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	<title>Berner Zeitung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Monopolzeitung, Medienmacht und Meinungsbildung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2022 16:29:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine SP-Politikerin beschwert sich bei den fusionierten Berner Tamedia-Zeitungen BZ/Bund über die einseitige Berichterstattung und fordert einen Gastbeitrag. Die Redaktion gewährt ihr ein Interview. Zeigt sich hier das schlechte Gewissen einer Monopolzeitung oder nur der Courant normal im Lokaljournalismus? Dass sich Politikerinnen bei den Medien beschweren, wenn ihnen die Berichterstattung missfällt, gehört zum journalistischen Alltag. <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine SP-Politikerin beschwert sich bei den fusionierten Berner Tamedia-Zeitungen BZ/Bund über die einseitige Berichterstattung und fordert einen Gastbeitrag. Die Redaktion gewährt ihr ein Interview. Zeigt sich hier das schlechte Gewissen einer Monopolzeitung oder nur der Courant normal im Lokaljournalismus?</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-100976 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Monopolzeitungen-20221123b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Dass sich Politikerinnen bei den Medien beschweren, wenn ihnen die Berichterstattung missfällt, gehört zum journalistischen Alltag. Dass eine Zeitung einer Politikerin, die sich beschwert, ohne Umschweife eine Plattform bietet, geschieht eher selten; so zum Beispiel kürzlich in Bern.<br />
</p>
<p>Am 12. November kritisierte die gemeinsame Redaktion der Tamedia-Zeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» zum wiederholten Mal das Budget der Stadt Bern fürs kommende Jahr. In einem Leitartikel empfahl der zuständige Ressortleiter unter dem Titel <a href="https://www.bernerzeitung.ch/nein-zur-schuldenwirtschaft-der-stadt-bern-862651120292" target="_blank" rel="noopener">«Nein zur Schuldenwirtschaft der Stadt Bern»</a> die Vorlage in der kommenden Abstimmung abzulehnen. Geschnürt haben das Budget der SP-Finanzdirektor und die rot-grüne Mehrheit im Parlament. Das zweistellige Millionendefizit hält die politische Linke selbstredend für keinen Sündenfall, wie das die Zeitung schon mehrfach dargestellt hat.</p>
<blockquote><p>Früher schrieben die beiden Blätter immer wieder in unterschiedliche Richtungen, auch um sich von der Konkurrenz abzuheben und ihr eigenes politisches Profil zu schärfen.</p></blockquote>
<p>Nach der Abstimmungsempfehlung griff Lena Allenspach, Co-Präsidentin der lokalen SP, zum Telefon und rief den Autor des Leitartikels an. «Mein Problem sind nicht Meinungskommentare, die sich nicht mit meiner eigenen Ansicht decken», erklärt Allenspach auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Sie störe aber die einseitige Berichterstattung, dass die Argumente der befürwortenden Seite nicht oder zu wenig vorkamen und explizit zu einer Abstimmungsparole aufgerufen wurde. «Die Zeitungen tragen eine besondere Verantwortung für die Meinungsbildung», findet die Politikerin; umso mehr nach dem Zusammenschluss der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» vor gut einem Jahr. Vorher schrieben die beiden Blätter immer wieder in unterschiedliche Richtungen, auch um sich von der Konkurrenz abzuheben und ihr eigenes politisches Profil zu schärfen.</p>
<p>Den Vorwurf der Einseitigkeit oder gar des Missbrauchs der Monopolstellung hört die Redaktion von «Bund»/BZ natürlich nicht gerne. Chefredaktor Simon Bärtschi betont gegenüber der MEDIENWOCHE, man achte auf eine ausgewogene Berichterstattung. «Das gilt auch für die Abstimmung über das Budget der Stadt Bern.» Trotzdem bot die Redaktion im vorliegenden Fall der Kritikerin eine Plattform. SP-Politikerin Allenspach forderte einen Gastkommentar, in dem sie ihre Sicht als Budget-Befürworterin darlegen könnte. «Im Interesse der Ausgewogenheit haben wir aber mit Frau Allenspach <a href="https://www.bernerzeitung.ch/das-defizit-der-stadt-bern-ist-verkraftbar-366796015890" target="_blank" rel="noopener">ein kritisches Interview geführt</a>», erklärt der Chefredaktor. Eine weitere Erklärung für das gewährte Gespräch fand sich in einem Textkasten zum Interview. Dort steht: «Im Sinne einer optimalen Meinungsbildung darf sie hier die Position der SP zur rot-grünen Finanzpolitik verteidigen.» Die beiden Erklärungen lassen sich auch als Eingeständnis lesen, dass die Berichterstattung zur Berner Budget-Abstimmung doch nicht ganz so ausgewogen gewesen wäre ohne das Interview mit der SP-Politikerin.</p>
<blockquote><p>Mit der Kritik von links und rechts sieht sich die Redaktion in ihrem Vorgehen bestätigt.</p></blockquote>
<p>Bei der Deklaration der Entstehungsgeschichte stand die Redaktion vor einem Dilemma. Hätte sie das Making-of verschwiegen, wäre der Vorgang wahrscheinlich irgendwann als Gerücht in Umlauf und die Redaktion dadurch in Verruf geraten. Die nun geschaffene Transparenz erweckt wiederum den Eindruck, dass man sich nur laut genug über die Berichterstattung beschweren muss und dann ein Interview «geschenkt» erhält. Ein lokaler FDP-Politiker schrieb denn auch prompt <a href="https://twitter.com/TomCBerger/status/1593868598413590529" rel="noopener" target="_blank">auf Twitter</a>: «Eine Woche vor der Abstimmung zum #Schuldenbudget2023 erhält das Ja-Lager die grosse Bühne.» Wobei das Nein-Lager zuvor die noch grössere Bühne erhalten hatte von Berner Tamedia-Blättern.</p>
<p>Mit der Kritik von links und rechts sieht sich die Redaktion in ihrem Vorgehen bestätigt. «Das ist aus publizistischer Sicht stets ein gutes Zeichen», folgert Bärtschi. Zwar bemüht sich der Chefredaktor das auf Druck hin gewährte Interview als Courant normal im Lokaljournalismus darzustellen. Man kann die Vorgänge aber auch kritischer beurteilen. Ist es die Aufgabe einer Monopolzeitung eine Abstimmungsparole auszugeben, nachdem bereits zuvor zwei Kommentare mit der gleichen inhaltlichen Stossrichtung erschienen waren und die Berichterstattung sich insgesamt kritisch mit dem Gegenstand befasst hatte? Wenn die Redaktion zwei Wochen vor dem Abstimmungstermin den publizistischen Vorschlaghammer auspackt, überrascht es nicht, wenn die kritisierte Seite eine angemessene Präsenz fordert.</p>
<blockquote><p>Medien und Politik müssen sich zusammenraufen und sich ihrer gesellschaftlichen Rolle entsprechend verhalten.</p></blockquote>
<p>Die Intervention der SP-Politikerin zeigt aber noch etwas anderes: Unabhängig aller Möglichkeiten der modernen Kommunikation die Bürgerinnen und Wähler <a href="https://www.direkt-magazin.ch/" target="_blank" rel="noopener">direkt anzusprechen</a>, erfüllen redaktionelle Medien weiterhin eine unverzichtbare Aufgabe. «Wir sind gegenseitig aufeinander angewiesen», sagt Lena Allenspach. «Eine unabhängige Presse und eine gelebte Medienvielfalt sind unabdingbar für die Demokratie.» Auch wenn der Umgang miteinander nicht immer einfach und konfliktfrei verläuft, müssen sich die beiden Seiten zusammenraufen und sich ihrer gesellschaftlichen Rolle entsprechend verhalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/23/monopolzeitung-medienmacht-und-meinungsbildung/">Monopolzeitung, Medienmacht und Meinungsbildung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diese Bilder wollte die «Berner Zeitung» nicht veröffentlichen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/24/diese-bilder-wollte-die-berner-zeitung-nicht-veroeffentlichen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2022 08:35:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Tierhaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bauer hält seine Schweine wie vom Gesetz vorgeschrieben. Darum zeigte die BZ die Fotos von «Tier im Fokus» nicht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bauer hält seine Schweine wie vom Gesetz vorgeschrieben. Darum zeigte die BZ die Fotos von «Tier im Fokus» nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/diese-bilder-wollte-die-berner-zeitung-nicht-veroeffentlichen/">Diese Bilder wollte die «Berner Zeitung» nicht veröffentlichen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 20:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut. Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit bald einem halben Jahr beschäftigt Tamedia in Bern nur noch eine einzige Redaktion für ihre beiden lokalen Tageszeitungen. Und die setzt alles daran, dass die Leserschaft vom Abbau nichts merkt. Das gelingt bisher ganz gut.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignnone wp-image-95858 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20220324b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Die Aufregung hat sich längst wieder gelegt, deklarierte Protestkündigungen liessen sich an einer Hand abzählen. Im vergangenen Oktober hatte Tamedia die Lokalredaktionen seiner Berner Tageszeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">zusammengelegt</a>. Die übrigen Inhalte stammten bereits davor aus der gleichen Küche. Kritische Stimmen sprachen von «Einheitsbrei», der nun serviert würde.</p>
<blockquote><p>Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert.</p></blockquote>
<p>Seit bald einem halben Jahr lässt sich tagtäglich auf Papier und Minute für Minute online beurteilen, wie das neue lokale Medienangebot aus dem Hause Tamedia schmeckt. Um es vorweg zu nehmen: Einheitsbrei ist es nicht. Man könnte von einer grossen Produktionsküche sprechen, die zwei unterschiedlich positionierte, aber beides gutbürgerliche Restaurants im gleichen Preissegment beliefert. Der Stammgast soll nicht merken, dass die gleiche Küche mal das eine und dann wieder das andere Restaurant beliefert. Um den Schein der Unabhängigkeit zu wahren, steht den beiden Etablissements je ein Wirt, respektive eine Wirtin vor.</p>
<p>Genauso läuft es bei «Bund» und «Berner Zeitung» BZ. Wer die gedruckten Ausgaben der beiden Zeitungen nebeneinander legt, sieht in der Regel zwei grundverschiedene Titelseiten, die sich an der DNA der beiden Blätter orientieren. «Das Lokale zuerst» gilt bei der BZ, internationales und nationales Geschehen dominiert die Front beim «Bund». Auch das Blattinnere unterscheidet sich entlang dieser Maximen – zumindest auf den ersten Blick. Der zweite Blick zeigt dann aber die grosse Anzahl identischer Artikel, der Unterschied liegt vor allem in der Anordnung.</p>
<p>Als Abonnent von einem der beiden Titel kriegt man davon nichts mit. Das Leibblatt kommt weitgehend unverändert daher, seit Tamedia am 20. Oktober 2021 die Redaktionen zusammengelegt hat. Das war auch das Ziel der Sparmassnahme: Der Abbau sollte möglichst unsichtbar erfolgen. Entsprechend zurückhaltend informierte der Verlag. Nur keine unnötige Aufregung. Natürlich gibt es keinen Abbau ohne Verlust. Den bemerken aber nur die Doppelleser:innen, von denen es sowieso fast keine mehr gibt, weil «Bund» und BZ schon bisher über weite Strecken das Gleiche angeboten und sich nur noch in der Lokalberichterstattung unterschieden hatten.</p>
<blockquote><p>«Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen.»<br />
<small>Simon Bärtschi, Chefredaktor BZ/«Bund»</small></p></blockquote>
<p>Damit die bisherigen Leserschaften der beiden Zeitungen bei der Stange gehalten und neue Abonnent:innen gewonnen werden können, investiert die neue Einheitsredaktion viel in die Pflege der beiden Medienmarken. «Wir versuchen aus der gleichen Redaktion heraus unterschiedliche Kanalfeelings auszuspielen», sagt Chefredaktor Simon Bärtschi im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.<br />
</p>
<p>Neben der unterschiedlichen Priorisierung und Positionierung identischer Artikel platziert die Redaktion weiterhin exklusive Inhalte in den beiden Titeln. So führt die BZ ein Ressort für den Regionalsport, das nur bei ihr erscheint. Der «Bund» seinerseits greift in der Auslandberichterstattung regelmässig auf Artikel aus der «Süddeutschen Zeitung» zurück, die nicht in der BZ zu lesen sind. Auch ihre Kolumnen führen die Zeitungen weiterhin je separat. Ausserdem schreibt Chefredaktor Simon Bärtschi, der vor der Fusion bereits die BZ geleitet hatte, weiterhin exklusiv für die BZ. Und wenn im Sommer Isabelle Jacobi, die jetzt noch für Radio SRF aus den USA berichtet, die Stelle als <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/isabelle-jacobi-wird-chefredaktorin-von-der-bund" target="_blank" rel="noopener">«Bund»-Chefredaktorin</a> antritt, wird auch sie ausschliesslich für ihr Blatt schreiben.</p>
<blockquote><p>Auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p></blockquote>
<p>Das Bemühen, trotz Einheitsredaktion die Identität der beiden Titel zu erhalten, zahlt sich aus. Die Qualität der Berichterstattung hat nicht gelitten. Im Gegenteil. BZ-Abonnent:innen können nun auch ehemalige «Bund»-Autor:innen lesen – und umgekehrt. «Bund»-Abonnent:innen profitieren zudem von der regional breiteren Berichterstattung der früheren BZ-Ressorts, die nun auch für das ehemalige Konkurrenzblatt berichten. Selbst kritischen Beobachter:innen fällt auf Anhieb nichts Negatives ein zur neuen Tamedia-Formel auf dem Platz Bern. Und auch auf der Redaktion gelangt man zur Einschätzung, dass die Fusion für die Leserschaft insgesamt ein Gewinn sei.</p>
<p>Defizite sieht Bärtschi bei der Abdeckung gewisser Gemeinden in der weiteren Agglomeration Bern. «Da müssen wir noch stärker werden, weil das auch von uns erwartet wird», sagt der Chefredaktor von «Bund» und BZ. Die Herausforderung für die Redaktion besteht darin, weiterhin möglichst viele Gemeinden in der Berichterstattung zu berücksichtigen, auch wenn Gemeindeversammlungen und Ladeneröffnungen allein keinen unmittelbaren Anlass für einen Artikel geben. «Unser Ansatz ist es, beispielhaft über Vorgänge zu berichten, die nicht nur eine einzelne Gemeinde betreffen», erklärt Bärtschi.</p>
<p>Dieses Prinzip gilt generell für die lokale und regionale Berichterstattung von «Bund» und BZ. Für manche Redaktor:innen bedeutet das eine Umstellung. Sie müssen sich zuerst an das langsamere Tempo gewöhnen. Sie können nicht mehr jede News «raushauen», die sie gerade aufgeschnappt haben.</p>
<p>Diese Annäherung an den Magazinjournalismus bietet auch den Vorteil, dass die Redaktion vermehrt eigene Schwerpunkte setzen kann, weil sie nicht mehr Termine aus der Agenda abarbeiten muss. «Wir schaffen es, auch kurzfristig Ressourcen freizuspielen für etwas aufwändigere Recherchen», weiss Chefredaktor Bärtschi. So wie kürzlich, als bekannt wurde, dass die bernischen Behörden die Wohnung eines in der EU sanktionieren russischen Oligarchen blockierten. Da schickte die Redaktion einen Reporter ins Berner Oberland, der dann vor Ort einen Tag lang dem Thema nachgehen konnte.</p>
<blockquote><p>Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p></blockquote>
<p>In der Zürcher Tamedia-Zentrale zeigt man sich angetan vom neuen Berner Modell. Co-Chef Marco Boselli sagte dazu anlässlich der <a href="https://youtu.be/pDjSDSIPaoE" target="_blank" rel="noopener">Bilanzmedienkonferenz</a> vom 10. März 2022: «Gerade in Bern zeigen wir, dass wir eben auch mit einer einheitlichen Redaktion die journalistische Schlagkraft erhöhen konnten.» Der Preis, den die Öffentlichkeit dafür zahlt, erwähnte Boselli natürlich nicht. Die neue «Schlagkraft» gibt es nur auf Kosten der Meinungsvielfalt, mit der die vormals getrennten Lokalredaktionen von «Bund» und BZ (<a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">«Berner Modell»</a>) die politische Diskussion in der Bundesstadt bereichert hatten. Auch wenn sich der Abbau gut kaschieren lässt, bleibt er eben ein Abbau.</p>

