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	<title>Tito Tettamanti | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 Sep 2019 15:22:16 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Basler Zeitung: Schlachtplan Zufall</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/21/basler-zeitung-schlachtplan-zufall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 14:11:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Rolf Bollmann]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Anteilseigner der Basler Zeitung ist Christoph Blocher seit Mitte 2014 offiziell ein Zeitungsverleger. Auch wenn sein Einstieg in die Medien von vielen Rückschlägen begleitet und mehr zufällig erfolgt als sorgfältig geplant war, bahnt sich der Wille, Schweizer Medien zu beherrschen und zu beeinflussen, einen Weg. Als roter Faden zieht sich die konsequente Vermeidung von <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Anteilseigner der Basler Zeitung ist Christoph Blocher seit Mitte 2014 offiziell ein Zeitungsverleger. Auch wenn sein Einstieg in die Medien von vielen Rückschlägen begleitet und mehr zufällig erfolgt als sorgfältig geplant war, bahnt sich der Wille, Schweizer Medien zu beherrschen und zu beeinflussen, einen Weg. Als roter Faden zieht sich die konsequente Vermeidung von Transparenz durch die bisherigen Aktivitäten; eine fragwürdige Vorgehensweise in einer Branche, deren Produkt die Schaffung von Transparenz ist.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/basler-zeitung-schlachtplan-zufall/">Basler Zeitung: Schlachtplan Zufall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Vergesst Stilnoten, Trefferpunkte zählen!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/16/vergesst-stilnoten-trefferpunkte-zaehlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Schär]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Nov 2012 13:36:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Mainstream]]></category>
		<category><![CDATA[Constantin Seibt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt Holding AG]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Constantin Seibt bot jüngst mit seiner fulminanten Rede gegen Weltwoche und Basler Zeitung bestes Anschauungsmaterial dafür, dass es Journalisten braucht, die mit unbequemen Fakten und Thesen zum Widerspruch herausfordern. Anders als Seibt es wahrhaben will, tragen auch die kritisierten Blätter zum publizistischen Wettbewerb bei. Wer sie als «Anti-Mainstream» abtut, macht es sich zu einfach. – <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/16/vergesst-stilnoten-trefferpunkte-zaehlen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Constantin Seibt bot jüngst mit seiner fulminanten Rede gegen Weltwoche und Basler Zeitung bestes Anschauungsmaterial dafür, dass es Journalisten braucht, die mit unbequemen Fakten und Thesen zum Widerspruch herausfordern. Anders als Seibt es wahrhaben will, tragen auch die kritisierten Blätter zum publizistischen Wettbewerb bei. Wer sie als «Anti-Mainstream» abtut, macht es sich zu einfach. – Anmerkungen eines Betroffenen.<br />
<span id="more-11490"></span><br />
«Zwei Standpunkte, zwei Meinungen, zwei Welten» kollidieren jeden Montagabend auf Radio 1: <a href="http://www.radio1.ch/de/podcasts/podcast-roger-gegen-roger.html" target="_blank">Bei «Roger gegen Roger»</a> duellieren sich Köppel und Schawinski auf Augenhöhe und öfter mal unter der Gürtellinie, sodass es für ein harmoniebedürftiges Thurgauer Gemüt kaum zum Aushalten ist. Wer den Fight gewinnt, kann jeder selber entscheiden; die Funken, die im Clash der Fakten, Argumente und, ja, Welten sprühen, erhellen aber alle mit ein bisschen Erkenntnisgewinn. «Roger gegen Roger» ist deshalb – wie einst die «Arena» mit «Peter (Bodenmann) gegen Christoph (Blocher)» – das derzeit wichtigste und wertvollste Gefäss des Schweizer Politjournalismus.</p>
<p>Zwei Welten prallten auch zusammen, als die Medienvielfalt Holding letzten Freitag zum Podium bat. Über «Die Rolle der Medien in der Demokratie» sprachen der SRF-Direktor, der NZZ-Chefredaktor und <a href="http://www.weltwoche.ch/die-weltwoche/details/article/die-rolle-der-medien-in-der-demokratie.html" target="_blank">der Weltwoche-Verleger</a>; Medienprofessor Vinzenz Wyss höhnte angesichts dieser Top-Besetzung aus Gründen, die sich nur ihm erschliessen, über eine «dubiose Veranstaltung». Und Tito Tettamanti, der für seine Bücher und Tagungen seit je die stärksten Köpfe aus dem ganzen Spektrum sucht, stellte auch den schärfsten Kritiker aufs Podest: Constantin Seibt bot brav, was von ihm zu erwarten war – <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/1769/presse-demokratie-und-meinung-eine-rede-vor-den-aktionaren-und-freunden-der-basler-zeitung/" target="_blank">eine brillante Rede</a>, mit der er die Gastgeber frontal angriff.</p>
<p>Tettamanti, wie ich ihn (flüchtig) kenne, auch Köppel und Somm, wiewohl als «Prediger» verhöhnt, freuten sich vermutlich, dass ihnen der Sohn eines Unternehmensberaters Denkanstösse zur Profitmaximierung in Politik und Publizistik gab: Über die Mittel und die Methoden, wie sie Meinungsvielfalt herstellen oder auch nur ihre Meinung verbreiten wollen, müssen sie wirklich nachdenken. Dass sie ein Problem haben, wissen sie selber wohl am besten.</p>
<p>Dieses Problem zeigten gerade die Reaktionen auf die Provokation. Dass laut Vinzenz Wyss «betretenes Schweigen» und «dicke Luft» herrschten, kann zwar auch an seiner Wahrnehmung liegen: Die Medienprofessoren wünschen sich den demokratischen Streit ja möglichst dezent. Und wer, bitte, hätte spontan bei dieser Breitseite dagegenhalten können? Dass die NZZ den Clash nur als <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/sorge-um-die-branche-und-ein-hahnenkampf-1.17784440" target="_blank">«Hahnenkampf» und als «Gezänk zwischen Selbstgerechten»</a> würdigen konnte, stimmt dagegen nachdenklich. Und was «eine bekannte, politisch und wirtschaftlich gutfreisinnig vernetzte Frau» bei der Rede von Seibt ihrem Tischnachbarn ins Ohr flüsterte, sodass es <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_45/schweiz/480301/gipfeltreffen-schweizer-medienfuersten.htm" target="_blank">die Tageswoche mitbekam</a>, beleidigt die Gastgeber in ihrer Liberalität: «Der ist aber wahnsinnig mutig.»</p>
