von Redaktion

Journalismus oder Propaganda?

Am Sonntagabend zeigte die ARD ein halbstündiges Gespräch mit Wladimir Putin. Der russische Präsident konnte dabei seine Sicht auf den Konflikt um die Ukraine und mit dem Westen weitgehend unwidersprochen darlegen. «Wladimir Putin interviewt sich selbst», schreibt etwa die Wirtschaftswoche. Unser Dossier zu den Reaktionen auf das Putin-Interview.

Putin-Interview: Journalismus mit Kalkül? (NDR ZAPP)
Mediencoup oder journalistischer Offenbarungseid? Am Putin-Interview, das NDR Autor Hubert Seipel mit dem russischen Präsidenten geführt hat, scheiden sich die Geister.

ARD verwandelt sich in Putins Kreml-TV (Die Welt)
Das Exklusiv-Interview mit Russlands Präsident Wladimir Putin sollte ein Scoop sein. Doch die ARD machte daraus unkritisches Kreml-TV. Dass es besser geht, zeigten die Gäste von Günther Jauch.

Wladimir Putin interviewt sich selbst (Wirtschaftswoche)
Der Kremlchef erläutert im ARD-Interview sein Weltbild – und versucht, die Zuschauer mit Halbwahrheiten und windigen Vergleichen einzuwickeln. Bleibt zu hoffen, dass die Deutschen dies auch kritisch einzuordnen wissen.

Die Werbestunde des Herrn Putin (NZZ)
Der russische Präsident Putin hat in einem ausführlichen Fernsehinterview die Annexion der Krim als demokratisch einwandfrei verteidigt. Die ukrainische Führung in Kiew wurde hart kritisiert, über den Westen geriet der Kremlchef in Verwunderung. Deutschland wurde umworben.

Weitere Beiträge im MEDIENMONITOR-Dossier zum Thema:

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Leserbeiträge

Christopher Prinz 02. Dezember 2014, 10:36

Na nun bin ich wieder so glücklich dass es die Medienwoche gibt,
Auf einer einzigen Seite die Landschaft der quietschenden Dielenböden zu sehen, ist so traurig es ist, eben auch ein Gefühl der Bestätigung.
Es wäre ja auch schön etwas zu recherchieren, wenn man die Zeit dazu hätte, welcher der Journalisten der aufgeführten Artikel auch nur ansatzweise das Format des Hubert Seidel haben.
Wie, ausser durch voreingestellter Meinungs-Unfreiheit man darauf kommen kann, dass Hubert Seidel es zulassen würde, dass sich Putin selbst interviewt, kann ich mir nicht vorstellen. Wenigstens nicht wenn man sich vorher etwas über den Mann informiert hat.
Zapp hat wenigstens “die Frage” gestellt. Kalkül. Ja das wäre schon möglich. Da sollte man genau hinschauen.
Doch offensichtlich hat das keiner der Journalisten getan. Wieder einmal mehr nicht mal von der NZZ.
Auf alle Fälle, danke Medienwoche.Dass es dich gibt.

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