DOSSIER mit 64 Beiträgen

Nachrichtenagenturen

So wichtig ist die SDA für die Berichterstattung der Schweizer Medien

Man ahnt es bei einem genaueren Blick in Schweizer Zeitungen und auf News-Sites: Ein Grossteil der Meldungen stammt von der Nachrichtenagentur SDA. Das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft fög hat untersucht, in welchem Mass die Redaktionen Agenturbeiträge verwenden. Am meisten SDA-Meldungen nutzen die News-Sites der SRG, sowie die Gratiszeitung «20 Minuten». Bei beiden liegt der Anteil bei rund 50 Prozent ihres Inhalts. Aber auch Regionalzeitungen, wie die Basler oder die Berner Zeitung, bestreiten einen Grossteil ihrer Berichterstattung mit Agenturmaterial. «Ein Abbau oder Strategiewechsel hin in Richtung Gewinnmaximierung dürfte deshalb weitreichende Folgen» haben, folgern die Autoren der Studie. Die Frage, welche Strategie die SDA in Zukunft verfolgt, dürfe darum «nicht nur eine medienökonomische Frage sein.»

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So wie die Schweizerische Depeschenagentur SDA im journalistischen Tagesgeschäft im Schatten der grossen Medienmarken steht, so haben auch die angekündigten und absehbaren Umwälzungen bei der SDA bisher noch keine grösseren Wellen geworfen. Doch intern erwartet man von der Fusion mit der Bildagentur Keystone und der Austria Presse Agentur als Grossaktionärin wenig Gutes. Darum wendet sich die SDA-Redaktion mit einem offenen Brief an Geschäftsleitung und Verwaltungsrat. Das Personal bezieht unter anderem Stellung gegen eine befürchtete «Vermischung von PR mit journalistischer Arbeit», da bekannt wurde, dass das PR-Geschäft ausgebaut werden soll. Um die Stellung des Journalismus innerhalb der neuen Struktur zu unterstreichen, soll ein erfahrener Journalist oder eine erfahrene Journalistin in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen, was aktuell nicht mehr der Fall ist.

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Ein teures Experiment

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