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	<title>NZZ | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Untertitel, Arbeitszeiterfassung, Schwarznasenschafe</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/10/untertitel-arbeitszeiterfassung-schwarznasenschafe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Dec 2022 09:14:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Mehr Fernsehen für Hörbehinderte Barriere weg! Bis 2027 sollen auch Menschen mit Hörbehinderung Zugang zu allen TV-Programmen der SRG haben: Die Sendungen sollen dann untertitelt sein. Das hat der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB) bekanntgegeben. «Wir und andere Verbände von Menschen mit Sinnesbehinderungen treffen uns jeweils mit der Geschäftsleitung der SRG SSR», sagt SGB-Sprecherin <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/10/untertitel-arbeitszeiterfassung-schwarznasenschafe/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b.jpg" alt="" width="1456" height="486" class="alignright size-full wp-image-101340" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b-1024x342.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b-768x256.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Mehr Fernsehen für Hörbehinderte</h3>
<p>Barriere weg! Bis 2027 sollen auch Menschen mit Hörbehinderung Zugang zu allen TV-Programmen der SRG haben: Die Sendungen sollen dann untertitelt sein. Das hat der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB) bekanntgegeben. «Wir und andere Verbände von Menschen mit Sinnesbehinderungen treffen uns jeweils mit der Geschäftsleitung der SRG SSR», sagt SGB-Sprecherin Sandrine Burger. Dabei würden jeweils <a href="https://www.srgssr.ch/de/news-medien/news/verbesserter-zugang-fuer-menschen-mit-sinnesbehinderung" rel="noopener" target="_blank">Vereinbarungen</a> für fünf Jahre getroffen. Der SGB, so Burger, begrüsse die neuste Vereinbarung: «Sie sieht vor, dass bis 2027 schrittweise mehr Sendungen in Gebärdensprache gedolmetscht werden und, vor allem, dass die Programme des linearen Fernsehens vollständig untertitelt werden. Schliesslich bezahlen Hörbehinderte genau wie Hörende die Serafe-Abgabe.»</p>
<p>Computerprogramme, die gesprochenen Text in geschriebenen Text umwandeln und mittlerweile auch mit Schweizerdeutsch umgehen können, vereinfachen diesen Fortschritt. So wird plötzlich auch denkbar, dass Hörbehinderte Radiosendungen in transkribierter Form lesen könnten. «Über das Thema Radio haben wir auch im Verband noch nicht gesprochen», sagt Burger. Sie weist aber auf Radio RTS La 1ère hin: «Im März dieses Jahres gab es dort eine <a href="https://www.rts.ch/la-1ere/programmes/vacarme/12922212-surdite-du-deni-a-la-fierte-.html" rel="noopener" target="_blank">Spezialwoche</a> mit verschiedenen Sendungen zum Thema Gehörlosigkeit. Sie wurden alle von RTS in einer Transkription veröffentlicht, weil man sich gesagt hat: Wenn Gehörlose das Thema sind, dann sollen sie die Sendungen auch verfolgen können.»</p>
<p>Radio online lesen? Fragt sich bloss, ob diejenigen Kreise, die das Online-Text-Angebot der SRG-Sender einschränken und reduzieren wollen, auch in diesem Fall mit «Njet» reagieren würden.<br />
</p>
<h3>The Bad – Wenn die Zeiterfassung Zeit braucht</h3>
<p>Ab Neujahr gibt es bei der NZZ ein neues Arbeitszeiterfassungssystem. Wurde auch Zeit. Denn Ende 2020 hat der Vorstand des Berufsverbands Impressum beschlossen, die NZZ beim Arbeitsinspektorat anzuzeigen, «weil wir Gründe für die Annahme hatten, dass die Arbeitszeiterfassung vor-ausgefüllt ist und deshalb nicht den Tatsachen entspricht», wie Impressum-Geschäftsführer Urs Thalmann sagt. </p>
<p>Die alte Zeiterfassung war quasi automatisch auf eine Normarbeitszeit eingestellt – fünf Tage pro Woche, acht Stunden pro Tag. Neue seien auf die Zeiterfassung hingewiesen worden, sagt eine NZZ-Mitarbeitende, und darauf, dass man sie individuell ausfüllen könne, «aber es hiess auch: Man kann, aber man muss nicht». Ab Anfang 2023 muss man nun. «Das neue System ist sicher besser als das alte», sagt Thalmann. «Wie gut, wird sich zeigen.»</p>
<p>Die NZZ wurde von Impressum über die Anzeige beim Arbeitsinspektorat informiert. Dann blieb es lange still. Weshalb dauerte es so lange bis zum neuen System? Befürchtete die NZZ, dass damit mehr Überstunden registriert würden? Was meint die NZZ dazu? «Aktuell sind wir mitten in der Überarbeitung des Themas Arbeitszeit für das gesamte Haus», so Karin Heim, Leiterin Unternehmenskommunikation. Es gebe ein neues Arbeitszeitreglement und ein neues Zeiterfassungssystem, das die effiziente Dokumentation der geleisteten Arbeitszeit und Abwesenheiten erlaube und die rechtlichen Vorgaben erfülle. Und: «Weitere Angaben in diesem Zusammenhang machen wir nicht.»</p>
<p>Arbeitgeber:innen seien verpflichtet zu verhindern, dass ihre Arbeitnehmer:innen zu viel arbeiten, so Thalmann, aber Mehrarbeit scheine oft zu einem Teil des Geschäftsmodells zu werden. Journalist:innen neigten dazu, sich selbst auszubeuten, «das darf nicht missbraucht werden». Dass es auch anderswo Handlungsbedarf gibt, ist anzunehmen. Laut Thalmann hat Impressum, seit «Infosperber» <a href="https://www.infosperber.ch/medien/anzeige-gegen-nzz-redaktion-leistet-gratis-ueberstunden/" rel="noopener" target="_blank">über die Probleme bei der NZZ berichtet hat</a>, Hinweise auf Arbeitszeiten «weit weg von dem, was das Gesetz verlangt» aus anderen Medienhäusern erhalten: «Wir müssen uns weitere Schritte überlegen.» Impressum sei sich bewusst, so Thalmann weiter, dass die Arbeitszeiterfassung dem Berufsbild vieler Mitglieder widerspreche. «Andere fühlen sich aber ausgenutzt und leiden darunter. Sie wünschen sich eine strikte Umsetzung des Arbeitsrechts. Der impressum-Vorstand diskutiert daher jedes Vorgehen sorgfältig.»</p>
<h3>The Ugly – Jööö, Schwarznasenschafe</h3>
<p>Nur für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es irgendjemand in diesem Land noch nicht mitgekriegt haben sollte: Die neue Bundesrätin hält Schwarznasenschafe. Ja, genau, Schwarznasenschafe.</p>
<p>Dass dies in einer «Hausbesuch»-Story von «Blick» über Elisabeth Baume-Schneider zu lesen und zu sehen war: geschenkt. Schliesslich gehören solche Dinge zum Boulevard. Tierli gehen immer gut und sind «jööö».</p>
<p>Dass die Schafe dann aber auch quer durch die anderen Medien wanderten, dass etwa die CH-Media-Zeitungen die Geschichte von den «putzigen Wollknäueln» aufnahmen, die NZZ von der «Schwarznasenschafhalterin» schrieb und Radio SRF Baume-Schneider im «Tagesgespräch» fragte: «Warum haben Sie Schwarznasenschafe?» – musste das wirklich sein?</p>
<p>Die herzigen Schafe passten offenbar ins herzige Bild der Kandidatin, das vermittelt wurde: «gmögig» sei Baume-Schneider, habe ein «fröhliches Gemüt», war zu lesen, Markus Somm attestierte ihr im «Nebelspalter» sogar «agrarischen Charme».</p>
<p>Baume-Schneider hat Wirtschaft und Politik studiert, war zwölf Jahre lang Regierungsrätin im Jura, Direktorin der Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit in Lausanne. Ab 2020 war sie im Ständerat und dort Präsidentin der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur und des Büros des Ständerates.</p>
<p>Kurz: Baume-Schneider ist Profi-Politikerin. Doch Politikerinnen werden in den Medien auch 2022 noch gerne mit Soft-Faktoren beschrieben. Und dann geht es eben um: Schwarznasenschafe.</p>
<p>Sogar bei der «Republik». Die ärgerte sich, weil «die Landwirtschaft die grosse Siegerin» der Bundesratswahlen sei und zählt die Bundesrät:innen auf, zu denen der Bauernverband nun direkten Zugang habe: «Winzer Parmelin, Agronom Rösti und Schwarznasenschafhalterin Baume-Schneider».</p>
<p>Kann man machen. Muss man aber nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/10/untertitel-arbeitszeiterfassung-schwarznasenschafe/">Untertitel, Arbeitszeiterfassung, Schwarznasenschafe</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«20 Minuten»-Chefin, NZZ-Aktivisten, SP-Bundesrätin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2022 10:19:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Erste Chefredaktorin für «20 Minuten» Per 1. Februar 2023 tauschen Gaudenz Looser und Desirée Pomper die Rollen: Looser amtet aktuell noch als Chefredaktor von «20 Minuten», Pomper ist seit Frühjahr 2021 seine Stellvertreterin. Die 38-Jährige arbeitet seit 13 Jahren bei der Gratiszeitung. 2009 begann sie als Inlandredaktorin. Danach war sie unter anderem <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignnone wp-image-100718 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Erste Chefredaktorin für «20 Minuten»</h3>
<p>Per 1. Februar 2023 tauschen Gaudenz Looser und Desirée Pomper die Rollen: Looser amtet aktuell noch als Chefredaktor von «20 Minuten», Pomper ist seit Frühjahr 2021 seine Stellvertreterin.</p>
<p>Die 38-Jährige arbeitet seit 13 Jahren bei der Gratiszeitung. 2009 begann sie als Inlandredaktorin. Danach war sie unter anderem Leiterin der Ressorts Politik, Reporter und Gesellschaft. Zuletzt gründete sie das Ressort Video/Story, wo sie mehrere Videoformate entwickelte. Ende 2021 lancierte sie eine Social-Media-First-Strategie, <a href="https://www.persoenlich.com/medien/social-media-first-starkt-die-demokratie" target="_blank" rel="noopener">um die «Demokratie zu stärken»</a>.</p>
<p>Desirée Pomper hat wesentlich dazu beigetragen, dass «20 Minuten» vermehrt auch inhaltlich tiefergehende Formate veröffentlicht. So vermochte ihr Beitrag zur Rasta-Diskussion im vergangenen Sommer «20 Minuten» ein bisschen aus dem peinlichen Sumpf zu heben, wo man sich zuvor <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">selber hineinmanövriert hatte</a>. Die Journalistin arbeitet selbst auch immer wieder an aufwändigeren Geschichten. Besonders hervorgestochen ist zuletzt ihre <a href="https://www.20min.ch/video/so-leben-die-frauen-in-den-sklavenzimmern-von-herzog-de-meuron-423844430853" target="_blank" rel="noopener">Reportage aus Beirut</a> über Hausangestellte, die in den von Herzog &amp; de Meuron entworfenen Luxushäusern arbeiten.</p>
<p>Der Führungswechsel erfolgte auf Initiative von Gaudenz Looser, erzählt der scheidende Chefredaktor <a href="https://www.persoenlich.com/medien/das-resultat-einer-fordernden-personalpolitik" target="_blank" rel="noopener">im Interview mit persoenlich.com</a>. Die Zeit sei reif. Das kann man nur unterschreiben.<br />
</p>
<h3>The Bad – Aktivisten sind immer die anderen</h3>
<p>Im Klimajournalismus grassiere der Aktivismus, <a href="https://www.nzz.ch/meinung/klimawandel-journalisten-praktizieren-aktivismus-ld.1708965?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">kritisierte die NZZ</a> letzte Woche. In ihrem Kommentar beschreibt die Autorin ein Zusammentreffen eines «Spiegel»-Journalisten mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und wirft ihm vor, der Text erinnere eher an ein «Meet and Greet» mit seinem Idol. Kritische Fragen fehlten dem Interview gänzlich. So weit, so fair. Die Vermischung von Aktivismus und Journalismus ist ein Thema, das die Branche schon seit längerem beschäftigt und man kann diese Entwicklung durchaus kritisch sehen.</p>
<p>Doch am selben Tag, an dem der kritische Kommentar zum Klimajournalismus erschienen ist, veröffentlichte die NZZ einen regelrechten <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/woke-identitaetspolitik-die-denkfabrik-r21-blaest-zum-kulturkampf-ld.1710978?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">Lobgesang auf die neue Denkfabrik Republik 21</a>, eine «Ideenschmiede für neue, bürgerliche Politik» – bei dem NZZ-Chefredaktor Eric Gujer und NZZ-Berlin-Redaktorin Susanne Gaschke im Beirat sitzen. Das wird zwar in einem Halbsatz erwähnt (Gujer, Gaschke nicht). Das Beispiel zeigt aber trotzdem: Bei der Vermischung von Aktivismus und Journalismus misst man bei der NZZ offenbar mit unterschiedlichen Ellen.</p>
<h3>The Ugly – Geht das? Gehts noch!</h3>
<p>Man kann es als Zirkus bezeichnen, was die Medien rund um die Nachfolge der zurücktretenden Bundesrätin Simonetta Sommaruga veranstalten: In der Mitte eine Manege, in der einige ein Spektakel aufführen, andere rufen von der Seite ab und zu etwas hinein. Und manchmal wird auch jemand in die Manege gezerrt, der gar nichts mit alledem zu tun haben will. Die SP-Spitze möchte sicher eine Frau und gerne eine junge Mutter. Das gibt zu reden, denn selbstverständlich passt das erstens nicht allen und zweitens scheint es noch immer ein Aufreger zu sein, wenn die SP fordert, wofür sie seit jeher einsteht.</p>
