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	<title>20 Minuten | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«20 Minuten»-Chefin, NZZ-Aktivisten, SP-Bundesrätin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2022 10:19:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Erste Chefredaktorin für «20 Minuten» Per 1. Februar 2023 tauschen Gaudenz Looser und Desirée Pomper die Rollen: Looser amtet aktuell noch als Chefredaktor von «20 Minuten», Pomper ist seit Frühjahr 2021 seine Stellvertreterin. Die 38-Jährige arbeitet seit 13 Jahren bei der Gratiszeitung. 2009 begann sie als Inlandredaktorin. Danach war sie unter anderem <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-100718 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221112b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Erste Chefredaktorin für «20 Minuten»</h3>
<p>Per 1. Februar 2023 tauschen Gaudenz Looser und Desirée Pomper die Rollen: Looser amtet aktuell noch als Chefredaktor von «20 Minuten», Pomper ist seit Frühjahr 2021 seine Stellvertreterin.</p>
<p>Die 38-Jährige arbeitet seit 13 Jahren bei der Gratiszeitung. 2009 begann sie als Inlandredaktorin. Danach war sie unter anderem Leiterin der Ressorts Politik, Reporter und Gesellschaft. Zuletzt gründete sie das Ressort Video/Story, wo sie mehrere Videoformate entwickelte. Ende 2021 lancierte sie eine Social-Media-First-Strategie, <a href="https://www.persoenlich.com/medien/social-media-first-starkt-die-demokratie" target="_blank" rel="noopener">um die «Demokratie zu stärken»</a>.</p>
<p>Desirée Pomper hat wesentlich dazu beigetragen, dass «20 Minuten» vermehrt auch inhaltlich tiefergehende Formate veröffentlicht. So vermochte ihr Beitrag zur Rasta-Diskussion im vergangenen Sommer «20 Minuten» ein bisschen aus dem peinlichen Sumpf zu heben, wo man sich zuvor <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">selber hineinmanövriert hatte</a>. Die Journalistin arbeitet selbst auch immer wieder an aufwändigeren Geschichten. Besonders hervorgestochen ist zuletzt ihre <a href="https://www.20min.ch/video/so-leben-die-frauen-in-den-sklavenzimmern-von-herzog-de-meuron-423844430853" target="_blank" rel="noopener">Reportage aus Beirut</a> über Hausangestellte, die in den von Herzog &amp; de Meuron entworfenen Luxushäusern arbeiten.</p>
<p>Der Führungswechsel erfolgte auf Initiative von Gaudenz Looser, erzählt der scheidende Chefredaktor <a href="https://www.persoenlich.com/medien/das-resultat-einer-fordernden-personalpolitik" target="_blank" rel="noopener">im Interview mit persoenlich.com</a>. Die Zeit sei reif. Das kann man nur unterschreiben.<br />
</p>
<h3>The Bad – Aktivisten sind immer die anderen</h3>
<p>Im Klimajournalismus grassiere der Aktivismus, <a href="https://www.nzz.ch/meinung/klimawandel-journalisten-praktizieren-aktivismus-ld.1708965?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">kritisierte die NZZ</a> letzte Woche. In ihrem Kommentar beschreibt die Autorin ein Zusammentreffen eines «Spiegel»-Journalisten mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und wirft ihm vor, der Text erinnere eher an ein «Meet and Greet» mit seinem Idol. Kritische Fragen fehlten dem Interview gänzlich. So weit, so fair. Die Vermischung von Aktivismus und Journalismus ist ein Thema, das die Branche schon seit längerem beschäftigt und man kann diese Entwicklung durchaus kritisch sehen.</p>
<p>Doch am selben Tag, an dem der kritische Kommentar zum Klimajournalismus erschienen ist, veröffentlichte die NZZ einen regelrechten <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/woke-identitaetspolitik-die-denkfabrik-r21-blaest-zum-kulturkampf-ld.1710978?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">Lobgesang auf die neue Denkfabrik Republik 21</a>, eine «Ideenschmiede für neue, bürgerliche Politik» – bei dem NZZ-Chefredaktor Eric Gujer und NZZ-Berlin-Redaktorin Susanne Gaschke im Beirat sitzen. Das wird zwar in einem Halbsatz erwähnt (Gujer, Gaschke nicht). Das Beispiel zeigt aber trotzdem: Bei der Vermischung von Aktivismus und Journalismus misst man bei der NZZ offenbar mit unterschiedlichen Ellen.</p>
<h3>The Ugly – Geht das? Gehts noch!</h3>
<p>Man kann es als Zirkus bezeichnen, was die Medien rund um die Nachfolge der zurücktretenden Bundesrätin Simonetta Sommaruga veranstalten: In der Mitte eine Manege, in der einige ein Spektakel aufführen, andere rufen von der Seite ab und zu etwas hinein. Und manchmal wird auch jemand in die Manege gezerrt, der gar nichts mit alledem zu tun haben will. Die SP-Spitze möchte sicher eine Frau und gerne eine junge Mutter. Das gibt zu reden, denn selbstverständlich passt das erstens nicht allen und zweitens scheint es noch immer ein Aufreger zu sein, wenn die SP fordert, wofür sie seit jeher einsteht.</p>
<p><a href="https://www.tagesanzeiger.ch/eine-bundesraetin-mit-kleinen-kindern-geht-das-801569484452" target="_blank" rel="noopener">«Eine Bundesrätin mit kleinen Kindern, geht das?»</a>, titelte der Tages-Anzeiger. Der Artikel selber war zwar ausgewogen und zeigte aber auch, dass in Italien Frauen problemloser als in der Schweiz in wichtige politische Ämter kommen. Dass diese Frage 2022 tatsächlich noch immer ein Thema ist, oder vielmehr: zum Thema gemacht wird, langweilt eigentlich nur noch. Die Basler SP-Ständerätin Eva Herzog, die für Sommarugas Nachfolge kandidiert, <a href="https://www.blick.ch/politik/basleri-staenderaetin-tritt-vor-medien-nun-duerfte-auch-sp-herzog-ins-bundesratsrennen-einsteigen-id18039838.html" target="_blank" rel="noopener">brachte es auf den Punkt</a>: «Männer fragt man nie nach ihren Kindern und ihrem Alter».</p>
<p>Als Alain Berset 2011 für den Bundesrat kandidierte, war er 39 und hatte drei Kinder im schulpflichtigen Alter. Damals führten die Medien keine Grundsatzdebatte über die Verträglichkeit von Elternschaft und Regierungsamt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/12/20-minuten-chefin-nzz-aktivisten-sp-bundesraetin/">«20 Minuten»-Chefin, NZZ-Aktivisten, SP-Bundesrätin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Wie funktioniert nicht-verletzende Sprache?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/27/wie-funktioniert-nicht-verletzende-sprache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2022 22:52:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zora Schaad leitet das Social Responsibility Board beim Schweizer Medium 20 Minuten, mit 3 Millionen Leserinnen und Lesern pro Tag die reichweitenstärkste Newsplattform im Land. Mit ihr sprechen wir darüber, wie sie und ihr Board-Team die Redaktion dabei unterstützt, bei sensiblen Themen die richtigen Worte und Bilder zu finden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zora Schaad leitet das Social Responsibility Board beim Schweizer Medium 20 Minuten, mit 3 Millionen Leserinnen und Lesern pro Tag die reichweitenstärkste Newsplattform im Land. Mit ihr sprechen wir darüber, wie sie und ihr Board-Team die Redaktion dabei unterstützt, bei sensiblen Themen die richtigen Worte und Bilder zu finden. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/27/wie-funktioniert-nicht-verletzende-sprache/">Wie funktioniert nicht-verletzende Sprache?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Beobachter, Breitling, Bildverunstaltung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/22/beobachter-breitling-bildverunstaltung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Oct 2022 08:55:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Breitling]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Goldbach]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Love Football, not Fifa Schauen oder nicht schauen? Die Frage treibt derzeit Fussball-Fans um. Sollen sie ab dem 20. November die Spiele der Weltmeisterschaft in Katar boykottieren oder halt doch den Fernseher einschalten, wenn die Schweizer Nati spielt? Dass Fussball viel mehr ist als die zunehmend zweifelhaften Grossveranstaltungen von Fifa und Uefa, <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/22/beobachter-breitling-bildverunstaltung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b.jpg" alt="" width="1456" height="492" class="aligncenter size-full wp-image-100232" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b-1024x346.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221022b-768x260.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Love Football, not Fifa</h3>
