbildung bei. Sie bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck und berücksichtigen dabei die Besonderheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone.»</p>
<p><strong>Freiräume und Möglichkeiten</strong><br />
Bindet man die Öffentlich-Rechtlichen auf einen eng umrissenen Auftrag zurück, so eröffnen sich privaten Medienunternehmern in allen Mediengattungen neue Möglichkeiten. Umgekehrt muss dann allerdings auch gelten: Öffentlich-rechtliche Inhalte sollten nicht von der Art des Mediums abhängig sein müssen. Wenn die Bürger auf demokratischem Weg zum Ausdruck bringen, dass sie die Inhalte einer öffentlich-rechtlichen Anstalt finanzieren möchten, wäre es unsinnig, die Verbreitung ihrer Programme auf Radio und Fernsehen zu beschränken. Dadurch entstünde nicht nur ein Freiraum, um mit dem neusten technischen Fortschritt einherzugehen. Wenn sie alle Medienformen bespielt und damit alle Bevölkerungsschichten erreicht, bewahrt das auch die Legitimation der SRG. Den klassisch-journalistisch arbeitenden Medien würde ein reduzierter SRG-Leistungsauftrag mehr Spielraum bieten. Medienangebote im Bereich Unterhaltung und Sport und je nachdem auch in den Bereichen Bildung und Kultur wären sogar vom unfairen Wettbewerbsdruck des gebührenfinanzierten Monopolisten vollständig befreit.</p>
<p>Mit Abstrichen im Angebot ist natürlich zu rechnen: Wenn sich keine hiesigen Medienunternehmen finden, welche die Übertragungsrechte für Olympische Spiele, den European Song Contest oder die Fussball-Weltmeisterschaft sichern oder Schwingfeste und Skirennen übertragen, so wird das Publikum gezwungen sein, auf die Angebote von Verbänden oder anderen Anbietern aus den Nachbarländern zuzugreifen, gegebenenfalls kostenpflichtig. Auch eine Reihe von im freien Markt nicht konkurrenzfähigen Lokalsendern müsste wohl schliessen. Es sei denn, sie kämen zu neuen Geldquellen oder fänden dank des Wegfalls von SRF-Unterhaltungskanälen wie Radio SRF 3 zu neuen Hörern.</p>
<p><strong>Doppelmoral und Verlogenheit</strong><br />
Öffentlich-rechtliche Angebote könnten also nicht nur auf klassischen Kanälen wie Radio und Fernsehen verbreitet werden, sondern auch über Websites, per Newsletter oder App, via Facebook, Twitter, YouTube und WhatsApp, oder gar als gedruckte Zeitung. Die etablierten Marktteilnehmer, insbesondere die Zeitungsverleger, würden sich zwar gegen jegliche in ihren Verkaufsgebieten aufkommende Konkurrenz stemmen. Das ist nachvollziehbar, aber unwichtig. Denn der Journalismus ist zwar für die Gesellschaft unverzichtbar, Gleiches lässt sich aber nicht unbedingt von der Druckwirtschaft und den Medienkonzernen sagen. Die Doppelmoral und Verlogenheit, mit der die Zeitungsverleger einerseits bei jeder Gelegenheit verbal gegen die SRG austeilen und andererseits selbst Gebührengelder kassieren, muss scharf verurteilt werden. Jährlich fliessen 16,5 Millionen Franken an 12 kommerzielle Radiostationen, 2,9 Millionen Franken an 9 komplementäre Radiostationen und 34,6 Millionen Franken an <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/marktuebersicht/00519/index.html?lang=de" target="_blank">13 Regional-TV-Stationen</a>. Vorzeigemann für das pseudomarktwirtschaftliche Gebaren dieser Kreise ist Hanspeter Lebrument, langjähriger Präsident des Verbands Schweizer Medien und gebührenfinanzierter Regionalmonopolist. Die von ihm geleitete Somedia AG, 2014 mit einem ausgewiesenen <a href="http://www.somedia.ch/newsmeldung/jahresabschluss-der-somedia-2014/" target="_blank">Gewinn von 3,2 Millionen Franken</a>, hat jährlich ein Anrecht auf TV- und Radio-Gebührengelder <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/marktuebersicht/00519/index.html?lang=de" target="_blank">in der Höhe von 5 818 813 Franken</a>.</p>
<p>Die jammernde, reformscheue, gebührenkassierende Privatwirtschaft, die ihre Einnahmen am liebsten ebenfalls per Steuer einziehen würde, bietet bis jetzt keine Lösung, sondern ist vielmehr selbst Teil des Problems. Dass die SRG heute so stark ist wie noch nie, geht auch auf ihre Kappe. Denn ihre als Lobbying verkaufte, endlose Schimpftirade ist beeindruckend wirkungslos geblieben. Wenn Verlage wie Tamedia und Ringier den klassischen Journalismus zugunsten des Digitalgeschäfts mehr und mehr vernachlässigen, ist das zwar bedauernswert. Aber es wird nur dann zum Problem, wenn keine anderen Journalismusanbieter nachrücken. Hier muss niemand geschützt werden. Gestrichen werden kann folglich auch Artikel 93, Absatz 4: «Auf die Stellung und die Aufgabe anderer Medien, vor allem der Presse, ist Rücksicht zu nehmen.» Die Voraussetzung, um das zu tun, ist die Übergabe der aktuell vom Bundesrat ausgeübten Budgethoheit über das öffentlich-rechtliche Angebot an das Volk beziehungsweise an seine direkten Vertreter. So bliebe es in aller Regel beim Parlament zu entscheiden, in welchem finanziellen Umfang sich öffentlich-rechtliche Inhalte in der Schweiz verbreiten dürfen. Die Verteilung des gesprochenen Gelds auf die Kanäle kann gemäss einem Schlüssel vorgenommen werden, der sich auf neuste Daten aus wissenschaftlichen Mediennutzungsstudien stützt und die Aufmerksamkeitsbudgets entsprechend verteilt.