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	<title>Bund | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Monopolzeitung, Medienmacht und Meinungsbildung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2022 16:29:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine SP-Politikerin beschwert sich bei den fusionierten Berner Tamedia-Zeitungen BZ/Bund über die einseitige Berichterstattung und fordert einen Gastbeitrag. Die Redaktion gewährt ihr ein Interview. Zeigt sich hier das schlechte Gewissen einer Monopolzeitung oder nur der Courant normal im Lokaljournalismus? Dass sich Politikerinnen bei den Medien beschweren, wenn ihnen die Berichterstattung missfällt, gehört zum journalistischen Alltag. <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine SP-Politikerin beschwert sich bei den fusionierten Berner Tamedia-Zeitungen BZ/Bund über die einseitige Berichterstattung und fordert einen Gastbeitrag. Die Redaktion gewährt ihr ein Interview. Zeigt sich hier das schlechte Gewissen einer Monopolzeitung oder nur der Courant normal im Lokaljournalismus?</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-100976 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Dass sich Politikerinnen bei den Medien beschweren, wenn ihnen die Berichterstattung missfällt, gehört zum journalistischen Alltag. Dass eine Zeitung einer Politikerin, die sich beschwert, ohne Umschweife eine Plattform bietet, geschieht eher selten; so zum Beispiel kürzlich in Bern.<br />
</p>
<p>Am 12. November kritisierte die gemeinsame Redaktion der Tamedia-Zeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» zum wiederholten Mal das Budget der Stadt Bern fürs kommende Jahr. In einem Leitartikel empfahl der zuständige Ressortleiter unter dem Titel <a href="https://www.bernerzeitung.ch/nein-zur-schuldenwirtschaft-der-stadt-bern-862651120292" target="_blank" rel="noopener">«Nein zur Schuldenwirtschaft der Stadt Bern»</a> die Vorlage in der kommenden Abstimmung abzulehnen. Geschnürt haben das Budget der SP-Finanzdirektor und die rot-grüne Mehrheit im Parlament. Das zweistellige Millionendefizit hält die politische Linke selbstredend für keinen Sündenfall, wie das die Zeitung schon mehrfach dargestellt hat.</p>
<blockquote><p>Früher schrieben die beiden Blätter immer wieder in unterschiedliche Richtungen, auch um sich von der Konkurrenz abzuheben und ihr eigenes politisches Profil zu schärfen.</p></blockquote>
<p>Nach der Abstimmungsempfehlung griff Lena Allenspach, Co-Präsidentin der lokalen SP, zum Telefon und rief den Autor des Leitartikels an. «Mein Problem sind nicht Meinungskommentare, die sich nicht mit meiner eigenen Ansicht decken», erklärt Allenspach auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Sie störe aber die einseitige Berichterstattung, dass die Argumente der befürwortenden Seite nicht oder zu wenig vorkamen und explizit zu einer Abstimmungsparole aufgerufen wurde. «Die Zeitungen tragen eine besondere Verantwortung für die Meinungsbildung», findet die Politikerin; umso mehr nach dem Zusammenschluss der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» vor gut einem Jahr. Vorher schrieben die beiden Blätter immer wieder in unterschiedliche Richtungen, auch um sich von der Konkurrenz abzuheben und ihr eigenes politisches Profil zu schärfen.</p>
<p>Den Vorwurf der Einseitigkeit oder gar des Missbrauchs der Monopolstellung hört die Redaktion von «Bund»/BZ natürlich nicht gerne. Chefredaktor Simon Bärtschi betont gegenüber der MEDIENWOCHE, man achte auf eine ausgewogene Berichterstattung. «Das gilt auch für die Abstimmung über das Budget der Stadt Bern.» Trotzdem bot die Redaktion im vorliegenden Fall der Kritikerin eine Plattform. SP-Politikerin Allenspach forderte einen Gastkommentar, in dem sie ihre Sicht als Budget-Befürworterin darlegen könnte. «Im Interesse der Ausgewogenheit haben wir aber mit Frau Allenspach <a href="https://www.bernerzeitung.ch/das-defizit-der-stadt-bern-ist-verkraftbar-366796015890" target="_blank" rel="noopener">ein kritisches Interview geführt</a>», erklärt der Chefredaktor. Eine weitere Erklärung für das gewährte Gespräch fand sich in einem Textkasten zum Interview. Dort steht: «Im Sinne einer optimalen Meinungsbildung darf sie hier die Position der SP zur rot-grünen Finanzpolitik verteidigen.» Die beiden Erklärungen lassen sich auch als Eingeständnis lesen, dass die Berichterstattung zur Berner Budget-Abstimmung doch nicht ganz so ausgewogen gewesen wäre ohne das Interview mit der SP-Politikerin.</p>
<blockquote><p>Mit der Kritik von links und rechts sieht sich die Redaktion in ihrem Vorgehen bestätigt.</p></blockquote>
<p>Bei der Deklaration der Entstehungsgeschichte stand die Redaktion vor einem Dilemma. Hätte sie das Making-of verschwiegen, wäre der Vorgang wahrscheinlich irgendwann als Gerücht in Umlauf und die Redaktion dadurch in Verruf geraten. Die nun geschaffene Transparenz erweckt wiederum den Eindruck, dass man sich nur laut genug über die Berichterstattung beschweren muss und dann ein Interview «geschenkt» erhält. Ein lokaler FDP-Politiker schrieb denn auch prompt <a href="https://twitter.com/TomCBerger/status/1593868598413590529" rel="noopener" target="_blank">auf Twitter</a>: «Eine Woche vor der Abstimmung zum #Schuldenbudget2023 erhält das Ja-Lager die grosse Bühne.» Wobei das Nein-Lager zuvor die noch grössere Bühne erhalten hatte von Berner Tamedia-Blättern.</p>
<p>Mit der Kritik von links und rechts sieht sich die Redaktion in ihrem Vorgehen bestätigt. «Das ist aus publizistischer Sicht stets ein gutes Zeichen», folgert Bärtschi. Zwar bemüht sich der Chefredaktor das auf Druck hin gewährte Interview als Courant normal im Lokaljournalismus darzustellen. Man kann die Vorgänge aber auch kritischer beurteilen. Ist es die Aufgabe einer Monopolzeitung eine Abstimmungsparole auszugeben, nachdem bereits zuvor zwei Kommentare mit der gleichen inhaltlichen Stossrichtung erschienen waren und die Berichterstattung sich insgesamt kritisch mit dem Gegenstand befasst hatte? Wenn die Redaktion zwei Wochen vor dem Abstimmungstermin den publizistischen Vorschlaghammer auspackt, überrascht es nicht, wenn die kritisierte Seite eine angemessene Präsenz fordert.</p>
<blockquote><p>Medien und Politik müssen sich zusammenraufen und sich ihrer gesellschaftlichen Rolle entsprechend verhalten.</p></blockquote>
<p>Die Intervention der SP-Politikerin zeigt aber noch etwas anderes: Unabhängig aller Möglichkeiten der modernen Kommunikation die Bürgerinnen und Wähler <a href="https://www.direkt-magazin.ch/" target="_blank" rel="noopener">direkt anzusprechen</a>, erfüllen redaktionelle Medien weiterhin eine unverzichtbare Aufgabe. «Wir sind gegenseitig aufeinander angewiesen», sagt Lena Allenspach. «Eine unabhängige Presse und eine gelebte Medienvielfalt sind unabdingbar für die Demokratie.» Auch wenn der Umgang miteinander nicht immer einfach und konfliktfrei verläuft, müssen sich die beiden Seiten zusammenraufen und sich ihrer gesellschaftlichen Rolle entsprechend verhalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/">Monopolzeitung, Medienmacht und Meinungsbildung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 20:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut. Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignnone wp-image-95858 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte Tamedia die Lokalredaktionen seiner Berner Tageszeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">zusammengelegt</a>. Die übrigen Inhalte stammten bereits davor aus der gleichen Küche. Kritische Stimmen sprachen von «Einheitsbrei», der nun serviert würde.</p>
<blockquote><p>Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert.</p></blockquote>
<p>Seit bald einem halben Jahr lässt sich tagtäglich auf Papier und Minute für Minute online beurteilen, wie das neue lokale Medienangebot aus dem Hause Tamedia schmeckt. Um es vorweg zu nehmen: Einheitsbrei ist es nicht. Man könnte von einer grossen Produktionsküche sprechen, die zwei unterschiedlich positionierte, aber beides gutbürgerliche Restaurants im gleichen Preissegment beliefert. Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert. Um den Schein der Unabhängigkeit zu wahren, steht den beiden Etablissements je ein Wirt, respektive eine Wirtin vor.</p>
<p>Genauso läuft es bei «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Wer die gedruckten Ausgaben der beiden Zeitungen nebeneinander legt, sieht in der Regel zwei grundverschiedene Titelseiten, die sich an der DNA der beiden Blätter orientieren. «Das Lokale zuerst» gilt bei der BZ, internationales und nationales Geschehen dominiert die Front beim «Bund». Auch das Blattinnere unterscheidet sich entlang dieser Maximen – zumindest auf den ersten Blick. Der zweite Blick zeigt dann aber die grosse Anzahl identischer Artikel, der Unterschied liegt vor allem in der Anordnung.</p>
<p>Als Abonnent von einem der beiden Titel kriegt man davon nichts mit. Das Leibblatt kommt weitgehend unverändert daher, seit Tamedia am 20. Oktober 2021 die Redaktionen zusammengelegt hat. Das war auch das Ziel der Sparmassnahme: Der Abbau sollte möglichst unsichtbar erfolgen. Entsprechend zurückhaltend informierte der Verlag. Nur keine unnötige Aufregung. Natürlich gibt es keinen Abbau ohne Verlust. Den bemerken aber nur die Doppelleser:innen, von denen es sowieso fast keine mehr gibt, weil «Bund» und BZ schon bisher über weite Strecken das Gleiche angeboten und sich nur noch in der Lokalberichterstattung unterschieden hatten.</p>
<blockquote><p>«Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen.»<br />
<small>Simon Bärtschi, Chefredaktor BZ/«Bund»</small></p></blockquote>
<p>Damit die bisherigen Leserschaften der beiden Zeitungen bei der Stange gehalten und neue Abonnent:innen gewonnen werden können, investiert die neue Einheitsredaktion viel in die Pflege der beiden Medienmarken. «Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen», sagt Chefredaktor Simon Bärtschi im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.<br />
</p>
<p>Neben der unterschiedlichen Priorisierung und Positionierung identischer Artikel platziert die Redaktion weiterhin exklusive Inhalte in den beiden Titeln. So führt die BZ ein Ressort für den Regionalsport, das nur bei ihr erscheint. Der «Bund» seinerseits greift in der Auslandberichterstattung regelmässig auf Artikel aus der «Süddeutschen Zeitung» zurück, die nicht in der BZ zu lesen sind. Auch ihre Kolumnen führen die Zeitungen weiterhin je separat. Ausserdem schreibt Chefredaktor Simon Bärtschi, der vor der Fusion bereits die BZ geleitet hatte, weiterhin exklusiv für die BZ. Und wenn im Sommer Isabelle Jacobi, die jetzt noch für Radio SRF aus den USA berichtet, die Stelle als <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/isabelle-jacobi-wird-chefredaktorin-von-der-bund" target="_blank" rel="noopener">«Bund»-Chefredaktorin</a> antritt, wird auch sie ausschliesslich für ihr Blatt schreiben.</p>
