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	<title>Simon Bärtschi | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 Sep 2021 15:05:46 +0000</lastBuildDate>
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		<title>BZ und Bund arbeiten zusammen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:15:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die beiden Berner Titel bündeln ihre Kräfte. Die Zusammenarbeit startet ab dieser Woche schrittweise.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die beiden Berner Titel bündeln ihre Kräfte. Die Zusammenarbeit startet ab dieser Woche schrittweise.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/21/bz-und-bund-arbeiten-zusammen/">BZ und Bund arbeiten zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Berner Modell 2.0 oder eine Kompromisslinie über den «Gölä-Graben»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 14:20:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Bern versucht man sich an der Quadratur des Kreises: Tamedia führt die so ungleichen Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Das geht eigentlich nicht, muss nun aber trotzdem irgendwie funktionieren. Einblick in einen heiklen Transformationsprozess. Noch führt kein Weg über den «Gölä-Graben». Wenn der «Bund» über den Büezer-Barden schreibt, dann ist schon mal <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Bern versucht man sich an der Quadratur des Kreises: Tamedia führt die so ungleichen Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Das geht eigentlich nicht, muss nun aber trotzdem irgendwie funktionieren. Einblick in einen heiklen Transformationsprozess.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-90871" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Noch führt kein Weg über den «Gölä-Graben». Wenn der «Bund» über den Büezer-Barden schreibt, dann ist schon mal von einem «Machwerk» oder von einer «grobschlächtigen Gesinnung» die Rede. Die «Berner Zeitung» dagegen würdigt die Gesangskunst von Marco Pfeuti nüchtern und neutral mit Sätzen, wie: «Zu Göläs Grundhaltung passt die Idealisierung vermeintlich besserer Zeiten.»</p>
<p>Beide Zeitungen erfüllen mit ihrer Art, den Mundartsänger zu würdigen, die Erwartungen ihres Publikums. Und die liegen – nicht nur in diesem Punkt – weit auseinander. Wenn schon bald nur noch eine einzige Kulturredaktion für beide Publika berichtet, dann muss sie sich auf eine «Kompromisslinie» einigen. Man wolle darum erproben, «ob Klischees und Schärfen in kritischen Texten ev. dosierter eingesetzt werden können». Gleichzeitig solle aber kein «standardisierter verwässerter Journalismus entstehen». So steht es in einem umfassenden Dokument, das den Stand der Dinge zur anstehenden Redaktionsfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» festhält. Die MEDIENWOCHE hat Einblick in die 60 Seiten.<br />
</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/2019/04/15/ohne-geheimrezept-in-die-digitale-zukunft-simon-baertschi-zu-seinem-neuen-job-als-bz-chefredaktor/">Simon Bärtschi</a>, amtierender BZ-Chefredaktor und designierter Chef der neuen Einheitsredaktion, betont den «Bottom-Up»-Charakter des Fusionsprozesses. «Wir haben aus der Vergangenheit gelernt», sagt Bärtschi im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Als die überregionale Berichterstattung der «Berner Zeitung» vor rund vier Jahren innerhalb von Tamedia neu organisiert wurde, hätten sie Fehler gemacht, weil sie zu wenig miteinander gesprochen und die Entscheide nur «Top down» auf der Chefebene getroffen hatten. «Wir arbeiten jetzt enger zusammen, reden jetzt viel systematischer zusammen, etwa über Tonalität oder Arbeitsabläufe der neuen Redaktion», so Bärtschi.</p>
<blockquote><p>Man ist sich näher, als die gegenseitig gut gehegten Vorurteile all die Jahre glauben liessen.</p></blockquote>
<p>Überhaupt wird derzeit viel geredet im Berner Tamedia-Gebäude am Nordring. Schliesslich geht es um einiges. Das neue Berner Modell soll möglichst lange Bestand halten und Ruhe in den Betrieb bringen. Je erfolgreicher sich damit «Bund» und BZ verkaufen lassen, desto länger dauert es bis zum nächsten Abbauschritt. Unter diesen Vorzeichen mussten sich die beiden Redaktionen wohl oder übel zusammenraufen. Leute, die sich im Treppenhaus bisher nicht grüssten, sitzen nun gemeinsam in Arbeitsgruppen. Aus Konkurrentinnen werden Kolleginnen. Wie man auf beiden Seiten vernimmt, funktioniert das ganz gut. Einigermassen überrascht stellen manche BZ- und «Bund»-Journalisten fest: Man ist sich näher, als die gegenseitig gut gehegten Vorurteile all die Jahre glauben liessen.</p>

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<p>Lange Zeit galt es in Bern als schlicht unvorstellbar, dass die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» einmal <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">zusammenspannen</a> würden. Doch die wirtschaftliche Entwicklung des Zeitungsgeschäfts und die Geschäftspolitik Tamedias zwingen einen nun, sich das Unvorstellbare doch vorzustellen. Ab Oktober gibt es für die lokale und regionale Berichterstattung der beiden Berner Titel nur noch eine einzige Redaktion; alle anderen Inhalte kommen bereits heute aus der Tamedia-Zentralredaktion. Die Massnahme soll zum <a href="https://www.bernerzeitung.ch/bezahlmedien-schreiben-im-ersten-halbjahr-verlust-354393246545" target="_blank" rel="noopener">Sparziel von 70 Millionen Franken</a> beitragen, das Tamedia sämtlichen Unternehmensbereichen vor einem Jahr verordnet hat. Alternativen zu diesem drastischen Schritt boten sich unter den gegebenen Sparbedingungen nicht. Zwei separate Lokalredaktionen liessen sich nicht mehr vernünftig weiterbetreiben mit den noch vorhandenen Ressourcen.</p>
<blockquote><p>In der Regel muss jeder Text in beide Titel passen. Das gebieten schlicht die noch vorhandenen redaktionellen Ressourcen.</p></blockquote>
<p>Seit der Gründung der BZ 1979 steht die Zeitungen in direkter Konkurrenz mit dem 1850 gegründeten «Bund». Selbst als die Blätter 2007 unter das gleiche Verlagsdach rückten, blieben die beiden Redaktionen unabhängig («Berner Modell»). Bis zum letzten Tag vor dem Redaktionszusammenschluss im kommenden Oktober werden sich «Bund» und BZ einen Wettbewerb um die besten Geschichten liefern und sich in Abgrenzung zum Mitbewerber profilieren. Entsprechend unterschiedlich liest sich bis heute die regionale und lokale Berichterstattung der beiden Zeitungen. Und ebenso unterschiedlich sieht das Publikum aus. Während das Gros der «Bund»-Leserschaft in der Stadt Bern wohnt und entsprechend stärker links-urban geprägt ist, erreicht die BZ mit ihren Regionalausgaben die Fläche des gesamten Kantons Bern.</p>
<p>Zwar wird es auch in Zukunft möglich sein, einzelne Artikel exklusiv in der einen oder anderen Zeitung (respektive App oder Website) zu platzieren, die ja als Marken weiterbestehen. Aber in der Regel muss jeder Text in beide Titel passen. Das gebieten schlicht die noch vorhandenen redaktionellen Ressourcen.</p>