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<p>Geschäftlich scheint die Rechnung aufzugehen. «Wir wachsen digital und ich gehe davon aus, dass die Abos aus allen Ecken des Kantons stammen», sagt Simon Bärtschi. «Beim Print können wir auf eine treue Leserschaft zählen, die wir möglichst zu halten versuchen.» Für das vergangene Jahr vermeldet Tamedia einen deutlichen Anstieg auf inzwischen 147&#8217;000 Digitalabos. Das seien alles «neue Kunden, nicht irgendwelche Print-Abonnenten», betonte Tamedia-Co-Chef Marco Boselli an der Bilanzmedienkonferenz. Die Zahlen von «Bund» und BZ veröffentlicht Tamedia nicht.</p>
<p>Wie lange sich die neue Einheitsredaktion in ihrer gegenwärtigen Struktur halten kann, weiss niemand. Mit 50 Vollzeitstellen, verteilt auf 70 Personen, besteht auch für die Zukunft Abbaupotenzial. Zum aktuellen Tamedia-Sparprogramm habe Bern mit der Redaktionsfusion seinen Teil beigetragen. Obwohl erst 40 Prozent der angestrebten 70 Millionen Franken eingespart wurden, blieben «Bund» und BZ von weiteren Eingriffen verschont, versicherten die Verantwortlichen kürzlich dem Personal.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/24/neues-berner-modell-kuenstliche-vielfalt-nach-dem-unsichtbaren-abbau/">Neues Berner Modell: künstliche Vielfalt nach dem unsichtbaren Abbau</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Streaming, Titelei, Scherbenhaus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 09:29:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Sport für alle Die Handballerinnen vom HC Malters haben es schon, die Fussballer vom FC Köniz kriegen es bald. Was bisher den Grossen im Sport vorbehalten war, hält vermehrt auch bei den Kleinen Einzug: Professionelles Streaming und gestochen scharfe Live-Bilder gibt es jetzt auch aus der Dorfturnhalle und aus dem Quartierstadion. Diese <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Streaming, Titelei, Scherbenhaus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-94943" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-300x101.jpg" alt="" width="300" height="101" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220219b.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>The Good – Sport für alle</h3>
<p>Die Handballerinnen vom HC Malters haben es schon, die Fussballer vom FC Köniz kriegen es bald. Was bisher den Grossen im Sport vorbehalten war, hält vermehrt auch bei den Kleinen Einzug: Professionelles Streaming und gestochen scharfe Live-Bilder gibt es jetzt auch aus der Dorfturnhalle und aus dem Quartierstadion.</p>
<p>Diese Woche <a href="https://www.ringier.com/de/ringier-sports-lanciert-neue-sport-streaming-plattform-mit-fokus-auf-den-amateursport/" rel="noopener" target="_blank">kündigte Ringier an</a>, noch in diesem Jahr verstärkt in die mediale Sichtbarkeit des Amateursports zu investieren. Mit seiner <a href="https://www.projectred.ch/projectred/" rel="noopener" target="_blank">Streaming-Plattform RED</a> springt Ringier auf einen fahrenden Zug auf. Ab dem kommenden Sommer sollen hier sämtliche Spiele der dritt- und vierthöchsten Spielklasse des Schweizer Männerfussballs zu sehen sein.</p>
<p>Bereits aktiv in diesem Feld bewegt sich die Swisscom mit seiner Amateursport-Streamingplattform <a href="https://asport.tv/" rel="noopener" target="_blank">Asport.tv</a>. Zahlreiche Vereine aus unterschiedlichen Mannschaftssportarten, ob Hornussen oder Handball, haben ihre Spielstätten mit smarten Kameras ausgerüstet, die automatisch das Spielgeschehen verfolgen. Dass nun zwei Anbieter um die gleichen Clubs und Ligen buhlen, kann sich positiv auswirken, da kein Monopolist allein die Preise setzen kann.</p>
<p>Noch besser wäre es aber, wenn die SRG im Sinne eines Service public eine solche Plattform betreiben würden, wie sie das im Musikbereich auch macht mit dem <a href="https://mx3.ch/" rel="noopener" target="_blank">MX3-Portal</a>. Die SRG hingegen träumt weiter davon, für teures Geld wieder die <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/sport/srf-wir-wollen-die-champions-league-wieder-ins-programm-nehmen-ld.2246148?reduced=true" rel="noopener" target="_blank">Fussball-Champions-League zu zeigen</a>.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Nick Lüthi</em></small></p>
<h3>The Bad – Exemplarisch am Titel gescheitert</h3>
<p>Journalismus lebt auch von Vereinfachung. Das geschieht zwar auf Kosten der Präzision, aber zum Nutzen des Publikums, das sich nicht durch ein Gestrüpp von Details schlagen muss, sondern einen direkten Weg entlang klarer Begriffe findet. Auf einfache und klare Begriffe setzte am Donnerstag auch die Berner Tamedia-Redaktion von «Bund»/«Berner Zeitung» mit der Titelzeile: <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/bundbzjugend.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">«Wie die Jugend zurück ins Leben will»</a>.</p>
<p>Nur: Drei (ehemalige) Gymnasiastinnen, die im Text porträtiert werden, sind nicht «Die Jugend» und «zurück ins Leben» kommt man höchstens nach einer Nahtoderfahrung. In der gedruckten Zeitung steht noch die Spitzmarke «Fertig Corona». Das entspricht wenn schon dem Wunschdenken der Redaktion und weniger dem gegenwärtigen Zustand der Pandemie.</p>
<p>Die missratene Titelei überrascht nicht. Zusammengesparte Redaktionen sind gezwungen, Geschichten vermehrt exemplarisch und grundsätzlich zu erzählen, nach dem Motto: Ein einzelner Artikel erklärt ein ganzes Phänomen und erreicht damit ein grösseres Publikum. Wenn aber nur der Titel diesem Anspruch genügt, bleiben enttäuschte und verärgerte Leser:innen zurück.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Nick Lüthi</em></small></p>
<h3>The Ugly – Das Scherbenhaus an der Werdstrasse</h3>
<p>Der Lokalreporter des «Tages-Anzeiger», der vor drei Wochen ein missglücktes Porträt voller antisemitischer Stereotypen produzierte, ist entlassen worden. Der Reporter bat öffentlich um Entschuldigung, die Chefredaktion ebenfalls. Öffentliche Reue ist selten im Journalismus. Das machte Hoffnung: Für ein Umdenken braucht es Einsicht. Doch nach der Entlassung steht der «Tages-Anzeiger» vor einem Scherbenhaufen. Fragen drängen sich auf:</p>
<p>• Wenn das Porträt ein entscheidender Faktor für die Entlassung war: Was sagt das über das <a href="https://www.tachles.ch/artikel/news/journalist-kevin-bruehlmann-entlassen" rel="noopener" target="_blank">Reflexionsniveau zu Antisemitismus in der Chefredaktion</a> aus?</p>
<p>• Hätte der junge Entlassene am Ende bleiben können, wenn er – getreu dem Macho-Journalismus der Älteren – jedes Verfehlen abgestritten hätte?</p>
<p>• Wenn die Entlassung <a href="https://www.republik.ch/2022/02/16/aus-politischen-gruenden-tages-anzeiger-entlaesst-journalisten?ref=refind" rel="noopener" target="_blank">auf Druck des Verlegers</a> infolge eines kritischen Artikels über eine reiche Zürcher Stiftung erfolgte, wie die «Republik» schreibt: Wie können Tamedia-Journalist:innen noch frei schreiben?</p>
<p>• Wenn die Entlassung wegen Formulierungen wie «Perpetuum Mobile, das den Spass des Zürcher Bürgertums finanziert» in Recherchen erfolgte, wie es im <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/18/tages-anzeiger-vermischung-von-bericht-und-kommentar-als-entlassungsgrund/">Antwortschreiben der «Tages-Anzeiger»-Chefredaktion</a> um Arthur Rutishauser und Mario Stäuble auf den internen Protest heisst: Welcher Stil ritzt für die Chefredaktion denn nicht die Tamedia-Qualitätsrichtlinien? Warum hat der Chefredaktor den Lokalreporter, der mit genau diesem Stil bekannt wurde, überhaupt zum «Tages-Anzeiger» geholt?</p>
<p>• Inwiefern übernimmt der Chefredaktor die Verantwortung für den vermeintlich fehlerhaften Text, wenn er bleibt und der Reporter gehen muss?</p>
<p style="text-align: left;">Solange diese Fragen das Redaktionsklima prägen, ist die intern geforderte und versprochene Selbstreflexion über Antisemitismus unmöglich.<br />
<small></small></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>Benjamin von Wyl</em></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/streaming-titelei-scherbenhaus/">Streaming, Titelei, Scherbenhaus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 22:57:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=93037</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn die grossen Verlage beim Lokaljournalismus sparen, öffnen sie Raum für neue Projekte. Doch gross und klein bleiben sich verbunden und sehen sich oft ähnlicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Beobachtungen aus Bern. «Bald nur noch eine grosse Zeitung in Bern?», lautete der Veranstaltungstitel des 1. Berner Medientags vom November 1991. Was <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn die grossen Verlage beim Lokaljournalismus sparen, öffnen sie Raum für neue Projekte. Doch gross und klein bleiben sich verbunden und sehen sich oft ähnlicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Beobachtungen aus Bern.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-93038" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Berner-Medientag-20211125b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Bald nur noch eine grosse Zeitung in Bern?», lautete der Veranstaltungstitel des 1. Berner Medientags vom November 1991. Was das Organisationskomitee damals als Frage formuliert hatte, ist 30 Jahre später eine Tatsache. Seit dem 20. Oktober 2021 arbeitet nur noch eine einzige Lokalredaktion für «Bund» und «Berner Zeitung», der Rest kommt eh schon längst aus Zürich.<br />
</p>
<p>Der Medientag, obwohl auch schon mal totgesagt, findet statt wie eh und je, Jahr für Jahr, <a href="https://bernermedientag.ch/2021/30-berner-medientag-abbruch-oder-aufbruch/" rel="noopener" target="_blank">kürzlich zum 30. Mal</a> – allerdings weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Branche bleibt unter sich. Was es mit dem Abbruch oder Aufbruch und dem Umbruch auf dem Berner Medienplatz auf sich hat, erfahren jene nicht, die als zahlendes und lesendes Publikum massgeblich mitentscheiden, wer die grösseren Überlebenschancen hat.</p>
<blockquote><p>Tamedia will kein grosses Aufheben machen um den Abbau, der ihre Berner Zeitungen zur Redaktionsfusion gezwungen hatte.</p></blockquote>
<p>Die Tamedia-Zeitungen berichten schon länger nicht mehr über den Anlass, obwohl (oder weil?) es immer wieder um sie selbst geht. Das war auch in diesem Jahr nicht anders. Keine Zeile, wo es früher schon mal das ganze Paket gab mit Vorschau und Veranstaltungsbericht. Man will kein grosses Aufheben machen um den Abbau, der die Berner Tamedia-Zeitungen zur Redaktionsfusion gezwungen hatte. Gegen aussen wollen Redaktion und Verlag den Schein der Vielfalt wahren.</p>
<p>Dazu passt auch die Mitteilung von letzter Woche, wonach «Der Bund» mit Isabelle Jacobi eine <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/isabelle-jacobi-wird-chefredaktorin-von-der-bund" rel="noopener" target="_blank">neue Chefredaktorin</a> gefunden habe. Courant normal. Dass die Chefredaktorin keine eigene Redaktion führen wird, stand nirgends im Klartext.</p>

