AUF DEM RADAR

Breitbartiges Forum, vielfältige Redaktionen, bedeutungsleere Bilder, unboykottierbares Google

Kritik an «Breitbart»-Auftritt am Swiss Media Forum

Am 14. September wird am Swiss Media Forum, dem grössten Branchenanlass der Schweizer Medien, ein Vertreter von «Breitbart News» auftreten. Das Referat von Thomas Williams figuriert im Programm unter dem Titel «Die andere Sicht». Gegenüber der Wochenzeitung WOZ begründet Forum-Organisator Patrik Müller die Einladung mit dem journalistischen Gebot, auch die andere Seite anzuhören. Die WOZ hält das für ein «mageres» Argument, denn «Breitbart» sei nicht irgendein Nachrichtenanbeiter, sondern eine Fake-News- und Propagandaschleuder. Mit der Einladung nach Luzern werde das Trump-nahe Portal «zum trügerischen Teil einer bunten Medienvielfalt. Indem man sie in eine Reihe mit anderen Medien und MeinungsmacherInnen stellt, wird der Anschein erweckt, ‹Breitbart› vertrete nichts weiter als eine Sichtweise unter vielen.»

Plädoyer für einen Kulturwandel auf den Redaktionen

Die Chefredaktorin von Spiegel-Online plädiert für mehr Vielfalt in den Redaktionen als Mittel zur besseren Ansprache des Publikums, das schliesslich auch ganz vielfältig ist. Das ist zwar keine grundlegend neue Erkenntnis, wurde aber zu lange vernachlässigt, weil es dem Journalismus zu gut ging und er auch mit relativ homogen zusammengesetztem Personal auskommen konnte. «Die Digitalisierung zwingt uns, uns auf den Nutzer zu fokussieren», sagt Barbara Hans. Und dieser Nutzer hat eben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, die er oder sie auch artikulieren kann und die Medien zwingt, darauf einzugehen.

Abgesang auf die Fotografie

«Zu keiner Zeit waren Bilder so bedeutungsleer wie heute», schreibt Daniele Muscionico in einem Abgesang auf die Fotografie im Zeitalter ihrer digitalen Massenverbreitung. Die einstige Macht der Bilder habe sich in Ohnmacht verkehrt. Zur Wirklichkeitsbeschreibung tauge die Fotografie nicht. Aber wer dann? «Nur die Malerei kann die Vielschichtigkeit der Wirklichkeit erfassen», bilanziert die Autorin.

Darum ist ein Google-Boykott unmöglich

Ein beliebtes wirtschaftliches und politisches Druckmittel ist der Boykott. In letzter Zeit haben das auch etliche Medienunternehmen erfahren. Das Trump-nahe Portal «Breitbart News» sieht sich mit einem anhaltenden Werbeboykott konfrontiert und auch der Videoplattform Youtube gehen Gelder verlustig, weil man sie für das Verbreiten von Hassbotschaften kommerziell abstraft. Bis zu einer gewissen Unternehmensgrösse können sich Boykotte spürbar auswirken, im schlimmsten Fall droht die Betriebseinstellung. Vor solchem Ungemach ist Google gefeit. Wenn einzelne Unternehmensteile wie Youtube etwas weniger Geld generien, dann spürt das der Konzern kaum. Bereits sieben Google-Dienste zählen heute über ein Milliarde Nutzer. Das Magazin The Outline zeigt nun auf, wie weit sich der einstige Suchkonzern und heutige Tech-Gigant in unser digitales Leben reingefressen hat, so dass jeder Boykottversuch im Leeren verpuffen muss.