<p><a href="https://www.tagesanzeiger.ch/eine-bundesraetin-mit-kleinen-kindern-geht-das-801569484452" target="_blank" rel="noopener">«Eine Bundesrätin mit kleinen Kindern, geht das?»</a>, titelte der Tages-Anzeiger. Der Artikel selber war zwar ausgewogen und zeigte aber auch, dass in Italien Frauen problemloser als in der Schweiz in wichtige politische Ämter kommen. Dass diese Frage 2022 tatsächlich noch immer ein Thema ist, oder vielmehr: zum Thema gemacht wird, langweilt eigentlich nur noch. Die Basler SP-Ständerätin Eva Herzog, die für Sommarugas Nachfolge kandidiert, <a href="https://www.blick.ch/politik/basleri-staenderaetin-tritt-vor-medien-nun-duerfte-auch-sp-herzog-ins-bundesratsrennen-einsteigen-id18039838.html" target="_blank" rel="noopener">brachte es auf den Punkt</a>: «Männer fragt man nie nach ihren Kindern und ihrem Alter».</p>
<p>Als Alain Berset 2011 für den Bundesrat kandidierte, war er 39 und hatte drei Kinder im schulpflichtigen Alter. Damals führten die Medien keine Grundsatzdebatte über die Verträglichkeit von Elternschaft und Regierungsamt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/">«20 Minuten»-Chefin, NZZ-Aktivisten, SP-Bundesrätin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Die Regenbogenfarben auf Putins Gesicht passen «wie die Faust aufs Auge»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/22/die-regenbogenfarben-auf-putins-gesicht-passen-wie-die-faust-aufs-auge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herwig G. Höller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2022 12:28:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die russische Botschaft in Bern die NZZ kritisiert, dann will sie damit auch die Vorgesetzten in Moskau beeindrucken. Ein Brief der russischen Botschaft in Bern an den Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung, Eric Gujer, illustrierte dieser Tage nicht nur eine problematische Auffassung von Pressefreiheit. Das Protestschreiben wegen einer aus Sicht der Botschaft missliebigen Putin-Abbildung <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/22/die-regenbogenfarben-auf-putins-gesicht-passen-wie-die-faust-aufs-auge/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn die russische Botschaft in Bern die NZZ kritisiert, dann will sie damit auch die Vorgesetzten in Moskau beeindrucken.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-NZZ-Brief-Russische-Botschaft-20220722.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-NZZ-Brief-Russische-Botschaft-20220722.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98655" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-NZZ-Brief-Russische-Botschaft-20220722.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-NZZ-Brief-Russische-Botschaft-20220722-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-NZZ-Brief-Russische-Botschaft-20220722-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-NZZ-Brief-Russische-Botschaft-20220722-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-NZZ-Brief-Russische-Botschaft-20220722-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
<a href="https://switzerland.mid.ru/de/press-centre/news/16567576576/" rel="noopener" target="_blank">Ein Brief der russischen Botschaft</a> in Bern an den Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung, Eric Gujer, illustrierte dieser Tage nicht nur eine problematische Auffassung von Pressefreiheit. Das Protestschreiben wegen einer aus Sicht der Botschaft missliebigen <a href="https://www.nzz.ch/technologie/humor-spott-und-zynismus-die-macht-der-memes-im-ukraine-krieg-ld.1690064" rel="noopener" target="_blank">Putin-Abbildung in der NZZ</a> unterstreicht auch eine aktuelle Tendenz in der russischen Diplomatie: Die Medienarbeit der russischen Auslandsvertretungen zielt immer weniger darauf ab, die öffentliche Meinung im jeweiligen Gastland beeinflussen.<br />
</p>
<p>Die russische Botschaft in Bern war bereits in den vergangenen Jahren mit Kritik an Schweizer Medien einschlägig aufgefallen, 2021 wiederholt am «Tages-Anzeiger», in diesem Jahr mehrfach an der NZZ. Mit dem aktuellen Schreiben hat dieses Vorgehen eine neue Qualität erreicht: Man behalte sich vor, einen Artikel sowie mögliche künftige verleumderische und beleidigende Publikationen hinsichtlich der russischen Staatsführung in der NZZ wegen übler Nachrede und Verleumdung bei schweizerischen Strafbehörden anzuzeigen. Die Botschaft veröffentlichte das Schreiben <a href="https://switzerland.mid.ru/ru/press-centre/press-relizy/1675667/" rel="noopener" target="_blank">im russischen Original</a> und <a href="https://switzerland.mid.ru/de/press-centre/news/16567576576/" rel="noopener" target="_blank">in deutscher Übersetzung</a> auf ihrer Website.</p>
<p>Stein des Anstosses war die <a href="https://twitter.com/SoylentSmurf/status/1498527350660734979?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1498527350660734979%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&#038;ref_url=https%3A%2F%2Fwww.nzz.ch%2Ftechnologie%2Fhumor-spott-und-zynismus-die-macht-der-memes-im-ukraine-krieg-ld.1690064" rel="noopener" target="_blank">Abbildung einer Fotomontage</a> gewesen, die den russischen Präsidenten mit Regenbogenfarben-Gesichtsbemalung und Clownnase zeigt. In ihrem NZZ-Beitrag hatte die von der russischer Botschaft als «wenig bekannte junge Journalistin» charakterisierte Autorin über die Bedeutung von Internet-Memes, darunter das betreffende Putin-Sujet, im ukrainischen Abwehrkampf gegen Russland geschrieben.</p>
<blockquote><p>Bereits heute figuriert das gerichtlich verbotene Putin-Porträt im russischen Verzeichnis extremistischer Materialien.</p></blockquote>
<p>Beim von der NZZ veröffentlichten Bild handelt es sich um eine Variante einer seit 2013 <a href="https://www.researchgate.net/publication/336072045_Putin_as_Gay_Icon_Memes_as_a_Tactic_in_Russian_LGBT_Activism" rel="noopener" target="_blank">verbreiteten Putin-Photoshop-Bearbeitung</a> (einfach ohne Clownnase), die 2016 ein Gericht als «extremistisch» verboten hat und in Russland nicht mehr veröffentlicht werden darf. Es ist wahrscheinlich, dass Behörden in Russland auch die in der NZZ gezeigte Variante ähnlich klassifizieren würden und russischen Medien bei einer Veröffentlichung massive Probleme drohen dürften. Sollte zudem, wie zu erwarten ist, die Staatsduma ein am 18. Juli 2022 eingebrachtes <a href="https://sozd.duma.gov.ru/bill/165975-8" rel="noopener" target="_blank">Gesetzesprojekt</a> verabschieden, wäre die Verbreitung des Sujets illegal. Einflussreiche Duma-Abgeordnete wollen Propaganda für «nichttraditionelle sexuelle Orientierungen» generell verbieten lassen; damit sind auch die Regenbogenfarben gemeint, wie sie das Putin-Porträt in der NZZ zierten.</p>
<p>Bereits heute figuriert das gerichtlich verbotene Putin-Porträt im russischen Verzeichnis extremistischer Materialien als «Plakat mit der Darstellung eines Menschen, der dem Präsidenten der Russischen Föderation W. W. Putin ähnlich sieht, dessen Gesicht geschminkt ist, mit betonten Augenbrauen und Lippen, was nach dem Hintergedanken des oder der Autoren eine Andeutung auf eine angebliche nicht traditionelle sexuelle Orientierung des Präsidenten der Russischen Föderation sein soll». Wegen des Verbots kam es auch schon zu Verurteilungen.</p>
<blockquote><p>Im Zuge der zunehmenden Konfrontation Russlands mit dem Westen und dem Krieg gegen die Ukraine betrachtet der Kreml die russische Aussenpolitik vermehrt als Instrument der Inlandpropaganda.</p></blockquote>
<p>So wurde am 6. April 2016 in der russischen Stadt Twer ein gewisser Aleksandr Zwetkow, der sich gemäss einem Medienbericht für historische Maskeraden interessieren soll, für die Internet-Publikation des geschminkten Putins von einem Bezirksgericht wegen «Schürens von Hass oder Feindschaft» verurteilt und anstelle einer Freiheitsstrafe <a href="https://www.sova-center.ru/misuse/news/persecution/2017/04/d36748/?fbclid=IwAR1a_VVdNvhwzcrZK-uoxtCWwPSHIcj3ZFXSYHM4wTLL59zvLG5LnCwXS4k" rel="noopener" target="_blank">zwangspsychiatriert</a>. Über das weitere Schicksal von Zwetkow ist nichts bekannt. Zwar ist eine genaue Bewertung der Causa ohne Aktenkenntnis nur schwer möglich, sie erinnerte jedoch fatal an den politischen Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion. Doch gemäss dem geltenden russischen Extremismusgesetz von 2002 dürfte der geschminkte Putin gar nicht als «extremistisch» eingestuft werden: «Dieses Bild entspricht keinem einzigen Punkt der Definition von Extremismus», erklärte der auf diese Fragen spezialisierte Aleksandr Werchowski von der russischen NGO Sowa auf Anfrage der MEDIENWOCHE.</p>
<p>Im Zuge der zunehmenden Konfrontation Russlands mit dem Westen und dem Krieg gegen die Ukraine betrachtet der Kreml die russische Aussenpolitik vermehrt als Instrument der Inlandpropaganda. Marija Sacharowa, die Sprecherin des Aussenministeriums, agierte zuletzt mehr wie die Vertreterin eines Propagandaministeriums – das es so nicht gibt. So trat Sacharowa am 18. März 2022 prominent <a href="https://www.youtube.com/watch?v=x5qVFeFLivM" rel="noopener" target="_blank">bei einer Demonstration</a> im Moskauer Luschniki-Stadion auf, bei der handverlesene Anhängerinnen und Anhänger von Wladimir Putin ihre Unterstützung für die «Militärische Spezialoperation» gegen die Ukraine beschworen.</p>
<blockquote><p>Als «Fakes» wertet das Aussenministerium vor allem Informationen, die offiziellen russischen Erklärungen widersprechen.</p></blockquote>
<p>Einer der Schwerpunkte von Sacharowas Pressearbeit besteht in der Kritik von internationalen Medienberichten. Sie selbst positionierte sich als führende Kämpferin gegen «Fake News»: Die Website des Aussenministeriums führt seit 2017 eine Rubrik mit aktuell 184 <a href="https://www.mid.ru/ru/press_service/publikacii-i-oproverzenia/oproverzenia1/nedostovernie-publikacii/" rel="noopener" target="_blank">«inkorrekten Publikationen»</a>. Als «Fakes» werden dabei vor allem Informationen gewertet, die offiziellen russischen Erklärungen widersprechen.</p>

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<p>Der von Sacharowa eingeschlagene Kurs des Aussenministeriums setzt sich auch in der Öffentlichkeitsarbeit von Russlands Botschaften allmählich durch, wie die regelmässigen Protestschreiben der Gesandtschaft an Schweizer Redaktionen zeigt. Mit ihrer zunehmenden Medienkritik folgen die russischen Botschaften Sacharowas Vorbild aber nicht nur auf inhaltlicher Ebene – sie versuchen auch rhetorisch an der Heimatfront zu punkten. Denn anders wäre es kaum zu erklären, warum der Pressedienst der russischen Botschaft in Bern seinen Brief im russischen Original mit Redewendungen spickt, deren holprige Übersetzung ins Deutsche befremdlich wirkt und ausserhalb Russlands bei genauer Lektüre für Kopfschütteln sorgt.</p>
<p>Dies gilt etwa für den Satz: «Wir sind gezwungen, festzustellen, dass Ihre Zeitung Aufsätze verschiedenartiger Autoren veröffentlicht, die ihre Erfindungen und Beschimpfungen hinsichtlich der Staatsführung Russlands knallhart und unbestraft verbreiten». Während die «knallharte Verbreitung» in der deutschen Übersetzung einen ratlos zurücklässt, ist im russischen Original zumindest der Versuch zu erkennen, eine angriffige Bürokratensprache mit einer Prise von sowjetischem Pathos zu imitieren. Die Vorgesetzten in Moskau würden dann wissen, dass die Kollegen in Bern es der NZZ mal so richtig gezeigt haben.</p>
<blockquote><p>Die russische Botschaft war sich offenbar nicht bewusst, dass die Redewendung «passt wie die Faust aufs Auge» im aktuellen Sprachgebrauch bedeutet, dass etwas wunderbar zusammenpasst.</p></blockquote>
