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	<title>The Good The Bad The Ugly | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>In eigener Sache: Glücksfall, Abschied, Misere</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2022 09:55:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Zwölf Jahre MEDIENWOCHE Den Anstoss zur Gründung der Medienwoche gab im Sommer 2010 eine schon lange reservierte, aber noch ungenutzte Internet-Domain. Dass sich aus medienwoche.ch einmal ein branchenweit respektiertes Fachmagazin entwickeln sollte, damit rechnete damals niemand. Weder Herausgeber Thomas Paszti, noch das vierköpfige Projektteam um Nick Lüthi, Ronnie Grob, René Worni und <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/17/in-eigener-sache-gluecksfall-abschied-misere/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221217b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221217b.jpg" alt="" width="1456" height="489" class="alignright size-full wp-image-101487" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221217b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221217b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221217b-1024x344.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221217b-768x258.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Zwölf Jahre MEDIENWOCHE</h3>
<p>Den Anstoss zur Gründung der Medienwoche gab im Sommer 2010 eine schon lange reservierte, aber noch ungenutzte Internet-Domain. Dass sich aus medienwoche.ch einmal ein branchenweit respektiertes Fachmagazin entwickeln sollte, damit rechnete damals niemand. Weder Herausgeber Thomas Paszti, noch das vierköpfige Projektteam um Nick Lüthi, Ronnie Grob, René Worni und Kathrin Fischer. Man plante eher, ein weiteres Medienblog zu machen, wie es damals noch einige gab. So dominierten in den Anfängen denn auch <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/02/blick-strauchelt-bei-simpler-recherche/">Medienkritik</a> und <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">Meinungsbeiträge</a>. </p>
<p>Der Übergang zu einem Magazin mit recherchierten Hintergrundartikeln und vertiefenden Analysen erfolgte fliessend. Voraussetzung für diesen Ausbau war die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel für aufwändigeren Journalismus. Die stabilen Erträge der Stellenplattformen <a href="https://medienjobs.ch/" rel="noopener" target="_blank">medienjobs.ch</a> (und später auch <a href="https://ictjobs.ch/" rel="noopener" target="_blank">ictjobs.ch</a>), aus denen sich die MEDIENWOCHE finanzierte, ermöglichten eine kontinuierliche Aufstockung des Redaktionsbudgets. </p>
<p>Die Rahmenbedingungen mit genügend Geld und grösstmöglicher Unabhängigkeit schufen die Basis für einen Medienjournalismus, der auf nichts und niemanden Rücksicht zu nehmen brauchte. Das Geschäftsmodell der MEDIENWOCHE war eigentlich nichts Besonderes: eine Mischung aus klassischer Inserate-Finanzierung, Quersubventionierung und Mäzenatentum. Wenn es läuft, dann läuft es. Im Fall der MEDIENWOCHE lief es zwölf Jahre richtig gut.</p>
<h3>The Bad – Ende der MEDIENWOCHE</h3>
<p>Die Einstellung der MEDIENWOCHE mag für Aussenstehende überraschend gekommen sein und unverständlich erscheinen. Umso mehr, als dass nicht das fehlende oder ausgehende Geld den Ausschlag gegeben hat. Doch jedes Erfolgsmodell kennt seine Schattenseiten. Die MEDIENWOCHE war von Beginn weg ein Nischenprodukt. Monothematische Publikationen richten sich per se an ein kleineres Publikum als Massenmedien. Wenn diese sowieso schon kleine Nische immer kleiner wird und das Interesse spür- und messbar nachlässt, obwohl sich Aufwand und Angebot nicht grundsätzlich verändern, in der Tendenz sogar verbessern, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Noch einen drauflegen oder die Reissleine ziehen. Weiterwursteln war keine Option. </p>
<p>Wir haben uns für den klaren Schnitt entschieden. Die Aussichten auf einen Aufschwung hielten wir für ungewiss. Kommt dazu, dass die Finanzierung in der bisherigen Form sowieso nur noch drei bis fünf Jahre gesichert gewesen wäre. So spontan wie die MEDIENWOCHE vor zwölf Jahren aufgetaucht war, so überraschend verschwindet sie nun auch.</p>
<h3>The Ugly – Medienjournalismus ohne MEDIENWOCHE</h3>
<p>Was wird nach dem Verschwinden der MEDIENWOCHE fehlen? Schwer zu sagen. Fest steht nur: Die Nachricht vom Tod des Medienjournalismus ist stark übertrieben. Noch existiert eine kontinuierliche Selbstbeobachtung, welche die grossen Entwicklungen (der grossen Player) im Auge behält. </p>
<p>Doch die strukturellen Defizite lassen sich nicht schönreden. Der Medienjournalismus der grossen Verlage erreicht zwar ein breites Publikum, fokussiert aber stark auf die SRG. Mit der gesellschaftlichen Rolle des öffentlichen Rundfunks und dessen gesetzlich verordneter Finanzierung durch das Publikum lässt sich die starke Aufmerksamkeit durchaus rechtfertigen. Gleichzeitig entsteht damit der Anschein, dass die prominente Kritik an der privilegierten Mitbewerberin von Verlagsinteressen getrieben sein könnte; das wäre dann Konzernjournalismus. </p>
<p>Ein anderes Problem ist das Personal. Es gibt geschätzt noch etwa zwei Dutzend Journalistinnen und Journalisten, die sich in Schweizer Medien um das eigene Metier kümmern. Die meisten machen das neben anderen Aufgaben. Hauptberuflich tun es gerade mal eine Handvoll. Nachwuchs rückt kaum mehr nach. Wieso sollte man sich in ein Thema vertiefen, das keine Perspektive bietet? Die MEDIENWOCHE konnte diesen Defiziten in den vergangenen Jahren in bescheidenem Masse entgegenwirken. Am betrüblichen Zustand des Medienjournalismus ändert das aber nichts.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/17/in-eigener-sache-gluecksfall-abschied-misere/">In eigener Sache: Glücksfall, Abschied, Misere</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Untertitel, Arbeitszeiterfassung, Schwarznasenschafe</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/10/untertitel-arbeitszeiterfassung-schwarznasenschafe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Dec 2022 09:14:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeiterfassung]]></category>
		<category><![CDATA[impressum]]></category>
		<category><![CDATA[Untertitel]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Baume-Schneider]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Mehr Fernsehen für Hörbehinderte Barriere weg! Bis 2027 sollen auch Menschen mit Hörbehinderung Zugang zu allen TV-Programmen der SRG haben: Die Sendungen sollen dann untertitelt sein. Das hat der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB) bekanntgegeben. «Wir und andere Verbände von Menschen mit Sinnesbehinderungen treffen uns jeweils mit der Geschäftsleitung der SRG SSR», sagt SGB-Sprecherin <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/10/untertitel-arbeitszeiterfassung-schwarznasenschafe/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b.jpg" alt="" width="1456" height="486" class="alignright size-full wp-image-101340" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b-1024x342.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221210b-768x256.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Mehr Fernsehen für Hörbehinderte</h3>
<p>Barriere weg! Bis 2027 sollen auch Menschen mit Hörbehinderung Zugang zu allen TV-Programmen der SRG haben: Die Sendungen sollen dann untertitelt sein. Das hat der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB) bekanntgegeben. «Wir und andere Verbände von Menschen mit Sinnesbehinderungen treffen uns jeweils mit der Geschäftsleitung der SRG SSR», sagt SGB-Sprecherin Sandrine Burger. Dabei würden jeweils <a href="https://www.srgssr.ch/de/news-medien/news/verbesserter-zugang-fuer-menschen-mit-sinnesbehinderung" rel="noopener" target="_blank">Vereinbarungen</a> für fünf Jahre getroffen. Der SGB, so Burger, begrüsse die neuste Vereinbarung: «Sie sieht vor, dass bis 2027 schrittweise mehr Sendungen in Gebärdensprache gedolmetscht werden und, vor allem, dass die Programme des linearen Fernsehens vollständig untertitelt werden. Schliesslich bezahlen Hörbehinderte genau wie Hörende die Serafe-Abgabe.»</p>
<p>Computerprogramme, die gesprochenen Text in geschriebenen Text umwandeln und mittlerweile auch mit Schweizerdeutsch umgehen können, vereinfachen diesen Fortschritt. So wird plötzlich auch denkbar, dass Hörbehinderte Radiosendungen in transkribierter Form lesen könnten. «Über das Thema Radio haben wir auch im Verband noch nicht gesprochen», sagt Burger. Sie weist aber auf Radio RTS La 1ère hin: «Im März dieses Jahres gab es dort eine <a href="https://www.rts.ch/la-1ere/programmes/vacarme/12922212-surdite-du-deni-a-la-fierte-.html" rel="noopener" target="_blank">Spezialwoche</a> mit verschiedenen Sendungen zum Thema Gehörlosigkeit. Sie wurden alle von RTS in einer Transkription veröffentlicht, weil man sich gesagt hat: Wenn Gehörlose das Thema sind, dann sollen sie die Sendungen auch verfolgen können.»</p>
<p>Radio online lesen? Fragt sich bloss, ob diejenigen Kreise, die das Online-Text-Angebot der SRG-Sender einschränken und reduzieren wollen, auch in diesem Fall mit «Njet» reagieren würden.<br />
</p>
<h3>The Bad – Wenn die Zeiterfassung Zeit braucht</h3>
<p>Ab Neujahr gibt es bei der NZZ ein neues Arbeitszeiterfassungssystem. Wurde auch Zeit. Denn Ende 2020 hat der Vorstand des Berufsverbands Impressum beschlossen, die NZZ beim Arbeitsinspektorat anzuzeigen, «weil wir Gründe für die Annahme hatten, dass die Arbeitszeiterfassung vor-ausgefüllt ist und deshalb nicht den Tatsachen entspricht», wie Impressum-Geschäftsführer Urs Thalmann sagt. </p>
<p>Die alte Zeiterfassung war quasi automatisch auf eine Normarbeitszeit eingestellt – fünf Tage pro Woche, acht Stunden pro Tag. Neue seien auf die Zeiterfassung hingewiesen worden, sagt eine NZZ-Mitarbeitende, und darauf, dass man sie individuell ausfüllen könne, «aber es hiess auch: Man kann, aber man muss nicht». Ab Anfang 2023 muss man nun. «Das neue System ist sicher besser als das alte», sagt Thalmann. «Wie gut, wird sich zeigen.»</p>
<p>Die NZZ wurde von Impressum über die Anzeige beim Arbeitsinspektorat informiert. Dann blieb es lange still. Weshalb dauerte es so lange bis zum neuen System? Befürchtete die NZZ, dass damit mehr Überstunden registriert würden? Was meint die NZZ dazu? «Aktuell sind wir mitten in der Überarbeitung des Themas Arbeitszeit für das gesamte Haus», so Karin Heim, Leiterin Unternehmenskommunikation. Es gebe ein neues Arbeitszeitreglement und ein neues Zeiterfassungssystem, das die effiziente Dokumentation der geleisteten Arbeitszeit und Abwesenheiten erlaube und die rechtlichen Vorgaben erfülle. Und: «Weitere Angaben in diesem Zusammenhang machen wir nicht.»</p>
<p>Arbeitgeber:innen seien verpflichtet zu verhindern, dass ihre Arbeitnehmer:innen zu viel arbeiten, so Thalmann, aber Mehrarbeit scheine oft zu einem Teil des Geschäftsmodells zu werden. Journalist:innen neigten dazu, sich selbst auszubeuten, «das darf nicht missbraucht werden». Dass es auch anderswo Handlungsbedarf gibt, ist anzunehmen. Laut Thalmann hat Impressum, seit «Infosperber» <a href="https://www.infosperber.ch/medien/anzeige-gegen-nzz-redaktion-leistet-gratis-ueberstunden/" rel="noopener" target="_blank">über die Probleme bei der NZZ berichtet hat</a>, Hinweise auf Arbeitszeiten «weit weg von dem, was das Gesetz verlangt» aus anderen Medienhäusern erhalten: «Wir müssen uns weitere Schritte überlegen.» Impressum sei sich bewusst, so Thalmann weiter, dass die Arbeitszeiterfassung dem Berufsbild vieler Mitglieder widerspreche. «Andere fühlen sich aber ausgenutzt und leiden darunter. Sie wünschen sich eine strikte Umsetzung des Arbeitsrechts. Der impressum-Vorstand diskutiert daher jedes Vorgehen sorgfältig.»</p>
<h3>The Ugly – Jööö, Schwarznasenschafe</h3>
<p>Nur für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es irgendjemand in diesem Land noch nicht mitgekriegt haben sollte: Die neue Bundesrätin hält Schwarznasenschafe. Ja, genau, Schwarznasenschafe.</p>