<p>Schauen oder nicht schauen? Die Frage treibt derzeit Fussball-Fans um. Sollen sie ab dem 20. November die Spiele der Weltmeisterschaft in Katar boykottieren oder halt doch den Fernseher einschalten, wenn die Schweizer Nati spielt? Dass Fussball viel mehr ist als die zunehmend zweifelhaften Grossveranstaltungen von Fifa und Uefa, dokumentiert derzeit auf eindrückliche Weise der «Beobachter». Sein aktuelles Online-Dossier heisst nicht zufällig <a href="https://www.beobachter.ch/unser-fussball" rel="noopener" target="_blank">«Unser Fussball»</a>.</p>
<p>Da geht es um die Liebe zum runden Leder in all seinen Facetten, fernab von Spitzensport und Big Business. Ob die Reportage von der Bergdorf-Meisterschaft im Oberwallis, das Porträt eines Pioniers im Gehfussball (ja richtig, Fussball ohne zu rennen), oder das Interview mit Reporterlegende Beni Thurnheer («Bei Katar kommt keine Freude auf»): Die zahlreichen Texte bieten ein willkommenes Kontrastprogramm zur anstehenden WM.</p>
<p>Dass der «Beobachter» dies bietet, überrascht nur auf den ersten Blick. Seine Fussballkompetenz bewies das Magazin schon früher. Etwa mit einer multimedialen Langzeitreportage über den FC Emmenbrücke, für die es 2018 <a href="https://www.beobachter.ch/konsum/multimedia/eigener-sache-beobachter-team-gewinnt-swiss-press-award" rel="noopener" target="_blank">einen Swiss Press Award</a> gab.<br />
</p>
<h3>The Bad – Übergriffige Uhrenmarken</h3>
<p>Viel zu reden gab diese Woche ein «Interview» von «Blick»-Sportchefin Steffi Buchli mit dem norwegischen Fussballsuperstar Erling Haaland. Dass Buchli die Fragen schriftlich stellte, ja stellen musste, ginge ja noch. Das ist inzwischen gängige (aber deshalb nicht gute) Praxis. Man kann «Blick» und Buchli dafür schelten – wie das ausgiebig geschehen ist – dass sie sich auf den Interview-Deal eingelassen haben.</p>
<p>Man kann aber auch die Rolle und das Selbstverständnis der Luxus-Uhrenfirmen kritisieren: Sie behandeln ihre Markenbotschafter wie die teuren Zeitmesser, die sie auch nur rausrücken, wenn sie mit wohlwollender Berichterstattung rechnen können. Entsprechend selten sehen sich Breitling und Co. mit kritischem Journalismus konfrontiert. Trotz der grossen Tradition und der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Uhrenindustrie in der Schweiz dreht sich die Berichterstattung über die Branche grossteils um neue, teure Uhrenmodelle. Was die Hersteller wiederum mit grossflächigen und gut bezahlten Inseraten honorieren.</p>
<p>Einen einfachen Ausweg aus der Abhängigkeit gibt es nicht. Übergriffige Angebote dezidiert zurückzuweisen, wie das Promo-Interview mit Erling Haaland, wäre ein Anfang. Die <a href="https://twitter.com/razinger/status/1583025374962671616" rel="noopener" target="_blank">«Sonntagszeitung» hats getan</a>, «Blick» leider nicht.</p>
<h3>The Ugly – Hässlicher Werbeaufkleber</h3>
<p>Es wäre weiterhin nicht falsch, wenn sich in einem Medienunternehmen der Verlag möglichst von der Redaktion fernhält; früher trennte die beiden Bereiche sogar eine «chinesische Mauer». Da diese strikte Trennung längst erodiert ist, dürfte man immerhin erwarten, dass dafür das gegenseitige Verständnis zugenommen hat; dass sich also auch die Werbeabteilung dafür interessiert, wie Journalismus funktioniert und ihn respektiert. </p>
<p>Von wenig Respekt zeugte ein Werbemittel auf der Titelseite von «20 Minuten» am vergangenen Dienstag. Da hatte sich die Redaktion ein attraktives und originelles Titelbild überlegt mit vier Frauengesichtern, die zeigten, wie sich die weibliche Kopfbedeckung im Iran in den vergangenen gut hundert Jahren verändert hat. Doch das vierte Bild wurde praktisch passgenau <a href="https://twitter.com/MMeschenmoser/status/1582259603223769088" rel="noopener" target="_blank">von einem Werbeaufkleber überdeckt</a> – Energy Milk statt Frauenrechte. Am Mittwoch oder Donnerstag hätte der Kleber nicht weiter gestört, weil die Zeitung dann mit grossflächigen Bildern aufmachte. Wie konnte das also geschehen?</p>
<p>«Diese Sticker werden maschinell auf eine vordefinierte Fläche aufgeklebt. Eine Ausweichmöglichkeit besteht aktuell nicht, wir werden jedoch Optimierungen prüfen», erklärt Iris Blättler, Leiterin Kommunikation der TX-Werbevermarkterin Goldbach. Und: «Wir bedauern, dass der Sticker bei einigen Exemplaren unvorteilhaft platziert war.» Shit Happens. Aber es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/22/beobachter-breitling-bildverunstaltung/">Beobachter, Breitling, Bildverunstaltung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fairmedia, Radiostudios, SRF News</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2022 08:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Radiostudio Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Fairmedia]]></category>
		<category><![CDATA[SRF News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Wichtige Medienkritik Es ist bereits einige Wochen her, dass die Medien Kopf standen, weil eine Reggae-Band ihr Konzert wegen der Dreadlocks ihres Sängers abbrechen musste. Und inmitten dieser medialen Aufregung musste sich das Komiker:innen-Duo Ursus &#038; Nadeschkin aus dem gleichen Grund rechtfertigen: kulturelle Aneignung. Die Dreadlocks von Nadeschkin, die sie seit dreissig <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">Fairmedia, Radiostudios, SRF News</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b.jpg" alt="" width="1456" height="487" class="aligncenter size-full wp-image-99669" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b-300x100.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220924b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Wichtige Medienkritik</h3>
<p>Es ist bereits einige Wochen her, dass die Medien Kopf standen, weil eine Reggae-Band ihr Konzert wegen der Dreadlocks ihres Sängers abbrechen musste. Und inmitten dieser medialen Aufregung musste sich das Komiker:innen-Duo Ursus &#038; Nadeschkin aus dem gleichen Grund rechtfertigen: kulturelle Aneignung. Die Dreadlocks von Nadeschkin, die sie seit dreissig Jahren trägt, seien nicht «lustig und wild», sondern politisch inkorrekt.</p>
<p>Das ganze mediale Theater in all seinen Akten hat <a href="https://fairmedia.ch/2022/09/20/viel-aufregung-um-ein-bisschen-haar-nl/" rel="noopener" target="_blank">Fairmedia</a> nun unaufgeregt und sorgfältig aufgeschrieben. Im ersten Akt spielte eine E-Mail eine Rolle, die eigentlich an das Duo gerichtet war und irgendwie in der «20 Minuten»-Redaktion landete. Eigentlich hätte die Geschichte hier zu Ende sein können. «20 Minuten» titelte: «‹Perücke ist problematisch› – Nadeschkin wird kulturelle Aneignung vorgeworfen». Naja: «Ehrlicherweise hätte der Titel jedoch lauten müssen: ‹Anonyme Einzelperson wirft Nadeschkin kulturelle Aneignung vor›», schreibt Fairmedia. Die Organisation für fairen Journalismus hat mit Ursus &#038; Nadeschkin gesprochen und liess sie ihrerseits einige «Missverständnisse» – oder eher: falsch abgedruckte Zitate – richtigstellen.</p>
<p>Fairmedia liess den Fall zudem von Medienprofessor Vinzenz Wyss einordnen: «Es darf vermutet werden, dass die ‹20 Minuten›-Redaktion mit diesem Artikel die Debatte über kulturelle Aneignung ins Lächerliche ziehen wollte.» Die Rolle von «20 Minuten» entspreche nicht einem angemessenen journalistischen Diskurs, sagt Wyss. Der Job von Fairmedia tut dies dafür umso mehr.<br />
</p>
<h3>The Bad – Ehemaliges Radiostudio</h3>
<p>Seit dieser Woche arbeitet die Redaktion «SWI swissinfo.ch» <a href="https://www.srgssr.ch/de/news-medien/news/swi-swissinfoch-und-srf-in-bern-neu-unter-einem-dach" rel="noopener" target="_blank">neu an der Berner Schwarztorstrasse</a>. Der zehnsprachige Onlinedienst der SRG zog mit rund 100 Mitarbeitenden bei den verbleibenden Teilen der Inforedaktion von Radio SRF ein. Der gemeinsame Standort soll die Zusammenarbeit bereichern, heisst es.</p>
<p>Mit dem Umzug von «Swissinfo» schlägt die SRG den letzten Sargnagel für seine früheren Deutschschweizer Radiostudios ein: Nach dem Bruderholz in Basel und dem <a href="https://www.blick.ch/schweiz/radiostudio-srf-wird-schulhaus-nach-fast-90-jahren-ist-schluss-im-radiostudio-zuerich-id17804720.html" rel="noopener" target="_blank">Brunnenhof in Zürich</a> verschwindet auch das dritte und letzte der grossen Studios; SRF nennt seinen Berner Standort <a href="https://www.srf.ch/unternehmen/standorte/studio-bern/mitten-in-der-bundesstadt-studio-bern" rel="noopener" target="_blank">offiziell nur noch «ehemaliges Radiostudio»</a>.</p>