<p>Der Brief an die NZZ zeigt auch die Schwierigkeit der wörtlichen Übersetzung aus dem Russischen: Im russischen Original möchte der Pressedienst rhetorisch mit einer Phrase punkten und erklärt, dass Regenbogenfarben auf dem Gesicht Putins «weder ins Dorf, noch in die Stadt» passten, als äusserst unpassend oder unangebracht sind. In Klammern steht daneben «…wie die Faust aufs Auge passt». Dabei war sich die Botschaft offenbar nicht bewusst, dass die deutsche Redewendung im aktuellen Sprachgebrauch bedeutet, dass etwas <a href="https://de.wiktionary.org/wiki/passen_wie_die_Faust_aufs_Auge#:~:text=wie%20die%20Faust%20aufs%20Auge%20passen,%5B2%5D%20umgangssprachlich%3A%20wunderbar%20zusammenpassen" rel="noopener" target="_blank">wunderbar zusammenpasst</a>. Die Kombination mit dem Regenbogen auf Putins Gesicht und dem Farbenspiel eines Blutergusses sorgt dabei allemal für einen komischen Effekt. Würde man sich ernsthaft an ein deutschsprachiges Publikum wenden wollen und es zu beeindrucken versuchen, wäre die Verwendung von schwer übersetzbaren russischen Redewendungen zusammen mit offensichtlichen Übersetzungsmängeln ein absolutes No-Go.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/22/die-regenbogenfarben-auf-putins-gesicht-passen-wie-die-faust-aufs-auge/">Die Regenbogenfarben auf Putins Gesicht passen «wie die Faust aufs Auge»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>NZZ, Bakom, Ringier</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Jul 2022 08:43:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Bakom]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=98306</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Das täglich Brot der Vierten Gewalt Der Newsletter «Der andere Blick» gilt vielen, die die NZZ bashen, als Ursprung des Übels. Es ist auf diesen Newsletter zurückzuführen, dass die NZZ in manchen rechten Kreisen in Deutschland als «Westfernsehen» bezeichnet wird. Nun ist es ein solcher Newsletter, mit dem ein Redaktor seinen kenntnisreichen <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/">NZZ, Bakom, Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="aligncenter size-full wp-image-98315" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220702b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Das täglich Brot der Vierten Gewalt</h3>
<p>Der Newsletter «Der andere Blick» gilt vielen, die die NZZ bashen, als Ursprung des Übels. Es ist auf diesen Newsletter zurückzuführen, dass die NZZ in manchen rechten Kreisen in Deutschland <a href="https://www.stern.de/politik/deutschland/hans-georg-maassen--das-steht-in-dem--westfernsehen--artikel-der-nzz-8793910.html" rel="noopener" target="_blank">als «Westfernsehen» bezeichnet</a> wird. Nun ist es ein solcher Newsletter, mit dem ein Redaktor seinen <a href="https://www.nzz.ch/meinung/ukraine-wer-um-putins-gas-bettelt-nimmt-kapitulation-in-kauf-ld.1691094" rel="noopener" target="_blank">kenntnisreichen Kommentar</a> lanciert, der einige Behauptungen von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher zerpflückt. Behauptungen, die die Unternehmerin Tage davor in einem unkritischen Interview mit der «NZZ» aufgestellt hat. Kommentare wie dieser sind nicht nur für die Öffentlichkeit wichtig, sondern zeigen auch, dass die interne Debatte bei der NZZ lebendig ist.</p>
<p>Zuletzt vermittelte die NZZ manchmal den Eindruck, sie konzentriere ihre Energien auf Texte über «Cancel Culture» und andere kalkulierte Empörungen. Diese Woche empörte sie endlich wieder einmal die Mächtigen: «Das war eine verdammte Frechheit», so die Reaktion von Bundesrat Ueli Maurer in der «SRF Tagesschau» auf einen Artikel von Mittwoch. Er sagte lächelnd, er sei schon «nahe dran, eine Ehrverletzungsklage einzureichen». Dabei bündelt der beanstandete Artikel einzig Aussagen von Maurers Finanzdepartement und solche von Viola Amherds Verteidigungsministerium. Ist sich Maurer einfach keine kritischen Einordnungen aus der NZZ mehr gewohnt?</p>
<p>Artikel wie dieser sind eben das täglich Brot der Vierten Gewalt – und die erklärten Demokratie-Retter:innen, die eher im Monats- als im Tagestakt publizieren, können diesen Journalismus nicht ersetzen. Hoffentlich wird <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/nzz-inlandredaktorin-gewinnt-zuercher-journalistenpreis-2022-ld.1690821" rel="noopener" target="_blank">NZZ-Redaktorin Angelika Hardegger</a>, die diese Woche den «Zürcher Journalistenpreis» erhielt, nach ihrem Wechsel zur «Republik» im Herbst nicht seltener schreiben.<br />
</p>
<h3>The Bad – Finanzkontrolle kritisiert das Bakom</h3>
<p>Die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK hat kontrolliert, wie das Bundesamt für Kommunikation Bakom die SRG kontrolliert. Das Bakom mache das nicht allzu gut: Es komme der Aufsichtspflicht über die Finanzen der SRG nur «sehr bedingt nach». Das Bakom beschränke sich darauf, «ein Gesamtbild über die Finanzlage der SRG zu haben». «Kaum umgesetzt» werde «die Aufsicht der bestimmungsgemässen und wirtschaftlichen Mittelverwendung, wie sie im RTVG vorgeschrieben ist». Dabei wäre eine engmaschigere Kontrolle, so die EFK, auch im Interesse der SRG selbst: «Schlussendlich ist auch die SRG einem wachsenden Druck in der öffentlichen Wahrnehmung ausgesetzt und wird ein Interesse daran haben, eine positive Bestätigung des Bakom zu erhalten.»</p>
<p>In seiner Stellungnahme dankt das Bakom der EFK für die Zusammenarbeit und betont, «dass die Aufsicht über Medien eine hohe Sensibilität für die Unabhängigkeit der Medien» bedinge. Die von der EFK geforderte jährliche Zusammenfassung über den «Erfüllungsgrad der Konzessionsvorgaben» sei angesichts der «verfassungsrechtlich garantierten Programmautonomie» nur mit der «gebotenen Zurückhaltung» umsetzbar.</p>
<p>Bei der Lektüre des <a href="https://www.efk.admin.ch/images/stories/efk_dokumente/publikationen/_sicherheit_und_umwelt/energie_und_kommunikation/21164/21164BE-Endgueltige-Fassung-V04.pdf" rel="noopener" target="_blank">aktuellen EFK-Berichts</a> sollte man wissen, dass die Finanzaufsicht durch das Bakom infrage gestellt ist. Der EFK-Direktor liess in den vergangenen Jahren <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/19/ende-einer-ewigen-kontroverse-politik-will-srg-finanzen-strenger-kontrollieren/">mehrmals durchblicken</a>, dass er nichts dagegen hätte, wenn die EFK selbst die SRG kontrollieren dürfte. Im Nationalrat ist ein Vorstoss hängig, der genau das fordert. Unterschrieben haben ihn Politiker:innen aller Parteien.</p>

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<h3>The Ugly – Einen Orden vom Pressefeind</h3>
<p>Marc Walder erhält die «Medal of Honour». Also nicht die «Medal of Honor», die höchste militärische Auszeichnung der USA, sondern die serbische Ehrenmedaille. «I feel humbled to receive the Medal of Honour from Serbia’s President Aleksandar Vučić», lässt sich der Ringier-CEO in einer <a href="https://www.ringier.com/ringier-ceo-marc-walder-receives-the-medal-of-honour-from-serbian-president-for-his-services-to-digitalisation/" rel="noopener" target="_blank">Medienmitteilung</a> zitieren. Der serbische Präsident ehrt Walder für seinen Einsatz in der Digitalisierung. Aber Ringier ist in Serbien auch journalistisch präsent, vor allem mit dem Wochenmagazin «NIN» und der Zeitung «Blic», die innerhalb der regierungstreuen Boulevardmedien zu den seriöseren gehört.</p>
<p>Serbien ist von russischem Gas abhängig und versucht seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, <a href="https://carnegieendowment.org/eurasiainsight/87303" rel="noopener" target="_blank">weder die EU noch Russland zu verärgern</a>. Nur drei Wochen vor Walders Ehrung wollte der russische Aussenminister Sergej Lawrow den serbischen Präsidenten Vučić besuchen – verhindert haben das jene Länder, die Lawrows Maschine den Luftraum sperrten.</p>
<p>Dass Walder diese Auszeichnung annimmt, ist aber losgelöst vom internationalen Geschehen bemerkenswert. Vučić, der in den 1990er-Jahren unter Slobodan Milošević Informationsminister war, gilt als Hinderer von unabhängigem Journalismus. Im <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/serbien" rel="noopener" target="_blank">Länderbericht von «Reporter ohne Grenzen ROG»</a> heisst es: «Seitdem Aleksandar Vučić seit 2014 die Politik Serbiens bestimmt, können Journalist*innen dort weder auf Sicherheit noch auf Schutz durch den Staat zählen.» Sogar aus Regierungskreisen werde gegen Medienschaffende gehetzt, heisst es bei ROG weiter. Im «sehr stark konzentrierten» Medienmarkt übe der Staat als «Geldgeber und Werbekunde erheblichen Einfluss auf die Berichterstattung aus».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/02/nzz-bakom-ringier/">NZZ, Bakom, Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>SRF, NZZ, Tamedia</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 May 2022 09:24:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97511</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Wer fragt, erhält Antworten Wie finden Sie unsere Berichterstattung zum Ukraine-Krieg? Das fragte SRF am letzten Dienstag auf seiner Website das Publikum. Und erhielt gegen 200 Antworten. Erwartungsgemäss fielen diese kontrovers aus. Neben Lob («gut und ausgewogen») und Kritik («zu einseitig»), die sich direkt an die Redaktion richten, entspinnt sich ein gesitteter <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/">SRF, NZZ, Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="aligncenter size-full wp-image-97514" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Wer fragt, erhält Antworten</h3>
<p>Wie finden Sie unsere Berichterstattung zum Ukraine-Krieg? Das <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/was-denken-sie-ukraine-krieg-wie-finden-sie-unsere-berichterstattung" rel="noopener" target="_blank">fragte SRF</a> am letzten Dienstag auf seiner Website das Publikum. Und erhielt gegen 200 Antworten. Erwartungsgemäss fielen diese kontrovers aus. Neben Lob («gut und ausgewogen») und Kritik («zu einseitig»), die sich direkt an die Redaktion richten, entspinnt sich ein gesitteter Dialog unter den Diskussionsteilnehmenden (was auch an der Moderation liegt, die nicht jede unqualifizierte Wortmeldung durchlässt). Mit seinem Feedback-Aufruf hat SRF eine medienkritische Diskussion angestossen.</p>
<p>Nur: Was unternimmt SRF, damit aus diesem Forum etwas hervorgeht? Wenn es einzig einem Stimmungsbild dient, wäre das schade. Tristan Brenn (Bild), Chefredaktor SRF-Video, dämmt zu hohe Erwartungen ein. «Wir werden nie allen Bedürfnissen nachkommen können», so Brenn gegenüber der MEDIENWOCHE. Klar sei aber schon jetzt, dass man die Rückmeldungen zur Ukraine-Berichterstattung <a href="https://www.srf.ch/audio/news-plus/ukraine-krieg-eure-kritik-an-unserer-berichterstattung?id=12198269" rel="noopener" target="_blank">in Sendungen</a> und Online-Formaten aufgreife. Dort können diese von neuem kommentiert werden: Feedback-Kultur und Medienkritik als permanenter Prozess.<br />
</p>
<h3>The Bad – Gefühlte Wahrheiten</h3>
<p>Wenn es darum ging, möglichst breite Resonanz auszulösen, dann haben die NZZ-Inlandredaktorinnen Christina Neuhaus und Katharina Fontana ganze Arbeit geleistet. Ihr Interview mit der Basler Geschichtsdozentin <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/die-studenten-vergeuden-ihre-zeit-ld.1684865" rel="noopener" target="_blank">Andrea Franc</a> sorgt seit der Veröffentlichung am vergangenen Mittwoch weitherum für <a href="https://www.facebook.com/dlandwehr/posts/10226712930758899" rel="noopener" target="_blank">Irritation</a>, <a href="https://twitter.com/ArianeTanner1/status/1529451517899689984" rel="noopener" target="_blank">Kopfschütteln</a> und <a href="https://twitter.com/PhilippeReichen/status/1529457168881274881" rel="noopener" target="_blank">Belustigung</a> in den unterschiedlichsten Mischverhältnissen. Das Interview handelt von faulen Geisteswissenschafter:innen, die – auf Staatskosten ausgebildet – dann nur Teilzeit arbeiten und deshalb kaum Steuern zahlen. Frau Franc wirft dabei mit Polemik («Ist das überhaupt eine Ausbildung?») und Pauschalisierungen («Die Studenten vergeuden ihre Zeit») um sich, bleibt aber oft belegbare Fakten schuldig («Ich kann das nur intuitiv beantworten»).</p>
<p>Wenn Frau Franc als habilitierte Historikerin öffentlich so auftreten und wahrgenommen werden will, sei ihr das freigestellt. Wenn der Journalismus aber nicht als Korrektiv wirkt und die offensichtlichen Mängel in der Argumentation offenlegt, dann verfehlt er seine zentrale Aufgabe: In Interviews kann man auch kritisch nachfragen.</p>

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<h3>The Ugly – Transparenz im grünen Gras</h3>
<p>Bei der Diskussion um die Vermischung von Werbung mit redaktionellen Inhalten stand in den vergangenen Jahren das «Native Advertising» im Zentrum. Nach Kritik von Presserat und Medienschaffenden besserte sich die Deklaration und Erkennbarkeit des Werbeformats, das in der Form journalistischer Beiträge daherkommt. Heute sieht man öfter unmissverständliche Transparenzhinweise wie «Sponsored» oder «Anzeige». Diese Deutlichkeit vermisst man dagegen beim <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/im-schlaf-nach-amsterdam-fahren-480033017596" rel="noopener" target="_blank">gesponserten Reisejournalismus</a>.</p>