<p>Vor allem: Über diesen wahnsinnigen Mut, dass er es ihnen gesagt hatte, brach auf Twitter und Facebook der Jubel aus – am lautesten von jenen Leuten, die die Weltwoche jüngst als Inquisition verdammten, weil sie zu ein paar unfehlbaren Professoren Fragen zu stellen wagte. Das berührte mich als Fachmann für Denk- und Schreibverbote seit meiner Jugend als rötestes Tuch im Thurgau etwas eigenartig. Darum dieser Text: keine Replik, weil es für mich wenig zu replizieren gibt, einfach Anmerkungen eines Betroffenen. Ich dachte beim Schreiben mit Hochachtung an meinen Vater, der in den Sechzigerjahren als freisinniger Sekundarlehrer die «nonkonformistische» Zürcher Woche von Wollenberger &amp; Co. las, um sich aufzuregen.</p>
<p>Die medialen Parallelwelten, die Seibt in den USA erkennt und in der Schweiz voraussagt, gab es hierzulande seit je – während mehr als drei Vierteln unserer 200-jährigen Mediengeschichte. Im Thurgau, wie fast überall im Land, erklärte jeder Partei, jeder Konfession und jedem Kaff ein eigenes Blättchen die Welt. Aber immerhin kämpften die Exponenten dieser Parallelwelten um die einzig wahre Sicht. So schlug der legendäre AZ-Redaktor Ernst Rodel lustvolle Schlachten mit dem lokalen Kontrahenten Oberthurgauer in Arbon und der kantonalen Konkurrenz Thurgauer Zeitung in Frauenfeld und stürzte, dank Indiskretionen eines Thurgauer SP-Nationalrats, den freisinnigen Nationalbankpräsidenten. Diese Schlachtordnung hielt im Thurgau bis ins 21. Jahrhundert, also bis Tamedia und St. Galler Tagblatt die Thurgauer Blätter übernahmen. Als ich 1975 nach der Matur bei der TZ ein Volontariat machte, sagte mir der SVP-Chefredaktor über den gemeinsamen Schreibtisch hinweg: «Es tut mir Leid – wenn Sie mit der SP sympathisieren, kann ich Sie nicht anstellen.» Ich konnte also im Thurgau nicht als Journalist arbeiten, nur 1984 die Thurgauer AZ beerdigen helfen, weil es die Parallelwelt des roten Arbon nicht mehr gab.</p>
<p>In höher entwickelten Gebieten setzte sich schon damals statt den Parteiblättern die Forumszeitung durch. Sie sollte den Meinungsstreit internalisieren, also in einem Blatt anstreben, was Seibt als die Aufgabe der Presse bezeichnet: «Mal recht, mal schlecht einen Mainstream herzustellen: eine holprige, vage, aber dennoch brauchbare Einigung über Fakten und Einschätzungen, aufgrund derer man debattieren kann.» Dieser Mainstream dümpelte aber nicht in der Mitte, sondern bei immer mehr Blättern links davon. Wenn er noch um Meinungen stritt, dann von NZZ bis WOZ unisono als Anti-Parteiblatt gegen Blochers SVP. Und er erliess dabei seine eigenen Denkverbote.</p>
<p>Deshalb war die Weltwoche von Roger Köppel ab 2002 eine solche Sensation – auch für mich. Ich hatte in den Neunzigerjahren meine Erfahrungen mit Denkverboten vertieft, als Freier mit Redaktionsbeamten beim Tages-Anzeiger und als Provinzpolitiker mit der SPS unter Ursula Koch. Und ich hatte von meiner inzwischen verstorbenen Frau erfahren, was in der realen Welt der Asylantenbetreuer, Amtsvormünder und Fürsorger, aber nicht in den Medien stattfand.</p>
<p>Darüber schrieb ich in der Weltwoche. Eine Geschichte über die Asylindustrie löste 2002 einen Proteststurm aus, samt heute nicht mehr denkbaren Blogkommentaren von Bundesamtsdirektor Jean-Daniel Gerber oder Nationalrätin Regine Aeppli, und brachte mir eine Rüge des Presserates ein, weil ich zwar die Jahresberichte aller Hilfsorganisationen ausgewertet und einen einstündigen Monolog des SRK-Zuständigen erduldet, aber keine Stellungnahme der – gar nicht direkt angegriffenen – Flüchtlingshilfe eingeholt hatte. Inzwischen stellt auch Bundesrätin Sommaruga fest, dass die Anreize im Schweizer Asylwesen kreuzfalsch sind. Eine Geschichte zum Schleudertrauma führte 2005 zu einer Ehrverletzungsklage samt persönlicher Betreibung auf zwei Millionen, die Folgegeschichten in Facts und SonntagsZeitung trugen mir je eine erfolgreiche Presseratsbeschwerde von Anwälten aus der Schleudertrauma-Industrie ein. Die Sicht von Prof. Erwin Murer, der ich zu Publizität verhalf, gilt jetzt am Bundesgericht. Und die Folgen der Geschichten zur Sozialhilfe – auch zum kriminellen 13-jährigen Roma-Mädchen von Rüschlikon, das ich bei mir zuhause kennengelernt hatte –, die Kollege Alex Baur mit noch härteren Fakten weiterführte, sind bekannt.</p>
<p>Schrieb ich also Geschichten, «bei denen man das Gefühl hat, man müsse sie erst persönlich nachrecherchieren», wie Seibt behauptet (der bekanntlich keinen gesteigerten Wert auf Recherche legt)? Blödsinn, die aufwendig recherchierten Fakten missfielen, deshalb musste man sie mit wohlfeilem Protestgeheul wegen der Wertungen übertönen. Die Aufregungen dieses Jahres wegen BaZ und Weltwoche kamen mir als Aussenstehendem denn auch einigermassen vertraut vor: Ging es nur um den untolerierbaren Stil, als die Gutmenschen in Einheitsfront die Verbalattacken von Urs Paul Engeler auf Hildebrand verurteilten, sich über das Titelbild für die Roma-Geschichte erregten oder den Begriff «Irrlehren» wegen seiner historischen Belastung verdammten, auch wenn sie bis dahin «Inquisition» kaum buchstabieren konnten? Die Antwort gab – unfreiwillig – der coole Rechercheur Hansjürg Zumstein: In seinem preisgekrönten Dokfilm zum Fall Hildebrand bestätigte er die Darstellung der Weltwoche vollumfänglich – die distinguierten Kollegen schwiegen ihn tot. Nicht der Stil störte sie also, sondern die Fakten.</p>
<p>Dass der Mainstream nicht zur Meinungsvielfalt, geschweige denn zur Wahrheitssuche im Widerstreit der faktengestützten Argumente führt, kann Seibt im eigenen Blatt besichtigen. Res Strehle – den Köppel als brillanten, auch als Marx-Exeget liberalen Journalisten zum Magazin holte – führte zwar ein, was Ex-TA-Redaktor Richard Aschinger in seinem Büchlein über die Medienlandschaft Schweiz angewidert feststellt: «Auf der Meinungsseite des ‚Tages-Anzeigers’ scheint heute fast alles möglich. Und das Gegenteil auch.» Bei vielen Themen – es folgt nur eine kleine Auswahl, wo ich mich auskenne – ist aber beim TA noch heute nur eine Meinung möglich: Er feiert Studien von Avenir Suisse auf der Frontseite, wenn sie seine Weltsicht bestätigen (Raumplanung), und schweigt sie tot, wenn nicht (PK, Steuern, Service public). Er dient als Sprachrohr für die Schleudertrauma-Industrie und nimmt dabei selbst Bundesgerichtsurteile nicht zur Kenntnis. Oder er gibt ungefiltert wieder, was die Klimaforscher-Kollegen des alleinzuständigen Redaktors predigen – ausser wenn eine ihrer Studien den Konsens infrage stellt.</p>
