AUF DEM RADAR

Zu viel Schulz, das Wichtigste in Kürze, der Hörer ist Teil der Geschichte, alte neue Begriffe

Entblössungswillige Politiker

«Spiegel»-Reporter Markus Feldenkirchen heftete sich dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz mit dessen Einverständnis im Wahlkampf dicht an die Fersen. Es entstand eine Reportage mit intimen Einblicken ins Politikerleben. Nun kritisiert in der taz die Autorin Betina Gaus die Publikation dieses Artikels: «Es wäre schön gewesen, diese Reportage wäre nie erschienen.» Ein hartes Urteil. Gaus kritisiert dabei nicht den Journalisten, sondern den Politiker. Martin Schulz habe «die Grenze zwischen dem geschützten Raum, in dem man auf ein gewisses Mass an Diskretion vertrauen darf, und dem öffentlichen Raum aufgegeben.» Das sei ein «Kulturbruch».

Medienzukunft: ein kleines Survival-Kit

«Komplexe Analysen zur Medienkrise gibt es viele», schreibt Martin Oswald. Darum legt der Online-Chef des St. Galler Tagblatts eine kurze und knappe vor, die massgeblich aus vier Punkten besteht als Voraussetzung für das Überleben des Qualitätsjournalismus. Erstens: attraktive Inhalte, zweitens: eine kinderleichte Bezahllösung, drittens: Zahlungsbereitschaft des Publikums und viertens: Attraktivität für lokale Werbung.

Interaktives Format für intelligente Lautsprecher

Die britische BBC entwickelt für sogenannte intelligente Lautsprecher wie Amazon Alexa oder Google Home ein interaktives Audioformat, bei dem die Zuhörer den Verlauf der Story selbst beeinflussen können. Kayla Matthews vergleicht auf Venturebeat dieses Format mit den Büchern, wo man an unterschiedlichen Stellen weiterlesen kann, je nach Entscheidung zum Verlauf der Geschichte. Die digitale Variante will jedoch weiter gehen, indem der Hörer direkt angesprochen und so in die Story miteinbezogen wird. Die BBC-Story heisst «The Inspection Chamber» und soll «a comedy science-fiction audio drama» sein – mit dem Publikum als Teil der Geschichte.

Medienwandel: Neue Begriffe oder neue Bedeutung?

Obwohl sich die Bewegtbildwelt rasant verändert, sprechen wir weiterhin von «Video» und TV. Ashley Rodriguez fragt darum in Quartz, ob sich diese Begriffe halten oder durch neue ersetzt werden. Vorderhand sieht es ganz danach aus, als ob wir auch neue Formate mit der alten Terminologie beschreiben. Allerdings gibt es auch neuere Wortschöpfungen, wie etwa «Podcast» für Tonbeiträge, die sich aus dem Internet herunterladen lassen. Doch selbst dieser, gerade mal 13-jährige, Begriff hat sich von seiner ursprünglichen Bedeutung entfernt, sind es doch nicht mehr iPods mit denen man heute hauptsächlich «Podcasts» hört.

Weitere Beiträge

Mobile only, Netzneutralität, Philipp Sarasin, kreativer «Spiegel»

«Bald gilt nicht mehr Mobile first, sondern Mobile Only»

Der Medienmanager Jan Bayer, in der Geschäftsführung von Axel Springer für «Bild»- und «Welt»-Gruppe zuständig, hatte in diesem Jahr von sich Reden gemacht als er die Trennung von Digital- und Print-Geschäft anordnete. Im Gespräch mit dem Fachmagazin «Horizont» erklärt Bayer, wie stark sich das digitale Mediengeschäft in letzter Zeit gewandelt hat und welche Schritte er für einen Erfolg erforderlich hält. Was die digitale Werbung angeht, sieht er nur noch Mobile als relevante Plattform. Welche Formate auf Mobilgeräten funktionierten, darauf habe noch niemand eine «wirklich überzeugende Antwort» gefunden. Native Advertising spiele «sicherlich eine wichtige Rolle».

