<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Tamedia | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/tamedia/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 01 Oct 2022 08:11:59 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>Abstimmungsinserate, Medienforschung, Sparmassnahmen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2022 07:35:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<category><![CDATA[IKMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Media Focus]]></category>
		<category><![CDATA[Politwerbung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=99812</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Eine Art Presseförderung Seit zwanzig Jahren geht es bergab mit der Werbung in gedruckten Zeitungen. Inzwischen liest sich sogar ein einstiger Inserate-Krösus wie «20 Minuten» weitgehend werbefrei. Nur: Die Situation könnte noch schlimmer sein, wäre da nicht die direkte Demokratie. Die Pro- und Contra-Kampagnen zu Eidgenössischen Abstimmungen erzeugten seit dem Jahr 2000 <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/">Abstimmungsinserate, Medienforschung, Sparmassnahmen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b.jpeg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b.jpeg" alt="" width="1456" height="487" class="aligncenter size-full wp-image-99837" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b.jpeg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b-300x100.jpeg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b-1024x343.jpeg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Good-Bad-Ugly-20221001b-768x257.jpeg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Eine Art Presseförderung</h3>
<p>Seit zwanzig Jahren geht es bergab mit der Werbung in gedruckten Zeitungen. Inzwischen liest sich sogar ein einstiger Inserate-Krösus wie «20 Minuten» weitgehend werbefrei.</p>
<p>Nur: Die Situation könnte noch schlimmer sein, wäre da nicht die direkte Demokratie. Die Pro- und Contra-Kampagnen zu Eidgenössischen Abstimmungen erzeugten seit dem Jahr 2000 einen Brutto-Werbedruck von rund 400 Millionen Franken, verteilt auf alle Mediengattungen. Diesen Betrag hat die Firma <a href="https://mediafocus.ch/wp-content/uploads/2022/09/Media_Focus_eidg._Abstimmungsvorlagen_2000-2022.pdf" rel="noopener" target="_blank">Media Focus kürzlich errechnet</a>. Sie betont aber, dass der Betrag dem Gegenwert gemäss den offiziellen Medientarifen und nicht den tatsächlichen Ausgaben beziehungsweise Einnahmen entspricht.</p>
<p>Im Fall der gedruckten Presse zeigt sich ein erfreuliches Bild bei der Anzeigenentwicklung. «Die eidgenössischen Abstimmungen bleiben stabil, während der Gesamtwerbemarkt sinkt», erklärt Tina Fixle, Chefanalytikerin von Media Focus. Was auch heisst, dass Parteien und Komitees die Zeitungen weiterhin als geeignetes Umfeld für ihre Botschaften anschauen.</p>
<p>Bloss: Auch wenn Abstimmungspropaganda als eine Art Presseförderung wirkt, retten wird sie die Zeitungen auch nicht. «Wir reden hier im Verhältnis zum Gesamtmarkt nicht von grossen Summen», relativiert Werbeforscherin Fixle. Aber wenig ist immer noch mehr als nichts.<br />
</p>
<h3>The Bad – Mangelndes Engagement für die Forschung</h3>
<p>Was machen wir eigentlich und warum? Die Frage nach dem Selbstverständnis der Kommunikationswissenschaft beschäftigt das Fach schon länger. Schliesslich stellt die Digitalisierung nicht nur die Medien selbst vor neue Fragen, sondern auch jene, die sie professionell beobachten. </p>
<p>Darum entschlossen sich die beiden Forschenden Franziska Oehmer-Pedrazzi (Fachhochschule Graubünden) und Tobias Rohrbach (Universität Freiburg) vor sechs Jahren zu einer Bestandesaufnahme. Mit einer Analyse möglichst vieler studentischer Abschlussarbeiten an Schweizer Universitäten und Fachhochschulen wollten sie die Debatte zum Selbstverständnis der Kommunikationswissenschaft mit empirischen Daten anreichern.</p>
<p>Allerdings gab es da ein Problem. Ausgerechnet das renommierte <a href="https://www.ikmz.uzh.ch/de.html" rel="noopener" target="_blank">Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung IKMZ</a> der Uni Zürich lehnte die Teilnahme an der Analyse ab. Die Abschlussarbeiten, die Studierende am IKMZ (und beim Vorgänger IPMZ) verfasst hatten, konnten nicht für die Arbeit berücksichtigt werden, wie im kürzlich <a href="https://www.hope.uzh.ch/scoms/article/view/j.scoms.2022.02.002/2386" rel="noopener" target="_blank">publizierten Beitrag</a> steht. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Qualität der Studie aus: «Der Datensatz ist dadurch insgesamt weniger repräsentativ», schreiben Oehmer-Pedrazzi und Rohrbach.</p>
<p>Auf Anfrage erklärt IKMZ-Institutsdirektor Mike Schäfer, der Rechtsdienst der Fakultät sei damals zur Einschätzung gelangt, dass das Institut die Abschlussarbeiten ohne Zustimmung der Autor:innen nicht weitergeben dürfe. Nur: Alle anderen Institute von Neuenburg über Bern bis Lugano sahen kein Problem darin, dass ihre Arbeiten auch ohne Zustimmung beforscht wurden. Warum sich das IKMZ damals nicht stärker für die Forschung eingesetzt und den Entscheid des Rechtsdiensts mit Verweis auf das Vorgehen der anderen Universitäten hinterfragt hatte, bleibt sein Geheimnis.</p>
<h3>The Ugly – Tamedia spart, Folge 378</h3>
<p>Wieder mal unerfreuliche Nachrichten aus dem Hause TX Group/Tamedia. Obwohl die gedruckten Zeitungen im Geschäftsjahr 2021 schwarze Zahlen geschrieben hatten und die Verlegerfamilie um Pietro Supino <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/medien-tiefschwarze-zahlen-bei-der-tx-group-ld.2261287" rel="noopener" target="_blank">50 Millionen Franken Dividenden</a> kassierte, bleibt der Spardruck auf Titel wie «Tages-Anzeiger» und «Berner Zeitung» konstant hoch.</p>
<p>Am vergangenen Dienstag <a href="https://www.republik.ch/2022/09/27/journal" rel="noopener" target="_blank">meldete die «Republik»</a>, dass es nun die überregionale Redaktion, also das Mantelressort der Tamedia-Titel, treffe. Von einem knappen Dutzend Entlassungen sowie der Nichtbesetzung offener Stellen ist die Rede. Federn lassen muss auch die Produktionsabteilung, die allen Zeitungen zudient. </p>
<p>Der Abbauschritt erfolgt nicht überraschend. Er trägt zu den 70 Millionen Franken bei, die Tamedia im August 2020 als Sparziel ausgegeben hatte. «Durch vorausschauendes Management konnte Tamedia in den vergangenen Monaten auf Kündigungsmassnahmen verzichten. Leider ist das aufgrund der gesamtwirtschaftlich angespannten Lage nicht mehr ausreichend», teilt Tamedia auf Anfrage mit. </p>
<p>Besonders gross ist der Ärger in Bern. Hier ging man davon aus, mit der <a href="https://medienwoche.ch/tag/berner-modell/">Zusammenlegung der Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund»</a> vor einem Jahr einen ausreichenden Beitrag zum 70-Millionen-Paket geleistet zu haben und dafür eine Weile verschont zu bleiben von weiteren Sparschritten. Das versicherten die Verantwortlichen im letzten Frühjahr dem Personal. Doch nun geht es trotzdem weiter. «Am Standort Bern ist eine Frühpensionierung im Gespräch», heisst es von Seiten Tamedia. Aber nicht nur das. Auch die Neubesetzung einer Praktikumsstelle ist fraglich, ebenso wie eine Reihe schon länger vakanter Stellen. Als mögliches Sparobjekt gehandelt würden zudem die Löhne der festen freien Mitarbeitenden, heisst es aus der Redaktion BZ/«Bund». Tamedia sagt dazu nichts.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/01/politinserate-medienforschung-sparmassnahmen/">Abstimmungsinserate, Medienforschung, Sparmassnahmen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2022 08:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaltage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=99328</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Schub für Klimajournalismus Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein Klimalabor und holt David Bauer für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die zunehmende Zahl jener Medien ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-99346" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Schub für Klimajournalismus</h3>
<p>Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein <a href="https://www.republik.ch/format/klimalabor" target="_blank" rel="noopener">Klimalabor</a> und holt <a href="https://www.davidbauer.ch/" target="_blank" rel="noopener">David Bauer</a> für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">zunehmende Zahl jener Medien</a> ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität auch eine Krise für den Journalismus», schreibt die «Republik». Für die Bewältigung dieser doppelten Krise will man zusammen mit dem Publikum die passenden publizistischen Produkte entwickeln; passend im Sinn von: «klar, verlässlich, brauchbar».</p>
<p>Wenn es jemanden gibt, der dieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen ist, dann David Bauer. Von seinen bisherigen beruflichen Stationen, etwa als Leiter Visuals der NZZ oder zuletzt beim <a href="https://refind.com/" target="_blank" rel="noopener">Start-Up Refind</a>, bringt der ausgebildete Journalist die besten Voraussetzungen mit für die Leitung des Klimalabors.</p>
<p>Zu einem Erfolg kann das neue Projekt insbesondere dann werden, wenn die «Republik» nicht nur jene erreicht, die sowieso schon ein grösseres Bewusstsein für das Ausmass der Krise haben. Ein Mangel, den <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/">Sara Schurmann</a>, Gründerin des <a href="https://klimajournalismus.de/" target="_blank" rel="noopener">Netzwerks Klimajournalismus</a>, in einer aktuellen <a href="https://uebermedien.de/76407/die-klimakrise-eskaliert-und-der-journalismus-kommt-nicht-hinterher/" target="_blank" rel="noopener">Bestandsaufnahme</a> beobachtet hat.<br />
</p>
<h3>The Bad – Katalogware für treue Kundschaft</h3>
<p>Als Abonnent, der einen anständigen Preis zahlt für eine (zumeist auch) anständig gemachte Zeitung, weiss man es grundsätzlich zu schätzen, wenn sich der Verlag dafür ab und zu erkenntlich zeigt. Allerdings kommt es darauf an, wie er das macht. Ein geschenktes Quartal nach zehn Jahren Abo-Dauer wäre zum Beispiel eine angemessene Treueprämie. Nicht so bei Tamedia.</p>
<p>Der Zürcher Zeitungsverlag bietet seiner treuen Kundschaft lieber vergünstigte Produkte aus einem Versandkatalog an. Vom «Brillenset mit auswechselbaren polarisierenden Brillengläsern» über die «Feuerkugel Erde RUSTY» für den Garten bis zur Skulptur «Einstein-Kopf mit goldener Zunge» findet man hier alles, was niemand braucht.</p>
<p>Auf Anfrage zeigt sich Tamedia zufrieden mit dem <a href="https://www.t-store.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">T-Store</a>. «Die Umsätze entsprechen den Erwartungen», teilt Sprecher Philip Kuhn mit. Es gibt also tatsächlich Menschen, die dort einkaufen.</p>
<p>Für <a href="https://slicelysworld.wordpress.com/2022/09/07/stromkrise/" target="_blank" rel="noopener">Kopfschütteln</a> sorgte Tamedia diese Woche mit einem ganzseitigen <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/t-store-scaled.jpeg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Inserat im «Bund»</a> für allerlei Stromfresser aus dem Versandkatalog: ein Heizstrahler, ein Raumentfeuchter, ein Wasserkocher – was man gerade so braucht in einer sich anbahnenden Energiekrise. Tamedia will damit nichts zu tun haben. «Die angebotenen Produkte werden nicht von Tamedia sondern den beteiligten Handelsfirmen zusammengestellt», erklärt Sprecher Kuhn.</p>
<p>Wenn es schon etwas aus diesem Katalog sein müsste für die stromknappe Zeit, dann wenn schon die Solarlaterne und der Puzzle-Tisch.</p>