<blockquote><p>Auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p></blockquote>
<p>Das Bemühen, trotz Einheitsredaktion die Identität der beiden Titel zu erhalten, zahlt sich aus. Die Qualität der Berichterstattung hat nicht gelitten. Im Gegenteil. BZ-Abonnent:innen können nun auch ehemalige «Bund»-Autor:innen lesen – und umgekehrt. «Bund»-Abonnent:innen profitieren zudem von der regional breiteren Berichterstattung der früheren BZ-Ressorts, die nun auch für das ehemalige Konkurrenzblatt berichten. Selbst kritischen Beobachter:innen fällt auf Anhieb nichts Negatives ein zur neuen Tamedia-Formel auf dem Platz Bern. Und auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p>
<p>Defizite sieht Bärtschi bei der Abdeckung gewisser Gemeinden in der weiteren Agglomeration Bern. «Da müssen wir noch stärker werden, weil das auch von uns erwartet wird», sagt der Chefredaktor von «Bund» und BZ. Die Herausforderung für die Redaktion besteht darin, weiterhin möglichst viele Gemeinden in der Berichterstattung zu berücksichtigen, auch wenn Gemeindeversammlungen und Ladeneröffnungen allein keinen unmittelbaren Anlass für einen Artikel geben. «Unser Ansatz ist es, beispielhaft über Vorgänge zu berichten, die nicht nur eine einzelne Gemeinde betreffen», erklärt Bärtschi.</p>
<p>Dieses Prinzip gilt generell für die lokale und regionale Berichterstattung von «Bund» und BZ. Für manche Redaktor:innen bedeutet das eine Umstellung. Sie müssen sich zuerst an das langsamere Tempo gewöhnen. Sie können nicht mehr jede News «raushauen», die sie gerade aufgeschnappt haben.</p>
<p>Diese Annäherung an den Magazinjournalismus bietet auch den Vorteil, dass die Redaktion vermehrt eigene Schwerpunkte setzen kann, weil sie nicht mehr Termine aus der Agenda abarbeiten muss. «Wir schaffen es, auch kurzfristig Ressourcen freizuspielen für etwas aufwändigere Recherchen», weiss Chefredaktor Bärtschi. So wie kürzlich, als bekannt wurde, dass die bernischen Behörden die Wohnung eines in der EU sanktionieren russischen Oligarchen blockierten. Da schickte die Redaktion einen Reporter ins Berner Oberland, der dann vor Ort einen Tag lang dem Thema nachgehen konnte.</p>
<blockquote><p>Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p></blockquote>
<p>In der Zürcher Tamedia-Zentrale zeigt man sich angetan vom neuen Berner Modell. Co-Chef Marco Boselli sagte dazu anlässlich der <a href="https://youtu.be/pDjSDSIPaoE" target="_blank" rel="noopener">Bilanzmedienkonferenz</a> vom 10. März 2022: «Gerade in Bern zeigen wir, dass wir eben auch mit einer einheitlichen Redaktion die journalistische Schlagkraft erhöhen konnten.» Der Preis, den die Öffentlichkeit dafür zahlt, erwähnte Boselli natürlich nicht. Die neue «Schlagkraft» gibt es nur auf Kosten der Meinungsvielfalt, mit der die vormals getrennten Lokalredaktionen von «Bund» und BZ (<a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">«Berner Modell»</a>) die politische Diskussion in der Bundesstadt bereichert hatten. Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p>

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<p>Geschäftlich scheint die Rechnung aufzugehen. «Wir wachsen digital und ich gehe davon aus, dass die Abos aus allen Ecken des Kantons stammen», sagt Simon Bärtschi. «Beim Print können wir auf eine treue Leserschaft zählen, die wir möglichst zu halten versuchen.» Für das vergangene Jahr vermeldet Tamedia einen deutlichen Anstieg auf inzwischen 147&#8217;000 Digitalabos. Das seien alles «neue Kunden, nicht irgendwelche Print-Abonnenten», betonte Tamedia-Co-Chef Marco Boselli an der Bilanzmedienkonferenz. Die Zahlen von «Bund» und BZ veröffentlicht Tamedia nicht.</p>
<p>Wie lange sich die neue Einheitsredaktion in ihrer gegenwärtigen Struktur halten kann, weiss niemand. Mit 50 Vollzeitstellen, verteilt auf 70 Personen, besteht auch für die Zukunft Abbaupotenzial. Zum aktuellen Tamedia-Sparprogramm habe Bern mit der Redaktionsfusion seinen Teil beigetragen. Obwohl erst 40 Prozent der angestrebten 70 Millionen Franken eingespart wurden, blieben «Bund» und BZ von weiteren Eingriffen verschont, versicherten die Verantwortlichen kürzlich dem Personal.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Streaming, Titelei, Scherbenhaus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 09:29:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Sport für alle Die Handballerinnen vom HC Malters haben es schon, die Fussballer vom FC Köniz kriegen es bald. Was bisher den Grossen im Sport vorbehalten war, hält vermehrt auch bei den Kleinen Einzug: Professionelles Streaming und gestochen scharfe Live-Bilder gibt es jetzt auch aus der Dorfturnhalle und aus dem Quartierstadion. Diese <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-94943" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-300x101.jpg" alt="" width="300" height="101" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>The Good – Sport für alle</h3>
<p>Die Handballerinnen vom HC Malters haben es schon, die Fussballer vom FC Köniz kriegen es bald. Was bisher den Grossen im Sport vorbehalten war, hält vermehrt auch bei den Kleinen Einzug: Professionelles Streaming und gestochen scharfe Live-Bilder gibt es jetzt auch aus der Dorfturnhalle und aus dem Quartierstadion.</p>
<p>Diese Woche <a href="https://www.ringier.com/de/ringier-sports-lanciert-neue-sport-streaming-plattform-mit-fokus-auf-den-amateursport/" rel="noopener" target="_blank">kündigte Ringier an</a>, noch in diesem Jahr verstärkt in die mediale Sichtbarkeit des Amateursports zu investieren. Mit seiner <a href="https://www.projectred.ch/projectred/" rel="noopener" target="_blank">Streaming-Plattform RED</a> springt Ringier auf einen fahrenden Zug auf. Ab dem kommenden Sommer sollen hier sämtliche Spiele der dritt- und vierthöchsten Spielklasse des Schweizer Männerfussballs zu sehen sein.</p>
<p>Bereits aktiv in diesem Feld bewegt sich die Swisscom mit seiner Amateursport-Streamingplattform <a href="https://asport.tv/" rel="noopener" target="_blank">Asport.tv</a>. Zahlreiche Vereine aus unterschiedlichen Mannschaftssportarten, ob Hornussen oder Handball, haben ihre Spielstätten mit smarten Kameras ausgerüstet, die automatisch das Spielgeschehen verfolgen. Dass nun zwei Anbieter um die gleichen Clubs und Ligen buhlen, kann sich positiv auswirken, da kein Monopolist allein die Preise setzen kann.</p>
<p>Noch besser wäre es aber, wenn die SRG im Sinne eines Service public eine solche Plattform betreiben würden, wie sie das im Musikbereich auch macht mit dem <a href="https://mx3.ch/" rel="noopener" target="_blank">MX3-Portal</a>. Die SRG hingegen träumt weiter davon, für teures Geld wieder die <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/sport/srf-wir-wollen-die-champions-league-wieder-ins-programm-nehmen-ld.2246148?reduced=true" rel="noopener" target="_blank">Fussball-Champions-League zu zeigen</a>.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Nick Lüthi</em></small></p>
<h3>The Bad – Exemplarisch am Titel gescheitert</h3>
<p>Journalismus lebt auch von Vereinfachung. Das geschieht zwar auf Kosten der Präzision, aber zum Nutzen des Publikums, das sich nicht durch ein Gestrüpp von Details schlagen muss, sondern einen direkten Weg entlang klarer Begriffe findet. Auf einfache und klare Begriffe setzte am Donnerstag auch die Berner Tamedia-Redaktion von «Bund»/«Berner Zeitung» mit der Titelzeile: <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/bundbzjugend.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">«Wie die Jugend zurück ins Leben will»</a>.</p>
<p>Nur: Drei (ehemalige) Gymnasiastinnen, die im Text porträtiert werden, sind nicht «Die Jugend» und «zurück ins Leben» kommt man höchstens nach einer Nahtoderfahrung. In der gedruckten Zeitung steht noch die Spitzmarke «Fertig Corona». Das entspricht wenn schon dem Wunschdenken der Redaktion und weniger dem gegenwärtigen Zustand der Pandemie.</p>
<p>Die missratene Titelei überrascht nicht. Zusammengesparte Redaktionen sind gezwungen, Geschichten vermehrt exemplarisch und grundsätzlich zu erzählen, nach dem Motto: Ein einzelner Artikel erklärt ein ganzes Phänomen und erreicht damit ein grösseres Publikum. Wenn aber nur der Titel diesem Anspruch genügt, bleiben enttäuschte und verärgerte Leser:innen zurück.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Nick Lüthi</em></small></p>
<h3>The Ugly – Das Scherbenhaus an der Werdstrasse</h3>
<p>Der Lokalreporter des «Tages-Anzeiger», der vor drei Wochen ein missglücktes Porträt voller antisemitischer Stereotypen produzierte, ist entlassen worden. Der Reporter bat öffentlich um Entschuldigung, die Chefredaktion ebenfalls. Öffentliche Reue ist selten im Journalismus. Das machte Hoffnung: Für ein Umdenken braucht es Einsicht. Doch nach der Entlassung steht der «Tages-Anzeiger» vor einem Scherbenhaufen. Fragen drängen sich auf:</p>
<p>• Wenn das Porträt ein entscheidender Faktor für die Entlassung war: Was sagt das über das <a href="https://www.tachles.ch/artikel/news/journalist-kevin-bruehlmann-entlassen" rel="noopener" target="_blank">Reflexionsniveau zu Antisemitismus in der Chefredaktion</a> aus?</p>
<p>• Hätte der junge Entlassene am Ende bleiben können, wenn er – getreu dem Macho-Journalismus der Älteren – jedes Verfehlen abgestritten hätte?</p>
<p>• Wenn die Entlassung <a href="https://www.republik.ch/2022/02/16/aus-politischen-gruenden-tages-anzeiger-entlaesst-journalisten?ref=refind" rel="noopener" target="_blank">auf Druck des Verlegers</a> infolge eines kritischen Artikels über eine reiche Zürcher Stiftung erfolgte, wie die «Republik» schreibt: Wie können Tamedia-Journalist:innen noch frei schreiben?</p>
<p>• Wenn die Entlassung wegen Formulierungen wie «Perpetuum Mobile, das den Spass des Zürcher Bürgertums finanziert» in Recherchen erfolgte, wie es im <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/18/tages-anzeiger-vermischung-von-bericht-und-kommentar-als-entlassungsgrund/">Antwortschreiben der «Tages-Anzeiger»-Chefredaktion</a> um Arthur Rutishauser und Mario Stäuble auf den internen Protest heisst: Welcher Stil ritzt für die Chefredaktion denn nicht die Tamedia-Qualitätsrichtlinien? Warum hat der Chefredaktor den Lokalreporter, der mit genau diesem Stil bekannt wurde, überhaupt zum «Tages-Anzeiger» geholt?</p>