<p>Die Medien müssten die Meinungsvielfalt «nicht notwendigerweise im eigenen Organ» gewährleisten, sagte Köppel an der Veranstaltung der Medienvielfalt Holding. Während es für einen Anzeiger mit Forum-Anspruch etwas peinlich ist, wenn er Fakten und Argumente ausblendet, könnte es sich die Weltwoche also leisten, wie einst ein Parteiorgan eine Linie durchzuziehen. Die Gefahr, dass Parallelwelten entstehen wie in den USA oder bis 1980 in der Schweiz, erscheint mir klein. Noch löst jedes Provokatiönli zuverlässig landesweit Protestgeheul aus. Und während in der Ära der medialen Parallelwelten nur deren Exponenten debattierten, diskutiert heute dank Social Media mit, wer will (sogar subalternes Personal wie hier, ohne Absprache übrigens). Wie meine persönlichen Beispiele zeigen, lässt sich über die Jahre durchaus etwas bewegen. Gefürchtet ist die Weltwoche nicht wegen ihrer Provokationen oder «wegen des engen Bündnisses mit dem reichsten Politiker des Landes», wie Seibt behauptet, sondern wegen ihrer Fakten – vor allem jener von Urs Paul Engeler, der in seinem Vierteljahrhundert in Bern mehr aufdeckte als alle anderen Bundeshäusler zusammen.</p>
<p>Aber Köppel sagte im selben Satz auch, es brauche die Meinungsvielfalt «mit Blick auf die Öffentlichkeit in einem Land». Deshalb sollte er – und vor allem Markus Somm als Chef eines bisherigen Monopolblatts – es den Protestlern nicht so leicht machen, sein Blatt als langweilig, weil berechenbar abzutun oder wegen seines Stils anzugreifen, um von den Fakten abzulenken. «Roger gegen Roger» genügt nicht als Grundversorgung für das Debattenduell in diesem direktdemokratischen Land. Wir brauchen mehr solchen Catch-as-catch-can, bei dem es nicht um Stilnoten, sondern um Trefferpunkte geht, also mehr Journalisten wie Constantin Seibt, der auch einem Gastgeber seine Meinung zumutet, oder wie NZZ-Inlandchef René Zeller, der sich als «muntere freisinnige Kampfmaschine» (Jean-Martin Büttner) ins Getümmel stürzt.</p>
<p>Obwohl älter als Seibt, habe auch ich 1968 verpasst und das mit der Dialektik nach Hegel und Marx nie richtig gelernt. Aber immerhin so viel begriffen: Evolution geschieht nur im Wettbewerb. Also wenn Thesen auf Antithesen prallen und die Erkenntnisfunken sprühen. Und nicht, wenn sich Mainstream und Anti-Mainstream bockig gegenüberstehen und nichts mehr austauschen ausser Protestgeheul.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/16/vergesst-stilnoten-trefferpunkte-zaehlen/">Vergesst Stilnoten, Trefferpunkte zählen!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Das Kreuz mit dem Druck</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/12/21/das-kreuz-mit-dem-druck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 16:16:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[AZ Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Birkhäuser]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wanner]]></category>
		<category><![CDATA[Druck]]></category>
		<category><![CDATA[Druckerei]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Christoph Blocher trägt das Risiko für das defizitäre Druckgeschäft der Basler Zeitung. Ein möglicher Weg in die Gewinnzone führt über eine Kooperation. Blochers Wunschpartner wären die AZ Medien. Nun haben aber die Aargauer ihr Powerplay am Rheinknie mit einer neuen Tageszeitung verstärkt. Damit stehen die Zeichen auf Konkurrenz und nicht auf Kooperation. In Basel macht <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/21/das-kreuz-mit-dem-druck/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/12/logo_baz.jpg" alt="" width="120" height="123" /> Christoph Blocher trägt das Risiko für das defizitäre Druckgeschäft der Basler Zeitung. Ein möglicher Weg in die Gewinnzone führt über eine Kooperation. Blochers Wunschpartner wären die AZ Medien. Nun haben aber die Aargauer ihr Powerplay am Rheinknie mit einer neuen Tageszeitung verstärkt. Damit stehen die Zeichen auf Konkurrenz und nicht auf Kooperation.<br />
<span id="more-28961"></span><br />
In Basel macht man mit der Medienvielfalt ernst. Bald fühlen sich ältere Baslerinnen und Basler, die noch eine Stadt mit zwei Tageszeitungen erlebt haben, an die Zeiten vor 1977 erinnert. Damals begründete die erste Zeitungsfusion der Schweiz eine seither nie versiegte Hassliebe der Basler zum neu erstandenen Monopolblatt BaZ. Als Folge des anhaltenden Debakels um die Besitzverhältnisse der Basler Zeitung erscheint seit Ende Oktober die TagesWoche. Und jetzt nutzt auch Peter Wanner, der Verleger der Aargauer Zeitung, die Gunst der Stunde. Er lanciert im Januar am Rheinknie <a href="http://www.suedostschweiz.ch/politik/basel-erhalt-neue-zeitung-aus-dem-aargau" target="_blank">eine Basler Ausgabe der Basellandschaftlichen Zeitung bz</a>. Wanner erhöht damit <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/01/vom-aargau-uber-liestal-an-den-rhein/" target="_self">seinen Druck auf die BaZ</a> weiter: Seit September erscheint bereits eine Basler Ausgabe des «Sonntag» und seit November eine bz-Grossauflage.</p>
<p>Das Powerplay der Aargauer passt nicht ins bisherige Konzept von Christoph Blocher. Er garantiert mit seinen Millionen für den defizitären Druckbereich und hält so den neuen Eigentümern um Tito Tettamanti den Rücken frei. Ohne Blochers Zusage wäre Tettamanti nicht eingestiegen: «Ich brauchte die Garantie von Blocher. Denn ich will das Risiko für die Druckerei nicht übernehmen», sagte der Geschäftsmann vor drei Tagen im Interview des Sonntag. Blocher hatte in der Vergangenheit eine <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/news/standard/Christoph-Blochers-Plan-fuer-die-Sanierung-der-Basler-Zeitung/story/21575626" target="_blank">Kooperation mit den AZ Medien favorisiert</a>. Davon erhoffte er sich unter anderem die Lösung seines grössten Problems: Mit der Drucksparte aus den roten Zahlen zu kommen.</p>
<p>Denn ein grosser Teil des Schuldenbergs der Basler Zeitung Medien von über 100 Millionen Franken stammt von den Druckereien. Diese schrecken in der Vergangenheit potenzielle Käufer ab, weil sie als zu grosses geschäftliches Risiko galten. Auch die NZZ hatte sich 2010 für den Kauf der BaZ interessiert. Heute ist man in Zürich froh, die Basler Zeitung nicht gekauft zu haben. Doch Christoph Blocher ist überzeugt, die Drucksparte sanieren zu können. «Diese Druckerei muss wirtschaftlich geführt werden. Das muss auch gewinnmässig etwas abwerfen», sagte Blocher am letzten Montag bei Roger Schawinski am Schweizer Fernsehen. Dazu hat er bisher auf die AZ Medien und einen Teil ihrer Druckaufträge gehofft. Mit gutem Grund: Denn Wanner muss für eine seiner beiden Druckereien eine Lösung finden: Die veraltete Zeitungsrotation in Subingen bei Solothurn müsste er erneuern oder aber stilllegen und die Aufträge an andere Druckerei vergeben – zum Beispiel nach Basel.</p>