<h3>The Ugly – Plattform für angeschlagenes Unternehmen</h3>
<p>Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei <a href="https://www.rnd.de/politik/huawei-und-das-geleakte-memo-gruender-klagt-ueber-schlechte-aussichten-in-china-IZ54D4AJUZC3VGP7PU54P3CFYA.html" target="_blank" rel="noopener">steht unter Druck</a>. Sein Unternehmen kämpfe ums «Überleben», hielt CEO Ren Zhengfei kürzlich in einer internen Notiz fest. Als einen der Gründe nannte der 77-Jährige die «Blockade durch die USA». Neben den USA haben zahlreiche andere Staaten, von <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-huawei-101.html" target="_blank" rel="noopener">Kanada über Schweden bis Japan</a>, das chinesische Unternehmen vom Ausbau des Mobilfunkstandards 5G ausgeschlossen, aus Sorge vor chinesischer Spionage.</p>
<p>Auch in der Schweiz mehren sich <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223414" target="_blank" rel="noopener">Stimmen</a>, die einen restriktiveren Umgang mit Huawei fordern. Da kann es dem chinesischen Konzern nur gelegen kommen, wenn er sich auf einer prominenten Plattform im besten Licht darstellen kann. Als einer von vier Hauptpartnern (neben Google, APG und Ringier) der von <a href="https://digitalswitzerland.com/" target="_blank" rel="noopener">Digitalswitzerland</a> organisierten <a href="https://digitaltage.swiss/" target="_blank" rel="noopener">Digitaltage</a> erhält Huawei derzeit eine grosse Bühne. Im Magazin zur Veranstaltungsreihe, das Ringier verantwortet und mehreren seiner Publikationen beiliegt, kann sich der umstrittene Konzern in verschiedenen Formen artikulieren: Mit Inseraten für hippe Consumer-Produkte wie kabellose Kopfhörer, aber auch mit einem «Global Connectivity Index von Huawei» der in einem redaktionellen Beitrag als Quelle erscheint. Abgerundet wird der Auftritt mit einer fünfseitigen Publireportage, wo Huawei darlegen darf, wie das Unternehmen unser aller Leben besser machen will.</p>
<p>Auf die Frage der MEDIENWOCHE, ob es die Absicht von Ringier und Digitalswitzerland sei, einem Unternehmen den roten Teppich auszurollen, das politisch und wirtschaftlich stark unter Druck steht, antwortet eine Sprecherin dermassen nichtssagend, dass sich eine Wiedergabe des Statements erübrigt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SRF, NZZ, Tamedia</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 May 2022 09:24:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97511</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Wer fragt, erhält Antworten Wie finden Sie unsere Berichterstattung zum Ukraine-Krieg? Das fragte SRF am letzten Dienstag auf seiner Website das Publikum. Und erhielt gegen 200 Antworten. Erwartungsgemäss fielen diese kontrovers aus. Neben Lob («gut und ausgewogen») und Kritik («zu einseitig»), die sich direkt an die Redaktion richten, entspinnt sich ein gesitteter <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/">SRF, NZZ, Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="aligncenter size-full wp-image-97514" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220528b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Wer fragt, erhält Antworten</h3>
<p>Wie finden Sie unsere Berichterstattung zum Ukraine-Krieg? Das <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/was-denken-sie-ukraine-krieg-wie-finden-sie-unsere-berichterstattung" rel="noopener" target="_blank">fragte SRF</a> am letzten Dienstag auf seiner Website das Publikum. Und erhielt gegen 200 Antworten. Erwartungsgemäss fielen diese kontrovers aus. Neben Lob («gut und ausgewogen») und Kritik («zu einseitig»), die sich direkt an die Redaktion richten, entspinnt sich ein gesitteter Dialog unter den Diskussionsteilnehmenden (was auch an der Moderation liegt, die nicht jede unqualifizierte Wortmeldung durchlässt). Mit seinem Feedback-Aufruf hat SRF eine medienkritische Diskussion angestossen.</p>
<p>Nur: Was unternimmt SRF, damit aus diesem Forum etwas hervorgeht? Wenn es einzig einem Stimmungsbild dient, wäre das schade. Tristan Brenn (Bild), Chefredaktor SRF-Video, dämmt zu hohe Erwartungen ein. «Wir werden nie allen Bedürfnissen nachkommen können», so Brenn gegenüber der MEDIENWOCHE. Klar sei aber schon jetzt, dass man die Rückmeldungen zur Ukraine-Berichterstattung <a href="https://www.srf.ch/audio/news-plus/ukraine-krieg-eure-kritik-an-unserer-berichterstattung?id=12198269" rel="noopener" target="_blank">in Sendungen</a> und Online-Formaten aufgreife. Dort können diese von neuem kommentiert werden: Feedback-Kultur und Medienkritik als permanenter Prozess.<br />
</p>
<h3>The Bad – Gefühlte Wahrheiten</h3>
<p>Wenn es darum ging, möglichst breite Resonanz auszulösen, dann haben die NZZ-Inlandredaktorinnen Christina Neuhaus und Katharina Fontana ganze Arbeit geleistet. Ihr Interview mit der Basler Geschichtsdozentin <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/die-studenten-vergeuden-ihre-zeit-ld.1684865" rel="noopener" target="_blank">Andrea Franc</a> sorgt seit der Veröffentlichung am vergangenen Mittwoch weitherum für <a href="https://www.facebook.com/dlandwehr/posts/10226712930758899" rel="noopener" target="_blank">Irritation</a>, <a href="https://twitter.com/ArianeTanner1/status/1529451517899689984" rel="noopener" target="_blank">Kopfschütteln</a> und <a href="https://twitter.com/PhilippeReichen/status/1529457168881274881" rel="noopener" target="_blank">Belustigung</a> in den unterschiedlichsten Mischverhältnissen. Das Interview handelt von faulen Geisteswissenschafter:innen, die – auf Staatskosten ausgebildet – dann nur Teilzeit arbeiten und deshalb kaum Steuern zahlen. Frau Franc wirft dabei mit Polemik («Ist das überhaupt eine Ausbildung?») und Pauschalisierungen («Die Studenten vergeuden ihre Zeit») um sich, bleibt aber oft belegbare Fakten schuldig («Ich kann das nur intuitiv beantworten»).</p>
<p>Wenn Frau Franc als habilitierte Historikerin öffentlich so auftreten und wahrgenommen werden will, sei ihr das freigestellt. Wenn der Journalismus aber nicht als Korrektiv wirkt und die offensichtlichen Mängel in der Argumentation offenlegt, dann verfehlt er seine zentrale Aufgabe: In Interviews kann man auch kritisch nachfragen.</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="97511" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<h3>The Ugly – Transparenz im grünen Gras</h3>
<p>Bei der Diskussion um die Vermischung von Werbung mit redaktionellen Inhalten stand in den vergangenen Jahren das «Native Advertising» im Zentrum. Nach Kritik von Presserat und Medienschaffenden besserte sich die Deklaration und Erkennbarkeit des Werbeformats, das in der Form journalistischer Beiträge daherkommt. Heute sieht man öfter unmissverständliche Transparenzhinweise wie «Sponsored» oder «Anzeige». Diese Deutlichkeit vermisst man dagegen beim <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/im-schlaf-nach-amsterdam-fahren-480033017596" rel="noopener" target="_blank">gesponserten Reisejournalismus</a>.</p>
<p>So war im <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/Bahnreisen_Tamedia.pdf" rel="noopener" target="_blank">Dossier «Bahnreisen»</a> der jüngsten «Sonntagszeitung» der Hinweis auf «eine Zusammenarbeit der SonntagsZeitung mit den SBB» schön diskret im grünen Gras des Titelfotos platziert, sowie im Impressum der Beilage, das eh nur Medienleute interessiert. Eine Hotelkette, die einen Artikel «unterstützt» hat, erhielt als Gegenleistung einen prominenten Hinweis auf eines ihrer Häuser ­– dargestellt als redaktioneller Reisetipp. Diese mangelnde Deklaration kratzt an Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit des Journalismus.</p>
<p>Aber auch Werbeformate, die als solche deutlich erkennbar sind, können dem Ruf schaden. Wenn zahlende Abonnent:innen beim Öffnen von «tagesanzeiger.ch» den Bildschirm komplett <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/werbung_startseite.jpeg" rel="noopener" target="_blank" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">von einer Werbung verdeckt</a> sehen, dann fühlen sie sich zu recht verschaukelt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/">SRF, NZZ, Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2022/05/28/srf-nzz-tamedia/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Redaktion Tamedia, Radio SRF, blick.ch</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Apr 2022 09:19:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Radio SRF]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=96382</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Perle am Rande des Nachrichtenstroms Bei aller Tragik der Ereignisse bieten nachrichtenintensive Zeiten den Medien die Möglichkeit zur Profilierung. Das Interesse an ihrer Berichterstattung ist hoch – wie während der Corona-Krise nun auch zum Ukraine-Krieg. An den Rändern des breiten Nachrichtenstroms finden sich mitunter Perlen. bei der Tamedia-Redaktion in Form eines Ukraine-Blogs. <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/">Redaktion Tamedia, Radio SRF, blick.ch</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="aligncenter size-full wp-image-96400" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Perle am Rande des Nachrichtenstroms</h3>
<p>Bei aller Tragik der Ereignisse bieten nachrichtenintensive Zeiten den Medien die Möglichkeit zur Profilierung. Das Interesse an ihrer Berichterstattung ist hoch – wie während der Corona-Krise nun auch zum Ukraine-Krieg. An den Rändern des breiten Nachrichtenstroms finden sich mitunter Perlen. bei der Tamedia-Redaktion in Form eines <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/das-steckt-hinter-den-drohnenbildern-von-mariupol-439914937537" rel="noopener" target="_blank">Ukraine-Blogs</a>.</p>
<p>Jeden Tag veröffentlichen die drei Redaktoren Hannes von Wyl, Philippe Stalder und Bernhard Odehnal (Bild) einen Beitrag aus dem Feld von «Fotos, Fakes und Fragen». In der Regel greifen sie eine Meldung auf, die für (kontroverse) Schlagzeilen gesorgt hat. Zum Beispiel: Was taugt ein vom russischen Verteidigungsministerium vorgebrachter «Beweis» für eine angebliche Inszenierung des Massakers von Bucha? Bewegt sich eine vermeintliche Leiche tatsächlich, wie die russische Seite behauptet? Im Ukraine-Blog erfährt man – sauber hergeleitet und reichlich mit Quellen belegt – dass die vermeintliche Körperbewegung von einem Regentropfen auf der Windschutzscheibe herrührt, durch die der Tote gefilmt wurde. Oder: War das nur ein PR-Coup, als Elon Musk versprochen hatte, die Ukraine mit seinem Satelliten-Internet zu versorgen? Keineswegs. «Starlink» läuft und leistet neben der zivilen Nutzung auch dem Militär wertvolle Dienste, erfahren wir im Ukraine-Blog.</p>
<p>Die Tamedia-Redaktion liefert hier in kompakter Form Hintergründe und Einordnung, die man sich sonst in aufwändiger Handarbeit aus unzähligen Quellen selbst zusammenklauben müsste.<br />
</p>
<h3>The Bad – Live aus dem Aquarium</h3>
<p>«Wenn die Zukunft vom Radio das Fernsehen ist, dann ist das Radio tot.» Das sagte vor sieben Jahren der Basler Radiovordenker<a href="https://www.youtube.com/watch?v=ye93hlU9xBo&#038;t=28" rel="noopener" target="_blank"> Dominik Born</a> (<a href="https://beta.sonum.fm/" rel="noopener" target="_blank">«Sonum»</a>). Nun macht sich Schweizer Radio SRF daran, seine neuen Studios flächendeckend mit Fernsehkameras auszurüsten. Überall, wo gesendet wird, kann auch gefilmt werden. «Visual Radio» heisst das. Damit wolle man lediglich optimieren, teilen die Verantwortlichen auf Anfrage mit, was schon seit zehn Jahren möglich sei, nämlich via Webcam ins Studio zu schauen. Das sei beim Publikum sehr beliebt. Nur: Beim Radio arbeiten auch Leute, weil sie dort gerade nicht gefilmt werden – sonst könnten sie gleich zum Fernsehen gehen.</p>