<p>So war im <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/Bahnreisen_Tamedia.pdf" rel="noopener" target="_blank">Dossier «Bahnreisen»</a> der jüngsten «Sonntagszeitung» der Hinweis auf «eine Zusammenarbeit der SonntagsZeitung mit den SBB» schön diskret im grünen Gras des Titelfotos platziert, sowie im Impressum der Beilage, das eh nur Medienleute interessiert. Eine Hotelkette, die einen Artikel «unterstützt» hat, erhielt als Gegenleistung einen prominenten Hinweis auf eines ihrer Häuser ­– dargestellt als redaktioneller Reisetipp. Diese mangelnde Deklaration kratzt an Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit des Journalismus.</p>
<p>Aber auch Werbeformate, die als solche deutlich erkennbar sind, können dem Ruf schaden. Wenn zahlende Abonnent:innen beim Öffnen von «tagesanzeiger.ch» den Bildschirm komplett <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/werbung_startseite.jpeg" rel="noopener" target="_blank" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">von einer Werbung verdeckt</a> sehen, dann fühlen sie sich zu recht verschaukelt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/">SRF, NZZ, Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Blitz-Bekehrung der Putin-Fans</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/20/die-blitz-bekehrung-der-putin-fans/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Mar 2022 12:22:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Gujer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Angriff auf die Ukraine tun die Diktatoren­verehrer in der Schweiz, Europa und den USA, was sie immer tun: sich geschmeidig aus der Verantwortung stehlen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/20/die-blitz-bekehrung-der-putin-fans/">Die Blitz-Bekehrung der Putin-Fans</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Angriff auf die Ukraine tun die Diktatoren­verehrer in der Schweiz, Europa und den USA, was sie immer tun: sich geschmeidig aus der Verantwortung stehlen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/20/die-blitz-bekehrung-der-putin-fans/">Die Blitz-Bekehrung der Putin-Fans</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NZZ&#160;Kommentar-Bot, SRF&#160;3&#160;Musik-Specials, Inside&#160;Paradeplatz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/14/nzz-kommentar-botsrf-3-musik-specials-inside-paradeplatz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jan 2022 20:54:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 3]]></category>
		<category><![CDATA[Inside Paradeplatz]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Liest sich wie die NZZ, ist’s aber nicht «Nach dem Seuchensozialismus kommt der Klimasozialismus. Das ist eine Gefahr für die liberale Gesellschaft. Wie wir uns dagegen wappnen, erklärt Ihnen unsere Wirtschaftsredaktion» – Kenner*innen werden wahrscheinlich bei diesem Lead an die NZZ denken. Doch das stimmt nicht ganz: Der Text stammt von einem <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/14/nzz-kommentar-botsrf-3-musik-specials-inside-paradeplatz/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/14/nzz-kommentar-botsrf-3-musik-specials-inside-paradeplatz/">NZZ Kommentar-Bot, <br>SRF 3 Musik-Specials, <br>Inside Paradeplatz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220115a.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220115a.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-94014" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220115a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220115a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220115a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220115a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220115a-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Liest sich wie die NZZ, ist’s aber nicht</h3>
<p>«Nach dem Seuchensozialismus kommt der Klimasozialismus. Das ist eine Gefahr für die liberale Gesellschaft. Wie wir uns dagegen wappnen, erklärt Ihnen unsere Wirtschaftsredaktion» – Kenner*innen werden wahrscheinlich bei diesem Lead an die NZZ denken. Doch das stimmt nicht ganz: Der Text stammt von einem seit Ende letzten Jahres aktiven und sehr amüsanten Twitter-Account namens <a href="https://twitter.com/NZZbot" rel="noopener" target="_blank">«NZZ Kommentar Bot»</a>. </p>
<p>«Geht der Feminismus zu weit? Ein offenes Gespräch mit Andreas Glarner, Markus Somm und Eric Gujer» twitterte @NZZBot zum Beispiel. Oder: «Fridays for future? Warum Sie Ihre Teenager lieber in die MINT-Nachhilfe anstatt an Klimademos schicken.» Seine Entstehungsgeschichte erzählt @NZZBot so: «Wir zwangen unseren Bot über 1000 Artikel der NZZ des Eric Gujer zu lesen, nun twittert er selbstständig Hot Takes aus der liberalen Provinz» – und fügt, sicher ist sicher, noch «Parodie Account!» hinzu.</p>
<p>Die MEDIENWOCHE wollte wissen, wie die NZZ und insbesondere Inlandchefin Christina Neuhaus und Chefredaktor Eric Gujer darauf reagieren. Denn beide erwähnt der Bot persönlich, zum Beispiel mit: «Die Schweiz muss sich von niemandem sagen lassen, wie sie die Pandemie zu meistern hat. Ein Kommentar von Christina Neuhaus.» Und: «Die Virusvarianten kommen und gehen, nur die Hysterie bleibt. Es gilt jetzt, trotz täglichen Rekordzahlen, Ruhe zu bewahren und nicht in einen unnötigen Aktionismus zu verfallen. Ein Kommentar von Eric Gujer.» Was meinen sie dazu?  «Wir wollen mit unserem Journalismus Debatten anstossen. Offenbar gelingt uns das», antwortete Karin Heim, Leiterin der NZZ-Unternehmenskommunikation.</p>
<p>Allerdings: Der @NZZBot stösst wohl kaum Debatten an und verleitet eher zu fröhlichem Gekicher.</p>
<h3>The Bad – Profilierte Stimmen verlassen SRF-3-Abendprogramm</h3>
<p>Abtauchen in fremde Musikwelten. Popgeschichte hören. Mit Musik verreisen. Oder sich berieseln lassen, bis einen plötzlich ein Stück aufhorchen lässt. Das bot bisher der Abend bei Radio SRF 3 mit den wechselnden «Music Specials» von Montag bis Freitag (<a href="https://www.srf.ch/radio-srf-3/pop-routes/pop-routes-sendungsportraet" rel="noopener" target="_blank">«Pop Routes»</a>, <a href="https://www.srf.ch/radio-srf-3/reggae-special/reggae-special-sendungsportraet" rel="noopener" target="_blank">«Reggae Special»</a>, <a href="https://www.srf.ch/radio-srf-3/rock-special/rock-special-sendungsportraet" rel="noopener" target="_blank">«Rock Special»</a>, <a href="https://www.srf.ch/radio-srf-3/world-music-special/world-music-special-sendungsportraet" rel="noopener" target="_blank">«World Music Special»</a> und <a href="https://www.srf.ch/radio-srf-3/black-music-special/black-music-special-sendungsportraet" rel="noopener" target="_blank">«Black Music Special</a>»). </p>
<p>Ab Ende März 2022 findet der SRF-3-Abend neu ohne die charakteristischen und von Fans heiss geliebten «Specials» statt. Denn dann startet jeweils ab 20 Uhr ein «neuer und ganzheitlicher Musikabend». Laut Manuel Thalmann, Leiter Jugend &#038; Musik, sollen dabei die verschiedenen Genres der Specials weiterhin abgebildet und thematisiert werden: «Der neue Musikabend pflegt einen Umgang mit ‹fliessenden Grenzen› und sieht darin viel Potenzial.» Neu sollen ausserdem Podcast- und YouTube-Angebote dazukommen. Das neue Musikangebot werde kommuniziert, «sobald alle Details feststehen».</p>
<p>Klar, auch das SRF-3-Abenprogramm hat mit sinkenden Quoten zu kämpfen. Aber wird ein Musikprogramm mit «fliessenden Grenzen» das Problem wirklich lösen? Zumal einige profilierte Stimmen fehlen werden. Thalmann verspricht zwar, dass Inhalte und Stimmen der – Specials-Macher*innen «fixer und unverzichtbarer» Bestandteil des Programms bleiben werden. Doch mit Lukie Wyniger («Reggae Special», Bild oben), Rahel Giger («Word Music Special») und DJ Pesa («Pop Routes») haben sich drei der fünf «Special»-Moderator*innen entschieden, die SRF-Musikredaktion zu verlassen, wie Abteilungsleiter Thalmann auf Anfrage mitteilt. Ihr grosses Musikwissen werden sie mitnehmen.</p>
<h3>The Ugly – «Inside Paradeplatz» verdient sein Publikum</h3>
<p>Wenn Beni Frenkel für «Inside Paradeplatz» schreibt, kann es zu rechtlichen Schritten kommen. Bei seinem <a href="https://archive.ph/hGYrP" rel="noopener" target="_blank">Artikel</a> über Ellen Ringier und «Fritz+Fränzi» gab’s eine <a href="https://insideparadeplatz.ch/wp-content/uploads/2021/11/Gegendarstellung-Inside-Paradeplatz.pdf" rel="noopener" target="_blank">Gegendarstellung</a>. Und als er jüngst über die Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri und deren Finanzplattform «elleXX» <a href="https://archive.ph/jANiq" rel="noopener" target="_blank">schrieb</a>, musste «Inside Paradeplatz» auf <a href="https://www.ellexx.com/de/themen/gesellschaft/ellexx-wehrt-sich-gegen-sexistische-berichterstattung-2/?ref=refind" rel="noopener" target="_blank">Klage von «elleXX»</a> hin entsprechende Aussagen vom Netz nehmen, weil er dabei sexistische Ausdrücke verwendet hatte. Zum gleichen Artikel ist zudem eine Klage von elleXX beim Zürcher Handelsgericht hängig.</p>
<p>Lukas Hässig, Betreiber von Inside Paradeplatz, reagierte darauf mit einem <a href="https://archive.ph/m7lwL" rel="noopener" target="_blank">weiteren Artikel</a>. Frenkels Text habe die Entwicklung des «elleXX»-Fonds ins Zentrum gestellt, dessen Performance bisher «wenig berauschend» sei, schrieb er. Und: «Die Anreicherung des kritisierten Berichts mit Beschreibungen zur Persönlichkeit Laeri hängt mit deren Auftritten zusammen.» </p>
<p>Laeri ist also selber schuld, wenn im Kopf von irgendwelchen Personen sexistische und frauenfeindliche Phantasien abgehen? Dass sie abgehen (und von «Inside Paradeplatz» gut gefüttert werden), zeigen sehr viele Kommentare zu den beiden Artikeln. Kommentare, die laut Hässig moderiert werden: «Credo ist, möglichst freie Meinungsäusserung; rote Linie sind Aufruf zu Gewalt, Pornographie, strafrechtliche Vorwürfe etc.», wie er auf Anfrage der MEDIENWOCHE schreibt.</p>
<p>Es sind Kommentare, von denen «zurück in die Küche, Patty!» noch einer der netteren ist, es sind Kommentare, nach deren Lektüre man sich noch öfter die Hände waschen möchte als es Alain Berset empfiehlt. Hässig und Frenkel haben ganz offensichtlich das Publikum, das sie verdienen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/14/nzz-kommentar-botsrf-3-musik-specials-inside-paradeplatz/">NZZ Kommentar-Bot, <br>SRF 3 Musik-Specials, <br>Inside Paradeplatz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Konzernverantwortung, Wilhelm&#160;Tell, AfD-Inserat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/12/11/konzernverantwortung-wilhelm-tell-afd-inserat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Dec 2021 09:10:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Leserkommentare]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Farner PR]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=93447</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Konzernverantwortung für Publizistik Medienunternehmen sind verantwortlich für Kommentare, die Nutzer:innen auf deren Websites posten. Social-Media-Konzerne nicht. Das wollen Parlamentarier:innen nun ändern. Grünen-Nationalrätin Greta Gysin, SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher und SP-Nationalrat Jon Pult erklärten bei «20 Minuten», wie sie die Tech-Konzerne in die Pflicht nehmen wollen. SP-Nationalrat Jon Pult plant noch in dieser Session <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/11/konzernverantwortung-wilhelm-tell-afd-inserat/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/11/konzernverantwortung-wilhelm-tell-afd-inserat/">Konzernverantwortung, Wilhelm Tell, AfD-Inserat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/12/MW-Good-Bad-Ugly-20121211b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-93462" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/12/MW-Good-Bad-Ugly-20121211b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/12/MW-Good-Bad-Ugly-20121211b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/12/MW-Good-Bad-Ugly-20121211b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/12/MW-Good-Bad-Ugly-20121211b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Konzernverantwortung für Publizistik</h3>
<p>Medienunternehmen sind verantwortlich für Kommentare, die Nutzer:innen auf deren Websites posten. Social-Media-Konzerne nicht. Das wollen Parlamentarier:innen nun ändern. Grünen-Nationalrätin Greta Gysin, SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher und SP-Nationalrat Jon Pult erklärten bei <a href="https://www.20min.ch/story/politik-will-fake-news-spreader-haerter-bestrafen-246476892834" rel="noopener" target="_blank">«20 Minuten»</a>, wie sie die Tech-Konzerne in die Pflicht nehmen wollen. SP-Nationalrat Jon Pult plant noch in dieser Session eine parlamentarische Initiative zum Thema einzureichen. </p>