Weitere Beiträge

Komplizierte Konzessionen, Adblocker-Chef im Interview, Facebook dreht Geldhahn zu, Niederlage für Breitbart

«No Billag»: teure und komplizierte Radiozukunft

Neben dem Kernanliegen, der Abschaffung der Empfangsgebühren und dem Verbot jeglicher öffentlicher Medienfinanzierung durch den Bund, beinhaltet die «No Billag»-Initiative eine ganze Reihe weiterer, ziemlich unausgegorener Forderungen. Eine davon ist jene nach der Versteigerung von Radio- und Fernsehkonzessionen. Philipp Burkhardt, Leiter der Bundeshausredaktion von Radio SRF, hat nun einmal durchgerechnet, was es für die schweizerische Radiolandschaft bedeuten würde, wenn künftig ein Auktionsverfahren darüber entscheiden würde, welche Programme auf Sendung gehen können. So richtig weiss niemand, was da genau auf die Radioveranstalter zukommen würde, weder das Bundesamt für Kommunikation noch die Initianten. Klar scheint nur so viel zu sein: Es würde kompliziert und teuer.

Adblocker-Chef: «Die Publisher tun mir nicht leid.»

Er ist der Schreck der Verlage: Till Faida ist CEO der Firma Eyeo, deren bekanntestes Produkt Adblock Plus heisst und von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt geschätzt und genutzt wird – ganz zum Leidwesen digitaler Medienanbieter, die mit Werbung im Web Geld verdienen wollen. Leid tun die Faida nicht. Schliesslich sind Adblocker nur darum so populär, weil Online-Werbung so schlecht ist. Was es denn brauche, damit Nutzer Online-Werbung akzeptierten, wollt das Magazin t3n wissen. Faida: «Werbung darf nicht zu viel Platz einnehmen, muss klar als solche gekennzeichnet sein, darf den Lesefluss nicht unterbrechen und Animationen und andere Rich-Media-Experiences können nur abgespielt werden, wenn der Nutzer sich entscheidet, mit der Werbung zu interagieren.» Als Nächstes will Faida eine Alternative zu Paywalls anbieten auf der Basis des aufgekauften Dienstes Flattr. Ein User soll selbst einen Betrag festlegen, den er für Content im Web ausgeben will. Das Geld wird danach automatisch an jene Seiten verteilt, mit denen man am intensivsten und nachhaltigsten agiert. Es sei dies «das erste Finanzierungsinstrument für das Web, das wirklich Qualitätsjournalismus belohnt.» Klingt schon mal gut. Ob es aber die Beträge einspielt, die es braucht, um Qualitätsjournalismus zu finanzieren, steht auf einem anderen Blatt.

Facebook als wankelmütiger Geldonkel

Der Vorgang zeigt exemplarisch, was es für Medien heisst, sich auf vermeintlich lukrative Deals mit Facebook einzulassen. Wenn das Unternehmen seine Strategie ändert, dann fliesst auch kein Geld mehr. So geschieht das nun zahlreichen Verlagen, die sich bisher ihr Video-Engagement auf Facebook haben versilbern lassen. Damit ist nun frühzeitig Schluss, die Partnerschaft wird nicht verlängert. Stattdessen wolle Facebook «Video-Inhalte nun offenbar ausschließlich über das Anzeigenbeteiligungsmodell vergüten», schreibt Nils Jacobsen auf Meedia.

Alabama-Wahl: auch eine Niederlage von Bannon und Breitbart

Zu den ergebensten Unterstützern von Roy Moore, der für die Republikaner den US-Staat Alabama im Senat vertreten wollte, zählten Stephen Bannon und sein Nachrichten- und Propagandaportal Breitbart.com. Moores Niederlage und die Wahl des Demokraten Doug Jones ist gerade auch für Bannon eine bittere Lektion, umso mehr als dass er Moore gegen jede Kritik, und insbesondere gegen die Anschuldigung der sexuellen Übergriffe, verteidigte und mit Breitbart zum Gegenangriff überging. Die «Washington Post» hält das Potenzial von Breitbart als Kampagneinstrument für inzwischen begrenzt und zitiert dazu den Journalismusprofessor Frank Durham von der Universitiät Iowa: «Bannon’s Selbstinszenierung war nicht überzeugend für Leute, die nicht schon in seinem Lager sind.»