<p>«Natürlich bedeuten die Kameras im Studio eine Umstellung für die Moderatorinnen und Moderatoren», gesteht Philippe Koller, Projektleiter Visual Radio in einem Newsletter für die SRF-Angestellten. «Allfällige Bedenken nehmen wir selbstverständlich ernst und besprechen diese mit den Mitarbeitenden», verspricht Robert Ruckstuhl, Leiter Kanäle Radio SRF gegenüber der MEDIENWOCHE.</p>
<p>Ob das Radio besser wird, wenn man es auch sehen kann, darf bezweifelt werden. Denn seine Stärke liegt ja gerade darin, dass es ohne Bild auskommt.</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="96382" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<h3>The Ugly – Starke Aussagen, schwacher Kontext</h3>
<p>Ein Zitat als Titel eines Artikels macht sich gut, direkte Rede wirkt authentisch; der Protagonist oder die Protagonistin spricht ungefiltert für sich selbst. Das wird aber dann zu einem Problem, wenn das Zitierte nicht der Wahrheit entspricht oder unangemessen ist. Wenn zum Beispiel Russlands Uno-Botschafter zu den Tötungen in Bucha sagt: «Es gibt keine Zweifel an einer Inszenierung» und das dann gross <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/277671402_10229532574485252_2643878730030548610_n.jpeg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">als Titel auf «blick.ch»</a> steht. Oder wenn – <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/photo_2022-04-09-09.13.23.jpeg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">auch als Titel auf «blick.ch»</a> – der Bürgermeister von Mariupol zitiert wird mit: «Das ist das neue Auschwitz». Dass solche Aussagen dokumentiert gehören, steht ausser Frage. In einen Text eingebettet können sie ergänzt und richtiggestellt werden. Doch als Schlagzeile erhalten falsche oder zweifelhafte Aussagen ein zu grosses Gewicht. Viele Lesende sehe online und auf Social Media nur den Titel – und nehmen den möglicherweise für bare Münze.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/">Redaktion Tamedia, Radio SRF, blick.ch</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Echo der Zeit, Tamedia, Migros</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/12/echo-der-zeit-tamedia-migros/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/03/12/echo-der-zeit-tamedia-migros/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Mar 2022 08:14:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Echo der Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Migros]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95514</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – So hat Radio Zukunft Erstmals seit das Schweizer Radio das «Echo der Zeit» auch als digitale Datei bereitstellt, wurde an einem Tag der «Echo»-Podcast-Feed mehr als 100&#8217;000 Mal genutzt. Die Streams auf der eigenen Website und via Spotify sind da nicht mitgezählt. Überhaupt nahm die digitale Nutzung der Informationssendungen von «Radio SRF» <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/12/echo-der-zeit-tamedia-migros/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/12/echo-der-zeit-tamedia-migros/">Echo der Zeit, Tamedia, Migros</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Good-Bad-Ugly-20220312d.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Good-Bad-Ugly-20220312d-300x101.jpg" alt="" width="300" height="101" class="alignnone size-medium wp-image-95516" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Good-Bad-Ugly-20220312d-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Good-Bad-Ugly-20220312d-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Good-Bad-Ugly-20220312d-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Good-Bad-Ugly-20220312d.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>The Good – So hat Radio Zukunft</h3>
<p>Erstmals seit das Schweizer Radio das «Echo der Zeit» auch als digitale Datei bereitstellt, wurde an einem Tag der «Echo»-Podcast-Feed mehr als 100&#8217;000 Mal genutzt. Die Streams auf der eigenen Website und via Spotify sind da nicht mitgezählt. Überhaupt nahm die digitale Nutzung der Informationssendungen von «Radio SRF» seit Beginn des Kriegs in der Ukraine deutlich zu.</p>
<p>Im internen Newsletter, der die Rekordwerte dem Radiopersonal mitteilte, sehen die Verantwortlichen die Rolle des Radios als verlässliche Informationsquelle bestätigt: «Was wir von Corona bereits kennen, bewahrheitet sich auch in der Ukraine-Krise.» Seit «Radio DRS» das «Echo der Zeit» vor 17 Jahren erstmals als Podcast angeboten hatte, gehört die traditionsreiche Sendung stets zu den beliebtesten Podcasts in der Schweiz. Seit Anfang 2022 zählt die Sendung jeden Tag im Durchschnitt 65&#8217;000 digitale Downloads, wie die SRF-Medienstelle auf Anfrage der MEDIENWOCHE bekannt gibt. Das sind vier Mal mehr als 2016.</p>
<p>Die stetig steigenden Werte bei der digitalen Nutzung helfen die Verluste bei der linearen Verbreitung am Radio zu kompensieren. Damit befindet sich das «Echo der Zeit» auf dem besten Weg, den digitalen Wandel aus eigener Kraft zu schaffen, ganz ohne grossartige Digitalstrategie, einfach wie eh und je mit guten Inhalten und hochstehendem Journalismus.<br />
</p>
<h3>The Bad – Alles für die Aktionäre</h3>
<p>Es gilt die alte Regel aus dem Mediengeschäft: Wirtschaftlicher Erfolg schützt vor Abbau nicht. Am Donnerstag hat die TX Group für das vergangene Jahr einen Rekordgewinn von über 800 Millionen Franken <a href="https://reports.tx.group/de/2021/report/tx-group-geschaeftsbericht-2021" rel="noopener" target="_blank">vermeldet</a>. Auch die Bezahlzeitungen von Tamedia trugen mit 18 Millionen Franken zum positiven Ergebnis bei. Erfreulich: Mit der Werbung ging es wieder aufwärts. Weniger erfreulich: Tamedia dreht weiter an der Sparschraube. </p>
<p>Der im vergangenen Jahr erfolgte Ab- und Umbau von Redaktionen in <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Bern</a> und <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/15/tamedia-der-sparzauber-geht-nicht-auf/">Zürich</a>, Tamedia spricht von «neuen Formen der Zusammenarbeit», machen erst 40 Prozent des laufenden Sparprogramms im Umfang von 70 Millionen Franken aus. «Selbstverständlich wird dieses Programm bis zum Ende durchgeführt», erklärte Tamedia-Co-Chef Marco Boselli an der Jahresmedienkonferenz. Daran ändere auch das positive Ergebnis von 2021 nichts, denn «wir müssen unsere Kosten auf eine tiefere Basis stellen». Die Aktionär:innen sowie die Besitzerfamilie werden das strikte Kostenregime zu schätzen wissen. Sie sollen 78 Millionen Franken als Dividenden ausgeschüttet erhalten.</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="95514" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<h3>The Ugly – Auf dem Nebenschauplatz verirrt</h3>
<p>Die Wortwahl und die Heftigkeit der Wortmeldung irritieren. Auf Anfrage des «Blick» nahm die Migros Stellung zu einer aktuellen Sortimentsanpassung von Konkurrent Lidl. Das deutsche Discountunternehmen nimmt wegen des Kriegs in der Ukraine zwei Spielzeugpistolen aus dem Verkauf und machte dies in seinem Katalog öffentlich. Der Migros-Medienstelle hat es darob <a href="https://www.blick.ch/wirtschaft/billige-pr-aktion-mit-ukraine-krieg-migros-attackiert-lidl-wegen-spielzeugpistolen-id17297475.html" rel="noopener" target="_blank">den Nuggi rausgehauen</a>: «Wenn es der eigenen Profilierung dient, scheint in diesem furchtbaren Konflikt offensichtlich kein Thema zu gruusig zu sein.» Lidl verharmlose mit dieser symbolischen Aktion den realen Krieg. </p>
<p>Was hat die Migros geritten, dass sie sich aufs hohe Ross schwingt und der Konkurrenz moralische Noten verteilt? Wir hätten es gerne erfahren. Doch Marcel Schlatter, <a href="https://www.migros.ch/de/unternehmen/medien/kontakt.html" rel="noopener" target="_blank">Leiter der Medienstelle</a> des Migros-Genossenschafts-Bunds (Bild), mochte auf diese Frage der MEDIENWOCHE nicht eingehen. «In diesem schrecklichen Krieg werden solche Themen zu Nebenschauplätzen», findet Schlatter. Die Migros wolle sich nun auf die Hilfslieferungen für die Ukraine konzentrieren. Da krebst einer zurück. Schliesslich war es Schlatters Medienstelle, welche die vielleicht hilflose, aber sicherlich gut gemeinte Geste von Lidl zu einer moralisch verwerflichen Aktion hochstilisiert hat.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/12/echo-der-zeit-tamedia-migros/">Echo der Zeit, Tamedia, Migros</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2022/03/12/echo-der-zeit-tamedia-migros/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Antworten auf die Gretafrage: Klimajournalismus in Schweizer Redaktionen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Classen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2022 08:10:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94333</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem neuen Nachhaltigkeitsbund «2050» landete die «NZZ am Sonntag» einen kleinen Coup: ausgerechnet die NZZ legt vor beim Klimajournalismus. Doch wie will die Zürcher Zeitung genau mit dem Megathema Klima umgehen? Und welche Akzente setzen andere Leitmedien wie SRF und Tamedia im Umgang mit dieser Jahrhundertherausforderung? Anfang Dezember 2020 schrieb Greta Thunberg als «Chefredaktorin <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Antworten auf die Gretafrage: Klimajournalismus in Schweizer Redaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit ihrem neuen Nachhaltigkeitsbund «2050» landete die «NZZ am Sonntag» einen kleinen Coup: ausgerechnet die NZZ legt vor beim Klimajournalismus. Doch wie will die Zürcher Zeitung genau mit dem Megathema Klima umgehen? Und welche Akzente setzen andere Leitmedien wie SRF und Tamedia im Umgang mit dieser Jahrhundertherausforderung?</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" class="alignnone size-medium wp-image-94334" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Anfang Dezember 2020 schrieb Greta Thunberg als <a href="https://www.persoenlich.com/medien/greta-thunberg-als-gast-chefredaktorin" rel="noopener" target="_blank">«Chefredaktorin für einen Tag»</a> das Editorial von Schwedens grösster Tageszeitung «Dagens Nyheter». Der programmatische Titel lautete: «Das hier sind Fakten, keine Meinung.» Damit setzte sie den Ton in der Debatte um die Rolle der Medien bei der Behandlung, respektive Bewältigung dessen, was heute – je nach Standpunkt – als Klimawandel, Klimaerwärmung oder Klimakrise bezeichnet wird. Zum Weltklimatag war der «Stern» kurz zuvor schon eine <a href="https://www.stern.de/gesellschaft/stern-gestaltet-zum-weltklimatag-mit-fridays-for-future-ein-klimaheft-9424620.html" rel="noopener" target="_blank">Kooperation mit «Fridays for Future»</a> eingegangen. Bei der deutschen und österreichischen Konkurrenz, aber auch in den sozialen Medien, löste diese Zusammenarbeit mit einer Aktivistengruppe heftige Reaktionen aus. Hierzulande hingegen gibt es bislang keine öffentliche (oder auch nur brancheninterne) Diskussion um die Notwendigkeit und Machart eines speziellen Klimajournalismus. «Mir scheint, dass die Schweiz in dieser Frage noch hinterherhinkt», meint auch die deutsche Journalistin<a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/"> Sara Schurmann</a> vom «Netzwerk Klimajournalismus», die dazu diverse Medienhäuser berät und gerade ein Buch zum Thema geschrieben hat.<br />
</p>