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<p>Bisher geht die Strategie auf. Das Publikum, die Abonnentinnen und Leser der beiden vormals unabhängigen Titel, scheint den Abbau nicht zu bemerken. «Wir haben es auch so gemacht, dass es möglichst keine Reaktionen gibt», gesteht Simon Bärtschi ohne Umschweife am Berner Medientag. Nun kann man das so sehen, dass Tamedia die Quadratur des Zirkels gelingt: Aus weniger mach mehr (oder zumindest gleich viel). Oder aber dem Publikum fehlen schlicht die Instrumente, um überhaupt beurteilen zu können, was es vielleicht auch noch interessieren könnte. Um beim aktuellen Beispiel zu bleiben: Woher soll jemand wissen, der sich nicht sonst schon mit dem Thema beschäftigt, dass eine hochkarätige Runde über den Zustand der lokalen Medien diskutiert? </p>
<p>Wenn die Grossen nicht berichten, dann vielleicht die Kleinen. Tatsächlich blieb der Berner Branchenanlass nicht komplett ohne Berichterstattung. Die Ausnahme von der Regel findet sich im Online-Magazin «Journal B». Dort kann man <a href="https://journal-b.ch/artikel/abbruch-oder-aufbruch-auf-dem-medienplatz-bern/" rel="noopener" target="_blank">nachlesen</a>, dass sich BZ/Bund-Gesamtleiter Simon Bärtschi «über den weitgehend störungsfreien Vollzug der Redaktionszusammenlegung» freut.</p>
<blockquote><p>Der Monopolist freut sich, wenn es rundherum ein bisschen spriesst. </p></blockquote>
<p>Was da nicht steht, was er aber auch sagte: Er freue sich über neue Medien auf dem Platz Bern. Eine nicht ganz uneigennützige Freude, wie Bärtschi freimütig zugibt. Erscheint doch seine fusionierte Tamedia-Redaktion etwas weniger als der böse Monopolist, wenn es rundherum ein bisschen spriesst. Das sagte er nicht zuletzt mit Blick auf das <a href="https://crowdfunding.hauptstadt.be/">Projekt «Hauptstadt»</a>, das nach erfolgreicher Geldsammelaktion im kommenden März mit einem neuen Berner Journalismus loslegen will.</p>
<p>Mehr als 3000 Leute haben mindestens 120 Franken gezahlt. Was sie dafür kriegen, erfahren sie in ein paar Monaten. Als Inspiration dienen der «Hauptstadt» vergleichbare Medien in anderen Schweizer Städten, beispielsweise <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Bajour»</a> aus Basel oder die <a href="https://www.republik.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Republik»</a> aus Zürich. So könnte ein Newsletter mit kuratierten Inhalten aus unterschiedlichen Quellen als «eine Art journalistisches Rückgrat» dienen, erklärte die ehemalige BZ-Redaktorin und «Hauptstadt»-Mitgründerin Marina Bolzli am Berner Medientag. Generell gelte es die beschränkten Ressourcen optimal einzusetzen. Darin gleichen sich das kleine Start-Up und die grosse Tamedia-Redaktion. Beide wollen (und können) nicht mehr den kleinteiligen, agendagetriebenen Journalismus liefern, sondern setzen auf eine exemplarische Darstellung mit einem breiteren Blick auf das lokale Geschehen. Eine einzelne Veranstaltung kann da schon mal durch die gröber gewordenen Maschen fallen. Im Idealfall folgt nun irgendwann eine exemplarische Darstellung von Ab- und Aufbruch auf dem Medienplatz Bern. Klar ist aber auch: Das Defizit, das entsteht, wenn die grossen Redaktionen nicht mehr überall hinschauen, können auch die neuen Mitbewerber nicht wettmachen. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/25/lokaljournalismus-die-neue-medienvielfalt-als-scheinvielfalt/">Lokaljournalismus: Die neue Medienvielfalt als Scheinvielfalt?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2021 22:27:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[BärnToday]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=92181</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie bereits in vier anderen Deutschschweizer Städten will CH Media auch in Bern ein «Today»-Portal aufbauen. Die Lücke, die Tamedia mit der Fusion seiner Zeitungsredaktionen hinterlässt, wird das neue Angebot aber kaum füllen können. Der 20. Oktober 2021 markierte eine Zäsur in der Mediengeschichte der Bundesstadt. Seit vergangenem Mittwoch sind die vormals eigenständigen Redaktionen von <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie bereits in vier anderen Deutschschweizer Städten will CH Media auch in Bern ein «Today»-Portal aufbauen. Die Lücke, die Tamedia mit der Fusion seiner Zeitungsredaktionen hinterlässt, wird das neue Angebot aber kaum füllen können.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92192" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-BaernToday-CH-Media-20211026b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der 20. Oktober 2021 markierte eine Zäsur in der Mediengeschichte der Bundesstadt. Seit vergangenem Mittwoch sind die vormals eigenständigen Redaktionen von <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">«Bund» und «Berner Zeitung»</a> Geschichte; in Bern gibt es eine journalistische Stimme weniger. Tamedia, der Verlag der beiden Zeitungen, findet es «nicht mehr zeitgemäss, in einem so kleinen Raum zwei konkurrenzierende Angebote» zu haben und hat darum «gemacht, was man machen muss, wenn man betriebswirtschaftlich denkt». Das sagte Tamedia-Zeitungschef Marco Boselli am <a href="https://vimeo.com/613599198" target="_blank" rel="noopener">Swiss Media Forum</a> vor einem Monat in Luzern.</p>
<p>Nun gibt es Medienunternehmen, die ebenfalls betriebswirtschaftlich denken, aber zu anderen Schlüssen kommen. Zum Beispiel <a href="https://chmedia.ch/" target="_blank" rel="noopener">CH Media</a>. Das Joint Venture von NZZ Mediengruppe und AZ Medien plant, in Bern sein Medienangebot auszubauen.<br />
</p>
<p>Wie bereits in St. Gallen, Luzern, Aarau und Zürich will CH Media auch in Bern seine Radio- und Fernsehaktivitäten mit einem Online-Portal besser sichtbar machen. Das Unternehmen bestätigt die Ausbaupläne zwar nicht explizit, dementiert sie aber auch nicht.</p>
<blockquote><p>Dass der Aufbau von «BärnToday» beschlossene Sache sei, bestätigen mehrere Quellen aus dem Unternehmen CH Media.</p></blockquote>
<p>Ein CH-Media-Sprecher teilt der MEDIENWOCHE auf Anfrage mit: «Unser Ziel ist es, an allen unseren CH-Media-Entertainment-Standorten gemeinsame Radio-, regionale TV- und Today-Redaktionen zu schaffen.» Ein solcher Standort ist auch Bern. Mit «Telebärn» und «Radio Bern 1» besitzt CH Media, wie in den anderen vier Städten, auch in der Bundesstadt je einen TV- und einen Radiosender.</p>
<p>Eins und eins zusammengezählt hat auch das Jahrbuch «Qualität der Medien». In seiner aktuellen Ausgabe steht: «Der <a href="https://chmedia.ch/news/ch-media-uebernimmt-radio-bern1" target="_blank" rel="noopener">Kauf von ‹Radio Bern 1›</a> per Januar 2021 deutet darauf hin, dass CH Media auch in Bern eine verstärkte Integration seiner verschiedenen Medienangebote ansteuert.»</p>
<blockquote><p>«Telebärn» will sein aktuelles Studio verlassen und sucht zusammen mit «Radio Bern 1» gemeinsame Räumlichkeiten.</p></blockquote>
<p>Dass der Aufbau von «BärnToday» beschlossene Sache sei, bestätigen mehrere Quellen aus dem Unternehmen CH Media unabhängig voneinander. Die Frage sei nur noch, ob es im Herbst 2022 oder erst im Frühjahr 2023 losgehe in Bern. Von offizieller Seite heisst es, der Fokus liege nun auf Zürich und der baldigen Lancierung von «ZüriToday». Und: «Wir arbeiten an der Fortsetzung der Today-Erfolgsgeschichte», so der CH-Media-Sprecher.</p>
<p>Klar ist: «Telebärn» will sein aktuelles Studio verlassen und sucht zusammen mit «Radio Bern 1» gemeinsame Räumlichkeiten. Dort soll eine Online-Redaktion dazustossen. Das ist die gleiche Konstellation wie an allen anderen «Today»-Standorten.</p>
<p>Das erste solche Portal war <a href="https://www.fm1today.ch/" target="_blank" rel="noopener">«FM1Today»</a> in St. Gallen, benannt nach dem gleichnamigen Radiosender. Die Idee dazu stammte von der NZZ-Mediengruppe. Es sei das erste regionale Onlineportal der Schweiz, das in einer konvergenten Redaktion von Online-, Radio- und TV-Journalisten produziert werde, hiess es zum Start von «FM1Today» <a href="https://unternehmen.nzz.ch/2015/09/das-onlineportal-fm1today-ist-erfolgreich-gestartet/" target="_blank" rel="noopener">im Herbst 2015</a>.</p>

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            [rml_read_more]
<p>Nach dem Zusammenschluss der NZZ-Regionalmedien mit den AZ Medien führte die neue CH Media das «Today»-Konzept weiter. Anfang 2020 folgte <a href="https://www.pilatustoday.ch/" target="_blank" rel="noopener">«PilatusToday»</a> in Luzern mit «Radio Pilatus» und «Tele 1» als Kern. Im Sommer 2021 ging im AZ-Kernland <a href="https://www.argoviatoday.ch/" target="_blank" rel="noopener">«ArgoviaToday»</a> an den Start, wo das Unternehmen «Radio Argovia» und «Tele M1» betreibt. Im Frühjahr 2022 soll <a href="https://chmedia.ch/news/zueritoday-ch-media-baut-today-netzwerk-weiter-aus" target="_blank" rel="noopener">«ZüriToday»</a> folgen. Hier gehören «Radio 24» und «TeleZüri» dazu. «BärnToday» wäre dann die fünfte konvergente Regional-Newsplattform. Für die vier (und bald fünf) Portale hat CH Media eine Zentralredaktion in Zürich geschaffen, die «künftig überregionale Inhalte für alle Today-Plattformen produzieren, sowie zentrale Funktionen im Social Media- und Community-Management-Bereich übernehmen» werde.</p>
<blockquote><p>«BärnToday» wird dereinst hinter den Tamedia-Zeitungen die zweitgrösste Lokal-Redaktion beschäftigen in Bern.</p></blockquote>
<p>In Bern könnte CH Media nach der Zusammenlegung der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» einen Beitrag dazu leisten, die Lücke zu füllen, die der Abbau bei den Tamedia-Titeln hinterlassen hat. Immerhin wird «BärnToday» mit seinen grob geschätzt rund 30 redaktionellen Stellen dereinst hinter den Tamedia-Zeitungen die zweitgrösste Lokalredaktion beschäftigen. Die Frage, ob es der Anspruch sei, mit dem neuen Portal in der Bundesstadt eine prägende Rolle im (politischen) Lokaljournalismus zu spielen, wollte CH Media nicht beantworten.</p>
<p>Ein Blick auf die «Today»-Portale zeigt, dass das publizistische Profil vor allem regionale Polizei- und People-Meldungen umfasst. Push-Nachrichten verschickt die Redaktion zum Start einer weiteren <a href="https://www.3plus.tv/der-bachelor" target="_blank" rel="noopener">«Bachelor»</a>-Staffel, die auf dem CH-Media-Sender 3+ läuft, oder zur Wahl des Jugendwortes des Jahres. Politischer Journalismus zählt nicht zum Kerngeschäft. Das lässt sich auch damit erklären, dass CH Media in St. Gallen, Luzern und Aarau Tageszeitungen herausgibt, die mit einem kostenpflichtigen Online-Angebot zahlende Kundschaft suchen. Diese Bemühungen will man nicht mit dem eigenen Gratisangebot unterlaufen.</p>
<blockquote><p>«BärnToday» wird in einer Liga mit «Nau.ch» und «20min.ch» spielen.</p></blockquote>
<p>In Zürich und in Bern müssten die «Today»-Portale nicht auf Zeitungen aus dem eigenen Verlag Rücksicht nehmen. Ob «BärnToday» deshalb vom Konzept abweicht, darf bezweifelt werden. «Telebärn» und «Radio Bern 1» zeichnen sich nicht durch «harten» Journalismus aus und vermögen nur vereinzelt Akzente zu setzen oder mit ihrer Berichterstattung politisch etwas zu bewegen. Platzhirsch Tamedia braucht also kaum publizistische Konkurrenz zu fürchten. Und wirtschaftlich spielen die «Today»-Portale im werbefinanzierten Reichweitengeschäft, während sich «Bund» und «Berner Zeitung» vor allem über Abos finanzieren wollen und müssen. «BärnToday» wird daher in einer Liga mit «Nau.ch» und «20min.ch» spielen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/27/baerntoday-ch-media-plant-ausbau-in-bern/">«BärnToday»: CH Media plant Ausbau in Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2021 08:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Bern gab es bislang zwei getrennte Redaktionen: Berner Zeitung und Bund. Am Mittwoch führt Tamedia die ungleichen Teams zusammen. Ane Hebeisen vom Bund und Mirjam Comtesse von der BZ haben sich in einer Arbeitsgruppe mit der DNA der beiden Titel befasst.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/">Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Bern gab es bislang zwei getrennte Redaktionen: Berner Zeitung und Bund. Am Mittwoch führt Tamedia die ungleichen Teams zusammen. Ane Hebeisen vom Bund und Mirjam Comtesse von der BZ haben sich in einer Arbeitsgruppe mit der DNA der beiden Titel befasst.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/19/zusammenlegung-bund-bz-der-goelae-graben-ist-ein-mythos/">Zusammenlegung «Bund»/BZ: «Der Gölä-Graben ist ein Mythos»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Berner Modell 2.0 oder eine Kompromisslinie über den «Gölä-Graben»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 14:20:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Bern versucht man sich an der Quadratur des Kreises: Tamedia führt die so ungleichen Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Das geht eigentlich nicht, muss nun aber trotzdem irgendwie funktionieren. Einblick in einen heiklen Transformationsprozess. Noch führt kein Weg über den «Gölä-Graben». Wenn der «Bund» über den Büezer-Barden schreibt, dann ist schon mal <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Bern versucht man sich an der Quadratur des Kreises: Tamedia führt die so ungleichen Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Das geht eigentlich nicht, muss nun aber trotzdem irgendwie funktionieren. Einblick in einen heiklen Transformationsprozess.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-90871" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Goelae-Graben-BZ-der-Bund-20210907-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Noch führt kein Weg über den «Gölä-Graben». Wenn der «Bund» über den Büezer-Barden schreibt, dann ist schon mal von einem «Machwerk» oder von einer «grobschlächtigen Gesinnung» die Rede. Die «Berner Zeitung» dagegen würdigt die Gesangskunst von Marco Pfeuti nüchtern und neutral mit Sätzen, wie: «Zu Göläs Grundhaltung passt die Idealisierung vermeintlich besserer Zeiten.»</p>
<p>Beide Zeitungen erfüllen mit ihrer Art, den Mundartsänger zu würdigen, die Erwartungen ihres Publikums. Und die liegen – nicht nur in diesem Punkt – weit auseinander. Wenn schon bald nur noch eine einzige Kulturredaktion für beide Publika berichtet, dann muss sie sich auf eine «Kompromisslinie» einigen. Man wolle darum erproben, «ob Klischees und Schärfen in kritischen Texten ev. dosierter eingesetzt werden können». Gleichzeitig solle aber kein «standardisierter verwässerter Journalismus entstehen». So steht es in einem umfassenden Dokument, das den Stand der Dinge zur anstehenden Redaktionsfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» festhält. Die MEDIENWOCHE hat Einblick in die 60 Seiten.<br />
</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/2019/04/15/ohne-geheimrezept-in-die-digitale-zukunft-simon-baertschi-zu-seinem-neuen-job-als-bz-chefredaktor/">Simon Bärtschi</a>, amtierender BZ-Chefredaktor und designierter Chef der neuen Einheitsredaktion, betont den «Bottom-Up»-Charakter des Fusionsprozesses. «Wir haben aus der Vergangenheit gelernt», sagt Bärtschi im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Als die überregionale Berichterstattung der «Berner Zeitung» vor rund vier Jahren innerhalb von Tamedia neu organisiert wurde, hätten sie Fehler gemacht, weil sie zu wenig miteinander gesprochen und die Entscheide nur «Top down» auf der Chefebene getroffen hatten. «Wir arbeiten jetzt enger zusammen, reden jetzt viel systematischer zusammen, etwa über Tonalität oder Arbeitsabläufe der neuen Redaktion», so Bärtschi.</p>
<blockquote><p>Man ist sich näher, als die gegenseitig gut gehegten Vorurteile all die Jahre glauben liessen.</p></blockquote>
<p>Überhaupt wird derzeit viel geredet im Berner Tamedia-Gebäude am Nordring. Schliesslich geht es um einiges. Das neue Berner Modell soll möglichst lange Bestand halten und Ruhe in den Betrieb bringen. Je erfolgreicher sich damit «Bund» und BZ verkaufen lassen, desto länger dauert es bis zum nächsten Abbauschritt. Unter diesen Vorzeichen mussten sich die beiden Redaktionen wohl oder übel zusammenraufen. Leute, die sich im Treppenhaus bisher nicht grüssten, sitzen nun gemeinsam in Arbeitsgruppen. Aus Konkurrentinnen werden Kolleginnen. Wie man auf beiden Seiten vernimmt, funktioniert das ganz gut. Einigermassen überrascht stellen manche BZ- und «Bund»-Journalisten fest: Man ist sich näher, als die gegenseitig gut gehegten Vorurteile all die Jahre glauben liessen.</p>