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Die SRG soll also alle Mediengattungen bespielen dürfen, und das in einer Höhe, die lediglich vom Parlament bestimmt wird? Korrekt. Die Inhalte müssen ja nur einmal hergestellt werden, worauf sie – gegebenenfalls geringfügig dem Medium angepasst – kostengünstig auf alle bisherigen und zukünftigen Kanäle verteilt werden können. Bei SRF-Radiosendungen läuft schon jetzt eine Kamera mit, man findet sie auf YouTube. Werden diese Inhalte verschriftlicht, lassen sie sich als Texte ausspielen. Als Texte vorliegende Recherchen wiederum lassen sich audiovisuell verarbeiten.</p>
<p>Einsparungsmöglichkeiten gibt es bei den Redaktionen: Je eine Zentralredaktion pro Sprachregion mit freien Mitarbeitern in den Regionen genügt. Lugano, Genf und Zürich können sich dabei gegenseitig einige Arbeiten übersetzen. In welcher Form das geschieht (und vor allem nicht geschieht), dafür bürgt die Konzession. Deren Erteilung und Einhaltung wird aktuell vom Bundesamt für Kommunikation verantwortet – auch das sollte von einer unabhängigeren und staatsferneren Instanz übernommen werden. Geschlossen werden könnten die vor allem Sport und Unterhaltung ausstrahlenden zweiten Fernsehkanäle, es sei denn, das Parlament bewilligt ein Budget, das es erlaubt, sie konzessionsgerecht zu füllen.</p>
<p><strong>Verantwortung der Privaten</strong><br />
Eine SRG an der Kandare erzwingt ein grösseres Engagement der Privaten. Kommt es so weit, müssen sie mit Inserateschaltungen oder über Stiftungen dafür sorgen, dass auch von privater Seite weiterhin Nachrichten, Recherchen, Debattenbeiträge, Hintergrundinformationen erstellt und verbreitet werden, und zwar von unabhängigen Journalisten und ohne politische Einflussnahme. Denn jede freie Gesellschaft braucht den sachlichen Diskurs, und eine direkte Demokratie besonders. Diskutieren muss man aber auch über fehlgeleitete Subventionen in den Bereichen Kultur und Wissen.</p>
<p>Rembrandt van Rijn, Vincent van Gogh und Paul Gauguin starben in Armut. Wolfgang Amadeus Mozart und Honoré de Balzac arbeiteten wie besessen und kämpften dennoch zeitlebens gegen Schulden. Franz Kafka hat sein Werk in der Freizeit verfasst, die ihm blieb als Mitarbeiter einer Versicherung. Robert Walser versuchte sich im Feuilleton und endete in einer Heilanstalt. Doch erreichen die heutigen Kultursubventionen geniale Künstler besser? Im Gegenteil: Das System von Preisen und Jurys unterstützt gute Netzwerker. Erfolgreich ist weiter, wer bereit ist, mit ausgefeilten Anträgen in die Bürokratie einzusteigen. Kann man sich Balzac, van Gogh oder Walser vorstellen, wie sie bürokratiekonforme Anträge ausknobeln, um an Förderbeiträge zu gelangen? Auch wenn nur wenige von ihnen als grosse Künstler in die Geschichte eingehen werden: Die guten Journalisten machen so was auch nicht mit. Sie bleiben im Journalismus, solange der ihnen anständige Arbeitsbedingungen bietet. Ist das nicht mehr der Fall, machen sie etwas anderes.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/29/klare-form-im-korsett/">Klare Form im Korsett</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Sie sind klein und sie sind überall</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 09:48:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blocher-Medien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Bündner Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Politblog]]></category>
		<category><![CDATA[politik.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[SO aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizerzeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Christoph Blocher und der SVP wird öfter unterstellt, dass sie ein eigenes Medienimperium aufbauen wollen. In der Realität ist man davon weit entfernt: Die Präsenz im Fernsehen, im Internet und bei den Lokalmedien ist weiterhin schwach. Allerdings gibt es auch in diesen Bereichen Medien, die Verbindungen zu Blocher aufweisen. Aber welche? «Das ist eben meine <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Christoph Blocher und der SVP wird öfter unterstellt, dass sie ein eigenes Medienimperium aufbauen wollen. In der Realität ist man davon weit entfernt: Die Präsenz im Fernsehen, im Internet und bei den Lokalmedien ist weiterhin schwach.  Allerdings gibt es auch in diesen Bereichen Medien, die Verbindungen zu Blocher aufweisen. Aber welche?</p>
<p><span id="more-22171"></span></p>
<div>
<h2>«Das ist eben meine Vorstellung von Medienvielfalt: In jeder Region soll es mehr als eine Zeitung geben.»</p>