<p>Eine SMD-Abfrage zum neuen Trendbegriff «Klimajournalismus» seit November 2016, als das Pariser Klima-Abkommen in Kraft trat, bringt ganze vier Treffer aus Schweizer Medien, zwei davon aus der NZZ. Die beiden Artikel von 2020 und 2021 warnen davor, dass «ein Mangel an Distanz die journalistische Glaubwürdigkeit untergräbt», respektive mokieren sich über die in vielen Nachbarländern spriessenden Nachhaltigkeitsressorts. Die vergangenen September von der «Zeit» gestartete <a href="https://www.zeit-verlagsgruppe.de/pressemitteilung/start-des-neuen-ressorts-green-bei-zeit-und-zeit-online/" rel="noopener" target="_blank">monatliche Beilage «Green»</a> etwa wird als «Feel-good-Magazin für das links-grüne Bürgertum» belächelt.</p>
<blockquote><p>Wieso kommt der erste Schweizer Zeitungsbund, der sich ausschliesslich diesem Themenkomplex widmet, ausgerechnet aus dem ansonsten ja nicht sonderlich grünen Haus NZZ?</p></blockquote>
<p>Zum Start des Weltklimagipfels in Glasgow am 31. Oktober 2021, also gerade mal einen Monat später, hat die «NZZ am Sonntag» ihren eigenen <a href="https://nzzas.nzz.ch/notizen/2050-ein-grosser-schritt-fuer-die-menschheit-ld.1652879" rel="noopener" target="_blank">«Spezialbund zur Nachhaltigkeit» lanciert</a>. So nennt Chefredaktor Jonas Projer das 14-seitige Pionierprodukt in seinem Editorial. Dass darin primär Klimajournalismus stattfinden soll, zeigt dessen aufs globale Klimaneutralitätsziel «2050» verweisende Titel wie auch der Inhalt der bisherigen zwei Ausgaben. Bloss: Wieso kommt der erste Schweizer Zeitungsbund, der sich ausschliesslich diesem Themenkomplex widmet, ausgerechnet aus dem ansonsten ja nicht sonderlich grünen Haus NZZ? Und handelt es sich bei «2050» wirklich um ein Schweizer Pionierprodukt oder behandeln andere Leitmedien die Klimaproblematik auch schon separat, sind dabei aber einfach etwas diskreter?</p>
<p>Jonas Projer verantwortet die «NZZ am Sonntag» erst seit letztem September und ist etwas stolz auf diese schnelle erste Duftmarke. Besonders stolz ist er aber auf die Mitglieder aus dem Wissen-, Wirtschafts- und Hintergrundressort, auf deren Initiative hin «2050» entstanden ist: «Die Konzeption lief sehr kurzfristig und war ein echter Kraftakt für die gesamte Redaktion.» Motivation für den gemeinsamen Effort war laut Projer einerseits die gesellschaftliche Einmittung der Klimadebatte. «Die einfachen Rezepte und Verbotsfantasien vieler Alarmisten werden zunehmend hinterfragt.» In dieser «Versachlichung» sieht er «enormes journalistisches Potential». Geleitet wird der neue Bund von der bisherigen Hintergrund-Redaktorin Carole Koch, die damit nun dem Wissenschaftschef Andreas Hirstein unterstellt ist. «‹2050› ist ein Satellit des Wissen-Ressorts, weil dort die Fachkompetenz liegt und sich so die meisten Synergien ergeben», sagt Koch. Inhaltlich will auch sie «weder predigen noch erziehen, sondern einen realistischen Blick auf die Klimaerwärmung und ihre Konsequenzen pflegen».</p>
<p>Der Hauptgrund, warum die «NZZ am Sonntag» dem Klima neben der kontinuierlichen über alle Ressorts verteilten Berichterstattung einen eigenen Ort geben wollte, war für alle Beteiligten das schnell gewachsene Leserinteresse. Dass dem NZZaS-Publikum der Umweltschutz besonders am Herzen liegt, zeigte sich bereits Ende 2018, als die Zeitung ihr Publikum fragte, wo sich die Schweiz bis 2050 am stärksten verändern müsse. Knapp drei Jahre später bat Projer die «2050»-Leser*innen um Feedback auf die Pilotbeilage. Der Rücklauf war gemäss Projer «schlicht überwältigend – und zu 80 Prozent positiv».</p>
<blockquote><p>Dient der neue Nachhaltigkeitsbund der «NZZ am Sonntag» als Werbeplattform für die sehr wirtschaftsnahen Aktivitäten von «Sustainable Switzerland»?</p></blockquote>
<p>Skeptisch auf den Klima-Hype an der Falkenstrasse reagiert <a href="http://www.mhaenggi.ch/uumlber-mich.html" rel="noopener" target="_blank">Marcel Hänggi</a>, der sich für die Wochenzeitung WOZ mit dem Klimawandel befasste, als noch niemand Klimajournalismus buchstabieren konnte. Hänggi stösst insbesondere sauer auf, «dass Projer nur sagt, wie er es nicht machen will. Wenn er schreibt, ‹das Thema Klimawandel unideologisch, ohne moralischen Zeigefinger und politische Agitation beleuchten› wolle, insinuiert er, andere würden so darüber berichten. Das macht mich misstrauisch.» Hänggi hat die Gletscherinitiative mitinitiiert und kuratiert einen <a href="https://gletscher-initiative.ch/climate-update" rel="noopener" target="_blank">wöchentlichen Klima-Newsletter</a>, der Medienbeiträge aus der Schweiz und der ganzen Welt kommentiert. Im Gegensatz zu Projer würde er den Aufruf <a href="https://uebermedien.de/52582/journalistinnen-nehmt-die-klimakrise-endlich-ernst/" rel="noopener" target="_blank">«Nehmt die Klimakrise endlich ernst!»</a> sofort unterschreiben, den Sara Schurmann an 500 Kolleg*innen geschickt hat.</p>
<p>Jonas Projer, der letztes Jahr überraschend von «Blick TV» zur «NZZ am Sonntag» gewechselt hat, eilt der Ruf eines Machers an die Falkenstrasse voraus. Er selbst beschreibt sich als «Trial-and-Error-Typ», der das Publikumsinteresse lieber am realen Produkt testet, statt bloss Ideen abzufragen. So hat er es mit «2050» gemacht und so will er nun auch bei der neuen digitalen Plattform für die «NZZ am Sonntag» verfahren, deren Entwicklung er gegenüber der MEDIENWOCHE erstmals bestätigt. «Im Web kann diese Redaktion ihre aufwändigen Hintergründe und Recherchen noch prominenter ausspielen. Das gilt auch für ‹2050›. Von den Lehren, die wir dort ziehen, wird auch die Zeitung profitieren.» Parallel zur neuen Online-Präsenz ihres Sonntagsblatts arbeitet die NZZ Gruppe auch am Projekt <a href="https://sustainableswitzerland.ch/de/" rel="noopener" target="_blank">«Sustainable Switzerland»</a>, einer «Dialog-Plattform zur nachhaltigen Entwicklung der Schweizer Wirtschaft», wie es auf der Website heisst. In den ersten zwei «2050»-Ausgaben wurde diese Initiative jeweils ganzseitig beworben. Unter dem Dach von «Sustainable Switzerland» findet dieses Jahr unter anderem ein Nachhaltigkeitsfestival statt, wo ein Green Business Award vergeben werden soll. Organisatorisch untersteht die Nachhaltigkeitsplattform der Unternehmenseinheit <a href="https://connect.nzz.ch/" rel="noopener" target="_blank">«NZZ Connect»</a>, wo auch andere Veranstaltungen wie das «Swiss Economic Forum» oder die «Xdays» angesiedelt sind.</p>
<blockquote><p>Wolfgang Blau beobachtet bei der Gründung von Klima-Ressorts oder -Beilagen immer wieder einen «PR-Effekt auf Abonnenten und Anzeigenkunden».</p></blockquote>
<p>Da drängt sich die Frage auf: Dient der neue Nachhaltigkeitsbund der «NZZ am Sonntag» als Werbeplattform für die sehr wirtschaftsnahen Aktivitäten von «Sustainable Switzerland»? NZZ-Sprecherin Karin Heim weist die Vermischung von redaktionellen Inhalten und kommerziellen Interessen weit von sich: «Die beiden Projekte werden völlig unabhängig voneinander verfolgt. Mit ‹Sustainable Switzerland› lancieren wir ein Angebot analog zum ‹Swiss Economic Forum›, nur eben themenspezifisch im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit.»</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="94333" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<p>Einen positiven Zusammenhang von Klima und Kommerz gibt es für Medien indes sehr wohl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Blau" rel="noopener" target="_blank">Wolfgang Blau</a> ist Mitgründer des <a href="https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/oxford-climate-journalism-network" rel="noopener" target="_blank">«Oxford Climate Journalism Network»</a> und beobachtet bei der Gründung von Klima-Ressorts oder -Beilagen immer wieder einen «PR-Effekt auf Abonnenten und Anzeigenkunden». In seinem Essay «Klimajournalismus wird Chefsache» schreibt der frühere Chefredaktor von «Zeit Online» und Manager von Condé Nast, dass die «Financial Times» ihren Umsatz mit kommerziellen Kampagnen zu Nachhaltigkeitsthemen in den letzten zwei Jahren verdreifachen konnte. Verbirgt sich hinter «2050» also auch ein neues und – im Wortsinn – nachhaltiges Geschäftsmodell? «Wie die gesamte Zeitung, machen wir auch diesen Bund für unsere Leserschaft», erwidert Projer. Und fügt an: «Dass das Klimathema auch vielen Unternehmen am Herzen liegt und im Werbemarkt relevanter wird, halte ich aber durchaus für eine Chance.»</p>
<p>Bei SRF bemüht man sich hingegen weniger um neue Geschäftsmodelle als um die Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen. Das ist beim Klimathema nicht anders. «Im Strategieprozess 2020–2024 haben wir dem Wissenschaftsressort und damit auch dem Themenfeld Klima deutlich grössere Relevanz und damit auch mehr Ressourcen gegeben», sagt Susanne Wille. Als Leiterin der Abteilung Kultur ist die ehemalige «10 vor 10»-Moderatorin auch für die Wissensredaktion zuständig. Diese verfügt gemäss Wille neu über 24,5 Vollzeitstellen, verteilt auf 32 Mitarbeitende. Zum Vergleich: Bei der «NZZ am Sonntag» stehen dafür aktuell knapp 4 Vollzeitstellen zur Verfügung und im Wissensressort von Tamedia teilen 7 Personen 5,4 Vollzeitstellen. Die personelle Stärke der (freilich nicht nur) fürs Klima zuständigen Redaktion zeigt sich in deren Output. Gemäss einer SRF-internen Auswertung wurden vor Corona täglich 5 bis 6 Beiträge zum Klimathema publiziert. Im Corona-Jahr 2021 waren es im Schnitt immer noch 4 pro Tag. Diese Kontinuität und die breite Durchdringung auf allen Kanälen hält Wille für «letztlich entscheidend zur Erfüllung unseres Leistungsauftrags».</p>
<blockquote><p>«Ich rede schon länger nicht mehr von Klimawandel, sondern von Klimaerwärmung, weil dies den realen Sachverhalt ganz klar benennt.»<br />
<small>Thomas Häuser, Leiter Wissenschaftsredaktion SRF</small></p></blockquote>
<p>Gesammelt werden manche dieser gebührenfinanzierten TV- und Radio-Geschichten im Online-Auftritt des Ressorts «Wissen» – seit letztem Sommer sogar unter einer eigenen <a href="https://www.srf.ch/wissen/klimawandel" rel="noopener" target="_blank">«Klimawandel»-Rubrik</a>. Die letzten aktuell dort verfügbaren Artikel datieren allerdings von Dezember. Und angepriesen werden sie in der Unterzeile als «Wissenswertes und Hintergründiges zur Klimaerwärmung». Doch zwischen «Klimawandel» und «Klimaerwärmung» liegen politische Welten. Das weiss niemand besser als SRF-Klimajournalist Thomas Häusler, der das Wissenschaftsressort beim Radio leitet. «Wir hinterfragen unseren Sprachgebrauch und verständigen uns darüber – auch über Abteilungsgrenzen hinweg. So rede ich schon länger nicht mehr von Klimawandel, sondern von Klimaerwärmung, weil dies den realen Sachverhalt ganz klar benennt.» Eine verbindliche Vereinheitlichung der redaktionellen Terminologie, wie sie BBC oder der «Guardian» seit Jahren schon praktizieren, sei beim Schweizer Sender jedoch kein Thema.</p>
<p>Wie die «NZZ am Sonntag» mit ihrer «2050»-Beilage, betreibt auch SRF neben der täglichen Berichterstattung in Sachen Klima ein Leuchtturmprojekt. Es heisst <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/co2ntrol?id=64fc57cd-03f5-4a03-b02e-2af89721d788" rel="noopener" target="_blank">«CO2ntrol»</a>, läuft seit August 2021 jeden zweiten Donnerstag im Frühstücksfernsehen von «SRF zwei» und, weit wichtiger, jederzeit auf dem <a href="https://www.youtube.com/c/SRFWissen/playlists?view=50&#038;shelf_id=1" rel="noopener" target="_blank">Youtube-Channel «SRF Wissen»</a>. Dafür verantwortlich zeichnet Thorsten Stecher, Gesamtleiter der Wissenschaftsredaktion am Leutschenbach. «Dieses frische Format vermittelt das komplexe Thema sehr anschaulich und hilft jungen Menschen, in Sachen Klima die richtigen Alltagsentscheidungen zu treffen.» Die stilistisch irgendwo zwischen Erklärvideo und Sensibilisierungskampagne angesiedelte Sendung dauert Web-kompatible zehn Minuten und erfreut sich intern und bei Youtube schon so grosser Beliebtheit, dass sie es dieses Jahr in die Primetime schafft. «Mit Best-of-Compilations von ‹CO2ntrol› bestreiten wir zwei Spezialsendungen unseres Wissensmagazins ‹Einstein›», kündigt Stecher erwartungsfroh an.</p>