<p>Der «Bund» kann sein bisheriges Profil mit einem stärkeren Fokus auf Inland, Ausland, Gesellschaft und Kultur insofern weiter pflegen, als dass er wie bisher mehr Artikel bei der Tamedia-Zentralredaktion bezieht als die BZ. Diese bleibt ihrem Leitspruch «Immer die Region zuerst» treu und präsentiert ihre umfassendere Regionalberichterstattung prominenter.</p>
<blockquote><p>Der Kompromiss droht das politisch-publizistische Profil des «Bund» zu verwässern, der vom Publikum weiterhin als selbständiger Titel wahrgenommen werden möchte.</p></blockquote>
<p>Im laufenden Transformationsprozess muss die neue Einheitsredaktion, die da entsteht, eine gemeinsame Sprache finden. Wie sie den «Gölä-Graben» mit einer «Kompromisslinie» überwinden will, so sucht sie auch bei der Politik- und der Regionalberichterstattung nach Mittelwegen. Etwa bei der publizistischen Begleitung der dominanten rot-grünen Politik in der Stadt Bern. «Der Bund verfolgt die rot-grüne Mehrheitspolitik systematisch kritisch, obwohl sein Lesepublikum vor allem rot-grün tickt», hält die Arbeitsgruppe «Storytelling &amp; Sound» fest. Die BZ dagegen schreibe heute «eher situativ kritisch als systematisch kritisch» und hinterfrage die rot-grüne Mehrheit «nicht systematisch». Der naheliegende Kompromiss: «Die fusionierte Redaktion kritisiert nicht nur systematisch die rot-grüne Mehrheit, sondern auch die bürgerliche Opposition.» Das dürfte zwar jene linken «Bund»-Leserinnen und -Leser besänftigen, die sich bisher regelmässig ob der teils überkritischen Berichterstattung an Rot-Grün enervierten. Aber gleichzeitig droht dieser Kompromiss das politisch-publizistische Profil des «Bund» zu verwässern, der vom Publikum weiterhin als selbständiger Titel wahrgenommen werden möchte.</p>
<p>Als weitere Knacknuss erweist sich die regionale Berichterstattung. Auch hier verfolgten die beiden Berner Tamedia-Zeitungen bisher unterschiedliche Ansätze: Während die BZ bislang ausreichend Ressourcen und Personal hatte, um zumindest punktuell aus der «Nahperspektive» zu berichten, liefert der «Bund» sparbedingt schon heute nur noch Artikel aus der «Überfliegerperspektive». Dieser breitere Blickwinkel, der nicht allein das aktuelle Ereignis ins Zentrum der Berichterstattung stellt, sondern stets Kontext und Hintergrundinformation mitliefert, wird künftig die Norm sein. Um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, sollen die Geschichten «exemplarisch, emotional, personalisiert» erzählt werden.</p>
<p>Wenn der kommerzielle Erfolg davon abhängt, dass möglichst viele Artikel von möglichst vielen Leuten möglichst lange gelesen werden, dann hat die Ereignisberichterstattung von Gemeindeversammlungen oder Sportanlässen nur noch dann eine Berechtigung, wenn sie wesentlich mehr Leute anspricht als nur jene, die selbst an der Veranstaltung waren.</p>
<blockquote><p>Den Matchbericht vom Erstliga-Fussballspiel aus der Region liest man künftig nicht mehr in der «Berner Zeitung».</p></blockquote>
<p>Darum wird die neue «Bund»/BZ-Redaktion auch keinen Regionalsport in Form von Ereignisberichterstattung mehr bringen. Zwei Redaktoren hat Tamedia gekündigt, einer reduzierte sein Pensum freiwillig. Ihr Know-how ist nicht mehr gefragt. Vorschau und Matchbericht vom Erstliga-Fussballspiel aus der Region liest man künftig nicht mehr in der «Berner Zeitung». «Das heisst natürlich nicht, dass regionaler Sport künftig keine Rolle mehr spielt», sagt Simon Bärtschi. Aber auch beim Sport gilt die Vorgabe: Artikel müssen exemplarisch, emotional und personalisiert sein, damit sie ein breiteres Publikum finden, idealerweise auch ausserhalb der Region. Bärtschi nennt als gelungenes Beispiel das Porträt einer Bodybuilderin aus Lyss im Berner Seeland, das auch in allen Tamedia-Titeln der Deutschschweiz veröffentlicht und gut gelesen wurde.</p>
<p>In dieser breiteren Fokussierung der Regionalberichterstattung sieht Bärtschi einen «Wendepunkt des Journalismus». Ihm ist aber auch bewusst, dass es ein Teil der Protagonistinnen und Protagonisten als Verlust wahrnimmt, wenn weniger über sie berichtet wird. Auch darum machten sich Bärtschi und die Tamedia-Leitung seit dem Frühling auf eine Tour durch den Kanton Bern und erklärten Politikerinnen und Verbänden, was zu erwarten sei, wenn hinter «Bund» und BZ nur noch eine Redaktion steht. «Es wurde positiv wahrgenommen, dass wir so offen reden», erinnert sich Bärtschi. Ob der positive Eindruck bestehen bleibt, wenn ab Oktober die beiden Zeitungen neu aufgestellt sind, steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Auch wenn es gelingen sollte, die unterschiedlichen Profile der beiden Medienmarken zu erhalten, ja sogar die Qualität zu verbessern, bleibt unter dem Strich ein elementarer Verlust: Bern verliert schon bald eine von bisher zwei unabhängigen publizistischen Stimmen. Der Wettbewerb, den liberale Stimmen, als die sich «Bund» und BZ sehen, stets hochhalten, spielt nicht mehr. Umso wichtiger, dass neue, <a href="https://neuerjournalismus.be/" target="_blank" rel="noopener">unabhängige Projekte</a> versuchen in die Bresche zu springen, um das Defizit wettzumachen.</p>
<p>Bild: Keystone</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/">Berner Modell 2.0 oder eine Kompromisslinie über den «Gölä-Graben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2021 07:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein «Diversity &#038; Inclusion Board» ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-87574" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb</h3>
<p>Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein <a href="https://www.ringier.ch/de/medienmitteilungen/vielfalt-als-chance-ringier-setzt-diversity-inclusion-board-ein" rel="noopener" target="_blank">«Diversity &#038; Inclusion Board»</a> ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche vorgestellten <a href="https://storytelling.blick.ch/storytelling/2021/team_romandie/index.html" rel="noopener" target="_blank">Redaktion von «Blick Romandie»</a>: Von den 20 Personen sind zehn Männer und zehn Frauen. Sie sprechen Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Russisch, Spanisch, Arabisch und Serbisch und sie fanden aus allen Ecken der Westschweizer Medien zum «Blick».</p>
<p>Dass alle verhältnismässig jung sind und es – ausser dem graubärtigen Chefredaktor – keine älteren Semester in die Redaktion geschafft haben, kann man Ringier nicht wirklich vorwerfen. Nur wer die Jugend erreicht, hat eine Zukunft. Ein Selbstläufer wird «Blick Romandie» aber nicht, selbst mit einer ideal aufgestellten Equipe, denn die Romandie ist umkämpftes Territorium: Nach <a href="https://www.watson.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«Watson»</a> und einem aufgerüsteten <a href="https://www.20min.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«20&nbsp;Minutes»</a> betritt die «Blick»-Equipe am 1. Juni 2021 das Feld. </p>
<h3>The Bad – Ein nicht so diskretes Tamedia-Fotoshooting</h3>