<p>Nur: In Bern produziert SRF weiterhin zahlreiche News-Sendungen, mit dem «Echo der Zeit» und dem «Rendez-vous» sogar zwei der Flaggschiffe des Schweizer Radios. Was heisst da also «ehemaliges Radiostudio»?</p>
<p>Wer weiss: Wenn auch noch die letzten Berner Radioleute nach Zürich verschoben sind und «Swissinfo» irgendwann mal weiterzieht, blüht dem «ehemaligen Radiostudio» vielleicht eine fancy Zukunft als Wohnliegenschaft, wie es <a href="https://www.wohnenradiobasel.ch/" rel="noopener" target="_blank">auf dem Basler Bruderholz</a> mit dem ehemaligen Radiostudio schon geschehen ist.</p>
<h3>The Ugly – Falsche Ausgewogenheit</h3>
<p>Ihr Name dürfte derjenige sein, der einem auf Social Media dieser Tage am häufigsten begegnet: Mahsa Amini. Ihre Tötung durch die iranische Sittenpolizei führte zu Protesten im ganzen Land. Die 22-Jährige starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie festgenommen worden war, weil sie ihr Kopftuch nicht nach Vorschrift trug.</p>
<p>SRF News fasste den Fall zusammen und <a href="https://archive.ph/ym98Q" rel="noopener" target="_blank">schrieb</a>: «Die Familie behauptet, die junge Frau sei durch Schläge der Polizei gestorben. Laut Polizei hat die 22-Jährige einen Herzinfarkt erlitten.» Nun könnte man sagen: Journalistische Ausgewogenheit ist wichtig. Beide Seiten zu beleuchten gehört zu den Kernaufgaben unseres Jobs. Aber: Die Polizei im Iran funktioniert anders als die Polizei in der Schweiz. Im Auftrag des Staates setzt sie die Scharia-Vorschriften bezüglich religiösen Verhaltens durch. Unter der Scharia haben Frauen so gut wie keine Rechte. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Frau öffentlich von der Sittenpolizei geschlagen wird, wie unzählige Videoaufnahmen zeigen. Diese Polizei als relevante «Gegenstimme» für ausgewogene Berichterstattung zu zitieren, ist gelinde gesagt etwas naiv. In den Tagen darauf folgte bei SRF eine substanziellere Hintergrundberichterstattung. Aber es ist halt immer auch der erste Eindruck, der zählt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/fairmedia-radiostudios-srf-news/">Fairmedia, Radiostudios, SRF News</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Marcel Kohler: «Die Kultur des Überdurchschnittlichen fehlt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/08/07/marcel-kohler-die-kultur-des-ueberdurchschnittlichen-fehlt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Aug 2022 13:43:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Kohler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ende Juli hört Marcel Kohler als langjähriger Geschäftsführer von 20 Minuten auf. Der 62-Jährige blickt auf seine Karriere im operativen Geschäft zurück, äussert sich zu seinen VR-Mandaten in und ausserhalb der Medien – und er sagt, was ihn an der Berichterstattung über Medien stört.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/07/marcel-kohler-die-kultur-des-ueberdurchschnittlichen-fehlt/">Marcel Kohler: «Die Kultur des Überdurchschnittlichen fehlt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Juli hört Marcel Kohler als langjähriger Geschäftsführer von 20 Minuten auf. Der 62-Jährige blickt auf seine Karriere im operativen Geschäft zurück, äussert sich zu seinen VR-Mandaten in und ausserhalb der Medien – und er sagt, was ihn an der Berichterstattung über Medien stört.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/07/marcel-kohler-die-kultur-des-ueberdurchschnittlichen-fehlt/">Marcel Kohler: «Die Kultur des Überdurchschnittlichen fehlt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>20 Minuten, Ringier, Nebelspalter</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Nov 2021 10:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Nebelspalter]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Warhol]]></category>
		<category><![CDATA[Interview Magazine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – «20 Minuten» goes English Ab sofort können auf «20min.ch» eingeloggte Nutzer:innen alle Artikel automatisiert übersetzt auf Englisch lesen. Das Promovideo gibt sich zwar wie der Trailer für eine Neuverfilmung des Watergate-Skandals, aber Journalismus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist allemal ein löbliches Vorhaben. Weitere Sprachen wie Portugiesisch, Albanisch, Serbisch, Kroatisch und <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92489" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «20 Minuten» goes English</h3>
<p>Ab sofort können auf «20min.ch» eingeloggte Nutzer:innen alle Artikel automatisiert übersetzt <a href="https://www.20min.ch/story/jetzt-kannst-du-20-minuten-auch-auf-englisch-lesen-356215711213" target="_blank" rel="noopener">auf Englisch lesen</a>. Das Promovideo gibt sich zwar wie der Trailer für eine Neuverfilmung des Watergate-Skandals, aber Journalismus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist allemal ein löbliches Vorhaben. Weitere Sprachen wie Portugiesisch, Albanisch, Serbisch, Kroatisch und Spanisch sollen folgen. Für die englische Version nutzt «20 Minuten» den Übersetzungsdienst Deepl, der mit künstlicher Intelligenz arbeitet: «Für den Service entrichten wir die üblichen, öffentlich publizierten Lizenzgebühren», so Mediensprecherin Eliane Loum-Gräser. Für die Übersetzung der weiteren geplanten Sprachen werde derjenige Übersetzungsdienst zum Einsatz kommen, «der in der jeweiligen Sprache die beste Qualität bietet».</p>
<p>Die <a href="https://neuemedienmacherinnen.ch/" target="_blank" rel="noopener">Neuen Medienmacher*innen</a> begrüssen diese Entwicklung grundsätzlich. «Aus unserer Sicht reicht es allerdings sicherlich nicht aus, die eigenen Inhalte einfach in die gängigsten Sprachen der migrantischen Bevölkerung zu übersetzen, was technisch ja keine grosse Sache ist, um sich dann das Label ‹Diversität› auf die Fahne schreiben zu können», schreibt Co-Präsidentin Anna Jikhareva auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Zwingend sei eine inhaltliche journalistische Auseinandersetzung mit der gelebten Realität in der Schweiz und eine antirassistische Berichterstattung.</p>
<h3>The Bad – Ringier ignoriert Warhol</h3>
<p>Am 12. November erscheint ein neues Printmagazin aus dem Hause Ringier. Darin interviewen mehrheitlich Promimänner andere Promimänner. In der Erstausgabe, die am Donnerstag in Zürich vorgestellt wurde, befragt Bundesrat Alain Berset den Sänger Stephan Eicher und Verleger Michael Ringier spricht mit Künstler Urs Fischer.</p>
<p>Diese Idee ist abgekupfert. Und zwar vom legendären <a href="https://www.interviewmagazine.com/" target="_blank" rel="noopener">«Interview»-Magazin</a>, 1969 gegründet vom Pop-Art-Künstler Andy Warhol, das bis heute erscheint. Von 2012 bis 2020 (?) gab es eine deutschsprachige Lizenzausgabe.</p>
<p><a href="https://www.ringier.ch/de/press-releases/ein-neues-magazin-fur-die-schweiz-interview-ringier" target="_blank" rel="noopener">«Interview by Ringier»</a> heisst nun das Interview-Magazin von Ringier. Die Chefredaktion teilen Werner De Schepper und Susanne Walder, beide ex-«Schweizer Illustrierte». Walder ist die Ehefrau von Ringier-CEO Marc Walder. Für die Gestaltung zuständig ist Beda Achermann. Dieser zeichnete 2017 für das Redesign der deutschsprachigen Ausgabe des <a href="https://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/relaunch-der-zeitschriften-marke-das-neue-interview-ist-rau-und-ungeschliffen-ld.147559" target="_blank" rel="noopener">Warhol-«Interview»</a> verantwortlich.</p>
<p>Konzept, Name und Grafik: Die Parallelen sind offensichtlich, aber Ringier erwähnt Andy Warhols «Interview» nirgends. Von Verleger und Kunstsammler Michael Ringier, für den das Magazin eine <a href="https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/ringier-lanciert-interview-exklusive-gespraeche-mit-aussergewoehnlichen-persoenlichkeiten-blaettern-statt-scrollen-wie-erfrischend-id16962203.html" target="_blank" rel="noopener">«Herzensangelegenheit»</a> ist, würde man so viel Warhol-Kenntnis erwarten.</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE sagt Ringier-Sprecherin Johanna Walser, das Magazin sei weder als Hommage und schon gar nicht als Kopie von Warhols Version zu verstehen, sondern als komplett eigenständiges Projekt – daher habe sich auch niemand zu den Parallelen geäussert.</p>
<h3>The Ugly – Holocaust-Mahnmal beim Nebelspalter</h3>