Gezeichneter Skandal, KCRW aus Berlin, die Jugend verlässt Facebook, automatisch Geld verlochen

Graphic Novel zum grössten Korruptionsprozess Österreichs

Natürlich könnte man noch einmal alles aufschreiben, auf frühere Artikel verlinken, ein Dossier bereitstellen oder wie auch immer in Textform das Geschehene zusammenfassen. Der «Falter» aus Wien entschied sich für einen anderen Weg. Zum Start des Korruptionsprozesses gegen den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser (Ex-FPÖ) realisierte die Wochenzeitung eine animierte Graphic Novel. In zehn Minuten und vier Kapiteln wird die sogenannte Buwog-Affäre kompakt und verständlich rekapituliert. Georg Eckelsberger, der das Drehbuch geschrieben hat, wollte damit «einen komplizierten Sachverhalt ansprechend und spannend für das Publikum aufbereiten». Was ihm gelungen ist.

«Das beste Radio der Welt» muss seinen neuen Platz noch finden

Der Sender KCRW aus Kalifornien wurde verschiedentlich als «das beste Radio der Welt» bezeichnet (unter anderem von Mona Vetsch in einer Reportage 2006 für «Das Magazin»). Natürlich konnte man Internet-sei-Dank das Programm des Public-Radio-Senders aus Santa Monica schon bisher in hiesigen Breitengraden geniessen. Doch nun machte KCRW auch physisch den Sprung über den Atlantik. Seit Oktober sendet ein Ableger aus Berlin über UKW und folgt damit auf NPR Berlin, der seine Lizenz zurückgegeben hat. Treibende Kraft hinter dem neuen Sender ist der ehemalige US-Botschafter John Kornblum. Nach zwei Monaten auf Sendung zieht der «Tagesspiegel» eine erste Bilanz: «Der Musikgeschmack des Radios ist Elektro» – wenig überraschend für Berlin. Im Wortbereich führt KCRW Sendungen seines Vorgängers NPR im Programm. Ein klares Profil wird aber noch vermisst: «Wohin das Radio will, welche Rolle es in Berlin einnehmen mag, das lässt sich noch nicht absehen. Möglich ist vieles», schreibt Alexander Görlach.

So digital und sozial kommuniziert die Schweizer Jugend

Whatsapp topp, Facebook flop: wenn Jugendliche in der Schweiz zum Smartphone greifen, was fast alle tun (98 Prozent der 15-24 Jährigen nutzen es täglich), dann kommunizieren sie am wahrscheinlichsten via Whatsapp (98 Prozent der 15-24 Jährigen nutzt die Plattform täglich). Facebook dagegegen verliert bei den Jungen an Popularität. Vor einem Jahr nutzten noch 70 Prozent der Jungen gelegentlich Facebook, ein Jahr später sind es nur noch 55 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem aktuellen Digimonitor, den die Interessengemeinschaft Elektronische Medien IGEM zusammen mit der AG für Werbemedienforschung WEMF jährlich durchführen. Facebook überholt haben bei den Jungen zudem Snapchat und Instagram. Einen überraschenden Aufschwung in allen Bevölkerungsgruppen erlebt Pinterest, wobei insbesondere Frauen der Bildersammlplattform zugetan sind.

Der grosse Werbebetrug

Die Automatisierung der Online-Werbung begünstig Betrug im grossen Stil. Eine Studie, die Google zusammen mit Werbedienstleistern und Medienunternehmen erstellt hat, zeigt nun das Ausmass. Untersucht wurden 26 Domains. Werbung, die eigentlich dort gebucht wurde, landete stattdessen auf Seiten von Betrügern, die dann dafür kassierten. «Hochgerechnet wanderten damit täglich 3,5 Millionen US-Dollar an Betrüger, die eigentlich an Verlage hätten ausbezahlt werden sollen. Dies entspricht einem jährlichen Schaden von 1,27 Milliarden US-Dollar», schreibt Torsten Kleinz auf Heise Online. Vielen Werbekunden fehle die Übersicht, an wen sie ihre Werbegelder zahlten. Betrügerische Plattformen sollen nun ausgebootet werden, indem Website-Betreiber maschinenlesbar deklarieren, mit welchen Werbemarktplätzen sie tatsächlich zusammenarbeiten.

