DOSSIER mit 73 Beiträgen

Medien machen Politik

Frankreichs Medien haben ein Antisemitismus-Problem

Bis heute berichteten französische Medien auffällig zurückhaltend über eine offensichtlich antisemitisch motivierte Straftat, schreibt Jürg Altwegg in der FAZ, die im letzten April in Paris geschah: Ein jugendlicher hatte damals unter «Allahu Akbar»-Rufen eine alleinstehende, ältere Jüdin in ihrer Wohnung gequält und dann getötet. Die feministische Philosophin Elisabeth Badinter prangert das Schweigen öffentlich an. Sie Weiterlesen …

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

«Breitbart»: Wer beerbt Bannon?

Bislang galt die Gleichung: Bannon gleich Breitbart – und umgekehrt. Doch nun steht das rechtsextreme Nachrichtenportal ohne seine legendäre Leaderfigur da. Nach seinen abfälligen Aussagen über Präsident Trump im Enthüllungsbuch «Fire and Fury» wurde Steve Bannon von der Unternehmensleitung geschasst. Auch ohne Bannon, so rechnen Beobachter, wird sich Breitbart als Meinungsmacher im Trump-Umfeld halten. Doch genauso hoffen gegenwärtig Anbieter, die bisher im Schatten gestanden hatte, auf einen Durchbruch als rechte Leitmedien, die Breitbart beerben könnten. Mit Ben Shaprio findet sich zudem eine Figur, die mit Daily Wire ein Millionenpublikum erreicht und das Potenzial hätte, als legitimer Nachfolger von Andrew Breitbart aufzutreten und auch so Bannon zu verdrängen.

Leiter Online Radio 100% (w/m)

Ihre Aufgaben: Erstellen und Umsetzen des redaktionellen Konzeptes auf sämtlichen digitalen Plattformen – Verantwortung und Sicherstellung der notwendigen Reichweiten auf den Radio Websites und Social Medien Plattformen – Leitung der Online-Redaktion – Mitglied der Geschäftsführung Radio – Schnittstelle zu internen Stakeholdern wie Sales, Marketing und Events…

Kritische Anmerkungen zur Israel-Berichterstattung in deutschen Medien

«Halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge», sagt ein jüdisches Sprichwort, das auch gut auf die Israel-Berichterstattung mancher Medien zutrifft. Georg M. Hafner und Esther Schapira suchen in der «Jüdischen Allgemeinen» nach Erklärungen dafür, warum sich viele deutsche Journalisten schwer tun mit einer differenzierten Berichterstattung. Dafür gibt es eine naheliegende Erklärung: «Ein Viertel der Deutschen ist judenfeindlich eingestellt (in Zahlen: rund 20 Millionen Bundesbürger), und es wäre seltsam, wenn das ausgerechnet bei Journalisten anders wäre.» Was aber nicht heisse, dass die meisten Journalisten Antisemiten seien und vorsätzlich handelten. «Doch ob vorsätzlich oder fahrlässig – für die Betroffenen macht das kaum einen Unterschied. Sie müssen mit der hässlichen Konsequenz der antisemitischen Stimmungsmache leben.»

Gerhard Pfister: «Gut zu wissen, was der politische Gegner liest»

Ein CVP-Präsident liest die linke Wochenzeitung Woz? Offenbar schon lange. Und so liess sich der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister für eine Werbekampagne der Zeitung einspannen. Mit grimmigem Blick. Dafür beantwortete er mit einem Augenzwinkern unsere Fragen zum ungewöhnlichen Testimonial beim Klassenfeind.

Die Burka in den Schweizer Medien: Karriere eines Reizbegriffs

Bis 2004 blieb die Burka in der Schweizer Wahrnehmung ein Merkmal ferner Länder und fremder Kulturen, stellten Jacqueline Büchi und Lea Senn fest, als sie die Schweizerische Mediendatenbank nach dem Begriff durchforsteten. Mit dem Verbot der Ganzkörperverhüllung 2004 in Belgien änderte sich das. Einen ersten Peak erlebte der Begriff als das Minarett-Verbot auf der Agenda gestanden hatte 2009 und das Initiativ-Komitee eine Burka-verhüllte Frau auf einem ihrer Plakate zeigte. Zwischen 2012 und 2015 flaute das mediala Interesse ab, bis es jetzt im Zusammenhang mit einem möglichen Burka-Verbot verständlicherweise wieder hochschnellt.

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Chaos! Krise! Medien im Meinungsmodus

Ginge es auch eine Nummer kleiner? Jedes noch so belanglose Problem hat heute das Potenzial, in den Medien als Chaos oder Krise dargestellt zu werden. Der Medienwissenschaftler und Autor Matthias Zehnder kritisiert diese Tendenz und benennt die Ursachen: Information allein verkauft sich heute nur noch schlecht, darum wird aus einem Problem ein Chaos – und Weiterlesen …