<p>«Nebelspalter»-Autor Stefan Millius bebilderte einen Artikel über Betonblöcke, anlässlich der Abriegelung des Restaurants «Walliserkanne» in Zermatt, mit einem Foto des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Nach einem Shitstorm auf Twitter hat er das Foto auf der Webseite ausgewechselt.</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE schreibt Millius, es handle sich hier nicht um eine Fehlleistung des Nebelspalters, sondern um seine persönliche. Eine <a href="https://pixabay.com/images/search/betonbl%C3%B6cke/" target="_blank" rel="noopener">Bildsuche nach Betonblöcken</a> habe nur wenige brauchbare Treffer ergeben: «Ich habe unter Zeitdruck zu wenig auf Details geachtet und ohne Nachzudenken das Bild genommen, das fürs Auge am meisten hergab, ohne mir in dem Moment bewusst zu sein, was es zeigte». Natürlich kenne er das Mahnmal. Weil auf dem Foto aber nur ein Ausschnitt zu sehen ist, habe er den Zusammenhang nicht gemacht. Das Bild sei so nicht nur deplatziert, sondern habe von seiner Bedeutung her im Artikel auch nichts zu suchen – «und ich bedauere die Nachlässigkeit». Dass das Titelbild das Holocaust-Mahnmal zeigt, sei also vor den Hinweisen auf Twitter niemandem aufgefallen. Wer soll das glauben?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/">20 Minuten, Ringier, Nebelspalter</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>elleXX, Basler&#160;Zeitung, 20&#160;Minuten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/23/ellexx-basler-zeitung-20-minuten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 10:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[elleXX]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – elleXX verbindet Fintech mit Journalismus Blickfang der neuen Plattform «elleXX» ist die Laufschrift «Close the Gaps», schliesst die Lücken. Obwohl es sich um ein Finanzmedium handelt, sind auf der Seite kaum Geschäftszahlen, sondern vor allem solche zur Geschlechterungleichheit: Frauen erhalten global 23 Prozent weniger Lohn, Unternehmerinnen nur 2 Prozent des Risikokapitals – <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/23/ellexx-basler-zeitung-20-minuten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92076" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211023b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211023b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211023b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211023b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211023b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – elleXX verbindet Fintech mit Journalismus</h3>
<p>Blickfang der neuen Plattform <a href="https://ellexx.com/de/" target="_blank" rel="noopener">«elleXX»</a> ist die Laufschrift «Close the Gaps», schliesst die Lücken. Obwohl es sich um ein Finanzmedium handelt, sind auf der Seite kaum Geschäftszahlen, sondern vor allem solche zur Geschlechterungleichheit: Frauen erhalten global 23 Prozent weniger Lohn, Unternehmerinnen nur 2 Prozent des Risikokapitals – und die Frauenrenten in der Schweiz sind im Schnitt 20’000 Franken tiefer pro Jahr.</p>
<p>«Es gibt Fintech-Unternehmen, es gibt Medien. Beides zu verbinden, ist eine Weltneuheit», sagt Mitgründerin und Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Ob Journalismus oder eigene Finanzprodukte im Vordergrund stehen, ist auf «elleXX» gar nicht so klar: Zu «elleXX» gehört nämlich auch ein handverlesenes Aktienprodukt aus «frauenfreundlichen und nachhaltigen Firmen» in Kooperation mit der Migros-Bank. Die Gebühren tragen zur Finanzierung des Mediums bei, redaktionelle Berichterstattung und Finanzangebote sind laut Laeri aber strikt getrennt.</p>
<p>Es gehe nicht ums Spekulieren, sondern darum, Frauen mit langfristigen Investitionen finanzielle Unabhängigkeit zu ermöglichen. «Mit Arbeiten allein kommst du auf keinen grünen Zweig», sagt Laeri. «Wir schauen aber das ganze wirtschaftliche Leben der Frauen an.» Auch Vorlagen für Ehe- und Konkubinatsverträge seien geplant. Die Schwelle beim «elleXX»-Anlageprodukt sei so angelegt, dass man bereits mit 50 Franken pro Monat einsteigen könne.</p>
<p>Wenn «elleXX» um Anleger:innen wirbt, spricht die Plattform also keine wohlhabenderen Milieus an als Medien, die um Abonnent:innen werben: Ein Kombi-Abo von NZZ und NZZ am Sonntag, print und digital, kostet 69 Franken pro Monat.</p>
<h3>The Bad – Klagen der Wirtschaftskammer</h3>
<p>Der «wohl grösste Medienrechts-Prozess im Kanton» (<a href="https://www.onlinereports.ch/News.109+M5e0f75ef7a2.0.html" target="_blank" rel="noopener">«Onlinereports»</a>) fand diese Woche in Liestal statt. Die Wirtschaftskammer Baselland ist das lokale Pendant zum Gewerbeverband und gilt als klagefreudig. So sagte der stellvertretende Chefredaktor der «bz Basel» unlängst der «Schweizer Journalist:in»: «Beim Schreiben über die Wika hat man jederzeit die Konsequenzen im Kopf, die ein Beitrag nach sich ziehen könnte.»</p>
<p>Im Liestaler Prozess klagt die Wirtschaftskammer wegen unlauteren Wettbewerbs gegen eine Reihe von Artikeln des ehemaligen «Basler Zeitung»-Redaktor Joël Hoffmann. Das Urteil wird für kommende Woche erwartet. Die «bz Basel» war bei der Verhandlung und <a href="https://www.bzbasel.ch/basel/baselland/ungewoehnlicher-medienprozess-baz-anwalt-zum-vorwurf-der-wirtschaftskammer-begriffe-wie-mafioese-struktur-finden-sich-in-den-berichten-nicht-ld.2203315" target="_blank" rel="noopener">protokollierte</a> unter anderem das doppelt bemerkenswerte Statement des Wirtschaftskammer-Anwalts: «Ja, wir haben auf den Mann gespielt, aber Herr Hoffmann macht das ständig und lässt seine Opfer zerzaust zurück. Jetzt muss eben er auch mal einstecken.» Der «BaZ»-Journalist sei hier zudem deutlich weiter gegangen als andere Wirtschaftskammer-kritische Journalisten in der Region.</p>
<p>Einerseits ist die Aussage bemerkenswert, weil es vor Gericht eigentlich um die Frage ging, ob der Journalist eine Kampagne gegen die Wirtschaftskammer geführt hat – nicht umgekehrt. Andererseits, weil die Wirtschaftskammer eben auch gegen «andere Wirtschaftskammer-kritische Journalisten» bis vors Bundesgericht klagt. Unlängst erhielt die Berichterstattung des «SRF Regionaljournal» einen «Freispruch mit Pauken und Trompeten» (<a href="https://bajour.ch/a/Yyk2VTr2vcabHjEF/wirtschaftskammer-geht-hart-gegen-journalisten-vor" target="_blank" rel="noopener">«Bajour»</a>) vor dem Handelsgericht und geht mit einer Beschwerde vors Bundesgericht.</p>
<h3>The Ugly – Über die Strasse geschossen</h3>
<p>20 Seiten dünn war die gedruckte Ausgabe «20 Minuten» an diesem Mittwoch – inklusive Werbung. Wenn seit Wochen über Zeitungspapiermangel geklagt wird, sollte man meinen, das alles, was noch gedruckt wird, tatsächlich relevant ist. Doch dem ist nicht so.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/Seite_1_Region_Zürich_2021-10-20.pdf" target="_blank" rel="noopener">«Schiesstand hat Strasse im Visier»</a> hiess die Mittwoch-Coverschlagzeile mit dem Foto einer befahrenen Strasse. Im Artikel geht es darum, dass der britische Youtuber Tom Scott ein fünfminütiges Video über eine Schiessanlage in der Schweiz veröffentlicht hat. Scott ist von Beruf Komiker – kein Journalist. Aber der Komiker titelt exakter als «20 Minuten»: <a href="https://youtu.be/2h1s6S4kotE" target="_blank" rel="noopener">«The shooting range where you fire over a busy road»</a>, der Schiessstand, bei dem man <em>über</em> eine befahrene Strasse schiessst, so der Titel des Videos. Damit ist auch klar, dass niemand «die Strasse im Visier» hat. Wer das Video schaut, erfährt, dass man in Schiessposition die Strasse nicht mal sieht.</p>
<p>Lässt man die irreführende Schlagzeile weg, bleibt von der «20 Minuten»-Story wenig übrig: Ein Youtuber hat ein Video gemacht, das innert eines Tages 1,5 Millionen Mal geschaut worden ist. «20 Minuten» erreicht drei Millionen Nutzer:innen täglich.</p>
