AUF DEM RADAR

Täglich lesen, was die Medien bewegt.
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Von Montag bis Freitag vier aktuelle Lektüretipps aus schweizerischen und internationalen Publikationen zum Medienwandel. Ausgewählt und kommentiert von Nick Lüthiredaktion@medienwoche.ch Jetzt auch als Newsletter abonnieren.

Experiment: Neun Tage ohne BBC bekehrte die grössten Kritiker

Vermutlich verhält es sich auch in der Schweiz so, dass ganz viele Menschen, die das Gefühl haben, die Angebote der SRG gar nie zu nutzen und darum auch nicht dafür zahlen wollen, erst merkten, wie oft sie eigentlich Schweizer Radio und TV nutzen, wenn man es ihnen wegnähme. Genau das hat die britische BBC vor zwei Jahren mit 70 Haushalten im ganzen Land gemacht. Und siehe da: Nach neun Tagen ohne BBC bekannte ein Grossteil der Zwangsabstinenten, wie wichtig ihnen die öffentlich-rechtlichen Programme eigentlich sind. Und vor allem: Dass die Privaten keine gleichwertige Alternative bieten.

Google und Facebook spielen Good Cop und Bad Cop mit den Medien

Während Facebook in den letzten Tagen den Zorn vieler Medien auf sich gezogen hatte mit seiner Ankündigung, Medieninhalte aus dem Newsfeed zu verbannen, macht derweil Google einen auf gut Freund. Am Deutschen Medienkongress sagte Philipp Justus, Chef von Google Deutschland: «Wir sind nicht der Feind, wir sind der Freund der Medien.» Aus der Perspektive des Giganten mag dies zutreffen. Ein realistischeres Bild aus der Sicht der Medien, ist ein Sowohl-als-auch: Google ist Freund und Feind in einem, oder neudeutsch: ein Frenemy. Wobei mit Blick auf die Entwicklung der Werbeeinnahmen dann doch eher das Feindbild dominieren dürfte.

Er brachte vor zwanzig Jahren die Affäre Lewinsky ins Rollen

Als sich das Nachrichtenmagazin «Newsweek» im Januar 1998 entschieden hatte, nicht über das sexuelle Verhältnis zu berichten, das der damalige US-Präsident Bill Clinton mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky pflegte, schlug die Stunde von Matt Drudge, ein damals 31-jähriger Blogger. Auf seiner Website «Drudge Report» berichtet er am 17. Januar 1998 – **World Exclusive** – über den präsidialen Fehltritt. Die Seite, auf der Drudge anfänglich Klatsch und Tratsch aus Showbiz und Politik verbreitet hatte, entwickelte sich später unter dem Mentoring von Andrew Breitbart zu einer konservativen Plattform. Heute ist sie klar pro Trump. Der «Drudge Report» zählt gemäss Alexa-Statistik zu den reichweitenstärksten Webseiten im Netz.

China auf dem Weg zur KI-Weltmacht

Avancierte Medientechnologie kommt in China nicht nur zum Einsatz, wenn es darum geht, missliebige Meinungen zu unterdrücken. Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz und deren Einsatz im redaktionellen Umfeld, steht China weit vorn. Eine führende Rolle spielt dabei die staatliche Agentur Xinhua. Mit der sogenannten «Media Brain»-Plattform will sie den gesamten Nachrichtenzyklus revolutionieren. Eine kleine Kostprobe, was chinesischer «Roboterjournalismus» bereits zu leisten imstande ist, zeigt das Programm Dreamwriter. Das Ergebnis lässt sich sehen – sogar nach einer Google-Übersetzung ins Englische. Die Medien sind nur einer von zahlreichen Anwendungsbereichen für Künstliche Intelligenz. Bis 2030 will China weltweit führend sein auf diesem Gebiet.