<p>Dass dies in einer «Hausbesuch»-Story von «Blick» über Elisabeth Baume-Schneider zu lesen und zu sehen war: geschenkt. Schliesslich gehören solche Dinge zum Boulevard. Tierli gehen immer gut und sind «jööö».</p>
<p>Dass die Schafe dann aber auch quer durch die anderen Medien wanderten, dass etwa die CH-Media-Zeitungen die Geschichte von den «putzigen Wollknäueln» aufnahmen, die NZZ von der «Schwarznasenschafhalterin» schrieb und Radio SRF Baume-Schneider im «Tagesgespräch» fragte: «Warum haben Sie Schwarznasenschafe?» – musste das wirklich sein?</p>
<p>Die herzigen Schafe passten offenbar ins herzige Bild der Kandidatin, das vermittelt wurde: «gmögig» sei Baume-Schneider, habe ein «fröhliches Gemüt», war zu lesen, Markus Somm attestierte ihr im «Nebelspalter» sogar «agrarischen Charme».</p>
<p>Baume-Schneider hat Wirtschaft und Politik studiert, war zwölf Jahre lang Regierungsrätin im Jura, Direktorin der Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit in Lausanne. Ab 2020 war sie im Ständerat und dort Präsidentin der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur und des Büros des Ständerates.</p>
<p>Kurz: Baume-Schneider ist Profi-Politikerin. Doch Politikerinnen werden in den Medien auch 2022 noch gerne mit Soft-Faktoren beschrieben. Und dann geht es eben um: Schwarznasenschafe.</p>
<p>Sogar bei der «Republik». Die ärgerte sich, weil «die Landwirtschaft die grosse Siegerin» der Bundesratswahlen sei und zählt die Bundesrät:innen auf, zu denen der Bauernverband nun direkten Zugang habe: «Winzer Parmelin, Agronom Rösti und Schwarznasenschafhalterin Baume-Schneider».</p>
<p>Kann man machen. Muss man aber nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/10/untertitel-arbeitszeiterfassung-schwarznasenschafe/">Untertitel, Arbeitszeiterfassung, Schwarznasenschafe</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommentarurteil, Bundesratsoverkill, Zensurjustiz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/03/kommentarurteil-bundesratsoverkill-zensurjustiz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Dec 2022 09:48:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Arena]]></category>
		<category><![CDATA[UBI]]></category>
		<category><![CDATA[Ombudsstelle]]></category>
		<category><![CDATA[superprovisorische Verfügung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Bundesgericht stärkt Rechte des SRF-Publikums Bisher verfährt SRF bei der Moderation von User-Kommentaren nach dem Prinzip «Im Zweifelsfall löschen». Als Folge davon können schon mal Wortmeldungen verschwinden, die niemanden beleidigen und auch sonst nicht offensichtlich gegen die Hausregeln verstossen. Das geschah auch am 10. August 2021. Eine Leserin bekannte sich in ironischen <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/03/kommentarurteil-bundesratsoverkill-zensurjustiz/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221203b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221203b.jpg" alt="" width="1455" height="487" class="alignright size-full wp-image-101164" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221203b.jpg 1455w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221203b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221203b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Good-Bad-Ugly-20221203b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1455px) 100vw, 1455px" /></a></p>
<h3>The Good – Bundesgericht stärkt Rechte des SRF-Publikums</h3>
<p>Bisher verfährt SRF bei der Moderation von User-Kommentaren nach dem Prinzip «Im Zweifelsfall löschen». Als Folge davon können schon mal Wortmeldungen verschwinden, die niemanden beleidigen und auch sonst nicht offensichtlich gegen die Hausregeln verstossen. Das geschah auch am 10. August 2021. Eine Leserin bekannte sich in ironischen Ton unter einem Beitrag zur Abschaffung der Gratis-Corona-Tests in Deutschland auf dem Instagram-Kanal von SRF weder gegen Corona geimpft noch je getestet worden zu sein. Der Kommentar wurde ohne Begründung gelöscht.</p>
<p>Die Schreiberin wollte sich damit nicht abfinden und beschwerte sich bei der Ombudsstelle. Doch die erklärte sich für nicht zuständig für die Handhabung der Kommentarspalten durch SRF. Ebenso die UBI als nächsthöhere Instanz. Also blieb noch das Bundesgericht. Und das <a href="https://www.bger.ch/files/live/sites/bger/files/pdf/de/2c_1023_2021_yyyy_mm_dd_T_d_13_04_44.pdf" rel="noopener" target="_blank">kommt nun zum Schluss</a>, dass sich die Vorinstanzen mit der Beschwerde hätten befassen müssen. Die Löschung eines Kommentars sei «ein wertender redaktioneller Akt» und falle damit in die Zuständigkeit von Ombudsstelle, respektive UBI. Das Bundesgericht weist weiter auf die spezielle Verantwortung der SRG hin (zu der auch SRF gehört) als «gesamtschweizerisch konzessionierte Anbieterin im Radio- und Fernsehbereich».</p>
<p>Das Urteil führt im Idealfall zu einem sorgfältigeren Umgang mit Leserkommentaren und zu weniger vorschnellen Löschentscheiden. Zum Rechtsstreit wäre es in dem Fall nicht gekommen, wenn SRF nach der Maxime gehandelt hätte «Im Zweifelsfall stehen lassen».<br />
</p>
<h3>The Bad – «Arena» mit fünf Sendungen zur Bundesratswahl</h3>
<p>Als wäre nicht schon vieles – oder alles – gesagt zum Thema, hat sich die <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/arena?id=09784065-687b-4b60-bd23-9ed0d2d43cdc" rel="noopener" target="_blank">«Arena» von Schweizer Fernsehen SRF</a> auch gestern Abend wieder mit der Bundesratsersatzwahl vom kommenden Mittwoch beschäftigt. Es war die fünfte Sendung zur Nachfolge von Simonetta Sommaruga und Ueli Maurer. Mit einer Ausnahme standen seit Ende Oktober nur <a href="https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/parteispitzen-zu-bundesratswahl-und-wahljahr-2023?urn=urn:srf:video:c009a3ab-c7f0-455c-8074-29e8e2c0df97" rel="noopener" target="_blank">Bundesratswahlen</a>, <a href="https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/mit-welchem-bundesrat-durch-die-krise?urn=urn:srf:video:5c2056b7-73a8-43c8-b26a-4f7c8e3695f5" rel="noopener" target="_blank">Bundesratswahlen</a>, <a href="https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/wie-viel-frau-braucht-es-im-bundesrat?urn=urn:srf:video:a7221e2a-9db9-47db-8fd6-95860c3eb4aa" rel="noopener" target="_blank">Bundesratswahlen</a>, <a href="https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/showdown-um-bundesrats-tickets?urn=urn:srf:video:b05f283d-c06b-424e-95b5-0836b89bf7f6" rel="noopener" target="_blank">Bundesratswahlen</a> und noch einmal <a href="https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/kommt-es-zur-grossen-rochade-im-bundesrat?urn=urn:srf:video:ca4b2e1a-09c0-4eaa-8f0d-6d5c1d05abaf" rel="noopener" target="_blank">Bundesratswahlen</a> in der wichtigsten Diskussionssendung von Fernsehen SRF auf dem Programm.</p>
<p>Klar, eine Doppelvakanz in der Landesregierung kommt nicht alle Tage vor. Aber alle paar Jahre. 2018 gab es keine einzige «Arena» zur Nachfolge von Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann. Das war vielleicht eine Sendung zu wenig. Doch «damals dominierten neben der Bundesratsersatzwahl noch andere Themen den politischen Diskurs», schreibt «Arena»-Redaktionsleiterin Franziska Egli (Bild). Gibt es heute wirklich nur ein Thema? Immerhin schaffte es die Debatte um die Reform des Rentensystems in eine Sendung. Und andere aktuelle Themen, etwa die drohenden Strommangellage, flossen in die Bundesratswahlsendungen ein.</p>
<p>Am Ende bleibt der Eindruck eines Overkills. Nach den beiden Extremen mit keiner Sendung 2018 und deren fünf 2022 zu einer Doppelvakanz im Bundesrat klappt es das nächste Mal bestimmt mit einem angemessenen Wert dazwischen.</p>
<h3>The Ugly – Genfer Justiz als Zensurhelferin</h3>
<p>Als die Sendungen «Rundschau» und später auch «Deville» des Schweizer Fernsehens kürzlich über eine grossangelegte <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/projekt-gnadenlos-wie-katar-in-der-schweiz-die-fussballwelt-ausspionierte" rel="noopener" target="_blank">Spionageoperation</a> aus Katar gegen die Fifa berichteten, ging es nicht lange und ein indischer IT-Unternehmer mit Wohnsitz in der Westschweiz meldete sich beim Genfer Zivilgericht. Er kam namentlich in der Berichterstattung vor. Doch in diesem Kontext wollte er nicht genannt werden und sah seine Persönlichkeitsrechte verletzt. Darum erwirkte er eine superprovisorische Verfügung gegen das Schweizer Fernsehen. Das Genfer Gericht gab dem Begehren statt. Das Fernsehen musste die Person unkenntlich darstellen und den Namen anonymisieren.</p>
<p>Wie der <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/srf-muss-sich-selbst-zensurieren-weil-gericht-schlampt-696355048400" rel="noopener" target="_blank">«Tages-Anzeiger» berichtet</a>, hat das Gericht die Zensurmassnahme möglicherweise vorschnell beschlossen. Denn SRF hatte in weiser Voraussicht, dass Akteure, die in der Recherche vorkommen, dagegen vorgehen könnten, eine sogenannte Schutzschrift beim Gericht deponiert. Darin kann eine Redaktion präventiv darlegen, warum sie eine identifizierende Berichterstattung für rechtmässig hält. Doch das Genfer Gericht ignorierte die vorgebrachten Argumente und hiess die vorsorgliche Massnahme gut. Angeblich sei die Zahlung für die Hinterlegung der Schutzschrift beim Gericht noch nicht eingegangen sei. SRF hat gezahlt, aber das Geld war noch nicht eingetroffen.</p>
<p>Die Ignoranz des Genfer Gerichts wirft ein schlechtes Licht auf die Justiz. Erst kürzlich hat die Politik die <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20200026" rel="noopener" target="_blank">Hürden für vorsorgliche Massnahmen gesenkt</a>, dann sollte wenigstens die Justiz garantieren, dass die Rechte der Medien nicht noch weiter untergraben werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/03/kommentarurteil-bundesratsoverkill-zensurjustiz/">Kommentarurteil, Bundesratsoverkill, Zensurjustiz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Edition Moderne, Dominic Deville, Markus&#160;Somm</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/26/edition-moderne-dominic-deville-markus-somm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Nov 2022 09:04:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[GAV]]></category>
		<category><![CDATA[Dominic Deville]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Syndicom]]></category>
		<category><![CDATA[Nebelspalter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Gelebte Sozialpartnerschaft Wenn es schon die grossen Verlage nicht schaffen, dann wenigstens ein kleiner. Die Gewerkschaft Syndicom und der renommierte Comicverlag Edition Moderne haben sich gemeinsamen auf einen sogenannten Basisvertrag für die selbständigen Zeichner:innen und Illustrator:innen geeinigt. Diese Lösung komme einem Gesamtarbeitsvertrag gleich und zeige, dass tarifvertragsähnliche Lösungen auch für Selbständige möglich <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/26/edition-moderne-dominic-deville-markus-somm/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221126b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-101030" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221126b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221126b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221126b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221126b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221126b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Gelebte Sozialpartnerschaft</h3>
<p>Wenn es schon die grossen Verlage nicht schaffen, dann wenigstens ein kleiner. Die Gewerkschaft Syndicom und der renommierte Comicverlag <a href="https://www.editionmoderne.ch/" target="_blank" rel="noopener">Edition Moderne</a> haben sich gemeinsamen auf einen sogenannten <a href="https://syndicom.ch/aktuell/artikel/ein-gesamtarbeitsvertrag-fuer-selbststaendige/" target="_blank" rel="noopener">Basisvertrag</a> für die selbständigen Zeichner:innen und Illustrator:innen geeinigt. Diese Lösung komme einem Gesamtarbeitsvertrag gleich und zeige, dass tarifvertragsähnliche Lösungen auch für Selbständige möglich sind.</p>