<p>• Inwiefern übernimmt der Chefredaktor die Verantwortung für den vermeintlich fehlerhaften Text, wenn er bleibt und der Reporter gehen muss?</p>
<p style="text-align: left;">Solange diese Fragen das Redaktionsklima prägen, ist die intern geforderte und versprochene Selbstreflexion über Antisemitismus unmöglich.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Benjamin von Wyl</em></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Streaming, Titelei, Scherbenhaus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 22:57:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=93037</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn die grossen Verlage beim Lokaljournalismus sparen, öffnen sie Raum für neue Projekte. Doch gross und klein bleiben sich verbunden und sehen sich oft ähnlicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Beobachtungen aus Bern. «Bald nur noch eine grosse Zeitung in Bern?», lautete der Veranstaltungstitel des 1. Berner Medientags vom November 1991. Was <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn die grossen Verlage beim Lokaljournalismus sparen, öffnen sie Raum für neue Projekte. Doch gross und klein bleiben sich verbunden und sehen sich oft ähnlicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Beobachtungen aus Bern.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-93038" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Bald nur noch eine grosse Zeitung in Bern?», lautete der Veranstaltungstitel des 1. Berner Medientags vom November 1991. Was das Organisationskomitee damals als Frage formuliert hatte, ist 30 Jahre später eine Tatsache. Seit dem 20. Oktober 2021 arbeitet nur noch eine einzige Lokalredaktion für «Bund» und «Berner Zeitung», der Rest kommt eh schon längst aus Zürich.<br />
</p>
<p>Der Medientag, obwohl auch schon mal totgesagt, findet statt wie eh und je, Jahr für Jahr, <a href="https://bernermedientag.ch/2021/30-berner-medientag-abbruch-oder-aufbruch/" rel="noopener" target="_blank">kürzlich zum 30. Mal</a> – allerdings weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Branche bleibt unter sich. Was es mit dem Abbruch oder Aufbruch und dem Umbruch auf dem Berner Medienplatz auf sich hat, erfahren jene nicht, die als zahlendes und lesendes Publikum massgeblich mitentscheiden, wer die grösseren Überlebenschancen hat.</p>
<blockquote><p>Tamedia will kein grosses Aufheben machen um den Abbau, der ihre Berner Zeitungen zur Redaktionsfusion gezwungen hatte.</p></blockquote>
<p>Die Tamedia-Zeitungen berichten schon länger nicht mehr über den Anlass, obwohl (oder weil?) es immer wieder um sie selbst geht. Das war auch in diesem Jahr nicht anders. Keine Zeile, wo es früher schon mal das ganze Paket gab mit Vorschau und Veranstaltungsbericht. Man will kein grosses Aufheben machen um den Abbau, der die Berner Tamedia-Zeitungen zur Redaktionsfusion gezwungen hatte. Gegen aussen wollen Redaktion und Verlag den Schein der Vielfalt wahren.</p>
<p>Dazu passt auch die Mitteilung von letzter Woche, wonach «Der Bund» mit Isabelle Jacobi eine <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/isabelle-jacobi-wird-chefredaktorin-von-der-bund" rel="noopener" target="_blank">neue Chefredaktorin</a> gefunden habe. Courant normal. Dass die Chefredaktorin keine eigene Redaktion führen wird, stand nirgends im Klartext.</p>

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<p>Bisher geht die Strategie auf. Das Publikum, die Abonnentinnen und Leser der beiden vormals unabhängigen Titel, scheint den Abbau nicht zu bemerken. «Wir haben es auch so gemacht, dass es möglichst keine Reaktionen gibt», gesteht Simon Bärtschi ohne Umschweife am Berner Medientag. Nun kann man das so sehen, dass Tamedia die Quadratur des Zirkels gelingt: Aus weniger mach mehr (oder zumindest gleich viel). Oder aber dem Publikum fehlen schlicht die Instrumente, um überhaupt beurteilen zu können, was es vielleicht auch noch interessieren könnte. Um beim aktuellen Beispiel zu bleiben: Woher soll jemand wissen, der sich nicht sonst schon mit dem Thema beschäftigt, dass eine hochkarätige Runde über den Zustand der lokalen Medien diskutiert? </p>
<p>Wenn die Grossen nicht berichten, dann vielleicht die Kleinen. Tatsächlich blieb der Berner Branchenanlass nicht komplett ohne Berichterstattung. Die Ausnahme von der Regel findet sich im Online-Magazin «Journal B». Dort kann man <a href="https://journal-b.ch/artikel/abbruch-oder-aufbruch-auf-dem-medienplatz-bern/" rel="noopener" target="_blank">nachlesen</a>, dass sich BZ/Bund-Gesamtleiter Simon Bärtschi «über den weitgehend störungsfreien Vollzug der Redaktionszusammenlegung» freut.</p>
<blockquote><p>Der Monopolist freut sich, wenn es rundherum ein bisschen spriesst. </p></blockquote>
<p>Was da nicht steht, was er aber auch sagte: Er freue sich über neue Medien auf dem Platz Bern. Eine nicht ganz uneigennützige Freude, wie Bärtschi freimütig zugibt. Erscheint doch seine fusionierte Tamedia-Redaktion etwas weniger als der böse Monopolist, wenn es rundherum ein bisschen spriesst. Das sagte er nicht zuletzt mit Blick auf das <a href="https://crowdfunding.hauptstadt.be/">Projekt «Hauptstadt»</a>, das nach erfolgreicher Geldsammelaktion im kommenden März mit einem neuen Berner Journalismus loslegen will.</p>
<p>Mehr als 3000 Leute haben mindestens 120 Franken gezahlt. Was sie dafür kriegen, erfahren sie in ein paar Monaten. Als Inspiration dienen der «Hauptstadt» vergleichbare Medien in anderen Schweizer Städten, beispielsweise <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Bajour»</a> aus Basel oder die <a href="https://www.republik.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Republik»</a> aus Zürich. So könnte ein Newsletter mit kuratierten Inhalten aus unterschiedlichen Quellen als «eine Art journalistisches Rückgrat» dienen, erklärte die ehemalige BZ-Redaktorin und «Hauptstadt»-Mitgründerin Marina Bolzli am Berner Medientag. Generell gelte es die beschränkten Ressourcen optimal einzusetzen. Darin gleichen sich das kleine Start-Up und die grosse Tamedia-Redaktion. Beide wollen (und können) nicht mehr den kleinteiligen, agendagetriebenen Journalismus liefern, sondern setzen auf eine exemplarische Darstellung mit einem breiteren Blick auf das lokale Geschehen. Eine einzelne Veranstaltung kann da schon mal durch die gröber gewordenen Maschen fallen. Im Idealfall folgt nun irgendwann eine exemplarische Darstellung von Ab- und Aufbruch auf dem Medienplatz Bern. Klar ist aber auch: Das Defizit, das entsteht, wenn die grossen Redaktionen nicht mehr überall hinschauen, können auch die neuen Mitbewerber nicht wettmachen. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2021 22:27:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[BärnToday]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie bereits in vier anderen Deutschschweizer Städten will CH Media auch in Bern ein «Today»-Portal aufbauen. Die Lücke, die Tamedia mit der Fusion seiner Zeitungsredaktionen hinterlässt, wird das neue Angebot aber kaum füllen können. Der 20. Oktober 2021 markierte eine Zäsur in der Mediengeschichte der Bundesstadt. Seit vergangenem Mittwoch sind die vormals eigenständigen Redaktionen von <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie bereits in vier anderen Deutschschweizer Städten will CH Media auch in Bern ein «Today»-Portal aufbauen. Die Lücke, die Tamedia mit der Fusion seiner Zeitungsredaktionen hinterlässt, wird das neue Angebot aber kaum füllen können.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92192" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der 20. Oktober 2021 markierte eine Zäsur in der Mediengeschichte der Bundesstadt. Seit vergangenem Mittwoch sind die vormals eigenständigen Redaktionen von <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">«Bund» und «Berner Zeitung»</a> Geschichte; in Bern gibt es eine journalistische Stimme weniger. Tamedia, der Verlag der beiden Zeitungen, findet es «nicht mehr zeitgemäss, in einem so kleinen Raum zwei konkurrenzierende Angebote» zu haben und hat darum «gemacht, was man machen muss, wenn man betriebswirtschaftlich denkt». Das sagte Tamedia-Zeitungschef Marco Boselli am <a href="https://vimeo.com/613599198" target="_blank" rel="noopener">Swiss Media Forum</a> vor einem Monat in Luzern.</p>
<p>Nun gibt es Medienunternehmen, die ebenfalls betriebswirtschaftlich denken, aber zu anderen Schlüssen kommen. Zum Beispiel <a href="https://chmedia.ch/" target="_blank" rel="noopener">CH Media</a>. Das Joint Venture von NZZ Mediengruppe und AZ Medien plant, in Bern sein Medienangebot auszubauen.<br />
</p>
<p>Wie bereits in St. Gallen, Luzern, Aarau und Zürich will CH Media auch in Bern seine Radio- und Fernsehaktivitäten mit einem Online-Portal besser sichtbar machen. Das Unternehmen bestätigt die Ausbaupläne zwar nicht explizit, dementiert sie aber auch nicht.</p>
<blockquote><p>Dass der Aufbau von «BärnToday» beschlossene Sache sei, bestätigen mehrere Quellen aus dem Unternehmen CH Media.</p></blockquote>
<p>Ein CH-Media-Sprecher teilt der MEDIENWOCHE auf Anfrage mit: «Unser Ziel ist es, an allen unseren CH-Media-Entertainment-Standorten gemeinsame Radio-, regionale TV- und Today-Redaktionen zu schaffen.» Ein solcher Standort ist auch Bern. Mit «Telebärn» und «Radio Bern 1» besitzt CH Media, wie in den anderen vier Städten, auch in der Bundesstadt je einen TV- und einen Radiosender.</p>
<p>Eins und eins zusammengezählt hat auch das Jahrbuch «Qualität der Medien». In seiner aktuellen Ausgabe steht: «Der <a href="https://chmedia.ch/news/ch-media-uebernimmt-radio-bern1" target="_blank" rel="noopener">Kauf von ‹Radio Bern 1›</a> per Januar 2021 deutet darauf hin, dass CH Media auch in Bern eine verstärkte Integration seiner verschiedenen Medienangebote ansteuert.»</p>
<blockquote><p>«Telebärn» will sein aktuelles Studio verlassen und sucht zusammen mit «Radio Bern 1» gemeinsame Räumlichkeiten.</p></blockquote>
<p>Dass der Aufbau von «BärnToday» beschlossene Sache sei, bestätigen mehrere Quellen aus dem Unternehmen CH Media unabhängig voneinander. Die Frage sei nur noch, ob es im Herbst 2022 oder erst im Frühjahr 2023 losgehe in Bern. Von offizieller Seite heisst es, der Fokus liege nun auf Zürich und der baldigen Lancierung von «ZüriToday». Und: «Wir arbeiten an der Fortsetzung der Today-Erfolgsgeschichte», so der CH-Media-Sprecher.</p>