<p>Christoph Blocher</h2>
</div>
<p>Seitdem mit Christoph Blocher verbandelte Kreise 2010 bei der Basler Zeitung einstiegen, sind sich seine Kritiker sicher, dass die SVP ein eigenes Medienimperium aufzubauen versucht. Das Ziel Blochers und der SVP, so wird spekuliert, ist <a href="http://www.infosperber.ch/Medien/SVP-Der-zahe-stetige-Kampf-um-die-Medienmacht" target="_blank">«ein möglichst eigenes Mediennetz»</a>, ein Verbund linientreuer Medien, die auf allen Kanälen ungefiltert die frohe Botschaft aus Herrliberg verbreiten können. Die Idee klingt plausibel, klagen doch SVP-Vertreter bei jeder Gelegenheit über den angeblichen linken Einheitsbrei der Massenmedien.</p>
<p>De facto ist das Blocher-treue Medienimperium allerdings bisher auf wenige Sparten beschränkt. Das Herzstück der «Blocher-Medien» ist mit der Basler Zeitung eine Tageszeitung. Mit der Weltwoche ist eine einflussreiche Wochenzeitung auf dem Markt, die klare inhaltliche Überschneidungen mit Positionen der SVP aufweist. Dazu kommt noch <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/23/morgeli-sunneli-herrliberg/" target="_blank">die wöchentliche Internet-Sendung «Tele Blocher»</a> und, vor wichtigen Abstimmungen, <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/" target="_blank">das propagandistische «Extrablatt»</a>. Im Fernsehen, im Internet und bei den Lokalmedien haben Blocher und seine Vertrauten dagegen verhältnismässig wenig Einfluss. Doch auch in diesen Sparten gibt es Medien mit politischen oder personellen Verbindungen zu Blocher und der SVP. Was für Verbindungen sind das? Eine Untersuchung.</p>
<h3>Der reaktionäre Klassiker: Schweizerzeit</h3>
<p>Mit der <a href="http://www.schweizerzeit.ch/" target="_blank">Schweizerzeit</a> gibt es ein Printmedium, dessen SVP-Treue jene von BaZ und Weltwoche weit übersteigt. Die «bürgerlich-konservative Zeitung für Unabhängigkeit, Föderalismus und Freiheit» erscheint seit 1979, zur Zeit zweiwöchentlich in einer verkauften Auflage von 16 445 Exemplaren. Herausgeber und Chefredaktor ist der 2007 und 2011 abgewählte frühere SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer, laut Roger Köppel «einer der meistunterschätzten Schweizer Politiker». Wie Schlüer auf Anfrage erklärt, ist die Schweizerzeit nicht institutionell in die SVP eingebunden, sondern wird von einer unabhängigen AG mit 300 Aktionären («darunter selbstverständlich einige Mitglieder der SVP») getragen und durch Abonnements finanziert.</p>
<p>Inhaltlich fährt die Schweizerzeit einen strammen, völlig SVP-kompatiblen Rechtskurs und steht insbesondere der AUNS nahe: Zu den regelmässigen Mitarbeitern gehören die SVP-Nationalräte Luzi Stamm und Thomas Fuchs sowie der durch die Hildebrand-Affäre bekannt gewordene Thurgauer Anwalt Hermann Lei. Häufig werden Christoph Blochers Reden abgedruckt. Die Artikel stehen von den Themen und Positionen her denen in der SVP-Parteipresse nahe, sind aber im Tonfall noch etwas polemischer und hysterischer. Typische Titel in den letzten Ausgaben sind etwa folgende: «Über Sozialismus aufklären? Verboten!»; «Dumm, dümmer, JUSO»; «Fanatische Islamisten»; «Grüne Liebe: Unter Pädo- und Nekrophilen». Nebst der Zeitung produziert Schlüer ein monatliches Internet-TV-Magazin – mit relativ geringer Verbreitung: <a href="http://www.youtube.com/user/schweizerzeitmag/videos" target="_blank">Auf Youtube</a> werden die 50-minütigen Videos jeweils zwischen 200 und 2500 mal angesehen. Thematisch sind die Sendungen mit der Zeitung abgestimmt: In den letzten Ausgaben verteidigte Schlüer etwa sein aktuelles Steckenpferd, die Gold-Initiative.</p>
<p>Wie die <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2014_45/schweiz/672515/%C2%ABSchweizerzeit%C2%BB-f%C3%BCr-eine-neue-SVP-Generation.htm" target="_blank">Tageswoche kürzlich berichtete</a>, könnte es bei der Schweizerzeit nun zu einem Generationswechsel kommen. Seit Mai ist Olivier Kessler, ehemaliger Sekretär der Schwyzer SVP und Anti-Billag-Kämpfer, zum stellvertretenden Chefredaktor der Zeitung aufgestiegen. Kessler vertritt neoliberale und äusserst islamkritische Positionen und zitiert in seinen Artikel gerne umstrittene deutsche Islamkritiker wie Hans-Peter Raddatz und Hartmut Krauss, auf die sich etwa auch Politically Incorrect immer wieder beruft. Bedenkt man, dass bei der «Schweizerzeit» auch die <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/SVPPolitiker-liebaeugelt-mit-Verschwoerungstheorien/story/26893031" target="_blank">für Verschwörungstheorien empfänglichen Jung-SVPler</a> Anian Liebrand (redaktioneller Mitarbeiter) und Lukas Reimann (Verwaltungsrat) involviert sind, so erscheint es durchaus plausibel, dass die Schweizerzeit in nächster Zeit vermehrt als Organ des rechten, libertären, stark islamophoben und leicht paranoiden SVP-Flügels auftreten wird.</p>