<p>2003 hatte der vormalige BaZ-Verleger Matthias Hagemann an der Hochbergerstrasse in Basel für 85 Millionen Franken ein neues Druckzentrum bauen lassen. Heute gilt es als überdimensioniert und ist nur gerade <a href="http://www.onlinereports.ch/News.117+M512a166f8b6.0.html" target="_blank">zu 60 Prozent ausgelastet</a>. Obwohl man einer Rotation zwischen 15 und 20 Betriebsjahre zugesteht, sind auch in Basel bereits Investitionen in Millionenhöhe nötig. Und die Auflage der BaZ sinkt, weil ihr die Abonnenten davonlaufen. Auch Coop, der wichtigste Auftraggeber, druckt gemäss Schätzungen von Branchenkennern nur noch einen Drittel von ursprünglich rund 1,2 Millionen Exemplaren der Coop-Zeitung in Basel. Das setzt dem Unternehmen zu. Das Druckzentrum braucht dringend Aufträge. Eine Kooperation mit Wanner käme deshalb sehr gelegen.</p>
<p>Defizitär arbeitet auch die zur BZM gehörende Druckerei Birkhäuser GBC im basellandschaftlichen Reinach. Für Branchenkenner ist sie im Gesamtpaket jedoch ein Nebenschauplatz und könnte abgestossen werden. Im Druckereizentrum an der Hochbergstrasse arbeiten gut 100 Leute. Bei der GBC sind es weitere 300. Für die Sanierung ist Nationalrat und ex Arena-Mann Filippo Leutenegger als neuer VR-Präsident der Medienvielfalt Holding AG zuständig, mit Tettamanti und Blocher schon lange vertraut. Seine Aufgabe ist keine leichte, zumal die Zeit gegen ihn spielt. «Leider ist die Firma jetzt unter Herrn Suter ein Jahr lang stillgestanden», sagte Blocher bei Schawinski.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/21/das-kreuz-mit-dem-druck/">Das Kreuz mit dem Druck</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Blochers Garantie war entscheidend»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 10:42:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Georges Bindschedler]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt Holding AG]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach Tito Tettamanti ist Georges Bindschedler (58) der zweitgrösste Aktionär der Medienvielfalt Holding AG. Der Verwaltungsrat der neuen Eigentümer der Basler Zeitung ist kein Unbekannter im Mediengeschäft: Bis 2003 war Bindschedler Verwaltungsrat der Berner Espace Media und der Berner Zeitung. Ausserdem engagiert er sich finanziell und als Autor für den «Schweizer Monat». Im Gespräch mit <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/12/logo_baz.jpg" alt="" width="120" height="123" /> Nach Tito Tettamanti ist Georges Bindschedler (58) der zweitgrösste Aktionär der Medienvielfalt Holding AG. Der Verwaltungsrat der neuen Eigentümer der Basler Zeitung ist kein Unbekannter im Mediengeschäft: Bis 2003 war Bindschedler Verwaltungsrat der Berner Espace Media und der Berner Zeitung. Ausserdem engagiert er sich finanziell und als Autor für den «Schweizer Monat». Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE äussert sich der Berner Rechtsanwalt zur Zukunft der BaZ, zur Rolle von Christoph Blocher und sagt, was es mit der Mission der Medienvielfalt Holding auf sich hat.<br />
<span id="more-28959"></span><br />
<strong>Medienwoche: Wann haben Sie erfahren, dass eine neue Trägerschaft für die Basler Zeitung aufgebaut werden soll?</strong><br />
Bindschedler: Das war etwa dann, als Moritz Suter bekanntgegeben hatte, dass er seine Aktien zurückverkaufen werde. Also vor rund zwei Wochen.</p>
<p><strong>Wer hat Sie angefragt, ob Sie als Aktionär einsteigen möchten?</strong><br />
Tito Tettamanti. Mit ihm war ich schon längere Zeit im Gespräch, auch im Zusammenhang mit der Medienvielfalt Holding AG, aber nicht konkret zur Basler Zeitung. Wir kennen uns auch über den «Schweizer Monat» und aus dem Verein Zivilgesellschaft, den Tettamanti bis vor einem Jahr geleitet hatte. Da pflegten wir einen Gedankenaustausch.</p>
<p><strong>War diese Entwicklung für Sie absehbar?</strong><br />
Nein, das kam für mich überraschend, denn ich habe mich mit den Ereignissen in Basel nicht eingehend befasst. Das ging ein bisschen an mir vorbei. Ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich mich an der neuen Trägerschaft für die Basler Zeitung beteiligen könnte.</p>
<p><strong>Sie sind nach Tito Tettamanti die Nummer zwei in der Medienvielfalt Holding AG mit fünf Millionen investierten Franken und 12,5 Prozent der Aktien. Haben Sie auch entsprechend viel zu sagen? </strong><br />
Das hoffe ich doch, dass ich mich auf der strategischen Ebene einbringen kann. Ich glaube auch, dass Herr Tettamanti das so wünscht, weil er schätzt, was ich für den «Schweizer Monat» getan habe. Natürlich hat Tettamanti das Sagen, er trägt auch die Hauptverantwortung. Aufs Operative habe ich keinen Einfluss. Das ist Sache von Filippo Leutenegger, der als Delegierter des Verwaltungsrats und CEO die Basler Zeitung führen wird.</p>
<p><strong>Christoph Blocher spielt weiterhin eine zentrale Rolle bei der Basler Zeitung. Er trägt das finanzielle Risiko des Druckgeschäfts. Wären Sie ohne die Garantie Blochers auch eingestiegen?</strong><br />
Vermutlich nicht. Man muss schon sehen: Diese Garantie ist der Ersatz für die Buchprüfung. Dank Christoph Blocher konnten wir auf eine Due Diligence verzichten. Wenn es nicht möglich ist, die Geschäftsbücher vor einer Übernahme eingehend zu prüfen, weiss man nicht, worauf man sich einlässt.</p>
<p><strong>Die absehbaren Sanierungsmassnahmen im Druckgeschäft der Basler Zeitung dürften wohl für weitere Unruhe sorgen.</strong><br />
Das gehört halt dazu. Aber ich will Filippo Leutenegger nicht ins Handwerk pfuschen. Er ist dort in erster Linie gefordert und sein Verwaltungsrat der BaZ Holding. Erst in zweiter Linie müssen wir uns damit befassen. Ich habe das volle Vertrauen, dass Leutenegger die richtige Lösung finden wird. Er hat dafür die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen.</p>
<p><strong>Weshalb engagieren Sie sich in der Medienvielfalt Holding?</strong><br />
Es ist die Freude an den Medien und ein gewisses Verpflichtungsgefühl. Ich will einen Beitrag dazu leisten, dass Medien in der Schweiz überleben können und unabhängig bleiben. Es soll möglichst viele Medien geben mit unterschiedlichen Trägerschaften. Nur das ermöglicht eine Meinungsvielfalt. Die Konzentration fördert den Eintopf. Medien werden heute viel zu oft nur noch als Produkt angeschaut. Das ist eine Überzeugung, die ich mit Tito Tettamanti teile.</p>
<p><strong>Innerhalb der neuen BaZ-Trägerschaft ist es aber nicht gerade weit her mit der Meinungsvielfalt. Verwaltungsrat und Aktionariat sind mehrheitlich im national-liberalen Spektrum zu verorten.</strong><br />