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<p>Lange Zeit galt es in Bern als schlicht unvorstellbar, dass die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» einmal <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">zusammenspannen</a> würden. Doch die wirtschaftliche Entwicklung des Zeitungsgeschäfts und die Geschäftspolitik Tamedias zwingen einen nun, sich das Unvorstellbare doch vorzustellen. Ab Oktober gibt es für die lokale und regionale Berichterstattung der beiden Berner Titel nur noch eine einzige Redaktion; alle anderen Inhalte kommen bereits heute aus der Tamedia-Zentralredaktion. Die Massnahme soll zum <a href="https://www.bernerzeitung.ch/bezahlmedien-schreiben-im-ersten-halbjahr-verlust-354393246545" target="_blank" rel="noopener">Sparziel von 70 Millionen Franken</a> beitragen, das Tamedia sämtlichen Unternehmensbereichen vor einem Jahr verordnet hat. Alternativen zu diesem drastischen Schritt boten sich unter den gegebenen Sparbedingungen nicht. Zwei separate Lokalredaktionen liessen sich nicht mehr vernünftig weiterbetreiben mit den noch vorhandenen Ressourcen.</p>
<blockquote><p>In der Regel muss jeder Text in beide Titel passen. Das gebieten schlicht die noch vorhandenen redaktionellen Ressourcen.</p></blockquote>
<p>Seit der Gründung der BZ 1979 steht die Zeitungen in direkter Konkurrenz mit dem 1850 gegründeten «Bund». Selbst als die Blätter 2007 unter das gleiche Verlagsdach rückten, blieben die beiden Redaktionen unabhängig («Berner Modell»). Bis zum letzten Tag vor dem Redaktionszusammenschluss im kommenden Oktober werden sich «Bund» und BZ einen Wettbewerb um die besten Geschichten liefern und sich in Abgrenzung zum Mitbewerber profilieren. Entsprechend unterschiedlich liest sich bis heute die regionale und lokale Berichterstattung der beiden Zeitungen. Und ebenso unterschiedlich sieht das Publikum aus. Während das Gros der «Bund»-Leserschaft in der Stadt Bern wohnt und entsprechend stärker links-urban geprägt ist, erreicht die BZ mit ihren Regionalausgaben die Fläche des gesamten Kantons Bern.</p>
<p>Zwar wird es auch in Zukunft möglich sein, einzelne Artikel exklusiv in der einen oder anderen Zeitung (respektive App oder Website) zu platzieren, die ja als Marken weiterbestehen. Aber in der Regel muss jeder Text in beide Titel passen. Das gebieten schlicht die noch vorhandenen redaktionellen Ressourcen.</p>
<p>Der «Bund» kann sein bisheriges Profil mit einem stärkeren Fokus auf Inland, Ausland, Gesellschaft und Kultur insofern weiter pflegen, als dass er wie bisher mehr Artikel bei der Tamedia-Zentralredaktion bezieht als die BZ. Diese bleibt ihrem Leitspruch «Immer die Region zuerst» treu und präsentiert ihre umfassendere Regionalberichterstattung prominenter.</p>
<blockquote><p>Der Kompromiss droht das politisch-publizistische Profil des «Bund» zu verwässern, der vom Publikum weiterhin als selbständiger Titel wahrgenommen werden möchte.</p></blockquote>
<p>Im laufenden Transformationsprozess muss die neue Einheitsredaktion, die da entsteht, eine gemeinsame Sprache finden. Wie sie den «Gölä-Graben» mit einer «Kompromisslinie» überwinden will, so sucht sie auch bei der Politik- und der Regionalberichterstattung nach Mittelwegen. Etwa bei der publizistischen Begleitung der dominanten rot-grünen Politik in der Stadt Bern. «Der Bund verfolgt die rot-grüne Mehrheitspolitik systematisch kritisch, obwohl sein Lesepublikum vor allem rot-grün tickt», hält die Arbeitsgruppe «Storytelling &amp; Sound» fest. Die BZ dagegen schreibe heute «eher situativ kritisch als systematisch kritisch» und hinterfrage die rot-grüne Mehrheit «nicht systematisch». Der naheliegende Kompromiss: «Die fusionierte Redaktion kritisiert nicht nur systematisch die rot-grüne Mehrheit, sondern auch die bürgerliche Opposition.» Das dürfte zwar jene linken «Bund»-Leserinnen und -Leser besänftigen, die sich bisher regelmässig ob der teils überkritischen Berichterstattung an Rot-Grün enervierten. Aber gleichzeitig droht dieser Kompromiss das politisch-publizistische Profil des «Bund» zu verwässern, der vom Publikum weiterhin als selbständiger Titel wahrgenommen werden möchte.</p>
<p>Als weitere Knacknuss erweist sich die regionale Berichterstattung. Auch hier verfolgten die beiden Berner Tamedia-Zeitungen bisher unterschiedliche Ansätze: Während die BZ bislang ausreichend Ressourcen und Personal hatte, um zumindest punktuell aus der «Nahperspektive» zu berichten, liefert der «Bund» sparbedingt schon heute nur noch Artikel aus der «Überfliegerperspektive». Dieser breitere Blickwinkel, der nicht allein das aktuelle Ereignis ins Zentrum der Berichterstattung stellt, sondern stets Kontext und Hintergrundinformation mitliefert, wird künftig die Norm sein. Um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, sollen die Geschichten «exemplarisch, emotional, personalisiert» erzählt werden.</p>
<p>Wenn der kommerzielle Erfolg davon abhängt, dass möglichst viele Artikel von möglichst vielen Leuten möglichst lange gelesen werden, dann hat die Ereignisberichterstattung von Gemeindeversammlungen oder Sportanlässen nur noch dann eine Berechtigung, wenn sie wesentlich mehr Leute anspricht als nur jene, die selbst an der Veranstaltung waren.</p>
<blockquote><p>Den Matchbericht vom Erstliga-Fussballspiel aus der Region liest man künftig nicht mehr in der «Berner Zeitung».</p></blockquote>
<p>Darum wird die neue «Bund»/BZ-Redaktion auch keinen Regionalsport in Form von Ereignisberichterstattung mehr bringen. Zwei Redaktoren hat Tamedia gekündigt, einer reduzierte sein Pensum freiwillig. Ihr Know-how ist nicht mehr gefragt. Vorschau und Matchbericht vom Erstliga-Fussballspiel aus der Region liest man künftig nicht mehr in der «Berner Zeitung». «Das heisst natürlich nicht, dass regionaler Sport künftig keine Rolle mehr spielt», sagt Simon Bärtschi. Aber auch beim Sport gilt die Vorgabe: Artikel müssen exemplarisch, emotional und personalisiert sein, damit sie ein breiteres Publikum finden, idealerweise auch ausserhalb der Region. Bärtschi nennt als gelungenes Beispiel das Porträt einer Bodybuilderin aus Lyss im Berner Seeland, das auch in allen Tamedia-Titeln der Deutschschweiz veröffentlicht und gut gelesen wurde.</p>
<p>In dieser breiteren Fokussierung der Regionalberichterstattung sieht Bärtschi einen «Wendepunkt des Journalismus». Ihm ist aber auch bewusst, dass es ein Teil der Protagonistinnen und Protagonisten als Verlust wahrnimmt, wenn weniger über sie berichtet wird. Auch darum machten sich Bärtschi und die Tamedia-Leitung seit dem Frühling auf eine Tour durch den Kanton Bern und erklärten Politikerinnen und Verbänden, was zu erwarten sei, wenn hinter «Bund» und BZ nur noch eine Redaktion steht. «Es wurde positiv wahrgenommen, dass wir so offen reden», erinnert sich Bärtschi. Ob der positive Eindruck bestehen bleibt, wenn ab Oktober die beiden Zeitungen neu aufgestellt sind, steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Auch wenn es gelingen sollte, die unterschiedlichen Profile der beiden Medienmarken zu erhalten, ja sogar die Qualität zu verbessern, bleibt unter dem Strich ein elementarer Verlust: Bern verliert schon bald eine von bisher zwei unabhängigen publizistischen Stimmen. Der Wettbewerb, den liberale Stimmen, als die sich «Bund» und BZ sehen, stets hochhalten, spielt nicht mehr. Umso wichtiger, dass neue, <a href="https://neuerjournalismus.be/" target="_blank" rel="noopener">unabhängige Projekte</a> versuchen in die Bresche zu springen, um das Defizit wettzumachen.</p>
<p>Bild: Keystone</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/07/berner-modell-2-0-oder-eine-kompromisslinie-ueber-den-goelae-graben/">Berner Modell 2.0 oder eine Kompromisslinie über den «Gölä-Graben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Mir geht es gegen den Strich, wenn Qualität geopfert wird ohne Not.»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/27/mark-balsiger-mir-geht-es-gegen-den-strich-wenn-qualitaet-geopfert-wird-ohne-not/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Apr 2021 14:49:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Bern tut sich was. Seit der Ankündigung von Tamedia, die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» per 1. Oktober zusammenzulegen, grassiert das Gründungsfieber. Der Politikberater Mark Balsiger will mit der Bewegung Courage Civil ein Online-Magazin gründen und damit die Lücke füllen, welche die Fusion hinterlässt. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt Balsiger seine Motivation <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/27/mark-balsiger-mir-geht-es-gegen-den-strich-wenn-qualitaet-geopfert-wird-ohne-not/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/27/mark-balsiger-mir-geht-es-gegen-den-strich-wenn-qualitaet-geopfert-wird-ohne-not/">«Mir geht es gegen den Strich, wenn Qualität geopfert wird ohne Not.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Bern tut sich was. Seit der Ankündigung von Tamedia, die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» per 1. Oktober zusammenzulegen, grassiert das Gründungsfieber. Der Politikberater Mark Balsiger will mit der Bewegung Courage Civil ein Online-Magazin gründen und damit die Lücke füllen, welche die Fusion hinterlässt. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt Balsiger seine Motivation und warum er vorerst nicht mit anderen Projekten zusammenspannen will.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-88061" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Mark-Balsiger-Interview-20210427-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Ein zweites Mal konnte der «Bund» nicht mehr gerettet werden. Schon <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">in ein paar Monaten</a> wird die traditionsreiche Tageszeitung nur noch als Hülle, als leere Marke weiterexistieren, abgefüllt von der gleichen Redaktion, die auch die langjährige Konkurrentin «Berner Zeitung» mit Beiträgen bestückt. Dass es irgendeinmal so weit kommen würde, daran zweifelte schon seit zwanzig Jahren niemand mehr. Bereits seit 14 Jahren ist klar, dass der Medienplatz Bern zu klein ist für zwei unabhängige Tageszeitungen. 2007 übernahm der damalige Verlag der «Berner Zeitung» die Geschäfte des Konkurrenzblatts «Der Bund». Die Redaktionen blieben vorerst voneinander unabhängig. Als ein Jahr später Tamedia das Zepter übernahm, plante der Zürcher Verlage den chronisch defizitären «Bund» einzustellen.</p>
<p>Dank dem Protest von 16’500 Personen kam es nicht so weit. Organisiert hatte die Kampagne zur Rettung des «Bund» der Politikberater und Kommunikationsspezialist Mark Balsiger. Er trommelte 2009 alles zusammen, was in Bern Rang und Namen hat, von Kuno Lauener bis Simonetta Sommaruga.</p>
<blockquote><p>Der öffentliche Druck führte schliesslich dazu, dass Tamedia den «Bund» als eigenständigen Titel weiterführte.</p></blockquote>
<p>Das Berner Blatt wurde an den «Tages-Anzeiger» angedockt und übernahm fortan einen Grossteil der Zeitung aus Zürich. Dieses kleine Wunder von Bern bleibt aber einmalig.</p>
<p>Im Vorfeld der nun beschlossenen Fusion der Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» gab es ausser vereinzelten kritischen Wortmeldungen keinen breiten Protest. Doch Mark Balsiger ist wieder aktiv. Allerdings nicht mehr als Zeitungsretter, sondern als Mediengründer. Anstelle des Komitees <a href="https://rettet-den-bund.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Rettet den Bund»</a> tritt er diesmal mit der Bewegung <a href="https://www.courage-civil.ch/" rel="noopener" target="_blank">Courage Civil</a> an. Sie wollen die Lücke füllen, die der Zusammenschluss der Berner Lokalzeitungen hinterlässt. Aber sie sind nicht allein. Zwei weitere Projekte haben das Gleiche vor und wollen ebenfalls für Medienvielfalt auf dem Platz Bern sorgen. Mark Balsiger ist überzeugt, dass es am Ende nur Platz für ein neues Medium gibt, wie er im Gespräch mit der MEDIENWOCHE sagt. </p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was Sie vor zwölf Jahren mit Ihrer Kampagne «Rettet den Bund» zu verhindern halfen, wird jetzt umgesetzt: Tamedia legt die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» zusammen. Ist ihr erfolgreiches Engagement von damals im Rückblick ein Pyrrhussieg?</p>
</div><div class="answer"><h4>Mark Balsiger:</h4> <p>Unser Protest war mit ein Grund dafür, dass in den letzten zwölf Jahren ein qualitativ ansprechender «Bund» und eine «Berner Zeitung», die sich gemausert hat, herauskommen konnte. Allein deswegen hat sich unser Engagement gelohnt. Ausserdem konnten wir mit dem breit verankerten Protest, und das war «Rettet den Bund», einem machtbewussten Medienkonzern zeigen, dass er nicht einfach jede Stellschraube drehen kann, wie ihm beliebt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Nun treten Sie wieder auf den Plan. Diesmal mit der von Ihnen initiierten Bewegung Courage Civil. Warum haben Sie nicht das Komitee «Rettet den Bund» reaktiviert?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Vom harten Kern des damaligen OK bin nur noch ich übriggeblieben. Simonetta Sommaruga ist Bundesrätin und Christoph Stalder selig schaut uns von oben zu. Natürlich informierte ich die ehemaligen Mitglieder des Komitees «Rettet den Bund» schon vor Monaten. Dies weil ich ihnen 2009 versprochen hatte, mich zu melden, wenn sich wieder etwas Gravierendes tut auf dem Medienplatz Bern. Ein Teil von ihnen hat sich nun Courage Civil angeschlossen. Medienvielfalt ist ein Kernanliegen unserer Bewegung, die es seit 2018 gibt. Ihre DNA liegt im Abstimmungskampf gegen die «No Billag»-Initiative.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Courage Civil ist in der gesamten Deutschschweiz verankert und versteht sich als «Antwort auf Populismus und parteipolitisches Hickhack». Warum nun ein so starker Fokus auf die Mediensituation in Bern? Verstehen das die Zürcherinnen und Basler in Ihrer Organisation?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gab selbstverständlich kritische Rückmeldungen zu diesem Engagement. Uns im Vorstand ist klar, dass wir weiterhin das grosse Ganze im Auge behalten müssen, auch wenn wir nun ein Projekt für ein Online-Magazin im Grossraum Bern entwickeln.</p>
<blockquote>
<p>Wir beobachten eine Aufbruchstimmung. In den Ballungsräumen der Deutschschweiz sind in den letzten Jahren neue Online-Medien entstanden.</p>
</blockquote>
<p>Da werden weitere dazukommen. Was sie machen, ist frisch. Und sie besetzen eine wichtige Nische. Diese Kleinen müssen sich besser vernetzen. Und in dieser Kette fehlt tatsächlich der Grossraum Bern noch. Was wir tun, hat also auch eine nationale Komponente.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In Bern existiert seit 2012 das <a href="https://www.journal-b.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Journal B»</a>. Warum zählen Sie das nicht zu diesen Neugründungen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>«Journal B» war am Anfang ein hoffnungsvolles Projekt, musste aber bereits nach neun Monaten Betrieb die fünfköpfige Belegschaft wieder entlassen, weil das Geld ausgegangen war. Das bleibt haften. Nun einfach dort nochmals Geld und Substanz zu investieren, haben wir verworfen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Dieses Scheitern liegt acht Jahre zurück. Seither berichtet «Journal B» kontinuierlich und vielfältig. Das allein kann nicht der Grund sein, warum Sie das Projekt in Ihren Überlegungen ignorieren.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gibt tatsächlich einen zweiten Aspekt: «Journal B» war aus der rot-grünen Berner Bubble entstanden, aus einer Unzufriedenheit gegenüber der damaligen Berichterstattung von «Berner Zeitung» und «Bund», und es betrachtet Bern weiterhin aus linker Perspektive. Ein Beispiel: Letztes Jahr fanden in der Stadt Bern Wahlen statt. «Journal B» porträtierte neun Kandidierende, acht davon waren von rot-grünen Parteien.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das spiegelt doch einfach die Kräfteverhältnisse in Bern als linkste Stadt der Schweiz.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Okay, aber die Parteipresse ist tot. Aus unserer Umfrage zum Medienplatz Bern geht hervor, dass sich eine Mehrheit von 85 Prozent wünscht, alle Akteure mit derselben kritischen Distanz zu beobachten. Zwölf Prozent möchten das aus rot-grüner Perspektive, zwei Prozent aus bürgerlicher. Die Mehrheit der Teilnehmenden an der Umfrage verortet sich klar links oder links-liberal. Wir entwickeln unser Online-Magazin aus der Perspektive des Publikums.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ein linkes Medium für die linke Stadt Bern könnte so falsch nicht sein.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Wenn «Bund» und «Berner Zeitung» wirklich mit einer stramm bürgerlich redigierten und kommentierten Berichterstattung aufgefallen wären, dann hätte «Journal B» auch eher Erfolg gehabt. Aber das ist nicht der Fall. Die Realität ist die, dass die «Berner Zeitung» bis vor wenigen Jahren eine vor allem auf dem Land verankerte, bürgerliche Zeitung war. Aber das hat sich verändert. Auch in der BZ liest man linke Kommentare. Beim «Bund» ist alles möglich, von rechts der Mitte bis links der Mitte.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Woher rührt eigentlich Ihr Engagement für die Medienvielfalt in Bern?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Mir geht es gegen den Strich, wenn Qualität geopfert wird ohne Not. Das passiert nicht nur im Medienbereich, egal ob es um die Rettung des «Bund», des <a href="https://www.wahlkampfblog.ch/das-polit-forum-kaefigturm-ist-gerettet/" rel="noopener" target="_blank">Polit-Forums Käfigturm</a> in Bern oder um <a href="https://sendeschluss-nein.ch/" rel="noopener" target="_blank">«No Billag»</a> geht.</p>