<p>Doch man muss fast dankbar sein, wenn «20 Minuten» diese drei Millionen mit harmlosen Nicht-Storys lockt. Denn die Relevanzkriterien bei aufgeladenen Themen sind kaum besser: Die Seite 3-Geschichte der Mittwochausgabe war «Zertifikatgegner reden von Manipulation bei Abstimmung». Einen Monat vor der Abstimmung. Auf Telegram. Ohne Belege.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/23/ellexx-basler-zeitung-20-minuten/">elleXX, Basler Zeitung, 20 Minuten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gewalt gegen Medienschaffende: «Er verpasste mir einen Schlag auf den Nacken»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/02/gewalt-gegen-medienschaffende-er-verpasste-mir-einen-schlag-auf-den-nacken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Oct 2021 07:05:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit der Corona-Pandemie haben Drohungen und Gewalt gegen Medienschaffende zugenommen. Drei Mitarbeitende von 20 Minuten erzählen ihre Erfahrungen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/gewalt-gegen-medienschaffende-er-verpasste-mir-einen-schlag-auf-den-nacken/">Gewalt gegen Medienschaffende: «Er verpasste mir einen Schlag auf den Nacken»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit der Corona-Pandemie haben Drohungen und Gewalt gegen Medienschaffende zugenommen. Drei Mitarbeitende von 20 Minuten erzählen ihre Erfahrungen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/gewalt-gegen-medienschaffende-er-verpasste-mir-einen-schlag-auf-den-nacken/">Gewalt gegen Medienschaffende: «Er verpasste mir einen Schlag auf den Nacken»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tages-Anzeiger, 20&#160;Minuten, Blick</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/25/tages-anzeiger-20-minuten-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Häusermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Sep 2021 09:44:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Würdevoller Nachruf Die Tat sorgt weit über die Grenzen Zürichs hinaus für Entsetzen. Im Kreis 9, in Albisrieden, wurde am frühen Sonntagmorgen ein Obdachloser ermordet. Von einem 20-Jährigen, der die Tat filmte und auf Snapchat stellte. Es fehlen einem schlichtweg die Worte. Der Autor Kevin Brühlmann findet sie dennoch. Mit seinem im <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/25/tages-anzeiger-20-minuten-blick/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-91344" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210925b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Würdevoller Nachruf</h3>
<p>Die Tat sorgt weit über die Grenzen Zürichs hinaus für Entsetzen. Im Kreis 9, in Albisrieden, wurde am frühen Sonntagmorgen ein Obdachloser ermordet. Von einem 20-Jährigen, der die Tat filmte und auf Snapchat stellte. Es fehlen einem schlichtweg die Worte. Der Autor Kevin Brühlmann findet sie dennoch. Mit seinem im Tages-Anzeiger veröffentlichten <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/ruedis-brutaler-tod-607679593851" target="_blank" rel="noopener">«Nachruf auf einen Obdachlosen»</a> ist ihm ein ergreifendes Porträt gelungen.</p>
<p>Brühlmann erzählt unaufgeregt die Geschichte von Ruedi, der einst Jura studiert, dann auf einer Bank gearbeitet hatte und schliesslich auf einer Bank schlief. Ruedi lebte nur vermeintlich am Rande der Gesellschaft. Für viele Mitmenschen war er ein wichtiger Pfeiler im Alltag. Eine Konstante, die immer da war, stets ein offenes Ohr hatte. Und am Ende von Brühlmanns exzellentem Werk wird klar, dass Ruedi überhaupt nicht zu den Schwächsten der Gesellschaft gehörte. Ruedi war stark. Er hatte es nicht nötig, sich über andere Menschen zu stellen. Er war bescheiden und gütig. Übernahm Verantwortung für sich und sein Leben. Und behielt dabei stets seine Würde.</p>
<h3>The Bad – Clickbaiting in gedruckter Form</h3>
<p>«Die Story ist in Tat und Wahrheit gar keine. Sie ist Bullshit; hingekackt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.» Medienwissenschaftler <a href="https://www.20min.ch/story/wie-medien-die-corona-radikalisierung-vorantreiben-758961470731" target="_blank" rel="noopener">Marko Ković</a> kritisierte in seinem Gastartikel die Medien und insbesondere «20 Minuten» harsch. Der Vorwurf: Den Klicks und der Quote zuliebe würden die Medien die Deutungshoheit im Corona-Diskurs an eine kleine, extremistische Minderheit übergeben, weil solche Geschichten viel Aufmerksamkeit erregten. «Kein Protest zu klein, kein Telegram-Chat zu unbedeutend, um daraus nicht eine Story für die Frontseite zu basteln», schreibt er. In einer Replik nahm darauf hin Chefredaktor <a href="https://www.20min.ch/story/es-geht-nicht-an-dass-20-minuten-eine-minderheit-einfach-totschweigt-467093461162" target="_blank" rel="noopener">Gaudenz Looser</a> Stellung zu den Vorwürfen: «Herr Kovic, um die Klicks müssen wir uns keine Sorgen machen», entgegnet er unter anderem. Die Frontseite der gedruckten Ausgabe am Freitag zeigte denn auch, wieso.</p>
<p>«Ungeimpften droht in Quarantäne Lohnabzug», steht da in grossen Lettern <a href="https://epaper.20minuten.ch/#read/644/Region%20Z%C3%BCrich/2021-09-24/1" target="_blank" rel="noopener">auf der Frontseite</a>. Huch? Werden Ungeimpfte nun von den Arbeitgebern mit Lohnkürzungen bestraft? Bekanntlich lesen viele Menschen <a href="https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Sensation-schlaegt-Information-Die-Macht-der-Ueberschriften,extra19986.html" target="_blank" rel="noopener">nur noch die Titel</a>. Das ist schade, sonst würden sie erfahren, dass nicht von der Schweiz, sondern von Deutschland die Rede ist. Wer in Quarantäne muss, soll dort ab November keine staatlichen Ersatzleistungen mehr erhalten. In der Schweiz steht eine ähnliche Regelung aktuell nicht bevor. Viel Titel-Lärm um nichts also. Oder: Clickbaiting in Papierform.</p>
<h3>The Ugly – Anonymisieren für Anfänger</h3>
<p>Im aargauischen Brugg kommt ein Gewaltverbrechen gegen ein Kind vor Gericht. «Blick.ch» ruft die 2019 begangene Tat nochmals in Erinnerung: Der «Horror-Vater» habe seine damals vierjährige Tochter «brutal auf den Boden gedonnert». Die Folge: Schädelbruch. Für das heute sechsjährige Mädchen eine einzige Tragödie. Gut, ist zumindest seine Identität durch die <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/27/sauber-auf-dem-boulevard-anstandsregeln-fuer-den-blick/">«News-Richtlinien»</a> der «Blick»-Gruppe geschützt. Oder? «Punkt 4: Der Schutz der Opfer geniesst höchste Priorität. Wir anonymisieren so, dass niemand durch auf deren Identität schliessen kann.»</p>
<p>Der am 22. September 2021 publizierte Artikel anonymisierte beim Opfer indes nicht viel. Das Mädchen war auf mehreren Bildern unzensiert zu sehen – unter anderem, wie es mit Kopfverband im Spitalbett liegt. Der Artikel nennt zudem den richtigen, einen hierzulande seltenen Vornamen. Eine Testrecherche zeigt: Der mutmassliche Familienname lässt sich damit innert Sekunden ergoogeln.</p>
<p>Ein «Blick»-Sprecher rechtfertigt die Publikation gegenüber der MEDIENWOCHE damit, dass sowohl Mutter wie auch Grossmutter bereits nach dem Vorfall 2019 die Erlaubnis erteilt hätten, das Mädchen unverpixelt zu zeigen und ihren Namen zu nennen. Die Erlaubnis für die erneute Publikation im September 2021 habe man aber nicht eingeholt und deshalb nachträglich entschieden, Fotos und Namen wieder dem bereits veröffentlichten Artikel zu entfernen. Vielleicht wäre es im Sinne der Opfer, diese Überlegungen das nächste Mal bereits vor der Publikation anzustellen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/25/tages-anzeiger-20-minuten-blick/">Tages-Anzeiger, 20 Minuten, Blick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Kommentieren auf 20 Minuten geht ab heute nur noch mit Login</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/08/22/kommentieren-auf-20-minuten-geht-ab-heute-nur-noch-mit-login/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Aug 2021 14:43:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Login]]></category>
		<category><![CDATA[Loginpflicht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schluss mit anonymen, deplatzierten Aussagen: 20 Minuten führt eine Login-Pflicht für Kommentare ein.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/22/kommentieren-auf-20-minuten-geht-ab-heute-nur-noch-mit-login/">Kommentieren auf 20 Minuten geht ab heute nur noch mit Login</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schluss mit anonymen, deplatzierten Aussagen: 20 Minuten führt eine Login-Pflicht für Kommentare ein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/22/kommentieren-auf-20-minuten-geht-ab-heute-nur-noch-mit-login/">Kommentieren auf 20 Minuten geht ab heute nur noch mit Login</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reportagen, 20&#160;Minuten, Redaktion&#160;Tamedia</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/05/reportagen-20-minuten-redaktion-tamedia/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/06/05/reportagen-20-minuten-redaktion-tamedia/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Jun 2021 08:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Gaudenz Looser]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Relotius]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – «Wir müssen ihm nicht glauben, um ihm zuzuhören» Auf 27 Seiten und zu 90 Fragen spricht Claas Relotius im «Reportagen»-Magazin erstmals über den Skandal, mit dem er 2018 die Medienwelt auf den Kopf gestellt hat. Und vor allem spricht er über seine psychische Erkrankung, die er als Auslöser für sein Verhalten sieht. <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/05/reportagen-20-minuten-redaktion-tamedia/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/05/reportagen-20-minuten-redaktion-tamedia/">Reportagen, 20 Minuten, Redaktion Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210605b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-89127" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210605b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210605b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210605b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-20210605b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «Wir müssen ihm nicht glauben, um ihm zuzuhören»</h3>