<p>Klar ist: «Telebärn» will sein aktuelles Studio verlassen und sucht zusammen mit «Radio Bern 1» gemeinsame Räumlichkeiten. Dort soll eine Online-Redaktion dazustossen. Das ist die gleiche Konstellation wie an allen anderen «Today»-Standorten.</p>
<p>Das erste solche Portal war <a href="https://www.fm1today.ch/" target="_blank" rel="noopener">«FM1Today»</a> in St. Gallen, benannt nach dem gleichnamigen Radiosender. Die Idee dazu stammte von der NZZ-Mediengruppe. Es sei das erste regionale Onlineportal der Schweiz, das in einer konvergenten Redaktion von Online-, Radio- und TV-Journalisten produziert werde, hiess es zum Start von «FM1Today» <a href="https://unternehmen.nzz.ch/2015/09/das-onlineportal-fm1today-ist-erfolgreich-gestartet/" target="_blank" rel="noopener">im Herbst 2015</a>.</p>

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<p>Nach dem Zusammenschluss der NZZ-Regionalmedien mit den AZ Medien führte die neue CH Media das «Today»-Konzept weiter. Anfang 2020 folgte <a href="https://www.pilatustoday.ch/" target="_blank" rel="noopener">«PilatusToday»</a> in Luzern mit «Radio Pilatus» und «Tele 1» als Kern. Im Sommer 2021 ging im AZ-Kernland <a href="https://www.argoviatoday.ch/" target="_blank" rel="noopener">«ArgoviaToday»</a> an den Start, wo das Unternehmen «Radio Argovia» und «Tele M1» betreibt. Im Frühjahr 2022 soll <a href="https://chmedia.ch/news/zueritoday-ch-media-baut-today-netzwerk-weiter-aus" target="_blank" rel="noopener">«ZüriToday»</a> folgen. Hier gehören «Radio 24» und «TeleZüri» dazu. «BärnToday» wäre dann die fünfte konvergente Regional-Newsplattform. Für die vier (und bald fünf) Portale hat CH Media eine Zentralredaktion in Zürich geschaffen, die «künftig überregionale Inhalte für alle Today-Plattformen produzieren, sowie zentrale Funktionen im Social Media- und Community-Management-Bereich übernehmen» werde.</p>
<blockquote><p>«BärnToday» wird dereinst hinter den Tamedia-Zeitungen die zweitgrösste Lokal-Redaktion beschäftigen in Bern.</p></blockquote>
<p>In Bern könnte CH Media nach der Zusammenlegung der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» einen Beitrag dazu leisten, die Lücke zu füllen, die der Abbau bei den Tamedia-Titeln hinterlassen hat. Immerhin wird «BärnToday» mit seinen grob geschätzt rund 30 redaktionellen Stellen dereinst hinter den Tamedia-Zeitungen die zweitgrösste Lokalredaktion beschäftigen. Die Frage, ob es der Anspruch sei, mit dem neuen Portal in der Bundesstadt eine prägende Rolle im (politischen) Lokaljournalismus zu spielen, wollte CH Media nicht beantworten.</p>
<p>Ein Blick auf die «Today»-Portale zeigt, dass das publizistische Profil vor allem regionale Polizei- und People-Meldungen umfasst. Push-Nachrichten verschickt die Redaktion zum Start einer weiteren <a href="https://www.3plus.tv/der-bachelor" target="_blank" rel="noopener">«Bachelor»</a>-Staffel, die auf dem CH-Media-Sender 3+ läuft, oder zur Wahl des Jugendwortes des Jahres. Politischer Journalismus zählt nicht zum Kerngeschäft. Das lässt sich auch damit erklären, dass CH Media in St. Gallen, Luzern und Aarau Tageszeitungen herausgibt, die mit einem kostenpflichtigen Online-Angebot zahlende Kundschaft suchen. Diese Bemühungen will man nicht mit dem eigenen Gratisangebot unterlaufen.</p>
<blockquote><p>«BärnToday» wird in einer Liga mit «Nau.ch» und «20min.ch» spielen.</p></blockquote>
<p>In Zürich und in Bern müssten die «Today»-Portale nicht auf Zeitungen aus dem eigenen Verlag Rücksicht nehmen. Ob «BärnToday» deshalb vom Konzept abweicht, darf bezweifelt werden. «Telebärn» und «Radio Bern 1» zeichnen sich nicht durch «harten» Journalismus aus und vermögen nur vereinzelt Akzente zu setzen oder mit ihrer Berichterstattung politisch etwas zu bewegen. Platzhirsch Tamedia braucht also kaum publizistische Konkurrenz zu fürchten. Und wirtschaftlich spielen die «Today»-Portale im werbefinanzierten Reichweitengeschäft, während sich «Bund» und «Berner Zeitung» vor allem über Abos finanzieren wollen und müssen. «BärnToday» wird daher in einer Liga mit «Nau.ch» und «20min.ch» spielen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2021 08:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91972</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Bern gab es bislang zwei getrennte Redaktionen: Berner Zeitung und Bund. Am Mittwoch führt Tamedia die ungleichen Teams zusammen. Ane Hebeisen vom Bund und Mirjam Comtesse von der BZ haben sich in einer Arbeitsgruppe mit der DNA der beiden Titel befasst.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/">Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Bern gab es bislang zwei getrennte Redaktionen: Berner Zeitung und Bund. Am Mittwoch führt Tamedia die ungleichen Teams zusammen. Ane Hebeisen vom Bund und Mirjam Comtesse von der BZ haben sich in einer Arbeitsgruppe mit der DNA der beiden Titel befasst.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/">Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Seit Jahren befürchtet, jetzt eine Tatsache: Tamedia fusioniert Berner Lokalredaktionen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2021 06:03:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia vollzieht den letzten Schritt zur Vollfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» und legt auch die Lokalressorts zusammen. Die unterschiedlichen Publika der beiden Tageszeitungen kriegen fortan Einheitskost. Dank Scheinvielfalt soll sie etwas besser schmecken. Es ist das Ende einer Epoche und der Anfang einer neuen Zeitrechnung auf dem Medienplatz Bern. Gut vierzig Jahre hat es <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tamedia vollzieht den letzten Schritt zur Vollfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» und legt auch die Lokalressorts zusammen. Die unterschiedlichen Publika der beiden Tageszeitungen kriegen fortan Einheitskost. Dank Scheinvielfalt soll sie etwas besser schmecken.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-87528" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Es ist das Ende einer Epoche und der Anfang einer neuen Zeitrechnung auf dem Medienplatz Bern. Gut vierzig Jahre hat es gedauert, bis von vier Tageszeitungsredaktionen noch eine übrig bleibt. Am Donnerstagmorgen gab <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/berner-zeitung-und-der-bund-hohe-journalistische-kompetenz-in-einer-redaktion" rel="noopener" target="_blank">Tamedia</a> bekannt, die heute noch unabhängigen Lokalressorts von «Bund» und «Berner Zeitung» ab Oktober zu einer einzigen Berner Redaktion zu verschmelzen.<br />
</p>
<p>Der Schritt folgt der Ankündigung eines weiteren Sparpakets im letzten Sommer. Innert dreier Jahre will Tamedia <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/bezahlmedien-schreiben-im-ersten-halbjahr-verlust-354393246545" rel="noopener" target="_blank">70 Millionen Franken</a> Kosten sparen. Dafür müssen sich die abonnierten Tageszeitungen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Das ist schmerzhaft und geht nicht ohne Verluste.</p>
<p>&#8212;<br />
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px">18 Jahre «Berner Modell» </h3>
						<style>
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									Welche Rolle die NZZ spielte und hätte spielen können								</span>
							</a>
						  </h4>
						</div>
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						  <div class="wpsm_panel-body">
							<p>Mit der Zusammenlegung der Lokalressorts von «Bund» und «Berner Zeitung» endet auch das sogenannte <a href="https://medienwoche.ch/tag/berner-modell/">«Berner Modell»</a>. 18 Jahre hielt die Formel: Zwei Zeitungen, die publizistisch im Wettbewerb zueinander stehen, erscheinen im gleichen Verlag. <strong>Begründet wurde das Modell am 25. Juli 2003.</strong> Damals gab die NZZ die Hälfte ihrer 80-Prozent-Beteiligung am «Bund» an die damalige Espace Media Groupe ab. Die Herausgeberin der «Berner Zeitung» übernahm gleichzeitig die verlegerische Verantwortung für das Konkurrenzblatt.</p>

<p>Was damals am Deal bestechend erschien: Ein notorisch defizitäres Blatt, das der «Bund» damals schon seit mehr als zehn Jahren war, konnte auf Kurs gebracht werden, ohne die redaktionelle Substanz anzutasten. <strong>Einsparungen brachten die Synergien mit der «Berner Zeitung»</strong> bei Inserateverkauf, Druck und Administration. Bei der NZZ zeigte man sich damals mit der gefundenen Lösung sehr zufrieden: «Wir sind hocherfreut, dass mit dem ‹Bund› eine zweite publizistische Stimme im Raum Bern erhalten bleibt.»</p>

<p>Im Rückblick beutet die Rettung damals auch den Anfang vom Ende von zwei unabhängigen Zeitungen in der Bundesstadt. Schon unter Espace Media folgte ein erster Eingriff in die Unabhängigkeit der beiden Blätter als der «Bund» 2006 als Sparmassnahme das Sportressort der «Berner Zeitung» übernahm. Nachdem sich Espace Media 2007 mit Tamedia zusammengeschlossen hatte, bekannte sich die Unternehmensleitung zwar zum «Berner Modell», aber immer unter der Voraussetzung, dass die beiden Zeitungen rentieren. <strong>Unter diesem Druck musste der «Bund» ab 2009 den Mantel vom «Tages-Anzeiger» übernehmen</strong> und verlor damit in weiten Teilen seine publizistische Selbständigkeit. Die «Berner Zeitung» konnte bis 2018 ihre Komplettredaktion halten.</p>

<p>Seit drei Jahren beliefert die Tamedia Redaktion beide Berner Titel mit der überregionalen Berichterstattung, <strong>nur noch die lokalen Ressorts unterscheiden sich</strong>. Und nun ist auch damit bald Schluss. Wie es heute scheint, auch mit Blick auf das globale Zeitungswesen, ein unvermeidbarer Weg.</p>

<p>Dennoch darf man sich heute fragen, was geschehen wäre, wenn 2003 die NZZ den «Bund» nicht in die Obhut von Espace Media gegeben und stattdessen <strong>mit dem Aargauer Verleger Peter Wanner</strong> und seinem damaligen Netzwerk der Mittelland-Zeitung zusammengespannt hätte. Diese Option stand damals im Raum.</p> 

<p>Wanner wollte den «Bund» nie übernehmen, wie er später öffentlich versicherte. Er hatte damals nur eine Offerte eingereicht für die Lieferung des Mantelteils seiner «Aargauer Zeitung». <strong>Das kam aber für die NZZ nicht in Frage</strong>, weil sie erstens ihre Beteiligung am Sorgenkind «Bund» reduzieren wollte und zweitens hätte eine externe Mantellösung zu einem starken Personalabbau auf der «Bund»-Redaktion geführt, was auch nicht im Interesse der NZZ lag. So weit so nachvollziehbar aus der damaligen Perspektive.</p>