Weitere Beiträge dieser Woche

«Unser Streik war ein Luxusstreik von Privilegierten»

«Republik»-Redaktor Dennis Bühler dokumentiert ein Stück Schweizer Mediengeschichte: Den Streik bei der Migros-Zeitung «Die Tat». Vor vierzig Jahren, im Herbst 1978, tritt die 60-köpfige Redaktion praktisch geschlossen in den Ausstand. Sie protestiert damit gegen die Entlassung von Chefredaktor Roger Schawinski. Als Reaktion auf den Streik entscheidet Migros-Chef Pierre Arnold die Tageszeitung einzustellen. Bühler spricht mit mehreren Protagonistinnen und Protagonisten von damals. Einer der Streikführer war der heutige Weltwoche-Kolumnist und Medienjournalist Kurt W. Zimmermann. Mit Blick auf den Streik der SDA-Belegschaft vom letzten Frühjahr sagt er:
«Wir wussten: Wenn wir heute streiken und morgen entlassen werden, finden wir übermorgen wieder einen Job. Unser Streik war ein Luxusstreik von Privilegierten, jener der SDA-Belegschaft war ein Notstreik von Unterprivilegierten.»

Jessica Gmür erklärt die SRG-Standortpolitik

Sie sind zurück, und wie: Die beiden Westschweizer Satiriker und Parodisten Vincent Veillon und Vincent Kucholl kommentieren das Zeitgeschehen in alter neuer Frische im wöchentlichen Radioformat «120 Secondes», das sie nach einer kreativen Schaffenspause mit mehreren Bühnenprogrammen, wiederbelebt haben. Ob Armee, Politik oder Medien – alle kriegen sie ihr fett weg. Und jetzt sogar der eigene Arbeitgeber. In der jüngsten Folge von «120 Secondes» nimmt eine Jessica Gmür, mit verstellter Stimme gespielt von Vincent Kucholl, die als Projektverantwortliche Rationalisierung Infrastruktur und Gebäude bei der Generaldirektion der SRG vorgestellt wird, zum Entscheid der SRG Stellung, das Radiostudio Bern nach Zürich zu verlegen. Gmür begründet das so: «Das Rationalisierungsprojekt Gebäude und Infrastruktur besteht darin, die Infrastruktur und die Gebäude zu rationalisieren, um sie rationeller zu machen.»

«Die letzte Königin der Verlagswelt»

Mit Inge Feltrinelli ist eine der prägenden Figuren der italienischen Literaturlandschaft im Alter von 87 Jahren verstorben. Die FAZ nennt sie in ihrem Nachruf «die letzte Königin der Verlagswelt». Die gebürtige Deutsche arbeitete in den 1950er-Jahren erfolgreich als Fotoreporterin mit Einsätzen rund um den Erdball. So porträtierte sie unter anderem Politiker von Fidel Castro bis John F. Kennedy, aber auch Geistesgrössen und Künstler wie Simone de Beauvoir oder Marc Chagall. 1958 lernte sie den italienischen Verleger Giangiacomo Feltrinelli kennen, der mit einem Millionenerbe einen Verlag aufgebaut hatte. Nach dem Tod ihres politisch radikalisierten Ehemanns 1972 bei einem mutmasslichen Anschlagsversuch auf einen Hochspannungsmast nahe Mailand, übernahm Inge Feltrinelli die Geschicke des Verlags. Sie leitete das Unternehmen bis 1998. Danach übergab sie das Geschäft ihrem Sohn, blieb aber bis zu ihrem Tod Präsidentin des renommierten Verlagshauses.

Parallelporträts aus Nord- und Süd-Korea

Eindrückliche Bildergeschichte des AFP-Fotografen Ed Jones im «Guardian»: Er zeigt Menschen in Nord- und Süd-Korea in identischen Situation. Die beiden Motive sind jeweils übereinandergelegt und können dank einem Slider gleichzeitig angeschaut werden. «Man kann die Bilder nebeneinander stellen, aber die Leute können im wirklichen Leben nicht Seite an Seite stehen, und das hat etwas Faszinierendes an sich», kommentiert Jones seine Arbeit.