Von Mautgebühren und Überholspuren im Internet

Die US-Regulierungsbehörde FCC hat beschlossen, die sogenannte Netzneutralität abzuschaffen. Doch was heisst das genau? Markus Beckedahl, Netzaktivist und Gründer des bekannten Blogs Netzpolitik.org, erklärt im Interview mit NDR Kultur, was der Entscheid in den USA mit Europa zu tun hat und was Netzneutralität für den Nutzer bedeutet. Das zentrale Problem sei nun, dass «wenige Telekommunikationsunternehmen und Kabelnetzbetreiber zukünftig viel mehr Macht darüber haben werden, zu bestimmen, was wie durch ihre Netze geleitet wird.» Wer «Mautgebühren» zahlt, kann sich künftig «Überholspuren» leisten und seine Inhalte auf schnelleren Wegen durch das Internet schleusen lassen. Beckedahl betont auch, dass Netzneutralität durchaus geschützt werden könnte, nämlich indem man öffentliche Infrastruktur für Kommunikation nicht komplett privaten Betreibern überlässt, sondern als Gesellschaft die Regeln vorgibt. Das nicht zu tun, sei ein Fehler gewesen. Und darum sei damit zu rechnen, dass auch in Europa nach US-Vorbild die Netzneutralität geritzt werde.

Philipp Sarasin: Historiker, Blogger, Zielscheibe

Der Historiker Philipp Sarasin ist eines der aktuellen Lieblingsfeindbilder von Weltwoche und «Basler Zeitung». Im Gespräch mit der Tageswoche erklärt Sarasin, dass er selbst nicht recht verstehe, wieso er und das von ihm mitbetriebene Blog «Geschichte der Gegenwart» von den rechten Medien so hart angegangen werden. Auf den zweiten Blick zeigt sich allerdings, dass der Angriff den Geisteswissenschaften gelte, die schon immer der Linkslastigkeit bezichtigt wurden. Es sei aber absurd, ihn und seinen Kollegen Jakob Tanner – ein anderes Feindbild der Rechten – als «Marxisten» zu bezeichnen. «Das funktioniert nur, wenn man keine Zeile von uns liest.»

Grenzwertig: Wie der «Spiegel» sein G-20-Story aufpeppte

Die Szene wirkt authentisch, als Leser ist man nah dran an der Figur – doch die beschriebenen Vorgänge haben sich nie so abgespielt: Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» steht erneut in der Kritik, der Wahrheit etwas nachgeholfen zu haben. Im Rahmen der Berichterstattung über den G-20-Gipfel diesen Sommer in Hamburg erfand der «Spiegel» eine Sequenz mit der ehemaligen italienischen Senatorin Haidi Giuliani. Die Chefredaktion des «Spiegel» kommuniziert in der Angelegenheit sehr zurückhaltend. Ein Sprecher des «Spiegel» nannte die Vorgänge schliesslich «bedauerlich», es handele sich um ein «Missverständnis». In einem weiteren Fall, der auch die G-20-Berichterstattung betrifft, soll «Der Spiegel» einem Interview-Partner nach erfolgter Autorisierung des Gesprächs eine Aussage in den Mund gelegt haben, die er nach eigenen Angaben nie gemacht hatte. Oliver Ness hat die Fälle für das Magazin «Menschen Machen Medien» dokumentiert.

Komplizierte Konzessionen, Adblocker-Chef im Interview, Facebook dreht Geldhahn zu, Niederlage für Breitbart

«No Billag»: teure und komplizierte Radiozukunft

Neben dem Kernanliegen, der Abschaffung der Empfangsgebühren und dem Verbot jeglicher öffentlicher Medienfinanzierung durch den Bund, beinhaltet die «No Billag»-Initiative eine ganze Reihe weiterer, ziemlich unausgegorener Forderungen. Eine davon ist jene nach der Versteigerung von Radio- und Fernsehkonzessionen. Philipp Burkhardt, Leiter der Bundeshausredaktion von Radio SRF, hat nun einmal durchgerechnet, was es für die schweizerische Radiolandschaft bedeuten würde, wenn künftig ein Auktionsverfahren darüber entscheiden würde, welche Programme auf Sendung gehen können. So richtig weiss niemand, was da genau auf die Radioveranstalter zukommen würde, weder das Bundesamt für Kommunikation noch die Initianten. Klar scheint nur so viel zu sein: Es würde kompliziert und teuer.