<blockquote>
<p>Wenn Medienvielfalt oder wichtige Institutionen zusammengeholzt werden sollen, werde ich zum Kämpfer.</p>
</blockquote>
<p>Im Grossraum Bern wird am 1. Oktober 2021 ein Medienmonopol installiert, eine Einheitsredaktion, auf der ein paar wenige Figuren entscheiden, was und wer Thema ist – und wer nicht. Ich finde das hochproblematisch, weil es an die Wurzeln der Demokratie geht. Dagegen anzutreten, das ist meine Bürgerpflicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Im Februar führte Courage Civil eine Umfrage durch, um herauszufinden, was für ein Angebot sich Mediennutzer:innen auf dem Platz Bern wünschen. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Die Auswertung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Eine zentrale Erkenntnis: Die Bereitschaft ist gross, für guten Online-Journalismus im Grossraum Bern zu bezahlen. 65 Prozent, die an der Umfrage teilgenommen haben, antworteten so. Die Umfrage geht in die Tiefe. Wer teilnahm, wendete dafür gegen 15 Minuten auf. Deswegen sind 3000 Teilnehmende ein guter Wert. Es gibt ein grosses Bedürfnis nach Einordnung von politischen und gesellschaftlichen Themen, das rangiert zuoberst. Auf Platz zwei folgt die Kulturberichterstattung. Beides können «Bund» und «Berner Zeitung» heute nur noch beschränkt leisten, weil Tamedia ihre Redaktionen zu stark dezimiert hat. Da gibt es also ein Bedürfnis nach einer starken Alternative.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aus diesen Ergebnissen hat Courage Civil bereits Schlüsse gezogen. «Das Konzept für ein Start-up liegt bereit», heisst es. Wie sieht dieses Konzept aus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Das Konzept dient dazu, mögliche Geldgeber zu überzeugen, also Mäzene, Stiftungen, Firmen und Einzelpersonen. Es analysiert die Ist-Situation des Medienplatzes Bern, fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus der Umfrage zusammen und zeigt auf, weshalb es eine komplementäre Stimme, einen Monopolbrecher braucht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Damit suchen Sie nun 4.5 Millionen Franken für ein Online-Magazin. Wie kommen Sie auf diesen Betrag?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Wir haben lange abgewogen und gerechnet. Das ist ein sehr bescheidenes Budget. Wir sprechen von eineinhalb Millionen Franken pro Jahr. Das ist das absolute Minimum. Damit bewegen wir uns auf derselben Flughöhe wie «Bajour» in Basel.</p>
<blockquote>
<p>Drei Jahre lang hat unser neues Online-Magazin Zeit, sich zu profilieren und beim Publikum zu etablieren.</p>
</blockquote>
<p>Ausserdem kann man mit diesem Zeithorizont signalisieren, dass Angestellte eine Perspektive für mindestens drei Jahre hätten. Das ist sehr wichtig. Nur mit Top-Leuten und hungrigen Talenten haben wir eine Chance.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Angesichts der Fusion von «Bund» und «Berner Zeitung» hegen auch Andere Pläne, ein neues Lokalmedium zu gründen. Der Schaffhauser Verleger <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Norbert Bernhard</a> sucht Geld für eine Gratis- Tageszeitung und der Verein <a href="https://neuerjournalismus.be/" rel="noopener" target="_blank">Neuer Berner Journalismus NBJ</a> plant etwas Ähnliches wie Courage Civil. Warum nicht die Kräfte bündeln gegen die grosse Tamedia?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gibt seit Monaten einen regelmässigen Austausch mit dem OK von NBJ. Mit Norbert Bernhard stehen wir per E-Mail in Kontakt. Wir von Courage Civil gehen schrittweise und pragmatisch vor. Zunächst machten wir diese Umfrage. Wir wurden komplett überrascht von der Resonanz, den Erwartungen, den Neueintritten. Darum stehen wir in der Pflicht, weiterhin eine aktive Rolle zu spielen. Was, wenn das Kollektiv Neuer Berner Journalismus auf der Strecke bleibt, weil es zu viel wollte? Was, wenn ein paar Schlüsselfiguren abspringen, weil sie andere Jobs antreten?</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie sehen das Risiko des Scheiterns nur bei den anderen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Das Risiko zu scheitern ist für alle hoch. Und deswegen ist es umso wichtiger, dass in der aktuellen Phase drei Projekte unabhängig voneinander unterwegs sind. Ich kann die Situation mit einem Bild verdeutlichen: Wir befinden uns auf einem langen anstrengenden Weg hinauf auf den Niesen. Ein Team startete in Frutigen, eines in Mülenen. Vielleicht gibt es weitere, die auf Ho-Chi-Minh-Pfaden unterwegs sind. Norbert Bernhard kommt mit dem Helikopter, weiss aber nicht, ob er landen kann. Wenn wir über der Baumgrenze angelangt sind und es erst recht anspruchsvoll wird, kommt vielleicht der Moment, wo wir uns vertieft austauschen müssen: Was sind eure Stärken, was sind unsere, wie verknüpfen wir sie? Spannen wir zusammen?</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was ist, wenn alle auf den Gipfel hochwollen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Dann zeigt sich die Weisheit der entscheidenden Köpfe. Denn davon bin ich nun wirklich überzeugt: Es hat nur Platz für ein neues Medium. Auch wenn mehrere Projekte ausfinanziert sein sollten, bringt es nichts, wenn zwei oder drei starten. Dann muss man sich finden. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist das verfrüht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Zwischen Courage Civil und dem Projekt NBJ gibt es gewisse Irritationen und Wahrnehmungsunterschiede. Wie nehmen Sie diese Spannungen wahr?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Lassen Sie mich das mit einem Bild erklären: Während der Pandemie haben sich ein junger Mann und eine junge Frau kennengelernt. Auf ihren Spaziergängen der Aare entlang fanden sie heraus, dass sie beide auf dem Landweg nach Nepal wollen – ein abenteuerlicher Roadtrip. Über die Route und was sie im Himalaya machen wollen, sind sie sich allerdings nicht einig. Er hätte sich eine Beziehung gewünscht, sie hingegen – Courage Civil – will frei bleiben und kann sich die Reise auch mit jemandem sonst vorstellen. Kommunikation ist eine Herausforderung für die beiden jungen Leute – gerade mit der Maske im Gesicht ist es schwierig, alles richtig zu verstehen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Bleibt es bei der Freundschaft oder wird daraus noch eine Beziehung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es ist alles offen. Viel wichtiger ist, dass ein neues, solid abgesichertes und überzeugendes Medienprojekt an den Start gehen kann.</p>
<blockquote>
<p>Wenn ein anderes Projekt besser ist als unseres, unterstützen wir es.</p>
</blockquote>
<p>Der Knackpunkt für alle ist die Finanzierung. Noch hat sich die Einsicht nicht durchgesetzt, dass Lokaljournalismus am Abgrund steht. Für die Medienkonzerne ist er zu teuer geworden, weil er sich nicht skalieren lässt. Da sollten Stiftungen einspringen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Nur Stiftungen oder auch der Staat?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>In meinem letzten Buch vertrat ich noch die Meinung, dass Medienförderung nicht zu den Kernaufgaben des Staats zählt. Wegen der dramatischen Erosion am Werbemarkt sehe ich das inzwischen anders. Das Medienförderungsgesetz, das bald vorliegt, macht einen tauglichen Eindruck. Es hätte allerdings stärker zugunsten der Kleinen ausgestaltet werden sollen, die Neues wagen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wenn es nach Ihren Vorstellungen geht, entsteht irgendwann ein neues Online-Magazin. Warum soll man das abonnieren? «Bund» und BZ werden ja nicht automatisch schlechter, nur weil sie fusionieren. Es steht dann einfach das Gleiche in beiden Blättern.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es gibt eine Schicht sehr interessierter Menschen im Grossraum Bern, die unzufrieden ist mit dem Angebot von «Bund» und «Berner Zeitung». Unser Potenzial umfasst etwa 35&#8217;000 Personen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Und wofür sollen die genau zahlen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Wenn eine hoch motivierte Redaktion kritischen, aber fairen, faktenbasierten und nicht klickgetriebenen Journalismus bietet, findet das ein Publikum. Wenn ein kleines Team seine ganze Energie in gute Geschichten stecken kann, und diese gut erzählt, kann das neue Online-Magazin reüssieren. So wie die kleine Schweizer Redaktion der «Zeit», die seit Jahren Woche für Woche ausgezeichnete Stoffe liefert. Auf der Einheitsredaktion von Tamedia hingegen wird noch mehr koordiniert, noch mehr gesessen und noch mehr geschräubelt an knalligen Storys, damit sie möglichst viele Leute anklicken. Sie sind das Schmiermittel, um das Publikum zu den kommerziellen Angeboten zu lotsen – es geht primär um Klicks und Reichweite, nicht mehr um Information.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie rechnen auch damit, dass die künftigen Arbeitsbedingungen bei der Berner Tamedia-Redaktion negativ auf die Qualität abfärben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Es ist zu befürchten. Die allermeisten Journalistinnen und Journalisten machen ihren Job solide. Aber die Extrameile gehen sie nur noch selten, weil die Stimmung schlecht ist. Viele wollen abspringen. Bei diesem gewaltigen Change-Prozess sollen die Angestellten mitwirken, obwohl viele noch nicht wissen, ob sie überhaupt bleiben können.</p>
<blockquote>
<p>Für die Medienmanager der Tamedia sind die Redaktorinnen und Redaktoren Nummern, Kostenfaktoren.</p>
</blockquote>
<p>Wir wollen genau das Gegenteil: Perspektiven, ein motiviertes Team, in dem sich die Mitglieder gegenseitig anstacheln und unterstützen. Wenn Routiniers und junge Talente zusammenkommen, die jeden Tag mit dem Anspruch antreten, die beste Geschichte der Woche zu machen, dann wird das etwas.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das klingt ein bisschen nach «Republik» im Lokalen.</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Die «Republik» hilft als Wegmarke. Der einfachste Lösungsansatz wäre, wenn sie in Bern eine Lokalredaktion aufbauen würde. Die Marke ist schon etabliert und die technologische Infrastruktur wäre auch vorhanden. Einen Standort Bern regte ich schon vor vier Jahren an, beim Start der «Republik», aber die Verantwortlichen wollen das bis heute nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie arbeiten als Politik- und Kommunikationsberater. Welche Rolle wollen Sie längerfristig auf dem Medienplatz Bern spielen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>Ich wäre glücklich, wenn dank Courage Civil etwas Neues entsteht, das kräftig ist und viele Leute im Grossraum Bern überzeugt. Solche Pro-Bono-Engagements brauchen viel Energie, aber es gibt mir eine grosse Genugtuung, wenn sie ins Ziel kommen. Ich würde mir aber nicht in den kühnsten Träumen ausmalen, in einer solchen Redaktion tätig zu sein. Dafür bin ich in allen Disziplinen zu schlecht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Und als Verleger?</p>
</div><div class="answer"><h4>Balsiger:</h4> <p>(lacht) Ich habe schon einmal einen Medien-Start-up mit 30 Personen geführt. Das war die spannendste Aufgabe in meinem Berufsleben, von der ich bis heute zehren kann. Ich kenne den Rausch und Kick des Neuen, aber ich weiss auch, wie erschöpfend ein solcher Job auf die Dauer ist.</p>
</div></p>
<p>Das Gespräch fand am 22. April in Bern statt.</p>
<p>Bild: zvg/Thomas Hodel</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/27/mark-balsiger-mir-geht-es-gegen-den-strich-wenn-qualitaet-geopfert-wird-ohne-not/">«Mir geht es gegen den Strich, wenn Qualität geopfert wird ohne Not.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Seit Jahren befürchtet, jetzt eine Tatsache: Tamedia fusioniert Berner Lokalredaktionen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2021 06:03:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia vollzieht den letzten Schritt zur Vollfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» und legt auch die Lokalressorts zusammen. Die unterschiedlichen Publika der beiden Tageszeitungen kriegen fortan Einheitskost. Dank Scheinvielfalt soll sie etwas besser schmecken. Es ist das Ende einer Epoche und der Anfang einer neuen Zeitrechnung auf dem Medienplatz Bern. Gut vierzig Jahre hat es <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Seit Jahren befürchtet, jetzt eine Tatsache: Tamedia fusioniert Berner Lokalredaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tamedia vollzieht den letzten Schritt zur Vollfusion von «Bund» und «Berner Zeitung» und legt auch die Lokalressorts zusammen. Die unterschiedlichen Publika der beiden Tageszeitungen kriegen fortan Einheitskost. Dank Scheinvielfalt soll sie etwas besser schmecken.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-87528" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Fusion-BZ-Der-Bund-Tamedia-20210308-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Es ist das Ende einer Epoche und der Anfang einer neuen Zeitrechnung auf dem Medienplatz Bern. Gut vierzig Jahre hat es gedauert, bis von vier Tageszeitungsredaktionen noch eine übrig bleibt. Am Donnerstagmorgen gab <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/berner-zeitung-und-der-bund-hohe-journalistische-kompetenz-in-einer-redaktion" rel="noopener" target="_blank">Tamedia</a> bekannt, die heute noch unabhängigen Lokalressorts von «Bund» und «Berner Zeitung» ab Oktober zu einer einzigen Berner Redaktion zu verschmelzen.<br />
</p>
<p>Der Schritt folgt der Ankündigung eines weiteren Sparpakets im letzten Sommer. Innert dreier Jahre will Tamedia <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/bezahlmedien-schreiben-im-ersten-halbjahr-verlust-354393246545" rel="noopener" target="_blank">70 Millionen Franken</a> Kosten sparen. Dafür müssen sich die abonnierten Tageszeitungen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Das ist schmerzhaft und geht nicht ohne Verluste.</p>
<p>&#8212;<br />
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px">18 Jahre «Berner Modell» </h3>
						<style>
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									Welche Rolle die NZZ spielte und hätte spielen können								</span>
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							<p>Mit der Zusammenlegung der Lokalressorts von «Bund» und «Berner Zeitung» endet auch das sogenannte <a href="https://medienwoche.ch/tag/berner-modell/">«Berner Modell»</a>. 18 Jahre hielt die Formel: Zwei Zeitungen, die publizistisch im Wettbewerb zueinander stehen, erscheinen im gleichen Verlag. <strong>Begründet wurde das Modell am 25. Juli 2003.</strong> Damals gab die NZZ die Hälfte ihrer 80-Prozent-Beteiligung am «Bund» an die damalige Espace Media Groupe ab. Die Herausgeberin der «Berner Zeitung» übernahm gleichzeitig die verlegerische Verantwortung für das Konkurrenzblatt.</p>