Es ist die Überzeugung aller Beteiligten, dass es wichtig ist, zu verhindern, dass alle Medien im gleichen Topf landen. Unter den Aktionären findet man durchaus unterschiedliche Meinungen und Ansichten. So homogen, wie Sie das darstellen, sind wir dann doch nicht. Klar stehen wir alle auf der liberalen Seite. Das verbindet uns auch. Damit enden aber die Gemeinsamkeiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es zu konkreten Fragen unterschiedliche Meinungen gibt. Aber in der Grundüberzeugung, ein unabhängiges Medium zu erhalten, darin sind wir uns alle einig.</p>
<p><strong>Die neue Trägerschaft der BaZ heisst Medienvielfalt Holding, jene der neugegründeten Tageswoche in Basel heisst Stiftung für Medienvielfalt. Da kann kein Zufall sein.</strong><br />
Wir haben die Ähnlichkeit der Namen zu spät bemerkt und konnten nicht mehr reagieren. Unser Name stand auch schon längere Zeit fest. Aber ich hoffe, dass es nicht zu Problemen führen wird.</p>
<p><strong>Die Turbulenzen um die BaZ rühren im Wesentlichen daher, dass Christoph Blocher mit verdeckten Karten gespielt und auch gelogen hat, was sein Engagement anging. Was sagen Sie dazu?</strong><br />
Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Damals nicht und auch jetzt nicht. Es interessiert mich auch nicht. Aber ich gehe davon aus, dass wir mit der nun geschaffenen Transparenz über die Eigentumsverhältnisse etwas Ruhe hinkriegen und diese Probleme lösen können.</p>
<p><strong>Das glaube ich Ihnen nicht.</strong><br />
Wissen Sie, das ist jetzt Geschichte. Ich will in die Zukunft schauen, nicht zurück. Wie können wir unsere Mission erfüllen? Das interessiert mich.</p>
<p><strong>Worum geht es bei dieser Mission?</strong><br />
Wir wollen dort aktiv werden, wo wir der Meinung sind, dass die Meinungsvielfalt gefährdet ist. Dazu brauchen wir aber nicht um jeden Preis neue Beteiligungen. Es kann auch sein, dass wir uns nur an der BaZ beteiligen. Dafür unterstützen wir noch andere Projekte, die unserer Mission entsprechen. Etwa die geplante Nachrichtenplattform Les Observateurs von Uli Windisch in der Westschweiz. Oder es ist auch vorstellbar, dass wir als Medienvielfalt Holding eine wissenschaftliche Untersuchung finanzieren, um zu sehen, wie stark die liberale Musik in den Schweizer Medien spielt.</p>
<p><strong>Spielt denn diese «liberale Musik» zu leise?</strong><br />
So direkt würde ich das nicht sagen. Sagen wir es so: Ich habe das Gefühl, dass wir zu viel Mainstream haben in den Medien, zu viel Gleiches auf allen Kanälen. Die Medien transportieren oft kritiklos schemenhafte Haltungen.</p>
<p><strong>Zum Beispiel?</strong><br />
Die Berichterstattung zu den Bundesratswahlen hat in den Medien ein völliges Übergewicht erhalten. Ständig die Spekulationen, wer wird gewählt, wer wird abgewählt. Dabei sind das nicht die wesentlichen Probleme, vor denen die Schweiz steht. Ich denke da an das Gesundheitswesen.  Was zum Beispiel Managed Care genau bedeutet, verstehen die Wenigsten und wohl auch nur wenige Journalisten. Also können Sie es auch dem Publikum nicht erklären.</p>
<p><strong>Das hat oft auch mit mangelnden Ressourcen in den Redaktionen zu tun. Das können Sie ja nun ändern bei der BaZ.</strong><br />
Das werden wir auf jeden Fall versuchen zu tun. Neben den fehlenden Ressourcen liegt es aber auch am Fokus der Medien. Vielleicht sollte eine Redaktion halt nicht alle Kapazitäten dafür aufwenden, über die Bundesratswahlen zu berichten, sondern auch die wichtigeren Dinge nicht aus dem Auge verlieren.</p>
<p><strong>Sie sind ja nicht nur wegen dieser Mission eingestiegen, sondern auch wegen dem Geschäft. Was erwarten Sie da?</strong><br />
Da sollte schon etwas herausschauen. Ein Medienunternehmen muss rentieren, damit es überlebensfähig ist. Wenn es nicht rentiert, findet man auch keine Investoren, die das Unternehmen halten. Die braucht es halt schon irgendwann. Für mich ist die NZZ ein gutes Beispiel. Dort soll ein breites Aktionariat die Unabhängigkeit gewährleisten. Allzu breit darf es aber auch nicht werden, weil sonst das Risiko zunimmt, dass man das Aktionariat nicht mehr unter Kontrolle hat.</p>
<p><strong>Wie geht es nun weiter mit der Medienvielfalt Holding?</strong><br />
Wir treffen uns im Januar zu unserer ersten Verwaltungsratssitzung. Dort wird es darum gehen, dass alle Mitglieder auf dem gleichen Wissensstand sind. Wahrscheinlich liegt der Schwerpunkt bei der Berichterstattung. Und dann müssen wir uns finden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/">«Blochers Garantie war entscheidend»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein heilsamer Schock</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/06/ein-heilsamer-schock/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 09:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Aargau]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Der Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Francesco Benini]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[AZ Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Konkurrenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für das linke Basel war der Besitzerwechsel der Basler Zeitung ein Schock; wie sich nun zeigt ein heilsamer. Als Reaktion auf den publizistischen Kurswechsel entstand das Projekt zur Gründung einer neuen Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Ausgabe. Und die Konkurrenz aus dem Aargau schläft auch nicht und intensiviert die Berichterstattung. Traumhafte Verhältnisse im kleinen Basel: Statt einer <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/06/ein-heilsamer-schock/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/06/ein-heilsamer-schock/">Ein heilsamer Schock</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für das linke Basel war der Besitzerwechsel der Basler Zeitung ein Schock; wie sich nun zeigt ein heilsamer. Als Reaktion auf den publizistischen Kurswechsel entstand das Projekt zur Gründung einer neuen Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Ausgabe. Und die <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/01/vom-aargau-uber-liestal-an-den-rhein/" target="_blank">Konkurrenz aus dem Aargau</a> schläft auch nicht und intensiviert die Berichterstattung. Traumhafte Verhältnisse im kleinen Basel: Statt einer langweiligen stehen dem Publikum bald zwei Tageszeitungen und eine Sonntagszeitung zur Auswahl. Doch ist die BaZ wirklich ein «SVP-Kampfblatt», wie es sogar <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010%2F09%2F09%2Fa0139&amp;cHash=0e6da50ebe" target="_blank">in der Berliner «taz»</a> zu lesen war? Ein Blick in die Zeitung zeigt Überraschendes.<br />