<p>Heikle Unternehmensentscheide werden in der Regel bis im letzten Moment geheim gehalten, um sie am Tag&nbsp;X zum Zeitpunkt&nbsp;Y gezielt dem betroffenen Personal und der Öffentlichkeit mitzuteilen. So plante das auch Tamedia mit ihrer Kommunikation zur <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/berner-zeitung-und-der-bund-hohe-journalistische-kompetenz-in-einer-redaktion" rel="noopener" target="_blank">Fusion der Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund»</a>. Damit ja alles Material für die Medienmitteilung vorbereitet ist, musste noch ein Bild her mit der neuen Redaktionsleitung. Als Kulisse für das Foto-Shooting diente eine breite öffentliche Treppe nahe des Berner Tamedia-Sitzes.</p>
<p>Nun will es der Zufall, dass unsere Wohnung direkt an die Treppe angrenzt. Während der Tamedia-Fotosession sassen wir beim Mittagessen. Ich ahnte nicht, was sich direkt hinter meinem Rücken abspielt, bis meine Frau beim Blick nach draussen plötzlich Simon Bärtschi erkannte, den Chefredaktor der «Berner Zeitung» und designierter Leiter der neuen <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Monopolredaktion</a>.</p>
<p>Ich sprang vom Esstisch auf und ging auf die Terrasse mit Blick auf die Treppe. Schnell war mir klar, wer sich hier aufstellt. Und auch der <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/IMG_0969.jpg" rel="noopener" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">künftigen Leitung der Berner Tamedia-Redaktion</a> war klar, wer ihnen da gerade bei der Foto-Session zuschaut. Würde nun der Medienjournalist die neuen Personalien vorzeitig ausplaudern?</p>
<p>Ein sichtlich nervöser Simon Bärtschi, der zwar weiss, wo ich wohne, aber gehofft hatte, dass ich an dem Tag nicht zu Hause wäre, bat mich, nicht auszuplaudern, was bald eh publik würde. Doch mich brauchte es gar nicht. Das Unternehmen verplapperte sich schliesslich selbst. Die Hausmitteilung zur Totalfusion der Berner Tamedia-Zeitungen und zum Stellenabbau fand sich fixfertig vorbereitet im Redaktionssystem – und fand von dort aus bereits Stunden vor dem geplanten Kommunikationstermin <a href="https://twitter.com/EinheitsbreiB/status/1380067976389533697?s=20" rel="noopener" target="_blank">den Weg an die Öffentlichkeit</a>.</p>
<h3>The Ugly – Drauf liberal, drin reaktionär</h3>
<p>Auf manchen französischen Bahnhöfen steht ein <a href="https://www.google.com/search?q=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;tbm=isch&#038;ved=2ahUKEwj45qSAk_PvAhWHgc4BHb2uCtEQ2-cCegQIABAA&#038;oq=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;gs_lcp=CgNpbWcQAzIGCAAQCBAeOgQIABAeOgYIABAFEB46BggAEAcQHjoECCMQJzoECAAQEzoGCAAQHhATOggIABAFEB4QE1CCeliuoQFggqQBaAFwAHgAgAFHiAHhBZIBAjEymAEAoAEBqgELZ3dzLXdpei1pbWfAAQE&#038;sclient=img&#038;ei=9FJxYPicFoeDur4Pvd2qiA0&#038;bih=607&#038;biw=1280" rel="noopener" target="_blank">Warnschild</a> mit der Aufschrift: «Un train peut en cacher un autre», ein Zug kann einen anderen verdecken. Genauso verhält es sich mit allzu grellen Etiketten. «Liberal» ist so eine. Wo das draufsteht, kann auch das Gegenteil drinstecken. Ein Beispiel dafür bot unlängst der Chefredaktor des «Schweizer Monat». Ronnie Grob <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/schweizer-monat-ein-liberales-blatt-will-mehr-resonanz-aber-ohne-radau-ld.126546" rel="noopener" target="_blank">sagte der NZZ</a> einmal, liberal sei man oder sei man nicht. Für sich nimmt er selbstredend in Anspruch, dass er es ist.</p>
<p>Seine aktuelle <a href="https://archive.ph/QdU33" rel="noopener" target="_blank">Kolumne</a> auf dem News-Portal «Nau.ch» liest sich aber ziemlich anders. Da werden Männer und Frauen auf unverrückbare, quasi gottgegebene, Positionen gestellt, begründet mit unwissenschaftlichen Plattitüden aus dem Tierreich. Daraus abgeleitet folgt der pauschale Schluss, Frauen in Führungspositionen liebten die Sicherheit und stellten sich ergo gegen die Freiheit. Das ist eine <a href="https://franziskaschutzbach.wordpress.com/2021/04/06/frauen-werden-auf-ihre-platze-verwiesen/" rel="noopener" target="_blank">reaktionäre Sicht</a> auf die Gesellschaft. Liberal bedeutet in dem Fall lediglich, dass alle alles schreiben dürfen – und sei es noch so dünn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Aus der Region, für die Schweiz: Lücken im Lokaljournalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Mar 2021 10:35:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Feuz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionaljournal]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sowohl Tamedia als auch Schweizer Radio SRF setzen online auf die nationale Verwertbarkeit ihrer Regionalberichterstattung. Das hinterlässt Lücken im Lokaljournalismus. Die zu schliessen, ist nicht einfach. Die Tage der beiden unabhängigen Zeitungsredaktionen in der Bundesstadt sind gezählt. Ab April beginnt der finale Fusionsprozess von «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Am Ende, vermutlich bereits im Sommer, <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sowohl Tamedia als auch Schweizer Radio SRF setzen online auf die nationale Verwertbarkeit ihrer Regionalberichterstattung. Das hinterlässt Lücken im Lokaljournalismus. Die zu schliessen, ist nicht einfach.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-87178" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-BZ-Bund-tamedia-Regional-20210325b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Die Tage der beiden unabhängigen Zeitungsredaktionen in der Bundesstadt sind gezählt. Ab April beginnt der finale Fusionsprozess von «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Am Ende, vermutlich bereits im Sommer, wird eine einzige Redaktion die beiden Blätter und ihre Online-Plattformen abfüllen. Dafür setzt Tamedia auf personelle Kontinuität. Die amtierenden Chefredaktoren Simon Bärtschi (BZ) und Patrick Feuz («Bund») sollen beide in leitender Position verbleiben; Bärtschi dem Vernehmen nach als Superchef der neuen Organisation und Feuz als Mitglied der Chefredaktion. Eine Tamedia-Sprecherin wollte auf Anfrage diese Personalien noch nicht bestätigen.<br />
</p>
<p>Die Aufgabe der neuen Berner Tamedia-Redaktion wird keine leichte sein. Dass «Bund» und BZ überhaupt so lange nebeneinander existieren konnten, hat massgeblich mit ihren sehr unterschiedlichen Publika zu tun. Die «Berner Zeitung» mit ihrer ländlichen DNA und der «Bund», der sich schon immer weltläufig sah, galten lange Zeit als unfusionierbar.</p>
<p>Exemplarisch zeigte sich das in den Befunden von – nicht ganz aktuellen – Leserbefragungen, die besonders das «Bund»-Personal gerne zückte, um die Unverträglichkeit mit der Konkurrenz zu untermauern: Während BZ-Lesende eine hohe Affinität für volkstümliche Musik zeigten, tendierte beim «Bund» dieser Wert gegen null – und bei der Oper war es vice versa. Was tun in Zukunft? Von beidem ein bisschen? Mal die einen langweilen und dann die anderen? Wohl kaum, denn:</p>
<blockquote><p>Die Antwort auf dieses Dilemma sieht Tamedia in einem digitalen Journalismus für ein jüngeres und breiteres Publikum: Netflix statt Oper, weg von Nischenthemen.</p></blockquote>
<p>In der Logik kommerzieller Online-Medien zählen vor allem «Total Engaged Minutes», also die Zeit, die das Publikum mit einem Beitrag verbringt; je länger desto besser.</p>