<p>Hätte sich die NZZ trotzdem für den AZ-Mantel und gegen das «Berner Modell» mit zwei Zeitungen im gleichen Verlag entschieden, <strong>sähe es heute in Bern vielleicht ähnlich aus wie in Basel</strong>. Am Rhein gibt es mit der «Basler Zeitung» von Tamedia und der BZ Basel von CH Media zwei Tageszeitungen aus zwei Verlagen.</p>

<p>Ein «Bund»-Deal zwischen NZZ und AZ Medien wäre seiner Zeit voraus gewesen. Später fanden die Zürcher und die Aargauer doch noch zueinander. 2018 legten sie ihre Regionalzeitungen im Joint Venture CH Media zusammen. <strong>Man wünschte sich, der «Bund» gehörte auch dazu.</strong> Doch der Konjunktiv schafft keine Medienvielfalt.</p>						  </div>
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&#8212;</p>
<p>Als Folge der Redaktionsfusion von «Bund» und BZ wird Tamedia rund 20 Vollzeitstellen abbauen. Wie viele Journalistinnen und Journalisten ihre Stelle verlieren, wird erst nach einem Konsultationsverfahren in den nächsten Monaten feststehen. Der Abbau, schreibt Tamedia in einer Mitteilung, erfolge «soweit wie möglich über die natürliche Fluktuation». Geleitet wird die neue Redaktion von einer vierköpfigen Chefredaktion mit dem bisherigen BZ-Chefredaktor Simon Bärtschi an der Spitze.</p>
<blockquote><p>Auch wenn frühere Abbauschritte beide Zeitungen bereits deutlich geschwächt haben, markiert die finale Fusion doch eine Zäsur.</p></blockquote>
<p>Schauten bisher zwei voneinander unabhängige Redaktionen auf das Geschehen in Stadt, Region und Kanton Bern, so macht das künftig nur noch eine. Der Wettbewerb zwischen «Bund» und BZ um die besseren Geschichten, befeuert durch die starke Identifikation der Mitarbeitenden mit dem jeweiligen Blatt, ist Geschichte.</p>
<p>Mit den rund 70 Journalistinnen und Journalisten ist die neue Berner Tamedia-Redaktion zwar das mit Abstand grösste Lokalmedium im Kanton Bern. Aber schiere Grösse ersetzt nicht den fehlenden Wettbewerb. In schlechter Erinnerung bleibt die «Basler Zeitung», die auch aus einer Fusion entstanden war. «In Basel produziert die finanziell wohldotierte BaZ mit vielen guten Journalisten eine meist ehrgeizlos brave Zeitung», schrieb 2003 der «Tages-Anzeiger» mit Blick auf die schon damals erwartete Monopolsituation auf dem Platz Bern.</p>
<p>Gegen aussen versucht Tamedia den Eindruck des Monopols zu vermeiden, indem «Bund» und «Berner Zeitung» weiterhin als separate Titel erscheinen, sowohl gedruckt als auch im Web und als App. Dazu soll die Redaktion unterschiedliche Akzente setzen für die Publika der beiden Blätter. Der «Bund» soll mehr Kultur- und mehr Meinungsbeiträge bieten, die BZ dagegen soll, wie heute schon, verstärkt über ausgewählte Kantonsteile und Gemeinden berichten. Auch beim Sport soll die BZ eine weiterführende Berichterstattung anbieten als der «Bund». </p>
<p>Spielraum für eine unterschiedliche Positionierung bietet wie bisher der Mantelteil mit den überregionalen Ressorts. Hier kann sich die Berner Redaktion aus dem Pool der Tamedia-Redaktion bedienen, die wiederum Artikel der Süddeutschen Zeitung nutzen darf.</p>
<p>Die Abonnentinnen der BZ und die «Bund»-Abonnenten werden von der Fusion indes nicht allzuviel mitkriegen: Sie erhalten weiterhin ihr Leibblatt oder den Zugriff auf ihre Lieblings-App, vermutlich sogar mit einem umfassenderen Angebot als heute, weil die fusionierte Redaktion grösser ist als die bisher separaten Redaktionen der beiden Zeitungen.</p>
<p>Den «Einheitsbrei» sehen nur Doppelleserinnen und -leser, von denen es nur noch wenige gibt, weil «Bund» und BZ bereits in den letzten Jahren über weite Strecken identische Artikel brachten und zwei Abos darum nur noch wenig Mehrwert boten. Was auch heisst:</p>
<blockquote><p>Für Tamedia könnte die Rechnung aufgehen. Der Aufschrei von <a href="https://syndicom.ch/aktuell/artikel/kahlschlag-bei-bund-und-berner-zeitung/" rel="noopener" target="_blank">Gewerkschaften</a> und <a href="https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/ein-schwarzer-tag-fuer-den-medienplatz-bern" rel="noopener" target="_blank">Politik</a> wird verhallen, wie schon so mancher Protest gegen Tamedia-Sparübungen zuvor.</p></blockquote>
<p>Das einzige Mittel gegen die Monopolmisere wäre ein Medium, das die bisherige Wettbewerbssituation zwischen «Bund» und BZ wiederbeleben würde. Das hiesse aber auch, dass jemand viel Geld in die Hand nehmen müsste, um der fusionierten Grossredaktion auf Augenhöhe etwas entgegenhalten könnte.</p>
<p>Eine gewisse Hoffnung besteht, dass der Schaffhauser Verleger Norbert Bernhard mit seinem <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Gratiszeitungsprojekt</a> die nötigen 50 bis 60 Millionen zusammenkriegt, um ein publizistisches Gegengewicht zum Tamedia-Monopol aufzubauen. Wobei die starke Abhängigkeit von Banken und Werbung ein Fragezeichen hinter die Unabhängigkeit dieser Zeitung setzt. Bis Ende April will Bernhard entscheiden, ob er loslegt.</p>
<p>Etwas bescheidener unterwegs ist eine Gruppe Berner Journalistinnen und Journalisten. Nach dem Vorbild von <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">Bajour</a> in Basel versuchen sie eine Online-Plattform für Bern auf die Beine zu stellen. Viel mehr ist dazu noch nicht bekannt. Als Konkurrenz auf Augenhöhe zur neuen Tamedia-Redaktion sehen sie ihr Projekt aber nicht.</p>
<p>Weiter weibelt der Politikberater Mark Balsiger für ein neues Lokalmedium. Die von ihm initiierte NGO <a href="https://www.courage-civil.ch/die-zeit-ist-reif-fuer-ein-neues-online-magazin-im-grossraum-bern/" rel="noopener" target="_blank">Courage Civil</a> ruft dazu auf, «mit vereinten Kräften ein Online-Magazin zu lancieren». Der Aufruf folgt einer Umfrage, an der sich 3000 Personen beteiligt und ihre Medienbedürfnisse artikuliert haben. Ein Konzept für ein Start-up liege bereit, schreibt Balsiger. Nun brauche es 4,5 Millionen Franken, die durch Stiftungen, Firmen und private Spenden eingebracht werden sollen.</p>
<p>Der einzige Akteur, der die Kraft und sogar eine öffentliche Legitimation dazu hätte, als «Monopolbrecher» zu wirken, wäre die SRG. Deshalb fordert die lokale <a href="https://www.srgd.ch/media/cabinet/2021/04/MM_SRG_BE_FR_VS_8.4.21.pdf" rel="noopener" target="_blank">Trägerschaft der SRG</a>, dass Schweizer Radio und Fernsehen SRF in die Bresche springt, die Tamedia mit der Redaktionsfusion hinterlässt. Das ist leichter gesagt als getan. Die Regionalredaktionen von SRF richten ihre Online-Berichterstattung verstärkt auf die gesamt Deutschschweiz aus und berichten nicht mehr <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/">aus der Region und für die Region</a>.</p>
<blockquote><p>Damit steht das Feld ziemlich weit offen für Tamedia. Medienmonopole haben es so an sich, dass sie zwar niemand liebt, aber auch niemand um sie herum kommt.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Seit Jahren befürchtet, jetzt eine Tatsache: Tamedia fusioniert Berner Lokalredaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Medienplatz Bern: Die Besorgnis ist gross</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/12/medienplatz-bern-die-besorgnis-ist-gross/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 10:59:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=84850</guid>

					<description><![CDATA[<p>Noch erscheinen Bund und BZ wie eh und je. Als Leser*in merkt man kaum was von der angespannten Situation hinter den Kulissen. Doch den Journalist*innen der beiden Berner Tageszeitungen stehen rigorose Sparmassnahmen und Entlassungen bevor. Dies drückt auf Stimmung und Motivation und lässt viele mit Ängsten im Homeoffice zurück.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/12/medienplatz-bern-die-besorgnis-ist-gross/">Medienplatz Bern: Die Besorgnis ist gross</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch erscheinen Bund und BZ wie eh und je. Als Leser*in merkt man kaum was von der angespannten Situation hinter den Kulissen. Doch den Journalist*innen der beiden Berner Tageszeitungen stehen rigorose Sparmassnahmen und Entlassungen bevor. Dies drückt auf Stimmung und Motivation und lässt viele mit Ängsten im Homeoffice zurück.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/12/medienplatz-bern-die-besorgnis-ist-gross/">Medienplatz Bern: Die Besorgnis ist gross</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aus zwei mach eins: Tamedia beerdigt das «Berner Modell»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2020 08:51:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=82761</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tamedia plant, die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammenzulegen. Erhalten bleiben sollen die beiden Zeitungsmarken, aber nur noch als Hüllen, die mit identischen Inhalten abgefüllt werden. Schon heute gleichen sich die beiden Berner Tageszeitungen über weite Strecken. Nun vollzieht Tamedia den nächsten und letzten Integrationsschritt: Auch die Lokalressorts von «Bund» und «Berner Zeitung», die <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Aus zwei mach eins: Tamedia beerdigt das «Berner Modell»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tamedia plant, die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammenzulegen. Erhalten bleiben sollen die beiden Zeitungsmarken, aber nur noch als Hüllen, die mit identischen Inhalten abgefüllt werden.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-82769" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-tamedia-bz-bund-20201030.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-tamedia-bz-bund-20201030.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-tamedia-bz-bund-20201030-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-tamedia-bz-bund-20201030-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-tamedia-bz-bund-20201030-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-tamedia-bz-bund-20201030-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Schon heute gleichen sich die beiden Berner Tageszeitungen über weite Strecken. Nun vollzieht <a href="https://www.tamedia.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">Tamedia</a> den nächsten und letzten Integrationsschritt: Auch die Lokalressorts von <a href="https://www.derbund.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Bund»</a> und <a href="https://www.bernerzeitung.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Berner Zeitung»</a>, die heute noch getrennt und in publizistischer Konkurrenz zueinander geführt werden, verlieren ihre Eigenständigkeit. Die Zeitungen «werden zukünftig organisatorisch enger zusammenarbeiten, um Synergien in der kantonalen und städtischen Berichterstattung zu finden», lautet die offizielle Begründung, die ein Sprecher im Namen der Tamedia-Leitung verbreitet.<br />