<blockquote><p>Kann nur eine junge Redaktion mit Klimajournalismus ein jüngeres Publikum erreichen?</p></blockquote>
<p>Für Branchenaktivist*innen wie Sara Schurmann ist Klimajournalismus bezüglich der Glaubwürdigkeit und Relevanz von Medien längst zur Gretchenfrage avanciert. Zugleich ist es aber auch eine Generationenfrage. Und zwar gleichermassen für Publikum und Redaktion. Kann nur eine junge Redaktion mit Klimajournalismus ein jüngeres Publikum erreichen? Diese in Aktivist*innen-Kreisen häufig gestellte Frage kann man getrost verneinen, da es beim Klima vor allem um Fachkompetenz und die lange Sicht geht. Für beides braucht es viel Erfahrung. Vordenker Wolfgang Blau sieht hier einen potentiellen Generationenkonflikt, denn «es sind vor allem jüngere Kolleg*innen, die sich von der Klimakrise nicht nur professionell betroffen, sondern auch persönlich bedroht fühlen». Er hofft deshalb auf «eine offene Diskussion mit den Chefredaktionen über die Frage, wie sie der Dringlichkeit journalistisch gerecht werden können, ohne sich dem Aktivismus-Verdacht auszusetzen.».</p>
<p>Erstrebenswert scheint also ein redaktioneller Smart Mix aus Seniorität und Agilität. Das sieht auch der Doyen unter den Schweizer Klimajournalist*innen so. Martin Läubli begleitet das Thema (und das Thema ihn), seit er bei Tamedia arbeitet. Und das sind inzwischen 22 Jahre. «Ich war in dieser Zeit an über einem Dutzend UNO-Klimakonferenzen. Den ersten Artikel darüber schrieb ich im Jahr 2000 von der COP6 in Den Haag fürs Auslandsressort.» Das war zwar seine persönliche Initiative damals, von seinen Vorgesetzten hat der Wissenschaftsredaktor von «Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung» sich dennoch immer unterstützt gefühlt. Umwelt und Klima seien «vom damaligen Chefredaktor Res Strehle vor zehn Jahren schon zum Schlüsseldossier erklärt» worden. Auf den «2050»-Coup der Konkurrenz ist er nicht neidisch. «Wir berichten regelmässig und viel zum Klima. Beim Wissen markiert das Thema mit der Online-Rubrik «Klimawandel» prominente Präsenz.» Im Angebot ist zudem ein 14-täglicher <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/die-tageszeitungen-von-tamedia-lancieren-den-neuen-klima-newsletter-celsius" rel="noopener" target="_blank">Newsletter namens «Celsius»</a>, den Läubli zusammen mit Tamedia-Wetterexperte Martin Steinegger verfasst. Mit den bislang etwa 2500 Abonnent*innen ist er allerdings nicht zufrieden. Das sei wenig im Vergleich zu vergleichbaren «Tagi»-Diensten, zu wenig. «Ich hoffe, dass das Interesse unserer Leserschaft an diesen Themen weiter steigt.» Über allfällige redaktionelle Gründe für diese überraschende Zurückhaltung mag Läubli nicht spekulieren. Eine ständige Struktur, die sich systematisch und aus den verschiedenen Ressortperspektiven um das Klimathema kümmert, hält er aber jedenfalls für «wünschenswert». Ob es dazu mehr Ressourcen für das Ressort «Wissen» oder eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe bräuchte, soll jedoch die Chefredaktion beurteilen. «Vielleicht müsste man da schon mal drüber nachdenken und einen Vorschlag machen», räumt Läubli abschliessend ein.</p>
<blockquote><p>Das journalistische Bewusstsein für diese existentielle Dauerkrise scheint in unseren Nachbarländern wirklich schon einiges tiefer verankert zu sein.</p></blockquote>
<p>Anregungen und Ansprechpartner*innen dafür könnte er bei Portalen wie <a href="https://das-klima-thema.de/" rel="noopener" target="_blank">«Das Klimathema»</a> und <a href="https://www.klimafakten.de/" rel="noopener" target="_blank">«Klimafakten»</a> finden. Oder auch direkt beim <a href="https://klimajournalismus.de/" rel="noopener" target="_blank">«Netzwerk Klimajournalismus»</a>, das in Deutschland und Österreich seit letztem Sommer regelmässig Fachleute zusammenbringt, um inhaltliche und redaktionelle Fragen zu diskutieren. Dessen Mitinitiantin Sara Schurmann hoffte bei der Gründung, dass sich schnell auch interessierte Schweizer Kolleg*innen melden würden, bislang umsonst. </p>
<p>Unter den 50 Erstunterzeichnenden ihres oben erwähnten <a href="https://uebermedien.de/52582/journalistinnen-nehmt-die-klimakrise-endlich-ernst/" rel="noopener" target="_blank">Aufrufs</a> befanden sich nur gerade zwei Journalist*innen aus der Schweiz: <a href="https://twitter.com/vinzgreiner" rel="noopener" target="_blank">Vinzenz Greiner</a>, der bei Ringier das Podcast-Team leitet, und Alex Tiefenbacher, die fürs Online-Magazin «Das Lamm» (<a href="https://twitter.com/tiefenbacherin" rel="noopener" target="_blank">gemäss ihrem Twitterprofil</a>) «über die Klimakrise und anderes» berichtet. Zwei vielversprechende Nachwuchskräfte also, aber keine*r der etablierten Klima-Expert*innen in den hiesigen Leitmedien. Das journalistische Bewusstsein für diese existentielle Dauerkrise scheint in unseren Nachbarländern wirklich schon einiges tiefer verankert zu sein als zwischen Boden- und Genfersee. Doch die Schweiz bevorzugt ja häufig den autonomen Nachvollzug. Mal sehen, ob dieses Prinzip nicht nur in der Politik, sondern auch in der Publizistik gilt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Antworten auf die Gretafrage: Klimajournalismus in Schweizer Redaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Medienpaket ist ein guter Kompromiss</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/21/das-medienpaket-ist-ein-guter-kompromiss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 22:12:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94205</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Abstimmung vom 13. Februar ist für die Schweizer Medienlandschaft von existenzieller Bedeutung.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/21/das-medienpaket-ist-ein-guter-kompromiss/">Das Medienpaket ist ein guter Kompromiss</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Abstimmung vom 13. Februar ist für die Schweizer Medienlandschaft von existenzieller Bedeutung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/21/das-medienpaket-ist-ein-guter-kompromiss/">Das Medienpaket ist ein guter Kompromiss</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zolliker News, Tagi-Interview, SRF-Umfragen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/20/zolliker-news-tagi-interview-srf-umfragen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/11/20/zolliker-news-tagi-interview-srf-umfragen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Nov 2021 08:45:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Voting]]></category>
		<category><![CDATA[Zolliker News]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=92852</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Nach der Pensionierung lokal Journalistische Laufbahnen beginnen oft bei lokalen Medien – erste Artikel, dann vielleicht eine Anstellung, dann Wechsel zu einem regionalen oder überregionalen Medium. Den umgekehrten Weg geht das Ehepaar Barbara Lukesch* und René Staubli; die beiden haben Anfang November an ihrem langjährigen Wohnort Zollikon (ZH) mit «Zolliker News» ein <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/20/zolliker-news-tagi-interview-srf-umfragen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/20/zolliker-news-tagi-interview-srf-umfragen/">Zolliker News, Tagi-Interview, SRF-Umfragen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92865" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211120b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211120b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211120b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211120b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211120b-768x257.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Nach der Pensionierung lokal</h3>
<p>Journalistische Laufbahnen beginnen oft bei lokalen Medien – erste Artikel, dann vielleicht eine Anstellung, dann Wechsel zu einem regionalen oder überregionalen Medium. Den umgekehrten Weg geht das Ehepaar <a href="https://www.lukesch.ch/ueber_mich.html" target="_blank" rel="noopener">Barbara Lukesch*</a> und <a href="http://www.lukesch.ch/staubli.html" target="_blank" rel="noopener">René Staubli</a>; die beiden haben Anfang November an ihrem langjährigen Wohnort Zollikon (ZH) mit <a href="https://www.zollikernews.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Zolliker News»</a> ein lokales Online-Medium lanciert.</p>
<p>Lukesch ist seit 1990 freie Journalistin, unter anderem für das «Magazin», die «Weltwoche», «Facts» und «Annabelle». Staubli arbeitete als angestellter Journalist unter anderem bei der «Sonntags-Zeitung», der «Weltwoche» und beim «Tages-Anzeiger».</p>
<p>Sie sind jetzt pensioniert – und tun weiter das, was sie am liebsten tun: Schreiben. Anders als andere pensionierte Journalist*innen, die lange Texte über ihre Fachgebiete publizieren, halten sie sich dabei knapp. Es geht um <a href="https://www.zollikernews.ch/forum-5w-will-wieder-in-den-gemeinderat/" target="_blank" rel="noopener">Dorfpolitik</a>, es gibt <a href="https://www.zollikernews.ch/category/zollikon-kocht/" target="_blank" rel="noopener">Kochtipps</a> (Rubrik «Zollikon kocht») und <a href="https://www.zollikernews.ch/es-gibt-in-zollikon-mehr-isolation-mehr-einsamkeit/" target="_blank" rel="noopener">Interviews</a> (Rubrik: «Menschen»), ausserdem sind sie auf der Suche nach jungen Kolumnist*innen.</p>
<p>Ziel von zollikernews.ch sind Austausch und Vernetzung für den Ort Zollikon/Zollikerberg, so Lukesch. Es sei «unglaublich lehrreich» und mit viel Arbeit verbunden, ein eigenes Medium aufzubauen. Und gleichzeitig sehr lustvoll: «Wir haben unsere eigene journalistische Spielwiese.»</p>
<p>In Zollikon gibt es übrigens bereits eine Wochenzeitung: den <a href="https://www.zolliker-zumiker.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Zolliker-Zumiker-Boten»</a>. Was bedeutet die neue Konkurrenz für ihn? «Fragen Sie mich das in einem Jahr», sagt Herausgeberin Claudia Eberle-Fröhlich: «Aber Konkurrenz wirkt belebend, davon bin ich überzeugt. Und lokale Nachrichten interessieren, ob gedruckt oder online.»<br />
<small>*Transparenz-Hinweis: Die Autorin arbeitet in derselben Bürogemeinschaft wie Barbara Lukesch.</small></p>
<h3>The Bad – Chiesa fügt ein</h3>
<p>SVP-Präsident Marco Chiesa gibt den Tamedia-Zeitungen ein <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/beim-pflegepersonal-macht-eine-impfpflicht-durchaus-sinn-545587165992" target="_blank" rel="noopener">Interview</a> (alle verlinkten Beiträge hinter Paywall). «Problematisch ist, dass die Mainstream-Medien alle Kritiker in einen Topf werfen», sagt er – im Gespräch mit einem Medium, das «Kritiker» wohl als «Mainstream-Medium» bezeichnen würden.</p>
<p>Im durchaus kritisch geführten Interview macht er zwei Aussagen, die stutzen lassen: «Fakt ist aber, dass die Zahl der Betten in den Intensivstationen deutlich reduziert wurde. Zuerst waren es 1500, dann 1100, und jetzt sind es noch rund 850 Betten», und «Studien zeigen, dass bei Moderna der Impfschutz nach sieben Monaten bei null liegt».</p>