<p>Für den Lokaljournalismus ändert sich damit der Fokus: «Aus der Region für die Region» reicht in der Regel nicht mehr. Wenn lokale Stoffe so aufbereitet werden, dass sie auch ausserhalb des Einzugsgebiets eines Mediums auf Interesse stossen, generieren sie mehr Nutzungszeit. Als Beispiel nannten die Tamedia-Verantwortlichen bei der ersten Vorstellung des Fusionsprojekts von «Bund» und BZ den Umweltskandal rund um den Blausee. Die Vorgänge spielen sich zwar in einer Ecke im Berner Oberland ab, die beteiligen Akteure haben aber nationale Prominenz. Einen Fall Blausee gibt es natürlich nicht alle Tage. Aber er zeigt das Prinzip «Aus der Region, für die Schweiz» idealtypisch auf.</p>
<p>Schon länger berichten Tageszeitungen wie «Bund» oder BZ kaum noch aus der Gemeinde für die Gemeinde (oder aus dem Verein für den Verein). Früher machte solche akteursnahe Berichterstattung einen Grossteil des Lokalteils einer Zeitung aus.</p>
<blockquote><p>Heute versuchen die Redaktionen Phänomene von allgemeinem Interesse herauszudestillieren und so ein breiteres Publikum anzusprechen als nur die unmittelbar Betroffenen.</p></blockquote>
<p>Anstatt aus sieben Gemeindeversammlungen je eine Kurznachricht zu bringen zum Thema Kunstrasen auf dem Sportplatz, erklären sie mit einem einzigen grossen Hintergrundartikel, was es mit dem Trend zum Plastikbelag auf sich hat. Im Idealfall lässt sich so mit weniger Aufwand ein grösseres Publikum erreichen; der Traum jedes renditebewussten Medienunternehmens.</p>
<p>Nun dreht Tamedia weiter an der Schraube und will die Region vor allem aus einer nationalen Perspektive anschauen. Das wäre kein Problem, wenn es starke Akteure gäbe, die hier entgegenhalten und auch weiterhin aus der Region und für die Region berichten. Zum Beispiel die SRG. Die soll nach Meinung der Verleger das machen, was Private nicht (mehr) tun.</p>
<p>Mit den Regionaljournalen pflegt das Schweizer Radio SRF einen Journalismus aus der Region und für die Region.</p>
<blockquote><p>Doch in der Online-Berichterstattung schlägt SRF den gleichen Weg ein wie Tamedia.</p></blockquote>
<p>So schaffte SRF im letzten Herbst die regionalen Ressorts auf der Website srf.ch ab mit der Begründung, die Nutzung sei zu bescheiden. Stattdessen können die Regionalredaktionen nun vermehrt Meldungen auf der Hauptseite SRF News platzieren und so ein breiteres Publikum ansprechen. Das funktioniert aber nur mit Themen, die überregional interessieren.</p>
<p>Der Strategiewechsel stösst SRG-intern und bei der Politik auf <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/15/umstrittene-srf-strategie-rueckzug-aus-den-regionen-wegen-tiefer-klickzahlen/">Kritik</a>. Während eine Mehrheit der lokalen Trägerschaften im Vorfeld das Vorgehen von Schweizer Radio und Fernsehen SRF unterstützte, halten sie es inzwischen für problematisch. SRF müsse sich nicht nur nach nationalen Quoten, sondern auch nach regionaler Relevanz ausrichten, hielten die Programmkommissionen von fünf Deutschschweizer <a href="https://www.srgd.ch/de/regionen/srg-region-basel/aktuelles/2021/03/23/srf-online-berichterstattung-aus-den-regionen/" target="_blank" rel="noopener">SRG-Trägerschaften</a> kürzlich fest. Sie befürchten zudem eine weitere Marginalisierung der Regionalinformationen und regen darum an, «den Strategiewechsel zu überdenken». Ähnlich lautende Bedenken haben auch die Parlamente und Regierungen beider Basel bei zuständigen Stellen von SRF deponiert.</p>
<p>Bewirken wird diese Kritik wenig; genauso wenig, wie die ergebnislos verhallten Appelle, Tamedia möge doch die Redaktionen von «Bund» und BZ nicht zusammenlegen. Wer etwas an der Situation ändern will, muss das Heft schon selbst in die Hand nehmen.</p>
<p>&#8212;<br />
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px">«Keine Konkurrenz auf Augenhöhe» </h3>
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									Erster Einblick in neues Berner Medienprojekt								</span>
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							<p><strong>Wenn etwas verschwindet, entsteht Raum für Neues. So sorgte auch die Ankündigung, dass Tamedia die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» BZ zusammengelegen werde, für eine gewisse Geschäftigkeit auf dem Medienplatz Bern.</strong></p>

<p>Zum einen versucht ein Schaffhauser Unternehmer 50 Millionen Franken zusammenzutrommeln für die <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Gründung einer Gratis-Tageszeitung</a>. Zum anderen macht sich eine bisher nicht näher bekannte Gruppe Gleichgesinnter Gedanken über die mögliche Gründung einer Online-Plattform. Prominenter Exponent ist <a href="https://jsteiner.ch/" rel="noopener" target="_blank">Jürg Steiner</a>.</p>

<p>Der langjährige BZ-Redaktor, der im Mai die Zeitung nach gut zwanzig Jahren verlassen wird (die MEDIENWOCHE <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/06/schweizer-journalistin-berner-zeitung-radio-srf-1/">berichtete</a>), bot am vergangenen Montag erstmals einen Einblick in den Stand der Diskussionen bei einer Online-Veranstaltung des <a href="https://bernermedientag.ch/2021/22-maerz-online-diskussion-berner-medien-platz-da/" rel="noopener" target="_blank">Berner Medientags</a>.</p>

<p>«Wir haben schon ein recht gutes Konzept mit einem kleinen Businessplan», sagte Steiner im Online-Talk. Er verriet aber keine Details. Auch zu Form und Inhalt der Publikation gab es nicht viel zu erfahren. «Wir sind noch nicht in der Phase, wo wir an ein konkretes Produkt denken.» Online sei klar und Lokaljournalismus.</p>

<p>Inspiration holt sich das Berner Projekt unter anderem bei <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Bajour»</a> und der <a href="https://www.republik.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Republik»</a>, jedoch nicht mit der Absicht, einen Ableger der Online-Magazine aus Basel und Zürich zu gründen. «Sie finden aber recht gut, was wir uns bisher überlegt haben, obwohl wir Anfänger sind», so Steiner.</p>

<p>Nun ist es nicht so, dass neben «Bund» und BZ in Bern Brachland herrscht. Zahlreiche kleinere und grössere Medien berichten seit Jahren mehr oder weniger kritisch über lokale Politik, Kultur und Wirtschaft. Man suche das Gespräch mit ihnen, heisst es. Etwa mit <a href="http://www.journal-b.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Journal B»</a>, das sich vor acht Jahren als linke Alternative zu den beiden bürgerlichen Blättern positionieren wollte und seither ein stabiles Nischendasein fristet. «Wir wollen sicher nicht auf Konfrontation gehen, sondern die Kräfte zusammennehmen», erklärt Jürg Steiner.</p>

<p>Aber warum braucht es ein weiteres Angebot? Die Antwort heisst Tamedia. Das neue Projekt entstand als unmittelbare Reaktion auf den absehbaren Verlust an Meinungsvielfalt, den die <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Zusammenlegung</a> der Redaktionen von «Bund» und BZ nach sich ziehen wird. «Wir sehen uns aber nicht als Konkurrenz auf Augenhöhe mit der künftigen Tamedia-Redaktion», relativiert Steiner die Ambitionen. Das mag eine realistische Einschätzung des eigenen Potenzials sein, ist aber zu klein gedacht.</p>