<p>Facebook, Twitter und Co. sollen für Hate Speech, Persönlichkeitsverletzungen und weitere illegale Inhalte auf ihren Plattformen haften. «Es ist eine Art umgekehrte Konzernverantwortungsinitiative für Publizistik: Es geht darum, dass internationale Plattformkonzerne gleich haften und Sorgfaltspflichten beachten wie Schweizer Medienhäuser», sagt Pult der MEDIENWOCHE. Oft gehen Hassrede mit Falschinformationen einher – womöglich würde die vorgesehene Haftungsausweitung Fake News bereits eindämmen. Wie die «Sorgfaltspflicht» darüber hinaus genau aussehen soll, ist für Pult noch offen. Eine Ombudsstelle, bei der Fake News gemeldet werden können, sei denkbar.</p>
<h3>The Bad – Wilhelm Tell wirbt für Wahrheit</h3>
<p>Dass sich Journalist:innen mit keiner Sache gemein machen sollen, auch nicht mit einer guten, ist ein <a href="https://uebermedien.de/64851/mit-keiner-sache-gemein-die-wahrheit-ueber-das-hanns-joachim-friedrichs-zitat/" rel="noopener" target="_blank">fragwürdig überliefertes Bonmot</a>, das meist missbraucht wird, um engagierten Journalismus zu diffamieren. Die jämmerliche Kampagne des Verlegerverbands für das Massnahmenpaket zugunsten der Medien erweckt den Eindruck, Medienhäuser können sich nicht mit Journalismus gemein machen, auch nicht mit gutem. </p>
<p>Die Abstimmungskampagne trägt den Namen «Die Meinungsfreiheit», was eher nach einem verschwörungstheoretischen Blog als nach professionellem Journalismus klingt. Auf der Instagram-Seite (47 Follower) heisst es unter einem breit ignorierten Post (3 Likes), man habe diese Woche «endlich unser Plakatsujet für den Abstimmungskampf präsentiert». Warum «endlich»? Das Wörtchen tönt wie ein unnötiges Eingeständnis von Schwäche, wie es in der politischen Kommunikation selten ist.</p>
<p>Als Unterstützer:in der Vorlage wünscht man sich bei diesem Sujet ohnehin, es käme so spät wie möglich – oder grad gar nicht. Das Motiv, das die Agentur Farner verbrochen hat, ist kompliziert: <a href="https://www.persoenlich.com/kategorie-werbung/die-plakativitat-ist-entscheidend" rel="noopener" target="_blank">Wilhelm Tell</a> schlägt mit einer Zeitung auf eine Mauer ein. Auf der Mauer steht in Graffiti-Optik «Fake News». Ausgerechnet Wilhelm Tell – selbst Fake News, eine mythische Figur – soll für «Fakten statt Fake News» stehen. Wenn die Medienförderung durchkommen soll, muss sich der Verlegerverband in den Arsch kneifen. Die addierten Abonnent:innen von «Republik», «WOZ», «Das Lamm» und «Zentralplus» reichen für die Mehrheit nicht.</p>
<h3>The Ugly – AfD-Inserat passt in die NZZ</h3>
<p>Im «NZZ»-Nachruf auf August von Finck heisst es, der «Parteispender» von Finck habe den «Gerüchten» um seine mutmasslich widerrechtlichen Geldflüsse an die AfD nie widersprochen. Bei den sogenannten Gerüchten handelt es sich um Recherchen von <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-unterstuetzung-die-spur-zu-milliardaer-august-von-finck-a-1240069.html" rel="noopener" target="_blank">«Spiegel»</a> und <a href="https://www.woz.ch/-92ee" rel="noopener" target="_blank">«WOZ»</a>. Doch der Blickfang auf der Zeitungsseite ist ohnehin das textlastige AfD-Inserat unter dem Nachruf.</p>
<p>Das Inserat an dieser Stelle kann sowohl als hämischer Witz auf von Fincks AfD-Verstrickungen verstanden werden wie auch als letztes Geleit der rechtspopulistischen bis extrem rechten Partei an ihren Unterstützer. Die Frage, ob diese Anzeigenplatzierung Zufall ist, beantwortet NZZ-Sprecherin Karin Heim gegenüber der MEDIENWOCHE nicht. Statt auf die einzelnen Fragen einzugehen, antwortet sie summarisch, dass die NZZ «bei Inseraten eine liberale Haltung» vertrete: «Solange Inserate keine rechtswidrigen oder sonst offensichtlich anstössigen Inhalte beinhalten, werden sie in der Regel auch publiziert – unabhängig davon, ob man z.B. die politische Linie teilt oder nicht.» Während fast alle grossen Zeitungen in Deutschland keine Anzeigen der AfD abdrucken, ist es nicht das erste Mal, dass die NZZ Inserate dieser Partei, die in der Schweiz gar nicht aktiv ist, bringt.</p>
<p>In der NZZ muss sich die AfD die halbe Seite Text immerhin noch erkaufen; in der aktuellen «Weltwoche» darf Alice Weidel im redaktionellen Teil in die Tasten hauen. Das überrascht nicht: «Weltwoche» und AfD haben viele gemeinsame Freund:innen. Auch von Fincks Firma, Degussa Goldhandel, schaltet in Köppels Blatt regelmässig grosse Inserate.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/11/konzernverantwortung-wilhelm-tell-afd-inserat/">Konzernverantwortung, Wilhelm Tell, AfD-Inserat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In der NZZ schreibt der Velolobbyist übers Velogeschäft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/24/in-der-nzz-schreibt-der-velolobbyist-uebers-velogeschaeft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Apr 2021 07:39:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=87994</guid>

					<description><![CDATA[<p>Journalismus und Kommerz sind in den Medien säuberlich getrennt. Schön wär&#8217;s. Hier ein besonders krasser Fall von Interessen-Filz.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/24/in-der-nzz-schreibt-der-velolobbyist-uebers-velogeschaeft/">In der NZZ schreibt der Velolobbyist übers Velogeschäft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Journalismus und Kommerz sind in den Medien säuberlich getrennt. Schön wär&#8217;s. Hier ein besonders krasser Fall von Interessen-Filz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/24/in-der-nzz-schreibt-der-velolobbyist-uebers-velogeschaeft/">In der NZZ schreibt der Velolobbyist übers Velogeschäft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Vieles läuft subtil ab»: ein Gespräch über Sexismus in der Medienbranche</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/23/vieles-laeuft-subtil-ab-ein-gespraech-ueber-sexismus-in-der-medienbranche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marko Ković]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 16:37:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=87108</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein offener Brief von 78 Tamedia-Redaktorinnen, in dem diskriminierende Praktiken auf den männlich dominierten Redaktionen angeprangert werden, sorgte Anfang März für Aufsehen. In der neuen Folge unseres Podcasts «Das Monokel» diskutieren Christian Caspar und Marko Ković mit Aleksandra Hiltmann vom «Tages-Anzeiger», Nicole Döbeli vom «Landboten» und Nadine Brügger von der «Neuen Zürcher Zeitung» über den <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/23/vieles-laeuft-subtil-ab-ein-gespraech-ueber-sexismus-in-der-medienbranche/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/23/vieles-laeuft-subtil-ab-ein-gespraech-ueber-sexismus-in-der-medienbranche/">«Vieles läuft subtil ab»: ein Gespräch über Sexismus in der Medienbranche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein offener Brief von 78 Tamedia-Redaktorinnen, in dem diskriminierende Praktiken auf den männlich dominierten Redaktionen angeprangert werden, sorgte Anfang März für Aufsehen. In der neuen Folge unseres Podcasts «Das Monokel» diskutieren Christian Caspar und Marko Ković mit Aleksandra Hiltmann vom «Tages-Anzeiger», Nicole Döbeli vom «Landboten» und Nadine Brügger von der «Neuen Zürcher Zeitung» über den offenen Brief und allgemeiner über Sexismus in der Schweizer Medienbranche.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe style="width: 100%; max-width: 660px; overflow: hidden; background: transparent;" src="https://embed.podcasts.apple.com/ch/podcast/folge-17-sexismus-in-der-medienbranche/id1521075604?i=1000514104954" height="175" frameborder="0" sandbox="allow-forms allow-popups allow-same-origin allow-scripts allow-storage-access-by-user-activation allow-top-navigation-by-user-activation"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Spätestens seit dem Startschuss der #MeToo-Bewegung in den USA im Jahr 2017 berichten auch Schweizer Medien vermehrt über sexuelle Ausbeutung und sexistische Diskriminierung von Frauen. Bisher richtete sich der kritische Blick meist auf gesellschaftliche Bereiche ausserhalb der Medien. Mit einem offenen Brief, den inzwischen 115 Frauen unterschrieben haben, prangern Tamedia-Redaktorinnen systematische <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/da-schreit-ein-kind-hab-ich-das-mit-dir-gezeugt-tamedia-journalistinnen-prangern-strukturellen-sexismus-an-ld.1605472" target="_blank" rel="noopener">Benachteiligung von Frauen</a> an. Damit wird nun auch die Situation in der Medienbranche selber zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte.<br />
</p>
<p>Der offene Brief kritisiert, dass männliche Redaktoren für gleiche Arbeit und zum Teil bei weniger Erfahrung einen deutlich höheren Lohn erhielten; dass Themen und Themenbereiche, die eher von Redaktorinnen vorgeschlagen und bearbeitet werden, einen schweren Stand haben; dass sexistische Bemerkungen und ein sexistisches Klima bisweilen an der Tagesordnung seien. In einer Replik auf den offenen Brief haben Priska Amstutz, Co-Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers», und Arthur Rutishauser, Chefredaktor der Redaktion Tamedia Deutschschweiz und der «Sonntagszeitung», erklärt, sie wollten das Betriebsklima verbessern und die Förderung von Frauen stärken.</p>
<p>Doch das Anliegen des offenen Briefes stösst nicht überall auf Verständnis. Lucien Scherrer argumentiert in der <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/sexismus-vorwuerfe-bei-tamedia-das-betriebsklima-ist-das-problem-ld.1606131" target="_blank" rel="noopener">«Neuen Zürcher Zeitung»</a>, dass es bei Tamedia in Tat und Wahrheit um interne Konflikte und «Generationenprobleme» gehe, die lediglich mit «Sexismusvorwürfen moralisch aufgeladen» worden seien. Diese Auslegung findet Aleksandra Hiltmann, «Tages-Anzeiger»-Redaktorin im Ressort Kultur und Gesellschaft sowie Mitunterzeichnerin des offenen Briefes, problematisch. Da schwinge ein Unterton mit, dass den betroffenen Frauen nicht geglaubt wird:</p>
<blockquote><p>«Es ist schwierig, wenn jemand von aussen kommt und sagt, ich erkläre euch was Sexismus ist und entscheide für euch, das ist hier nicht der Fall, weil bei euch, wo ich nicht arbeite, das Betriebsklima das Problem ist.»</p></blockquote>
<p>Nadine Brügger, Chefin vom Dienst im Nachrichtenressort der «Neuen Zürcher Zeitung», ergänzt, dass Probleme wie Sexismus, Mobbing, Machtgefälle und dergleichen oft zusammenhängen und gar nicht getrennt gedacht werden sollten. «Das so klar trennen zu wollen, ist ein Versuch, zu schützen, was man sich gewohnt ist.»</p>
<p>Dass struktureller Sexismus nicht isoliert, sondern mit anderen Problemen verwoben ist, zeigt auch der ökonomische Druck bei der Themenauswahl. Themenvorschläge von Frauen über gesellschaftliche Ereignisse und Probleme, die Frauen betreffen, haben es gemäss dem offenen Brief schwer. Die Begründung dafür laute regelmässig, dass das Publikumsinteresse dafür zu gering sei und es zu wenig Klicks gebe.</p>
<p>Doch diese Sicht der Dinge erachtet Nicole Döbeli, Ressortleiterin Region beim «Landboten», Co-Präsidentin des Vereins Medienfrauen Schweiz und ebenfalls Mitunterzeichnerin des offenen Briefs, als einen ganz grundlegenden Fehlschluss, auch in ökonomischer Hinsicht:</p>
<blockquote><p>«Die meisten Medienhäuser nehmen sich explizit vor, mehr Leserinnen und junge Leserinnen zu gewinnen. Gleichzeitig haben es Themen, die diese Zielgruppen ansprechen würden, schwerer, Gehör zu finden.»</p></blockquote>
<p>Auslöser für die aktuelle Sexismus-Debatte ist zwar der offene Brief der Tamedia-Redaktorinnen. Aber das bedeute nicht, erklärt Aleksandra Hiltmann, dass strukturelle Benachteiligung von Frauen allein in den Redaktionen der Tamedia-Mediengruppe ein Problem sei: «Im Vorfeld des Frauenstreiks haben wir uns medienübergreifend zum Medien-Frauenstreik zusammengeschlossen. In diesem Kontext haben wir gesehen, dass schweizweit Frauen in den Medien dieselben Erfahrungen teilen. Es ist kein Tamedia-Problem.»</p>
<p>Was ist die Folge von Sexismus in Medienhäusern? Weil Sexismus nicht aus anekdotischen Einzelfällen besteht, sondern ein strukturelles Problem des Journalismus darstellt, reproduziert sich diese Benachteiligung von Frauen in den journalistischen Inhalten, was wiederum einen Einfluss auf die Gesellschaft hat. In Anlehnung an das Buch «Invisible Women» der britischen Autorin Caroline Criado Perez stellt Nicole Döbeli fest, dass die Medien Teil eines Kreislaufes sind, der bestehende diskriminierende Strukturen in der Gesellschaft festige: «Wir nehmen die Welt aus einer männlichen geprägten Sicht wahr und geben sie dann auch so wieder.» Diesen Effekt des Sexismus innerhalb von Medienorganisationen auf die Gesellschaft erkennt auch Nadine Brügger:</p>