<p>Wie bitte? Die Tamedia-Zeitungen selbst haben solche Aussagen schon vor dem Interview widerlegt. Der <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/droht-eine-ueberlastung-weil-in-der-pandemie-betten-abgebaut-wurden-198573236773" target="_blank" rel="noopener">Faktencheck</a> zum Thema Abbau von Intensivbetten kam zum Schluss, dass sich die Zahl der Betten nicht verändert hat. Und in der <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/die-impfwirkung-laesst-auch-in-der-schweiz-nach-547026981627" target="_blank" rel="noopener">Datenanalyse</a> zur Impfwirkung hiess es, dass Moderna nach sechs Monaten «immerhin noch zu 60 Prozent vor einer Erkrankung» schützt.</p>
<p>Warum hat die Interviewerin, Tamedia-Inlandredaktorin Alessandra Paone, nicht widersprochen? «Um die Zahl der Intensivbetten ist ein Konflikt entbrannt, der noch nicht gelöst ist. Die Zahlen werden unterschiedlich interpretiert, und die SVP hat zu diesem Thema bekanntlich eine andere Auffassung als andere Parteien», sagt sie. Die Passage zu Moderna indes habe Chiesa erst beim Gegenlesen eingefügt, und: «Im Produktionsstress ging die Falschaussage in seiner Antwort unter. Das bedauere ich.»</p>
<p>Man habe Chiesa nach der Publikation damit konfrontiert, sagt Paone. Er habe seine Aussage relativiert, und: «Wir haben im <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/booster-fuer-alle-das-muessen-sie-wissen-977590495447" target="_blank" rel="noopener">Artikel</a> ‹Booster für alle: Das müssen Sie wissen› einen Kasten zu Chiesas nachträglichen Präzisierungen gemacht, um den Leserinnen und Lesern eine Einordnung zu geben.»</p>
<p>Schade nur, dass der Kasten nicht auch zum Chiesa-Interview gestellt wurde.</p>
<h3>The Ugly – Umfragen manipulierbar</h3>
<p>Da hat er was ausgelöst: Urs Pfister, Geschäftsführer einer IT-Firma, hat auf seinem Blog maskenlos.ch und dann auf <a href="https://insideparadeplatz.ch/2021/11/16/wir-koennen-beginnen-abzustimmen/" target="_blank" rel="noopener">«Inside Paradeplatz»</a> sehr ausführlich und sehr, sehr technisch ausgeführt, wie er ein User-Voting auf SRF.ch zu Corona-Massnahmen manipuliert hat.</p>
<p>«Solche Votings können alle, die das wollen, beeinflussen», sagt ein erfahrener Programmierer gegenüber der MEDIENWOCHE. Es brauche dafür die entsprechenden «Skills» – oder viele Leute, die zusammen über Stunden wieder und wieder die Umfrage ausfüllen, «oder du kannst dir für 5000 Franken ein Bot-System programmieren lassen».</p>
<p>SRF und andere Medien führen schon seit Jahren solche Votings durch. IT-Sicherheits-Profis wissen um die entsprechenden Risiken. Nun aber, nach Pfisters Artikel, hat SRF «alle eigenen User-Votings zu politischen Themen» <a href="https://medien.srf.ch/-/das-sagt-srf-stellungnahme-zu-manipulationsvorwurfen-bei-umfragen" target="_blank" rel="noopener">gestoppt</a>. Tamedia, die in Pfisters Artikel auch genannt wird, gab bekannt, man verzichte schon länger darauf, über die Resultate solcher «Polls» journalistisch zu berichten. Was SRF unlängst – ganz konkret über die manipulierte Umfrage – noch getan hat. Beide Medienhäuser wiesen überdies darauf hin, dass die repräsentativen Umfragen, die sie von renommierten Markt- und Meinungsforschungsinstituten durchführen lassen, nicht manipulierbar seien.</p>
<p>Das mag sein, reicht aber nicht. In so wirren Zeiten, in denen sogar im Zusammenhang mit der Abstimmung über das Cavid-19-Gesetz von möglichem Abstimmungsbetrug und manipulierten «Wahlmaschinen» geraunt wird, hilft nur eines: Transparenz. Und damit sehr, sehr genaue Angaben zur Art, wie Umfragen durchgeführt werden, und wo sie möglicherweise Schwachstellen haben.</p>
<p>Das gilt für alle Medien, und insbesondere für die, die im Februar auf ein «Ja» zur Medienförderung hoffen. Ohne das Vertrauen des Publikums und ohne Transparenz klappt das nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/20/zolliker-news-tagi-interview-srf-umfragen/">Zolliker News, Tagi-Interview, SRF-Umfragen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2021/11/20/zolliker-news-tagi-interview-srf-umfragen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2021 22:27:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[BärnToday]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=92181</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie bereits in vier anderen Deutschschweizer Städten will CH Media auch in Bern ein «Today»-Portal aufbauen. Die Lücke, die Tamedia mit der Fusion seiner Zeitungsredaktionen hinterlässt, wird das neue Angebot aber kaum füllen können. Der 20. Oktober 2021 markierte eine Zäsur in der Mediengeschichte der Bundesstadt. Seit vergangenem Mittwoch sind die vormals eigenständigen Redaktionen von <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie bereits in vier anderen Deutschschweizer Städten will CH Media auch in Bern ein «Today»-Portal aufbauen. Die Lücke, die Tamedia mit der Fusion seiner Zeitungsredaktionen hinterlässt, wird das neue Angebot aber kaum füllen können.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92192" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der 20. Oktober 2021 markierte eine Zäsur in der Mediengeschichte der Bundesstadt. Seit vergangenem Mittwoch sind die vormals eigenständigen Redaktionen von <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">«Bund» und «Berner Zeitung»</a> Geschichte; in Bern gibt es eine journalistische Stimme weniger. Tamedia, der Verlag der beiden Zeitungen, findet es «nicht mehr zeitgemäss, in einem so kleinen Raum zwei konkurrenzierende Angebote» zu haben und hat darum «gemacht, was man machen muss, wenn man betriebswirtschaftlich denkt». Das sagte Tamedia-Zeitungschef Marco Boselli am <a href="https://vimeo.com/613599198" target="_blank" rel="noopener">Swiss Media Forum</a> vor einem Monat in Luzern.</p>
<p>Nun gibt es Medienunternehmen, die ebenfalls betriebswirtschaftlich denken, aber zu anderen Schlüssen kommen. Zum Beispiel <a href="https://chmedia.ch/" target="_blank" rel="noopener">CH Media</a>. Das Joint Venture von NZZ Mediengruppe und AZ Medien plant, in Bern sein Medienangebot auszubauen.<br />
</p>
<p>Wie bereits in St. Gallen, Luzern, Aarau und Zürich will CH Media auch in Bern seine Radio- und Fernsehaktivitäten mit einem Online-Portal besser sichtbar machen. Das Unternehmen bestätigt die Ausbaupläne zwar nicht explizit, dementiert sie aber auch nicht.</p>
<blockquote><p>Dass der Aufbau von «BärnToday» beschlossene Sache sei, bestätigen mehrere Quellen aus dem Unternehmen CH Media.</p></blockquote>
<p>Ein CH-Media-Sprecher teilt der MEDIENWOCHE auf Anfrage mit: «Unser Ziel ist es, an allen unseren CH-Media-Entertainment-Standorten gemeinsame Radio-, regionale TV- und Today-Redaktionen zu schaffen.» Ein solcher Standort ist auch Bern. Mit «Telebärn» und «Radio Bern 1» besitzt CH Media, wie in den anderen vier Städten, auch in der Bundesstadt je einen TV- und einen Radiosender.</p>
<p>Eins und eins zusammengezählt hat auch das Jahrbuch «Qualität der Medien». In seiner aktuellen Ausgabe steht: «Der <a href="https://chmedia.ch/news/ch-media-uebernimmt-radio-bern1" target="_blank" rel="noopener">Kauf von ‹Radio Bern 1›</a> per Januar 2021 deutet darauf hin, dass CH Media auch in Bern eine verstärkte Integration seiner verschiedenen Medienangebote ansteuert.»</p>
<blockquote><p>«Telebärn» will sein aktuelles Studio verlassen und sucht zusammen mit «Radio Bern 1» gemeinsame Räumlichkeiten.</p></blockquote>
<p>Dass der Aufbau von «BärnToday» beschlossene Sache sei, bestätigen mehrere Quellen aus dem Unternehmen CH Media unabhängig voneinander. Die Frage sei nur noch, ob es im Herbst 2022 oder erst im Frühjahr 2023 losgehe in Bern. Von offizieller Seite heisst es, der Fokus liege nun auf Zürich und der baldigen Lancierung von «ZüriToday». Und: «Wir arbeiten an der Fortsetzung der Today-Erfolgsgeschichte», so der CH-Media-Sprecher.</p>
<p>Klar ist: «Telebärn» will sein aktuelles Studio verlassen und sucht zusammen mit «Radio Bern 1» gemeinsame Räumlichkeiten. Dort soll eine Online-Redaktion dazustossen. Das ist die gleiche Konstellation wie an allen anderen «Today»-Standorten.</p>
<p>Das erste solche Portal war <a href="https://www.fm1today.ch/" target="_blank" rel="noopener">«FM1Today»</a> in St. Gallen, benannt nach dem gleichnamigen Radiosender. Die Idee dazu stammte von der NZZ-Mediengruppe. Es sei das erste regionale Onlineportal der Schweiz, das in einer konvergenten Redaktion von Online-, Radio- und TV-Journalisten produziert werde, hiess es zum Start von «FM1Today» <a href="https://unternehmen.nzz.ch/2015/09/das-onlineportal-fm1today-ist-erfolgreich-gestartet/" target="_blank" rel="noopener">im Herbst 2015</a>.</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="92181" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<p>Nach dem Zusammenschluss der NZZ-Regionalmedien mit den AZ Medien führte die neue CH Media das «Today»-Konzept weiter. Anfang 2020 folgte <a href="https://www.pilatustoday.ch/" target="_blank" rel="noopener">«PilatusToday»</a> in Luzern mit «Radio Pilatus» und «Tele 1» als Kern. Im Sommer 2021 ging im AZ-Kernland <a href="https://www.argoviatoday.ch/" target="_blank" rel="noopener">«ArgoviaToday»</a> an den Start, wo das Unternehmen «Radio Argovia» und «Tele M1» betreibt. Im Frühjahr 2022 soll <a href="https://chmedia.ch/news/zueritoday-ch-media-baut-today-netzwerk-weiter-aus" target="_blank" rel="noopener">«ZüriToday»</a> folgen. Hier gehören «Radio 24» und «TeleZüri» dazu. «BärnToday» wäre dann die fünfte konvergente Regional-Newsplattform. Für die vier (und bald fünf) Portale hat CH Media eine Zentralredaktion in Zürich geschaffen, die «künftig überregionale Inhalte für alle Today-Plattformen produzieren, sowie zentrale Funktionen im Social Media- und Community-Management-Bereich übernehmen» werde.</p>
<blockquote><p>«BärnToday» wird dereinst hinter den Tamedia-Zeitungen die zweitgrösste Lokal-Redaktion beschäftigen in Bern.</p></blockquote>
<p>In Bern könnte CH Media nach der Zusammenlegung der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» einen Beitrag dazu leisten, die Lücke zu füllen, die der Abbau bei den Tamedia-Titeln hinterlassen hat. Immerhin wird «BärnToday» mit seinen grob geschätzt rund 30 redaktionellen Stellen dereinst hinter den Tamedia-Zeitungen die zweitgrösste Lokalredaktion beschäftigen. Die Frage, ob es der Anspruch sei, mit dem neuen Portal in der Bundesstadt eine prägende Rolle im (politischen) Lokaljournalismus zu spielen, wollte CH Media nicht beantworten.</p>
<p>Ein Blick auf die «Today»-Portale zeigt, dass das publizistische Profil vor allem regionale Polizei- und People-Meldungen umfasst. Push-Nachrichten verschickt die Redaktion zum Start einer weiteren <a href="https://www.3plus.tv/der-bachelor" target="_blank" rel="noopener">«Bachelor»</a>-Staffel, die auf dem CH-Media-Sender 3+ läuft, oder zur Wahl des Jugendwortes des Jahres. Politischer Journalismus zählt nicht zum Kerngeschäft. Das lässt sich auch damit erklären, dass CH Media in St. Gallen, Luzern und Aarau Tageszeitungen herausgibt, die mit einem kostenpflichtigen Online-Angebot zahlende Kundschaft suchen. Diese Bemühungen will man nicht mit dem eigenen Gratisangebot unterlaufen.</p>
<blockquote><p>«BärnToday» wird in einer Liga mit «Nau.ch» und «20min.ch» spielen.</p></blockquote>