Agentur in Gefahr, Journalismus 2018, er schuf die Pop-Bibel, Medien im Darknet

SDA-Redaktion befürchtet «Abkehr von journalistischen Grundsätzen»

So wie die Schweizerische Depeschenagentur SDA im journalistischen Tagesgeschäft im Schatten der grossen Medienmarken steht, so haben auch die angekündigten und absehbaren Umwälzungen bei der SDA bisher noch keine grösseren Wellen geworfen. Doch intern erwartet man von der Fusion mit der Bildagentur Keystone und der Austria Presse Agentur als Grossaktionärin wenig Gutes. Darum wendet sich die SDA-Redaktion mit einem offenen Brief an Geschäftsleitung und Verwaltungsrat. Das Personal bezieht unter anderem Stellung gegen eine befürchtete «Vermischung von PR mit journalistischer Arbeit», da bekannt wurde, dass das PR-Geschäft ausgebaut werden soll. Um die Stellung des Journalismus innerhalb der neuen Struktur zu unterstreichen, soll ein erfahrener Journalist oder eine erfahrene Journalistin in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen, was aktuell nicht mehr der Fall ist.

Das beschäftigt den Journalismus 2018

Wie es sich so gehört für die Medien, wenn sich ein Jahr dem Ende zuneigt, folgen im Dezember mit berechenbarer Sicherheit irgendwelche Prognosen für das bald anbrechende neue Jahr. Nicht anders macht dies das Niemanlab der Harvard-Universtiät für die kommenden Trends im Journalismus. Doch handelt es sich hierbei weniger um einen spekulativen Blick in die Zukunft als vielmehr um eine aktuelle Bestandesaufnahme laufender Trends, die sich zu verstärken abzeichnen. So rechnet etwa Bill Keller, der frühere New-York-Times-Chefredaktor, damit, dass 2018 in den USA mehr Nonprofit-Redaktionen gegründet als in Nordkorea Raketen zum Test abgefeuert werden. Neben positiven Entwicklungen fällt der Blick selbstverständlich auch auf besorgniserregende Trends. Nicholas Diakopoulos von der Northwestern University sieht eine grosse Herausforderung auf den Journalismus zukommen mit vollsynthetisch generierten Inhalten: «Unsere Aufmerksamkeit zu manipulieren war noch nie einfacher». Bis jetzt wurden 13 solcher Kurzprognosen publiziert, im Laufe des Monats folgen weitere.

Aufstieg und Niedergang der Pop-Bibel

Eine neue Biografie widmet sich dem Leben von «Rolling Stone»-Gründer Jann Werner. Kritiker sagen, es sei ein bösartiges Buch, das nur auf die negativen Aspekte des facettenreichen Lebens des Self-Made-Man fokussiere und danach trachte, ihn zu diskreditieren. Jean-Martin Büttner hält das Werk von Joe Hagan, das im kommenden März auch auf Deutsch erscheint, trotzdem für lesenswert. Zum einen weil es unterhaltsam ein Sittenbild einer Epoche zeichnet entlang der Vita dieses umtriebigen Magazinmachers und zum anderen eindrücklich aufzeigt, wie sich eine Gegenkultur im Kapitalismus auflöst.

Ein kleiner Schritt für die New York Times, ein grosser Schritt für das Darknet

Die meisten Medien interessieren sich für das sogennante Darknet vor allem im Zusammenhang mit Recherchen über Internet-Kriminalität. Dass das auf möglichst grosser Anonymität aufgebaute Datennetzwerk aber auch gute Dienste leistet für geschützte Online-Kommmunikation, geht dabei gerne vergessen. Gerade für den Kontakt mit schützenswerten Quellen bietet sich das Darknet an. So unterhalten verschiedene Redaktionen Postfächer für potenzielle Whistleblower. Einen Schritt weiter gegangen ist nun die New York Times. Die Zeitung macht seit Ende Oktober ihr gesamtes Online-Angebot auch über den Darknet-Browser Tor zugänglich. Zielgruppe für diese Form der Nutzung sind Leserinnen und Leser in Ländern, wo das Internet zensiert wird.

Dinosaurier-Hochzeit, Welsche für «No Billag», so schreibt Somm, recherchieren für die «Republik»

Zum NZZ/AZ-Joint-Venture: «Und dann sterben sie aus.»