<blockquote><p>«Was wir in unseren Blättern, auf unseren Plattformen berichten, hilft mit, die Struktur der Gesellschaft zu formen.»</p></blockquote>
<p>Tatsächlich ist in zahlreichen Studien dokumentiert, dass Frauen systematisch weniger oft Gegenstand oder aktive Stimme in der Berichterstattung sind (zum Beispiel <a href="https://doi.org/10.15195/v6.a20" target="_blank" rel="noopener">hier</a>, <a href="https://osf.io/ykt5h" target="_blank" rel="noopener">hier</a>, <a href="https://towardsdatascience.com/we-need-media-diversity-reports-b5725d8e5546" target="_blank" rel="noopener">hier</a> oder <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0148434" target="_blank" rel="noopener">hier</a>). Dass die auf diese Art vielleicht subtil, aber systematisch verzerrte Berichterstattung wiederum einen Einfluss darauf hat, wie die breite Bevölkerung die Welt wahrnimmt, liegt auf der Hand.</p>
<p>Auch wenn struktureller Sexismus in Medienorganisationen tief verankert ist, kann etwas dagegen unternommen werden. Nadine Brügger plädiert für Anlaufstellen, die ausserhalb der Redaktionen stehen: «Wir brauchen HR-Abteilungen, die sensibilisiert sind und die tatsächlich auch proaktiv etwas verändern.» Nicole Döbeli erklärt, dass in Sachen Karrierechancen und Beförderungen Transparenz geschaffen werden muss, weil Diskriminierung oft latent abläuft:</p>
<blockquote><p>«Das fiese an diesen Strukturen ist, dass vieles sehr subtil abläuft.»</p></blockquote>
<p>Auch verbindliche Vorgaben zu Diversität könnten in dieser Hinsicht hilfreich sein.</p>
<p>Einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lage, so Aleksandra Hiltmann, könnte auch das Publikum leisten: «Lest unsere Artikel über sogenannte Frauenthemen. Über weibliche Kulturschaffende, Regisseurinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, Interviews mit Expertinnen, Kommentare von uns Frauen. Lest das, unterstützt das, teilt das. So macht man Journalistinnen sichtbar – und die Frauen, über die sie schreiben.»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe style="width: 100%; max-width: 660px; overflow: hidden; background: transparent;" src="https://embed.podcasts.apple.com/ch/podcast/folge-17-sexismus-in-der-medienbranche/id1521075604?i=1000514104954" height="175" frameborder="0" sandbox="allow-forms allow-popups allow-same-origin allow-scripts allow-storage-access-by-user-activation allow-top-navigation-by-user-activation"></iframe></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/23/vieles-laeuft-subtil-ab-ein-gespraech-ueber-sexismus-in-der-medienbranche/">«Vieles läuft subtil ab»: ein Gespräch über Sexismus in der Medienbranche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Medienschelte des Nestlé-Chefs: Der gekränkte König von Vevey</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/14/medienschelte-des-nestle-chefs-der-gekraenkte-koenig-von-vevey/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Classen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2021 19:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Nestle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Nachgang zur Konzernverantwortungsinitiative KVI übt der Verwaltungsratspräsident von Nestlé massive Medienkritik in einem Gastkommentar in der NZZ. Dabei hat die Berichterstattung der Schweizer Medien massgeblich zur Ablehnung der KVI beigetragen. Paul Bulckes Klagelied offenbart zwar ein höchst problematisches Demokratie- und Medienverständnis. Zugleich windet er Schweizer Presse und TV aber ein Kränzchen – wenn auch <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/14/medienschelte-des-nestle-chefs-der-gekraenkte-koenig-von-vevey/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Nachgang zur Konzernverantwortungsinitiative KVI übt der Verwaltungsratspräsident von Nestlé massive Medienkritik in einem Gastkommentar in der NZZ. Dabei hat die Berichterstattung der Schweizer Medien massgeblich zur Ablehnung der KVI beigetragen. Paul Bulckes Klagelied offenbart zwar ein höchst problematisches Demokratie- und Medienverständnis. Zugleich windet er Schweizer Presse und TV aber ein Kränzchen – wenn auch unfreiwillig.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-84983" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Nestle-Krone-20210114.jpg" alt="" width="1456" height="972" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Nestle-Krone-20210114.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Nestle-Krone-20210114-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Nestle-Krone-20210114-768x513.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Nestle-Krone-20210114-1024x684.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Nestle-Krone-20210114-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Nestle-Krone-20210114-728x485.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Es gibt drei Dinge, die auch den abgebrühtesten Top-Manager – häufig in Kombination – irgendwann aus der Ruhe bringen: substanzielle Börsenverluste, akute Imageprobleme und medial heftig kritisiert oder gänzlich ignoriert zu werden. Die letzten beiden Punkte haben einen der mächtigsten Firmenlenker der Welt zu einem Pamphlet provoziert, dessen Grundthese nachweislich falsch und dessen Hauptbotschaft, gelinde gesagt, bedenklich ist. Mit seinem am 24. Dezember 2020 von der NZZ publizierten <a href="https://www.nzz.ch/meinung/die-kluft-zwischen-menschen-medien-und-konzernen-ld.1593299" target="_blank" rel="noopener">Gastkommentar</a> machte Paul Bulcke der Schweizer Öffentlichkeit ein äusserst zweifelhaftes Weihnachtsgeschenk. Was von Nestlés VR-Präsident und oberstem Kommunikator als Befreiungsschlag gedacht war, erweist sich als Bärendienst für den nicht erst seit der KVI mit Reputationsproblemen kämpfenden Nahrungsmittelriesen.<br />
</p>
<p>Was Bulcke besonders frustriert und getroffen hat, ist die hohe Zustimmung, welche das Ende November knapp am Ständemehr gescheiterte Volksbegehren in Städten mit Konzernhauptsitzen erreicht hat, so auch in «seinem» Vevey. «Man nahm unsere Meinung dort entweder nicht zur Kenntnis – oder man glaubte uns nicht.» Schuld daran seien die Medien, denn sowohl bei kleinen Lokalzeitungen als auch bei der grossen SRG stosse man «auf Skepsis und Misstrauen». Im KVI-Kontext zumindest ist das eine glatte Lüge. Dies belegt der <a href="http://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:aa5b7798-fb32-49f4-887d-cbbdd7fe6e0c/Abstimmungsmonitor_November_2020.pdf" target="_blank" rel="noopener">Abstimmungsmonitor</a> der Forschungsstelle für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich. Die Tonalität der Berichterstattung über die umstrittene Initiative war demnach überwiegend negativ, also im Sinne von Nestlé, Economiesuisse und Karin Keller-Suter.</p>
<blockquote><p>Bulcke unterstellt Journalisten und Wählerschaft pauschal eine spezifisch schweizerische «Wahrnehmungsstörung».</p></blockquote>
<p>Dazu beigetragen hat auch Bulcke, gezielt und höchstpersönlich. Durch <a href="https://www.tagblatt.ch/meinung/zur-konzernverantwortungsinitiative-die-absicht-ist-gut-der-weg-aber-voellig-falsch-ld.1271098" target="_blank" rel="noopener">Stellungnahmen</a>, <a href="https://www.blick.ch/wirtschaft/nestle-praesident-bulcke-ueber-kovi-und-moralismus-es-gibt-auch-das-menschenrecht-auf-arbeit-und-nahrung-id16204212.html" target="_blank" rel="noopener">Interviews</a> und, wichtiger noch, ausführliche Hintergrundgespräche mit Chefredaktionen und Ressortleitungen, so belegterweise bei «Blick» und NZZ. Als einer der wichtigsten Anzeigenkunden konnte er seine «Alternative Corporate Facts» dort weitgehend widerspruchslos verbreiten. In der NZZ lobbyiert er aber nicht nur gegen mehr rechtsverbindliche Unternehmensverantwortung, sondern unterstellt Journalisten und Wählerschaft pauschal eine spezifisch schweizerische «Wahrnehmungsstörung».</p>
<p>In jener für enttäuschte Sonnenkönige typischen Mischung aus Larmoyanz und Aggressivität beklagt er nicht nur, dass «Wirtschaftsskeptiker offenbar besser ankommen». Bulcke denunziert die mehrheitsfähigen Menschenrechtsanliegen der KVI-Allianz als blosse Aluhut-Esoterik. Er beschwert sich auch allen Ernstes darüber, «wie schwierig es geworden ist, unsere Aktivitäten in die Medien zu bringen».</p>
<blockquote><p>Bulckes Schelte zeigt den Geist einer globalisierten Wirtschaftsaristokratie, die Medien als reine Verlautbarungsdienstleister betrachten.</p></blockquote>
<p>Wäre ich Pressesprecher von Nestlé, wäre es mir spätestens beim letzten Satz eiskalt den Rücken runtergelaufen. Und zwar gleich zwei Mal: Einerseits sähe ich – bei einem sooo unzufriedenen Oberboss – meinen Job in höchster Gefahr. Zudem würde es mir bei jedem Journalistenkontakt fortan die Schamesröte ins Gesicht treiben. Denn Bulckes Schelte zeigt den Geist einer globalisierten Wirtschaftsaristokratie, die Medien nicht als Wachhunde der Demokratie (auch gegenüber Konzerninteressen), sondern als reine Verlautbarungsdienstleister betrachten. Egal, ob es sich dabei um Arbeitsrecht, Klimapolitik oder Produktinnovationen handelt. Denn je grösser die Machtkonzentration bei einzelnen Marktakteuren, desto grösser die Notwendigkeit der Machtkontrolle durch möglichst viele Medienakteure.</p>
<p>Was also als fundamentale Kritik gemeint war, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als unfreiwilliges Kompliment an unsere doch immer noch relativ unabhängige vierte Gewalt. In Bulckes Kritik steckt aber noch eine weitere gute Nachricht. Im Gegensatz zu vielen anderen Managern von Grossunternehmen, die ihr kommunikatives Heil längst im Corporate Publishing und aufwändigen Firmenmagazinen suchen, scheint Nestlé für seine Botschaften weiter auf die Reichweite und Glaubwürdigkeit traditioneller Verlagshäuser und gebührenfinanzierter Sender zu setzen. Jetzt muss man in Vevey und anderen Schweizer Konzernzentralen nur noch begreifen und beherzigen, dass Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit zwei Seiten der gleichen Medien-Medaille sind.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/14/medienschelte-des-nestle-chefs-der-gekraenkte-koenig-von-vevey/">Medienschelte des Nestlé-Chefs: Der gekränkte König von Vevey</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Nebelspalter, Echo der Zeit, NZZ</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/11/28/nebelspalter-echo-der-zeit-nzz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 10:03:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Echo der Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nebelspalter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – «Nebelspalter» auf dem Radar Die Handelszeitung hat herausgefunden, dass Markus Somm den «Nebelspalter» übernehmen will. Dem früheren BaZ-Verleger und rechts-konservativen Publizisten würde die Satirezeitschrift als Startrampe dienen für eine Online-Plattform. Somm selbst sagt nur, dass er nichts sagt. Der aktuelle «Nebelspalter»-Verleger Thomas Engeli bestätigt das Interesse Somms. Aber er widerspricht der Darstellung <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/28/nebelspalter-echo-der-zeit-nzz/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/28/nebelspalter-echo-der-zeit-nzz/">Nebelspalter, Echo der Zeit, NZZ</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-83855" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Good-Bad-Ugly-20201128b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Good-Bad-Ugly-20201128b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Good-Bad-Ugly-20201128b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Good-Bad-Ugly-20201128b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Good-Bad-Ugly-20201128b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «Nebelspalter» auf dem Radar</h3>
<p>Die <a href="https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/markus-somm-will-den-nebelspalter-kaufen" target="_blank" rel="noopener">Handelszeitung</a> hat herausgefunden, dass Markus Somm den «Nebelspalter» übernehmen will. Dem früheren BaZ-Verleger und rechts-konservativen Publizisten würde die Satirezeitschrift als Startrampe dienen für eine Online-Plattform. Somm selbst sagt nur, dass er nichts sagt. Der aktuelle «Nebelspalter»-Verleger <a href="https://www.bernerzeitung.ch/mit-diesem-mann-muss-markus-somm-handelseinig-werden-885730924147" target="_blank" rel="noopener">Thomas Engeli</a> bestätigt das Interesse Somms. Aber er widerspricht der Darstellung vom «Nebelspalter» als schwächelnde Publikation, wie sie die Handelszeitung verbreitet hat: Man verzeichne «entgegen dem allgemeinen Trend einen regelmässigen Abonnentenzuwachs».</p>