<p>Was damals am Deal bestechend erschien: Ein notorisch defizitäres Blatt, das der «Bund» damals schon seit mehr als zehn Jahren war, konnte auf Kurs gebracht werden, ohne die redaktionelle Substanz anzutasten. <strong>Einsparungen brachten die Synergien mit der «Berner Zeitung»</strong> bei Inserateverkauf, Druck und Administration. Bei der NZZ zeigte man sich damals mit der gefundenen Lösung sehr zufrieden: «Wir sind hocherfreut, dass mit dem ‹Bund› eine zweite publizistische Stimme im Raum Bern erhalten bleibt.»</p>

<p>Im Rückblick beutet die Rettung damals auch den Anfang vom Ende von zwei unabhängigen Zeitungen in der Bundesstadt. Schon unter Espace Media folgte ein erster Eingriff in die Unabhängigkeit der beiden Blätter als der «Bund» 2006 als Sparmassnahme das Sportressort der «Berner Zeitung» übernahm. Nachdem sich Espace Media 2007 mit Tamedia zusammengeschlossen hatte, bekannte sich die Unternehmensleitung zwar zum «Berner Modell», aber immer unter der Voraussetzung, dass die beiden Zeitungen rentieren. <strong>Unter diesem Druck musste der «Bund» ab 2009 den Mantel vom «Tages-Anzeiger» übernehmen</strong> und verlor damit in weiten Teilen seine publizistische Selbständigkeit. Die «Berner Zeitung» konnte bis 2018 ihre Komplettredaktion halten.</p>

<p>Seit drei Jahren beliefert die Tamedia Redaktion beide Berner Titel mit der überregionalen Berichterstattung, <strong>nur noch die lokalen Ressorts unterscheiden sich</strong>. Und nun ist auch damit bald Schluss. Wie es heute scheint, auch mit Blick auf das globale Zeitungswesen, ein unvermeidbarer Weg.</p>

<p>Dennoch darf man sich heute fragen, was geschehen wäre, wenn 2003 die NZZ den «Bund» nicht in die Obhut von Espace Media gegeben und stattdessen <strong>mit dem Aargauer Verleger Peter Wanner</strong> und seinem damaligen Netzwerk der Mittelland-Zeitung zusammengespannt hätte. Diese Option stand damals im Raum.</p> 

<p>Wanner wollte den «Bund» nie übernehmen, wie er später öffentlich versicherte. Er hatte damals nur eine Offerte eingereicht für die Lieferung des Mantelteils seiner «Aargauer Zeitung». <strong>Das kam aber für die NZZ nicht in Frage</strong>, weil sie erstens ihre Beteiligung am Sorgenkind «Bund» reduzieren wollte und zweitens hätte eine externe Mantellösung zu einem starken Personalabbau auf der «Bund»-Redaktion geführt, was auch nicht im Interesse der NZZ lag. So weit so nachvollziehbar aus der damaligen Perspektive.</p>

<p>Hätte sich die NZZ trotzdem für den AZ-Mantel und gegen das «Berner Modell» mit zwei Zeitungen im gleichen Verlag entschieden, <strong>sähe es heute in Bern vielleicht ähnlich aus wie in Basel</strong>. Am Rhein gibt es mit der «Basler Zeitung» von Tamedia und der BZ Basel von CH Media zwei Tageszeitungen aus zwei Verlagen.</p>