<br />
Die beiden Redaktionen haben am Mittwoch erstmals von dem radikalen Schritt erfahren. Eigentlich war ein Austausch mit Marco Boselli und Andreas Schaffner vorgesehen. Die Belegschaften wollten die beiden seit Anfang Jahr amtierenden Co-Geschäftsführer mit der Funktionsweise des «Berner Modells» – zwei getrennte Redaktionen unter einem Verlagsdach – vertraut machen.</p>
<p>Doch es sollte anders kommen. Zur Überraschung aller rund 70 Redaktorinnen und Redaktoren, die an der per Video-Chat durchgeführten Veranstaltung teilnahmen, verkündete Boselli das Ende des «Berner Modells». Die Sparvorgaben würden eine Weiterführung zweier getrennter Lokalredaktionen nicht länger ermöglichen. Im August gab Tamedia bekannt, bis in zwei Jahren Betriebskosten in der Höhe von 70 Millionen Franken reduzieren zu wollen.</p>
<blockquote><p>Die Tamedia-Chefs nannten den gescheiterten «Anzeiger»-Deal explizit als einen Grund für die drastischen Massnahmen.</p></blockquote>
<p>Noch am 1. Oktober unterstrich «Bund»-Verleger und Tamedia-Präsident Pietro Supino in einem <a href="https://www.journal-b.ch/de/082013/politik/3707/Der-Wunschzettel-des-Pietro-Supino.htm" target="_blank" rel="noopener">Gastbeitrag</a> anlässlich des 170. Geburtstags des «Bund», die «Ambition, das erfolgreiche Berner Modell weiterzuführen». Dazu sei aber auch «die Politik gefordert». Sie könne «massgeblich zur Bewältigung des Strukturwandels beitragen». Konkret erwartete Supino den Einsatz von Stadt und Kanton Bern dafür, dass der lokale «Anzeiger» künftig von Tamedia mitherausgegeben werden könne – und Tamedia entsprechend die Subventionen für das amtliche Organ kassiert. Diese Hoffnung hat sich in der Zwischenzeit zerschlagen. Die Stadt Bern erteilte Tamedia <a href="https://www.berneroberlaender.ch/stadt-bern-sieht-keinen-deal-mit-tamedia-964668014072" target="_blank" rel="noopener">eine Absage</a>. In der Personalinformation nannten die Verantwortlichen den gescheiterten «Anzeiger»-Deal explizit als einen Grund für die drastischen Massnahmen.</p>
<p>Mit dem erneuten Sparpaket endet eine 17-Jährige Ära. Seinen Anfang nahm das «Berner Modell» im <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/000163.html" target="_blank" rel="noopener">Sommer 2003</a>, als die damalige BZ-Herausgeberin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Espace_Media_Groupe" target="_blank" rel="noopener">Espace Media Groupe</a> bekannt gab, 40 Prozent am Verlag des Konkurrenzblatts «Bund» von der NZZ zu übernehmen. Auf dem Werbemarkt traten die beiden Zeitung fortan als Einheit auf. Die Redaktion des «Bund» bleib aber unabhängig.</p>
<p>Allzu lange sollte die publizistische Eigenständigkeit jedoch nicht halten. Bereits 2006 legten «Bund» und «Berner Zeitung» das Sport-Ressort zusammen. Der nächste Integrationsschritt folgte drei Jahre später, nachdem die Berner Espace Media ihr Geschäft an die Zürcher Tamedia <a href="https://www.persoenlich.com/medien/tamedia-uebernimmt-espace-media-group-273286" target="_blank" rel="noopener">verkauft</a> hatte. Der «Bund» wurde 2009 zwar nicht eingestellt, wie manche <a href="https://rettet-den-bund.ch/" target="_blank" rel="noopener">befürchteten</a>, aber mit dem «Tages-Anzeiger» teilfusioniert. Der überregionale Mantelteil lieferte fortan die Redaktion aus Zürich. Die «Berner Zeitung» blieb daneben eine <a href="https://medienwoche.ch/2016/11/22/tamedias-stiller-zeitungsriese/">Komplettzeitung</a>. Diese Spielart des «Berner Modells» sollte immerhin acht Jahre halten. 2017 schuf Tamedia dann eine <a href="https://kress.de/news/detail/beitrag/138390-tamedia-fuehrt-zentralredaktionen-ein-neue-rolle-fuer-arthur-rutishauser-judith-witwer-folgt-ihm-beim-tages-anzeiger.html" target="_blank" rel="noopener">Zentralredaktion</a> für acht Deutschschweizer Tageszeitung, darunter auch «Bund» und «Berner Zeitung». Den beiden Berner Blättern blieb noch je eine eigenständige Lokalredaktion.</p>
<blockquote><p>Bestenfalls lässt sich der oberflächliche Eindruck einer unterschiedlichen Positionierung der beiden Blätter erwecken.</p></blockquote>
<p>Mit der Ankündigung vom vergangenen Mittwoch besiegelt Tamedia auch das Ende dieser Phase und beerdigt damit das «Berner Modell» (oder was davon noch übrig geblieben ist). Zwar sollen «Bund» und «Berner Zeitung» als Titel erhalten bleiben, aber mit nur noch einer Redaktion, welche die Inhalte für beide Zeitungen und ihre Online-Plattformen bereitstellt.</p>
<p>Gemäss der offiziellen Verlautbarung will man sich auch weiterhin um Vielfalt bemühen: «Es ist unsere Ambition, beide Titel zu erhalten und sie auch weiterhin unterschiedlich zu positionieren – der ‹Bund› städtisch, die BZ ländlich.» Mit einer zusammengesparten Einheitsredaktion wird das nur schwerlich zu realisieren sein. Mit unterschiedlicher Platzierung und Priorisierung identischer Artikel lässt sich bestenfalls der oberflächliche Eindruck einer unterschiedlichen Positionierung der beiden Blätter erwecken. Doch damit dürfte es kaum gelingen, die sehr unterschiedlichen Informationsbedürfnisse der Publika von «Bund» und «Berner Zeitung» weiterhin zu befriedigen, weil schlicht die Ressourcen fehlen. «Man wird mal die einen, mal die anderen enttäuschen», prognostiziert ein langjähriger Redaktor.</p>
<blockquote><p>Neben einer Vollzusammenlegung wird im Rahmen des Fusionsprojekts auch die Option einer Teilautonomie diskutiert werden.</p></blockquote>
<p>Nach den Vorstellungen der Tamedia-Geschäftsleitung braucht es aber ohnehin einen anderen Lokaljournalismus als bisher; einen, der sich besser rechnet, sprich: mehr Zugriffe und Abo-Verkäufe generiert, wie die Herren Boselli und Schaffner an der Personalinfo ausführten. Das gelinge mit einer stärkeren nationalen Perspektive. Als Beispiel nannten sie den jüngst enhüllten <a href="https://www.bernerzeitung.ch/region/umweltskandal-blausee" target="_blank" rel="noopener">Blausee-Umweltskandal</a>. Ein Berner Thema, das auch in Zürich interessiert. Doch solche Lokalgeschichten mit nationaler Ausstrahlung gibt es nicht jeden Tag. Und das Kernpublikum bleibt auch künftig in Stadt und Region Bern.</p>
<p>Hier wird die künftige Monopolredaktion vor der grossen Herausforderung stehen, weiterhin aus verschiedenen Blickwinkeln auf Politik und Gesellschaft zu schauen und alle relevanten Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Die aktuelle Konkurrenzsituation von «Bund» und «Berner Zeitung» garantiert diese Vielfalt der Perspektiven. Neben einer Vollzusammenlegung wird im Rahmen des Fusionsprojekts auch die Option einer Teilautonomie diskutiert werden. Das würde dann etwa heissen, dass die beiden Titel regelmässig eigene Kommentare veröffentlichen können, um noch so etwas wie eine Blattlinie erkennbar zu machen. Klar ist aber auch: Für mehr Autonomie braucht es mehr Personal – und das kostet.</p>
<p>Noch gibt es keinen Beschluss des Tamedia-Verwaltungsrats für eine Zusammenlegung der beiden Berner Redaktionen. Dass es dazu kommen wird, daran bestehen aber kaum Zweifel. Die Sparvorgabe ist so gross, dass zwei unabhängige Lokalredaktionen nicht mehr tragbar sind. Und den Hauptspareffekt erzielt man nur mit einem massivem Stellenabbau. Im kommenden April soll das Projekt starten. Ab dann wird die Umsetzung der Redaktionsfusion ausgearbeitet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Aus zwei mach eins: Tamedia beerdigt das «Berner Modell»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Tamedia legt Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/10/29/tamedia-legt-redaktionen-von-bund-und-berner-zeitung-zusammen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2020 12:41:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Per April 2021 werden die Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund» zusammengelegt. Egal, ob Regional- oder Kultur­berichterstattung, ab dann kommt alles aus einer Hand.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/29/tamedia-legt-redaktionen-von-bund-und-berner-zeitung-zusammen/">Tamedia legt Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Per April 2021 werden die Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund» zusammengelegt. Egal, ob Regional- oder Kultur­berichterstattung, ab dann kommt alles aus einer Hand.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/29/tamedia-legt-redaktionen-von-bund-und-berner-zeitung-zusammen/">Tamedia legt Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>So wird die Behördenkommunikation auf ein sinnvolles Minimum beschränkt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Grenacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2016 13:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Behördenkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: In der Sonntagszeitung fordert Simon Bärtschi, die Kommunikation der Bundesbehörden mit noch mehr Bürokratie zu beaufsichtigen und sie so einzuschränken. Falsch, findet Christoph Grenacher. Die Medien halten den Hebel selber in der Hand. Drei Vorschläge, was zu tun wäre für weniger warme Luft aus Bundesbern. Dass sich die Bundesverwaltung <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/">So wird die Behördenkommunikation auf ein sinnvolles Minimum beschränkt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: In der Sonntagszeitung fordert Simon Bärtschi, die Kommunikation der Bundesbehörden mit noch mehr Bürokratie zu beaufsichtigen und sie so einzuschränken. Falsch, findet Christoph Grenacher. Die Medien halten den Hebel selber in der Hand. Drei Vorschläge, was zu tun wäre für weniger warme Luft aus Bundesbern.<br />
<span id="more-27370"></span><br />
Dass sich die Bundesverwaltung (mit unserem Geld) eine Armada von Schönfärbern zulegt, um ihrem Arbeitgeber (nämlich uns) Informationen wohlfeil unterzujubeln statt nüchtern darzubieten, ist nicht eben fadengrader Service public. Simon Bärtschi ist darum beizupflichten, wenn er diese Praxis in der letzten <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_08_05_2016/fokus/Bienenfleissig-aber-unnuetz-63260" target="_blank">«Medienmacher»-Kolumne der SonntagsZeitung</a> als «Bienenfleissig, aber unnütz» deklariert.</p>
<p>Allerdings: Dass sich Medien über die Kommunikationsarmada aus der Verwaltung beklagen, ist scheinheilig. Wenn Journalisten bedauern, dass die Berner Nebelwerfer unentwegt Bullshit in die Redaktionsstuben pfeffern, so verweigern sich die Medien auch ihrem ureigenen Auftrag als Gatekeeper.</p>