<p>«Es ist ein starkes Zeichen und ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Branche, dass sich auch Selbständigerwerbende zusammenschliessen, um kollektiv zu verhandeln», so Rina Jost, Illustratorin und Mitglied der Verhandlungsdelegation. Somit hat Syndicom mit der Edition Moderne erreicht, was mit den grossen Medienunternehmen <a href="https://www.nzz.ch/article9RK12-ld.1167922" target="_blank" rel="noopener">seit 18 Jahren</a> hängig ist; aber immerhin spricht man miteinander. «Der Verlegerverband ist aktuell in Gesprächen mit den Arbeitnehmerorganisationen über einen GAV für Journalistinnen und Journalisten. Inwieweit hierbei auch selbständige Mitarbeiter berücksichtigt wären, ist Gegenstand der laufenden Diskussionen», schreibt Geschäftsführer Stefan Wabel auf Anfrage.<br />
</p>
<h3>The Bad – Dominic Deville hört auf</h3>
<p>Der ehemalige Kindergärtner und Punkmusiker Dominic Deville stand an einem <a href="https://www.srf.ch/play/tv/deville/video/auftakt-der-neuen-comedy-late-night?urn=urn:srf:video:d1e83147-a3f6-486b-841d-3a53f19adeb2" target="_blank" rel="noopener">Sonntagabend Ende Mai 2016</a> mit der nach ihm benannten Late-Night-Show zum ersten Mal vor der SRF-Kamera. Seitdem blicken er und sein Team mit Ironie auf das politische Geschehen in der Schweiz. Erst vor wenigen Wochen wurde der 47-Jährige mit dem <a href="https://www.watson.ch/schweiz/tv/942975172-dominic-deville-erhaelt-den-salzburger-stier" target="_blank" rel="noopener">Salzburger Stier</a> ausgezeichnet, dem renommiertesten Kabarettpreis im deutschsprachigen Raum.</p>
<p>Es ist das verflixte siebte Jahr für die Crew: Deville will sich nun vermehrt <a href="https://medien.srf.ch/-/letzte-staffel-%C2%ABdeville%C2%BB-im-fr%C3%BChjahr%C2%A02023?redirect=https%3A%2F%2Fmedien.srf.ch%2F%2323921252" target="_blank" rel="noopener">um eigene Projekte kümmern</a>. Das Format wird mit der Frühlingsstaffel 2023 nach über 150 Folgen beendet. Nach einer Pandemie, vier Jahren Trump und gefühlt 38 Bundesratsmitgliedern sei es an der Zeit, «das scharfe Schwert der Satire sinken zu lassen». Zumindest bei SRF: «Aber es gibt noch so viel zu tun abseits der Fernsehkameras, das ich ab Sommer 2023 angehen möchte und für das bisher schlicht die Zeit fehlte. Darauf freue ich mich sehr. Und darauf, irgendwann wieder unverhofft aufzutauchen. Seien Sie also gewarnt!», wird Deville im SRF-Medienportal zitiert. Eines der prägendsten und stärksten Satire-Formate im Schweizer Fernsehen wird also beendet – ein herber Verlust. Die Nachfolge ist noch nicht geklärt; und die Suche dürfte sich schwierig gestalten bei solch grossen Fussstapfen.</p>
<h3>The Ugly – Markus Somm und die (Real)satire</h3>
<p>Der sonst wenig auskunftsfreudige Markus Somm gewährte persoenlich.com <a href="https://www.persoenlich.com/medien/der-umbau-der-website-ist-eine-grobere-ubung?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">ein ausführliches Interview</a> zum 20-monatigen Bestehen von nebelspalter.ch. Zwar erkannte Somm im Gespräch endlich, dass der Nebelspalter eigentlich eine grossartige Satire-Marke wäre – er räumt aber auch ein, dass es für ein Rebranding nun ein bisschen zu spät sei. Bemerkenswert ist aber vor allem, was Markus Somm zum Schweizer Presserat zu sagen hat. Kontext: Daniel Wahl, ehemaliger BaZ-Reporter, stösst neu zum Nebelspalter. Wahl wurde rekordverdächtige neunmal <a href="https://presserat.ch/?s=%22Daniel+Wahl%22&amp;lang=de" target="_blank" rel="noopener">vom Presserat gerügt</a>, unter anderem weil er Tonaufnahmen eines 8-jährigen missbrauchten Mädchens <a href="https://presserat.ch/complaints/88_2020/" target="_blank" rel="noopener">veröffentlicht hatte</a>.</p>
<p>Auf die Frage, ob dies kein Hinderungsgrund gewesen sei, jemanden wie Wahl anzustellen, antwortet Somm: «Den Presserat nehme ich überhaupt nicht ernst. Es ist eine einseitige, gewerkschaftsnahe linke Organisation, die nichts anderes macht, als alle Medien, die nicht ihrem ideologischen Vorurteil entsprechen, zu bekämpfen.» Der Presserat sei überflüssig. Wenn also Daniel Wahl viele Beschwerden beim Presserat habe, spreche das nicht gegen ihn: «Er war einer der besten Lokalreporter bei der Basler Zeitung – er ist eine grosse Nummer. Daniel Wahl passt als ehemaliger Lehrer bei uns sehr gut ins Dossier ‹Bildung›.»</p>
<p>Heisst das also: Für ein Rebranding zum Satire-Medium ist es doch nicht zu spät?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/26/edition-moderne-dominic-deville-markus-somm/">Edition Moderne, Dominic Deville, Markus Somm</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Journalist:in des Jahres, Bajour-Newsletter, Schnüffel-«Reporter»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/19/journalisin-des-jahres-bajour-newsletter-schnueffel-reporter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Nov 2022 09:34:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Stalking]]></category>
		<category><![CDATA[Journalist des Jahres]]></category>
		<category><![CDATA[bajour]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Wir sind Journalist:innen des Jahres! Christian Zeier hat gezählt: «Das Magazin Schweizer Journalist:in hat dieses Jahr 483 (Zählfehler vorbehalten) Personen zur Wahl der/des Schweizer Journalist:in des Jahres ‹nominiert›», schrieb der selbst schon mehrfach ausgezeichnete Reporter auf Twitter. Tatsächlich stehen in diesem Jahr so viele Journalist:innen zur Wahl wie noch nie. Allein 46 <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/19/journalisin-des-jahres-bajour-newsletter-schnueffel-reporter/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221118b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-100868 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221118b.jpg" alt="" width="1455" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221118b.jpg 1455w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221118b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221118b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221118b-768x258.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1455px) 100vw, 1455px" /></a></p>
<h3>The Good – Wir sind Journalist:innen des Jahres!</h3>
<p>Christian Zeier <a href="https://twitter.com/ch_zeier/status/1593186945936809984" target="_blank" rel="noopener">hat gezählt</a>: «Das Magazin Schweizer Journalist:in hat dieses Jahr 483 (Zählfehler vorbehalten) Personen zur Wahl der/des Schweizer Journalist:in des Jahres ‹nominiert›», schrieb der selbst schon mehrfach ausgezeichnete Reporter auf Twitter.</p>
<p>Tatsächlich stehen in diesem Jahr <a href="https://app.umfrageonline.com/s/3ibat3k&amp;id=sxpbthhpk" target="_blank" rel="noopener">so viele Journalist:innen zur Wahl wie noch nie</a>. Allein 46 Namen umfasst die Kategorie für die beste Chefredaktorin, den besten Chefredaktor. Man fragt sich verwundert: Gibt es überhaupt noch so viele Publikationen? Wahrscheinlich hat die Vorjury ihre Arbeit als Nominationsgremium nicht sauber erledigt. Anstatt einer Shortlist gibt es nun eine Ultra-Longlist.</p>
<p>Eigentlich spielt es keine Rolle, wie das Verfahren genau aussieht, solche Rankings sind immer nur eine Spielerei und dienen dem Veranstalter als Werbeinstrument. Doch diesmal zeitigt die Veranstaltung immerhin ein paar erfreuliche Effekte. So erfährt man von Kolleg:innen, deren Namen man noch nie gehört hat. Oder wüssten Sie etwa, wie die Chefredaktorin von «Blue News» heisst? Und schliesslich zeigt die breite Auswahl vor allem eines: Eigentlich sind wir alle ein bisschen Journalist:innen des Jahres.<br />
</p>
<h3>The Bad – «Bajour» und der (doch nicht ganz) Gratis-Newsletter</h3>
<p>Der Ton ist <a href="https://mailchi.mp/bajour/283-4748101?e=d7b49ae18c" target="_blank" rel="noopener">ruppig und unfreundlich</a>: «Wir haben es jetzt glaubs begriffen. Du willst nicht ‹Bajour›-Member werden. Deshalb wollen wir heute auch nicht.» So begrüsste das Basler News-Portal in seinem «Basel Briefing» diese Woche einen Teil seines Publikums. Wer den Newsletter nicht direkt in den Papierkorb beförderte und doch noch etwas weiterscrollte, erhielt die Auflösung: «Ok, kleiner Scherz.» Das tägliche Briefing bleibe natürlich gratis. Aber wer es sich leisten könne, solle doch zahlen. Verständlich. Journalismus kostet. Aber wenn ein Newsletter als <a href="https://bajour.ch/?modal=baselbriefing" target="_blank" rel="noopener">«unabhängig und kostenlos»</a> angepriesen wird, dann möchte sich nicht anpampen lassen, wer den Aussagen der Eigenwerbung vertraut. Erst recht nicht, wenn gleichzeitig bekannt wird, dass Bajour für weitere drei Jahre <a href="https://www.persoenlich.com/medien/stiftung-spricht-gelder-fur-weitere-drei-jahre" target="_blank" rel="noopener">Stiftungsgelder erhält</a>.</p>
<p>Das Beispiel von Bajour weist aber auf ein allgemeines Dilemma im Umgang mit redaktionellen Newslettern hin. In vielen Fällen dienen sie als Köder, die das Publikum an ein kostenpflichtiges Angebot heranführen sollen. Oft befriedigt aber schon der Newsletter allein das Informationsbedürfnis, so dass es keinen Grund mehr gibt, für das Kernprodukt Geld auszugeben.</p>
<h3>The Ugly – SRF irritiert mit Schnüffel-«Reporter»</h3>
<p>Die Konstellation in der <a href="https://youtu.be/KxoN4aJyyIU" target="_blank" rel="noopener">aktuellen Folge von SRF-«Reporter»</a> wirkt eigentlich sympathisch: Da porträtiert ein Sohn als Fernsehreporter seinen Vater, der seit über 30 Jahren als Privatdetektiv arbeitet (siehe Bild). Tatsächlich erhält man dank der Familienbande exklusive Einblicke in eine sonst sehr verschwiegene Branche.</p>
<p>Doch die Nähe erweist sich auch als Nachteil. Im halbstündigen Porträt geht es prominent um einen Auftrag, bei dem der professionelle Schnüffler im Auftrag eines Manns die Adresse von dessen Ex-Geliebter herausfinden soll – und das, obwohl der Mann mit einem Kontaktverbot belegt ist. Was auch heisst: Der Privatdetektiv leistet in dem Fall Beihilfe zum Stalking. Er wolle bei diesem Auftrag «schon auf der sauberen Seite» bleiben, sagt der Porträtierte und scheint nicht zu merken, dass er diese eigentlich schon mit Annahme des Auftrags verlassen hat.</p>
<p>Der Sohn verzichtet darauf, dieses übergriffige Berufsverhalten seines Vaters fachlich einzuordnen. Das irritiert umso mehr, als dass der Reporter mit mehreren Fachleuten spricht. Die äussern sich zwar zu spezifischen Überwachungstechniken und allgemein zum schlechten Ansehen von Privatdetektiven, aber ausgerechnet der heikle und prominent präsentierte Stalking-Auftrag kommt nicht zur Sprache.</p>
<p>SRF hofft nach eigenen Angaben, dass sie mit dem Film «das Thema Stalking ins Bewusstsein rücken konnten». Das ist gelungen. Aber auf eine bedenkliche Art.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/19/journalisin-des-jahres-bajour-newsletter-schnueffel-reporter/">Journalist:in des Jahres, Bajour-Newsletter, Schnüffel-«Reporter»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«20 Minuten»-Chefin, NZZ-Aktivisten, SP-Bundesrätin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2022 10:19:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Erste Chefredaktorin für «20 Minuten» Per 1. Februar 2023 tauschen Gaudenz Looser und Desirée Pomper die Rollen: Looser amtet aktuell noch als Chefredaktor von «20 Minuten», Pomper ist seit Frühjahr 2021 seine Stellvertreterin. Die 38-Jährige arbeitet seit 13 Jahren bei der Gratiszeitung. 2009 begann sie als Inlandredaktorin. Danach war sie unter anderem <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/">«20 Minuten»-Chefin, NZZ-Aktivisten, SP-Bundesrätin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-100718 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Erste Chefredaktorin für «20 Minuten»</h3>
<p>Per 1. Februar 2023 tauschen Gaudenz Looser und Desirée Pomper die Rollen: Looser amtet aktuell noch als Chefredaktor von «20 Minuten», Pomper ist seit Frühjahr 2021 seine Stellvertreterin.</p>