<p>In Zürich und in Bern müssten die «Today»-Portale nicht auf Zeitungen aus dem eigenen Verlag Rücksicht nehmen. Ob «BärnToday» deshalb vom Konzept abweicht, darf bezweifelt werden. «Telebärn» und «Radio Bern 1» zeichnen sich nicht durch «harten» Journalismus aus und vermögen nur vereinzelt Akzente zu setzen oder mit ihrer Berichterstattung politisch etwas zu bewegen. Platzhirsch Tamedia braucht also kaum publizistische Konkurrenz zu fürchten. Und wirtschaftlich spielen die «Today»-Portale im werbefinanzierten Reichweitengeschäft, während sich «Bund» und «Berner Zeitung» vor allem über Abos finanzieren wollen und müssen. «BärnToday» wird daher in einer Liga mit «Nau.ch» und «20min.ch» spielen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tamedia hat gegen Frederik Paulsen keine Medienkampagne geführt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/16/tamedia-hat-gegen-frederik-paulsen-keine-medienkampagne-gefuehrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Oct 2021 08:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsrechte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91893</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der schwedische Milliardär und russische Honorarkonsul ist erstinstanzlich unterlegen. Er könnte das Urteil aber noch weiterziehen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/16/tamedia-hat-gegen-frederik-paulsen-keine-medienkampagne-gefuehrt/">Tamedia hat gegen Frederik Paulsen keine Medienkampagne geführt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der schwedische Milliardär und russische Honorarkonsul ist erstinstanzlich unterlegen. Er könnte das Urteil aber noch weiterziehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/16/tamedia-hat-gegen-frederik-paulsen-keine-medienkampagne-gefuehrt/">Tamedia hat gegen Frederik Paulsen keine Medienkampagne geführt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neuer Journalismus, Tamedia, Weltwoche</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/16/neuer-journalimus-tamedia-weltwoche/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/10/16/neuer-journalimus-tamedia-weltwoche/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Oct 2021 08:10:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Frida]]></category>
		<category><![CDATA[Petarde]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91883</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Aufbruchstimmung Entgegen dem anhaltenden Trend zu Abbau und Konzentration in der schweizerischen Medienlandschaft gibt es auch Anzeichen einer neuen Vielfalt. So machten sich in den letzten Tagen gleich drei neue Stimmen bemerkbar, aus so unterschiedlichen Genres wie Lokaljournalismus, Satire und Kulturberichterstattung. In Bern geht ab nächstem Dienstag die «Hauptstadt» auf Geldsuche. Das <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/16/neuer-journalimus-tamedia-weltwoche/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/16/neuer-journalimus-tamedia-weltwoche/">Neuer Journalismus, Tamedia, Weltwoche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211016b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-91885" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211016b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211016b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211016b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211016b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Aufbruchstimmung</h3>
<p>Entgegen dem anhaltenden Trend zu Abbau und Konzentration in der schweizerischen Medienlandschaft gibt es auch Anzeichen einer neuen Vielfalt. So machten sich in den letzten Tagen gleich drei neue Stimmen bemerkbar, aus so unterschiedlichen Genres wie Lokaljournalismus, Satire und Kulturberichterstattung.</p>
<p>In Bern geht ab nächstem Dienstag die <a href="https://mailchi.mp/2b06b1fa4360/und-wir-heissen-projekt-newsletter-06?e=b0e09b79e8" rel="noopener" target="_blank">«Hauptstadt»</a> auf Geldsuche. Das lokale Online-Portal für den Grossraum Bern sieht das Crowdfunding «als Markttest für den Medienplatz Bern». Der Name, den die Gruppe <a href="https://neuerjournalismus.be/" rel="noopener" target="_blank">«Neuer Berner Journalismus»</a> am letzten Donnerstag öffentlich gemacht hat, ist allerdings kein gutes Omen. Eine alternative <a href="https://twitter.com/Sprachkraft/status/1448676497884078081" rel="noopener" target="_blank">Wochenzeitung</a> für Bern namens «Hauptstadt» überlebte 1998 nur ein halbes Jahr. </p>
<p>Während die «Hauptstadt» auf den Abbau bei Tamedia reagiert, ist <a href="https://wemakeit.com/projects/petarde" rel="noopener" target="_blank">«Die Petarde»</a> als Reaktion auf den Umbau des «Nebelspalters» zum Politmagazin entstanden. Die «neue, unabhängige Satireplattform der Schweiz» will die Grenzen der Satire sprengen. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schneider_(Psychoanalytiker)" rel="noopener" target="_blank">Peter Schneider</a> <a href="https://youtu.be/_0VA8_tR5Vo" rel="noopener" target="_blank">verspricht</a> «tagesaktuelle Satire, fangfrische Kalauer und Pointen in bester Qualität». Für den Betrieb der künftig kostenlos zugänglichen Plattform sucht «Die Petarde» nun Gönner und Investorinnen.</p>
<p>Wie die «Petarde» sammelt auch <a href="https://wemakeit.com/projects/frida-das-kulturmagazin" rel="noopener" target="_blank">«Frida»</a> seit ein paar Tagen Geld. Das <a href="https://fridamagazin.ch/" rel="noopener" target="_blank">Online-Kulturmagazin</a> für die Deutschschweiz will im März 2022 loslegen. Dank Stiftungsgeldern und öffentlicher Unterstützung konnte sich das in der Kulturszene breit abgestützte Projekt mit Recherche-Reisen und -Gesprächen auf die Gründung von «Frida» vorbereiten.</p>
<h3>The Bad – Anscheinsproblematik</h3>
<p>Berichterstattung in eigener Sache ist immer heikel. Wenn Zeitungen über den geplanten Ausbau der Medienförderung schreiben, dann betrifft sie das sehr direkt, schliesslich ermöglichen zusätzliche Subventionen je nachdem ein längeres (Über-)Leben. Da die Medienförderung politisch umstritten ist, müssen die Redaktionen damit rechnen, dass sie stärker als sonst unter Beobachtung stehen.</p>
<p>Als die relevanten Schweizer News-Medien nicht darüber berichteten, dass das Referendumdskomitee (nach eigenen Angaben) die erforderlichen Unterschriften gegen das Medienpaket zusammengetragen hatte, sah dies die «Weltwoche» prompt als Beleg für ein bewusstes Verschweigen. Das war etwas vorschnell. In den Wochen darauf gab es weitere Anlässe zur Berichterstattung über das Zustandekommen des Referendums. Und dann wurde auch breit darüber berichtet. Mit einer Ausnahme. In den Tamedia-Zeitungen konnte man bis heute keine Zeile dazu lesen. Auch diese Woche, als der Bundesrat den Termin der Abstimmung festgelegt hat – nichts. Warum?</p>
<p>«Wir sind bei solchen Nachrichten selektiv», erklärt auf Anfrage Tamedia-Inland-Chefin Raphaela Birrer (Bild), «weil uns sowohl online als auch im Print der Raum fehlt, um über Unterschrifteneinreichung, Zustandekommen und Abstimmungstermin jeder Initiative und jedes Referendums zu berichten.» Ein weiterer möglicher Grund für die Nicht-Berichterstattung: Ende Juli hat die für das Dossier zuständige Journalistin die Redaktion verlassen.</p>
<p>Bei aller Plausibilität dieser Erklärungen bleibt ein schaler Nachgeschmack. Das Schweigen könnte den Anschein der Befangenheit erwecken.</p>
<h3>The Ugly – Abgründiges</h3>
<p>Wenn nicht «Editorial» darüber stünde, man könnte es glatt für eine Fingerübung in Satire halten. Aufgabe: Schreib mal ein Plädoyer für Hass. Schreib, warum mehr Hass auf Social Media gut ist. </p>
<p>Nicht als Satire, aber vermutlich als originelles Gedankenspiel versteht SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel sein <a href="https://archive.ph/FVbbB" rel="noopener" target="_blank">Plädoyer für mehr Hass im Netz</a>. Nach dem Motto: Wenn der Ruf nach weniger Hass im Netz lauter wird, dann halte ich dagegen. Und darum schreibt er: «Es darf kein Hass-Verbot geben. Im Gegenteil, wir sollten die Leute ermutigen, ihren Hass auf den sozialen Medien auszuleben. Das ist besser, als wenn sie zum Küchenmesser greifen oder sich eine Pistole oder ein automatisches Gewehr kaufen.»</p>
<p>Die Begründung, dass damit reale Gewalttaten zu verhindern seien, ist so verquer wie auch fachlich falsch. Zwar macht nicht jeder Hasskommentar auf Social Media die Leute zu Gewalttätern, aber Online-Hass kann in eine Radikalisierungsspirale führen, die ganz reale Effekte auf Einstellungen, Werte und letztlich auch auf das Verhalten hat.</p>
<p>Mehr Hass führt vor allem zu mehr Hass. Wer das fordert, trägt die Verantwortung für eine Verrohung und Spaltung der Gesellschaft.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/16/neuer-journalimus-tamedia-weltwoche/">Neuer Journalismus, Tamedia, Weltwoche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2021/10/16/neuer-journalimus-tamedia-weltwoche/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medienskandal in Endlosschleife: Jolanda Spiess-Hegglin unterliegt Michèle Binswanger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/07/medienskandal-in-endlosschleife-jolanda-spiess-hegglin-unterliegt-michele-binswanger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 14:52:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Michèle Binswanger]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90885</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Schweizer Ex-Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin unterliegt vor Gericht gegen die Journalistin Michèle Binswanger. Über das neuste Kapitel in einem tragischen Streit.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/medienskandal-in-endlosschleife-jolanda-spiess-hegglin-unterliegt-michele-binswanger/">Medienskandal in Endlosschleife: Jolanda Spiess-Hegglin unterliegt Michèle Binswanger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweizer Ex-Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin unterliegt vor Gericht gegen die Journalistin Michèle Binswanger. Über das neuste Kapitel in einem tragischen Streit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/medienskandal-in-endlosschleife-jolanda-spiess-hegglin-unterliegt-michele-binswanger/">Medienskandal in Endlosschleife: Jolanda Spiess-Hegglin unterliegt Michèle Binswanger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nouvelliste, Tamedia, SRF&#160;und&#160;RTS</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/26/nouvelliste-tamedia-srf-und-rts/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/06/26/nouvelliste-tamedia-srf-und-rts/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2021 08:09:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Nouvelliste]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[RTS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=89700</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Die Leserschaft nicht verraten Natürlich ist es eine gute Nachricht, wenn ein dreijähriger Medienboykott endet, wenn eine Zeitung wieder frei und uneingeschränkt darüber berichten kann, was ihr Publikum interessiert. Diese Woche hiess Christian Constantin, Präsident des FC Sion, die Journalist:innen des «Nouvelliste» wieder in seinem Tourbillon-Stadion willkommen. 2018 entzog er ihnen die <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/26/nouvelliste-tamedia-srf-und-rts/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/26/nouvelliste-tamedia-srf-und-rts/">Nouvelliste, Tamedia, SRF und RTS</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20210626b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-89702" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20210626b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20210626b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20210626b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20210626b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Die Leserschaft nicht verraten</h3>
