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Zwölf Fragen zur Zukunft von SRG & Co.

Zwölf Fragen zur Zukunft von SRG & Co.

Wie organisiert und sichert man Medien- und Kulturleistungen, die der ganzen Gesellschaft nützen, weil sie über den Konsum hinaus einen Mehrwert bieten? Polarisierende Meinungen dazu fallen leicht, wie der aktuelle Abstimmungskampf um das revidierte Radio- und Fernsehgesetz zeigt. Doch in der Frage nach der Zukunft des medialen Service public drängen sich sorgfältige Abwägungen und Weichenstellungen Weiterlesen …

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

So schreibe ich: «Vor dem ersten Gegenlesen krepiere ich fast»

So schreibe ich: Rafaela Roth hat den Sprung vom Nachwuchstalent zur gestandenen Schreiberin geschafft. Als Reporterin des «Tages-Anzeigers» fällt sie vor allem durch thematische Breite und stilistische Versiertheit auf. Wie sie das macht? Mit der MEDIENWOCHE hat sie über ihren Artikel «Liberté, Egalité, SVP» gesprochen, eine Geschichte der Gleichstellungsgegnerschaft der SVP. Es ist so verlogen. Weiterlesen …

«Der dritte Weltkrieg wird mit einem Tweet beginnen»

Wer bis heute Twitter nicht genutzt hat und es dann doch noch tun will, hat es nicht einfach. Denn auch Nicht-Nutzer können sich ein Bild machen, wissen zum Beispiel, dass Twitter die von US-Präsident Trump bevorzugte Kommunikationsplattform ist, oder dass es regelmässig zu Shitstorms kommt. Nichtsdestotrotz wollte es Boris Pofalla wissen. Der «Welt»-Journalist eröffnete 2018 ein Twitter-Konto. Er hätte es besser sein lassen sollen. Was er da sieht, gefällt ihm gar nicht, gibt aber ausreichend Stoff her für einen Text aus der beliebten Gattung der Selbstversuche. «Meine vorherrschende Emotion auf Facebook ist die Fremdscham, auf Twitter ist es Besorgnis. Twitter weckt bei Pofalla Weltuntergangsstimmung, wenn er schreibt: «Alle anderen Medien, sozial oder nicht, haben sich längst bei Twitter angesteckt, es verändert die Welt, selbst wenn man es selbst niemals benutzt. Twitter ist ein tribalisierendes Affektmedium. Der nächste Weltkrieg, da bin ich mir sicher, wird mit einem Tweet beginnen.»

Wer hat Angst vor dem grossen Mantel?

Die schweizerische Wettbewerbskommission hat eben grünes Licht gegen für den Zusammenschluss der Regionalzeitungen von AZ Medien und NZZ Mediengruppe. Diese Blätter werden fortan unter einem gemeinsamen Mantel erscheinen. Sprich: Ein Grossteil ihrer Inhalte wird identisch sein. Kritiker sehen darin – naheliegende – einen Verlust an Meinungsvielfalt. Die Verlage selbst sehen in der Bündelung der Kräfte gerade das Gegenteil, nämlich ein Stärkung der Vielfalt. Das sagt etwa Lars Haider, Chefredaktor des «Hamburger Abendblatt», das seine Berichterstattung aus Berlin mit zahlreichen Zeitungen der Funke-Mediengruppe teilt. Früher hätten zwar alle Zeitungen eigene Korrespondenten in der Hauptstadt beschäftigt, doch seien die gar nicht an die Politiker herangekommen und begnügten sich daher oft mit der Verbarbeitung von Agenturmeldungen. «Wenn es auf einmal fünf, sechs, sieben größere Zentralredaktionen gibt, ist das schon eine Verbesserung», sagt Haider gegenüber dem Medienamgazin ZAPP des NDR. Für ihn sei die neue Situation «auf jeden Fall mehr Vielfalt als es früher war».

Wettbewerbskommission genehmigt Übernahme von Goldbach durch Tamedia

Im Dezember hatten die Mediengruppe Tamedia und die Goldbach Group bekannt gegeben, eine strategische Partnerschaft eingehen zu wollen. Nach einer vertieften Prüfung hat die Eidgenössische Wettbewerbskommission Weko der Übernahme ohne Auflagen oder Bedingungen zugestimmt. Der Vollzug erfolgt innerhalb der nächsten zehn Börsentage.

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Durchzogene Bot-Bilanz

Angesichts der verbreiteten Nutzung von Messenger-Diensten, wie jene von Facebook oder WhatsApp, suchten Medien nach wegen, ihr Publikum auch dort anzusprechen. Ein Weg dazu sind Chat-Bots. Sie können automatisiert Anfragen erledigen und etwa Artikel zu einem vorgeschlagenen oder gewünschten Thema servieren. Das Fachmagazin Digiday hat sich bei grossen internationalen Verlagen umgehört und festgestellt, dass Chat-Bots nur beschränkt auf Interesse stossen. Mehrere Medien wie der «Guardian» oder die Washington Post haben ihre diesbezüglichen Aktivitäten nach eher ernüchternden Erfahrungen zurückgefahren. Prominenter Anbieter, der weiter auf Chat-Bots setzt, ist die News-Plattform Quartz.

Twitter kappt den chronologischen Feed in Dritt-Apps

Wer Twitter via Web oder mit der offiziellen App nutzt, kriegt den Nachrichtenstrom algorithmisch vorsortiert präsentiert; nicht nur aktuelle Kurzmeldungen werden angezeigt, sondern auch solche, die Twitter für passend hält. Bis jetzt gab es eine grosse und gar nicht geheime Hintertür, den Twitter-Feed weiterhin streng chronologisch geordnet zu nutzen. Apps wie Tweetbot, Tweetdeck oder Twitterrific boten diese Nutzungsmöglichkeit. Auch war Twitter in diesen Apps werbefrei. Damit ist nun Schluss: Twitter dreht den Drittentwicklern den Saft ab, respektive verlangt dafür prohibitiv hohe Gebühren, die man nie an die Endnutzer weitergeben könnte. Der Schritt lässt sich zusammenfassend so erklären: «Solange es ums Wachstum geht, sind externe Apps genehm. Sobald sie das eigene Geschäftsmodell untergraben, geht es ihnen an den Kragen», schreibt Dennis Horn im WDR-Blog Digitalistan.