<p>Die 38-Jährige arbeitet seit 13 Jahren bei der Gratiszeitung. 2009 begann sie als Inlandredaktorin. Danach war sie unter anderem Leiterin der Ressorts Politik, Reporter und Gesellschaft. Zuletzt gründete sie das Ressort Video/Story, wo sie mehrere Videoformate entwickelte. Ende 2021 lancierte sie eine Social-Media-First-Strategie, <a href="https://www.persoenlich.com/medien/social-media-first-starkt-die-demokratie" target="_blank" rel="noopener">um die «Demokratie zu stärken»</a>.</p>
<p>Desirée Pomper hat wesentlich dazu beigetragen, dass «20 Minuten» vermehrt auch inhaltlich tiefergehende Formate veröffentlicht. So vermochte ihr Beitrag zur Rasta-Diskussion im vergangenen Sommer «20 Minuten» ein bisschen aus dem peinlichen Sumpf zu heben, wo man sich zuvor <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">selber hineinmanövriert hatte</a>. Die Journalistin arbeitet selbst auch immer wieder an aufwändigeren Geschichten. Besonders hervorgestochen ist zuletzt ihre <a href="https://www.20min.ch/video/so-leben-die-frauen-in-den-sklavenzimmern-von-herzog-de-meuron-423844430853" target="_blank" rel="noopener">Reportage aus Beirut</a> über Hausangestellte, die in den von Herzog &amp; de Meuron entworfenen Luxushäusern arbeiten.</p>
<p>Der Führungswechsel erfolgte auf Initiative von Gaudenz Looser, erzählt der scheidende Chefredaktor <a href="https://www.persoenlich.com/medien/das-resultat-einer-fordernden-personalpolitik" target="_blank" rel="noopener">im Interview mit persoenlich.com</a>. Die Zeit sei reif. Das kann man nur unterschreiben.<br />
</p>
<h3>The Bad – Aktivisten sind immer die anderen</h3>
<p>Im Klimajournalismus grassiere der Aktivismus, <a href="https://www.nzz.ch/meinung/klimawandel-journalisten-praktizieren-aktivismus-ld.1708965?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">kritisierte die NZZ</a> letzte Woche. In ihrem Kommentar beschreibt die Autorin ein Zusammentreffen eines «Spiegel»-Journalisten mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und wirft ihm vor, der Text erinnere eher an ein «Meet and Greet» mit seinem Idol. Kritische Fragen fehlten dem Interview gänzlich. So weit, so fair. Die Vermischung von Aktivismus und Journalismus ist ein Thema, das die Branche schon seit längerem beschäftigt und man kann diese Entwicklung durchaus kritisch sehen.</p>
<p>Doch am selben Tag, an dem der kritische Kommentar zum Klimajournalismus erschienen ist, veröffentlichte die NZZ einen regelrechten <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/woke-identitaetspolitik-die-denkfabrik-r21-blaest-zum-kulturkampf-ld.1710978?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">Lobgesang auf die neue Denkfabrik Republik 21</a>, eine «Ideenschmiede für neue, bürgerliche Politik» – bei dem NZZ-Chefredaktor Eric Gujer und NZZ-Berlin-Redaktorin Susanne Gaschke im Beirat sitzen. Das wird zwar in einem Halbsatz erwähnt (Gujer, Gaschke nicht). Das Beispiel zeigt aber trotzdem: Bei der Vermischung von Aktivismus und Journalismus misst man bei der NZZ offenbar mit unterschiedlichen Ellen.</p>
<h3>The Ugly – Geht das? Gehts noch!</h3>
<p>Man kann es als Zirkus bezeichnen, was die Medien rund um die Nachfolge der zurücktretenden Bundesrätin Simonetta Sommaruga veranstalten: In der Mitte eine Manege, in der einige ein Spektakel aufführen, andere rufen von der Seite ab und zu etwas hinein. Und manchmal wird auch jemand in die Manege gezerrt, der gar nichts mit alledem zu tun haben will. Die SP-Spitze möchte sicher eine Frau und gerne eine junge Mutter. Das gibt zu reden, denn selbstverständlich passt das erstens nicht allen und zweitens scheint es noch immer ein Aufreger zu sein, wenn die SP fordert, wofür sie seit jeher einsteht.</p>
<p><a href="https://www.tagesanzeiger.ch/eine-bundesraetin-mit-kleinen-kindern-geht-das-801569484452" target="_blank" rel="noopener">«Eine Bundesrätin mit kleinen Kindern, geht das?»</a>, titelte der Tages-Anzeiger. Der Artikel selber war zwar ausgewogen und zeigte aber auch, dass in Italien Frauen problemloser als in der Schweiz in wichtige politische Ämter kommen. Dass diese Frage 2022 tatsächlich noch immer ein Thema ist, oder vielmehr: zum Thema gemacht wird, langweilt eigentlich nur noch. Die Basler SP-Ständerätin Eva Herzog, die für Sommarugas Nachfolge kandidiert, <a href="https://www.blick.ch/politik/basleri-staenderaetin-tritt-vor-medien-nun-duerfte-auch-sp-herzog-ins-bundesratsrennen-einsteigen-id18039838.html" target="_blank" rel="noopener">brachte es auf den Punkt</a>: «Männer fragt man nie nach ihren Kindern und ihrem Alter».</p>
<p>Als Alain Berset 2011 für den Bundesrat kandidierte, war er 39 und hatte drei Kinder im schulpflichtigen Alter. Damals führten die Medien keine Grundsatzdebatte über die Verträglichkeit von Elternschaft und Regierungsamt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/">«20 Minuten»-Chefin, NZZ-Aktivisten, SP-Bundesrätin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Süss-Podcast, Wirtschaftsformat, Strom&#160;sparen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/05/suess-podcast-wirtschaftsformat-strom-sparen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Nov 2022 09:01:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[ProSiebenSat.1 Media]]></category>
		<category><![CDATA[Livesystems]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Süss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Theorie kann auch Praxis Der Vorwurf ist jeweils schnell zur Hand, wenn sich die Medienwissenschaften kritisch zum Journalismus äussern: Die haben noch nie eine Redaktion von innen gesehen und wissen gar nicht, wie das Handwerk geht. So falsch der Vorwurf im Allgemeinen, so falsch ist er im Speziellen. Und speziell ist der <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/05/suess-podcast-wirtschaftsformat-strom-sparen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-100533 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b.jpg" alt="" width="1455" height="489" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b.jpg 1455w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b-1024x344.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b-768x258.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1455px) 100vw, 1455px" /></a></p>
<h3>The Good – Theorie kann auch Praxis</h3>
<p>Der Vorwurf ist jeweils schnell zur Hand, wenn sich die Medienwissenschaften kritisch zum Journalismus äussern: Die haben noch nie eine Redaktion von innen gesehen und wissen gar nicht, wie das Handwerk geht. So falsch der Vorwurf im Allgemeinen, so falsch ist er im Speziellen. Und speziell ist der <a href="https://podtail.com/de/podcast/60-jahre-daniel-suss/" target="_blank" rel="noopener">Podcast «60 Jahre Daniel Süss»</a> alleweil. Zum runden Geburtstag des <a href="https://www.zhaw.ch/de/ueber-uns/person/suss/" target="_blank" rel="noopener">ZHAW-Professors für Medienpsychologie</a> setzen sich Weggefährtinnen, befreundete Wissenschaftler, aber auch seine Töchter ans Mikrofon und besprechen zusammen die vielseitigen Facetten des Forschers und Menschen Daniel Süss.</p>
<p>Wer nun Personenkult vermutet, liegt falsch. Auch wenn die Person als Dreh- und Angelpunkt des Podcasts dient, steht ihr Handeln und Wirken im Zentrum. So erfährt man etwa die Geschichte der <a href="https://www.zhaw.ch/de/psychologie/forschung/medienpsychologie/mediennutzung/james/" target="_blank" rel="noopener">Jugendmedienstudie JAMES</a>, die Süss vor zwölf Jahren mitinitiiert hatte und die sich seither zu einem wichtigen zentralen Forschungsprojekt in dem Bereich entwickelt hat. In einer anderen Episode erfährt man von seinem Einsatz als Spezialoffizier, der den Chef der Schweizer Armee in kommunikativen Fragen beraten hatte. «Ein zurückhaltender, ruhiger Mensch, aber sehr pointiert in den Aussagen», erinnert sich jemand, der mit ihm in dieser Rolle zu tun hatte.</p>
<p>Insgesamt erweist sich der Podcast als originelle Hommage an diesen «Mann des gepflegten Diskurses», wie er an einer Stelle genannt wird. Und die Schweizer Medienforschung zeigt damit gleich auch noch, dass sie in zumindest in Sachen Podcast mit den von ihr beobachteten Medien durchaus mithalten kann.<br />
</p>
<h3>The Bad – Wirtschaft ohne Format</h3>
<p>Dem Spar- und Reformprogramm bei Schweizer Radio und Fernsehen SRF fiel neben einer Reihe anderer Sendungen auch das Wirtschaftsmagazin ECO zum Opfer. «Mit den freiwerdenden Ressourcen stärkt SRF unter anderem die digitale Wirtschaftsberichterstattung», hiess es vor zwei Jahren. Das geschieht verstreut <a href="https://www.srf.ch/news/wirtschaft" target="_blank" rel="noopener">über alle Plattformen und Kanäle</a>, als «Teil der regelmässigen Berichterstattung», wie SRF auf Anfrage mitteilt. Ein neues, digitales Format für ein jüngeres Publikum gibt es für Wirtschaftsthemen weiterhin nicht – und wird es auch nicht geben, wie SRF auf Anfrage der MEDIENWOCHE bestätigt.</p>
<p>Wer ECO vermisst, kann sich nun bei der Konkurrenz umsehen. Diese Woche brachte SAT.1 Schweiz die erste Ausgabe des neuen <a href="https://www.sat1.ch/tv/nextin-business" target="_blank" rel="noopener">Wirtschaftsmagazins «NextIn Business»</a>. Wie das früher ECO auch gemacht hätte, nahm die Sendung den boomenden Zweig der Lebensmittelhersteller unter die Lupe, die pflanzenbasierte Fleisch- und Milchersatzprodukte herstellen.</p>
<p>Dass es Medien weiterhin für sinnvoll erachten, Wirtschaftsthemen in eigens dazu geschaffenen Gefässen gebündelt darzureichen, zeigt nicht nur SAT.1. Das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS gab kürzlich die Lancierung von gleich <a href="https://www.rts.ch/entreprise/espace-pro/communiques-de-presse/13451814-la-rts-lance-trois-nouvelles-offres-economiques-sur-tous-les-ecrans.html" target="_blank" rel="noopener">drei neuen Wirtschaftsformaten</a> in den nächsten Wochen und Monaten bekannt.</p>
<h3>The Ugly – (K)eine Selbstverständlichkeit</h3>
<p>Un train peut en cacher un autre, warnen Schilder auf Frankreichs Bahnhöfen. Wie ein Zug einen anderen verdecken kann, verbirgt sich hinter einer guten Nachricht oft eine zweite, weniger schöne Botschaft. So teilte diese Woche die auf Bildschirmwerbung im öffentlichen Raum spezialisierte Firma Livesystems mit, dass sie seit dem 1. Oktober die Mehrheit ihrer Screens in der Nacht auf Standby setze. Damit spare man 30 Prozent des Stroms. Die tun was!</p>
<p>Nur: Wenn sich die Bildschirme problemlos auf Standby setzten lassen, dann verbrauchten sie vorher unnötigerweise zu viel Strom. Eine Sprecherin präzisiert auf Anfrage der MEDIENWOCHE: «Die Bildschirme liefen bisher aber nicht 24/7 Stunden im Vollbetrieb.» Wenn Livesystems weiter schreibt, die Massnahmen hätten nur sehr geringe Auswirkungen auf die Werbekunden, dann fragt man sich umso mehr, warum das Unternehmen erst jetzt handelt.</p>
<p>Was für jeden Menschen seit jeher normal erscheint, dass man beim Verlassen des Büros das Licht löscht, den Computer herunterfährt und die Kaffeemaschine ausschaltet, gilt für Firmen offenbar erst dann, wenn es richtig teuer zu werden droht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/05/suess-podcast-wirtschaftsformat-strom-sparen/">Süss-Podcast, Wirtschaftsformat, Strom sparen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Gümmeler, Ombudsstelle, Druckversuche</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/29/guido-guemmeler-srg-ombudsstelle-jahrbuch-befunde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Oct 2022 08:21:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrbuch «Qualität der Medien»]]></category>
		<category><![CDATA[Radsport]]></category>