<span id="more-28850"></span><br />
Schweizer Medien berichten nicht oft über Medien oder über die Kreise, die hinter Zeitungen stehen. Es sei denn, es geht um Publikationen, die explizit nicht links sind. Dann überbieten sie sich mit Artikeln. Die «NZZ am Sonntag» hat mit <a href="http://www.nzz.ch/_impressum_benini_francesco_1.468.html?independent=true">Francesco Benini</a> sogar eigens einen Journalisten dafür. Sobald sich etwas bewegt in der Medienszene und Roger Köppel, Markus Somm oder Christoph Blocher daran beteiligt sind, schreibt er Artikel, die nicht nur viel beachtet, sondern auch, wichtig für die Sonntagszeitungen, viel zitiert werden. Fast ebenso fleissig beobachtet die Lage der «Tages-Anzeiger» mit <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/stichwort/autor/maurice-thiriet/s.html">Maurice Thiriet</a>. Die Online-Portale greifen die Recherchen dann begierig auf und machen sie gerne grösser, als sie wichtig sind.</p>
<p>Heftig waren die Reaktionen, als die BaZ verkauft wurde. <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010%2F09%2F09%2Fa0139&amp;cHash=0e6da50ebe">«Noch ein SVP-Kampfblatt»</a>, stöhnte die deutsche «taz». Martin Lüchinger, SP-Präsident Basel-Stadt, war <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Basels-Linke-entsetzt-ueber-den-neuen-BaZChefredaktor-Markus-Somm/story/28138404">«entsetzt»</a>. Und der Basler Regierungsrat Christoph Brutschin (SP) warnte davor, die Ansprüche des Basler Bürgertums zu unterschätzen und prophezeite mit einem <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Redaktion-der-Basler-Zeitung-wagt-Machtprobe-mit-den-Verlegern-/story/15803171">«einseitig rechtskonservativen Kurs»</a> schon mal einen Einbruch bei den «Abonnenten und wohl auch Inserenten». <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/baz-eigner_tettamanti_mag_nicht_nach_basel_reisen_1.8451619.html">Ausserdem</a> wurde die Auslieferung der Zeitung sabotiert und Investor Tito Tettamanti verkaufte seine Anteile, nachdem das linke Bündnis BastA! dazu aufgerufen hatte, ihn bei einem Vortrag mit Trillerpfeifen zu empfangen.</p>
<p>Was steht da denn in diesem angeblichen «SVP-Kampfblatt», zum Beispiel am Freitag, 3. Juni? Den Titel und die Seiten 2 und 3 füllt einer, mit dem sich Psychologiestudentinnen beschäftigen müssen: C.G. Jung (seine Beziehung zu Basel, war er ein Antisemit?). Dann kommen je zwei Seiten Schweizer Politik, internationale Politik, Meinung und Wirtschaft. Über fünf Seiten dagegen werden dem Sport, dem Lokalen und Kultur/Wissen eingeräumt. Das Team Politik, Meinung und Wirtschaft verliert also mit 8:15 Seiten gegen das Team Basel, Sport und Kultur. Darüber mag jetzt jeder selbst nachdenken.</p>
<p>Was ist mit den Inhalten? Die Basler Zeitung war mal bis weit in den deutschen Raum hinein für ihr herausragendes Feuilleton bekannt. Heute kann sie daran wohl nur noch an einzelnen Tagen anknüpfen, in der Regel geht es nun im Kulturteil um lokale Ereignisse (am 3.6. um eine Skulptur in der Heuwaage und einen Pianisten im Basler Musiksaal, immerhin zwei Spalten werden einer Performance in Zürich! eingeräumt). Ein deutliches Zeichen für eine Hinwendung zur Populärkultur ist der Bericht über das «Schätzeli der Nation», Francine Jordi, die den Mann gewechselt hat. Was sich abschreckend anhört und auch eher was für den Klatschteil ist, liest sich dann gar nicht so uninteressant, hat doch Journalistin Andrea Fopp tatsächlich Mitglieder des Jodlerklubs und des Eurovision-Fanclubs dazu befragt. Auch wenn es viele Kulturredakteure nicht wahrhaben wollen: Das sind die Texte, die gelesen werden.</p>
<p>Von der Wahl zum Fifa-Chef berichtet (am 1. Juni) der Blatter-kritische, freie Sportjournalist <a href="http://www.jensweinreich.de/">Jens Weinreich</a>. Anders als die Weltwoche: Dort empfing Sepp Blatter seinen späteren PR-Mann Walter De Gregorio (siehe <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/20/das-bewerbungschreiben/">MEDIENWOCHE vom 20. April</a>) zusammen mit Roger Köppel zu einem Interview, das man je nach Standpunkt als Schwimmen gegen den Mainstream oder Gefälligkeit auslegen kann.</p>
<p>Ein Glanzstück sind die beiden Meinungsseiten. Links unten kommen die Leser zu Wort, rechts in der Mitte prangt die «Carte Blanche», wo sich kluge Leute, die schreiben können, obwohl sie keine Redaktoren sind, zu einem selbstgewählten Thema äussern können. Warum bloss liest man in Schweizer Printprodukten so wenige Texte von Branchenfremden? So oft sind es diese Texte, die neue Denkanstösse geben. Auch Politiker kommen in der BaZ regelmässig zu Wort &#8211; gerade bei Fachthemen sind diese viel lesenswerter als das, was ein Redaktor mit Zeitmangel sich kurz mal angelesen hat.</p>
<p>Die sich wandelnde BaZ hat nicht nur die stockkonservative Lokalelite aus ihrem isolationistischen Tiefschlaf geweckt, sie hat sie auch dazu ermuntert, <a href="http://www.bachmannmedien.ch/newsroom/medieninfo/projektbasel.html">selbst eine Zeitung anzukündigen</a>, hinter der sie auch wirklich stehen kann. Wie das Publikum auf die beiden Produkte in Zukunft reagiert, wird sich weisen. Vielleicht wird der Markt einer von beiden den Tod bescheren &#8211; schöner wäre es, für das Publikum und die Journalisten, wenn die neue publizistische Auswahl erhalten bleibt.</p>
<p>Die alte, zum Einschlafen langweilige BaZ ist auf jeden Fall Geschichte. Gut so. Die Medienlandschaft braucht nicht nur ein Basel, sie braucht viele Basel. Weil profilierte Produkte nur im Wettbewerb entstehen. Und Selbstzufriedenheit nur Langeweile schafft.</p>
<p><small>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/paytonc/5331789788/">Flickr/paytonc</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-Lizenz</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/06/ein-heilsamer-schock/">Ein heilsamer Schock</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Natürlich muss man pokern»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 10:46:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[Martin Wagner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma Escor die Radio- und Fernsehsender von Tamedia kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche. Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel? Martin <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma <a href="http://escor.ch/newweb/index.php?escor&amp;escororgan&amp;ct=organisation&amp;pagenav=1" target="_blank">Escor</a> die Radio- und Fernsehsender <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/" target="_blank">von Tamedia</a> kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche.<br />