<p>Auf 27 Seiten und zu 90 Fragen spricht Claas Relotius im <a href="https://reportagen.com/content/erfundene-wirklichkeit" rel="noopener" target="_blank">«Reportagen»-Magazin</a> erstmals über den <a href="https://medienwoche.ch/tag/fall-relotius/">Skandal</a>, mit dem er 2018 die Medienwelt auf den Kopf gestellt hat. Und vor allem spricht er über seine psychische Erkrankung, die er als Auslöser für sein Verhalten sieht. Ein Jahr lang haben «Reportagen»-Chefredaktor Daniel Puntas Bernet und die Reporterin Margrit Sprecher immer wieder mit Relotius selber, mit Familie und Freund*innen, mit seinem Psychologen und ehemaligen Studienkolleg*innen gesprochen. </p>
<p>Das Interview schickt mich als Leserin auf eine emotionale Achterbahn: Gehe ich Relotius schon wieder auf den Leim und er hat alles erfunden, um jetzt die Mitleidstour zu fahren? Und dann wieder: Shit, der Arme, wie hat er das alles ausgehalten? </p>
<p>Man habe sich überlegt, ob es richtig sei, das Interview zu veröffentlichen, sagt Daniel Puntas Bernet im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Und er habe sich auch gefragt, ob man einen Kranken nicht in erster Linie schützen müsse. Ein paar Mal habe er Relotius selber «völlig von der Rolle» erlebt und sei sich selbst dann nicht sicher gewesen, ob er ihm glauben könne. Schliesslich haben sich Puntas Bernet und Sprecher, die beiden Journalist*innen, aber dafür entschieden, dass es richtig ist, das Gespräch zu veröffentlichen: «Wir wollten die Hochstaplerthese nicht unwidersprochen stehen lassen, sondern ihm die Chance geben, sich zu äussern, wenn er das möchte. Denn: Wir müssen ihm nicht glauben, um ihm zuzuhören.»</p>
<h3>The Bad – Oops, «20 Minuten» did it again</h3>
<p>Bereits im Februar haben wir darüber berichtet, wie mehrere Medien über Eric Webers sexistischen und rassistischen Ausfall vor laufender Kamera berichtet und das Video veröffentlicht haben. Der «Blick» entfernte damals immerhin das Video nach unserer Anfrage. Nun geht es weiter, Eric Weber meldet sich zurück – und «20 Minuten» berichtet wieder darüber. </p>
<p>Weber will nach Rumänien auswandern, aus dem Basler Grossrat zurücktreten und das an der Sitzung am kommenden Mittwoch verkünden. Die Rede, die er dafür geschrieben hat, wurde «20 Minuten» zugespielt. Die Redaktion bastelte daraus ein knapp zwei Minuten langes Video, in dem auch ältere Aufnahmen von Webers wirren Auftritten zu sehen sind. Wir stellen nochmal die Frage: Warum bietet man einem rechtsextremen Wirrkopf, den man auch Nazi nennen darf, eine derartige Plattform? Die Antwort von «20 Minuten»-Chefredaktor Gaudenz Looser fällt ähnlich zahnlos aus wie damals im <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/13/pascal-hollenstein-priska-seiler-graf-eric-weber/" >Februar</a>: «Wenn ein Grossrat zurücktritt, der aufgrund wiederholter Ausraster verschiedentlich in der Öffentlichkeit gestanden hat, ist das journalistisch relevant und wir berichten selbstverständlich darüber». Er verweist darauf, dass es sich allerdings um ein «komplett anderes Video handle» als jenes, das «20 Minuten» im Februar – ohne Tonspur – veröffentlicht hatte. Naja.</p>
<h3>The Ugly – Tagi mit SVP-Propaganda gegen SRF</h3>
<p>Am Mittwoch veröffentlichte die SVP eine Medienmitteilung. Schweizer Radio und Fernsehen SRF sei «ausser Rand und Band», der «Staatssender» entwickle sich zunehmend «zum linksgrünen NGO-Aktivistensender» und verletze die journalistische Sorgfaltspflicht. Der «Club» zum abgeschmetterten Rahmenabkommen habe das Fass nun zum Überlaufen gebracht, weil kein SVP-Vertreter dabei war. Die SVP hat nun Beschwerde bei der UBI gegen SRF eingereicht und man werde «auch politisch gegen den Sender vorgehen».</p>
<p>Am Abend des gleichen Tages publizierte die Tamedia-Redaktion einen <a href="https://archive.ph/SWs9S" rel="noopener" target="_blank">Artikel</a> basierend auf einer SDA-Meldung, der nichts anderes als eine Zusammenfassung der Medienmitteilung war. Statt SRF mit den schwerwiegenden Vorwürfen zu konfrontieren, garnierte die Redaktion als Eigenleistung den Text mit Social-Media-Propaganda der SVP und einer Leser*innen-Umfrage, die das Narrativ der SVP zusätzlich befeuert: «Wie empfinden Sie die Berichterstattung von SRF?» </p>
<p>Das Schweizer Fernsehen nahm schliesslich selber <a href="https://www.srgd.ch/de/aktuelles/news/2021/06/03/das-sagt-srf-stellungnahme-zu-den-vorwurfen-der-svp/" rel="noopener" target="_blank">Stellung</a> zu den Vorwürfen: Die Positionen zum Rahmenabkommen seien im «Club» ausgewogen vertreten gewesen und man lasse sich nicht von einer Partei vorschreiben, wen man in die Sendungen einlade und wen nicht. Zudem sei SVP-Vertreter*innen immer wieder im «Club» zu Gast und generell habe keine Partei Anspruch darauf, eingeladen zu werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/05/reportagen-20-minuten-redaktion-tamedia/">Reportagen, 20 Minuten, Redaktion Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Republik, 20 Minuten, SRG</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Apr 2021 07:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Mit Gratis-Newsletter zum Geschäftserfolg Bereits seit letztem Sommer ist das Online-Magazin «Republik» mit 25’000 Verleger*innen finanziell selbsttragend. Heikel wurde es aber zum Jahresbeginn 2021: In den ersten drei Monaten laufen die meisten Abonnements ab. In diesem Frühjahr erreichte die «Republik» eine rekordverdächtige Erneuerungsquote von 82 Prozent und zählt jetzt über 28’000 Abonennt*innen. <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-87774" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Mit Gratis-Newsletter zum Geschäftserfolg</h3>
<p>Bereits seit letztem Sommer ist das Online-Magazin «Republik» mit 25’000 Verleger*innen finanziell selbsttragend. Heikel wurde es aber zum Jahresbeginn 2021: In den ersten drei Monaten laufen die meisten Abonnements ab. In diesem Frühjahr erreichte die «Republik» eine rekordverdächtige Erneuerungsquote von 82 Prozent und zählt jetzt über 28’000 Abonennt*innen. Zum ersten Mal seit der Gründung 2018 schliesst das junge Magazin ein Geschäftsjahr <a href="https://project-r.construction/newsletter/2021-04-12-nicht-stehen-bleiben" rel="noopener" target="_blank">mit schwarzen Zahlen</a> ab. Der Covid19-Newsletter, den die Redaktion seit letztem März ein Jahr lang täglich gratis verschickte, hat einen guten Teil zum Erfolg beigetragen: Rund 3500 Newsletterabonnent*innen entschieden sich, ein Abo bei der Republik abzuschliessen. Die No-Bullshit-Strategie der Redaktion,scheint also aufzugehen: Der Businessplan ging von sieben Jahren aus, bis die Gewinnschwelle erreicht wird. Die Republik hat es in vier geschafft.</p>
<h3>The Bad – Hass und Rassismus gegen Reporterin</h3>
<p>Vergangenes Wochenende versammelten sich hunderte Gegner*innen der Coronamassnahmen- in Altdorf zu einer unbewilligten Demonstration. Die Reporterin Dafina Eshrefi berichtete für «20 Minuten» live vor Ort – oder versuchte es zumindest. In einem <a href="https://www.20min.ch/story/schaemen-solltet-ihr-euch-alles-was-ihr-schreibt-ist-gelogen-246043472401" rel="noopener" target="_blank">Erlebnisbericht</a> beschreibt sie, wie es ihr erging, als sie versuchte, ihren Job zu machen. Der Plan war, ein paar Stimmen von Demonstrant*innen einzufangen. Sie beschreibt, wie sie schon zu Beginn als «Lügenpresse» beschimpft wird: «Alles, was ihr schreibt, ist gelogen», schrie ihr ein Demonstrant entgegen, später wirft jemand mit einem Stein nach dem Kameramann, der sie begleitete. </p>