		<category><![CDATA[Ombudsstelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Velomagazin rollt an Wer Schweizer Journalisten auf Twitter folgt, stellt fest, dass nicht wenige von ihnen eine Affinität zum Velo haben. Das zeigt sich dann etwa in Tweets zum Transport in SBB-Zügen (Ärger!), zu besonders schönen Strecken (Super!) oder in Selfies von Passhöhen (Yeah!). Und wer veloaffinen Journis auf Twitter folgt, landet <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/29/guido-guemmeler-srg-ombudsstelle-jahrbuch-befunde/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221029b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221029b.jpg" alt="" width="1456" height="487" class="aligncenter size-full wp-image-100387" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221029b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221029b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221029b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221029b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Velomagazin rollt an</h3>
<p>Wer Schweizer Journalisten auf Twitter folgt, stellt fest, dass nicht wenige von ihnen eine Affinität zum Velo haben. Das zeigt sich dann etwa in Tweets zum Transport in SBB-Zügen (Ärger!), zu besonders schönen Strecken (Super!) oder in Selfies von Passhöhen (Yeah!).</p>
<p>Und wer veloaffinen Journis auf Twitter folgt, landet aktuell schnell beim <a href="https://twitter.com/GuidoGuemmeler" rel="noopener" target="_blank">Account @GuidoGuemmeler</a>. Dieser kündigt Grosses an: «Hier entsteht etwas Neues: Ein Schweizer Radsport-Magazin, das 2023 das erste Mal und ab 2024 – pünktlich zur Rad-WM in Zürich – regelmässig erscheint.» Interessierte können bereits jetzt <a href="https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSf6tnHzSP0mAuCxyOOpn9F1RsHKqgrWV-o9RFcbAmtZb-yslQ/viewform" rel="noopener" target="_blank">mitentscheiden, wie es heissen soll</a>. «Col»? «Bidon»? «Gruppetto»? «Velo»? «Gümmeler»?</p>
<p>Dahinter stecken Corsin Zander (Redaktor Ressort Zürich des «Tages-Anzeigers»), Pascal Ritter (Reporter bei CH Media), Tim Brühlmann (Art Director «Schweizer Illustrierte»-Sportmagazin) und Janine Gloor (freie Journalistin), die ein Konzept für ihr noch namenloses Magazin erarbeitet haben. Dieses soll «die Velobegeisterung der Leserschaft auslösen, spiegeln und befeuern». Die Hauptzielgruppe bilden laut Konzept Menschen im Alter von 20 bis 70 Jahren, «die das Fahren mit Fahrrädern mit Rennradlenkern (Rennvelo, Bahn, Gravel, Radquer) als Lifestyle sehen».</p>
<p>Es soll, so Zander, ein relativ umfassendes Magazin «im Premium-Bereich» sein. «Unsere Inspiration ist das Fussballheft ‹Zwölf›», sagt Ritter, als Vorbilder nennt er die Publikationen «Peloton» aus Grossbritannien und «Pédale!» aus Frankreich. Auf Juni 2023 ist eine erste Ausgabe geplant, ab 2024 soll das Magazin viermal jährlich erscheinen. Wer sich auf dem Laufenden halten will: <a href="https://twitter.com/GuidoGuemmeler" rel="noopener" target="_blank">@GuidoGuemmeler</a> weiss mehr.<br />
</p>
<h3>The Bad – SRG-Ombudsstelle heisst gut</h3>
<p>Die Dame war empört. Sie sehe «die SRG als eine der eifrigsten Totengräberinnen einer freiheitlichen, direktdemokratischen Schweiz», schrieb sie an die <a href="https://www.srgd.ch/de/uber-uns/ombudsstelle/" rel="noopener" target="_blank">Ombudsleute von Radio SRF</a> und beanstandete einen Beitrag in «HeuteMorgen» von Radio SRF: Darin kamen – nach einem NZZ-Interview mit der Schweizer EU-Chefunterhändlerin Livia Leu – Vertreter*innen von FDP, SP, Mitte und Grünliberalen zu Wort. Aber nicht «die EU-kritische SVP». Damit habe SRF das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt.</p>
<p>Die SRF-Redaktion sah das Gebot nicht verletzt, wie sie in ihrer Stellungnahme mitteilte: Es sei «in diesem Fall die Rolle (und die Freiheit) des Journalisten, aus der Gesamtzahl der recherchierten Reaktionen die inhaltlich relevantesten herauszunehmen».</p>
<p>Die Ombudsstelle indes <a href="https://www.srgd.ch/media/cabinet/2022/10/8902_20221006_OMB_SB_Heute_Morgen_News_NZZ_Interviews_Livia_Leu.pdf" rel="noopener" target="_blank">hiess die Beschwerde gut</a>: Bei den EU-Verhandlungen handle es sich «um ein gewichtiges politisches Dossier, bei dem die SVP nicht nur sehr dezidierte, sondern auch (…) Positionen vertritt, die sich von den anderen bürgerlichen Stellungnahmen unterscheiden», schrieb sie unter anderem. Zudem seien alle anderen Bundesratsparteien zu Wort gekommen. </p>
<p>«Die Ombudsstelle erachtet es als nicht zwingend, zu jeder Sendung, die dem Verhältnis EU-Schweiz gewidmet ist, auch die Stellungnahme der SVP einzuholen», betonen die Ombudsleute der SRG gegenüber der MEDIENWOCHE, sie hätte aber in diesem Einzelfall gehört werden müssen, das zeige die Begründung des Entscheids. </p>
<p>Radio SRF wird den Bericht der Ombudsstelle intern diskutieren, aber nicht an die UBI weiterziehen, wie Michael Bolliger, Mitglied der Chefredaktion SRF-Audio, sagt: «Den Entscheid, ob und wie die Positionen der relevanten Parteien/Organisationen zu einem Thema abgebildet werden, fällen wir – auf der Basis des Sachgerechtigkeitsgebots – weiterhin im Einzelfall.» </p>
<p>Fragt sich zum Schluss, wie die empörte Dame den Entscheid interpretiert. Und ob sie in Zukunft weitere Beanstandungsfälle findet – schliesslich hat die SVP bei vielen «gewichtigen politischen Dossiers» eine «dezidierte Position».</p>
<h3>The Ugly – Journalist*innen unter Druck</h3>
<p>Ja, es ist beunruhigend, dass in der Schweiz die Zahl derjenigen, die keine oder kaum journalistische News nutzen, weiter gestiegen ist. Und natürlich muss es gerade Medienschaffende beschäftigen, dass junge Menschen pro Tag im Schnitt <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/27/forschung-zur-mediennutzung-der-jungen-sieben-minuten-sind-weniger-als-20-minuten/">nur etwa sieben Minuten mit News</a> auf ihrem Smartphone verbringen. Diese Studienergebnisse aus dem aktuellen «Jahrbuch Qualität der Medien» sind denn auch in vielen Medien aufgenommen worden.</p>
<p>Wenig Resonanz fand die Studie <a href="https://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:e6cf278f-cdc1-4183-b8bf-7646787b6509/JB_2022_Studie_II_Hate_Speech_20220908.pdf" rel="noopener" target="_blank">«Pressured by the pandemic?»</a> über Druckversuche und Einflussnahmen auf Journalist*innen zwischen 2020 und 2021. Dabei enthält sie Resultate, die aufschrecken lassen. Rund 87 Prozent der befragten 567 Journalist*innen aus der ganzen Schweiz haben «externe Einflussnahmen» erlebt, darunter «Klassiker» wie etwa die Androhung von juristischen Schritten, Anzeigenentzug, Informationsentzug oder karrierebezogenen Nachteilen.</p>
<p>Und, schlimmer: Rund die Hälfte der Befragten sah sich mit «Beleidigungen/Hassbekundungen» konfrontiert, 16 Prozent mit «sexistischen Bemerkungen/Belästigungen», 12 Prozent mit «Stalking/Überwachung», 10 Prozent mit der Androhung körperlicher oder sexueller Gewalt – mehr als 2 Prozent haben gar körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt.</p>
<p>Dass knapp 60 Prozent «Verschwörungsvorwürfe» zu hören bekamen, erstaunt angesichts des Diskurses während der Pandemie nicht.  Zu hoffen, dass diese Vorwürfe, dass Beleidigungen, Drohungen und Gewalt gegen Journalist*innen mit Corona enden würden, ist naiv. Wer einmal Grenzen überschritten hat, wird es wieder tun. Einfach bei einem anderen Thema. </p>
<p>Journalist*innen machen sich selbst ungern zum Thema. In diesem Fall sollten sie es dennoch tun.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/29/guido-guemmeler-srg-ombudsstelle-jahrbuch-befunde/">Gümmeler, Ombudsstelle, Druckversuche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Beobachter, Breitling, Bildverunstaltung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/22/beobachter-breitling-bildverunstaltung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Oct 2022 08:55:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Goldbach]]></category>
		<category><![CDATA[Breitling]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=100229</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Love Football, not Fifa Schauen oder nicht schauen? Die Frage treibt derzeit Fussball-Fans um. Sollen sie ab dem 20. November die Spiele der Weltmeisterschaft in Katar boykottieren oder halt doch den Fernseher einschalten, wenn die Schweizer Nati spielt? Dass Fussball viel mehr ist als die zunehmend zweifelhaften Grossveranstaltungen von Fifa und Uefa, <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/22/beobachter-breitling-bildverunstaltung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b.jpg" alt="" width="1456" height="492" class="aligncenter size-full wp-image-100232" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b-1024x346.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b-768x260.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Love Football, not Fifa</h3>
<p>Schauen oder nicht schauen? Die Frage treibt derzeit Fussball-Fans um. Sollen sie ab dem 20. November die Spiele der Weltmeisterschaft in Katar boykottieren oder halt doch den Fernseher einschalten, wenn die Schweizer Nati spielt? Dass Fussball viel mehr ist als die zunehmend zweifelhaften Grossveranstaltungen von Fifa und Uefa, dokumentiert derzeit auf eindrückliche Weise der «Beobachter». Sein aktuelles Online-Dossier heisst nicht zufällig <a href="https://www.beobachter.ch/unser-fussball" rel="noopener" target="_blank">«Unser Fussball»</a>.</p>
<p>Da geht es um die Liebe zum runden Leder in all seinen Facetten, fernab von Spitzensport und Big Business. Ob die Reportage von der Bergdorf-Meisterschaft im Oberwallis, das Porträt eines Pioniers im Gehfussball (ja richtig, Fussball ohne zu rennen), oder das Interview mit Reporterlegende Beni Thurnheer («Bei Katar kommt keine Freude auf»): Die zahlreichen Texte bieten ein willkommenes Kontrastprogramm zur anstehenden WM.</p>
<p>Dass der «Beobachter» dies bietet, überrascht nur auf den ersten Blick. Seine Fussballkompetenz bewies das Magazin schon früher. Etwa mit einer multimedialen Langzeitreportage über den FC Emmenbrücke, für die es 2018 <a href="https://www.beobachter.ch/konsum/multimedia/eigener-sache-beobachter-team-gewinnt-swiss-press-award" rel="noopener" target="_blank">einen Swiss Press Award</a> gab.<br />
</p>
<h3>The Bad – Übergriffige Uhrenmarken</h3>
<p>Viel zu reden gab diese Woche ein «Interview» von «Blick»-Sportchefin Steffi Buchli mit dem norwegischen Fussballsuperstar Erling Haaland. Dass Buchli die Fragen schriftlich stellte, ja stellen musste, ginge ja noch. Das ist inzwischen gängige (aber deshalb nicht gute) Praxis. Man kann «Blick» und Buchli dafür schelten – wie das ausgiebig geschehen ist – dass sie sich auf den Interview-Deal eingelassen haben.</p>
<p>Man kann aber auch die Rolle und das Selbstverständnis der Luxus-Uhrenfirmen kritisieren: Sie behandeln ihre Markenbotschafter wie die teuren Zeitmesser, die sie auch nur rausrücken, wenn sie mit wohlwollender Berichterstattung rechnen können. Entsprechend selten sehen sich Breitling und Co. mit kritischem Journalismus konfrontiert. Trotz der grossen Tradition und der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Uhrenindustrie in der Schweiz dreht sich die Berichterstattung über die Branche grossteils um neue, teure Uhrenmodelle. Was die Hersteller wiederum mit grossflächigen und gut bezahlten Inseraten honorieren.</p>
<p>Einen einfachen Ausweg aus der Abhängigkeit gibt es nicht. Übergriffige Angebote dezidiert zurückzuweisen, wie das Promo-Interview mit Erling Haaland, wäre ein Anfang. Die <a href="https://twitter.com/razinger/status/1583025374962671616" rel="noopener" target="_blank">«Sonntagszeitung» hats getan</a>, «Blick» leider nicht.</p>
<h3>The Ugly – Hässlicher Werbeaufkleber</h3>
<p>Es wäre weiterhin nicht falsch, wenn sich in einem Medienunternehmen der Verlag möglichst von der Redaktion fernhält; früher trennte die beiden Bereiche sogar eine «chinesische Mauer». Da diese strikte Trennung längst erodiert ist, dürfte man immerhin erwarten, dass dafür das gegenseitige Verständnis zugenommen hat; dass sich also auch die Werbeabteilung dafür interessiert, wie Journalismus funktioniert und ihn respektiert. </p>