<p>Selbst wenn der Jammer über das wachsende Heer von Berner Hofschranzen durchs Land hallt – was geschieht dann: Breite Kampagne in den Medien über steuerfinanzierte Behördenpropaganda? Informationspflicht oder Manipulation als Thema in der öffentlichen Debatte? Diskurs über die Abgrenzung zwischen PR und Journalismus in der Branche?</p>
<p>Iwo!</p>
<p>Die Karawane zieht weiter und bürstet den kurzfristigen Aufreger weg, der sowieso auf die Falschen zielte: Nicht die Verursacher sind zu tadeln, sondern die Empfänger. Die Medien hätten und haben es ursächlich in der Hand, die Spreu vom Weizen zu trennen.</p>
<p>Doch was schlägt Bärtschi vor? «Eine Beschränkung des Ausstosses auf die wichtigsten Informationen, einheitliche Standards für alle Kommunikationsstellen sowie die Schaffung eines Rats für Kommunikation, wie ihn heute selbst Insider der Verwaltung fordern.»</p>
<p>Mumpitz, geschätzter Simon Bärtschi, Blendgranaten! Statt sich der Aufgabe der Medien zu erinnern, appelliert er an Standards und fordert zur Beschränkung der Kommunikationsbürokratie noch mehr Bürokratie. Als ob die Behörden auf Geheiss irgendeines neu gegründeten Gremiums auf Kompetenzen verzichten würden, die sie einmal erhalten haben.</p>
<p>Ich habe mal gelernt, dass Journalismus ein Handwerk ist und kein Lieferservice aus Bern. Das offenkundige Malaise kann somit nur durch Arbeit und Transparenz behoben werden – etwa folgendermassen:</p>
<ol>
<li><strong>Schweizer Medien als Wächter der Demokratie</strong> nehmen ihren Auftrag ernst und lancieren eine auf die National- und Ständeräte fokussierte Kampagne mit dem Ziel, die Volks- und Standesvertreter an ihre Aufsichts- und Kontrollpflicht zu erinnern und dafür zu sorgen, dass mit politischen Vorstössen quer durch die Parteienlandschaft die Etats der Departemente und der Bundeskanzlei für öffentlichkeitsrelevante Aufgaben massiv beschnitten werden. Die Namen jener Parlamentarier, die sich einer Reduktion der Informationsflut des Bundes verschliessen, werden veröffentlicht. Initiiert wird die Kampagne von der Konferenz der Chefredaktoren (was tun die eigentlich?), den Branchenverbänden und –Organisationen und den Verlagen, denen es ja wohl nicht genügen kann, bloss Steigbügelhalter zu spielen.</li>
<li><strong>Schweizer Medien als vierte Gewalt im Staat</strong> etablieren eine nachvollziehbare Informationskultur in der Branche, die fallweise auch nachweist, in welchem Interesse welche Geschichte lanciert wurde. Wieso verweist die SonntagsZeitung bei einer Tourismusgeschichte lobenswert darauf dass die Reise von der Deutschen Zentrale für Tourismus unterstützt (und wahrscheinlich auch inspiriert) wurde – und wieso ziehen die Medienhäuser hier nicht mit durchgehenden Standards auch in andern Ressorts nach? Und wenn wir schon bei den Internas der Redaktionen sind: Wie wär’s mit einem Vertragszusatz, der nicht nur Modalitäten, Verhaltensweisen und Beziehungen zu Informanten regelt, sondern auch einen Kodex enthält bei einem Jobwechsel in eine öffentliche staatliche, kantonale oder kommunale Aufgabe?</li>
<li><strong>Schweizer Medien als Garanten des politischen und gesellschaftlichen Diskurses</strong> brauchen weniger Lippenbekenntnisse. «Mir wäre als Leser, Zuschauer und Verleger schon sehr viel geholfen, wenn es weniger schlechten und tendenziösen Journalismus gäbe», schrieb einst Michael Ringier. Den Worten wären einfach noch Taten beizufügen: In einer ernsthaften Aus- und permanenten Weiterbildung, einer steten Qualitätskontrolle und einer unablässigen kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen leidenschaftlichen Arbeit fänden sich Ansätze, dass die Medien ihre Aufgabe als eigenständige Plattformen zur Meinungsbildung und Partizipation des Souveräns erfüllen könnten. Und wenn sie dieses Zeitgeschehen, wie Pietro Supino verlangt, während sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr abdecken müssen, dann braucht es für 7/24 auch entsprechend genügend Personal.</li>
</ol>
<p>Das, lieber Simon Bärtschi, das wäre dann auch bienenfleissig. Bloss auf der richtigen Seite.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/12/so-wird-die-behoerdenkommunikation-auf-ein-sinnvolles-minimum-beschraenkt/">So wird die Behördenkommunikation auf ein sinnvolles Minimum beschränkt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wider den lokalen Filz und Betriebsblindheit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/24/wider-den-lokalen-filz-und-betriebsblindheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Ryser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2016 20:50:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Hooligans]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichten liegen auf der Strasse. Sie wollen nur aufgehoben werden. Dazu braucht es Journalistinnen und Journalisten mit Gespür, Geduld und Zeit für Gespräche. Nur wenn sie ihrem Gegenüber mit Respekt begegnen, kriegen sie die guten Geschichten. Ein Gastbeitrag von WOZ-Redaktor und Buchautor Daniel Ryser anlässlich des MAZ-Recherchetags. Manchmal scheint es ja tatsächlich so, als würde <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/24/wider-den-lokalen-filz-und-betriebsblindheit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichten liegen auf der Strasse. Sie wollen nur aufgehoben werden. Dazu braucht es Journalistinnen und Journalisten mit Gespür, Geduld und Zeit für Gespräche. Nur wenn sie ihrem Gegenüber mit Respekt begegnen, kriegen sie die guten Geschichten. Ein Gastbeitrag von WOZ-Redaktor und Buchautor Daniel Ryser anlässlich des <a href="http://www.maz.ch/recherchetag16/" target="_blank">MAZ-Recherchetags</a>.<br />
<span id="more-26644"></span><br />
Manchmal scheint es ja tatsächlich so, als würde es einen stillen Handschlag geben zwischen den Mächtigen und der Presse. Wie konnte es zum Beispiel sein, dass es die Zürcher «Weltwoche» brauchte, die aufdeckte, dass der St. Galler Kantonsratspräsident (FDP) <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2015-25/koenig-des-rheintals-am-abgrund-die-weltwoche-ausgabe-252015.html" target="_blank">46 offene Betreibungen</a> am Laufen hatte? Warum brachte die lokale Monopolzeitung «St. Galler Tagblatt» die Story nicht, die in St. Gallen offenbar längst die Runde machte? Spielte der FDP-Filz? Waren die ortskundigen Journalisten einfach zu faul? Steckte man zu sehr im Alltagsstress? Kannte man sich vielleicht sogar und war betriebsblind geworden? Und welche Rolle spielten die alten Hasen auf der «Tagblatt»-Redaktion, die häufig nur zu gerne an der Morgensitzung ihr Gärtchen verteidigen, in dem sie den jungen Journalisten sagen: «Das ist keine Story, denn darüber haben wir schon vor fünf Jahren berichtet.»</p>
<p>Eigentlich ist es eine kleine Schande, dass es den Zürcher Journalisten und «Weltwoche»-Vize Philipp Gut brauchte. Eine Quelle war an ihn herangetreten, die offenbar kein Vertrauen in die lokalen Medien hatte, und, noch schlimmer, laut Gut offenbar bereits einen Lokaljournalisten darauf aufmerksam gemacht hatte. Der brachte die Geschichte nicht.</p>
<p>Lauter Fragen, die man sich stellen muss, und die man auch in Bern stellte, nachdem ich in der WOZ getitelt hatte: <a href="https://www.woz.ch/-62bb" target="_blank">«Amtlich bewilligter Polizeiterror»</a>. Auf zwei Seiten breitete ich umstrittene Methoden einer Sondereinheit der Kantonspolizei Bern aus, die besetzte Häuser stürmte – nota bene legal zwischengenutzte – und dort Dinge veranstaltete, die ein von mir zu Rate gezogener Berner Staatsrechtsprofessor als derart haarsträubend einstufte, dass sie, sollten sie nachgewiesen werden können, kriminell sind. Die Folge der Berichterstattung war, dass der Kanton Bern erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte einen ausserkantonalen Staatsanwalt beauftragte, die Ereignisse zu untersuchen.</p>
<p><strong>Warum brauchte es dazu die WOZ?</strong><br />
Als ich 2010 in Zürich lange über Fussballhooligans recherchierte, waren sie ganz verblüfft, dass man mit einem Journalisten reden kann (und dies, obwohl die Vorzeichen schlecht gestanden hatten – ich hatte in der WOZ publik gemacht, dass der Sicherheitschef des Zürcher Lezigrund-Stadions für Hooligans seltsame Erotikshows veranstaltet hatte). Sie hatten noch nie mit einem Journalisten gesprochen, die Journalisten wiederum schienen aus der Ferne alles über Hooligans zu wissen, obwohl auch sie noch nie mit einem Hooligan geredet hatten. Als Quelle dienten Einschätzungen von Polizei und Szeneexperten, aber nicht die Akteure selbst. So schafft man eine Distanz, die irgendwann unüberbrückbar wird. Wir Journalisten werden dann zu Experten aus der Ferne, zu Experten in Anführungszeichen.</p>
<p>Der Schlüssel zur Recherche lag darin, sich Zeit zu nehmen. Das ist einerseits wirklich keine Hexerei, andererseits: Zeit muss man sich in diesem temporeichen Geschäft in der Tat ganz aktiv nehmen, sich also auch dem nervenden Redaktor verweigern, der ja eine leere Zeitung füllen muss und die Story schon morgen im Blatt haben will, sowie auch dem eigenen schlechten, (protestantischen?) Gewissen, das nagt, wenn man mal ein paar Ausgaben aussetzt. Dabei arbeitet man im Hintergrund ja fleissig! Die Recherche über die Zürcher Fussballhooligans dauerte letztlich ein Jahr, bevor ich sie als Buch publizierte (<a href="https://www.woz.ch/shop/buecher/daniel-ryser-feld-wald-wiese-hooligans-in-zuerich" target="_blank">«Feld-Wald-Wiese. Hooligans in Zürich»</a>).</p>
<p>Als ich mit den Berner Hausbesetzern redete (die Häuser waren, ein wichtiges Detail, längst legal zwischengenutzt, die Bewohner angemeldet), waren sie verblüfft, dass es möglich ist, sich mit einem Journalisten hinsetzen und einfach mal die eigene Sicht der Dinge schildern zu können. So, als gäbe es in Bern keine lokalen Zeitungen. Der Lokaljournalismus hat in diesem Fall gepennt, und es ist mir unverständlich wieso. Denn die Geschichte wurde den JournalistInnen in die Redaktion geworfen: Man hat sich aber darauf beschränkt, Communiqués abzudrucken, welche die Hausbesetzer den Medien zustellten. Man zitierte die schweren Vorwürfe, dem stellte man die Antworten der Polizei gegenüber, die natürlich alles in Abrede stellt.</p>