Adblocker-Chef: «Die Publisher tun mir nicht leid.»

Er ist der Schreck der Verlage: Till Faida ist CEO der Firma Eyeo, deren bekanntestes Produkt Adblock Plus heisst und von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt geschätzt und genutzt wird – ganz zum Leidwesen digitaler Medienanbieter, die mit Werbung im Web Geld verdienen wollen. Leid tun die Faida nicht. Schliesslich sind Adblocker nur darum so populär, weil Online-Werbung so schlecht ist. Was es denn brauche, damit Nutzer Online-Werbung akzeptierten, wollt das Magazin t3n wissen. Faida: «Werbung darf nicht zu viel Platz einnehmen, muss klar als solche gekennzeichnet sein, darf den Lesefluss nicht unterbrechen und Animationen und andere Rich-Media-Experiences können nur abgespielt werden, wenn der Nutzer sich entscheidet, mit der Werbung zu interagieren.» Als Nächstes will Faida eine Alternative zu Paywalls anbieten auf der Basis des aufgekauften Dienstes Flattr. Ein User soll selbst einen Betrag festlegen, den er für Content im Web ausgeben will. Das Geld wird danach automatisch an jene Seiten verteilt, mit denen man am intensivsten und nachhaltigsten agiert. Es sei dies «das erste Finanzierungsinstrument für das Web, das wirklich Qualitätsjournalismus belohnt.» Klingt schon mal gut. Ob es aber die Beträge einspielt, die es braucht, um Qualitätsjournalismus zu finanzieren, steht auf einem anderen Blatt.

Facebook als wankelmütiger Geldonkel

Der Vorgang zeigt exemplarisch, was es für Medien heisst, sich auf vermeintlich lukrative Deals mit Facebook einzulassen. Wenn das Unternehmen seine Strategie ändert, dann fliesst auch kein Geld mehr. So geschieht das nun zahlreichen Verlagen, die sich bisher ihr Video-Engagement auf Facebook haben versilbern lassen. Damit ist nun frühzeitig Schluss, die Partnerschaft wird nicht verlängert. Stattdessen wolle Facebook «Video-Inhalte nun offenbar ausschließlich über das Anzeigenbeteiligungsmodell vergüten», schreibt Nils Jacobsen auf Meedia.

Alabama-Wahl: auch eine Niederlage von Bannon und Breitbart

Zu den ergebensten Unterstützern von Roy Moore, der für die Republikaner den US-Staat Alabama im Senat vertreten wollte, zählten Stephen Bannon und sein Nachrichten- und Propagandaportal Breitbart.com. Moores Niederlage und die Wahl des Demokraten Doug Jones ist gerade auch für Bannon eine bittere Lektion, umso mehr als dass er Moore gegen jede Kritik, und insbesondere gegen die Anschuldigung der sexuellen Übergriffe, verteidigte und mit Breitbart zum Gegenangriff überging. Die «Washington Post» hält das Potenzial von Breitbart als Kampagneinstrument für inzwischen begrenzt und zitiert dazu den Journalismusprofessor Frank Durham von der Universitiät Iowa: «Bannon’s Selbstinszenierung war nicht überzeugend für Leute, die nicht schon in seinem Lager sind.»