So kam es zum SRG-Studioentscheid – das Dossier zum Thema

Jetzt ist klar, wohin die Reise geht: Bis in drei Jahren soll ein Grossteil der Informationssendungen, die Radio SRF heute im Studio Bern produziert, nach Zürich zum Fernsehen SRF verlegt werden. Der Entscheid war höchst umstritten und sorgte im vergangenen halben Jahr für intensive Debatten, in die sich auch die MEDIENWOCHE eingemischt hat. In unserem Dossier dokumentieren wir den Prozess seit April bis heute.

«Ich habe meinen Job als Reporter gemacht. Punkt.»

Er hat kürzlich eine schon jetzt vielbeachtete und kontrovers diskutierte Biografie von SVP-Nationalrat und Weltwoche-Verleger Roger Köppel veröffentlicht. Im Gespräch mit Ex-Weltwoche-Autor Markus Schär, der für die Köppel-Biografie dem Autor ausführlich Red und Antwort stand, gibt Daniel Ryser Einblicke in seine Arbeitsweise als Reporter und Buchautor. Nur am Rande gestreift wird dabei die interessante Frage, ob es richtig sei, einer umstrittenen Figur wie Köppel eine so grosse Plattform zu bieten. Ryser sagt dazu nur: «Ich habe meinen Job als Reporter gemacht. Punkt.»

Amazon mit Ambitionen auf dem Werbemarkt

Wirklich überraschen kann den Schritt niemanden: Amazon setzt verstärkt auf den Verkauf von Werbeplätzen auf seiner Handelsplattform. So können etwa, ähnlich wie bei Suchmaschinen, Top-Platzierungen für Produkte in der Trefferliste gekauft oder Werbeanzeigen geschaltet werden. Das bringt gutes Geld. Allein im ersten Halbjahr 2018 setzte Amazon mit Werbung mehr als vier Milliarden US-Dollar um. Das macht bereits vier Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Unternehmen rechnet mit einem weiteren Anstieg in den kommenden Jahren. Auswirkungen hat das auch auf den Werbemarkt, wie NZZ-Korrespondentin Christiane Hanna Henkel aus New York berichtet: «Galten Google und Facebook lange als unangefochtene Marktführer im Online-Werbemarkt, so sieht es nun so aus, als ob Amazon das Duopol empfindlich stören könnte.»

«Beförderung auf Knopfdruck»

Es ist zum Markenzeichen des Autoverleihers Sixt geworden, aktuelle politische Vorgänge zeitnah in seine Werbekampagnen einzubauen. Das macht das deutsche Unternehmen auch jetzt wieder, nach der Wegbeförderung von Verfassungsschutzchef Massen ins Innenministerium. Als unfreiwillige (und wohl ungefragte) Werbefigur empfiehlt Massen die Dienste der Autovermietung mit dem Slogan: «Auch bei Sixt: Beförderung auf Knopfdruck».

Darf man einen geständigen Beschuldigten «Täter» nennen?

Im Zusammenhang mit dem Vierfachmord von Rupperswil bezeichneten die Ermittlungsbehörden den Beschuldigten immer wieder als «Täter», obwohl noch kein rechtskräftiges Urteil gegen ihn vorlag. Zwar war der Mann geständig, aber entbindet das Polizei und Staatsanwaltschaft der Unschuldsvermutung? In einem Aufsatz für das rechtswissenschaftliche Magazin «Sui Generis» sehen der Zürcher Strafrechtsprofessor Marc Thommen und sein Assistent Martin Seelmann das Kommunikationsverhalten der Behörden in diesem Punkt kritisch. Die Juristen nennen Gründe dafür, warum auch ein Geständiger bis zur Verurteilung als unschuldig zu gelten habe. Mit dem Geständnis sei der Schuldnachweis ja noch nicht abgeschlos­sen, so Thommen und Seelmann. Wichtig auch: Ein Geständnis kann jederzeit widerrufen werden. Im gleichen Aufsatz untersuchen die Strafrechtler weiter die Frage, inwiefern die Behörden eine Amtsgeheimnisverletzung begehen, wenn sie Details aus der Untersuchung preisgeben, wie das beim Mordfall Rupperswil auch vorkam.