<p>Wenn schon bräuchte Bern eine Redaktion, die es publizistisch mit Tamedia aufnimmt und eine Alternative auf Augenhöhe bietet, damit sich das Publikum für das bessere Produkt entscheiden kann – so wie es bisher möglich war, «Bund» oder BZ zu abonnieren. Ergänzungs- und Nischenmedien gibt es genug.</p>

<p>Vielleicht wagt das Online-Projekt irgendwann doch noch grösser zu denken. «Wir nehmen Schritt für Schritt», sagt Jürg Steiner.</p>						  </div>
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			</item>
		<item>
		<title>BZ-Chefredaktor: «Wir müssen präzise und unmissverständlich schreiben»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/09/bz-chefredaktor-wir-muessen-praezise-und-unmissverstaendlich-schreiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2019 09:39:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=68056</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am Mittwoch ist Simon Bärtschi genau 100 Tage als Chefredaktor der «Berner Zeitung» im Amt. Der langjährige Tamedia-Mann spricht über den Umzug der Redaktion, seine Arbeit sozusagen als Frischluft-Pumpe und die künftig fehlende Konkurrenz auf dem Medienplatz Bern.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/09/bz-chefredaktor-wir-muessen-praezise-und-unmissverstaendlich-schreiben/">BZ-Chefredaktor: «Wir müssen präzise und unmissverständlich schreiben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Mittwoch ist Simon Bärtschi genau 100 Tage als Chefredaktor der «Berner Zeitung» im Amt. Der langjährige Tamedia-Mann spricht über den Umzug der Redaktion, seine Arbeit sozusagen als Frischluft-Pumpe und die künftig fehlende Konkurrenz auf dem Medienplatz Bern.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/09/bz-chefredaktor-wir-muessen-praezise-und-unmissverstaendlich-schreiben/">BZ-Chefredaktor: «Wir müssen präzise und unmissverständlich schreiben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>So wird die Behördenkommunikation auf ein sinnvolles Minimum beschränkt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Grenacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2016 13:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Behördenkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=27370</guid>

					<description><![CDATA[<p>Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: In der Sonntagszeitung fordert Simon Bärtschi, die Kommunikation der Bundesbehörden mit noch mehr Bürokratie zu beaufsichtigen und sie so einzuschränken. Falsch, findet Christoph Grenacher. Die Medien halten den Hebel selber in der Hand. Drei Vorschläge, was zu tun wäre für weniger warme Luft aus Bundesbern. Dass sich die Bundesverwaltung <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/">So wird die Behördenkommunikation auf ein sinnvolles Minimum beschränkt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: In der Sonntagszeitung fordert Simon Bärtschi, die Kommunikation der Bundesbehörden mit noch mehr Bürokratie zu beaufsichtigen und sie so einzuschränken. Falsch, findet Christoph Grenacher. Die Medien halten den Hebel selber in der Hand. Drei Vorschläge, was zu tun wäre für weniger warme Luft aus Bundesbern.<br />
<span id="more-27370"></span><br />
Dass sich die Bundesverwaltung (mit unserem Geld) eine Armada von Schönfärbern zulegt, um ihrem Arbeitgeber (nämlich uns) Informationen wohlfeil unterzujubeln statt nüchtern darzubieten, ist nicht eben fadengrader Service public. Simon Bärtschi ist darum beizupflichten, wenn er diese Praxis in der letzten <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_08_05_2016/fokus/Bienenfleissig-aber-unnuetz-63260" target="_blank">«Medienmacher»-Kolumne der SonntagsZeitung</a> als «Bienenfleissig, aber unnütz» deklariert.</p>
<p>Allerdings: Dass sich Medien über die Kommunikationsarmada aus der Verwaltung beklagen, ist scheinheilig. Wenn Journalisten bedauern, dass die Berner Nebelwerfer unentwegt Bullshit in die Redaktionsstuben pfeffern, so verweigern sich die Medien auch ihrem ureigenen Auftrag als Gatekeeper.</p>
<p>Selbst wenn der Jammer über das wachsende Heer von Berner Hofschranzen durchs Land hallt – was geschieht dann: Breite Kampagne in den Medien über steuerfinanzierte Behördenpropaganda? Informationspflicht oder Manipulation als Thema in der öffentlichen Debatte? Diskurs über die Abgrenzung zwischen PR und Journalismus in der Branche?</p>
<p>Iwo!</p>
<p>Die Karawane zieht weiter und bürstet den kurzfristigen Aufreger weg, der sowieso auf die Falschen zielte: Nicht die Verursacher sind zu tadeln, sondern die Empfänger. Die Medien hätten und haben es ursächlich in der Hand, die Spreu vom Weizen zu trennen.</p>
<p>Doch was schlägt Bärtschi vor? «Eine Beschränkung des Ausstosses auf die wichtigsten Informationen, einheitliche Standards für alle Kommunikationsstellen sowie die Schaffung eines Rats für Kommunikation, wie ihn heute selbst Insider der Verwaltung fordern.»</p>
<p>Mumpitz, geschätzter Simon Bärtschi, Blendgranaten! Statt sich der Aufgabe der Medien zu erinnern, appelliert er an Standards und fordert zur Beschränkung der Kommunikationsbürokratie noch mehr Bürokratie. Als ob die Behörden auf Geheiss irgendeines neu gegründeten Gremiums auf Kompetenzen verzichten würden, die sie einmal erhalten haben.</p>
<p>Ich habe mal gelernt, dass Journalismus ein Handwerk ist und kein Lieferservice aus Bern. Das offenkundige Malaise kann somit nur durch Arbeit und Transparenz behoben werden – etwa folgendermassen:</p>
<ol>
<li><strong>Schweizer Medien als Wächter der Demokratie</strong> nehmen ihren Auftrag ernst und lancieren eine auf die National- und Ständeräte fokussierte Kampagne mit dem Ziel, die Volks- und Standesvertreter an ihre Aufsichts- und Kontrollpflicht zu erinnern und dafür zu sorgen, dass mit politischen Vorstössen quer durch die Parteienlandschaft die Etats der Departemente und der Bundeskanzlei für öffentlichkeitsrelevante Aufgaben massiv beschnitten werden. Die Namen jener Parlamentarier, die sich einer Reduktion der Informationsflut des Bundes verschliessen, werden veröffentlicht. Initiiert wird die Kampagne von der Konferenz der Chefredaktoren (was tun die eigentlich?), den Branchenverbänden und –Organisationen und den Verlagen, denen es ja wohl nicht genügen kann, bloss Steigbügelhalter zu spielen.</li>
<li><strong>Schweizer Medien als vierte Gewalt im Staat</strong> etablieren eine nachvollziehbare Informationskultur in der Branche, die fallweise auch nachweist, in welchem Interesse welche Geschichte lanciert wurde. Wieso verweist die SonntagsZeitung bei einer Tourismusgeschichte lobenswert darauf dass die Reise von der Deutschen Zentrale für Tourismus unterstützt (und wahrscheinlich auch inspiriert) wurde – und wieso ziehen die Medienhäuser hier nicht mit durchgehenden Standards auch in andern Ressorts nach? Und wenn wir schon bei den Internas der Redaktionen sind: Wie wär’s mit einem Vertragszusatz, der nicht nur Modalitäten, Verhaltensweisen und Beziehungen zu Informanten regelt, sondern auch einen Kodex enthält bei einem Jobwechsel in eine öffentliche staatliche, kantonale oder kommunale Aufgabe?</li>