<p>Von wenig Respekt zeugte ein Werbemittel auf der Titelseite von «20 Minuten» am vergangenen Dienstag. Da hatte sich die Redaktion ein attraktives und originelles Titelbild überlegt mit vier Frauengesichtern, die zeigten, wie sich die weibliche Kopfbedeckung im Iran in den vergangenen gut hundert Jahren verändert hat. Doch das vierte Bild wurde praktisch passgenau <a href="https://twitter.com/MMeschenmoser/status/1582259603223769088" rel="noopener" target="_blank">von einem Werbeaufkleber überdeckt</a> – Energy Milk statt Frauenrechte. Am Mittwoch oder Donnerstag hätte der Kleber nicht weiter gestört, weil die Zeitung dann mit grossflächigen Bildern aufmachte. Wie konnte das also geschehen?</p>
<p>«Diese Sticker werden maschinell auf eine vordefinierte Fläche aufgeklebt. Eine Ausweichmöglichkeit besteht aktuell nicht, wir werden jedoch Optimierungen prüfen», erklärt Iris Blättler, Leiterin Kommunikation der TX-Werbevermarkterin Goldbach. Und: «Wir bedauern, dass der Sticker bei einigen Exemplaren unvorteilhaft platziert war.» Shit Happens. Aber es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/22/beobachter-breitling-bildverunstaltung/">Beobachter, Breitling, Bildverunstaltung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Puls Check, Teuerung, swiss-cath.ch</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/15/puls-check-teuerung-swiss-cath-ch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Oct 2022 08:10:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Löhne]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Puls Check]]></category>
		<category><![CDATA[Anian Liebrand]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=100088</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – SRF-Gesundheitformat mit Medizin-Studis Die 35 Sekunden Einführung zum Video «Alk im Körper – auch wenig schadet deinen Organen» wirken noch ein klein wenig holprig. Doch danach machen die beiden Medizinstudenten Willi Balandies und Afreed Ashraf (Bild) einen super Job: In der ersten Folge des neuen Gesundheitsformats «Puls Check» von SRF Wissen erklären <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/15/puls-check-teuerung-swiss-cath-ch/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221015b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221015b.jpg" alt="" width="1456" height="486" class="aligncenter size-full wp-image-100102" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221015b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221015b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221015b-1024x342.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221015b-768x256.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – SRF-Gesundheitformat mit Medizin-Studis</h3>
<p>Die 35 Sekunden Einführung zum Video «Alk im Körper – auch wenig schadet deinen Organen» wirken noch ein klein wenig holprig. Doch danach machen die beiden Medizinstudenten Willi Balandies und Afreed Ashraf (Bild) einen super Job: In der ersten Folge des neuen <a href="https://youtu.be/bbHEvBZ6aG8" rel="noopener" target="_blank">Gesundheitsformats «Puls Check»</a> von SRF Wissen erklären die beiden, welche Auswirkungen Alkoholkonsum auf die Organe und den ganzen Organismus hat. Dabei sprechen Balandies und Ashraf nicht einfach nur in die Kamera (dies übrigens mit charmanter Präsenz) das Video wird auch mit auflockernden Elementen wie Strassenumfragen («Welche Alkohol-Mythen kennst du?») oder zugänglich aufbereiteten Darstellungen von chemischen Abläufen im Körper angereichert. Stand Freitagmorgen hat die erste Folge auf Youtube bereits knapp 8000 Aufrufe. Alle zwei Wochen gibts eine neue Folge, acht bis zwölf Minuten lang, auf ein junges Publikum ausgerichtet. Eine gekürzte Version der Youtube-Videos ist jeweils auch im linearen SRF-Format «Puls» zu sehen. In der nächsten Folge gehts übrigens um Opiate und Matetee. Die Kommentare unter dem ersten Video sind jedenfalls erfolgversprechend: «Spannenda Faktacheck», «Mega spannend! Fröi mi uf meh vo eu!». Wir freuen uns auch!<br />
</p>
<h3>The Bad – Medienunternehmen knausern beim Lohn</h3>
<p>Anfang Oktober verschickte der Berufsverband Impressum <a href="https://www.impressum.ch/details/teuerung-impressum-fordert-lohnanpassungen-in-der-medienbranche" rel="noopener" target="_blank">einen offenen Brief</a> an 150 Medienunternehmen in der Schweiz. Die Forderung: Mehr Lohn für Journalist:innen im Jahr 2023, inklusive Teuerungsausgleich von 3 bis 3.5 Prozent. Würde diese Forderung nicht erfüllt, käme das faktisch einer Lohnkürzung gleich, schrieb Impressum in der Medienmitteilung. Denn seit Herbst 2021 steigt die Teuerung in der Schweiz stetig an. Der offene Brief passt perfekt zu den Forderungen, die sich Personalkommissionen auf die Fahne geschrieben haben. Die Pekos wandten sich vergangene Woche an die entsprechenden Unternehmensleitungen. Auch sie fordern einen Teuerungsausgleich, spezifisch im Hinblick auf die Produktionsgewinne und den gleichzeitigen Stellenabbau, unter anderem bei Tamedia. Die MEDIENWOCHE hat nachgefragt, ob es Lohnerhöhungen geben wird. Die Antworten sind schwammig. Bei Keystone SDA heisst es: «Sowohl eine allgemeine als auch eine individuelle Lohnanpassung sind bei uns ein Thema. Wir sind daran, eine praktikable Lösung zu finden. Viel mehr kann ich Ihnen im Moment nicht mitteilen.». Seitens CH Media – von der die Peko übrigens bereits im vergangenen Sommer eine Lohnerhöhung von vier Prozent forderte – beruft man sich auf den Budgetprozess Herbst/Winter 2022, das Thema habe man noch nicht abschliessend behandelt und man könne daher auch nichts zu den laufenden Prozessen sagen. Es bleibt also zu hoffen, dass sich die Verlage dies hinter die Ohren schreiben: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.</p>
<h3>The Ugly – Verurteilter SVPler startet swiss-cath.ch</h3>
<p>Am Montag nahm die Website <a href="https://archive.ph/GDmRi" rel="noopener" target="_blank">swiss-cath.ch</a> ihren Betrieb auf. Das Portal für Katholik:innen versteht sich als konservative Alternative zum liberalen <a href="https://www.kath.ch/" rel="noopener" target="_blank">kath.ch</a>, den Machern begegne man eher am «Marsch fürs Läbe» als an der Pride, schreibt das St. Galler Tagblatt. Hinter swiss-cath.ch steckt Anian Liebrand. Der ehemalige Präsident der Jungen SVP Schweiz ist kein unbeschriebenes Blatt. Hier ein paar Müsterli: 2014 lancierte Liebrand eine Webseite, auf der Schüler:innen ihre <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/verschiedenes/schuler-sollen-svp-kritiker-melden-ld.1621355" rel="noopener" target="_blank">Lehrpersonen melden</a> konnten, wenn sie sich von ihnen «einseitig politisch beeinflusst» fühlten. Aus Liebrands Perspektive dürfte das wohl heissen: zu links. 2015 verurteilte ihn das Kantonsgericht Luzern <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/ex-praesident-der-jungen-svp-rief-zu-selbstjustiz-auf-761538927170" rel="noopener" target="_blank">wegen übler Nachrede</a>. Er hatte damals Bilder von Personen, die an einer Demo teilgenommen hatten, im Internet veröffentlicht und dazu geschrieben: «Wer kennt diese Chaoten?» Vier Personen reichten darauf Strafanzeigen ein. Liebrand ist zudem gegen Sexualkundeunterricht im Kindergarten, sieht Abtreibungsgegner:innen als «Lebensschützer» und leitete die Geschäfte der Abstimmungskampagne für das Verhüllungsverbot. swiss-cath.ch-Redaktionsleiter Niklaus Herzog übrigens passt dazu: Der 71-jährige Theologe und Jurist ist gegen die «Ehe für alle». Da haben sich zwei gefunden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/15/puls-check-teuerung-swiss-cath-ch/">Puls Check, Teuerung, swiss-cath.ch</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>SMD, SRF, Ueli Maurer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/07/smd-srf-ueli-maurer/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/10/07/smd-srf-ueli-maurer/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2022 21:25:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ueli Maurer]]></category>
		<category><![CDATA[SMD]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – SMD mit mehr Audio «Radio goes SMD» schreibt die Schweizer Mediendatenbank SMD und weist darauf hin, dass ihre Nutzer*innen neu «sekundengenau» Audiopassagen der drei Westschweizer Radios RJB, RTN und RFJ finden können, ausserdem von 24 SRF-Radiosendungen, darunter etwa das «Echo der Zeit» und die Regionaljournale. Mehr noch: Die gesprochenen Texte können mithilfe <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/07/smd-srf-ueli-maurer/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b.jpg" alt="" width="1456" height="486" class="aligncenter size-full wp-image-99969" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b-1024x342.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221009b-768x256.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – SMD mit mehr Audio</h3>
<p>«Radio goes SMD» schreibt die Schweizer Mediendatenbank SMD und weist darauf hin, dass ihre Nutzer*innen neu «sekundengenau» Audiopassagen der drei Westschweizer Radios RJB, RTN und RFJ finden können, ausserdem von 24 SRF-Radiosendungen, darunter etwa das «Echo der Zeit» und die Regionaljournale. Mehr noch: Die gesprochenen Texte können mithilfe einer automatischen Transkription auch gelesen werden.</p>
<p>Laut <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/29/wir-wollen-mehr-einnahmen-generieren-fuer-die-verlage/">Geschäftsführer Roberto Nespeca</a> hat die SMD 2019 damit begonnen, audiovisuelle Medien in die Datenbank aufzunehmen. Damals startete ein Pilotversuch mit Informationssendungen von Fernsehen RTS, später kamen Sendungen von Fernsehen SRF dazu – schliesslich ist die SRG eine der SMD-Aktionärinnen.</p>
<p>Videos sind viel einfacher zu erfassen als Audios: Da sie bereits die Sender untertiteln, kann dies SMD diesen Text übernehmen. Ein Klick auf den entsprechenden Zeitstempel im Text führt dann genau auf den entsprechenden Zeitpunkt im Video, das auf der Online-Seite des Anbieters verbleibt.</p>
<p>Schwieriger ist die Erfassung von Radiosendungen – insbesondere, wenn sie, wie etwa die Regionaljournale, in Schweizerdeutsch sind. Denn es fehlt die geschriebene Textvorlage. «Gemeinsam mit SRF und <a href="https://recapp.ch/" rel="noopener" target="_blank">recapp</a> entwickelten wir eine Speech-to-Text-Komponente, die gesprochenes Schweizerdeutsch automatisch in geschriebenes Hochdeutsch transkribiert», so Nespeca.</p>
<p>Zwar haben sich bei einer SMD-Umfrage Ende 2021 nur je knapp die Hälfte der antwortenden Nutzer*innen dafür ausgesprochen, dass die SMD die Inhalte von regionalen und lokalen Radios und TVs aufnehmen müsse. Aber, so Nespeca: «Wir sind überzeugt, das Ton- und Bewegtbild-Material eine gute Ergänzung zum bestehenden Print- und Online-Angebot darstellt.» Die SMD sei bereits in der Integrationsphase «bei gut einem halben Dutzend Partnern».<br />
</p>
<h3>The Bad – SRF mit schmelzender Eishockey-Expertise</h3>
<p>Jetzt auch noch Mario Rottaris. Der frühere Fribourg-Gottéron- und Nationalmannschafts-Spieler <a href="https://www.srf.ch/sport/mehr-sport/in-eigener-sache/in-eigener-sache-mario-rottaris-verlaesst-srf-expertenteam" rel="noopener" target="_blank">verlässt das Schweizer Fernsehen SRF</a>, wo er seit 2005 als Eishockey-Experte im Einsatz war – bei insgesamt 16 Hockey-WMs und hunderten Spielen der National-League. «Seine kontrollierten Aussagen, sein diskreter Sprachwitz und seine Fachkompetenz im Zusammenspiel mit Jann Billeter haben die SRF-Zuschauer seit der Weltmeisterschaft 2005 durch die Spiele der Schweizer Nati geschaukelt», <a href="https://www.blick.ch/sport/eishockey/nati/an-wm-einfach-ersetzt-wo-ist-srf-nati-experte-mario-rottaris-id17518448.html" rel="noopener" target="_blank">lobte ihn der «Blick»</a>. </p>
<p>Rottaris Co-Kommentator Billeter hat SRF Sport bereits im Sommer 2021 verlassen; er wechselte nach 24 Jahren SRF zu MySports. Im Herbst 2021 folgte Stefan Bürer; nach 28 Jahren bei SRF wurde er Kommunikationschef bei den SC Rapperswil-Jona Lakers. Und im Juni 2022 hat Eishockey-Fachfrau Daniela Milanese SRF Sport nach 23 Jahren verlassen. Sie kommentiert <a href="https://www.blick.ch/sport/eishockey/premiere-von-daniela-milanese-bei-mysports-bei-srf-wars-wie-in-einer-langjaehrigen-beziehung-id17927603.html" rel="noopener" target="_blank">seit dieser Woche bei «MySports»</a>.</p>
