DOSSIER mit 20 Beiträgen

Sprachkritik

JOURNALISMUS

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Journalisten kritisieren Leichte Sprache

Die Berliner «Tageszeitung» verteidigt das Konzept der Leichten Sprache und reagiert damit auf zwei Artikel in FAZ und B.Z., die sich jüngst kritisch zu dieser Form der barrierefreien Informationsvermittlung geäussert hatten. Ihren Artikel bietet die taz auch in einer Version mit Leichter Sprache an. Zum einen thematisiert die Replik falsche Vorstellungen, was Leichte Sprache überhaupt Weiterlesen …

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Nachrichtenmoderator/-in / Nachrichtenredaktor/-in 60-80%

Die Redaktion «Nachrichten/Teletext/Info3» der Chefredaktion Radio erfährt vor vielen andern, was in der Welt passiert. Aus diesen Informationen produzieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stündlich Nachrichten für das Radio sowie Inland-, Ausland- und Wirtschaftsmeldungen für den Teletext. Sie sind für folgende Hauptaufgaben verantwortlich…

«Jugendwort des Jahres» oder wie die Jugend nicht spricht

Seit 2008 kürt eine Jury im Auftrag des Langenscheidt-Verlags das Jugendwort des Jahres. Demnächst ist es wieder so weit. Ein Blick auf die Liste mit den Begriffen, die in diesem Jahr zur Auswahl stehen, wirft die Frage auf: Spricht die heutige Jugend tatsächlich so? Jugendliche selbst streiten das ab. Carlotta Hartmann von der Jugendredaktion der Hannoverschen Allgemeinen nennt als Beispiel das Wort «Smombie». Dieser Zusammenzug aus Smartphone und Zombie für Leute, die aufs Telefon starrend die Umgebung nicht mehr wahrnehmen, war das Jugendwort 2015. «Erst seit es gewonnen hat», schreibt Hartmann, «taucht das Wort in Zeitungsartikeln und Internet auf. Von Jugendlichen aber wird der Begriff bis heute nicht verwendet.» Das Jugendwort des Jahres sei vor allem eins, so Hartmann weiter: Werbung für das Wörterbuch «100 Prozent Jugendsprache», das Langenscheidt als «Verständnishilfe für Erwachsene» vermarktet.

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Der unerwartete Erfolg der «leichten Sprache»

Die sogenannte «leichte Sprache» soll Menschen helfen, Texte zu verstehen, «die aus unterschiedlichen Gründen über eine geringe Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen». Behindertenverbände in den USA waren die Ersten, die in den 1990er-Jahren damit experimentierten. Inzwischen erfreut sich die «leichte Sprache» grosser Beliebtheit – auch in Kreisen, die ursprünglich gar nicht als Zielgruppe dafür vorgesehen waren. «Aus einer gutgemeinten Initiative für Benachteiligte erwuchs ein gesellschaftliches Phänomen», schreibt Burkard Strassmann im NZZ Folio. Gar nicht zur Freude von Sprachpuristen, die eine «Verunglimpfung der deutschen Sprache» sehen. Strassmann teilt diese Einschätzung nicht. Vielmehr sieht er in der «einfachen Sprache» – «so etwas wie eine Softversion der ‹Leichten Sprache›» – einen möglichen Weg, wie Bürgerinnen und Bürger die oft unverständliche Sprache von Unternehmen, Behörden und Organisationen besser verstehen könnten.