<li><strong>Schweizer Medien als Garanten des politischen und gesellschaftlichen Diskurses</strong> brauchen weniger Lippenbekenntnisse. «Mir wäre als Leser, Zuschauer und Verleger schon sehr viel geholfen, wenn es weniger schlechten und tendenziösen Journalismus gäbe», schrieb einst Michael Ringier. Den Worten wären einfach noch Taten beizufügen: In einer ernsthaften Aus- und permanenten Weiterbildung, einer steten Qualitätskontrolle und einer unablässigen kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen leidenschaftlichen Arbeit fänden sich Ansätze, dass die Medien ihre Aufgabe als eigenständige Plattformen zur Meinungsbildung und Partizipation des Souveräns erfüllen könnten. Und wenn sie dieses Zeitgeschehen, wie Pietro Supino verlangt, während sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr abdecken müssen, dann braucht es für 7/24 auch entsprechend genügend Personal.</li>
</ol>
<p>Das, lieber Simon Bärtschi, das wäre dann auch bienenfleissig. Bloss auf der richtigen Seite.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/">So wird die Behördenkommunikation auf ein sinnvolles Minimum beschränkt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chefredaktor am Sonntag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 21:48:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Spieler]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=12266</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Sonntagszeitung wurde bei der Gründung 1987 von einer wilden Redaktion gemacht, die Neues wagte und das Establishment aufwühlte. Dieser ehemalige Punk ist alt und fett geworden: Ängstlich um den Verlust jeden Lesers beliefert er den Mittelstand mit ganz schön langweiliger Durchschnittsware. Chefredaktor ist seit bald drei Jahren Martin Spieler, doch so richtig angekommen ist <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Chefredaktor am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sonntagszeitung wurde bei der Gründung 1987 von einer wilden Redaktion gemacht, die Neues wagte und das Establishment aufwühlte. Dieser ehemalige Punk ist alt und fett geworden: Ängstlich um den Verlust jeden Lesers beliefert er den Mittelstand mit ganz schön langweiliger Durchschnittsware. Chefredaktor ist seit bald drei Jahren Martin Spieler, doch so richtig angekommen ist er bis heute nicht: Statt wie ein Teil der Redaktion wirkt er wie ein verlängerter Arm des Verlags. Es fehlt der Zeitung nicht nur eine Digitalstrategie, sondern auch eine interne Kritikkultur, die frische Ideen zur Entfaltung bringen könnte.<br />
<span id="more-31160"></span><br />
<strong>Das Pensum</strong><br />
Was für einen Job hat eigentlich ein Mann mit folgenden Aufgaben?</p>
<ul>
<li>Moderator der wöchentlichen Sendung «BörsenTrend» auf Tele Züri</li>
<li>Moderator der wöchentlichen Sendung «Geld» auf Tele M1</li>
<li><del datetime="2013-01-31T08:38:47+00:00">Moderator der wöchentlichen Sendung «Geld» auf Tele 1</del> (eingestellt, wurde bis zum 26. Dezember 2012 ausgestrahlt)</li>
<li>Wirtschafts- und Börsenexperte für Radio- und TV-Stationen (auf Anfrage)</li>
<li>Verwaltungsrat der 3 Plus Group AG</li>
<li>Verwaltungsrat der Journalistenschule MAZ</li>
<li>Verwaltungsrat im «Club zum Rennweg» </li>
<li>Stiftungsrat der «Stiftung Pro Kloster Einsiedeln»</li>
<li>Präsident und Kassier der Konferenz der Chefredaktorinnen und -redaktoren</li>
<li>Dozent der Schweizer Journalistenschule MAZ</li>
<li>Dozent der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW</li>
<li>Dozent an weiteren Fachhochschulen</li>
</ul>
<p>Nun ja, er ist Chefredaktor der wöchentlich in acht Bünden erscheinenden «Sonntagszeitung», sein Name ist Martin Spieler. Er wohnt im Kanton Obwalden (Engelberg), ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Seine Nebentätigkeiten habe er «in letzter Zeit deutlich reduziert», schreibt Spieler auf Anfrage. Als Verwaltungs- und Stiftungsrat wende er 18 Stunden im Jahr auf, als Dozent 12 Stunden. Öffentliche Auftritte seien «durchaus im Interesse der Sonntagszeitung»: «Das gibt uns eine höhere Beachtung über den Sonntag hinaus und gehört zu meinen Aufgaben als Chefredaktor.»</p>
<p>Grundsätzlich gilt für alle redaktionell tätigen Mitarbeiter bei Tamedia, dass sie eigene Nebentätigkeiten in einer schriftlichen Erklärung offenlegen müssen: «Politische Mandate, leitende Funktionen in Parteien aber auch Mandate in Verwaltungs- oder Stiftungsräten sind grundsätzlich nicht zulässig, ausser es besteht eine Ausnahmebewilligung», schreibt die Pressestelle von Tamedia. Und weiter: «Es ist im Sinne der SonntagsZeitung, dass Martin Spieler als Chefredaktor öffentlich auftritt und sich zu aktuellen Fragestellungen äussert. Dies gilt auch für Auftritte an wichtigen Ausbildungsinstitutionen wie beispielsweise der Journalistenschule MAZ. Die Mandate bei der 3 Plus Group AG und beim Club zum Rennweg, die Martin Spieler bereits vor seinem Wechsel zur SonntagsZeitung ausübte, sind wie in unseren internen Richtlinien vorgesehen mit Tamedia abgesprochen und werden periodisch überprüft.»</p>
<p><strong>Die Redaktion</strong><br />
Der deutsche «Spiegel» sei die Messlatte für die Sonntagszeitung, sagte Martin Spieler In einem Interview mit dem «Schweizer Journalist» im März 2012; publizistisch formulierte er «einen ganz klaren Führungsanspruch»: «Wir wollen die beste, informativste, spannendste, unterhaltsamste Sonntagszeitung der Schweiz sein.» Es gelingt am ehesten bei der Information: Der in Bern angesiedelte Recherchedesk, eine Kooperation mit «Le Matin Dimanche», liefert jene Storys, die zu erwarten sind, wenn mal einigen Journalisten tatsächlich Zeit zur Recherche eingeräumt wird. Aufgedeckt wurde zum Beispiel ein <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=230577">Datendiebstahl im Nachrichtendienst des Bundes</a>.</p>
<p>Doch die damit zementierte, innerredaktionelle Zweiklassengesellschaft rief unter den Mitarbeitern viel Unmut hervor. Mittlerweile haben sich viele der in Zürich zurückgelassenen Kritiker daran gewöhnt und geniessen es, dass der Druck, am Sonntag eine Hammerstory zu liefern, nachgelassen hat, wenn die Titelseite mit Storys vom Recherchedesk besetzt wird.</p>
<p><em>Für diese Geschichte war nicht schwierig, Journalisten dazu zu bringen, etwas über Martin Spieler und die Situation der Sonntagszeitung zu sagen. Öffentliche Aussagen wollte jedoch nicht einer tätigen. Das hat zu tun mit dem allerwichtigsten Wert in der Sonntagszeitung-Redaktion: Loyalität. Wer nicht zu 100 Prozent loyal ist (natürlich gegen oben), hat keine Chance auf eine Beförderung. Das mag in vielen Firmen so sein, doch Journalismus ist ein Wettkampf unabhängiger und auch unkonventioneller Geister um die besten Recherchen, Ideen und Formulierungen. Es läuft selten lange gut, wenn das freie Wort nicht gefördert wird und am Ende immer nur die Chefs recht haben.</em></p>