<p>Ein «Bund»-Deal zwischen NZZ und AZ Medien wäre seiner Zeit voraus gewesen. Später fanden die Zürcher und die Aargauer doch noch zueinander. 2018 legten sie ihre Regionalzeitungen im Joint Venture CH Media zusammen. <strong>Man wünschte sich, der «Bund» gehörte auch dazu.</strong> Doch der Konjunktiv schafft keine Medienvielfalt.</p>						  </div>
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&#8212;</p>
<p>Als Folge der Redaktionsfusion von «Bund» und BZ wird Tamedia rund 20 Vollzeitstellen abbauen. Wie viele Journalistinnen und Journalisten ihre Stelle verlieren, wird erst nach einem Konsultationsverfahren in den nächsten Monaten feststehen. Der Abbau, schreibt Tamedia in einer Mitteilung, erfolge «soweit wie möglich über die natürliche Fluktuation». Geleitet wird die neue Redaktion von einer vierköpfigen Chefredaktion mit dem bisherigen BZ-Chefredaktor Simon Bärtschi an der Spitze.</p>
<blockquote><p>Auch wenn frühere Abbauschritte beide Zeitungen bereits deutlich geschwächt haben, markiert die finale Fusion doch eine Zäsur.</p></blockquote>
<p>Schauten bisher zwei voneinander unabhängige Redaktionen auf das Geschehen in Stadt, Region und Kanton Bern, so macht das künftig nur noch eine. Der Wettbewerb zwischen «Bund» und BZ um die besseren Geschichten, befeuert durch die starke Identifikation der Mitarbeitenden mit dem jeweiligen Blatt, ist Geschichte.</p>
<p>Mit den rund 70 Journalistinnen und Journalisten ist die neue Berner Tamedia-Redaktion zwar das mit Abstand grösste Lokalmedium im Kanton Bern. Aber schiere Grösse ersetzt nicht den fehlenden Wettbewerb. In schlechter Erinnerung bleibt die «Basler Zeitung», die auch aus einer Fusion entstanden war. «In Basel produziert die finanziell wohldotierte BaZ mit vielen guten Journalisten eine meist ehrgeizlos brave Zeitung», schrieb 2003 der «Tages-Anzeiger» mit Blick auf die schon damals erwartete Monopolsituation auf dem Platz Bern.</p>
<p>Gegen aussen versucht Tamedia den Eindruck des Monopols zu vermeiden, indem «Bund» und «Berner Zeitung» weiterhin als separate Titel erscheinen, sowohl gedruckt als auch im Web und als App. Dazu soll die Redaktion unterschiedliche Akzente setzen für die Publika der beiden Blätter. Der «Bund» soll mehr Kultur- und mehr Meinungsbeiträge bieten, die BZ dagegen soll, wie heute schon, verstärkt über ausgewählte Kantonsteile und Gemeinden berichten. Auch beim Sport soll die BZ eine weiterführende Berichterstattung anbieten als der «Bund». </p>
<p>Spielraum für eine unterschiedliche Positionierung bietet wie bisher der Mantelteil mit den überregionalen Ressorts. Hier kann sich die Berner Redaktion aus dem Pool der Tamedia-Redaktion bedienen, die wiederum Artikel der Süddeutschen Zeitung nutzen darf.</p>
<p>Die Abonnentinnen der BZ und die «Bund»-Abonnenten werden von der Fusion indes nicht allzuviel mitkriegen: Sie erhalten weiterhin ihr Leibblatt oder den Zugriff auf ihre Lieblings-App, vermutlich sogar mit einem umfassenderen Angebot als heute, weil die fusionierte Redaktion grösser ist als die bisher separaten Redaktionen der beiden Zeitungen.</p>
<p>Den «Einheitsbrei» sehen nur Doppelleserinnen und -leser, von denen es nur noch wenige gibt, weil «Bund» und BZ bereits in den letzten Jahren über weite Strecken identische Artikel brachten und zwei Abos darum nur noch wenig Mehrwert boten. Was auch heisst:</p>
<blockquote><p>Für Tamedia könnte die Rechnung aufgehen. Der Aufschrei von <a href="https://syndicom.ch/aktuell/artikel/kahlschlag-bei-bund-und-berner-zeitung/" rel="noopener" target="_blank">Gewerkschaften</a> und <a href="https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/ein-schwarzer-tag-fuer-den-medienplatz-bern" rel="noopener" target="_blank">Politik</a> wird verhallen, wie schon so mancher Protest gegen Tamedia-Sparübungen zuvor.</p></blockquote>
<p>Das einzige Mittel gegen die Monopolmisere wäre ein Medium, das die bisherige Wettbewerbssituation zwischen «Bund» und BZ wiederbeleben würde. Das hiesse aber auch, dass jemand viel Geld in die Hand nehmen müsste, um der fusionierten Grossredaktion auf Augenhöhe etwas entgegenhalten könnte.</p>
<p>Eine gewisse Hoffnung besteht, dass der Schaffhauser Verleger Norbert Bernhard mit seinem <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/ein-verschwiegener-einzelkaempfer-will-bern-die-zeitungsvielfalt-zurueckgeben/">Gratiszeitungsprojekt</a> die nötigen 50 bis 60 Millionen zusammenkriegt, um ein publizistisches Gegengewicht zum Tamedia-Monopol aufzubauen. Wobei die starke Abhängigkeit von Banken und Werbung ein Fragezeichen hinter die Unabhängigkeit dieser Zeitung setzt. Bis Ende April will Bernhard entscheiden, ob er loslegt.</p>
<p>Etwas bescheidener unterwegs ist eine Gruppe Berner Journalistinnen und Journalisten. Nach dem Vorbild von <a href="https://bajour.ch/" rel="noopener" target="_blank">Bajour</a> in Basel versuchen sie eine Online-Plattform für Bern auf die Beine zu stellen. Viel mehr ist dazu noch nicht bekannt. Als Konkurrenz auf Augenhöhe zur neuen Tamedia-Redaktion sehen sie ihr Projekt aber nicht.</p>
<p>Weiter weibelt der Politikberater Mark Balsiger für ein neues Lokalmedium. Die von ihm initiierte NGO <a href="https://www.courage-civil.ch/die-zeit-ist-reif-fuer-ein-neues-online-magazin-im-grossraum-bern/" rel="noopener" target="_blank">Courage Civil</a> ruft dazu auf, «mit vereinten Kräften ein Online-Magazin zu lancieren». Der Aufruf folgt einer Umfrage, an der sich 3000 Personen beteiligt und ihre Medienbedürfnisse artikuliert haben. Ein Konzept für ein Start-up liege bereit, schreibt Balsiger. Nun brauche es 4,5 Millionen Franken, die durch Stiftungen, Firmen und private Spenden eingebracht werden sollen.</p>
<p>Der einzige Akteur, der die Kraft und sogar eine öffentliche Legitimation dazu hätte, als «Monopolbrecher» zu wirken, wäre die SRG. Deshalb fordert die lokale <a href="https://www.srgd.ch/media/cabinet/2021/04/MM_SRG_BE_FR_VS_8.4.21.pdf" rel="noopener" target="_blank">Trägerschaft der SRG</a>, dass Schweizer Radio und Fernsehen SRF in die Bresche springt, die Tamedia mit der Redaktionsfusion hinterlässt. Das ist leichter gesagt als getan. Die Regionalredaktionen von SRF richten ihre Online-Berichterstattung verstärkt auf die gesamt Deutschschweiz aus und berichten nicht mehr <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/26/aus-der-region-fuer-die-schweiz-luecken-im-lokaljournalismus/">aus der Region und für die Region</a>.</p>
<blockquote><p>Damit steht das Feld ziemlich weit offen für Tamedia. Medienmonopole haben es so an sich, dass sie zwar niemand liebt, aber auch niemand um sie herum kommt.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/09/seit-jahren-befuerchtet-jetzt-eine-tatsache-bund-und-berner-zeitung-fusioniert/">Seit Jahren befürchtet, jetzt eine Tatsache: Tamedia fusioniert Berner Lokalredaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Schweizer&#160;Journalist:in, Berner&#160;Zeitung, Radio&#160;SRF&#160;1</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/06/schweizer-journalistin-berner-zeitung-radio-srf-1/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Mar 2021 10:09:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Radio SRF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Alles neu bei der «Schweizer Journalist:in» Mit den neuen Co-Chefredaktorinnen Charlotte Theile und Samantha Zaugg ändert der Name. Die «Schweizer Journalist:in» schliesst sprachlich endlich alle Geschlechter mit ein. Theile und Zaugg wirken ebenfalls zusammen in der neuen Storytelling-Agentur «Elephant Stories» mit, über die auch die neuste Ausgabe der «Schweizer Journalist:in» berichtet. Das <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/06/schweizer-journalistin-berner-zeitung-radio-srf-1/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/06/schweizer-journalistin-berner-zeitung-radio-srf-1/">Schweizer Journalist:in, Berner Zeitung, Radio SRF 1</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-86561" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Good-Bad-Ugly-20210306b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Good-Bad-Ugly-20210306b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Good-Bad-Ugly-20210306b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Good-Bad-Ugly-20210306b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Good-Bad-Ugly-20210306b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Alles neu bei der «Schweizer Journalist:in»</h3>
<p>Mit den neuen Co-Chefredaktorinnen Charlotte Theile und Samantha Zaugg ändert der Name. Die <a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210301_OTS0162/schweizer-journalist-aendert-titel" target="_blank" rel="noopener">«Schweizer Journalist:in»</a> schliesst sprachlich endlich alle Geschlechter mit ein. Theile und Zaugg wirken ebenfalls zusammen in der neuen Storytelling-Agentur <a href="https://www.elephantstories.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Elephant Stories»</a> mit, über die auch die neuste Ausgabe der «Schweizer Journalist:in» berichtet. Das wirft Fragen auf. Gegenüber der MEDIENWOCHE sagt Theile: «Im Interview ist transparent kommuniziert, dass ich die Co-Chefredaktion übernehmen werde. Es erscheint ausserdem in einem Heft, das ich inhaltlich noch nicht verantwortet habe.» Das erste Heft, das Zaugg und Theile zusammen gestalten, erscheint Anfang Mai. «Wir werden die Sphären klar voneinander trennen», verspricht Theile.</p>
<p>Die Co-Chefredaktorinnen haben grosse Pläne für das Magazin: «Samantha und ich wollen, dass die ‹Schweizer Journalist:in› noch mehr zu einer Plattform wird, einem Magazin von und für Journalist:innen, wo gemeinsam nachgedacht wird und wo wir offen miteinander umgehen.» Den Auftakt macht eine öffentliche <a href="https://register.gotowebinar.com/#register/8381892012062990350" target="_blank" rel="noopener">Diskussionsrunde</a> am kommenden Donnerstag.<br />
<small><em>Miriam Suter</em></small></p>
<h3>The Bad – BZ-Redaktion verliert wichtige Stimme</h3>
<p>Noch bevor Tamedia die ersten Schritte unternimmt zur angekündigten <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/30/aus-zwei-mach-eins-tamedia-beerdigt-das-berner-modell/">Fusion von «Bund» und «Berner Zeitung»</a>, verliert die BZ mit <a href="https://jsteiner.ch/ueber-mich/" target="_blank" rel="noopener">Jürg Steiner</a> eine prominente Stimme. Der 57-Jährige war nicht nur viele Jahre Redaktor, sondern amtet auch als Präsident der Personalkommission. Als solcher verteidigt Steiner die Interessen der Redaktion gegenüber der Unternehmensleitung; eine anspruchsvolle und nervenaufreibende Aufgabe, zumal die Interessen der beiden Seiten mit jeder neuen Sparrunde stärker auseinanderklaffen. Der Hauptgrund für seine Kündigung sei aber rein persönlich. «Ich habe den Eindruck, meine Möglichkeiten an dieser Stelle ausgereizt zu haben», hält Steiner in einem internen «Rücktrittsschreiben» fest.</p>
<p>Als Journalist fällt Steiner seit jeher durch breites Interesse und mit sorgfältigem Handwerk auf; lange Jahre als Redaktor des Hintergrund-Ressorts «Zeitpunkt», wo er zusammen mit Stefan von Bergen Woche für Woche all jene Lügen strafte, welche die BZ neben der selbsternannten Qualitätszeitung «Der Bund» für provinziellen Boulevard hielten. Nach der Einstellung des «Zeitpunkt» wechselte Steiner ins Lokalressort, das nun mit dem Pendant beim «Bund» fusioniert werden soll.</p>
<p>«So, wie dieser Prozess aufgegleist ist, glaube ich nicht, dass es gut herauskommt, und ich möchte auch nicht dabei sein», nennt Steiners Schreiben als Grund, warum er gerade jetzt kündigt. Für Personal und Publikum der BZ bedeutet der Abgang einen Riesenverlust.<br />
<small><em>Nick Lüthi</em></small></p>
<h3>The Ugly – Radio SRF 1 kann nicht still sein</h3>
<p>Jeden Tag hören 1,3 Millionen Menschen Radio SRF 1. Es ist nicht nur der meistgehörte Radiosender in der Schweiz, sondern der offiziellste: In Notfällen informieren hier die Behörden.</p>
<p>Gestern Mittag war Radio SRF 1 der Sender, der nicht still sein konnte. Kurz vor zwölf stimmte die Moderatorin auf die bevorstehende <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/schweigeminute-fuer-coronaopfer-verbundenheit-mit-den-verstorbenen-ob-coronabedingt-oder-nicht" target="_blank" rel="noopener">Schweigeminute</a> für die Opfer der Corona-Pandemie ein: «Es ist heute bei vielen stiller als sonst, Bundesrat Guy Parmelin schlug vor, dass es heute eine Schweigeminute gibt. Und zwar jetzt dann gerade in der Minute bevor es zwölf wird. Da können Sie das Radio abschalten oder leiser drehen.» So könne man an die Verstorbenen, die Hinterbliebenen und Kranken gedenken. Die einfühlsame Aufzählung endet mit Trost und Hoffnung. Dann harter Bruch: <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/13/das-radio-im-dienst-des-autoverkehrs/">Verkehrsmeldungen</a>! «SRF Verkehrsinfo von 11 Uhr 59: Region Zürich, hier bleibt der Westring zwischen Birmensdorf…»</p>
<p>Still war es hingegen bei Radio SRF 3, dem poppigen Pendant. War es ein Versehen, dass SRF 1 die Schweigeminute verlaberte? Gemäss Medienstelle nicht: «Radio SRF 1 sendete das reguläre Programm.» Die Schweigeminute sei keine behördliche Anordnung gewesen. «Die Gestaltung des Programms heute Mittag lag deshalb in der Hoheit von SRF.» Demnach hat also SRF 1 entschieden, dass gesperrte Strassen und stockender Verkehr Vorrang haben. Auf die Verkehrsmeldungen folgten bei Radio SRF 1 die Nachrichten. Topmeldung war wiederum die Minute der Stille. Wer nicht still sein kann, hat anscheinend viel zur Schweigeminute zu sagen.<br />
<small><em>Benjamin von Wyl</em></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/06/schweizer-journalistin-berner-zeitung-radio-srf-1/">Schweizer Journalist:in, Berner Zeitung, Radio SRF 1</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Sollen wir diese Kommentare veröffentlichen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/26/sollen-wir-diese-kommentare-veroeffentlichen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2021 08:39:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=86298</guid>