<h3>Die Unabhängige: Schaffhauser Nachrichten</h3>
<p>Norbert Neininger von den <a href="http://www.shn.ch/" target="_blank">Schaffhauser Nachrichten</a> (Auflage: 20509 Exemplare), gilt als einer der wenigen unabhängigen Verleger in der Schweiz. Wir wollen nicht daran zweifeln, doch Neininger, der auch als Chefredaktor wirkt, ist der Erfinder von Tele Blocher, einem doch eher unkritischen Propagandaformat, und <a href="http://www.teleblocher.ch/archives/3092" target="_blank">vertrat</a> diesen September den erkrankten Matthias Ackeret auch dreimal als Moderator der Sendung. In Europafragen war Neininger schon 1992 auf der Linie von Blocher, das allgemeine Programm seiner Zeitung beschrieb er 2011 <a href="http://www.klartext.ch/?p=12049" target="_blank">wie folgt</a>: «Wir stehen dem liberalen Gedankengut nahe, sind dabei für die soziale und nicht für ungezügelte Marktwirtschaft, für die direkte Demokratie und für den Föderalismus.»</p>
<h3>Nicht nur für rechte Intellektuelle: Schweizer Monat</h3>
<p>Der <a href="http://www.schweizermonat.ch/" target="_blank">Schweizer Monat</a> (Auflage: 5500 Exemplare) ist laut Chefredaktor und Verleger René Scheu eine «Autoren- und Debattenzeitschrift mit freiheitlicher Grundhaltung». Die <a href="http://www.woz.ch/1113/medien/der-schweizer-monat-reaktionaer-seit-1921" target="_blank">Behauptung der WOZ</a>, er sei ein Blocher-Bewunderer, weist Scheu zurück: Blocher, der auch schon Artikel im Schweizer Monat geschrieben hat, sei zwar eine «höchst interessante Persönlichkeit», würde aber genau gleich behandelt wie alle anderen Autoren.</p>
<p>Sich selbst bezeichnet Scheu als «klassischen Liberalen, wirtschaftlich wie gesellschaftlich». Zumindest die wirtschaftsliberale Einstellung teilt er mit mehreren Personen aus dem Umfeld der Blocherschen «MedienVielfalt Holding», die auch beim Schweizer Monat involviert sind. So beteiligt sich Holding-Verwaltungsrat Georges Bindschedler beim «Monat» als Autor und ist, neben Konrad Hummler, einer der wichtigsten Aktionäre; sein damaliger Mitstreiter Tito Tettamanti verfasst hochtrabende <a href="http://www.schweizermonat.ch/artikel/ueber-den-helvetischen-kompromiss" target="_blank">Kritiken des Schweizer «Neorealsozialismus»</a>. Auch der Anarchokapitalist und BaZ-Kolumnist David Dürr schreibt bisweilen für den «Monat». Personelle Verbindungen zu den «Blocher-Medien» sind also vorhanden – allerdings ist es Scheu wirklich ernst mit der Meinungsvielfalt: Im «Monat» schreiben beispielsweise auch Autoren wie SP-Linksaussen Cédric Wermuth oder Nicola Forster vom Thinktank Foraus.</p>
<h3>BaZ am Bildschirm: Basler Zeitung Standpunkte</h3>
<p>Ein eigener Fernsehsender fehlt in Christoph Blochers Medien-Portfolio: Zwar wurde sein Name genannt, als TeleZüri 2011 zum Verkauf stand, doch dann zog sein Vertrauter Thomas Matter gegen AZ-Medien-Verleger Peter Wanner den Kürzeren. Durch die Basler Zeitung haben die «Blocher-Medien» aber wenigstens Zugang zu einem Sendeplatz im Staatsfernsehen: Einmal monatlich läuft auf SRF1 und SRFinfo die Diskussionssendung Basler Zeitung Standpunkte, die im Auftrag der BaZ von der Patrick Rohr Kommunikation GmbH produziert wird. Da die Basler Zeitung redaktionell verantwortlich ist, erstaunt es nicht, dass die Themen der vergangenen Sendungen des öfteren Chefredaktor Somms Schwerpunkten entsprachen. So wurden zum Beispiel folgende Themen diskutiert: «Wie viel Staat brauchen wir?» (November 2012); «Die Schweiz unter Druck» (Januar 2013); «Direkte Demokratie auf dem Prüfstand?» (Februar 2014). In anderen Sendungen ging es aber auch um die FIFA, den 1. Weltkrieg und den neuen Papst.</p>
<p>Neben Moderator Patrick Rohr ist Markus Somm fester Gast, die drei weiteren Gäste setzen sich häufig aus einem Experten und zwei PolitikerInnen (oft je eine/r von links und rechts) zusammen. Die Runde ist politisch meistens halbwegs ausgeglichen – in der Oktober-Ausgabe (Thema: <a href="http://www.srf.ch/player/tv/baz-standpunkte/video/zuwanderung-beschraenken-schweiz-staerken?id=bbb859d7-6896-44b6-ae0b-f1ececf2385a" target="_blank">«Zuwanderung beschränken – Schweiz stärken?»</a>) war sie allerdings auffällig rechtslastig: Neben Somm sassen da Thomas Minder, die Ecopop-Vizepräsidentin Cornelia Keller und die CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.</p>
<h3>Somm in Solothurn: SO aktuell</h3>
