DOSSIER mit 20 Beiträgen

Medienkrise

MEDIEN

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Wann platzt die Online-Medien-Blase?

Alles laufe auf einen grossen Crash hinaus, nur wolle das noch niemand sagen – ausser Josh Marshall. Der Herausgeber des linken Online-Magazins «Talking Points Memo» sieht drei Entwicklungen, die kumuliert zu einem Absturz der werbefinanzierten Online-Medien in den USA führen: Erstens gibt es zu viele Publikationen, gemessen am Finanzierungspotenzial aus dem Werbemarkt. Zweitens saugen die Weiterlesen …

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Die Folgen der Medienkonzentration

Das Medien-Qualitätsrating 2018 kommt zum Schluss: Die Medienkonzentration in der Schweiz hinterlässt Spuren. Bei mehreren Titeln ging die Qualität im Zeitraum 2016-2018 spürbar zurück – gerade auch in der Romandie.

«Krise war das erste Wort, das ich gehört habe, als ich zum ersten Mal eine Redaktion betreten habe…»

Ein persönlicher Essay der Leiterin des Ressorts Investigation und Reportage der «Welt» zum Zustand von Medien und Journalismus. Jennifer Wilton nähert sich der Gegenwart an mit dem Rückgriff auf die Zeit, als ihr Grossvater in den 1950er-Jahren als Reporter gearbeitet hatte. Wilton liefert keine fertigen Zukunftsrezepte, sondern versucht zu erklären, warum die Medien da stehen, wo sie heute stehen. Das ist zwar ehrlich, aber auch etwas hoffnungslos.

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Die Prekarisierung des Journalistenberufs

Der Medienforscher Thomas Schnedler hat sich für seine Dissertation mit prekär beschäftigten Journalistinnen und Journalisten unterhalten. Die stetige Verschlechterung der Arbeitsbedingungen hält Schnedler fü eine «grosse Gefahr». Der Journalismus werde noch stärker als heute zu einem Elitenjob, «den man sich leisten können muss, weil man entweder selber über die nötigen Mittel verfügt oder weil man eben solche Sicherheitsgaranten und andere Unterstützer hat, die einem das dann erst ermöglichen.»

«Wir können leider kein Honorar zahlen»

Wieder mal sei auf eine grassierende Unsitte hingewiesen. Immer öter verlangen Redaktionen von Freelancern für umsonst ihre Arbeit zu liefern. Aktuell weiss der deutsche Journalist Dennis Horn davon zu berichten. Ein Satz, den er in letzter Zeit ein paar Mal gehört habt, lautet: «Wir können leider kein Honorar zahlen – aber Sie würden damit ja Ihren Bekanntheitsgrad steigern.» Auf die Nachfrage, warum das so sei, heisse es dann nur: man müsse sparen. Er lehne solche Deals dann in der Regel freundlich ab. Er hoffe, «dass Freiberufler, sofern sie dazu in der Lage sind, grundsätzlich so verfahren. Redaktionen lernen nämlich nur, dass journalistische Leistungen nun einmal Geld kosten, wenn sie ohne dieses Geld einfach gar nichts bekommen.»

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Gemeinsam gegen die Giganten

Die Schweizer Medienbranche scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Demnächst treffen sich alle grossen Akteure – von SRG bis Verleger – zu einem Anti-Google-Krisengipfel. Es gehe darum, «einen Minimalkonsens für den Medienplatz Schweiz» zu finden, mit Blick auf den dramatischen Abfluss von Werbegeldern aus dem heimischen Markt in Richtung Google (und in etwas geringerem Mass auch zu Facebook). Allein Google generiert hierzulande 1,418 Milliarden Franken Werbeumsatz pro Jahr. «Schon 2018 dürften die Konzerne die 2-Milliarden-Hürde überwinden und die etablierten Medienplayer in Print, Fernsehen (SRF und Private) und Radio überrunden», schreibt Othmar von Matt in der «Schweiz am Wochenende». Vor diesem Hintergrund sind auch politische Forderungen zu sehen, die Google und Facebook dazu zwingen wollen, «einen finanziellen Beitrag leisten an das demokratische Mediensystem der Schweiz», wie es SP-Nationalrat Matthias Aebischer sagt.

Sonderfall Tessin

Auch nach der Einstellung des Giornale del Popolo bleibt das Tessin das Medien-Mekka der Schweiz: Nirgendwo sonst herrscht eine vergleichbare Vielfalt auf so kleinem Raum. Neben der oft als übermächtig beschriebenen italienischsprachigen SRG halten sich insbesondere die gedruckten Medien erstaunlich gut. Ein Grund dafür ist die starke Tradition der politischen Presse im Tessin. Es war Weiterlesen …