Gezeichneter Skandal, KCRW aus Berlin, die Jugend verlässt Facebook, automatisch Geld verlochen

Graphic Novel zum grössten Korruptionsprozess Österreichs

Natürlich könnte man noch einmal alles aufschreiben, auf frühere Artikel verlinken, ein Dossier bereitstellen oder wie auch immer in Textform das Geschehene zusammenfassen. Der «Falter» aus Wien entschied sich für einen anderen Weg. Zum Start des Korruptionsprozesses gegen den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser (Ex-FPÖ) realisierte die Wochenzeitung eine animierte Graphic Novel. In zehn Minuten und vier Kapiteln wird die sogenannte Buwog-Affäre kompakt und verständlich rekapituliert. Georg Eckelsberger, der das Drehbuch geschrieben hat, wollte damit «einen komplizierten Sachverhalt ansprechend und spannend für das Publikum aufbereiten». Was ihm gelungen ist.

«Das beste Radio der Welt» muss seinen neuen Platz noch finden

Der Sender KCRW aus Kalifornien wurde verschiedentlich als «das beste Radio der Welt» bezeichnet (unter anderem von Mona Vetsch in einer Reportage 2006 für «Das Magazin»). Natürlich konnte man Internet-sei-Dank das Programm des Public-Radio-Senders aus Santa Monica schon bisher in hiesigen Breitengraden geniessen. Doch nun machte KCRW auch physisch den Sprung über den Atlantik. Seit Oktober sendet ein Ableger aus Berlin über UKW und folgt damit auf NPR Berlin, der seine Lizenz zurückgegeben hat. Treibende Kraft hinter dem neuen Sender ist der ehemalige US-Botschafter John Kornblum. Nach zwei Monaten auf Sendung zieht der «Tagesspiegel» eine erste Bilanz: «Der Musikgeschmack des Radios ist Elektro» – wenig überraschend für Berlin. Im Wortbereich führt KCRW Sendungen seines Vorgängers NPR im Programm. Ein klares Profil wird aber noch vermisst: «Wohin das Radio will, welche Rolle es in Berlin einnehmen mag, das lässt sich noch nicht absehen. Möglich ist vieles», schreibt Alexander Görlach.

So digital und sozial kommuniziert die Schweizer Jugend

Whatsapp topp, Facebook flop: wenn Jugendliche in der Schweiz zum Smartphone greifen, was fast alle tun (98 Prozent der 15-24 Jährigen nutzen es täglich), dann kommunizieren sie am wahrscheinlichsten via Whatsapp (98 Prozent der 15-24 Jährigen nutzt die Plattform täglich). Facebook dagegegen verliert bei den Jungen an Popularität. Vor einem Jahr nutzten noch 70 Prozent der Jungen gelegentlich Facebook, ein Jahr später sind es nur noch 55 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem aktuellen Digimonitor, den die Interessengemeinschaft Elektronische Medien IGEM zusammen mit der AG für Werbemedienforschung WEMF jährlich durchführen. Facebook überholt haben bei den Jungen zudem Snapchat und Instagram. Einen überraschenden Aufschwung in allen Bevölkerungsgruppen erlebt Pinterest, wobei insbesondere Frauen der Bildersammlplattform zugetan sind.

Der grosse Werbebetrug

Die Automatisierung der Online-Werbung begünstig Betrug im grossen Stil. Eine Studie, die Google zusammen mit Werbedienstleistern und Medienunternehmen erstellt hat, zeigt nun das Ausmass. Untersucht wurden 26 Domains. Werbung, die eigentlich dort gebucht wurde, landete stattdessen auf Seiten von Betrügern, die dann dafür kassierten. «Hochgerechnet wanderten damit täglich 3,5 Millionen US-Dollar an Betrüger, die eigentlich an Verlage hätten ausbezahlt werden sollen. Dies entspricht einem jährlichen Schaden von 1,27 Milliarden US-Dollar», schreibt Torsten Kleinz auf Heise Online. Vielen Werbekunden fehle die Übersicht, an wen sie ihre Werbegelder zahlten. Betrügerische Plattformen sollen nun ausgebootet werden, indem Website-Betreiber maschinenlesbar deklarieren, mit welchen Werbemarktplätzen sie tatsächlich zusammenarbeiten.