<p>Ein Lokalmedium, das Blocher und der SVP politisch nahe steht, ist das Internetportal <a href="http://www.soaktuell.ch/" target="_blank">SO aktuell</a>, betrieben von Roman Jäggi. Der heutige Präsident der SVP-Ortssektion Fulenbach (SO) war früher Kantonsrat und, von 2003 bis 2007, Pressesprecher der SVP Schweiz. SO aktuell ist laut Eigenbeschrieb eine «Internet-Zeitung für Aargau-Solothurn und die Schweiz», und tatsächlich sind viele der Artikel auf der Seite unpolitische Lokalmeldungen und Medienmitteilungen lokaler Behörden. In der Kommentarspalte finden sich jedoch, nebst Jäggis eigenen Meinungen, auch aus der Basler Zeitung übernommene Kommentare von <a href="http://soaktuell.ch/index.php?page=/news/leben-in-der-konservenbuechse_22602" target="_blank">Markus Somm</a> und<a href="http://soaktuell.ch/index.php?page=/news/ein-unhaltbarer-entscheid_22552" target="_blank">Beni Gafner</a> – natürlich klar auf SVP-Linie.</p>
<h3>Ein-Mann-Show in der Westschweiz: Les Observateurs</h3>
<p>In der Welschschweiz engagiert sich Tito Tettamantis und Georges Bindschedlers MedienVielfalt Holding <a href="http://www.kleinreport.ch/news/medienvielfalt-holding-ag-engagiert-sich-auch-ausserhalb-von-basel-68081/" target="_blank">mit «einer namhaften Beteiligung»</a> an der Internetplattform «Les Observateurs». Diese wurde im März 2012 durch den in Genf lehrenden Walliser Soziologieprofessor Uli Windisch als Gegenstück zum linken «Einheitsdenken» der welschen Medien gegründet; vor allem Meinungsartikel sollten publiziert werden. Ein Blick auf die Seite zeigt: Mit Ausnahme von Windisch und dem umstrittenen jurassischen SVP-Nationalrat Dominique Baettig sind die meisten Autoren eher unbekannt. Dafür vertreten sie teilweise erzkonservative Positionen. So preisen mehrere Artikel die ECOPOP-Initiative an, ein anderer denunziert Moscheen <a href="http://www.lesobservateurs.ch/2014/11/23/denoncer-les-temples-haine/" target="_blank">pauschal als «Tempel des Hasses»</a> und ein Kinderpsychiater beklagt die «homosexuelle Propaganda» in der «nationalsozialistischen Erziehung» und der <a href="http://www.lesobservateurs.ch/2014/11/18/ferjeux/" target="_blank">«sowjetisierten Schule der sozialistischen Republik»</a>.</p>
<h3>Gescheiterter Versuch: Politik.ch</h3>
<p>Im Internet fehlt es an bedeutenden Medien, die Christoph Blochers Politik unterstützen. <a href="http://bazonline.ch/" target="_blank">Bazonline.ch</a> hat nur drei Mitarbeiter und übernimmt viele Newsnet-Inhalte; auf <a href="http://www.weltwoche.ch/" target="_blank">Weltwoche.ch</a> sind die neuesten Artikel nur den Abonnenten zugänglich. Es gab aber in den letzten Jahren immerhin einen Versuch, ein Blocher-nahes Internet-Medium zu etablieren: die Website <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a>, die vom Blocher-Vertrauten und bekannten Twitter-Provokateur Claudio Zanetti (<a href="https://medienwoche.ch/2012/11/21/das-ist-provokation-nicht-kritik/" target="_blank">https://medienwoche.ch/2012/11/21/das-ist-provokation-nicht-kritik/</a>) zusammen mit Ex-Schweizerzeit-Redaktor Reinhard Wegelin und Radiojournalist Christoph Romer geleitet wurde. Zur Erinnerung: 2012 war <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Zuercher-SVPPolitiker-soll-zur-Basler-Zeitung/story/11532336" target="_blank">auf Bazonline.ch</a> zu lesen, dass der Zürcher SVP-Kantonsrat Zanetti die Leitung der Bundeshausredaktion übernehmen würde. Und zwei Wochen später, dass er <a href="http://bazonline.ch/zuerich/gemeinden/Claudio-Zanetti-ist-aufgetaucht--und-schweigt/story/17227516" target="_blank">aus «persönlichen Gründen»</a> nun doch Politiker bleibe – <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_19/basel/423065/" target="_blank">laut Tageswoche</a> hatten Filippo Leutenegger und Teile der Belegschaft protestiert.</p>
<p><a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> war offenbar ein Versuch, so etwas wie eine helvetisch-harmlosere Version des deutschen Portals Politically Incorrect, das sich selbst als «islamophob – aber sexy!» anpreist, aufzubauen. Wie Politically Incorrect wollte auch <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> gegen den «journalistischen Mainstream» anschreiben. Das Themenspektrum war denn auch anti-islamisch und libertär ausgerichtet, mit Schlagworten wie Islamisierung, Christenverfolgung, Asylbetrug, Klimalüge oder Schuldensozialismus. Zudem produzierten Romer und Zanetti auch während zwei Jahren <a href="http://www.startv.ch/index.cfm?page=131817&amp;format_id=8" target="_blank">die Diskussionssendung CC Talk</a>, die auf Star TV lief und grösstenteils SVP-nahe Themen – Asylwesen, EU-Kritik, freie Wirtschaft – behandelte. Zu den Gästen gehörten Journalisten wie Markus Somm, Roger Köppel oder Florian Schwab und viele SVP-Politiker, so Lukas Reimann, Luzi Stamm oder Christoph Blocher. Hier eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8E21nYg2VJA" target="_blank">Projektpräsentation</a> aus dem September 2010:</p>