<p>Die logische Konsequenz: Man drehte sich im Kreis und kam nicht weiter. Aber wenn ich in kurzer Zeit zwei Communiqués in den Händen halte, wo man mir mitteilt, dass eine schwer bewaffnete Sondereinheit eine legale Zwischennutzung gestürmt und kurz und klein geschlagen habe, und dabei zudem mehreren Hausbewohnern die Augen verbunden habe, dann schreit das doch nach einer Geschichte. Schon nur aus pragmatischen Gründen: So spannend ist das Journalistenleben nun auch wieder nicht. Stattdessen taten die Lokaljournalisten nichts, und ich kam, erst Monate später, ins Spiel, durch eine Bernerin, die mich auf die Geschichte aufmerksam machte und auch mit dem Hinweis, die lokalen Medien würden sich der Sache nicht annehmen.</p>
<p>Man muss sich im Lokalen natürlich gegen alle möglichen Verstrickungen abgrenzen: Gegenüber lokalen Verbandelungen (mehrere ehemalige Journalisten haben den heute üblichen aber eigentlich bizarren fliegenden Wechsel vom Journalismus in die PR-Branche vollzogen und arbeiten inzwischen bei der Berner Kantonspolizei im Mediendienst); abgrenzen muss man sich womöglich auch gegen den Umstand, dass der Chef mit dem anderen Chef freitags Golf spielt; oder im Rotary-Club diniert. Wo sich Chefredakteur und Verleger halt so rumtreiben. Kann ein Problem sein. Man muss sich auch abgrenzen gegen Vorurteile, wonach die Polizei, mit der man ja immer wieder mal zu tun hat, immer recht hat und Hausbesetzer hingegen, mit denen man eher weniger zu tun hat, grundsätzlich zweifelhaft seien, weil eine Hausbesetzung ja schon grundsätzlich ein Straftatbestand darstellt. Derartige Voreingenommenheit dürfen wir uns als Journalisten nicht leisten – uns braucht zu interessieren, ob unsere Quellen glaubwürdig sind.</p>
<p>Und wenn mir zwölf knapp zwanzig jährige Frauen unabhängig voneinander immer wieder die gleiche Geschichte erzählen, und, für meine Akten, auch mit ihren Namen dazu stehen, dann muss etwas dran sein – vor allem, wenn wie in diesem Fall, die Polizei die Härte der Einsätze mit der Gefährlichkeit der Bewohnerinnen und Bewohner rechtfertigt. Aussage stand gegen Aussage, aber die Aussagen der Hausbesetzer erschienen derart schlüssig, dass die Justiz zum Schluss kam, dass die Möglichkeit besteht, dass die Polizei mit ihren Gegendarstellungen hier nicht informiert, sondern desinformiert hat. Im Fall von Bern gab es in der Folge einen Knall, die Geschichte stiess auf erhebliche Resonanz – weil in Bern offenbar sehr viele Leute schlechte Erfahrungen mit einer – so der Vorwurf – häufig unverhältnismässig agierenden Polizei gemacht hatten, und somit regelrecht auf diese Geschichte gewartet hatten. Aber, und das ist die Kritik in diesem Fall, die Geschichte hatte ja auch auf der Strasse gelegen. Man hätte nur loslegen müssen.</p>
<p><strong>Warum hat man nicht?</strong><br />
Man macht es sich zu einfach, wenn man sagt, eine Wochenzeitung hätte eben andere Möglichkeiten als eine Tageszeitung. Letztere müsse vor allem schnell agieren, schnell reagieren. Das stimmt, aber eben nur zur Hälfte. Ich habe selbst fünf Jahre lang für eine Tageszeitung gearbeitet, das zu Beginn gescholtene «St. Galler Tagblatt», und ich lieferte während Jahren täglich eine Story ab. Ich kenne die Mechanismen. Man läuft in der Tat Gefahr, vor lauter Abfüllen – Gemeinderatsberichterstattung, und da noch ein neues Restaurant, und dort noch ein Konzert und einer stellt am Freitag noch seine neuen Aquarelle aus – keine Zeit mehr zu finden für die Geschichten, die über das hektische Tagesgeschäft hinausgehen, für aufwändige Recherchen, oder Gedanken, die über Tage reifen müssen. Aber diese Zeit, dafür kann ich nur wiederholt plädieren, muss man sich nehmen, und man kann sie sich auch nehmen. Das sind wir unserem Job schuldig.</p>
<p>Schön hochgestochen geredet, stimmt. Nur wie sich die Zeit auch wirklich nehmen? Hier einige Tipps für den stressigen Redaktionsalltag nach fünf Jahren Tageszeitung, fünf Jahren Wochenzeitung und dreieinhalb Jahren beim «Magazin»:</p>
<ul>
<li>Nicht sofort an der Redaktionssitzung ankündigen, dass man eine Story am laufen habe: Sich damit einer Deadline verweigern, das nimmt erheblich Druck.</li>
<li>Sich nicht von Vorurteilen leiten lassen, und schon gar nicht von denen der alten Gärtchenverteidiger, die alles schon wissen, bevor es erzählt ist.</li>
<li>Zuerst einmal Ordnung: Was weiss ich? Was will ich wissen?</li>
<li>Dann in aller Ruhe die Leute angehen, sie auch mal zu rein informellen Gesprächen treffen</li>
<li>Mantra: Die Geschichte kommt erst, wenn sie fertig ist, ich lass mich nicht stressen, denn dann mache ich nur Fehler (das hilft wirklich ungemein!)</li>
<li>Erzähl deiner besten Freundin, was du für eine Geschichte am laufen hast (und am besten nimmst du deinen Monolog gleich auf Band auf – denn mit ein bisschen Glück reduziert sich der riesige Stapel an gesammeltem Material in der mündlichen Erzählung auf die spannendenden und wesentlichen Aspekte – und das ist dann womöglich schon der rote Faden deiner Story)</li>
<li>Zu einer grossen Recherche gehört auch die Produktionszeit, also sorgfältiges Gegenlesen – auch dazu muss man sich Zeit einplanen</li>
<li>Hausbesetzer sagen genauso die Wahrheit wie Polizisten (Was ich sagen will: Wenn dir jemand glaubwürdig erscheint, dann nimm ihn genauso ernst wie einen Polizeisprecher, der quasi seines Amtes die Wahrheit sagt – aber sagt er wirklich immer die Wahrheit?)</li>
<li>Fürchte nicht, dass du abgestraft wirst! Dies wiederum ist in der Tat der Vorteil einer überregionalen Wochenzeitung: Mir kann man in Bern nichts nachtragen, dem lokalen «Bund»-Redaktor schon. Nichts mühsamer, wenn morgens ein empörter Bürger im Büro steht, dem man Rechenschaft ablegen muss (andererseits: Konfrontation kann auch hilfreich sein!); definitiv mühsam ist es, wenn der Chef nervt, weil ihm sein Golfpartner vorgeschimpft hat, was für eine unseriöse Scheisse dieser Jungjournalist zusammenerfunden habe (obwohl er vielleicht sogar richtig lag). Nichts mühsamer, wenn Anzeigenkunden abspringen. Nichts mühsamer, wenn die ehemalige Bürokollegin plötzlich bei der Polizei arbeitet. Und trotzdem: Als Journalist muss man das aushalten können, auch wenn es in der Tat viel einfacher klingt, als es ist.</li>
<li>Rauchen hilft.</li>
<li>Trinken hilft übrigens nur bedingt (ist eigentlich dann am besten, wenn die Story abgeschlossen ist). Mal einen Monat lang keinen Alkohol trinken und demnach auch nicht dauernd in Bars rumlungern und klugscheissern, wie wir Journalisten das wahnsinnig gerne tun, kann in der Tat Wunder bewirken: Sich voll und ganz auf eine grosse Story konzentrieren; nur noch an die Story denken, so dass sich im Kopf alles zusammensetzt, und man am Schluss wie aus der Pistole geschossen alle Fragen, die sich stellen, beantworten kann.</li>
<li>Zuletzt: Wie das Vertrauen gewinnen von Leuten, die den Medien abgeneigt sind? Es gab mal auf einem Online-Portal eine Zusammenstellung von Gruppen, die an jenem berüchtigten «Reclaim the Streets» im Dezember 2013 teilgenommen haben sollen. Entstanden durch Rätselraten von Aussenstehenden. Das kann erstens nicht wirklich präzis sein und zweitens verbauen solche Storys dir den Zugang. Stichwort: «Lügenpresse!» Und vielleicht kann man diesen Vorwurf den Leuten manchmal ja nicht einmal verübeln. Wer dauernd aus der Ferne fertig gemacht wird, will nichts von Journalisten wissen. Dabei sollten wir Journalisten zwingend auch an den Rändern präzis sein, und nicht nur dort, wo die Macht sich ballt. Drum: Verzichte besser, wenn es irgendwie geht, im Zweifel auf die schnelle News-Story, bei der du selbst nicht sicher bist, ob sie so wasserdicht ist – halte dich für einmal zurück, denn du machst mit dem Schnellschuss mehr kaputt als du gewinnst (und zumindest hier weiss ich, wovon ich rede, es ist mir selbst zur Genüge passiert).</li>
<li>Versuche – aber immer mit offenen Karten – in eine Szene einzutauchen, und zwar anfangs ohne gezückten Stift in der Hand. Vertrauen braucht Geduld. Wir sollten uns dringend wieder davon verabschieden, jede Story gleich raushauen zu wollen. Im Moment arbeite ich, dies als praktisches Beispiel, intensiv an einer Recherche, die aber erst im Oktober erscheinen wird. Gewisse Dinge, gerade, wenn man sich an Rändern bewegt, lassen sich nicht erzwingen. Und klar, auch mit dem Bedenken, dass plötzlich ein anderer die Story bringen könnte – was aber bei komplizierten Geschichten sowieso eher nicht der Fall ist – muss man als Reporter leben können.</li>
</ul>
<p>Der Text ist das Handout zum Werkstattgespräch mit Daniel Ryser <a href="http://www.maz.ch/recherchetag16/" target="_blank">am 4. Schweizer Recherchetag</a> am MAZ in Luzern zu seinen Kapo-Bern-Recherchen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/24/wider-den-lokalen-filz-und-betriebsblindheit/">Wider den lokalen Filz und Betriebsblindheit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Bund» verbreitet Griechenland-Hetze</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/06/28/bund-verbreitet-griechenland-hetze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2015 11:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Anhörung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Feuz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die griechischen Minister seien alle «Hochstapler» und «Lügner». Verteidigen dürfen sich die Beschuldigten nicht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die griechischen Minister seien alle «Hochstapler» und «Lügner». Verteidigen dürfen sich die Beschuldigten nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/28/bund-verbreitet-griechenland-hetze/">«Bund» verbreitet Griechenland-Hetze</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie Berner Zeitungen die Stimmung anheizen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/11/wie-berner-zeitungen-die-stimmung-anheizen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2014 12:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdenfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es braucht nicht viel, um fremdenfeindliche Sprüche zu provozieren. Es reicht völlig, wenn Journalisten ihre Arbeit nicht machen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/11/wie-berner-zeitungen-die-stimmung-anheizen/">Wie Berner Zeitungen die Stimmung anheizen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es braucht nicht viel, um fremdenfeindliche Sprüche zu provozieren. Es reicht völlig, wenn Journalisten ihre Arbeit nicht machen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/11/wie-berner-zeitungen-die-stimmung-anheizen/">Wie Berner Zeitungen die Stimmung anheizen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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