<p>Ein Grund dafür ist die redaktionelle Kontinuität. Chefredaktor Marco Ratschiller führt die Satirezeitschrift nun schon seit 15 Jahren. Dabei pflegt er einen feinen, unspektakulären Stil, ganz in der 145-jährigen Tradition des «Nebelspalters». «Das Seziermesser ist oft geeigneter als der Vorschlaghammer», <a href="https://www.derbund.ch/leben/gesellschaft/fuer-den-satiriker-ist-diese-entwicklung-eine-bedrohung/story/14328053" target="_blank" rel="noopener">findet</a> der ausgebildete Historiker, der selbst auch als Karikaturist in seinem Blatt zeichnet. Und er zieht Grenzen, wo andere eine grenzenlose Freiheit der Satire sehen. «Religiöse Glaubensinhalte und -symbole dürfen nicht zum Selbstzweck lächerlich gemacht oder verunglimpft werden», sagte Ratschiller 2015 der <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/06/vom-schwierigen-umgang-mit-der-satire/">MEDIENWOCHE</a>. Unter einem Verleger Somm wäre Ratschiller wohl kaum mehr Chefredaktor, sondern eher einer vom Schlage, wie ihn Ratschiller 2016 in seiner preisgekrönten Karikatur <a href="https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/wutbuerger-gewinnt-karikaturpreis" target="_blank" rel="noopener">«Innenleben eines Wutbürgers»</a> gezeichnet hatte.</p>
<p>Das Gute an den Verkaufsgerüchten: Auch andere Verlage werden wieder auf das Traditionsblatt aufmerksam. Und für den aktuellen Verleger käme ein Verkauf sowieso nur in Frage, «wenn dies den ‹Nebelspalter› zusätzlich stärken würde».</p>
<h3>The Bad – «Echo der Zeit» – aus zwei mach eins</h3>
<p>Im September feierte das «Echo der Zeit» von Radio SRF seinen 75. Geburtstag. Der Tenor der Geburtstagswünsche lautete: Bleib, wie du bist. Wie sich jetzt herausstellt, ein frommer Wunsch. Ab kommendem Jahr verzichtet das Nachrichten-Hintergrundmagazin auf die Live-Moderation der Zweitausstrahlung um 19 Uhr. Auch das Nachrichtenbulletin zu Beginn der Sendung soll in der zweiten «Echo»-Sendung künftig nur noch ab Konserve gesendet werden. Das zeigen Dokumente, die der MEDIENWOCHE vorliegen.</p>
<p>Mit dem Verzicht auf eine Stunde Moderation und eine halbe Stunde Nachrichtenredaktion beim «Echo» lassen sich aber keine Millionen einsparen. Das Dilemma: Ein grösserer Spareffekt liesse sich nur mit dem Verzicht auf ganze Sendungen erzielen. Davor schreckt aber SRF zurück. Doch selbst wenn nun überall ein bisschen abgezwackt wird, kann SRF irgendwann nicht mehr umhin, einen grösseren Schnitt zu machen.</p>
<h3>The Ugly – Wenn zwei sich streiten, freut sich die NZZ</h3>
<p>Letzten Samstag spielten Operation Libero und FDP in der NZZ <a href="https://twitter.com/Mark_Balsiger/status/1330155818801655811?s=20" target="_blank" rel="noopener">Inserate-Ping-Pong</a> für und gegen die Konzernverantwortungsinitiative. Auf einen ganzseitigen offenen Brief der jung-liberalen Stosstruppe folgte zwei Seiten später im gleichen Format die Replik des alten Freisinns. Macht ein Plus von geschätzt 40&#8217;000 Franken in der Kasse der Zeitung. Ob das Timing, dass beide Botschaften am selben Tag ins Blatt fanden, ein glücklicher Zufall war (wie es die <a href="https://twitter.com/kampagnenleiter/status/1330171126123794434?s=20" target="_blank" rel="noopener">FDP behauptet</a>) oder ob die NZZ nachgeholfen hat (was die Zeitung verneint)? Egal. Hauptsache, beide Parteien sind zufrieden.</p>
<p>Damit von dieser Form der «Presseförderung» auch andere Medien profitieren, hier das Rezept: Zuerst verärgert die Redaktion mit ihrer Berichterstattung eine Partei nachhaltig. Diese sieht die Buchung eines Inserats als einzige Möglichkeit, den redaktionellen Kurs zu kontern und sich Gehör zu verschaffen. Umso besser, wenn sie dieses Vorhaben <a href="https://beta.operation-libero.ch/de/nzz-inserat" target="_blank" rel="noopener">öffentlich ankündigt</a>, wie das Operation Libero getan hat. Das mobilisiert die Gegenseite, idealerweise bucht sie ebenfalls ein Inserat als Replik.</p>
<p>Das Beispiel zeigt: Entscheidend ist der redaktionelle Kurs. Ein angekündigtes Inserat im «Blick» schaltete Operation Libero schliesslich nicht. Wohl auch darum, weil der Ärger über dessen Berichterstattung kleiner war als über die der NZZ.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/28/nebelspalter-echo-der-zeit-nzz/">Nebelspalter, Echo der Zeit, NZZ</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/11/26/stell-dir-vor-es-ist-krieg-und-keiner-geht-hin/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2020/11/26/stell-dir-vor-es-ist-krieg-und-keiner-geht-hin/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann-Kathrin Schäfer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2020 13:40:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Kaukasus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=83802</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Krieg in Bergkarabach zwischen Armenien und Aserbaidschan dauerte 44 Tage und forderte Tausende Opfer. Der Journalist Daniel Böhm berichtete direkt aus dem Kriegsgebiet – als einer der wenigen aus der Schweiz. Erst seit dem Waffenstillstand schicken Schweizer Medien Korrespondentinnen in die Region. Warum nicht vorher? Anfang Oktober 2020. Die Gefechte in Bergkarabach dauern seit <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/26/stell-dir-vor-es-ist-krieg-und-keiner-geht-hin/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/26/stell-dir-vor-es-ist-krieg-und-keiner-geht-hin/">Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Krieg in Bergkarabach zwischen Armenien und Aserbaidschan dauerte 44 Tage und forderte Tausende Opfer. Der Journalist Daniel Böhm berichtete direkt aus dem Kriegsgebiet – als einer der wenigen aus der Schweiz. Erst seit dem Waffenstillstand schicken Schweizer Medien Korrespondentinnen in die Region. Warum nicht vorher?</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-83803" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Bergkarabach-Berichterstattung-20201126.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Bergkarabach-Berichterstattung-20201126.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Bergkarabach-Berichterstattung-20201126-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Bergkarabach-Berichterstattung-20201126-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Bergkarabach-Berichterstattung-20201126-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Bergkarabach-Berichterstattung-20201126-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<strong>Anfang Oktober 2020.</strong> Die Gefechte in Bergkarabach dauern seit einer Woche an, als <a href="https://danielboehm.net/bio/" target="_blank" rel="noopener">Daniel Böhm</a> zum ersten Mal in das Kriegsgebiet reist. Der freie Journalist landet in der armenischen Hauptstadt Yerevan, bevor ihn eine Presseverantwortliche über den Korridor von Goris nach Stepanakert, der Hauptstadt des umkämpften De-facto-Staats, fährt. Im Gepäck hat der Berner ein Erste-Hilfe-Kit, einen Helm und eine Splitterschutzweste. Als er ankommt, ist es ruhig über der Stadt. Es gibt keine Bombardierungen wie in den Tagen davor.</p>
<p>Der 40-Jährige besucht die Einwohner, die in Bunkern Zuflucht suchen. Er befragt Offizielle der Regierung und nimmt an Pressetouren zu Frontabschnitten teil. «Dass zwei staatliche Armeen wie im Ersten Weltkrieg gegeneinander kämpfen, gibt es kaum mehr. Heute sieht man meist Bürgerkriege mit Strassenkämpfen», sagt Böhm im Gespräch mit der MEDIENWOCHE, Der freie Journalist veröffentlich seine Berichte <a href="https://danielboehm.net/work-2/" target="_blank" rel="noopener">in der NZZ und der «Welt»</a>. Pressemitteilungen der Verteidigungsministerien überprüft er durch Gespräche mit Soldaten und anderen Journalisten. Er besucht Kleinstädte und Dörfer, um sich von Zerstörungen an ziviler Infrastruktur selbst ein Bild zu machen. Propaganda in den sozialen Medien versucht er zu ignorieren. «Dass beide Parteien in den sozialen Medien ihre Narrative teilen, gehört zu einem Krieg heutzutage dazu», sagt der 40-Jährige. «Das Zielpublikum der meisten Social-Media-Posts sind Menschen in Europa und Amerika: ‹Seht her, was hier passiert, ist wichtig. Wir kämpfen um unser Leben.›»<br />
</p>
<p>Daniel Böhm wohnt seit anderthalb Jahren in der libanesischen Hauptstadt Beirut, wo eine grosse armenische Minderheit lebt. «Als sich im Sommer abzeichnete, dass der Konflikt um Bergkarabach eskalieren könnte, hat dies im Libanon anders als in Europa und in der Schweiz hohe Wellen geschlagen.» Der studierte Politikwissenschaftler beschäftigte sich schon als Jugendlicher mit dem über hundertjährigen Bergkarabach-Konflikt und las verschiedene Bücher über die historischen Hintergründe. Als Beiruter Freunde mit armenischen Wurzeln zu ihren Verwandten in den Kaukasus reisten, traf er die Entscheidung, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen.</p>
<p><strong>Ende Oktober 2020.</strong> Drei Wochen nach dem ersten Aufenthalt in Bergkarabach und der zwischenzeitlichen Rückkehr nach Beirut reist Daniel Böhm ein zweites Mal in die Region. «Als wir über dieselbe Strasse durch Goris nach Stepanakert fuhren, sah ich auf dem gegenüberliegenden Hang Rauchwolken von Phosphorbomben», sagt Böhm. «Auf der anderen Seite der Strasse hob das Militär Schützengräben aus.» Die Angestellten des Park Hotels waren geflohen.</p>
<p>Daniel Böhm nimmt eine Matratze mit in den Frühstücksraum, der mit Sandsäcken vor den Fenstern als Bunker dient. Andere Journalisten und freiwillige Kämpfer schlafen auf dem Boden und auf Sofas. «Stepanakert stand unter Dauerbeschuss. Tag und Nacht kamen Granaten oder Raketen runter. Man hört das die ganze Zeit. Ein dauerndes Bumm, Bumm, Bumm.» Zwischen den Einschlägen recherchiert Böhm und schliesst sich mit den wenigen anderen Journalisten vor Ort zusammen. Gemeinsam fahren sie zu einer Kathedrale, in der Flüchtlinge im Keller schlafen und besuchen das Krankenhaus, in dem verwundete Soldaten verarztet werden. Als aserbaidschanische Truppen vor Schuschi stehen, der Kleinstadt etwa zehn Kilometer südlich von Stepanakert, fährt die Gruppe an die Frontlinie. «Die Gefahr, in die man sich begibt, ist nicht das Ziel, sondern der Preis, den man bezahlt, um herauszufinden, was vor Ort passiert», sagt Daniel Böhm. Er hat als einer der wenigen Schweizer Journalisten aus Bergkarabach berichtet. Wieso war das mediale Interesse hierzulande an dem Krieg vor den Toren Europas so gering?</p>
<p><a href="https://www.ikmz.uzh.ch/de/department/people/research-assistants/valerie-hase.html" target="_blank" rel="noopener">Valerie Hase</a>, Kommunikationswissenschaftlerin an der Universität Zürich, hat dafür eine Erklärung: «Aktuell gibt es viele Ereignisse – die Corona-Krise, die US-Wahl, der Anschlag in Wien –, die aus journalistischer Sicht für Schweizerinnen vermeintlich relevanter sind.» Hinzu komme, dass sich der komplexe Karabach-Konflikt nicht knapp in ein paar Zeilen vermitteln lasse. In der Berichterstattung sei wichtig, historische Hintergründe und die Argumente beider Seiten aufzunehmen. Dies, weil die Politik aufgrund dieser Informationen gegebenenfalls Stellung nehmen und intervenieren müsse. Etwa die EU und die UNO seien immer wieder dafür kritisiert worden, sich zu sehr aus dem Konflikt herauszuhalten. «Es ist Aufgabe des Journalismus, ein möglichst objektives Bild der Lage vor Ort zu liefern und Desinformation aus den sozialen Medien herauszufiltern», sagt die Medienexpertin. Dies sei von fernab nur schwer zu leisten. «Aufgrund begrenzter finanzieller Ressourcen können sich aber nur wenige Medien Auslandskorrespondentinnen leisten.» Diese berichteten oft über mehrere Länder zugleich, die meisten in diesem Fall von Moskau aus.</p>
<p>«Wenn Covid-19 nicht wäre, hätte ich mich am Tag der ersten Kampfhandlungen ins Flugzeug nach Yerevan gesetzt», sagt <a href="https://twitter.com/davidnauer" target="_blank" rel="noopener">David Nauer</a>, Korrespondent von Radio SRF für Russland, die Ukraine, den Kaukasus und Zentralasien in einem Telefongespräch. Abgehalten hätten ihn die Unklarheit, wann und wie er zurück nach Moskau käme. Hinzu sei die Überlegung gekommen, dass er auch Themen wie den Ukraine-Konflikt, Covid-19 in Russland und die Proteste in Belarus abdecken müsse.</p>