<p>Wie Claudio Zanetti telefonisch bestätigt, scheiterte <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a>, weil seine und Romers GmbH das Portal nicht mehr finanzieren konnte – und offenbar auch wegen eines Gebührenstreits mit dem Inhaber der Domain, Cyrill Wyss, dessen BfK Mediendienste in Wohlen <a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/dasmediennetzdersvp.html" target="_blank">gemäss Edito-online.ch</a> auch schon die Websites von Christoph Blocher, der AUNS und verschiedener SVP-Kantonalsektionen betreute. Wyss selbst reagierte äusserst gereizt auf die telefonische Anfrage der MEDIENWOCHE. Seine Firma habe seit drei Jahren nichts mehr mit Christoph Blocher zu tun und <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> sei ein unabhängiges Portal. Zudem sei es eine Frechheit, ihm Fragen zu den Besitzverhältnissen zu stellen, um damit seine Firma und seine Kunden in den Dreck zu ziehen.</p>
<p>Seit diesem Sommer ist <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a> zurück, ohne Beteiligung Zanettis, in neuem Design und unter der Leitung des ansonsten recht unbekannten Bloggers Walter Ostermeier. Anstelle von Islamkritik gibt es nun internationale Politik sowie Artikel gegen die Grünen und die «roten Brüder» – <a href="http://politik.ch/wochenrueckblick-br-schneider-ammann-levrat-und-juso/" target="_blank">zum Teil in erstaunlich unbeholfenem Deutsch</a>: «Herr Levrat, als Kind von ihnen würde ich mich schämen, einen solchen Vater zu haben, der zehntausende von Menschen als Faschisten verurteilt. Ein Mensch mit einer solchen Aussage an Schweizerbürger muss krank sein sehr krank. Wo, dass überlasse ich ihrem Arzt heraus zu finden.»</p>
<h3>Ein Sonderfall: Bündner Tagblatt</h3>
<p>Eine Lokalzeitung hat sich Christoph Blocher schon Jahrzehnte vor seinem BaZ-Engagement gekauft. Seit 1986 hält er die Aktienmehrheit am Bündner Tagblatt (Verkaufte Auflage: 7989), das damals von der Schliessung bedroht war. Heute ist das «Tagblatt» operativ Teil der Somedia. Deren Verleger Hanspeter Lebrument sagte uns auf Anfrage, Blochers Ems-Chemie stelle zwar weiterhin den Verwaltungsratspräsidenten der Bündner Tagblatt Verlags AG, diese sei jedoch «stillgelegt» worden. Christoph Blocher selbst erklärte der MEDIENWOCHE dagegen telefonisch, die Ems-Chemie habe als Eigentümerin mit Herausgeber Lebrument einen Vertrag abgeschlossen, den sie jedoch jederzeit kündigen könne: «Die Ems-Chemie muss der Ernennung eines neuen Chefredaktors zustimmen; redaktionell ist die Zeitung aber von uns wie von der Somedia unabhängig.»</p>
<p>Larissa M. Bieler, die Chefredaktorin des «Tagblatts», bestätigt per E-Mail, weder Blocher – mit dem sie im Übrigen noch nie gesprochen habe – noch die Ems-Chemie nehme Einfluss auf ihre redaktionelle Linie: «Das Bündner Tagblatt ist parteipolitisch unabhängig, aber mit moderat bürgerlicher Grundhaltung.» Auch der Blick in ein paar Ausgaben des «Tagblatts» ergibt den Eindruck einer politisch neutralen Regionalzeitung. In rechten Blogs wird Bieler dagegen als männerfeindliche Vertreterin der <a href="http://schweizblog.ch/allgemeines/larissa-margot-bieler-mann-boese-frau-gut/" target="_blank">«notorisch links schreibenden Südostschweizpresse»</a> bezeichnet.</p>
<h3>Fazit</h3>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br />
<a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Die Verbindungen der hier besprochenen Medien zu Christoph Blocher oder zu seiner Basler Zeitung sind höchst unterschiedlich. Während die BaZ Standpunkte unter Markus Somms redaktioneller Verantwortung klar zu den von Blocher kontrollierten Medien gehört, sind <a href="http://politik.ch/" target="_blank">Politik.ch</a>, SO aktuell und die Schweizerzeit – die immerhin seit 35 Jahren mit ähnlichem Konzept arbeitet – wohl eher «Trittbrettfahrer-Medien», die von Vertretern der SVP-Basis initiiert wurden, ohne Teil eines Masterplans zu sein. Das Bündner Tagblatt gehört Blochers Ems-Chemie, ist aber redaktionell unabhängig. Unabhängig sind auch die Schaffhauser Nachrichten und der Schweizer Monat, bei denen personelle und ideologische Verbindungen zur SVP bestehen.</p>
<p>Kurz: Das oft herbeigeschriebene Blochersche Medienimperium ist bisher weder besonders ausgedehnt noch besonders gefestigt. Zu schwach ist die Präsenz im Fernsehen und im Internet, zu unbedeutend die Schweizerzeit und die Lokalmedien, die sich mit Blocher in Verbindung bringen lassen. Von der 2007 für den Fall von Blochers Abwahl angekündigten SVP-eigenen Tageszeitung hat man seither nichts mehr gehört. Klar ist aber, dass es in der Schweiz ein informelles Netzwerk von Medienschaffenden gibt, die mit Blocher und der SVP sympathisieren und die bei verschiedenen Medien zusammenarbeiten. Wer verstehen will, welche Medienstrategie die SVP verfolgt, sollte sich nicht nur auf BaZ und Weltwoche konzentrieren, sondern auch die kleineren Medien mit Verbindungen zur Partei im Auge behalten – und besonders Akteure wie Ulrich Schlüer, Claudio Zanetti, Georges Bindschedler und Norbert Neininger.</p>