<p>Für Journalist*innen ist die Berichterstattung seit der Coronakrise weltweit unangenehmer geworden, Angriffe häufen sich. Gemäss «Reporter ohne Grenzen» RSF habe das Misstrauen und der Hass gegenüber Medienschaffenden auch in der Schweiz zugenommen. Das sei eigentlich eher untypisch für unser Land, lässt sich Bettina Büsser von RSF im Erlebnisbericht zitieren. Man höre vermehrt von verbalen und physischen Angriffen auf Journalist*innen. Bei Eshrefi entschuldigte sich zwar ein Mann dafür, dass er ihr den Stinkefinger gezeigt hat. Eine Demonstrantin aber erkundigte sich, ob Eshrefi Albanerin sei. Nachdem diese die Frage bejahte, rief sie der Reporterin nach: «Passt lieber auf, sonst droht euch das Gleiche wie den Albanern im Kosovo-Krieg!»</p>
<h3>The Ugly – Zu gutes Zeugnis für die SRG</h3>
<p>Am Freitagmorgen informierte die SRG-Spitze über die Ergebnisse der Untersuchungen der <a href="https://www.srgssr.ch/de/news-medien/news/belaestigungsvorwuerfe-berichte-der-externen-untersuchungen-liegen-vor-die-srg-setzt-massnahmen-um" rel="noopener" target="_blank">Belästigungsvorwürfe</a> beim Westschweizer RTS. Die Vorwürfe gegen drei leitende und prominente Mitarbeiter, die «Le Temps» letztes Jahr publik machte, wurden von externen und unabhängigen Stellen geprüft. Ergebnis: ein «gravierendes Fehlverhalten» habe man seitens der verantwortlichen Stellen nicht feststellen können. Obwohl SRG-Präsident Jean-Michel Cina vor laufender Kamera bestätigte, dass SRG-Direktor Gilles Marchand seine «sekundäre Aufsichtsverantwortung zu wenig wahrgenommen» hat. </p>
<p>Marchand und RTS-Direktor Pascal Crittin bleiben also im Unternehmen. Und sie wurden nicht müde, zu betonen, wie leid ihnen das alles tue, was passiert sei und dass man bei der SRG eine strikte «Nulltoleranz bezüglich Belästigungen in jeglicher Form» pflege. Ein Blick in den Untersuchungsbericht zeigt: Man hatte damit gerechnet, dass sich etwa 30 Personen bei den externen Stellen melden – am Ende waren es 230. Und das, obwohl die SRG eigentlich seit Jahren über interne Organe verfügt, wo man Belästigungen und Mobbing melden kann. </p>
<p>Darin liege die eigentliche Erkenntnis des Untersuchungsberichts, schreiben die Verantwortlichen: Es scheine ein «tiefes Unbehagen unter den Mitarbeitenden» zu geben. Weiter wird ein Fall beschrieben, in dem eine «vorgesetzte Person» über Jahre hinweg von ihren Mitarbeitenden immer wieder Beschwerden über das Verhalten einer bestimmten Person erhalten habe – aber in keiner Form darauf einging. Das stelle allerdings ebenfalls kein «schwerwiegendes Fehlverhalten» dar: </p>
<p>Jahrelange Meldungen der eigenen Mitarbeitenden schlichtweg zu ignorieren ist das eine und an sich schon skandalös genug. Dann aber öffentlich von einer «Nulltoleranz» zu sprechen, ist blanker Hohn. Für die SRG ist die Sache noch längst nicht ausgestanden. Ein weiterer Untersuchungsbericht wird im Juni folgen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/">Republik, 20 Minuten, SRG</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Steffi Buchli, Aprilscherze, 20&#160;Minuten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/03/steffi-buchli-aprilscherze-20-minuten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Apr 2021 07:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Steffi Buchli]]></category>
		<category><![CDATA[Aprilscherz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Steffi Buchli und die Buben im Sandkasten Die Schlammschlacht um die Macht im FC&#160;Basel zwischen Ex-Spieler David Degen und dem amtierenden Präsidenten und Besitzer Bernhard Burgener scheint kein Ende zu nehmen. Indiskretionen hier, Anschuldigungen da. Klingt alles ein bisschen nach Buben im Sandkasten. Das findet auch Steffi Buchli. Die neue «Blick»-Sportchefin schreibt <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/03/steffi-buchli-aprilscherze-20-minuten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/03/steffi-buchli-aprilscherze-20-minuten/">Steffi Buchli, Aprilscherze, 20 Minuten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210403c.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-87373" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210403c.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210403c-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210403c-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210403c-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Steffi Buchli und die Buben im Sandkasten</h3>
<p>Die <a href="https://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/machtkampf-beim-fcb-brisantes-e-mail-enthuellt-auch-degen-wollte-centricus-holen-id16432569.html" rel="noopener" target="_blank">Schlammschlacht</a> um die Macht im FC&nbsp;Basel zwischen Ex-Spieler David Degen und dem amtierenden Präsidenten und Besitzer Bernhard Burgener scheint kein Ende zu nehmen. Indiskretionen hier, Anschuldigungen da. Klingt alles ein bisschen nach Buben im Sandkasten. Das findet auch Steffi Buchli. Die neue «Blick»-Sportchefin schreibt darum in einem aktuellen Kommentar eine fiktive Beobachtung vom Sandkastenrand. Damit trifft sie den Kern der Schlammschlacht wohl besser als jeder Versuch einer feinziselierten Analyse der Faktenlage. «Dann werfen sie mit Sand und zerren einander an den Haaren – bis einer heult und bis alle kreuz und quer über den Haufen fliegen. Gewinnen wird weder Dario noch Max noch Tim. Am Ende werden sie alle gebeutelt und verwundet von dannen ziehen.» </p>
<p>Sie führt damit allerdings fort, was sie in ihrer Karriere als Sportjournalistin gelernt hat. Seit zehn Jahren arbeitet sie in der männergeprägten Domäne, vieles sei seit ihrem Einstieg besser geworden, sagte sie vor ihrem Stellenantritt beim «Blick» im Interview mit dem Magazin «Sportlerin»: «Es gab früher viele Redaktionssitzungen, in denen halt mal ein Mann sagte: ‹Lasst uns Beachvolleyball bringen. Ein bisschen Füdli geht immer.› Am meisten nervt mich, dass ich damals nicht aufstand und sagte, das gehe so nicht. Ich liess den Bubenklub gewähren». Diese Zeiten sind vorbei.<br />
<small><em>Mirimam Suter</em></small></p>
<h3>The Bad – Unlustige Medien am 1. April</h3>
<p>Wirklich lustig zu sein, ist eine Kunst für sich. Jedes Jahr am 1. April beweisen die Schweizer Medien aufs Neue: Es ist eine Kunst, die ihnen nicht wirklich liegt. Und trotzdem versuchen sie sich Jahr für Jahr an der hohen Kunst der Aprilscherze. </p>
<p>Wirklich unlustig ist ein Witz vor allem dann, wenn man ihn erklären muss. Und nur noch peinlich ist es, wenn das ein traditionsreiches Satiremagazin tut. Der «Nebelspalter» macht vor, wie das geht: Am 1. April 2021 ging auf <a href="https://www.nebelspalter.ch/toni-brunner-will-ins-parlament-zurueck-bundesratsambitionen" rel="noopener" target="_blank">nebelspalter.ch</a> ein Interview mit Toni Brunner online, in dem er verkündete, zurück ins Parlament zu wollen. Der Staat werde immer autoritärer und entwickle sich zur Diktatur. Brunners Lebenspartnerin Esther Friedli leistet auf Twitter <a href="https://twitter.com/friedlies/status/1377518673053814792?s=20" rel="noopener" target="_blank">Schützenhilfe</a> und versprach zurück an den Herd zu gehen, wenn ihr Toni wieder nach Bern geht. Die Auflösung der Gähn-Story kam noch am 1. April per Mail an die Newsletter-Abonnent*innen des neuen «Nebelspalters»: «Toni Brunner geht nicht zurück nach Bern. Mit grosser Enttäuschung, ja Erschütterung müssen wir unseren Leserinnen und Lesern mitteilen, dass heute der 1. April ist», schreibt Verleger Markus Somm. Ha. Ha.<br />
<small><em>Mirimam Suter</em></small></p>
<h3>The Ugly – 20 Minuten: einfach draufhalten</h3>
<p>«Waaas?! Wir sind live… Nein, bitte nicht!» Dass sich gestern Abend in St. Gallen ein paar hundert Jugendliche trafen, versetzte alle News-Medien in Aufregung: Corona-Krawalle! Eskalation! Chaoten! Innerlich sieht man die sabbernden Blattmacher vor sich. Freitagnacht brachte Klicks, Klicks, Klicks von «CH&nbsp;Media» bis «Blick». Den Vogel schoss aber «20&nbsp;Minuten» ab: Drei Stunden lang streamte ein Reporter live aus St. Gallen. Fünfmal wurde der Beitrag gepusht. </p>
<p>Die Kamera ruckelte, der Reporter wirkte unbeholfen, manchmal zeigt das Videobild minutenlang eine leere Ecke. Doch die Qualität ist bei diesem Inhalt nur eine Randnotiz wert: Während die «Blick TV»-Liveschaltung bemüht war, keine Gesichter zu zeigen, holte «20&nbsp;Minuten» jede Person vor die Linse. Egal, wie jung sie aussah. Egal, wie betrunken sie wirkte.</p>