Agentur in Gefahr, Journalismus 2018, er schuf die Pop-Bibel, Medien im Darknet

SDA-Redaktion befürchtet «Abkehr von journalistischen Grundsätzen»

So wie die Schweizerische Depeschenagentur SDA im journalistischen Tagesgeschäft im Schatten der grossen Medienmarken steht, so haben auch die angekündigten und absehbaren Umwälzungen bei der SDA bisher noch keine grösseren Wellen geworfen. Doch intern erwartet man von der Fusion mit der Bildagentur Keystone und der Austria Presse Agentur als Grossaktionärin wenig Gutes. Darum wendet sich die SDA-Redaktion mit einem offenen Brief an Geschäftsleitung und Verwaltungsrat. Das Personal bezieht unter anderem Stellung gegen eine befürchtete «Vermischung von PR mit journalistischer Arbeit», da bekannt wurde, dass das PR-Geschäft ausgebaut werden soll. Um die Stellung des Journalismus innerhalb der neuen Struktur zu unterstreichen, soll ein erfahrener Journalist oder eine erfahrene Journalistin in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen, was aktuell nicht mehr der Fall ist.

Das beschäftigt den Journalismus 2018

Wie es sich so gehört für die Medien, wenn sich ein Jahr dem Ende zuneigt, folgen im Dezember mit berechenbarer Sicherheit irgendwelche Prognosen für das bald anbrechende neue Jahr. Nicht anders macht dies das Niemanlab der Harvard-Universtiät für die kommenden Trends im Journalismus. Doch handelt es sich hierbei weniger um einen spekulativen Blick in die Zukunft als vielmehr um eine aktuelle Bestandesaufnahme laufender Trends, die sich zu verstärken abzeichnen. So rechnet etwa Bill Keller, der frühere New-York-Times-Chefredaktor, damit, dass 2018 in den USA mehr Nonprofit-Redaktionen gegründet als in Nordkorea Raketen zum Test abgefeuert werden. Neben positiven Entwicklungen fällt der Blick selbstverständlich auch auf besorgniserregende Trends. Nicholas Diakopoulos von der Northwestern University sieht eine grosse Herausforderung auf den Journalismus zukommen mit vollsynthetisch generierten Inhalten: «Unsere Aufmerksamkeit zu manipulieren war noch nie einfacher». Bis jetzt wurden 13 solcher Kurzprognosen publiziert, im Laufe des Monats folgen weitere.

Aufstieg und Niedergang der Pop-Bibel

Eine neue Biografie widmet sich dem Leben von «Rolling Stone»-Gründer Jann Werner. Kritiker sagen, es sei ein bösartiges Buch, das nur auf die negativen Aspekte des facettenreichen Lebens des Self-Made-Man fokussiere und danach trachte, ihn zu diskreditieren. Jean-Martin Büttner hält das Werk von Joe Hagan, das im kommenden März auch auf Deutsch erscheint, trotzdem für lesenswert. Zum einen weil es unterhaltsam ein Sittenbild einer Epoche zeichnet entlang der Vita dieses umtriebigen Magazinmachers und zum anderen eindrücklich aufzeigt, wie sich eine Gegenkultur im Kapitalismus auflöst.

Ein kleiner Schritt für die New York Times, ein grosser Schritt für das Darknet

Die meisten Medien interessieren sich für das sogennante Darknet vor allem im Zusammenhang mit Recherchen über Internet-Kriminalität. Dass das auf möglichst grosser Anonymität aufgebaute Datennetzwerk aber auch gute Dienste leistet für geschützte Online-Kommmunikation, geht dabei gerne vergessen. Gerade für den Kontakt mit schützenswerten Quellen bietet sich das Darknet an. So unterhalten verschiedene Redaktionen Postfächer für potenzielle Whistleblower. Einen Schritt weiter gegangen ist nun die New York Times. Die Zeitung macht seit Ende Oktober ihr gesamtes Online-Angebot auch über den Darknet-Browser Tor zugänglich. Zielgruppe für diese Form der Nutzung sind Leserinnen und Leser in Ländern, wo das Internet zensiert wird.