DOSSIER mit 16 Beiträgen

Behördenkommunikation

MEDIEN

Die Lesetipps dieses Themenbereich werden kuratiert von Nick Lüthi. Haben Sie einen lesenswerten Beitrag entdeckt und möchten diesen hier empfehlen? Die Redaktion freut sich auf Ihren Linktipp: redaktion@medienwoche.ch

Buzzfeed seziert den Merkel-Podcast

Seit 2006 kommuniziert die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel regelmässig via Podcast. In zwölf Jahren sind so 512 zwei- bis vierminütige Videobeiträge zusammengekommen, das sind im Schnitt 42 Folgen pro Jahr. Buzzfeed-Reporter Marcus Engert hat das Format unter die Lupe genommen. So wirft er einen kritischen Blick auf die Kosten für den Podcast, fragt nach der Kommunikationsstrategie der Kanzlerin und ordnet schliesslich das Format in den rundfunkrechtlichen Rahmen ein.

Übergriffige Behördenkommunikation

Wenn die Medienstellen von Behörden und Unternehmen ihren E-Mail-Verkehr mit Journalisten integral auf ihrer Website veröffentlichen, hilft das zwar Transparenz zu schaffen, wirkt aber auch als Druckmittel gegenüber den recherchierenden Medien. «Bund»-Journalist Andres Marti staunte nicht schlecht, als er seine Anfrage an den Berner SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, inklusive der Antworten auf der Facebook-Seite der Weiterlesen …

Neue Töne von der Polizei

Dürfen die das? Ein neues Angebot der Medienstelle der Münchner Polizei stösst auf Kritik. Vor Kurzem verschickte die Behörde den Medien auch einen O-Ton, den Audio-Medien für die Berichterstattung verwenden können; die Polizei interviewt sich selbst. Für den Bayrischen Journalistenverband ist das ein Unding. Die Polizei trete mit den fertigen O-Tönen in Konkurrenz zu Journalisten, findet der Verband. Derweil loben viele Radiosender den neuen Service der Polizei «ausdrücklich», wie ein Polizeisprecher weiss.

Die Polizei – dein Freund und Follower

Dürfen die das alles eigentlich?, fragt das Blog Netzpolitik.org. Darf die Polizei auf Twitter so lässig-locker daherkommunizieren? In einer breiten Datenanalyse geht eine Autorengruppe um den Medienwissenschaftler Luca Hammer der Twitter-Kommunikation deutscher Polizeistellen auf den Grund. Ausgewertet wurden 97 verifizierte Accounts von deutschen Länderpolizeien und der Bundespolizei. Eine zentrale Erkenntnis: Tweets mit Hinweisen auf Gefahrensituationen erhalten die grösste Reichweite. Ein Grossteil davon waren in Deutschland Meldungen zu Amokläufen und Terrorismus. Was auch gut funktioniert, sind emotionale Themen, sei es etwas mit Tieren oder ein Dank an die Bevölkerung. Die Bilanz der Autoren: Die Polizei wird zum Influencer, auch deshalb, weil sie mit ihren Tweets regelmässig Eingang in die Berichterstattung redaktioneller Medien findet.

Ad Content

Grassierende Verarmung der fernmündlichen Kommunikation

Journalistinnen und Journalisten kennen die Situation besonders gut, aber nicht nur sie. Behörden, Firmen und Organisationen wollen nur noch per E-Mail kommunizieren. Telefon geht zwar schon noch, aber nur, wenn das Gesagte schriftlich bestätigt wird. Das generiert vor allem Leerlauf. Martin Wilhelm beklagt diesen Trend im Tages-Anzeiger und plädiert für den Griff zum Hörer, denn «am Telefon lassen sich Nachfragen stellen, Missverständnisse vermeiden und eine Beziehung zum Gegenüber aufbauen. Das Beharren auf Schriftlichkeit lässt auch die Kommunikation verarmen.»