Ein Ausreisser aus der geschlossenen Front gegen den Studioumzug

Im Streit um die Zukunft des Radiostudios Bern schienen die Fronten bisher einigermassen klar und eindeutig zu verlaufen. Hier das Management von SRG und SRF, das einen Umzug von Bern nach Zürich als alternativlos darstellt. Auf der anderen Seite Belegschaft und Trägerschaft des Berner Studios, die im Verbund mit Politik und Behörden ebenso hartnäckig dagegen halten. Kurz vor dem Entscheid des Verwaltungsrats in der heiss diskutierten Standortfrage, meldet sich Beat Hayoz, Vizepräsident der Berner SRG-Trägerschaft, mit einem offenen Brief zu Wort. Die «Basler Zeitung» veröffentlicht eine bearbeitete und gekürzte Version davon als Gastbeitrag. Mit teils überzogen martialischer Wortwahl («stalinistische Methoden») kritisiert Hayoz die Diskussionskultur seiner Gremien bei der Standortdiskussion. Argumente, die für einen Umzug sprächen, seien ignoriert und abgeblockt worden. Dass Hayoz allein auf weiter Flur steht, überrascht nicht weiter und rührt nicht zuletuzt von seiner Vision her, die SRG auf je einen Radiostandort pro Sprachregion zu konzentrieren. Den Anspruch des Tessins auf ein eigenes Radiostudio stellt Hayoz gar zur Disposition. Die aktuelle föderalistische Struktur der SRG hält er für nicht mehr zeitgemäss. Einen Einfluss auf den Entscheid des Verwaltungsrats in Sachen Studio Bern, der heute gefällt werden soll, dürfte der Brief nicht mehr haben. Aber die Berner Trägerschaft sieht sich gefordert, adäquat auf die heftige Wortmeldung zu reagieren.

Facebook und die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols

Eine auf den ersten Blick plausibel erscheinende und in letzter Zeit vermehrt vernommene Forderung geht dahin, dass Facebook das Grundrecht auf Meinungsfreiheit genau gleich gewährleisten solle, wie das für den Staat auch gilt. Für Malte Engeler, Datenschutzspezialist und Richter in Schleswig-Holstein, eine abwegige Vorstellung. «Um die Macht der Digitalkonzerne zu regulieren, ist eine solche verfassungsrechtliche Verrenkung nicht nur unnötig, sie wäre sogar ein wahrer Bärendienst an unserem modernen Demokratieverständnis», hält Engeler in einem Gastbeitrag auf netzpolitik.org fest. Denn: «Nur Gesetzgeber, Verwaltung und Justiz sollen Staatsgewalt ausüben und sind im Gegenzug der Achtung der Grundrechte verpflichtet. Private im Umkehrschluss ebenfalls den Grundrechten zu verpflichten, ist also nicht möglich, ohne Facebook gleichzeitig als der Staatsgewalt ebenbürtig anzuerkennen. Eine unmittelbare Grundrechtsbindung von Facebook & Co ist daher im Grunde nur eines: Die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols gegenüber den Digitalkonzernen.»

Er diagnostizierte den «rasenden Stillstand»

Der französische Philosoph und Zeitdiagnostiker Paul Virilio prägte den Begriff des «rasenden Stillstands». Er meinte damit den Zustand einer Gesellschaft, die Zeit und Raum technologisch beherrscht, aber damit gleichzeitig sich selbst auszulöschen droht. Neben der Philiosophie galt die zweite grosse Leidenschaft Virilios der Architektur, wo er es als Autodidakt zu erstaunlichen Meriten brachte. Am 10. September ist Virilio im Alter von 86 Jahren gestorben. In einem Nachruf im Berliner «Tagesspiegel» schreibt Gregor Dotzauer, dass die von Virilio begründete Denkrichtung der Dromologie, eine «wilde, in viele Disziplinen ausgreifende Theorie, die er zusammenbastelte –, anregender war als so manche akademische Abhandlung.»