<span id="more-1866"></span><br />
<em>Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Martin Wagner: Nein, Medien sind kein Glücksspiel, sondern ein Business. Im Hinblick auf die digitalen Veränderungen der Medienlandschaft sind wir hier aber vor grössere Herausforderungen gestellt als in anderen Branchen. Die Konvergenz schafft neue Geschäftsmodelle.</p>
<p><em>Sie haben in der Vergangenheit immer wieder Medien gekauft und dann wieder verkauft. Sind Medien also doch ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Jeder dieser Käufe und Verkäufe stand im Zusammenhang mit einer weiteren Transaktion. Das war bei Jean Frey so mit der späteren Veräusserung an Axel Springer und Roger Köppel. Radio Basilisk habe ich an Matthias Hagemann verkauft, damit ich Geld hatte, um die Basler Zeitung zu kaufen. Die BaZ habe ich verkauft, weil ich nicht die Rolle spielen konnte, die ich eigentlich wollte. Ich bin nicht ein Raider, der Beteiligungen kauft, um Profit zu machen. Natürlich muss man bei den Verhandlungen auch pokern. So gesehen schadet es sicher nicht, wenn man sich mit Glücksspiel auskennt.</p>
<p><em>Wie kommen die Kaufverhandlungen mit Tamedia voran?<br />
</em><br />
Wir haben erst unser Interesse angemeldet. Der Verkaufsprozess wird erst noch lanciert. Von den Preisvorstellungen von Tamedia habe ich keine Ahnung. Ich kann mir denken, dass die sich ihre Käufer gut aussuchen und strategische Überlegungen einfliessen lassen.</p>
<p><em>Weshalb wollen Sie ausgerechnet mit ihrer Glücksspielfirma Escor Radio und Fernsehen kaufen? Wie passt das zusammen?<br />
</em><br />
Bei Escor stehen wir vor grösseren Veränderungen. Wir haben unser Glück in Casinos im Ausland gesucht und sind damit gescheitert. Das Auslandgeschäft wird eingestellt. Nun konzentrieren wir uns ganz auf die Schweiz, auf das vielversprechende Casinoprojekt in Zürich, auf den Handel mit Spielautomaten und die Entwicklung von Geschicklichkeitsspielen. Der Bereich Gaming ist dann auch der Link zum Mediengeschäft. Spiele sind ja auch Unterhaltung. Wir streben mit all dem eine Diversifizierung der Firma Escor an zu einer Unterhaltungsholding mit verschiedenen Sektoren.</p>
<p><em>Der Kaufpreis der Tamedia-Sender dürfte sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Woher nehmen sie das Geld?<br />
</em><br />
Ich kann nichts zu den Preisvorstellung sagen, weil es noch keine Zahlen gibt. Da die Escor börsenkotiert ist, können wir einfacher neues Geld aufnehmen auf dem Kapitalmarkt. Ausserdem könnten wir einen Teil des Kaufpreises in Aktien bezahlen. Das wäre für den Käufer interessant, da er die Anteile später zu einem höheren Preis verkaufen kann.</p>
<p><em>Den Kauf der Jean-Frey und der Basler Zeitung Medien tätigten sie jeweils zusammen mit Financier Tito Tettamanti. Wird er nun auch wieder mit von der Partie sein?</em></p>
<p>Nein, das ist ausgeschlossen.</p>
<p><em>Glücksspiel und Rundfunk sind in der Schweiz gesetzlich stark reguliert. Würden Sie beim Kauf von Radio und Fernsehen von ihren Erfahrungen um Umgang mit engen regulatorischen Schranken profitieren?<br />
</em><br />
Absolut. Wir sehen ja in beiden Branchen, wie die Regulierung der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Die Regulierung hat im Glücksspielbereich eine ganze Branche vernichtet. Die erlaubten Geschicklichkeitsspiele sind kommerziell nicht sehr interessant. Inzwischen sind wir da aber wieder so weit, dass wir Geschäftsmodelle gefunden haben. Bei Radio und Fernsehen kann es in Zukunft nicht mehr so aufwändige Konzessionsverfahren geben. Das ist doch nicht zeitgemäss. In acht Jahren, wenn die aktuellen Konzessionen auslaufen, stehen wird vor einer ganz neuen Situation.</p>
<p><em>Die Regulierung und der kleine Markt in der Deutschschweiz sorgen dafür, dass Privatradio und Fernsehen bisher nicht eben Goldgruben waren. Weshalb haben Sie Interesse an Low-Profit-Unternehmen?<br />
</em><br />
Das war in der Vergangenheit sicher so. Da ich aber geschäftlich auch mit Medieninhalten zu tun habe, und nicht nur mit der Distribution, habe ich klare Vorstellungen, wie man in der digitalen Welt erfolgreich geschäften kann. Wichtig ist es, die richtige Zielgruppe anzusprechen. Hier wurde vor allem die Jugend vernachlässigt. Da muss auch bei der Vermarktung ein Umdenken stattfinden. Die Altersgruppe 14 bis 19 ist ebenso interessant, wenn nicht interessanter, als die 19- bis 49-Jährigen. Unsere Aufgabe wird es sein, eine optimale Verknüpfung von Information, Unterhaltung, Gaming und Film hinzukriegen.</p>
<p><em>Ihr Ziel sei es, so sagten sie schon mehrfach, ein Medien- und Unterhaltungsunternehmen nach dem Vorbild von Ringier aufzubauen. Ringier macht vor allem im Ausland gute Geschäfte. Ist das auch ihr Ziel?<br />
</em><br />
Ich sage nicht, dass Ringier mein Vorbild ist. Sie haben einfach die richtige Strategie gewählt. Aber Escor bleibt vorerst ein Schweizer Unternehmen. Was international entstehen kann, sehe ich noch nicht. Aber alles ist ja möglich.</p>
<p><em>In Basel gibt es als Reaktion auf die von ihnen mitverursachten Turbulenzen bei der BaZ eine neue Zeitung. Hat sich das Komitee «Rettet Basel» schon bei Ihnen bedankt?<br />
</em><br />
(lacht) Nein, ich habe noch kein Dankeschön erhalten. Aber ich habe ihnen zu diesem Schritt gratuliert. Diese Leute verstehen das journalistische Handwerk. So wie ich das beurteilen kann, versuchen sie mit ihrem multimedialen Zeitungsprojekt das zu realisieren, was für mich bei der BaZ wegen den politischen Wirren unmöglich wurde. Eine Zeitung muss breit abgestützt sein und darf sich nicht politisch in die eine oder andere Richtung zu stark exponieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">«Natürlich muss man pokern»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die BaZ und ihr Trojanisches Pferd</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/03/16/die-baz-und-ihr-trojanisches-pferd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 13:45:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Ackeret]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Suter]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