<p><small><strong>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</strong><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>«Blochers Garantie war entscheidend»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 10:42:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Georges Bindschedler]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt Holding AG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach Tito Tettamanti ist Georges Bindschedler (58) der zweitgrösste Aktionär der Medienvielfalt Holding AG. Der Verwaltungsrat der neuen Eigentümer der Basler Zeitung ist kein Unbekannter im Mediengeschäft: Bis 2003 war Bindschedler Verwaltungsrat der Berner Espace Media und der Berner Zeitung. Ausserdem engagiert er sich finanziell und als Autor für den «Schweizer Monat». Im Gespräch mit <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/">«Blochers Garantie war entscheidend»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/12/logo_baz.jpg" alt="" width="120" height="123" /> Nach Tito Tettamanti ist Georges Bindschedler (58) der zweitgrösste Aktionär der Medienvielfalt Holding AG. Der Verwaltungsrat der neuen Eigentümer der Basler Zeitung ist kein Unbekannter im Mediengeschäft: Bis 2003 war Bindschedler Verwaltungsrat der Berner Espace Media und der Berner Zeitung. Ausserdem engagiert er sich finanziell und als Autor für den «Schweizer Monat». Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE äussert sich der Berner Rechtsanwalt zur Zukunft der BaZ, zur Rolle von Christoph Blocher und sagt, was es mit der Mission der Medienvielfalt Holding auf sich hat.<br />
<span id="more-28959"></span><br />
<strong>Medienwoche: Wann haben Sie erfahren, dass eine neue Trägerschaft für die Basler Zeitung aufgebaut werden soll?</strong><br />
Bindschedler: Das war etwa dann, als Moritz Suter bekanntgegeben hatte, dass er seine Aktien zurückverkaufen werde. Also vor rund zwei Wochen.</p>
<p><strong>Wer hat Sie angefragt, ob Sie als Aktionär einsteigen möchten?</strong><br />
Tito Tettamanti. Mit ihm war ich schon längere Zeit im Gespräch, auch im Zusammenhang mit der Medienvielfalt Holding AG, aber nicht konkret zur Basler Zeitung. Wir kennen uns auch über den «Schweizer Monat» und aus dem Verein Zivilgesellschaft, den Tettamanti bis vor einem Jahr geleitet hatte. Da pflegten wir einen Gedankenaustausch.</p>
<p><strong>War diese Entwicklung für Sie absehbar?</strong><br />
Nein, das kam für mich überraschend, denn ich habe mich mit den Ereignissen in Basel nicht eingehend befasst. Das ging ein bisschen an mir vorbei. Ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich mich an der neuen Trägerschaft für die Basler Zeitung beteiligen könnte.</p>
<p><strong>Sie sind nach Tito Tettamanti die Nummer zwei in der Medienvielfalt Holding AG mit fünf Millionen investierten Franken und 12,5 Prozent der Aktien. Haben Sie auch entsprechend viel zu sagen? </strong><br />
Das hoffe ich doch, dass ich mich auf der strategischen Ebene einbringen kann. Ich glaube auch, dass Herr Tettamanti das so wünscht, weil er schätzt, was ich für den «Schweizer Monat» getan habe. Natürlich hat Tettamanti das Sagen, er trägt auch die Hauptverantwortung. Aufs Operative habe ich keinen Einfluss. Das ist Sache von Filippo Leutenegger, der als Delegierter des Verwaltungsrats und CEO die Basler Zeitung führen wird.</p>
<p><strong>Christoph Blocher spielt weiterhin eine zentrale Rolle bei der Basler Zeitung. Er trägt das finanzielle Risiko des Druckgeschäfts. Wären Sie ohne die Garantie Blochers auch eingestiegen?</strong><br />
Vermutlich nicht. Man muss schon sehen: Diese Garantie ist der Ersatz für die Buchprüfung. Dank Christoph Blocher konnten wir auf eine Due Diligence verzichten. Wenn es nicht möglich ist, die Geschäftsbücher vor einer Übernahme eingehend zu prüfen, weiss man nicht, worauf man sich einlässt.</p>
<p><strong>Die absehbaren Sanierungsmassnahmen im Druckgeschäft der Basler Zeitung dürften wohl für weitere Unruhe sorgen.</strong><br />
Das gehört halt dazu. Aber ich will Filippo Leutenegger nicht ins Handwerk pfuschen. Er ist dort in erster Linie gefordert und sein Verwaltungsrat der BaZ Holding. Erst in zweiter Linie müssen wir uns damit befassen. Ich habe das volle Vertrauen, dass Leutenegger die richtige Lösung finden wird. Er hat dafür die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen.</p>
<p><strong>Weshalb engagieren Sie sich in der Medienvielfalt Holding?</strong><br />
Es ist die Freude an den Medien und ein gewisses Verpflichtungsgefühl. Ich will einen Beitrag dazu leisten, dass Medien in der Schweiz überleben können und unabhängig bleiben. Es soll möglichst viele Medien geben mit unterschiedlichen Trägerschaften. Nur das ermöglicht eine Meinungsvielfalt. Die Konzentration fördert den Eintopf. Medien werden heute viel zu oft nur noch als Produkt angeschaut. Das ist eine Überzeugung, die ich mit Tito Tettamanti teile.</p>