Wie ist der Zusammenschluss der Regionalzeitungsgeschäfts von NZZ und AZ Medien einzuschätzen? Für Matthias Zehnder, gewesener Chefredaktor der bz Basel, ein AZ-Titel, der nun ins neue Joint-Venture überführt wird, gibt es zwei Sichtweisen: Auf mittlere Sicht ist der Schritt eine pragmatische Lösung, zwar muss der Leser mit Abstrichen rechnen, denn weniger ist weniger, aber immerhin werden sich die Titel im Markt halten können. Auf lange Sicht sieht Zehnder hingegen schwarz: «Ich bezweifle stark, dass die bestehenden Verlagshäuser die Phantasie und die Kraft haben, sich neu zu erfinden. Sie setzen auf das Dinosaurier-Sein, so lange es geht. Und dann sterben sie aus.»

«No Billag»: Dreht der Wind in der Westschweiz?

Bislang konnte man davon ausgehen, dass die SRG in der Westschweiz grossen Rückhalt in der Bevölkerung geniesst. Schliesslich profitiert die Romandie vom Verteilschlüssel der Gebührengelder und erhält mehr Mittel zugeteilt für ihre Radio- und TV-Programme als die eigene Bevölkerung einzahlt. Im Hinblick auf die «No Billag»-Abstimmung gibt es nun auch SRG-kritische Töne zu vernehmen. Wie auch in der Deutschschweiz sind es Jungpolitiker von SVP und FDP, die Stimmung machen für eine Gebührenabschaffung. Mit ersten Erfolgen. So hat die SVP des Kantons Waadt überraschend die Ja-Parole für die Anti-SRG-Initiative herausgegeben und auch die Jungfreisinnigen des Kantons Genf empfehlen die Vorlage zur Annahme.

«Ein ‹Journalist› im eigentlichen Sinn ist Somm nicht»

Nachdem die Aargauer Zeitung mit der NZZ zusammenspannt, folgt wohl als nächstes die Kooperation von «Südostschweiz» und «Basler Zeitung» BaZ. Das heisst auch, dass künftig die samstäglichen Leitartikel von BaZ-Chefredaktor Markus Somm in der «Südostschweiz» zu lesen sein werden. Verleger Hanspeter Lebrument fände das eine ganz gute Sache. Aus diesem Anlass hat der Basler Schriftsteller und BaZ-Kritiker Guy Krneta Somms Leitartikel analysiert und geschaut, was denn Lebrument offenbar so toll findet. Als Erstes stellt Krneta fest: «Ein ‹Journalist› im eigentlichen Sinn ist Somm nicht. Jedenfalls nicht mit Blick auf seine Texte. Es gibt keine einzige Geschichte, die Somm journalistisch aufgearbeitet hat. Er schreibt Kommentare zu Dingen, die allgemein bekannt sind. Selten bringt er neue Informationen ins Spiel.» Für Leitarikel, die bald in Basel und Chur gedruckt werden, reicht das alleweil.

Verdeckte Polit-Werbung auf Facebook: die «Republik» bittet um Mithilfe

Rund einen Monat bevor das Online-Magazin «Republik» an den Start geht, bittet es sein Publikum bereits zur Mithilfe für ein Rechercheprojekt. Und zwar geht es darum, dass man mithilfe einer Browser-Erweiterung politische Werbung auf Facebook identifiziert, die einem aufgrund des Persönlichkeitsprofils angezeigt wird. Bekannt sind solche Anzeigen, die nur ein bestimmter Personenkreis sieht, auch als sogenannte «Dark Ads». Adrienne Fichter, die auf das Thema spezialisieret Autorin, schreibt dazu: «Herkömmliche Werbung – ein Plakat an der Strasse, ein Inserat in der Zeitung – ist öffentlich. Alle sehen das Gleiche. Auf Facebook können Parteien jedem Bürger, jeder Bürgerin eine andere Wahrheit präsentieren. Sie bekommen nur noch das gesagt, was sie wahrscheinlich hören wollen. Und niemand, ausser Facebook selbst, hat einen Überblick.»