<p>Der «20&nbsp;Minuten»-Reporter setzte dabei einen Ton an, als würde er eine lustige Strassenumfrage machen: «Was möchtest du uns noch erzählen?» «Willst du ein Meme werden?» «Willst du noch was zu den Corona-Massnahmen sagen?» Als ein Jugendlicher darum bittet, Abstand zu halten, reagiert der Reporter angesäuert. Als eine Gruppe über die «Scheiss-Politik» ausruft, reagiert er: «Das ist live, das ist live! Überlegt, was ihr sagt!» Dabei geht es gar nicht darum, was gesagt wird.</p>
<p>Der Reporter setzte mutmasslich Minderjährige und Betrunkene der totalen Öffentlichkeit aus. Vielen Gefilmten war nicht bewusst, dass ihre Gesichter und Aussagen live gestreamt werden. Einige reagierten geschockt, sobald sie es verstanden. Das ist berechtigt: Was ist, wenn Familie und Lehrbetriebe diese Aufnahmen sehen? Was macht die Polizei damit? Dieser Livestream war ein medienethisches Armutszeugnis.<br />
<small><em>Benjamin von Wyl</em></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/03/steffi-buchli-aprilscherze-20-minuten/">Steffi Buchli, Aprilscherze, 20 Minuten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Frauenstimmrecht, SRF Instagram, 20&#160;Minuten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/06/frauenstimmrecht-instagram-20-minuten/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/02/06/frauenstimmrecht-instagram-20-minuten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 08:35:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenstimmrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – 50 Jahre Frauenstimmrecht: weitsichtige Würdigung Es ist ein Meilenstein der modernen Demokratie: Mit der Einführung des Frauenstimmrechts vor 50 Jahren wurde die Schweiz in einem zentralen Punkt egalitärer. Die eminente gesellschaftliche Bedeutung der Volksabstimmung vom 7. Februar 1971 wird dieser Tage bei einem Blick in die Schweizer Medien deutlich: Keine grössere Redaktion, <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/06/frauenstimmrecht-instagram-20-minuten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-85710" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Good-Bad-Ugly-20210205d.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Good-Bad-Ugly-20210205d.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Good-Bad-Ugly-20210205d-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Good-Bad-Ugly-20210205d-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Good-Bad-Ugly-20210205d-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – 50 Jahre Frauenstimmrecht: weitsichtige Würdigung</h3>
<p>Es ist ein Meilenstein der modernen Demokratie: Mit der Einführung des Frauenstimmrechts vor 50 Jahren wurde die Schweiz in einem zentralen Punkt egalitärer. Die eminente gesellschaftliche Bedeutung der Volksabstimmung vom 7. Februar 1971 wird dieser Tage bei einem Blick in die Schweizer Medien deutlich: Keine grössere Redaktion, die das historische Ereignis nicht mindestens mit einem Schwerpunkt, wenn nicht mit einer Serie würdigt.</p>
<p>Im Zentrum stehen die Protagonistinnen und Aktivistinnen früherer Tage. So etwa in der Porträtsammlung <a href="https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/2021/50-heldinnen-des-frauenstimmrechts/" target="_blank" rel="noopener">«Fünfzig Heldinnen»</a>, mit der die Tamedia-Redaktion Frauen aus den letzten zwei Jahrhunderten würdigt, «ohne die es das Frauenstimmrecht wahrscheinlich heute noch nicht geben würde». Doch die Berichterstattung verharrt nicht in der Vergangenheit, sondern schafft den Bezug zur Gegenwart, und zeigt, «welche Kämpfe Frauen noch immer ausfechten müssen», wie die <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/50-jahre-frauenstimmrecht" target="_blank" rel="noopener">NZZ</a> zu ihrer Serie schreibt.</p>
<p>1996, als es ein Vierteljahrhundert Frauenstimmrecht zu feiern gegeben hätte, berichtete praktisch niemand. Ein paar Dutzend Artikel erschienen damals im Vorfeld des Jubiläums. Heute sind es über tausend. Die Zeiten ändern sich.</p>
<h3>The Bad – SRF auf Instagram: Service public hinter Schranken</h3>
<p>Instagram ist das neue Fernsehen. Darum spielt die populäre Plattform in den Überlegungen von Schweizer Radio und Fernsehen SRF eine zunehmend wichtigere Rolle. Im Zuge des laufenden Reform- und Sparprojekts will SRF vermehrt auf <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/susanne-wille-kuerzt-budgets-und-baut-um-850115282364" target="_blank" rel="noopener">Instagram</a> setzen. So soll etwa die zusammengesparte «Kulturplatz»-Redaktion künftig ein tagesaktuelles Format für Instagram produzieren.</p>
<p>SRF begründet dies mit dem <a href="https://www.bakom.admin.ch/dam/bakom/de/dokumente/bakom/elektronische_medien/Infos%20%C3%BCber%20Programmveranstalter/SRG%20SSR/srg-konzession-konsolidierte-fassung-1-3-2020.pdf.download.pdf/SRG-Konzession%20-%20Konsolidierte%20Fassung%20(Stand%201.3.2020).pdf" target="_blank" rel="noopener">Konzessionsauftrag</a>, Angebote bereitzustellen, «die auf die Lebenswirklichkeit und die Interessen junger Menschen ausgerichtet sind». Und diese Jungen findet man heute nicht mehr vor dem Fernsehapparat, sondern eben auf Instagram.</p>
<p>Doch wie passt das zum Grundsatz, wonach Service-public-Inhalte frei zugänglich sein müssen? Instagram kann nur vollständig nutzen, wer eingeloggt ist. Falls möglich, zeigt SRF seine Produktionen für die Bild- und Videoplattform auch auf der eigenen Website. Doch «exklusive Kommunikationstools von Drittplattformen», erklärt das Bundesamt für Kommunikation auf Anfrage, könnten «wesensgemäss» nicht auf frei zugänglichen Websites abgebildet werden. Das betrifft insbesondere Instrumente für Dialog und Interaktion mit dem Publikum. Ausgerechnet Funktionen, die einen modernen Service public ausmachen, darf SRF mit dem Segen der Aufsichtsbehörde auf ausländische Kommerzplattformen auslagern.</p>
<h3>The Ugly – «20min.ch»: sinnfreie Content-Produktion</h3>
<p>Wenn das Newsportal «20min.ch» eines kann, dann aus Nicht-Ereignissen Nicht-Journalismus zu machen. Ein Paradebeispiel für sinnfreie Content-Produktion lieferte «20min.ch» am vergangenen Mittwoch. Auf den ersten Blick sieht der <a href="https://www.20min.ch/story/als-mann-wuerde-ich-mich-schaemen-835977675860" target="_blank" rel="noopener">Artikel</a> nach Journalismus aus. Doch schon der letzte Satz im Lead weist in eine andere Richtung: «Jetzt fragt sich das Internet: Geht so Emanzipation?» Wer ist das Internet und seit wann stellt es Fragen? Und was haben vierzig zufälligerweise gefilmte Sekunden mit Emanzipation zu tun?</p>
<p>Anlass für die Berichterstattung bot ein Video auf <a href="https://www.tiktok.com/@justyna250679/video/6923167982638075141?_d=secCgYIASAHKAESMgowktxNk3FVDnqV2a5kAMb4xjwW%2BMH0gEiWRTN2gbCbMlNEdfZ8AbqqJpgkRCjEvT%2BoGgA%3D&amp;language=en&amp;preview_pb=0&amp;sec_user_id=MS4wLjABAAAAY-vGWzzy01lSHwmR1_cvhl0il-sp4bxfUyi2iVZ9HR1C9jXz_Ajtykvyq60NUFVw&amp;share_item_id=6923167982638075141&amp;share_link_id=8FA1EE7B-97EF-458D-94E0-AD2126FA7CBE&amp;timestamp=1612270029&amp;tt_from=more&amp;u_code=dg7j7jc3c2ah43&amp;user_id=6910577605462148102&amp;utm_campaign=client_share&amp;utm_medium=ios&amp;utm_source=more&amp;source=h5_m" target="_blank" rel="noopener">TikTok</a>: Eine Frau schaufelt ein verschneites Auto frei. Daneben steht ein Mann und schaut zu. Mehr weiss man nicht. Weder der Journalist, der darüber berichtet, noch die Frau, welche die Sequenz gefilmt hat. Über ihr Video schrieb sie im Scherz (drei Smileys): «Frau schaufelt und Mann schaut zu – so geht Emanzipation!» Ein paar schnell hingeschriebene User-Kommentare unter dem Video – auch hier viele Smileys – interpretiert der Journalist als ernsthafte Diskussion und nimmt dies zum Anlass und als Legitimation für seine Berichterstattung.</p>
<p>Eine Fachperson soll einordnen helfen. Über den Hinweis der befragten Soziologin, dass man den Kontext nicht kenne, setzt sich der Journalist hinweg und fragt weiter – und die Professorin gibt weiter Auskunft. Die Tiktok-Filmerin habe mit ihrem Emanzipation-Kommentar die beobachtete Szene «völlig falsch» eingeordnet. Von Emanzipation könne man höchstens sprechen, wenn beide schaufeln, so der Gipfel der soziologischen Erkenntnis zu diesem Nicht-Ereignis.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/06/frauenstimmrecht-instagram-20-minuten/">Frauenstimmrecht, SRF Instagram, 20 Minuten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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