<p><strong>Innerhalb der neuen BaZ-Trägerschaft ist es aber nicht gerade weit her mit der Meinungsvielfalt. Verwaltungsrat und Aktionariat sind mehrheitlich im national-liberalen Spektrum zu verorten.</strong><br />
Es ist die Überzeugung aller Beteiligten, dass es wichtig ist, zu verhindern, dass alle Medien im gleichen Topf landen. Unter den Aktionären findet man durchaus unterschiedliche Meinungen und Ansichten. So homogen, wie Sie das darstellen, sind wir dann doch nicht. Klar stehen wir alle auf der liberalen Seite. Das verbindet uns auch. Damit enden aber die Gemeinsamkeiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es zu konkreten Fragen unterschiedliche Meinungen gibt. Aber in der Grundüberzeugung, ein unabhängiges Medium zu erhalten, darin sind wir uns alle einig.</p>
<p><strong>Die neue Trägerschaft der BaZ heisst Medienvielfalt Holding, jene der neugegründeten Tageswoche in Basel heisst Stiftung für Medienvielfalt. Da kann kein Zufall sein.</strong><br />
Wir haben die Ähnlichkeit der Namen zu spät bemerkt und konnten nicht mehr reagieren. Unser Name stand auch schon längere Zeit fest. Aber ich hoffe, dass es nicht zu Problemen führen wird.</p>
<p><strong>Die Turbulenzen um die BaZ rühren im Wesentlichen daher, dass Christoph Blocher mit verdeckten Karten gespielt und auch gelogen hat, was sein Engagement anging. Was sagen Sie dazu?</strong><br />
Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Damals nicht und auch jetzt nicht. Es interessiert mich auch nicht. Aber ich gehe davon aus, dass wir mit der nun geschaffenen Transparenz über die Eigentumsverhältnisse etwas Ruhe hinkriegen und diese Probleme lösen können.</p>
<p><strong>Das glaube ich Ihnen nicht.</strong><br />
Wissen Sie, das ist jetzt Geschichte. Ich will in die Zukunft schauen, nicht zurück. Wie können wir unsere Mission erfüllen? Das interessiert mich.</p>
<p><strong>Worum geht es bei dieser Mission?</strong><br />
Wir wollen dort aktiv werden, wo wir der Meinung sind, dass die Meinungsvielfalt gefährdet ist. Dazu brauchen wir aber nicht um jeden Preis neue Beteiligungen. Es kann auch sein, dass wir uns nur an der BaZ beteiligen. Dafür unterstützen wir noch andere Projekte, die unserer Mission entsprechen. Etwa die geplante Nachrichtenplattform Les Observateurs von Uli Windisch in der Westschweiz. Oder es ist auch vorstellbar, dass wir als Medienvielfalt Holding eine wissenschaftliche Untersuchung finanzieren, um zu sehen, wie stark die liberale Musik in den Schweizer Medien spielt.</p>
<p><strong>Spielt denn diese «liberale Musik» zu leise?</strong><br />
So direkt würde ich das nicht sagen. Sagen wir es so: Ich habe das Gefühl, dass wir zu viel Mainstream haben in den Medien, zu viel Gleiches auf allen Kanälen. Die Medien transportieren oft kritiklos schemenhafte Haltungen.</p>
<p><strong>Zum Beispiel?</strong><br />
Die Berichterstattung zu den Bundesratswahlen hat in den Medien ein völliges Übergewicht erhalten. Ständig die Spekulationen, wer wird gewählt, wer wird abgewählt. Dabei sind das nicht die wesentlichen Probleme, vor denen die Schweiz steht. Ich denke da an das Gesundheitswesen.  Was zum Beispiel Managed Care genau bedeutet, verstehen die Wenigsten und wohl auch nur wenige Journalisten. Also können Sie es auch dem Publikum nicht erklären.</p>
<p><strong>Das hat oft auch mit mangelnden Ressourcen in den Redaktionen zu tun. Das können Sie ja nun ändern bei der BaZ.</strong><br />
Das werden wir auf jeden Fall versuchen zu tun. Neben den fehlenden Ressourcen liegt es aber auch am Fokus der Medien. Vielleicht sollte eine Redaktion halt nicht alle Kapazitäten dafür aufwenden, über die Bundesratswahlen zu berichten, sondern auch die wichtigeren Dinge nicht aus dem Auge verlieren.</p>
<p><strong>Sie sind ja nicht nur wegen dieser Mission eingestiegen, sondern auch wegen dem Geschäft. Was erwarten Sie da?</strong><br />
Da sollte schon etwas herausschauen. Ein Medienunternehmen muss rentieren, damit es überlebensfähig ist. Wenn es nicht rentiert, findet man auch keine Investoren, die das Unternehmen halten. Die braucht es halt schon irgendwann. Für mich ist die NZZ ein gutes Beispiel. Dort soll ein breites Aktionariat die Unabhängigkeit gewährleisten. Allzu breit darf es aber auch nicht werden, weil sonst das Risiko zunimmt, dass man das Aktionariat nicht mehr unter Kontrolle hat.</p>
<p><strong>Wie geht es nun weiter mit der Medienvielfalt Holding?</strong><br />
Wir treffen uns im Januar zu unserer ersten Verwaltungsratssitzung. Dort wird es darum gehen, dass alle Mitglieder auf dem gleichen Wissensstand sind. Wahrscheinlich liegt der Schwerpunkt bei der Berichterstattung. Und dann müssen wir uns finden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/">«Blochers Garantie war entscheidend»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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