Reif für die Champions League

Heute Abend geht es wieder los mit einer weiteren Saison der europäischen Fussball Champions League. Für Genuss und Verdruss vor dem Fernseher sorgen nicht nur die Mannschaften auf dem Spielfeld, sondern auch die TV-Kommentatorinnen und -Kommentatoren auf der Pressetribüne. Einer der eloquentesten und erfahrensten dieser Zunft ist der deutsche Sportjournalist Marcel Reif. Im Interview mit der «Basler Zeitung» erklärt Reif, wie er ein Spiel kommentiert, was die Zuschauer nicht mögen und warum er einen WM-Final anders kommentiert als ein durchschnittliches Bundesliga-Spiel. Im Kern brauche es «nur diese zwei Dinge», um kompetent zu kommentieren: «Fachkenntnis und Sprache, mehr nicht.»

Aus der Zeit gefallen und erfolgreich

Mit Respekt und Bewunderung berichtet der Deutschlandfunk über die älteste Radiosendung im deutschsprachigen Raum: Das «Echo der Zeit» von Schweizer Radio SRF. «Die Sendung mag für junge Ohren ein bisschen wie aus der Zeit gefallen klingen», findet Martin Mair. «Keine Musik, praktisch keine Elemente moderner Format-Radios.» Und trotzdem – oder gerade deshalb – ist die Sendung so erfolgreich und geschätzt beim Deutschschweizer Publikum. Eine Zuhörerschaft von täglich 700’000 Person kann sich sehen lassen und auch im Qualitätsurteil des Publikums schneidet das «Echo» immer sehr gut ab. Was nicht weiter erstaunt: «Exakte Recherche, gutes journalistisches Handwerk – die Macher des ‹Echos der Zeit› haben einen hohen Anspruch an ihre Sendung und sich selbst» – den sie offensichtlich seit jeher einzulösen imstande sind.

Geld für Games: Kulturförderung für Computerspiele?

Wenn am 23. September die Stimmberechtigten des Kantons Zürich über ein «Film- und Medienförderungsgesetz» abstimmen, geht es dabei auch um die Frage, ob die Entwicklung von Computerspielen staatlich mitfinanziert werden soll, so wie das bisher beim Film als selbstverständlich gilt. Die Game-Branche unterstützt die Fördervorlage mehrheitlich, wie eine Umfrage der NZZ zeigt. Gerade in der Startphase fehlten oft die erforderlichen Mittel, um überhaupt loslegen zu können mit der Entwicklung, heisst es etwa. Um die Branche weiterzubringen, reiche das aber nicht, meint Moritz Zumbühl, der mit seiner Firma schon mehrere Spiele zum Welterfolg brachte. «Es braucht die Privaten und ihr Risikokapital, damit wir richtig wachsen können», so Zumbühl.

Interner Protest gegen Googles China-Geschäft

Um in Chinas Markt wieder Fuss zu fassen, ist Google bereit, seine eigenen Prinzipien über Bord zu werfen. Bereits hat der US-Technologiekonzern einen Prototypen einer Suchmaschine entwickelt, der die Zensuranforderungen der chinesischen Behörden berücksichtigt. Aus Protest gegen dieses Vorgehen haben mehrere Google-Mitarbeiter gekündigt und nehmen zu ihren Beweggründen zum Teil auch öffentlich Stellung. So etwa Jack Poulsen, vormals leitender Wissenschaftler bei Google. Das neue China-Geschäft verstosse gegen unternehmenseigene Regeln, die unter anderem besagten, dass keine Technologien entworfen oder eingesetzt werden dürfe, «deren Zweck gegen die allgemein anerkannten Prinzipien des Völkerrechts und der Menschenrechte verstösst». Bereits zuvor hatten sich 1000 Mitarbeitende in einem Protestbrief an die Konzernleitung gewandt und ihre Bedenken gegen eine Engagement in China geäussert.