<p>Damit schmelzen bei SRF quasi Jahrzehnte von Eishockey-Expertise weg. Ein Grund dafür sind verlorene Senderechte: Nicht die SRG, sondern Sunrise UPC, zu der «MySports» gehört, hat sich 2021 die Rechte der Eishockey-National League für die kommenden fünf Saisons gesichert. Die SRG erhielt auch keine Sublizenz. Das Schweizer Fernsehen kann noch die Eishockey-WM, die Spiele der Nationalteams und den Spengler Cup zeigen, Live-Spiele der National League aber nicht mehr.</p>
<p>Auch für Mario Rottaris war dies ein Abgangsgrund – doch nicht der einzige. Seine «Passion», so wird er in der SRF-Mitteilung zitiert, sei es gewesen, die WMs als Co-Kommentator vor Ort und die Playoffs aus den Stadien zu begleiten. Die Playoffs dürfe SRF nun nicht mehr live übertragen, und «meine WM-Ära endete 2021». Denn für die WM 2022 im letzten Mai hat SRF Rottaris durch einen <a href="https://www.blick.ch/sport/eishockey/nati/an-wm-einfach-ersetzt-wo-ist-srf-nati-experte-mario-rottaris-id17518448.html" rel="noopener" target="_blank">anderen Live-Experten ersetzt</a>. Dieser Aspekt des Abgangs von Rottaris ist also SRF-hausgemacht.</p>
<h3>The Ugly – Maurer mit grossem Medien-Schwindel</h3>
<p>«Schaut die Zeitungen gar nicht erst an, werft sie weg», hatte Bundesrat Ueli Maurer <a href="https://www.edito.ch/klartext/2011/03/21/%C2%ABschaut-die-zeitungen-nicht-an-werft-sie-weg%C2%BB/" rel="noopener" target="_blank">2011 in einem Interview</a> gesagt. Später nannte er etwa einen <a href="https://www.suedostschweiz.ch/zeitung/aff-ist-der-satz-des-jahres" rel="noopener" target="_blank">SRF-Kameramann «Aff»</a>, warf den Medien eine «selbstverfügte Gleichschaltung» vor und reagierte unlängst auf Patti Basler, die ihn <a href="https://www.persoenlich.com/medien/ueli-maurer-beleidigt-srf-bei-deville" rel="noopener" target="_blank">für eine SRF-Umfrage ansprach</a>, mit «Die huere Frage vum Färnseh, vill tümmer chammer nid si als ihr sind». Und so weiter.</p>
<p>Wie er es in seiner politischen Karriere immer wieder getan hat, griff Maurer auch bei seiner Rücktritts-Medienkonferenz Medien und Medienschaffende an. Und diese? Auch wenn ihnen Maurer «Einheitsbrei» und Google-statt-Recherche vorwarf und einmal mehr behauptete, sie seien nach links gerutscht, blieben sie höflich. Dabei hatte gleichentags Maurers SVP im Parlament gezeigt, was man tun kann, wenn einem das Geschehen nicht passt: Die Fraktion stand auf und drehte dem Rednerpult den Rücken zu. Selbst <a href="https://youtu.be/eHfOqNqf3_Q" rel="noopener" target="_blank">«Kä Luscht»-Bundesrat</a> Maurer hätte gestaunt, hätten die Bundeshaus-Journalist*innen während seiner Rücktritts-Rede dasselbe getan.</p>
<p>Zumindest hätten die Bundeshaus-Journalist*innen und auch jene, die danach darüber berichteten, Maurers grossen Medien-Schwindel thematisieren können: Er kritisiert die Medien und ihre Inhalte – und erzählt gleichzeitig, er nutze ausser Teletext keine Medien. Woher weiss er denn, was die Medien berichten?</p>
<p>Politiker*innen, die Journalist*innen und Medien diffamieren, schaffen einen Boden für einen sich verbreitenden Medienhass, der auch in physischen Angriffen gipfelt. Auch in der Schweiz. Bundesrätin Simonetta Sommaruga lässt im Moment einen <a href="https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/elektronische-medien/medienpolitik/nationaleraktionsplan.html" rel="noopener" target="_blank">Nationalen Aktionsplan für die Sicherheit von Medienschaffenden</a> ausarbeiten. Sie hätte mit der Umsetzung im Bundeshaus beginnen sollen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/07/smd-srf-ueli-maurer/">SMD, SRF, Ueli Maurer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Abstimmungsinserate, Medienforschung, Sparmassnahmen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2022 07:35:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<category><![CDATA[IKMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Media Focus]]></category>
		<category><![CDATA[Politwerbung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Eine Art Presseförderung Seit zwanzig Jahren geht es bergab mit der Werbung in gedruckten Zeitungen. Inzwischen liest sich sogar ein einstiger Inserate-Krösus wie «20 Minuten» weitgehend werbefrei. Nur: Die Situation könnte noch schlimmer sein, wäre da nicht die direkte Demokratie. Die Pro- und Contra-Kampagnen zu Eidgenössischen Abstimmungen erzeugten seit dem Jahr 2000 <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/">Abstimmungsinserate, Medienforschung, Sparmassnahmen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b.jpeg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b.jpeg" alt="" width="1456" height="487" class="aligncenter size-full wp-image-99837" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b.jpeg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b-300x100.jpeg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b-1024x343.jpeg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b-768x257.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Eine Art Presseförderung</h3>
<p>Seit zwanzig Jahren geht es bergab mit der Werbung in gedruckten Zeitungen. Inzwischen liest sich sogar ein einstiger Inserate-Krösus wie «20 Minuten» weitgehend werbefrei.</p>
<p>Nur: Die Situation könnte noch schlimmer sein, wäre da nicht die direkte Demokratie. Die Pro- und Contra-Kampagnen zu Eidgenössischen Abstimmungen erzeugten seit dem Jahr 2000 einen Brutto-Werbedruck von rund 400 Millionen Franken, verteilt auf alle Mediengattungen. Diesen Betrag hat die Firma <a href="https://mediafocus.ch/wp-content/uploads/2022/09/Media_Focus_eidg._Abstimmungsvorlagen_2000-2022.pdf" rel="noopener" target="_blank">Media Focus kürzlich errechnet</a>. Sie betont aber, dass der Betrag dem Gegenwert gemäss den offiziellen Medientarifen und nicht den tatsächlichen Ausgaben beziehungsweise Einnahmen entspricht.</p>
<p>Im Fall der gedruckten Presse zeigt sich ein erfreuliches Bild bei der Anzeigenentwicklung. «Die eidgenössischen Abstimmungen bleiben stabil, während der Gesamtwerbemarkt sinkt», erklärt Tina Fixle, Chefanalytikerin von Media Focus. Was auch heisst, dass Parteien und Komitees die Zeitungen weiterhin als geeignetes Umfeld für ihre Botschaften anschauen.</p>
<p>Bloss: Auch wenn Abstimmungspropaganda als eine Art Presseförderung wirkt, retten wird sie die Zeitungen auch nicht. «Wir reden hier im Verhältnis zum Gesamtmarkt nicht von grossen Summen», relativiert Werbeforscherin Fixle. Aber wenig ist immer noch mehr als nichts.<br />
</p>
<h3>The Bad – Mangelndes Engagement für die Forschung</h3>
<p>Was machen wir eigentlich und warum? Die Frage nach dem Selbstverständnis der Kommunikationswissenschaft beschäftigt das Fach schon länger. Schliesslich stellt die Digitalisierung nicht nur die Medien selbst vor neue Fragen, sondern auch jene, die sie professionell beobachten. </p>
<p>Darum entschlossen sich die beiden Forschenden Franziska Oehmer-Pedrazzi (Fachhochschule Graubünden) und Tobias Rohrbach (Universität Freiburg) vor sechs Jahren zu einer Bestandesaufnahme. Mit einer Analyse möglichst vieler studentischer Abschlussarbeiten an Schweizer Universitäten und Fachhochschulen wollten sie die Debatte zum Selbstverständnis der Kommunikationswissenschaft mit empirischen Daten anreichern.</p>
<p>Allerdings gab es da ein Problem. Ausgerechnet das renommierte <a href="https://www.ikmz.uzh.ch/de.html" rel="noopener" target="_blank">Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung IKMZ</a> der Uni Zürich lehnte die Teilnahme an der Analyse ab. Die Abschlussarbeiten, die Studierende am IKMZ (und beim Vorgänger IPMZ) verfasst hatten, konnten nicht für die Arbeit berücksichtigt werden, wie im kürzlich <a href="https://www.hope.uzh.ch/scoms/article/view/j.scoms.2022.02.002/2386" rel="noopener" target="_blank">publizierten Beitrag</a> steht. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Qualität der Studie aus: «Der Datensatz ist dadurch insgesamt weniger repräsentativ», schreiben Oehmer-Pedrazzi und Rohrbach.</p>
<p>Auf Anfrage erklärt IKMZ-Institutsdirektor Mike Schäfer, der Rechtsdienst der Fakultät sei damals zur Einschätzung gelangt, dass das Institut die Abschlussarbeiten ohne Zustimmung der Autor:innen nicht weitergeben dürfe. Nur: Alle anderen Institute von Neuenburg über Bern bis Lugano sahen kein Problem darin, dass ihre Arbeiten auch ohne Zustimmung beforscht wurden. Warum sich das IKMZ damals nicht stärker für die Forschung eingesetzt und den Entscheid des Rechtsdiensts mit Verweis auf das Vorgehen der anderen Universitäten hinterfragt hatte, bleibt sein Geheimnis.</p>
<h3>The Ugly – Tamedia spart, Folge 378</h3>
<p>Wieder mal unerfreuliche Nachrichten aus dem Hause TX Group/Tamedia. Obwohl die gedruckten Zeitungen im Geschäftsjahr 2021 schwarze Zahlen geschrieben hatten und die Verlegerfamilie um Pietro Supino <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/medien-tiefschwarze-zahlen-bei-der-tx-group-ld.2261287" rel="noopener" target="_blank">50 Millionen Franken Dividenden</a> kassierte, bleibt der Spardruck auf Titel wie «Tages-Anzeiger» und «Berner Zeitung» konstant hoch.</p>
<p>Am vergangenen Dienstag <a href="https://www.republik.ch/2022/09/27/journal" rel="noopener" target="_blank">meldete die «Republik»</a>, dass es nun die überregionale Redaktion, also das Mantelressort der Tamedia-Titel, treffe. Von einem knappen Dutzend Entlassungen sowie der Nichtbesetzung offener Stellen ist die Rede. Federn lassen muss auch die Produktionsabteilung, die allen Zeitungen zudient. </p>
<p>Der Abbauschritt erfolgt nicht überraschend. Er trägt zu den 70 Millionen Franken bei, die Tamedia im August 2020 als Sparziel ausgegeben hatte. «Durch vorausschauendes Management konnte Tamedia in den vergangenen Monaten auf Kündigungsmassnahmen verzichten. Leider ist das aufgrund der gesamtwirtschaftlich angespannten Lage nicht mehr ausreichend», teilt Tamedia auf Anfrage mit. </p>
<p>Besonders gross ist der Ärger in Bern. Hier ging man davon aus, mit der <a href="https://medienwoche.ch/tag/berner-modell/">Zusammenlegung der Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund»</a> vor einem Jahr einen ausreichenden Beitrag zum 70-Millionen-Paket geleistet zu haben und dafür eine Weile verschont zu bleiben von weiteren Sparschritten. Das versicherten die Verantwortlichen im letzten Frühjahr dem Personal. Doch nun geht es trotzdem weiter. «Am Standort Bern ist eine Frühpensionierung im Gespräch», heisst es von Seiten Tamedia. Aber nicht nur das. Auch die Neubesetzung einer Praktikumsstelle ist fraglich, ebenso wie eine Reihe schon länger vakanter Stellen. Als mögliches Sparobjekt gehandelt würden zudem die Löhne der festen freien Mitarbeitenden, heisst es aus der Redaktion BZ/«Bund». Tamedia sagt dazu nichts.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/">Abstimmungsinserate, Medienforschung, Sparmassnahmen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fairmedia, Radiostudios, SRF News</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2022 08:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Fairmedia]]></category>
		<category><![CDATA[SRF News]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Radiostudio Bern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Wichtige Medienkritik Es ist bereits einige Wochen her, dass die Medien Kopf standen, weil eine Reggae-Band ihr Konzert wegen der Dreadlocks ihres Sängers abbrechen musste. Und inmitten dieser medialen Aufregung musste sich das Komiker:innen-Duo Ursus &#038; Nadeschkin aus dem gleichen Grund rechtfertigen: kulturelle Aneignung. Die Dreadlocks von Nadeschkin, die sie seit dreissig <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">Fairmedia, Radiostudios, SRF News</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b.jpg" alt="" width="1456" height="487" class="aligncenter size-full wp-image-99669" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Wichtige Medienkritik</h3>
