DOSSIER mit 20 Beiträgen

Bücher

Kindle: nur eine halbe Revolution

Beide gibt es seit zehn Jahren: Das Iphone und der Kindle-Reader kamen beide 2007 auf den Markt. Im «Perlentaucher» vergleicht Rüdiger Wischenbart die Entwicklung der Geräte von Apple und Amazon seither: «Doch was aus den beiden Geräten, und wichtiger noch, den darunterliegenden innovativen Konzepten im folgenden Jahrzehnt entstand, könnte kaum unterschiedlicher sein.» Während mit dem Weiterlesen …

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

«Die letzte Königin der Verlagswelt»

Mit Inge Feltrinelli ist eine der prägenden Figuren der italienischen Literaturlandschaft im Alter von 87 Jahren verstorben. Die FAZ nennt sie in ihrem Nachruf «die letzte Königin der Verlagswelt». Die gebürtige Deutsche arbeitete in den 1950er-Jahren erfolgreich als Fotoreporterin mit Einsätzen rund um den Erdball. So porträtierte sie unter anderem Politiker von Fidel Castro bis John F. Kennedy, aber auch Geistesgrössen und Künstler wie Simone de Beauvoir oder Marc Chagall. 1958 lernte sie den italienischen Verleger Giangiacomo Feltrinelli kennen, der mit einem Millionenerbe einen Verlag aufgebaut hatte. Nach dem Tod ihres politisch radikalisierten Ehemanns 1972 bei einem mutmasslichen Anschlagsversuch auf einen Hochspannungsmast nahe Mailand, übernahm Inge Feltrinelli die Geschicke des Verlags. Sie leitete das Unternehmen bis 1998. Danach übergab sie das Geschäft ihrem Sohn, blieb aber bis zu ihrem Tod Präsidentin des renommierten Verlagshauses.

Bibliothek zeigt Buchklassiker als Instagram-Storys

Alt trifft neu: Die New York Public Library bewirbt Buchklassiker mit aufwändig gestalteten Instagram-Storys. Dazu hat sie die Textausgabe mit animierten Grafiken angereichert und online gestellt. Der Nutzer kann so das ganze Buch am Smartphone lesen oder auch nur durch die Grafiken klicken. Zu den ersten Titeln, die als #InstaNovels produziert wurden, gehören «Alice im Wunderland» von Lewis Carroll und «Die Verwandlung» von Franz Kafka. Die Agentur, die das Projekt umgesetzt hat, findet Instagram eine passende Plattform für Bücher: «Instagram schuf unwissentlich das perfekte Bücherregal für diese neue Art von Online-Romanen. Vom Umblättern der Seiten bis hin zur Daumenhaltung beim Lesen ist die Erfahrung bereits unverkennbar wie das Lesen eines Taschenbuchromans.»

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Sarrazin auf Kriegsfuss mit den Fakten

Die Süddeutsche Zeitung nennt das neue Buch von Thilo Sarrazin das «verlegerische Unglück» des Jahres. Das meint Rezensentin Sonja Zekri vor allem mit Blick auf den Umgang Sarrazins mit den Fakten. Beispiel: Die islamische Welt kenne bis ins 20. Jahrhundert weder Literatur noch planvollen Städtebau, behauptet Sarrazin: «Eine eigenständige islamische Baukultur hat sich nie entwickelt.» Könnte man für solchen Unsinn ein lebenslanges Zutrittsverbot der Alhambra verhängen, es wäre mehr als verdient, kommentiert Zekri. Das sei vor allem für all jene Leserinnen und Leser ein Problem, die meinen, sich mit dem Buch kritisch informieren zu können.

Bibliotheken tun sich schwer mit dem digitalen Wandel

Klingt eigentlich einfach, erweist sich in der Praxis aber als umständlich und kompliziert: Bibliotheken bieten vermehrt elektronische Bücher zur digitalen Ausleihe an, auch bekannt als «Onleihe». Eine erste Hürde stellt die Software dar. Die Nutzung der e-Books erfordert die Installation einer datenhungrigen Plattform von Adobe. Damit soll sichergestellt werden, dass nur die dazu berechtigten Personen das Buch ausleihen können. Das sei ein Problem, findet Arne Cypionka, der sich das System für Netzpolitik.org genauer angeschaut hat: «Diejenigen, die Bücher rechtmässig ausleihen, werden vor grössere Schwierigkeiten gestellt als solche, die die e-Books unrechtmässig herunterladen.»

Wandel oder Niedergang des Buchmarkts?

Eine Studie des Deutschen Buchhandels sorgt für Aufregung. Auf den ersten Blick sehen die Befunde dramatisch aus: Innert vier Jahren sechs Millionen Käufer weniger! «Waren es 2012 noch 36,9 Millionen, die mindestens ein Buch im Jahr gekauft haben, waren es 2016 nur noch 30,8 Millionen. Im ersten Halbjahr 2017 kauften noch mal 600’000 Personen mehr kein Buch», zitiert Tages-Anzeiger Kulturchef Martin Ebel die zentralen Befunde. Vergleichbare Zahlen für die Schweiz gibt es keine. Doch das Bild ist differenzierter als es die nackten Zahlen vermuten lassen würden, wie Ebel im Gespräch mit den Verlagen erfährt. Grundsätzlich läuft es heute so, dass der allgemeine Rückgang mit einzelnen Spitzentiteln kompensieren kann. «Es geht kontinuierlich zurück, nicht disruptiv wie im Musikgeschäft», wird Jo Lendle vom Münchner Hanser Verlag zitiert.

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Roger Schawinskis fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt

«Verschwörung!» – so heisst Roger Schawinskis neues Buch. Es liest sich über weite Strecken als Kampfschrift, als persönliche Abrechnung – und ist weit entfernt von journalistischer Objektivität. Viele werden sich an die SRF-Arena vom 24. Februar 2017 zum Thema «Trumps Krieg» erinnern. Zwischen Moderator Jonas Projer und Historiker Daniele Ganser kam es zum Eklat. Mittendrin: Roger Schawinski. Weiterlesen …

Roger gegen Daniele

Das neue Buch von Roger Schawinski über Verschwörungstheorien liest sich wie eine packende persönliche Auseinandersetzung mit Daniele Ganser. Neue Einsichten über Verschwörungstheorien finden sich allerdings kaum. «Ich hatte die Mail am 26. Januar an SRF Journalist Peter Höllrigl geschickt, den Redakteur der Einstein Sendung, in der er mich ich als «Verschwörungstheoretiker» diffamiert hatte. Ich hatte Weiterlesen …