<p>Natürlich ist es eine gute Nachricht, wenn ein dreijähriger <a href="https://www.swissinfo.ch/ger/alle-news-in-kuerze/constantin-schliesst-lokalzeitung--le-nouvelliste--aus/44271636" rel="noopener" target="_blank">Medienboykott</a> endet, wenn eine Zeitung wieder frei und uneingeschränkt darüber berichten kann, was ihr Publikum interessiert. Diese Woche hiess Christian Constantin, Präsident des FC Sion, die Journalist:innen des «Nouvelliste» wieder in seinem Tourbillon-Stadion willkommen. 2018 entzog er ihnen die Akkreditierung und kappte den Zugang zu Mannschaft und Personal, weil er die Berichterstattung des Chefredaktors als zu negativ empfand.</p>
<p>Constantins Versöhnungsschreiben, als offener Brief <a href="https://www.lenouvelliste.ch/dossiers/fc-sion/articles/fc-sion-plus-de-boycott-pour-le-nouvelliste-1084964?ref=refind" rel="noopener" target="_blank">im «Novelliste» veröffentlicht</a>, hat es aber in sich. Sein «Willkommen im Tourbillon!» verbindet er mit der Erwartung, dass Vincent Fragnière (Bild), der vormals verfemte Chefredaktor, nicht gegen journalistische Ethik und Pressefreiheit verstosse – als ob der Stadionausschluss etwas damit zu tun gehabt hätte.</p>
<p>In seiner Stellungnahme zum Ende des Boykotts macht Fragnière klar: «Unsere redaktionelle Linie richtet sich nicht gegen eine Organisation oder, noch schlimmer, gegen eine Person. Nein, wir sezieren, wir vermitteln und wir kritisieren, um eine Situation getreu wiederzugeben. Um die Leserschaft nicht zu verraten, der wir verpflichtet sind.» Ein erneuter Boykott ist nicht auszuschliessen.</p>
<h3>The Bad – Geld und Glaube</h3>
<p>Jetzt ist klar, wie viele Personen Tamedia entlässt, um die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zu fusionieren: Beim «Bund» verliert ein Redaktor seine Arbeit, bei der BZ sind es acht Personen. Dank «freiwilliger» Abgänge, sowie teils ebenso «freiwilliger» Pensenreduktionen liessen sich weitere Entlassungen verhindern. Im Rahmen des Konsultationsverfahrens schlug das Personal mögliche Massnahmen vor, die den Abbau noch stärker hätten abfedern können. Acht von neun <a href="https://twitter.com/KeinehalbeSache/status/1407288693866602497" rel="noopener" target="_blank">Vorschläge der Belegschaft</a> zum Vermeiden von Kündigungen haben Tamedia und die Chefredaktoren der beiden Zeitungen abgelehnt.</p>
<p>Darunter befand sich auch ein Klassiker: Warum stützt ein prosperierendes Unternehmen wie Tamedia, respektive TX Group, sein historisches Kerngeschäft nicht mit Erträgen aus lukrativeren Geschäftszweigen? Dass dies nie (mehr) geschehen wird, ist zwar längst klar, interessant sind aber die Begründungen, warum eine interne Quersubventionierung tabu ist. Diesmal klingt das so: «Wir glauben an unser publizistisches Geschäft und haben ein klares Ziel: ein führendes Medienhaus zu bleiben und unseren Journalismus langfristig über den Verkauf digitaler Abos zu finanzieren.» Nun kann der Glaube bekanntlich Berge versetzen. Dass er auch Medien finanzieren kann, ist hingegen noch nicht bekannt.</p>
<h3>The Ugly – Vor lauter Zukunft keine Gegenwart</h3>
<p>«SRF ohne ECO ist wie ein Banker, dem man die Krawatte abschneidet; das sieht nicht wirklich gut aus», sagt Immobilienberater Donato Scognamilio, während er sich mit der Schere seine Krawatte abschneidet. Das selbstgedrehte Video war eine von <a href="https://www.srf.ch/play/tv/redirect/detail/6a6d5feb-60a8-4c0b-8abf-4c3d782e910f" rel="noopener" target="_blank">zahlreichen Reaktionen</a> auf die Einstellung der beliebten Wirtschaftssendung. Neben viel Lob und Dank und Kompliment für die Redaktion um Reto Lipp gab es in der letzten ECO-Ausgabe nach 14 Jahren Schelte für SRF. Eine «Schande», ein «Skandal» sei der Verzicht auf die Sendung.</p>
<p>Doch damit nicht genug. Das Szenario wiederholt sich in der Westschweiz. RTS kündigte kürzlich an, in einem Jahr mit TTC das Pendant zu ECO <a href="http://www.kleinreport.ch/news/kahlschlag-bei-rts-wirtschaftssendung-ttc-gestrichen-infrarouge-nur-noch-zweimal-pro-monat-97196/" rel="noopener" target="_blank">einzustellen</a>. Wie in der Deutschschweiz stösst auch dieser Entscheid auf Unverständnis. Aktive und ehemalige Politiker:innen von SVP über FDP bis SP und Grüne <a href="https://www.illustre.ch/magazine/la-rts-un-bateau-ivre-dans-un-triangle-maudit" rel="noopener" target="_blank">kritisieren die Programmentscheide</a> von SRF und RTS. Zwar planen die Sender Nachfolgeformate im Netz und berichten auch weiterhin über Wirtschaftsthemen. Aber mit diesem Vorgehen bestehe das «Risiko, bestehendes Publikum zu verlieren, ohne Garantie, neues zu gewinnen», kritisierten die Delegierten der <a href="https://www.ssm-news.ch/ssm/nl_online.cfm?par1=4B28E8C10CD9FCA7A1F512BE6005BEE8&#038;nl=35E57D08-E0CD-D181-294D2FF8C12FC95E&#038;ref=versand" rel="noopener" target="_blank">SRG-Gewerkschaft SSM</a> den forschen Umbau.</p>
<p>Überhaupt erhält man den Eindruck, dass das Unternehmen vor lauter Beschäftigung mit der Zukunft vergisst, dass es auch eine Gegenwart gibt. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/26/nouvelliste-tamedia-srf-und-rts/">Nouvelliste, Tamedia, SRF und RTS</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2021/06/26/nouvelliste-tamedia-srf-und-rts/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2021 07:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Monat]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Blick Romandie]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=87559</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein «Diversity &#038; Inclusion Board» ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-87574" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210410b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Musterredaktion für den Westschweizer Wettbewerb</h3>
<p>Ringier lässt den Worten Taten folgen. Im letzten August setzte der Zürcher Medienkonzern ein <a href="https://www.ringier.ch/de/medienmitteilungen/vielfalt-als-chance-ringier-setzt-diversity-inclusion-board-ein" rel="noopener" target="_blank">«Diversity &#038; Inclusion Board»</a> ein und sprach in diesem Zusammenhang von «zentralen Werten» und «Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen». Was ein geschärftes Bewusstsein für mehr Vielfalt bewirken kann, zeigt sich in der diese Woche vorgestellten <a href="https://storytelling.blick.ch/storytelling/2021/team_romandie/index.html" rel="noopener" target="_blank">Redaktion von «Blick Romandie»</a>: Von den 20 Personen sind zehn Männer und zehn Frauen. Sie sprechen Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Russisch, Spanisch, Arabisch und Serbisch und sie fanden aus allen Ecken der Westschweizer Medien zum «Blick».</p>
<p>Dass alle verhältnismässig jung sind und es – ausser dem graubärtigen Chefredaktor – keine älteren Semester in die Redaktion geschafft haben, kann man Ringier nicht wirklich vorwerfen. Nur wer die Jugend erreicht, hat eine Zukunft. Ein Selbstläufer wird «Blick Romandie» aber nicht, selbst mit einer ideal aufgestellten Equipe, denn die Romandie ist umkämpftes Territorium: Nach <a href="https://www.watson.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«Watson»</a> und einem aufgerüsteten <a href="https://www.20min.ch/fr" rel="noopener" target="_blank">«20&nbsp;Minutes»</a> betritt die «Blick»-Equipe am 1. Juni 2021 das Feld. </p>
<h3>The Bad – Ein nicht so diskretes Tamedia-Fotoshooting</h3>
<p>Heikle Unternehmensentscheide werden in der Regel bis im letzten Moment geheim gehalten, um sie am Tag&nbsp;X zum Zeitpunkt&nbsp;Y gezielt dem betroffenen Personal und der Öffentlichkeit mitzuteilen. So plante das auch Tamedia mit ihrer Kommunikation zur <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/berner-zeitung-und-der-bund-hohe-journalistische-kompetenz-in-einer-redaktion" rel="noopener" target="_blank">Fusion der Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund»</a>. Damit ja alles Material für die Medienmitteilung vorbereitet ist, musste noch ein Bild her mit der neuen Redaktionsleitung. Als Kulisse für das Foto-Shooting diente eine breite öffentliche Treppe nahe des Berner Tamedia-Sitzes.</p>
<p>Nun will es der Zufall, dass unsere Wohnung direkt an die Treppe angrenzt. Während der Tamedia-Fotosession sassen wir beim Mittagessen. Ich ahnte nicht, was sich direkt hinter meinem Rücken abspielt, bis meine Frau beim Blick nach draussen plötzlich Simon Bärtschi erkannte, den Chefredaktor der «Berner Zeitung» und designierter Leiter der neuen <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Monopolredaktion</a>.</p>
<p>Ich sprang vom Esstisch auf und ging auf die Terrasse mit Blick auf die Treppe. Schnell war mir klar, wer sich hier aufstellt. Und auch der <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/IMG_0969.jpg" rel="noopener" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">künftigen Leitung der Berner Tamedia-Redaktion</a> war klar, wer ihnen da gerade bei der Foto-Session zuschaut. Würde nun der Medienjournalist die neuen Personalien vorzeitig ausplaudern?</p>
<p>Ein sichtlich nervöser Simon Bärtschi, der zwar weiss, wo ich wohne, aber gehofft hatte, dass ich an dem Tag nicht zu Hause wäre, bat mich, nicht auszuplaudern, was bald eh publik würde. Doch mich brauchte es gar nicht. Das Unternehmen verplapperte sich schliesslich selbst. Die Hausmitteilung zur Totalfusion der Berner Tamedia-Zeitungen und zum Stellenabbau fand sich fixfertig vorbereitet im Redaktionssystem – und fand von dort aus bereits Stunden vor dem geplanten Kommunikationstermin <a href="https://twitter.com/EinheitsbreiB/status/1380067976389533697?s=20" rel="noopener" target="_blank">den Weg an die Öffentlichkeit</a>.</p>
<h3>The Ugly – Drauf liberal, drin reaktionär</h3>
<p>Auf manchen französischen Bahnhöfen steht ein <a href="https://www.google.com/search?q=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;tbm=isch&#038;ved=2ahUKEwj45qSAk_PvAhWHgc4BHb2uCtEQ2-cCegQIABAA&#038;oq=%22Un+train+peut+en+cacher+un+autre%22+SNCF&#038;gs_lcp=CgNpbWcQAzIGCAAQCBAeOgQIABAeOgYIABAFEB46BggAEAcQHjoECCMQJzoECAAQEzoGCAAQHhATOggIABAFEB4QE1CCeliuoQFggqQBaAFwAHgAgAFHiAHhBZIBAjEymAEAoAEBqgELZ3dzLXdpei1pbWfAAQE&#038;sclient=img&#038;ei=9FJxYPicFoeDur4Pvd2qiA0&#038;bih=607&#038;biw=1280" rel="noopener" target="_blank">Warnschild</a> mit der Aufschrift: «Un train peut en cacher un autre», ein Zug kann einen anderen verdecken. Genauso verhält es sich mit allzu grellen Etiketten. «Liberal» ist so eine. Wo das draufsteht, kann auch das Gegenteil drinstecken. Ein Beispiel dafür bot unlängst der Chefredaktor des «Schweizer Monat». Ronnie Grob <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/schweizer-monat-ein-liberales-blatt-will-mehr-resonanz-aber-ohne-radau-ld.126546" rel="noopener" target="_blank">sagte der NZZ</a> einmal, liberal sei man oder sei man nicht. Für sich nimmt er selbstredend in Anspruch, dass er es ist.</p>
<p>Seine aktuelle <a href="https://archive.ph/QdU33" rel="noopener" target="_blank">Kolumne</a> auf dem News-Portal «Nau.ch» liest sich aber ziemlich anders. Da werden Männer und Frauen auf unverrückbare, quasi gottgegebene, Positionen gestellt, begründet mit unwissenschaftlichen Plattitüden aus dem Tierreich. Daraus abgeleitet folgt der pauschale Schluss, Frauen in Führungspositionen liebten die Sicherheit und stellten sich ergo gegen die Freiheit. Das ist eine <a href="https://franziskaschutzbach.wordpress.com/2021/04/06/frauen-werden-auf-ihre-platze-verwiesen/" rel="noopener" target="_blank">reaktionäre Sicht</a> auf die Gesellschaft. Liberal bedeutet in dem Fall lediglich, dass alle alles schreiben dürfen – und sei es noch so dünn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/">Blick Romandie, Tamedia Bern, Schweizer Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2021/04/10/blick-romandie-tamedia-bern-schweizer-monat/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