<p>Es ist bereits einige Wochen her, dass die Medien Kopf standen, weil eine Reggae-Band ihr Konzert wegen der Dreadlocks ihres Sängers abbrechen musste. Und inmitten dieser medialen Aufregung musste sich das Komiker:innen-Duo Ursus &#038; Nadeschkin aus dem gleichen Grund rechtfertigen: kulturelle Aneignung. Die Dreadlocks von Nadeschkin, die sie seit dreissig Jahren trägt, seien nicht «lustig und wild», sondern politisch inkorrekt.</p>
<p>Das ganze mediale Theater in all seinen Akten hat <a href="https://fairmedia.ch/2022/09/20/viel-aufregung-um-ein-bisschen-haar-nl/" rel="noopener" target="_blank">Fairmedia</a> nun unaufgeregt und sorgfältig aufgeschrieben. Im ersten Akt spielte eine E-Mail eine Rolle, die eigentlich an das Duo gerichtet war und irgendwie in der «20 Minuten»-Redaktion landete. Eigentlich hätte die Geschichte hier zu Ende sein können. «20 Minuten» titelte: «‹Perücke ist problematisch› – Nadeschkin wird kulturelle Aneignung vorgeworfen». Naja: «Ehrlicherweise hätte der Titel jedoch lauten müssen: ‹Anonyme Einzelperson wirft Nadeschkin kulturelle Aneignung vor›», schreibt Fairmedia. Die Organisation für fairen Journalismus hat mit Ursus &#038; Nadeschkin gesprochen und liess sie ihrerseits einige «Missverständnisse» – oder eher: falsch abgedruckte Zitate – richtigstellen.</p>
<p>Fairmedia liess den Fall zudem von Medienprofessor Vinzenz Wyss einordnen: «Es darf vermutet werden, dass die ‹20 Minuten›-Redaktion mit diesem Artikel die Debatte über kulturelle Aneignung ins Lächerliche ziehen wollte.» Die Rolle von «20 Minuten» entspreche nicht einem angemessenen journalistischen Diskurs, sagt Wyss. Der Job von Fairmedia tut dies dafür umso mehr.<br />
</p>
<h3>The Bad – Ehemaliges Radiostudio</h3>
<p>Seit dieser Woche arbeitet die Redaktion «SWI swissinfo.ch» <a href="https://www.srgssr.ch/de/news-medien/news/swi-swissinfoch-und-srf-in-bern-neu-unter-einem-dach" rel="noopener" target="_blank">neu an der Berner Schwarztorstrasse</a>. Der zehnsprachige Onlinedienst der SRG zog mit rund 100 Mitarbeitenden bei den verbleibenden Teilen der Inforedaktion von Radio SRF ein. Der gemeinsame Standort soll die Zusammenarbeit bereichern, heisst es.</p>
<p>Mit dem Umzug von «Swissinfo» schlägt die SRG den letzten Sargnagel für seine früheren Deutschschweizer Radiostudios ein: Nach dem Bruderholz in Basel und dem <a href="https://www.blick.ch/schweiz/radiostudio-srf-wird-schulhaus-nach-fast-90-jahren-ist-schluss-im-radiostudio-zuerich-id17804720.html" rel="noopener" target="_blank">Brunnenhof in Zürich</a> verschwindet auch das dritte und letzte der grossen Studios; SRF nennt seinen Berner Standort <a href="https://www.srf.ch/unternehmen/standorte/studio-bern/mitten-in-der-bundesstadt-studio-bern" rel="noopener" target="_blank">offiziell nur noch «ehemaliges Radiostudio»</a>.</p>
<p>Nur: In Bern produziert SRF weiterhin zahlreiche News-Sendungen, mit dem «Echo der Zeit» und dem «Rendez-vous» sogar zwei der Flaggschiffe des Schweizer Radios. Was heisst da also «ehemaliges Radiostudio»?</p>
<p>Wer weiss: Wenn auch noch die letzten Berner Radioleute nach Zürich verschoben sind und «Swissinfo» irgendwann mal weiterzieht, blüht dem «ehemaligen Radiostudio» vielleicht eine fancy Zukunft als Wohnliegenschaft, wie es <a href="https://www.wohnenradiobasel.ch/" rel="noopener" target="_blank">auf dem Basler Bruderholz</a> mit dem ehemaligen Radiostudio schon geschehen ist.</p>
<h3>The Ugly – Falsche Ausgewogenheit</h3>
<p>Ihr Name dürfte derjenige sein, der einem auf Social Media dieser Tage am häufigsten begegnet: Mahsa Amini. Ihre Tötung durch die iranische Sittenpolizei führte zu Protesten im ganzen Land. Die 22-Jährige starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie festgenommen worden war, weil sie ihr Kopftuch nicht nach Vorschrift trug.</p>
<p>SRF News fasste den Fall zusammen und <a href="https://archive.ph/ym98Q" rel="noopener" target="_blank">schrieb</a>: «Die Familie behauptet, die junge Frau sei durch Schläge der Polizei gestorben. Laut Polizei hat die 22-Jährige einen Herzinfarkt erlitten.» Nun könnte man sagen: Journalistische Ausgewogenheit ist wichtig. Beide Seiten zu beleuchten gehört zu den Kernaufgaben unseres Jobs. Aber: Die Polizei im Iran funktioniert anders als die Polizei in der Schweiz. Im Auftrag des Staates setzt sie die Scharia-Vorschriften bezüglich religiösen Verhaltens durch. Unter der Scharia haben Frauen so gut wie keine Rechte. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Frau öffentlich von der Sittenpolizei geschlagen wird, wie unzählige Videoaufnahmen zeigen. Diese Polizei als relevante «Gegenstimme» für ausgewogene Berichterstattung zu zitieren, ist gelinde gesagt etwas naiv. In den Tagen darauf folgte bei SRF eine substanziellere Hintergrundberichterstattung. Aber es ist halt immer auch der erste Eindruck, der zählt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">Fairmedia, Radiostudios, SRF News</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Medienqualität, EqualVoice, Tschugger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/17/medienqualitaet-equalvoice-tschugger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Sep 2022 06:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[MQR]]></category>
		<category><![CDATA[Sky]]></category>
		<category><![CDATA[Tschugger]]></category>
		<category><![CDATA[Equal Voice]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Tut gut: Qualitätssteigerung der Schweizer Medien Good News aus der Forschung: «Die Schweizer Medien haben an Qualität gewonnen», sagte fög-Forschungsleiter Daniel Vogler anlässlich der Präsentation des Medienqualitätsratings 2022. Mit guten Nachrichten ging es weiter: Die meisten Nachrichtensendungen in Radio und Fernsehen konnten ihre Qualität steigern. Die meisten Tageszeitungen und Online-Medien haben sich <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/17/medienqualitaet-equalvoice-tschugger/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-99516" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220917b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Tut gut: Qualitätssteigerung der Schweizer Medien</h3>
<p>Good News aus der Forschung: «Die Schweizer Medien haben an Qualität gewonnen», sagte fög-Forschungsleiter Daniel Vogler <a href="https://vimeo.com/748549777" target="_blank" rel="noopener">anlässlich der Präsentation</a> des <a href="https://www.mqr-schweiz.ch/de/startseite.html" target="_blank" rel="noopener">Medienqualitätsratings 2022</a>. Mit guten Nachrichten ging es weiter: Die meisten Nachrichtensendungen in Radio und Fernsehen konnten ihre Qualität steigern. Die meisten Tageszeitungen und Online-Medien haben sich in drei von vier Qualitätsdimensionen verbessert. Alle Sonntagszeitungen und Magazine erzielten einen höheren Qualitäts-Gesamtscore als beim Rating 2020. Und alle Boulevard- und Pendlerzeitungen konnten ihre Berichterstattungsqualität in den vergangenen beiden Jahren steigern.</p>
<p>Grund zur Freude also. Natürlich kann man sich trotzdem Fragen stellen. Wird die Medienqualität jetzt wieder schlechter, weil die Fortschritte bei den Merkmalen «Relevanz» und «Einordnungsleistung» vor allem mit der Corona-Berichterstattung zu tun hatten? Könnte die Wissenschaft auch den Qualitätsverlust durch die Medienkonzentration ausweisen? Reicht es für eine qualifizierte Aussage aus, wenn bei der Publikumsbefragung auch diejenigen die Qualität eines Mediums bewerten, die es nur «ab und zu» nutzen? Müsste die Themenvielfalt nicht auch auf regionaler anstatt nur auf nationaler Ebene betrachtet werden? Und warum war an der MQR-Medienkonferenz niemand von der NZZ da, um den ersten Preis in der Kategorie «Tages- und Onlinezeitungen» abzuholen?</p>
<p>Was solls. Geniessen wir – zusammen mit der NZZ, den anderen Kategoriengewinnern WOZ, «Watson» und «Echo der Zeit» – für einmal die guten Nachrichten über Medien und Journalismus. Die nächsten Bad News kommen bestimmt.<br />
</p>
<h3>The Bad – Tut not: Ringiers EqualVoice ohne Sponsoring</h3>
<p>Gleichstellung ist wichtig. Und die <a href="https://www.equalvoice.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">EqualVoice-Initiative von Ringier</a> ist sicherlich eine gute Sache. Damit sollen Frauen in den Medien sichtbarer werden und häufiger in Texten vorkommen.</p>
<p>Man kann bei einem solche Anliegen aber auch stolpern. Oder sich verfahren. <a href="https://archive.ph/JnZSi" target="_blank" rel="noopener">Auf «blick.ch»</a>, «handelszeitung.ch» und in der «Handelszeitung» erschien kürzlich ein Artikel über die Architektin Tilla Theus. Er berichtete über Theus Arbeit und Erfolge, über Gleichstellung in der Architektur und passte gut zu EqualVoice. In einem Kasten wurde denn auch auf die Initiative verwiesen.</p>
<p>Bloss: Der Artikel war Sponsored Content für Land Rover, verfasst vom <a href="https://www.ringier-advertising.ch/brand-studio/" target="_blank" rel="noopener">Ringier Brand Studio</a>. Im Video zum «Blick»-Artikel sass Theus in einem Auto des Sponsors, ein Bild in der «Handelszeitung» zeigt den «neuen Range Rover» vor einem von Theus entworfenen Gebäude.</p>
<p>Ringier hat alle Gebote zum Sponsored Content eingehalten, hat alles klar ausgewiesen. Da gibt es nichts zu bemängeln. Ausser, dass die Kombination von «Wir setzen uns für Gleichstellung ein» und «Wir lassen uns dafür von einem Autohersteller bezahlen» einen Beigeschmack hat.</p>
<p>Ist es nicht heikel, sich bei EqualVoice-Aktivitäten sponsern zu lassen? «Nein», antwortet Daniel Riedel, Mediensprecher der «Blick»-Gruppe: «Denn wir stellen fest, dass sich immer mehr Kunden in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männer positionieren wollen und sich auch gezielt dafür einsetzen möchten.» Und: «Wir wählen unsere Partner nach diversen Gesichtspunkten sorgfältig aus und achten bei der Auswahl darauf, dass sie mit den Grundsätzen der EqualVoice-Initiative einhergehen.»</p>
<p>Der Beigeschmack bleibt trotzdem.</p>
<h3>The Ugly – Tut weh: länger warten auf «Tschugger 2»</h3>
<p>Er ist wieder da! Es gibt neue Geschichten über Bax, den coolsten Polizisten im Wallis – er hat immerhin einst Bernard Rappaz verhaftet! –, über «Smetterling», Pirmin, Valmira und die ganze Truppe. Seit Donnerstag läuft endlich die zweite Staffel «Tschugger» … <a href="https://show.sky.ch/de/serien/102507/tschugger" target="_blank" rel="noopener">auf dem Bezahlsender Sky Show</a>. Bei Fernsehen SRF hingegen wird <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/tschugger-2?id=268db462-bbbc-4f00-98f7-4dd60fa8e761" target="_blank" rel="noopener">«Tschugger 2» erst ab dem 18. Dezember</a> zu sehen sein, drei Monate nach der Première.</p>
<p>Warum? Es hat mit der Finanzierung zu tun: Die beiden Staffeln wurden laut Baptiste Planche, Leiter Fiktion bei SRF, mehrheitlich durch SRF finanziert, dazu kamen, Förderbeiträge, Eigenmittel der Produktionsfirma sowie eine Beteiligung von Sky: «Der Finanzierungsanteil von Sky bei Staffel zwei ist markant höher, als er bei Staffel eins war, was die dreimonatige Vorabexklusivität für Sky begründet», antwortet Baptiste Planche auf die entsprechende Frage der MEDIENWOCHE. Laut Planche kostete die Produktion der ersten Staffel rund 3 Millionen Franken, die der zweiten rund 3.4 Millionen. Wie der «markant höhere» Anteil von Sky aussah, wird nicht bekanntgegeben.</p>
<p>Die Wartezeit auf «Tschugger 2» überbrücken, indem man auf SRF nochmals «Tschugger 1» schaut, geht leider auch nicht. «Tschugger 1» ist weder bei Play SRF noch bei Play Suisse zu finden. «Beide Staffeln sind während der Vorabexklusivität exklusiv bei Sky zu sehen», heisst es bei SRF. Für Serafe-Gebühren-Zahler*innen bedeutet das bis Dezember: gar kein «Tschugger».</p>
<p>SRF hat für «Tschugger» erstmals mit einem kommerziellen Streamingdienst zusammengearbeitet. Für die nächsten Zusammenarbeits-Verhandlungen wünschen wir mehr Glück.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/17/medienqualitaet-equalvoice-tschugger/">Medienqualität, EqualVoice, Tschugger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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