		<category><![CDATA[Teleblocher]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Basel ist das Seilziehen um die politische Ausrichtung der Basler Zeitung nach wie vor im Gange. Mehr und mehr zeigt sich, dass den Besitzern mit der Positionierung von Chefredaktor Markus Somm als Trojanisches Pferd ein Coup gelungen ist. Im Mai will BaZ-Verwalter Moritz Suter der Redaktion bekanntgeben, wohin die Reise geht – Richtung Süden. <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/16/die-baz-und-ihr-trojanisches-pferd/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Basel ist das Seilziehen um die politische Ausrichtung der Basler Zeitung nach wie vor im Gange. Mehr und mehr zeigt sich, dass den Besitzern mit der Positionierung von Chefredaktor Markus Somm als Trojanisches Pferd ein Coup gelungen ist. Im Mai will BaZ-Verwalter Moritz Suter der Redaktion bekanntgeben, wohin die Reise geht – Richtung Süden.<br />
<span id="more-28759"></span><br />
Wohin steuert die Basler Zeitung? Die Installation von Crossair-Gründer Moritz Suter als Retter der BaZ aus dem Zugriff rechtsbürgerlicher Kreise war nur von kurzer Dauer. Allzu schnell war auch der Paukenschlag verklungen, mit dem Suter als erste Amtshandlung das Beratungsmandat von Christoph Blocher und seiner Robinvest storniert hatte. Denn konsequenterweise hätte zu dem Zeitpunkt auch BaZ-Chefredaktor und Blocher-Biograph Markus Somm den Hut nehmen müssen. Doch Somm blieb, aus zunächst unerfindlichen Gründen.</p>
<p>Als dann im Februar bekannt geworden war, dass Suter nicht die ganze BaZ, sondern bloss die Übernahmeholding besitzt, die er für eine Million Franken gekauft hatte, war die Enttäuschung gross. Von verschiedener Seite wurde Transparenz über die Besitzverhältnisse gefordert und die Spekulationen um die Zukunft der Basler Zeitung schiessen seither weiterhin wild ins Kraut. In Basel sieht man in Suters Intervention unterdessen wohl vor allem eine gekonnt inszenierte Aktion mit dem Zweck, die Geldgeber (Tito Tettamanti und Martin Wagner) aus der Schusslinie vieler entrüsteter BaZ-Abonnentinnen und -Abonnenten zu nehmen. Je länger sich Suter als Gutmensch aufspielt, desto mehr dürfte sein Renommee als einstiger Swissair-Retter ohne Furcht und Tadel leiden.</p>
<p>Branchenkenner gehen übereinstimmend davon aus, dass die Investoren, die für den Kaufpreis von 70 Millionen und dem Schuldenberg von 107 Millionen Franken geradestehen, nach wie vor im politischen Einflussgebiet der SVP und von Christoph Blocher anzusiedeln sind, wenn nicht gar Blocher selber für die Beträge garantiert. Doch belegen lässt sich das bisher nicht.</p>
<p>Radiomann Roger Schawinski zum Beispiel hielt auf persönlich.com gewohnt angriffig die finanzielle Beteiligung Blochers an der BaZ für logisch. Doch der Text ist gelöscht. Chefredaktor Matthias Ackeret, der sich im Internet auf Tele Blocher dem alt Bundesrat wöchentlich auf den Schoss setzt, quälten offensichtlich Loyalitätsprobleme und Klagedrohungen. (Schawinskis Kolumne ist andernorts im Netz <a href="http://sharetext.org/SJG" target="_blank">weiterhin zugänglich</a>.)</p>
<p>Doch was haben die unerkannt bleiben wollenden Besitzer mit der BaZ vor? Laut zuverlässigen Quellen habe Moritz Suter kürzlich erklärt, dass er im Mai der Redaktion sagen könne, wohin die Reise gehe. Sie müsse sich nicht warm anziehen, es gehe nicht in den Norden, man solle vielmehr die Badehose einpacken. Zwar gibt die Redaktion nicht allzu viel auf Suters Sprüche, doch taugen diese geographischen Hinweise – Suter meinte den Süden – als Indiz für eine Kooperation der Basler Zeitung mit den AZ-Medien von Verleger Peter Wanner. Laut Berichten des Tages Anzeigers soll Blocher anlässlich eines Managementseminars der BZM-Konzernleitung zur Sanierung der BaZ die Variante Wanner beliebt gemacht haben. Dem Aargauer Verleger hat Blocher dabei die Führung der kommerziellen Belange zugedacht, der BaZ die publizistischen unter Markus Somm. Mit einem Schlag könnte eine um die BaZ erweiterte AZ 600000 Leserinnen und Leser erreichen. Sie böte Wanner zudem die Expansion seines geliebten Sonntagsblattes Sonntag ans Rheinknie. Damit würde der Sonntag wohl zur Nummer eins im Sonntagsmarkt aufsteigen. Diese Option böte eine ebenfalls diskutierte Kooperation mit der NZZ nicht. Der Konzern scheint sich unter anderem nach einer Reihe von Entlassungen wieder erholt zu haben und kann ein Zusammenspannen mit Basel oder Zürich mit Bedacht angehen. AZ-Mediensprecherin Eva Keller stellt in Aussicht, dass man noch in diesem Monat einen deutlich besseren Jahresabschluss als den Letzten werde präsentieren können.</p>
<p>Ob Wanner sich allerdings vor den Karren einer rechtsbürgerlich geprägten Medienstrategie spannen lassen will, ist völlig offen. Ein Zusammenspannen mit Basel ist einerseits verlockend, denn besonders die aufgerüsteten und kostenintensiven Lokalredaktionen der BaZ und der Basellandschaftlichen Zeitung liessen sich bequem zusammenlegen. Optionen böten sich auch im Druckbereich. Andererseits ist das Ausmass inhaltlicher Konsequenzen im nationalen Ressort nicht abschätzbar. Die Entwicklung in Basel müsste Wanner mindestens hellhörig machen. Somm, der bei der BaZ praktisch als Trojanisches Pferd wirkt und sich Leute aus vergangenen Weltwoche-Tagen geholt hat (Eugen Sorg, Max Frenkel), hat zum Beweis, dass es ihm und seinen Investoren mit der nationalen Ausrichtung der BaZ ernst ist, die Bundeshausredaktion auf Kosten des Rechercheteams auf vier Personen aufgestockt. Der bisherige und eher als links geltende Bundeshausredaktor Ruedi Studer musste gehen, wie auch weitere, bei der letzten Entlassungsrunde nicht genehme Redaktionsmitglieder. Als Teamleiter setzt Somm auf Christian Mensch, einen erfahrenen und kritischen Journalisten, gegen den Wanner nichts einzuwenden haben dürfte. Man will den Kooperationspartner, auf den die hochverschuldete BaZ angewiesen ist, nicht lichtscheu machen. Ob die BaZ mit oder ohne Wanner steht beziehungsweise fällt, hängt einerseits vom langen Atem der Investoren ab aber auch davon, wie lange sich die Basler Bevölkerung den politischen Umbau ihrer in der Vergangenheit nicht immer nur geliebten Basler Zeitung noch gefallen lassen will.</p>
<p><small>Bild: CC <a href="http://www.flickr.com/photos/32016670@N05/4884852412/#/">Flickr/Andreä</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">BY-Lizenz</a>.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/16/die-baz-und-ihr-trojanisches-pferd/">Die BaZ und ihr Trojanisches Pferd</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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