<p>Während in Bern in aller Ruhe recherchiert wird, macht die Redaktion in Zürich einen unmotivierten, unterforderten Eindruck: Unzufriedenheit herrscht, Langeweile, Alltagstrott. Dafür verantwortlich ist einerseits eine unbewegliche Personalstruktur, die kaum frische Kräfte in Führungspositionen kommen lässt, andererseits die nicht vorhandene Streitkultur. «An den Redaktionssitzungen wird kaum je ein Text kritisiert», erzählt jemand aus der Redaktion. «Es fehlt an der Kritikkultur, es ist immer alles gut an den Blattkritiken», jemand anders. Und eine weitere Stimme: «Bei der grossen Redaktionssitzung wird viel gelobt, vor allem von Seiten der Führung. Am meisten lobt Spieler.» Über das Loben an sich schrieb Constantin Seibt <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/1592/kusse-des-todes-wie-sie-einen-journalisten-abschiessen-konnen/">vor ein paar Monaten</a>: «Lob bringt – gehäuft verabreicht &#8211; jeden Produktionsmotor ins Stottern».</p>
<p>Spieler selbst sieht das freilich anders, auf Anfrage schreibt er: «Die Stimmung in der Redaktion der Sonntagszeitung ist positiv inspirierend, konstruktiv und ich lade die Kolleginnen und Kollegen immer wieder ein, offen und auch kritisch zu diskutieren. Das ist jederzeit problemlos möglich.» Immerhin herrscht ein freundlicher, ein netter Ton vor im Umgang miteinander, was durchaus Spielers positivem Einfluss zugerechnet werden darf. Die vordergründig harmonische Stimmung kann aber nicht über die Konkurrenz von Einzelkämpfern im Redaktionsalltag hinwegtäuschen, die zum Teil eher gegeneinander als miteinander arbeiten. Viele würden gerne den Job wechseln, doch der Stellenmarkt ist derzeit ausgetrocknet. Spieler schreibt weiter: «Auch als Arbeitgeber ist die Sonntagszeitung attraktiv, was in einer im Vergleich zu anderen Zeitungen sehr geringen Fluktationsquote zum Ausdruck kommt sowie in der Tatsache, dass es uns problemlos gelingt, die besten Talente des Landes bei uns zu halten und neue zu gewinnen.»</p>
<p>Sieht man von einigen Highlights im Fokus, im Sport und im Wissen ab, füllen die personell gut dotierten Ressorts ihre Bünde uninspiriert ab, die hinteren Teile der Zeitung funktionieren vor allem als Werbetransporter. Eine Pauschalkritik, gewiss, doch den guten Voraussetzungen zum Trotz bleiben die leichteren Bereiche rund um Kultur und Freizeit mehrheitlich furchtbar uninteressant &#8211; kein Wunder, wenn einem der Chef jede Woche bescheinigt, tolle Arbeit abzuliefern. Gemessen werden sollten die gelieferten Inhalte nicht an der diesbezüglich ebenso wenig überzeugenden Konkurrenz, sondern an dem, was die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» oder die «Welt am Sonntag» in diesen Bereichen bieten. Viele Mitarbeiter sind schon seit Jahren, seit Jahrzehnten an unveränderter Position, ganz neue Impulse sind von ihnen nicht mehr zu erwarten.</p>
<p><strong>Die Primeurs</strong><br />
Auf der Titelseite werden wie bekannt und gewohnt Primeurs (Scoops) gebolzt. Statt sich mit allgemein bekannten Fakten auseinanderzusetzen, die an sich skandalös genug wären, präsentiert die Sonntagszeitung lieber bedeutungsarme Detailnews oder «Geheimpapiere». Der Leser wird so jeden Sonntag mit einer Reihe neuer Faktendetails konfrontiert, die insgesamt ein zerstückeltes Bild ergeben. Wer dieses kleinteilige Allerlei an Neuigkeiten verwirrt, hat Pech gehabt: Die Sonntagszeitung wird nicht für die Leser geschrieben, sondern für die anderen Journalisten. Es geht um die Zahl der Zitierungen. Ob man seinen Satz <a href="https://www.facebook.com/photo.php?v=10150395660494817&#038;set=vb.253727174674740&#038;type=2&#038;theater">«Ich freue mich auf Ihre Meinung»</a> jemals ernst nehmen konnte, bleibt fragwürdiger denn je.</p>
<p>So ist an Redaktionskonferenzen nicht etwa der Inhalt oder die Form der Texte Thema, sondern, welches Medium welche Geschichte wie aufgenommen hat. Zitiert eine Zeitung nicht konkret («wie die Sonntagszeitung schreibt»), sondern allgemein («wie aus der Sonntagspresse zu erfahren ist»), kann der sonst so versöhnliche Chefredaktor auch mal richtig wütend werden. «Es kommt nur auf die Primeurs an, und wie oft Dein Name in der Zeitung steht. Wichtig ist sogar die Reihenfolge der Namen in der Verfasserzeile», ist aus der Redaktion zu hören.</p>
<p>Diese Jagd nach Primeurs führt zu bedeutungs- und folgenlosen Geschichten, in denen irgendein aktuelles Ereignis hochgeschrieben wird zu einem «Skandal», in Folge dem gewichtige Stimmen fordern, das müsse «Konsequenzen» haben. Als Beispiel der Text <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=203574">«Allianz für ‹Lex Weltwoche›»</a> vom 15. Januar 2012: Sechs Parteichefs liessen sich in diesem Fall von drei Journalisten überzeugen, dass die Eigentumsverhältnisse von Roger Köppels «Weltwoche» keinesfalls privat bleiben dürften («Ziel ist es, kommende Woche eine gemeinsame Erklärung zu verfassen und die ‹Weltwoche› derart unter Druck zu setzen, dass sie auch allfällige Darlehensbürgschaften offenlegen muss.»). Die Folgen: Keine. Sie sind nach wie vor privat.</p>
<p>Die Chefredaktion scheut auch nicht, sich Exklusives vertraglich zuzusichern, manchmal auch nur, damit die Konkurrenz nichts davon hat. Beispielsweise wurde die Exklusivität eines (langweiligen) <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/wirtschaft/artikel-detailseite/?newsid=240255">Interviews mit Roberto Martullo</a> mit einer <a href="https://twitter.com/JrgAuf/status/289737116617940992">«Vereinbarung»</a> geschützt:</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p>Neu: Blocher-Schwiegersohn Martullo verweigert an einer Medienkonferenz Interviews: Er habe eine Vereinbarung mit der SoZ unterzeichnet!</p>
<p>&mdash; Jürg Auf der Maur (@JrgAuf) <a href="https://twitter.com/JrgAuf/status/289737116617940992">January 11, 2013</a></p></blockquote>
<p>Man mag sich über eine solche Vorgehensweise ärgern, doch über magere Inhalte kann keine Vereinbarung hinwegtrösten.</p>
<p><strong>Der Chef</strong><br />
Die Führung von Spieler wird als «etwas emotionslos» beschrieben. Wer sich einen seiner routiniert heruntergeratterten Monologe für die Lokalsender ansieht, wird verstehen, was gemeint sein könnte. Positiv erwähnt werden die zwischenmenschlichen Fähigkeiten von Spieler, insbesondere im persönlichen Gespräch. Tatsächlich kann kaum jemand der Redaktoren viel sagen über die Zusammenarbeit mit ihm &#8211; weil er so oft abwesend ist; mit ein Grund dafür, dass Spieler in der Redaktion nur über wenig Rückhalt verfügt. Einige Redaktoren nehmen ihn wahr als verlängerten Arm von Tamedia-Verleger Pietro Supino. Als tatsächlicher Chef in der Redaktion wirkt sein Stellvertreter, Simon Bärtschi, ist dieser doch, anders als Spieler, von Dienstag bis Samstag auf der Redaktion anwesend.</p>
<p>Geführt wird die Sonntagszeitung hierarchisch. Die Chefredaktion redet mit den Ressortleitern, die Ressortleiter reden mit den Journalisten. Direkten Kontakt gibt es wenig. Anliegen von unten nach oben durchlaufen die ordentlichen Stufen, die Entscheidungswege sind lang. Wer etwas erreichen will, ist gezwungen, Umwege zu gehen, ist doch weder das offene Wort noch die schnelle, unkomplizierte Lösung eine Option. In der Folge verbringt das Kader viel Zeit an Sitzungen. Es besteht kein Klima, in dem gute Ideen rasch umgesetzt werden können.</p>
<p><strong>Der Journalist</strong><br />