<p>«Anders als jetzt über den Bergkarabach-Krieg berichteten die Schweizer Medien im Sommer prominent von der Krise in Belarus», sagt Nauer. «So brutal das klingt: Zu der Zeit war sonst nicht viel los. Zudem ist die Krise in Belarus einfach zu vermitteln: Das Volk wehrt sich gegen den Diktator.» Der Konflikt in Bergkarabach hingegen sei kompliziert und stehe nicht zuletzt deshalb in der medialen Agenda hinten an. «Man muss als Journalist enorm viel wissen und dies einem Publikum, das die komplexen Verwicklungen nicht präsent hat, erklären. Auf der durchschnittlichen Schweizer Redaktion ist die Region allerdings ein halbblinder Fleck. Ich glaube, dass der Konflikt deshalb nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen hat wie andere.»</p>
<p>Die NZZ hat ein paar Dutzend Artikel zum Thema veröffentlicht. Darunter ein historischer Bericht über die Wurzeln des Territorialkonflikts in den 1920er Jahren sowie Reportagen über die Situation auf der aserbaidschanischen sowie auf der armenischen Seite der Frontlinie von Daniel Böhm und anderen. «Für uns stand ausser Frage, dass wir umfassend über den Konflikt berichten», sagt NZZ-Auslandsredaktor <a href="https://www.nzz.ch/impressum/andreas-rueesch-ld.155169" target="_blank" rel="noopener">Andreas Rüesch</a> auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Im <a href="https://www.nzz.ch/podcasts/worum-gehts-im-karabach-konflikt-nzz-akzent-ld.1583065" target="_blank" rel="noopener">Podcast «NZZ Akzent»</a> erklärte Rüesch in 14 Minuten die Hintergründe des Bergkarabach-Konflikts. «Ich hoffe, dass wir deutlich machen konnten, worum es geht. Aber es war eine Herausforderung, weil man über den Konflikt in den letzten 20 Jahre nur wenig lesen konnte.» Rüesch fügt an: «Das ist auch eine finanzielle Frage. Man muss bereit sein, die Journalisten anständig zu bezahlen, auch die Freien vor Ort.» Die NZZ arbeitete mit freien Journalisten wie Daniel Böhm zusammen – Korrespondent <a href="https://www.nzz.ch/impressum/markus-ackeret-ld.154653" target="_blank" rel="noopener">Markus Ackeret</a> in Moskau reiste während der Kampfhandlungen nicht nach Bergkarabach. Die Gründe seien logistischer Natur gewesen, sagt Andreas Rüesch, und fügt an: «Man braucht in solch einer Situation nicht nur den Reporter, der an der Frontlinie steht, sondern auch den Beobachter, der das grosse Ganze im Auge behält.»</p>
<p><strong>Anfang November 2020.</strong> Kurz vor der Unterzeichnung des Waffenstillstands zwischen Armenien und Aserbaidschan kehrt Daniel Böhm nach zwei Wochen in Bergkarabach in die armenische Hauptstadt Yerevan zurück. In einem Videocall mit der MEDIENWOCHE von seinem Hotelzimmer aus sagt der Journalist: «Ich merke erst jetzt, wie müde ich bin», sagt er. «Im Kriegsgebiet funktionierte ich einfach. Mit wem kann ich reden? Wie kann ich das organisieren? Ich schob den Gedanken auf die Seite, ob während eines Interviews eine Rakete einschlagen könnte.»</p>
<p>Rund um die Uhr trug er eine Maske wegen des Coronavirus, das sich durch den Krieg unkontrolliert ausbreitete. «Natürlich stellt die Pandemie in Anbetracht der verwundeten Soldaten in den Krankenhäusern ein zusätzliches Problem dar. Aber im Vergleich zum Krieg wirkt Corona fast unwichtig.» Besonders nah gehen ihm die Gespräche mit Frauen, die ihre Söhne und Ehemänner verloren haben. «Wenn man im Gefechtslärm sieht, wie die Bomben fliegen und man die verletzten Soldaten sieht, ist das abstrakt. Aber wenn eine Mutter sagt: ‹Mein Sohn ist jetzt weg›, denkt man an zuhause.» Daniel Böhm sagt: «Das war kein Krieg der Milizen. Tausende 18- bis 28-jährige Wehrpflichtige und Freiwillige wurden aus dem Leben gerissen, die genauso gut als Grafikdesigner in einem Hipstercafé in Berlin Kaffee trinken könnten. Das sind Menschen wie du und ich.»</p>
<p>Für Daniel Böhm steht die Wichtigkeit der Berichterstattung über den Konflikt ausser Frage. «Das ist kein kleiner Regionalkrieg zwischen zwei kleinen Staaten irgendwo am Ende der Welt», sagt er. «Auch die Türkei griff militärisch ein. Und das Verhältnis zwischen Russland und der Türkei, das im gesamten Nahen Osten von grosser Bedeutung ist, spielt eine zentrale Rolle.» Der Krieg werde auf lange Sicht einen Einfluss haben, ist der Journalist überzeugt. Zum einen auf die Art und Weise, wie Kriege geführt werden: Erstmals in diesem Ausmass kamen türkische, hochmoderne Kampfdrohnen zum Einsatz, die von der Ferne gesteuert die militärische Überlegenheit Aserbaidschans ausmachten. «Zum anderen zeigt dieser Krieg, dass man Probleme mit Gewalt lösen kann», sagt Böhm. «Die Tatsache, dass die Aserbaidschaner einen Grossteil ihrer Territorien zurückerobern konnten, bedeutet, dass es sich vielleicht eher lohnt auf die militärische Karte zu setzen, anstatt mit europäischen Vertretern endlose Gesprächsrunden zu führen. Von daher wäre durchaus mehr mediales Interesse gerechtfertigt gewesen.»</p>
<p><strong>9. November 2020.</strong> Seit Armenien und Aserbaidschan den Waffenstillstand unterzeichnet haben, reisen vermehrt Schweizer Journalisten in die Region. Luzia Tschirky vom Schweizer Fernsehen SRF ist <a href="https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/konflikt-um-berg-karabach-der-verlust-religioeser-staetten?urn=urn:srf:video:aeffc7f2-d297-4a68-bfd5-53fe79f9719d" target="_blank" rel="noopener">bereits vor Ort</a>, als dieser Artikel entsteht. Auslandredaktorin Judith Huber von Radio SRF und Markus Ackeret, NZZ-Korrespondent in Moskau, sind auf dem Weg dahin. Auch Daniel Böhm kehrt noch einmal nach Stepanakert zurück. «Die Stadt wirkt tot», sagt er. Im Park Hotel stapelt sich der Müll auf den Tischen des Restaurants. Soldaten betrinken sich, Essen und warmes Wasser gibt es nicht mehr, die Heizungen funktionierten nicht, es ist kalt. Bilder von Armeniern, die ihre Häuser anzünden, bevor sie ihre Heimat verlassen, gehen durch die Schweizer Medien. NZZ-Auslandsredaktor Andreas Rüesch sagt: «Jetzt beginnt eine dramatische Zeit, in der die Übergabe von armenisch besetzten Gebieten an Aserbaidschan abläuft. Es werden spannende, schwierige Stunden sein. Der Konflikt ist nicht zu Ende. Wir werden die Umwälzungen, die der Krieg für die Bevölkerung ausgelöst hat, genau beobachten.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/26/stell-dir-vor-es-ist-krieg-und-keiner-geht-hin/">Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Bundesplatzbesetzung, NZZ &#038; CH Media, Infosperber</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Sep 2020 06:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajugend]]></category>
		<category><![CDATA[CH Media]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Berichterstattung zur Bundesplatzbesetzung Den Schweizer Medien gelang diese Woche, was ihnen selten gelingt: sich bei einem kontroversen Live-Ereignis von Anfang an unabhängig von den Behörden zu positionieren. Am Montag um 6 Uhr war der Bundesplatz von Klimaaktivist*innen besetzt. Während das Parlament tagt, sind Demos auf dem Bundesplatz verboten. Wenn etwas Illegales getan <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/26/bundesplatzbesetzungnzz-ch-mediainfosperber/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/26/bundesplatzbesetzungnzz-ch-mediainfosperber/">Bundesplatzbesetzung,<br> NZZ & CH Media,<br> Infosperber</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-81706" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Berichterstattung zur Bundesplatzbesetzung</h3>
<p>Den Schweizer Medien gelang diese Woche, was ihnen selten gelingt: sich bei einem kontroversen Live-Ereignis von Anfang an unabhängig von den Behörden zu positionieren. Am Montag um 6 Uhr war der Bundesplatz von Klimaaktivist*innen besetzt. Während das Parlament tagt, sind Demos auf dem Bundesplatz verboten.</p>
<p>Wenn etwas Illegales getan wird, ist der News-Journalismus oft in einem klaren Schwarzweiss-Muster verhakt. Diesmal nicht: Die Sicht von Polizei und Behörden war natürlich auch abgebildet, aber die Journalist*innen haben sich die Haltung der Behörden nicht zu eigen gemacht. Das gilt für die Liveticker vom Montag ebenso wie für die Reportagen in den Dienstagsausgaben der grossen Zeitungen.</p>
<p>Ein zweiter Protest, Polizeigewalt, polizeiliche Wegweisungen und die Tirade von Andreas Glarner gegen Sibel Arslan stoppten die kritisch-differenzierte Berichterstattung nicht. «Einen solchen Rechtsextremisten» (WOZ-Co-Redaktionsleiter Kaspar Surber über Andreas Glarner) können Journalist*innen nicht freundlich und fair behandeln. In der Abwägung zwischen Klimakrise und Demo-Reglement kann man nicht reflexartig und undifferenziert auf Recht und Ordnung pochen. Das ist bei vielen Schweizer Journalist*innen angekommen. Leider nicht bei allen. Die SRF-Arena setzte auf rhetorische Eskalation. Mit einem Klimawandel-Skeptiker den Klimawandel zu diskutieren, ist sinnlos. Mit einem Klimawandel-Skeptiker den Aktivismus gegen den Klimawandel zu diskutieren, lächerlich.</p>
<h3>The Bad – Entlassungen bei NZZ und CH Media</h3>
<p>Bloss «vereinzelt» Entlassungen soll es geben, hiess es von der NZZ im Juni zu ihrer «Strategieschärfung». Jetzt zeigt sich, dass das Unternehmen mit 780 Mitarbeitenden nicht so überaltert ist, dass es etwa fünf Prozent der Stellen mit Frühpensionierungen zum Verschwinden bringt.</p>
<p>Die Bilanz der letzten zwei Wochen: Zwei Entlassungen im Wirtschaftsressort, eine im Inland, eine im Inlandressort der NZZ am Sonntag, der Filmredaktor wird entlassen und in der Bildredaktion eine halbe Stelle gestrichen. Der «trickle down»-Effekt – das Versprechen, dass entfesselte Märkte auch den unteren Schichten helfen – funktioniert hier umgekehrt: Die Entlassungen geschehen nicht auf’s Mal; das Unternehmen entlässt tröpfchenweise. «Die Zahl der Kündigungen insgesamt beträgt unter 30 (und nicht 39)», schreibt Sprecherin Seta Thakur auf Anfrage. Immerhin nennt sie Kündigungen nun Kündigungen.</p>
<p>Von «neoliberaler Salamitaktik» schrieb Medienjournalist <a href="https://twitter.com/DennisBuehler/status/1308783243110608901" target="_blank" rel="noopener">Dennis Bühler</a> auf Twitter. Man solle nicht alles, was einem nicht passt, neoliberal nennen, ärgerte sich daraufhin <a href="https://twitter.com/p_holle/status/1308859363285757957" target="_blank" rel="noopener">Pascal Hollenstein</a>, publizistischer Leiter von CH Media. Am Tag drauf kündigte CH Media ein «Effizienzprogramm» an, mit dem bis 2023 30 Millionen Franken pro Jahr gespart werden. Zwei Drittel davon mit neuen Massnahmen, ein Drittel komme aus dem «noch laufenden Integrationsprogramm», teilt Sprecher Stefan Heini auf Anfrage mit. Wieviele Stellen «im Endeffekt abgebaut werden» und ob Medienmarken verschwinden, weiss er noch nicht. Klar ist: «Wir werden in allen Bereichen sparen.»</p>
<h3>The Ugly – Infosperber bei den Pandemieverharmlosern</h3>
<p>Dass Infosperber gegenüber Daniele Ganser einen Kuschelkurs fährt, habe ich im Mai hier <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/">aufgezeigt</a>. Die Pandemie kam in dieser Analyse nur am Rand vor. «Wegen Corona kommen heute nur noch wenige ins Spital oder sterben. Doch findet man mit mehr Tests mehr Fälle (fast) ohne Symptome», steht in einem <a href="https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/NZZ-schreibt-mit-fragwurdigen-Grafiken-eine-zweite-Welle-herbei" target="_blank" rel="noopener">Infosperber-Artikel</a> vom 23. September, der die NZZ-Berichterstattung kritisiert.</p>
<p>Wie ist das einzuordnen? Ich bin froh, hat sich dieser Frage jemand angenommen: Die Plattform <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Swiss_Policy_Research" target="_blank" rel="noopener">SWPRS.org</a>, die sich selbst als «Forschungsprojekt» sieht, hat einen «Corona-Mediennavigator» erstellt. Darin wird etwa das Portal Telepolis dafür gescholten, dass es «coronapolitisch konform» berichte und Wikipedia fungiere «wie üblich als PR-Plattform für die pharmazeutische Industrie». Infosperber wird dagegen gelobt: «Kritisch und korrigierend» berichte das Portal, in der Schweiz flankiert vom öko-esoterischen «Zeitpunkt». In Deutschland «kritisch bis sehr kritisch» sei unter anderem das Verschwörungsfan-Portal «KenFM».</p>
<p>Gerne hätte ich mich bei den Urheber*innen für die nützliche Einordnung von Infosperber in einer Reihe mit eindeutig pandemieverharmlosenden und Verschwörungs-Medien bedankt. Aber SWPRS.org, dessen «Medien-Navigator» in Daniele Gansers neuem Buch empfohlen wird, hat kein Impressum. Leider!</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/26/bundesplatzbesetzungnzz-ch-mediainfosperber/">Bundesplatzbesetzung,<br> NZZ & CH Media,<br> Infosperber</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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