DOSSIER mit 113 Beiträgen

Journalistische Praxis

Mehr Berichte über Terrorismus => mehr Terror-Anschläge

Den Nachahmungseffekt, den Medienberichte über Selbstmorde auslösen, ist bekannt als «Werther-Effekt», benannt nach Goethes Roman «Die Leiden des jungen Werther». In den 1970er Jahren wurde der kausale Zusammenhang erforscht und belegt. Einen solchen sieht Michael Jetter, Medienökonom an der University of Western Australia in Perth, nun auch für die Terror-Berichterstattung. Jetter nahm 61’000 Anschläge in Weiterlesen …

Hochwasser ist nicht gleich Hochwasser

Das südliche Asien versinkt gerade in den Fluten des Monsuns, aber Hochwasserbilder erreichen uns via Medien praktisch nur aus Texas. Die banale Feststellung dazu von Arne Perras in der Süddeutschen Zeitung: «Existenzielles Leid per se reicht nicht, um konsequentes Interesse auszulösen.» Selbst die mehr als tausend Monsunopfer sind offenbar kein Grund für die Medien, den Weiterlesen …

Die Redaktion, die Hurrikan «Harvey» trotzt

Ausnahmezustand auf der Redaktion des «Victoria Advocate» im von Hurrikan «Harvey» heimgesuchten Texas. In den letzten Tagen haben sich die Redaktionsräumlichkeiten in ein Schlaflager für einen Teil der Mitarbeitenden verwandelt, deren Häuser unter Wasser stehen. Ebenso dient der Redaktionssitz als Zuflucht für Haustiere. Nun arbeiten die Journalisten neben Katzen und Kaninchen. Wenn der Strom nicht Weiterlesen …

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Ahnungslosigkeit und Ignoranz als Recherchevoraussetzung

Der Berliner Unternehmer Enno Lenze erhält aufgrund seiner anti-rassistischen Tätigkeit regelmässig (Mord)drohungen, auch über Facebook. Nun wollte Lenze für eine Geldsammlung über die «beste» Drohung abstimmen lassen und diese Aktion auf Facebook bewerben. Geht aber nicht. Facebook findet die Drohungen, sie sie zuerst durchgelassen haben, nun plötzlich zu vulgär. Darüber hat Enno Lenze zahlreichen Journalistinnen Weiterlesen …

Alles ist Recherche

Die inflationäre Verwendung des Recherche-Begriffs für jegliche Form journalistischer Fragerei wertet den Begriff ab. Oder anders: Je weniger recherchiert wird, desto offensiver wird die Nicht-Recherche als Recherche verkauft. Anlass genug für Michael Furger, dieser Unsitte in der aktuellen NZZ am Sonntag seine Medienkritik zu widmen.