Was macht Spieler publizistisch? Vor allem eher uninspirierte, eher nicht so kritische Interviews. Und Editorials: Zuletzt forderte er ein zentrales Waffenregister und kritisierte Bundespräsident Maurer hart dafür, dass er sich die Freiheit nimmt, der «Arena» keinen angeblich traditionellen Besuch abzustatten («Gestatten Sie Herr Bundespräsident: Worauf haben Sie denn Lust, wenn Ihnen so vieles, das zu Ihrem Amt gehört, gar nicht behagt?»). <a href="http://www.martinspieler.ch/die-freiheit-im-internet-gilt-es-zu-verteidigen/20121202">Am 2. Dezember 2012</a> stellte er Google wie einen Dieb dar («sich bei journalistischen Texten einfach bedienen und ohne Gegenleistung gewerblich nutzen»), obwohl Google (so wie Zeitungen) nur zitiert und keine Urheberrechte bricht. Flankiert wurde das peinliche Editorial von einem Interview mit Marc Walder, der auf Vorlage von Spieler ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger forderte («Ich will dem Verband nicht vorgreifen, aber ich bin klar dafür»). Rainer Stadler von der NZZ <a href="http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/hassobjekt-google-1.17866884">quittierte folgerichtig</a>: «Der Journalismus würde intelligentere Interessenvertreter verdienen.» Eine Kolumne von David Bauer zum Leistungsschutzrecht steht nach wie vor in der <a href="http://www.davidbauer.ch/2012/11/25/eine-leistung-die-es-zu-schutzen-gilt/">Originalversion</a> und in der <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/multimedia/kolumne-bauer/kolumne-bauer-detailseite/?newsid=236003">SoZ-Version</a> online, da kann sich jeder selbst ein Bild machen.</p>
<p>Um das durch seine Bildschirmpräsenz über Jahre zementierte Image als Geldonkel aus dem Lokalfernsehen zu überwinden, reagierte er letztes Jahr und startete eine umtriebige Kommunikationsoffensive, mit angriffigen Texten und «Arena»-Auftritten. «Aber er hat einfach nichts zu sagen», so ein Journalist, der lieber anonym bleiben möchte. Dagegen Spielers Selbsteinschätzung: «Dass ich sehr viel Energie und auch Spass an meiner Tätigkeit als Chefredaktor der Sonntagszeitung habe, sehen Sie auch in der Tatsache, dass ich zu den publizistisch aktivsten Chefredaktoren des Landes gehöre und trotz meiner Führungsfunktionen nach wie vor selbst viele Interviews, Artikel und Kommentare in der Sonntagszeitung verfasse.»</p>
<p>Kein Problem hat der Chefredaktor der Sonntagszeitung, klassische PR-Berichte anzusagen, sogenannte «KMU-Porträts». <a href="https://www.youtube.com/watch?v=JWOJOz3UWms">Dieser Beitrag</a> lief 2012 auf Tele M1:</p>
<p><iframe loading="lazy" width="450" height="253" src="https://www.youtube.com/embed/JWOJOz3UWms" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Zu seinen Nebentätigkeiten schrieb uns Spieler: «Ein Interessenkonflikt gibt es nicht: Alle meine Tätigkeiten am TV oder im Radio erfolgen immer in meiner Funktion als Chefredaktor der Sonntagszeitung.»</p>
<p><strong>Der Blogger</strong><br />
Unter <a href="http://www.martinspieler.ch/">martinspieler.ch</a> führt Spieler einen «Schweizer Wirtschaftsblog», in den er regelmässig eigene Texte kippt (zuletzt meist seine Editorials). Kommentieren kann man die Einträge, nur werden seit über einem Jahr keine Kommentare mehr freigeschaltet. Der <a href="http://www.martinspieler.ch/ubs-muss-obergrenze-fur-risiken-boni-und-verluste-einfuhren/20110919/comment-page-1#comment-16076">letzte freigeschaltete Kommentar</a> stammt vom 24. September 2011.</p>
<p><strong>Das Internet</strong><br />
Die Zeitung ist auch ohne Internet erfolgreich, war bisher die Losung. Der Text <a href="http://www.davidbauer.ch/2010/12/28/online-strategie-sonntagszeitung/">«Die SonntagsZeitung: Ein Print-Riese im digitalen Tiefschlaf»</a> von David Bauer aus dem Dezember 2010 ist nach wie vor gültig. Die aktuelle Situation ist dennoch erschreckend. Die altertümlich wirkende Website lädt nicht ein zum Besuch und hat sich, zumindest zahlenmässig, kaum entwickelt. Besuchten im Februar 2004 66’000 Unique Visitors die Website (92’596 Visits), waren es im Dezember 2012 90’000 Unique Visitors (174’519 Visits). Die iPad-Version der Sonntagszeitung kämpfte <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/05/jeden-sonntag-das-gleiche-theater/">letztes Jahr</a> mit grossen technischen Problemen, nach wie vor ist die Gesamtbewertung der App im iTunes-Store vernichtend. 598 von aktuell 969 Bewertungen (Stand: 24. Januar) stufen die von Goldbach Media erstellte App mit einem von fünf möglichen Sternen ein, das sind über 60 Prozent. Ist es aktuell besser? Nein. Von den letzten elf Kommentaren («werde das Abo nicht verlängern, das wäre schlicht Geldverschwendung», «die App ist sehr instabil und nervt mehr als sie nützt», «ist schon eine Frechheit, dass man für sowas bezahlt») bewerten neun mit einem Stern («Gefällt mir gar nicht»), lediglich zwei verleihen zwei Sterne («Gefällt mir nicht»).</p>
<p><strong>Der Netzwerker</strong><br />
Als Spieler mit der Führung der Sonntagszeitung betraut wurde, war das für viele eine grosse Überraschung, war sein Name doch nie im Gespräch. Tamedia hat ihn wohl ausgesucht wegen seiner Loyalität, aber auch aufgrund seiner guten Kontakte zur Wirtschaft. Diese seien jedoch überschätzt, ist zu hören, denn weit über den «Club am Rennweg» gingen sie nicht hinaus («zu den wirklich wichtigen Leuten hat er null Draht»). Trotzdem bleibt er ein typischer Netzwerker &#8211; wovon die Zeitung insgesamt profitiert, worunter das Wirtschaftsressort manchmal leidet.</p>
<p><strong>Die Erfolge</strong><br />
Martin Spieler, von 2004 bis 2010 für die Handelszeitung verantwortlich, seit 2010 für die Sonntagszeitung, kann Erfolge bei den Auflagen ausweisen. Allerdings profitiert er von übernommenen Lesern, in der Vergangenheit und in der Zukunft. So konnte die Handelszeitung 2007 nach dem Ableben von Cash <a href="http://www.axelspringer.de/presse/HANDELSZEITUNG-ab-sofort-groesste-Schweizer-Wirtschaftszeitung_35340.html">27’000 Abonnements übernehmen</a>.</p>
<p>Die «verkaufte Auflage», nach den jeweiligen <a href="http://www.wemf.ch/d/unternehmen/archiv/Auflagebulletins.php:">WEMF-Auflagebulletins</a>:</p>
<p><strong>2004:</strong> nicht online verfügbar<br />
<strong>2006:</strong> Handelszeitung: 30&#8217;776, Sonntagszeitung: 201&#8217;358<br />
<strong>2008:</strong> Handelszeitung: 45&#8217;190, Sonntagszeitung: 202&#8217;141<br />
<strong>2010:</strong> Handelszeitung: 40&#8217;822, Sonntagszeitung: 188&#8217;658<br />
<strong>2012:</strong> Handelszeitung: 36&#8217;689, Sonntagszeitung: 175&#8217;882</p>
<p>Seit dem 2. September 2012 erhalten rund 36‘000 «Bund»-Abonnenten die Sonntagszeitung, und auch die 62&#8217;707 Abonnenten der Basler Zeitung (gemäss WEMF 2012) werden ab dem 3. März 2013 die Sonntagszeitung erhalten, wonach die Auflage wohl in die Nähe von 250’000 Exemplaren kommen wird. Wer rechnen kann, und Tamedia kann rechnen, sieht, dass die Sonntagszeitung unter Spieler an Auflage verliert. Während die direkte Konkurrenz, die NZZ am Sonntag, <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/07/warum-die-nzzas-gewinnt/">zulegt</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Chefredaktor am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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