					<description><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser, können wir über Onlinekommentare sprechen? Was da abläuft, ist nicht schön. Wie das Beispiel der Corona-Mahnwache auf dem Bundesplatz zeigt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/26/sollen-wir-diese-kommentare-veroeffentlichen/">Sollen wir diese Kommentare veröffentlichen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser, können wir über Onlinekommentare sprechen? Was da abläuft, ist nicht schön. Wie das Beispiel der Corona-Mahnwache auf dem Bundesplatz zeigt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/26/sollen-wir-diese-kommentare-veroeffentlichen/">Sollen wir diese Kommentare veröffentlichen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medienplatz Bern: Die Besorgnis ist gross</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/12/medienplatz-bern-die-besorgnis-ist-gross/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 10:59:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Modell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch erscheinen Bund und BZ wie eh und je. Als Leser*in merkt man kaum was von der angespannten Situation hinter den Kulissen. Doch den Journalist*innen der beiden Berner Tageszeitungen stehen rigorose Sparmassnahmen und Entlassungen bevor. Dies drückt auf Stimmung und Motivation und lässt viele mit Ängsten im Homeoffice zurück.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/12/medienplatz-bern-die-besorgnis-ist-gross/">Medienplatz Bern: Die Besorgnis ist gross</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch erscheinen Bund und BZ wie eh und je. Als Leser*in merkt man kaum was von der angespannten Situation hinter den Kulissen. Doch den Journalist*innen der beiden Berner Tageszeitungen stehen rigorose Sparmassnahmen und Entlassungen bevor. Dies drückt auf Stimmung und Motivation und lässt viele mit Ängsten im Homeoffice zurück.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/12/medienplatz-bern-die-besorgnis-ist-gross/">Medienplatz Bern: Die Besorgnis ist gross</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fabian Ruch macht das «Sportlerin»-Magazin: «Was, du und Frauensport? Was ist passiert?»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/12/10/was-du-und-frauensport-was-ist-passiert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2020 14:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Sportlerin]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Fabian Ruch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=84232</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 16. Dezember erscheint erstmals die «Sportlerin». Gründer und Redaktionsleiter des Frauensport-Magazins ist der Berner Journalist Fabian Ruch, der im Sommer die «Berner Zeitung» nach 22 Jahren im Streit verlassen hat. Als Fussballreporter fiel Ruch nicht damit auf, Frauen in seiner Berichterstattung angemessen zu berücksichtigen. Im Gegenteil. Und jetzt also Frauensport. Ist es das schlechte <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/10/was-du-und-frauensport-was-ist-passiert/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/10/was-du-und-frauensport-was-ist-passiert/">Fabian Ruch macht das «Sportlerin»-Magazin: «Was, du und Frauensport? Was ist passiert?»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am 16. Dezember erscheint erstmals die «Sportlerin». Gründer und Redaktionsleiter des Frauensport-Magazins ist der Berner Journalist Fabian Ruch, der im Sommer die «Berner Zeitung» nach 22 Jahren im Streit verlassen hat. Als Fussballreporter fiel Ruch nicht damit auf, Frauen in seiner Berichterstattung angemessen zu berücksichtigen. Im Gegenteil. Und jetzt also Frauensport.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-84233" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/12/MW-Fabian_Ruch-Sportlerin-Magazin-20201210.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/12/MW-Fabian_Ruch-Sportlerin-Magazin-20201210.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/12/MW-Fabian_Ruch-Sportlerin-Magazin-20201210-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/12/MW-Fabian_Ruch-Sportlerin-Magazin-20201210-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/12/MW-Fabian_Ruch-Sportlerin-Magazin-20201210-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/12/MW-Fabian_Ruch-Sportlerin-Magazin-20201210-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Ist es das schlechte Gewissen? Eine Art Wiedergutmachung für all die Jahre, in denen er Frauen aus der Berichterstattung herausgehalten hatte? Dass Fabian Ruch nach einem Vierteljahrhundert Männersport nun ein Frauensport-Magazin herausgibt, zeugt auch von einer Einsicht in die Mechanismen des Sportjournalismus. Von einer späten zwar, aber noch rechtzeitig für die zweite Hälfte seines Berufslebens.<br />
</p>
<p>«Ich bin das beste Beispiel dafür, warum es so ist, wie es ist», sagt Fabian Ruch in seinem kernigen Berndeutsch. Wie oft habe er in den letzten Jahrzehnten an Redaktionssitzungen Frauenthemen kleingeredet, weil «Neymar irgendein Wehwehchen hatte» oder beim FC Basel ein Transfer anstand, was ihm und seinen Kollegen dann doch relevanter erschien. Doch jetzt geht es in die andere Richtung mit einem Magazin, das diesem Defizit – zumindest punktuell – entgegenwirkt. 114 Seiten Frauensport bietet die <a href="https://www.sportlerin-magazin.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Sportlerin»</a>. Die erste Ausgabe erscheint am 16. Dezember.<br />
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px">Eine vielseitige «Sportlerin» </h3>
						<style>
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									Blattkritik: Das steht in der ersten Ausgabe								</span>
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<p>Mujinga Kambundji, die schnellste Sprinterin der Schweiz, posiert auf dem Cover mit verschränkten Armen und schaut einen mit neutralem Gesichtsausdruck direkt an. Das ist kein besonders originelles Motiv für die Erstausgabe einer neuen Publikation, die auffallen muss. Aber das Bild ist ehrlich, es verspricht nicht zu viel und zeugt von einer professionellen Nüchternheit, die das ganze Heft prägt. Es geht nicht um einen neuen Sportjournalismus oder um das beste Sportmagazin, sondern um eine vermutete Marktlücke, welche die «Sportlerin» nun füllen soll.</p>

<p>Anders als die Top-Athletin auf dem Umschlag vermuten lassen könnte, wird nicht nur Leistung und Erfolg abgefeiert. Die erste Ausgabe der «Sportlerin» sieht sich vielmehr als Chronistin einer aktuellen Aufwärtsentwicklung des Frauensports. Drei zentrale Figuren dieses Trends erscheinen prominent im Heft: Bundesrätin Viola Amherd, die sich als Sportministerin für die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Frauen und Männern stark macht. Steffi Buchli, die ab kommendem Jahr den «Blick»-Sport leiten wird. Und Florence Schelling, Sportchefin des Schlittschuhclubs Bern und damit erste Frau in einer Top-Charge eines Schweizer Spitzeneishockeyclubs. Dass diese drei Texte, gleichsam das Herzstück des Magazins, zwei Männer verfasst haben, zeigt das Dilemma der Magazin-Macher. Bei allem guten Willen, der dem Projekt nicht abzusprechen ist, prägt ein männlicher Blick auf den Frauensport das neue Magazin. Journalistinnen hätten andere Fragen gestellt und andere Schwerpunkte gelegt in der Analyse.</p>

<p>Auch beim Thema Fussball, das mit vier längeren Beiträgen vergleichsweise viel Platz einnimmt, sind es massgeblich Männer, die schreiben und analysieren. Natürlich liest sich das Streitgespräch flott zwischen Bänz Friedli, einem «Fürsprecher des Frauenfussballs» und Fabian Ruch, einem Frauenfussballbanausen. Überhaupt sind Textqualität, Informationsgehalt und Unterhaltungswert konstant hoch, aber der Makel der Männerlastigkeit bleibt. Umso wichtiger ist daher der Essay von Marianne Meier. Die Geschlechterforscherin schreibt über den Widerspruch von «Frausein» und «Sportlerinsein» anhand konkreter Beispiele aus der Geschichte des männlich dominierten (Leistungs)sports. Damit formuliert sie ein starkes Plädoyer für ein Magazin über Frauensport, nach dem Motto: So schnell werden die Themen (leider) nicht ausgehen. Anstatt mitten ins Heft hätte dieser programmatische Text an den Anfang gehört.</p>

<p>Ansonsten wirkt der Ablauf sorgfältig durchkomponiert. Leichtere und unterhaltsamere Formate, etwa die sechs Kolumnen am Heftanfang oder das Fragebogen-Interview mit Mujinga Kambundji, stehen in einem sinnvollen Verhältnis mit den längeren Lesestücken. Positiv fällt die Bebilderung auf, wo die Redaktion auch mal ein Experiment wagt. So montierte der Fotograf Annalisa Gerber dreimal ins gleiche Bild. Der visuelle Kniff charakterisiert die Leiterin Sponsoring von Swiss Ski treffend als umtriebige Netzwerkerin.</p>

<p>Ob die «Sportlerin» ein Publikum findet, weiss noch niemand. Der Abopreis ist sicher kein Hindernis für den Erfolg. Mit 30 Franken für vier Ausgaben pro Jahr gibt es viel exklusiven Lesestoff für wenig Geld.</p>						  </div>
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Wie so oft, wenn etwas Neues entsteht, spielten auch hier alte Freundschaften eine wichtige Rolle. Dass am Ende ein Frauensport-Magazin entstehen würde, war von Anfang an eine Option, wurde aber zuerst noch gründlich evaluiert. Am Ursprung des Projekts stand der Berner Grafiker und Werber Leander Strupler, der seit 2019 das Magazin «Boxen» herausgibt. Zusammen mit dem Sponsoring-Spezialisten Roman Grünig, der hauptberuflich für den Fussballclub Young Boys arbeitet, suchte Strupler nach Themen für eine weitere Publikation. Erst da stiess Fabian Ruch dazu, der mit Grünig gut befreundet ist. «Wir kamen sehr schnell auf ein Frauensport-Magazin, weil es dazu schlicht noch nichts gibt», sagt Ruch im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Letztlich gab also eine Marktanalyse den Ausschlag und nicht eine tiefe innere Überzeugung, dem Frauensport mehr mediale Sichtbarkeit verschaffen zu wollen. Am Ergebnis ändert das freilich nichts.</p>
<p>Drei Männer machen also ein Frauensport-Magazin. Eine Steilvorlage für Kritik. Frauensport aus Männersicht. Gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut. «Ich dachte auch, dass man uns das vorwirft», gesteht Ruch. Tatsächlich habe es auch kritische Reaktionen gegeben. «Doch wenn man uns jetzt dafür kritisiert, ein Frauensport-Magazin zu machen, frage ich zurück: Warum gibt es keine Frauen, die das schon längst angepackt haben?» Der überwiegende Teil der Rückmeldungen sei aber positiv gewesen, ob von Sportjournalistinnen, Verbänden, oder Lobbyorganisationen. Und nicht zuletzt von Inserenten. Eine Erstausgabe taugt zwar nicht als Massstab für den langfristigen Erfolg. Aber 14 verkaufte Seiten von 114 können sich sehen lassen. «Wir haben zudem schon Zusagen für das kommende Jahr», sagt Ruch.</p>
<blockquote><p>Die Berichterstattung über Frauensport befindet sich seit ein paar Jahren in einem langsamen, aber stetigen Aufwärtstrend.</p></blockquote>
<p>Mit der «Sportlerin» springen Ruch, Strupler und Grünig auch auf einen rollenden Zug auf. Die Berichterstattung über Frauensport befindet sich seit ein paar Jahren in einem langsamen, aber stetigen Aufwärtstrend. Abgesehen von Tennis und Ski, wo Frauen schon immer eine vergleichsweise grosse mediale Präsenz hatten, war es vor allem der Fussball, der einen Aufschwung erlebte. Inzwischen zeigt das Schweizer Fernsehen regelmässig Partien der höchsten Frauenliga. Ebenso berichten andere grosse Publikumsmedien, etwa die Sonntagszeitungen, mehr als auch schon über Frauensport.</p>
<p>Wie kann und wie will sich das neue Magazin gegenüber dieser Konkurrenz positionieren? Als Vorbild nennt Fabian Ruch das deutsche Fussballmagazin «11 Freunde»: hochwertiger Auftritt, lange Texte, attraktives Layout. Ein Anspruch, den die «Sportlerin» durchaus einlösen kann, wie die erste Ausgabe zeigt. Lange Artikel zuhauf, Porträts, Interviews, Essays, das ganzen Repertoire (siehe Blattkritik oben). Als Ruch vor dem Gespräch mit der MEDIENWOCHE die Druckfahnen der ersten Ausgabe durchblättert, kommentiert er jeden zweiten Artikel fast entschuldigend mit dem Hinweis, der sei halt auch etwas lang geraten. Wobei er sich eigentlich für nichts zu entschuldigen braucht. Denn was erwartet man von einem Sporthintergrundmagazin? Lange Texte.</p>
<p>Dass sich Fabian Ruch voll reinknien und mehr Zeit in das Projekt investieren konnte als ursprünglich gedacht, liegt nicht zuletzt an seinem Abgang bei Tamedia im vergangenen Sommer. Sein ursprünglicher Plan wäre es gewesen, das Heft parallel zu seiner 95-Prozent-Anstellung als Sportredaktor auf die Beine zu stellen. Doch am 1. Juli war Schluss nach 22 Jahren bei der «Berner Zeitung» und Tamedia.</p>
<blockquote><p>Am 1. Juli reichte Ruch seine Kündigung ein. Vorangegangen war ein Zerwürfnis zwischen Redaktor und Ressortleiter.</p></blockquote>
<p>Für Aussenstehende erfolgte der Abgang einigermassen überraschend. Die Berner Young Boys, deren Entwicklung Ruch als Dossier-Verantwortlicher seit 18 Jahren eng begleitet hatte, waren auf direktem Weg zum dritten Fussballschweizermeistertitel in Folge. Man durfte davon ausgehen, dass Ruch auch dieses erfreuliche Ereignis in einem sonst ereignisarmen Corona-Sommer ausgiebig zu würdigen wüsste. So weit sollte es nicht mehr kommen. Am 1. Juli reichte Ruch seine Kündigung ein. Vorangegangen war ein Zerwürfnis zwischen Redaktor und Ressortleiter. «Es braucht immer zwei», kommentiert Ruch seine Rolle im Konflikt und nimmt mindestens die halbe Verantwortung für den Eklat auf sich.</p>
<p>Ein paar Monate später sieht er seine Kündigung als folgerichtigen Schritt. «Die letzte Zeit bei Tamedia war ich in einem goldenen Käfig», sagt Fabian Ruch. Über YB und die Fussballnationalmannschaft schrieb er leidenschaftlich gerne. Er hatte viele Kontakte aufgebaut in all den Jahren und konnte entsprechend gut informiert berichten. «Freunde haben mir immer gesagt, geh doch mal. Es hätte auch Möglichkeiten gegeben. Aber ich fühlte mich wohl.»</p>
<p>Bis Corona kam und es ihm «den Nuggi rausgehauen hat» wegen der Pensenplanung. Kurzarbeit und gleichzeitig ein Mammutprogramm nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs der National League im Fussball und das mit immer komplexeren Redaktionsstrukturen und einem Chef, der sich das alles gefallen lässt. Das wollte Ruch nicht mehr mitmachen.</p>
<blockquote><p>Das Magazin wird nie so viel einbringen, dass Ruch ganz auf diese Karte setzen könnte.</p></blockquote>
<p>Das Magazin-Projekt spielte keine Rolle bei seinem Entscheid. Das lief einfach nebenher und wird auch bei einem kommerziellen Erfolg nie so viel einbringen, dass Ruch ganz auf diese Karte setzen könnte. Er wird deshalb ab kommendem Jahr für eine grosse Tageszeitung über Fussball schreiben und sich daneben selbständig machen für Aufträge im Bereich Text und Kommunikation.</p>
<p>Für sein weiteres Berufsleben scheint das Magazin-Projekt bereits Spuren hinterlassen zu haben. Ob der Erfahrungen, die er in den letzten Monaten im Austausch mit zahlreichen Journalistinnen, Sportlerinnen, Funktionärinnen gemacht hat, gerät Ruch regelrecht ins Schwärmen: «Es ist mehr Empathie da, es ist wärmer, es ist angenehmer. Es ist nicht das Testosterongehabe.» Und dann sagt er diesen Satz, den er sich nicht getraute ins Editorial der ersten Ausgabe der «Sportlerin» zu schreiben, weil er ihn für zu kitschig hielt: «Die Welt wäre eine bessere, wenn Frauen mehr zu sagen hätten.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/10/was-du-und-frauensport-was-ist-passiert/">Fabian Ruch macht das «Sportlerin»-Magazin: «Was, du und Frauensport? Was ist passiert?»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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